Ueli Maurer kürt Skandal-Botschafter zu Bigshot

Stefan Flückiger wurde einst in Paris mit Schüssen gestoppt – Nun wird der Diplomat Nr. 2 in Maurers Finanz-Staatssekretariat.

Bei Ueli Maurer wird befördert, wer auffällt. Aktuellster Fall: Stefan Flückiger, einst Skandal-Botschafter in Frankreich, rückt zum Stellvertreter-Leiter des Finanz-Staatssekretariats auf.

Flückiger passt ins Bild einer neuen Art von Beförderung im Department von Ueli Maurer, dem SVP-Bundesrat und Vorsteher der nationalen Finanzen. Je spezieller die Lage, desto steiler der Aufstieg.

Der Botschafter wurde damals, im 2013, von der Pariser Polizei auf offener Strasse mit Schüssen gestoppt. Flückiger war in seiner Botschafter-Limousine unterwegs.

Die Schweiz gab grünes Licht für eine Untersuchung. Trotzdem versandete die Sache, die Franzosen erhoben nie Anklage gegen den Schweizer Diplomaten.

Wie das zu interpretieren ist, kann von aussen nicht beurteilt werden. Sicher ist: Flückigers Karriere ging weiter. Vor Jahresfrist übernahm er im Wirtschafts-Staaatssekretariat Seco eine Topposition.

Rasender Diplomat (Seco)

Und nun die ultimative Beförderung wenige Jahre vor der ordentlichen Pensionierung. Die Chefin des Staatssekretariats für internationale Finanzfragen (SIF), Daniela Stoffel, macht Flückiger zu ihrer Nr. 2.

Mutig? Wagemutig? Übermütig?

Daniela Stoffels eigene Berufung zur Staatssekretärin hatte schon hohe Wellen in Bern geschlagen. Ihr Entscheid für Skandal-Diplomat Flückiger wird für weitere Emotionen an der Aare sorgen.

Stoffel und Flückiger gehörten beide lange zum Diplomatischen Korps. Stoffel, so sagt ein hoher Ex-Kadermann des Aussenministeriums, habe immer „nach oben“ gewollt.

Ihre Chance zum Raketen-Aufstieg sah Stoffel gekommen, als Finanzminister Maurer die Spitze des SIFs vor Jahresfrist neu besetzen wollte. In den Wochen und Monaten vor der Wahl ging die Beamtin ein und aus beim SVP-Magistraten.

Was der genau vorhatte, wusste Stoffel wie niemand sonst. Ihr Freund und Lebenspartner Peter Minder, ein Ex-Fernseh-Reporter, ist Maurers rechte Hand. Minder ist der Pressechef im Finanz-Departement.

Fortan war Stoffel Teil der Equipage von Ueli Maurer. Auf Reisen gings zu dritt an Konferenzen, Gala-Diners und in die Luxus-Herbergen. Maurer allein, Stoffel-Minder zu zweit.

Ab wie eine Rakete (SIF)

Stoffel bootete darauf alle Konkurrenten aus. Jetzt holt sie ihren alten Kollegen aus gemeinsamen Diplomatie-Zeiten in ihr Reich.

Das sagt nichts über Flückigers Fähigkeiten aus. Der Mann hat eine lange Karriere in internationalen Wirtschaftsthemen gemacht, ist vom Alter her ein Senior. Er sollte top sein.

Vor allem dürfte er für Stoffel von grossem Wert sein. Was die Beförderung nämlich in erster Linie zeigt ist, dass Ueli Maurer seiner neuen Karriere-Dame Stoffel freie Hand lässt bei der Besetzung der wichtigsten Positionen.

Und die holt ihre „Freunde“ aus der Diplomatie. Zudem spinnt sie ihr Machtnetz immer engmaschiger. Freund Minder als Horchposten beim Finanzvorsteher, Weggefährte und Diplomaten-Kollege auf Stellvertreter-Thron.

Kommentare

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  1. Lieber Herr Hässig anstatt ununterbrochen auf die SVP zu klopfen, sollten Sie doch einmal die Fragen aufwerfen, was kosten uns die Flüchtlinge im Gesamten, im Gesundheitswesen, usw. Diese Fragen getraut sich kein Journalist zu stellen und das kostet sicher einiges mehr als ein paar komische Funktionnaire und Diplomaten.

  2. Mich wundert nur das so viele alles was der Häsig so schreibt. Langsam gehen Ihm die Themen von der Banken ab, findet er sich am Blick Niveau im Bundesbern.
    Und wenn, gibt es so was nur bei dem Maurer, oder vielleicht auch bei der Sommaruga, Berset, vormals bei der Leuthard, etc.

    • Über die ex bundesrätig und Scheidungsanwältli Doris Leuthard. Ein Bericht ob der Schmiererei Post Skandal, lohnt es sich ganz sicher einen fetten, konkreten Bericht abzufassen! Sie ist ja da ganz tief im Sumpf verwickelt- das lacdhen schein ihr vergange zu sein…..

      Also Herr Hässig, ab in die Tasten bitte!

      Der Lesende bedankt sich schon jetzt ganz artig bei Ihnen…

    • @ Falkenschweif

      Dein Schweif verschwindet im Blaudunst der Verschwörungsmärchen.
      Was hast du geraucht, dass du zu faul bist, um dich richtig zu informieren??

    • @ martin ordody

      Falls du es noch nicht gemerkt hast: ja, das Banken Gschäft in der Schweiz geht seinem Ende zu. Es verlor dramatisch an Bedeutung. Und es wird noch weiter zurückgehen. Die Arbeit des Investigativ Journalisten Hässig wird sich deshalb auf neue Gebiete ausweiten. Normal. Oder?

  3. Hat der nicht schon mal eine Mietvertragsklage am Hals gehabt, wo er den Mietvertrag geändert haben soll? wirkt ja gerne mal Macht seiner Person auf Behördenorgane ein- denke da nur an seinen Sohn; Autounfall, Drogendelikte etc…

    Zur Person Stefan Flückiger, reicht ein A4 Blatt nicht, was der schon am Hals hatte. Den kennt man sehr wohl- sagt man hinter vorgehaltener Hand!

    • Was haben wir nur für kuriose personen in machtpostionen!? einfach übel!

  4. Es ist fast überall normal, dass man Freunde oder Bekannte, deren berufliche Qualifikation man schätzt, in seine Nähe holt. Das fördert eine reibungslose Zusammenarbeit, man versteht einander, es gibt kaum Missverständnisse. Wichtig ist, wie gesagt, die tadellose Qualifikation für den Job. Sonst riecht die Sache nach Vetterliwirtschaft. Wie die Sache hier steht, kann ich nicht beurteilen.

    • Bei Stoffel ist die Sache eindeutig: keinerlei Qualifikation für diesen wichtigen Job. Ueli Maurers Imagepflege ist auffällig: Lässt linke Chefbeamte an der langen Leine (Gaillard), empfiehlt einen Sozi zur Wahl oder eben dieser Frauenbonus. Früher von den Linken verspottet, heute von denselben geschätzt. Bundesbern korrumpiert jede und jeden. Wers nicht zulässt, wird geschasst.

    • @Mainstreamer U.M.

      Wieso wurdest du entlassen? Probleme mit deinem Ego??? Musst dich nicht schämen deswegen.

  5. nur diejenigen in der unteren liga, werden sofort geschasst, wenn sie fehler machen! die anderen haben topanwälte, oder man kehrt schweigend alles unter den teppich. man muss sich ja schliesslich gegenseitig beschützen!

    • die schweiz wie sie leibhaftig lebt. nicht mehr viel anders als andere schurkenstaaten!

  6. Reisen zu Dritt – mit verbandeltem Paar?
    No problem!
    Mit dem DZ spart der Bund doch die Kosten für ein weiteres Zimmer…;-)
    Logisch: FINANZ-Department!

  7. Ueli Maurer macht es absolut richtig. In Zeiten, in denen die OECD eine Kampagne gestartet hat, um die Besteuerung von international tätigen Unternehmen umzustrukturieren, zu Lasten der jeweiligen Domizil-Ländern wie die Schweiz, müssen Leute mit der Erfahrung und Ausbildung von Stefan Flückiger die Interessen der Schweiz verteidigen. Es geht um bis zu CHF 5 Milliarden, die der Schweiz entgehen könnten. Was soll da eine schnelle Fahrt durch Paris zu tun haben? Lächerlich…

    • „Erfahrung“ und „Ausbildung“? Nun, meinen Sie die Party-Erfahrung unter dem bekanntesten Botschafter in Berlin oder die Fahrausbildung in Paris oder eher die links-lastige Ausbildung und Einstellung des Herren?
      Alles lässt nicht wirklich darauf schliessen, dass es der Schweiz von Vorteil sein wird. Traurig, dass nur noch solche Figuren in Bern Karriere machen.

    • @Liquidator: Mit einer solchen Einstellung, die Sie hier bekunden, kommen Sie auf dem internationalen Parkett nirgends hin.

  8. BR Ueli M. ist es langweilig in Bern. Heim zu Muttern nach Hinwil stinkt ihm natürlich auch. Woran er noch Freude hat, ist möglichst viel und viele zu provozieren: Erst mal alle Potentaten der Welt besuchen, „kei Luscht“ auf die EU-Nachbarn, da soll sich Kollega Cassis die Finger verbrennen. Und halt jetzt noch schnell seinem Nachfolger im Amt möglichst viele Kuckuckseier ins Beamtennest legen. Wenn demnächst der Boris in London die Wahl gewinnen sollte, wird er der erste sein, der gratuliert. Und dann an die Fasnacht mit blonder Perücke.

    • Sollte das Satire sein? Lass ihn in Ruhe. Kä Luscht war nur Klartext, wie man ihn öfter sprechen sollte.

  9. Keine Ueberraschung! Die Verwaltungen wachsen immer noch ungebremst.
    Wieviele Beamte haben wir eigentlich? Statistik fehlt.
    Wo bleibt der Mehrwert, außer täglich mehr Gesetzen und Verordnungen? Nada, nada

    • Klar, dass in der Biosphäre die Statistiken fehlen. Da geht es halt mehr um’s Fühlen und Gschpüren …

  10. Es verwundert nicht, dass Ueli der Knecht sich umgibt mit Diplomaten wie Stoffels. Dass Sie mit Hilfe Ihres Partners jetzt weitere „Abnicker“ ernennt, erstaunt nicht: eine korrupte Kultur. Maurer hat im gleichen Stil ja auch Hunderte Millionen an Steuergeldern verschwendet für vollkommen inkompetente IT Firmen. Er gehört neben Parmelin und Cassis zu den lahmen Enten des Bundesrats.Hier sollte bei den Nachwahlen dringend aufgeräumt werden. LH bleiben Sie dran.

    • was Ueli’s Nachfolge betrifft, so ist Chrischtopf bereits fleissig daran, sein Läckerli zu lancieren. Zuerst: grün mit Hilfe von SVP in den BR, dann quid pro quo.

    • Je länger der Ueli Bundesrat ist desto mehr achte ich ihn. Er macht einen Super-Job. Nach seinem SVP-Präsidium hätte ich nicht erwartet, dass er ein so guter BR wird.

  11. Oje Herr Hässig
    Ziemlich mässig
    Tun sie richten
    Falsch berichten
    In die Pfanne hauen
    Die ganz ganz Schlauen
    Heute wieder mal
    Eher schaal
    Trotzdem machen Sie weiter
    Weil manchmal wird’s sogar heiter

  12. schon lustig, wie unsere „bauern“ im br machen was sie wollen.
    offensichtlich schon lange nicht mehr im eigenen stall gearbeitet
    und müssen ja auch nicht, bei all den subventionen!