UBS kürt 12 Chefs zu Group Managing Directors

Ein Dutzend steigt zu GMDs auf, die für Gleiches viel mehr kassieren als der Rest. Millionen oben, Brosamen unten.

Unter CEO Sergio Ermotti blüht Divide et Impera. Gemeint ist das römische Machtprinzip des Teilens und Herrschens.

Bei der UBS geht das über die Group Managing Directors. Es handelt sich um eine Hierarchiestufe, die es eigentlich nicht braucht und die es bei der CS nicht gibt.

Die UBS aber leistet sich den Luxus. Gerade eben hat sie zwölf neue Spitzenleute zu Group Managing Directors gekürt.

Diese müssen dafür nicht mehr leisten. Auch übernehmen sie keine grössere Abteilung oder sonstige zusätzliche Führungsfunktion.

Sondern die 100 bis 150 GMDs, wie die Leute abgekürzt heissen, machen das genau Gleiche wie zuvor. Einfach zum zwei- bis dreifachen Lohn und Bonus.

Die GMDs trügen eine „höhere Geschäftsverantwortung“, heisst es in UBS-Kreisen.

Effektiv gilt Primus inter Pares. Sie gehören weiter zur Truppe der 2’500 Managing Directors, werden aber ausgezeichnet durch den Status GMD.

Das Gebilde entspricht einem Club, nicht einem offiziellen Gremium. Es gibt keine Sitzungen aller GMDs, keine Entscheidungen, keine Befugnisse.

Sondern vielleicht ein bis zwei jährliche Zusammenkünfte, die einer Schulreise gleichen. Man lässt es sich gemeinsam gutgehen.

Cäsar der UBS (Wikipedia)

Für die Konzernleitung mit CEO Ermotti bedeuten die GMDs eine Sicherung der eigenen Macht. Die mit viel Geld überhäuften Manager bilden ein Bollwerk gegen unten.

Wegen ihres enorm hohen Salärs hinterfragen sie keinen Entscheid der obersten operativen Führung. Was von der Konzernleitung kommt, ist sakrosankt.

Als verlängerter Arm sorgen die GMDs in der fast 70’000 köpfigen UBS-Organisation dafür, dass deren Beschlüsse ohne Murren und Widerstand umgesetzt werden.

Die Züchtigung ist phantastisch. Alle 2’500 Managing Directors haben nur ein Ziel: bei der nächsten Beförderungsrunde selbst zum Group Managing Director aufzusteigen.

Die Bank gleicht einem straff geführten Partei-Apparat. Wer aufmuckt, der macht sich angreifbar.

Ermöglicht wird der Obrigkeitsglaube durch das viele Geld. Wer als GMD bis zu 1,5 Millionen oder mehr im Jahr erhält, lässt Kritik gerne bleiben.

Umgekehrt müssen die Banker unten in der Futterkette den Gürtel enger schnallen. Das zeigt die aktuelle Bonusrunde.

Für viele an der Basis gab es ein paar Tausend Franken Extra – kein Vergleich mit früher, als auch zuunterst, auf Stufe Mitarbeiter, ein Bonus von 10’000 bis 20’000 Franken normal war.

Kommentare

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  1. Der Artikel ist nicht ganz falsch, in der Ära Ermotti gab es ca 50 zusätzliche GMD. Mit dieser Belastung von ca $100m in der Finanzbuchhaltung könnte man dringende Investitionen in der IT vornehmen. Allerdings ist es auch falsch alle GMD in den gleichen Topf zu werfen, da gibt es auch Leistungsträger wie Stefan Arn oder Wiwi Gutmannsbauer. Falsch ist dass es diesen Rang in der CS nicht gibt; dort heisst er MDA (für Senior Adviser), während der normale Managing Director MDR heisst.

  2. Das war schon vor 15 Jahren nicht anders. Der Bonus hing ja nicht in erster Linie von der Leistung, sondern vom Bereich ab in dem man tätig war. Ein Assistent in einem trendy Desk wie Asien oder Russland bekam mehr Bonus als ein gestandener Kundenberater in einem Markt wie Deutschland. Unnötige Vice Chairmen gab es schon damals. Die bewegten sich hauptsächlich zwischen Golfplatz und Oper oder anderen Cüpli Anlässen.
    Andere vergoldete Bereiche waren u.a. das Asset Management. Die hatten einen an englisch sprechenden Chef. Diese verkauften ihren Bereich ohnehin besser als die Schweizer Chefs. Verkauft haben sie das Meiste ohnehin intern und verdienten dabei wesentlich besser als die Kundenberater, welche die Fonds dann dem Kunden verkauften.
    Bei den Kundenberatern verdienten ohnehin immer die gleichen Leute am meisten, nämlich diejenigen, die sich beim Abgang eines Beraters wieder die besten Kunden unter den Nagel rissen. Die neuen Berater erbten dann den Schrott oder die komplizierten und wenig rentablen Kunden mit wenig bis keinem Neugeld Potential.
    Neugeld war ohnehin das alleinige Mantra. Es wurde ja immer wieder teuer eingekauft. Die Berater mutierten in dem System zunehmend zu Söldnern.
    Identifikation mit der Bank war nicht mehr gefragt und die Chefs wechselten so häufig, dass ich mich nicht mehr an alle erinnern kann.
    Also insgesamt „Im Westen nichts Neues“

  3. Eine Bank darf Geld selbst erzeugen und die zu Verleihkosten (Zins) festlegen.

    Stellt man sich nicht komplett dämlich an, dann arbeiten andere mit diesem Geld für die Bank.

    Der Dumme lebt von der Arbeit, der Schlaue lebt von den Dummen!

  4. In der Industrie und im Handel sind solche Löhne und Boni nur ein Traum. Diese Situation hat die Banken träge werden lassen, und zwar von zuoberst nach zuunterst. Dort wird schon gejammert, wenn man mal 15 Minuten länger arbeiten muss, als es deren Arbeitsvertrag vorsieht (ich klammere hier mal die Kundenberater für HNW und UHNW aus). Boni müssen an Produktivität gemessen werden, die Aktienkurse der beiden Grossbanken kennen seit 2007 nur einen Weg, denjenigen nach unten. Hier wäre es schon lange Aufgabe der Versagerräte gewesen, die Kosten dermassen herunterzufahren, dass für den Aktionär wieder Mehrwert geschaffen wird. Die Leidtragenden sind die langfristigen Aktionäre wie die Pensionskassen,die ihre Anlagen notabene von den Asset Managern derselben Banken bewirtschaften lassen. Die Kleinen bezahlen, die Grossen kassieren. Und das Rad dreht sich weiter. Meine Hoffnungen in Ermotti waren gross, sie wurden enttäuscht.

  5. Was soll die Aufregung um die neuen zwölf GMDs?

    Die bisherigen GMDs und v.a. Die Vice Chairmen sind das viel grössere (Kosten/Nutzen)Problem

  6. Äm, wer macht denn die wirkliche Arbeit in der UBS, bei so vielen, völlig überflüssigen Massen an däumchendrehenden Group Managing Directors?

    …ich bestimmt nicht!

  7. Mir tun alle „einfachen“ Angestellten leid, die einen Superjob machen und kundenseitig der „lieben Führung“ wegen angemotzt werden. Nicht verstehen kann ich, dass aktionärsseitig nicht mehr Druck erfolgt…

    • wo ist das Problem, es ist sein Blog und sein Erfolg spricht für ihn.

      Thats it, where is the problem, everyone should understand

    • Ich weiss aus eigener Erfahrung, dass LH jeden Kommentar liest.
      Zum eigenen, aber auch zum Schutz des Kommentators, verzichtet er auch hie und da auf Veröffentlichung von Inhalten, die entweder mit dem Thema nichts zu tun haben, oder aber aus rechtlicher Sicht allzu bedenklich wären, z.B. im Falle von rechtlich relevanten Ehrverletzungen.

      Also Runi, gehen Sie mit sich selbst ins Gericht und fragen Sie sich, warum LH wohl hie und da darauf verzichtet, von Ihnen verfasstes hier zu publizieren.

      LH lebt als ebenso intelligenter wie mutiger Journalist nach dem Prinzip: „Für meine Leser hole ich gerne die Kastanien aus dem Feuer, aufs Schafott aber, lasse ich mich nicht führen.“

      Er hat damit absolut recht.

    • Nö, stimmt nicht, LH macht sich sogar die Mühe, Kraftausdrücke rauszunehmen sowie Passagen, die für ihn in einem Prozess enden könnten. Er hat mich schon mehrfach ‚zensiert‘. Und nachträglich muss ich sagen: Gut zensiert.
      Grosser Aufwand für ihn.

  8. Es gibt langsam zu viele Group Managing Directors, der Titel wird zu gewöhnlich. Die UBS sollte einen neuen übergeordneten Rang einführen wie wäre es mit „Senior Vice Duke and Imperial Majesty of all Banking“ ?

  9. Bei der UBS steht die Pyramide auf dem Kopf unten schmal und oben breit!
    Unnütze Beförderung die nur kosten Sesselfurzer die hohe Gagen beziehen und nichts leisten.
    Einmal mehr ein Armutszeugnis für diese Gilde. Warten wir mal ab was sich Weber und Ermotti gönnen für die nicht erbrachte Leistung.
    Auch bei der UBS sollte man den VR in die Wüste schicken.

  10. LH hören sie doch auf so n en Quatsch zu schreiben von wegen normale MA hätten zw 10000 – 20000 als Boni bekommen. Recherchieren sie bitte korrekt.
    Und wenn es so wäre dann haben sie bedauern wenn diesen gekündigt werden.

    • Da ist wohl jemand von der UBS-Gilde nicht glücklich mit dem Artikel, ein neuer GMD?👎👎

    • Danke für diesen Eintrag! Mir ist fast der Kragen geplatzt wegen LH. Kommt mir langsam vor als würde ich den BLICK lesen. Leider gibt es eine fette Schicht von Leuten die viel zu viel bekommen… aber die grosse Masse bekommt max. 2 – 4‘000 wenn überhaupt… und das bei ca. 60k im Jahr. Immer diese schlechten Recherchen!

  11. Oh Herr Hässig,

    “ Alle 2’500 Managing Directors haben nur ein Ziel: bei der nächsten Beförderungsrunde selbst zum Group Managing Director aufzusteigen.”

    LOL

    Sie haben wirklich keine Ahnung… wird bald Zeit in Pension zu gehen und Investigationsjournalismums an Profis zu überlassen.

    • Werte/r Herr/Frau SMS: Sie klären uns sicher auf! Mit erstklassigem Investigationsjournalismus, natürlich…

      LOL

    • Ich muss da aus eigener (langjähriger) Erfahrung mit diesen MD Herr Hässig recht geben.
      Diese MDs scheren sich einen *** um das eigentliche Business (viele haben sogar erschreckend wenig Banking Wissen). Da gibt es viele sonderbare asoziale Personen in den MD Ränge die nur auf den Moment ihrer Beförderung zum GMD hinarbeiten (koste was es wolle).
      Scheussliche Menschen aus meiner Sicht. Sie erzeugen leider dem Unternehmen ZERO Mehrwert!!!!!

  12. 12 neue „Risk Takers“ 🤣. Was Bitteschön ist den deren „Risk“? Das sind doch normale Angestellte. Wenn’s nicht läuft, suchen sie sich einfach einen neuen Job.

  13. Wer mit der Unternehmensführung nicht einverstanden ist, muss gehen.
    Die UBS-Häuptlinge brauchen keine Indianer mehr – sie haben das Perpetuum mobile erfunden. Herzliche Gratulation!

  14. Einen lieben Gruss an dieser Stelle an all diejenigen, die sich immer noch tagtäglich freiwillig auf diese Erniedrigung und Ausnutzung einlassen. Bitte schön wie aufgetragen ausführen, und dem Chef immer schön zulächeln!

  15. Diese Entwicklung der Saläre führt ins Elend und gibt bald sozialen Unfrieden. Millionensaläre sind Diebstahl und können gar nicht real verdient werden.

  16. Niemand. Das ist ein verrücktes Kastensystem auf Kosten der Basis und kostet tausende von Arbeitsplätze.

  17. Beförderung in der UBS funktioniert nach dem Prinzip der braunen Zunge… Nicht mehr oder weniger…

    Ich kann das aus eigener Erfahrung beurteilen und nein ich habe keine braune Zunge!!

    • Das sind die oberfaulen Ausreden der Loser, die ihre Leistung nicht bringen. Es hat oben wie unten Rohrkrepierer. Die von der unteren Gilde findet man mehrheitlich hier mit ihren neidvollen, indifferenten und sinnlosen Kommentaren.

    • Ist alles was zählt. Ist bei der Allianz genau dasselbe. Weiss ich aus eigener Erfahrung.

    • @Schuld sind immer die Anderen – Die übliche Standartausrede! Der Bart ist schon so alt, kann die überhaupt noch jemand glauben?

      Die Meinung von «Der Doofe aus dem Maschinenraum» ist einfach realer und ungeschönter Bericht aus der Wirtschaft.

    • nicht unbedingt, das Personalkostenproblem löst man indem man einfach wieder ein paar tausend kleine Ameisen entfernt und genau dafür erhalten die schon Fetten dann den Bonus.

  18. Was heisst Brosamen für unten…

    Bankangestellte verdienen auch in subalternen Funktionen immer noch wesentlich mehr als der Rest der Arbeitswelt!

    Das wäre auch mal einen Artikel wert.

    • @ auguste
      Hier der gewünschte Artikel: Sie generieren ja auch vielmehr Values, tragen höhere Verantwortung und persönliches Risiko 😉

    • @Auguste
      Schauen Sie sich doch, wenn Sie die Möglichkeit haben, einmal die Löhne und Boni in der Pharmabranche an. Sie werden nicht mehr aus dem Staunen herauskommen! Seit etlichen Jahren wird im Pharmabereich einiges mehr verdient als in der Bankbranche, dies gilt für die Ebene Mitarbeiter-innen und Kader.

    • So wie LH würde es Ihnen gut anstehen, dass ganze besser zu recherchieren. Ich nehme da mal wallos einen Teamleiter in Operations der kaum die 77k übersteigt… und bitte das sind Fakten. Ich war der Vorgesetzte.

  19. es ist halt wie in der politik, in der hölle oder im vatikan….
    jeder idiot ist durch ein noch dümmeres kalb ersetzbar.
    umso mehr mist diese money ceo’s produzieren umso realistischer wird die bargeld absetzung…. das eine drecksspiel eröffnet das andere.
    die schweiz hat als insel der seeligen allerdings ausgedient,
    das ist so sicher wie der neoössi feuz das trippel holt.

  20. Die Behauptungen, welche hier mal wieder aufgestellt werden, sind ja interessant, aber können sie auch belegt werden? „Die Bank gleicht einem straff geführten Partei-Apparat“… Gibt es dafür Beispiele? Es kann ja durchaus sein, dass eine solche Kultur herrscht, aber bis auf die wiederholte Aussage selbst hier auf IP, habe ich im Gegensatz zur CS noch keine konkreten Hinweise darauf gelesen.

    Auch die Aussage, dass wer mehr verdient, alles hinnimmt, ohne zu hinterfragen, ist eher lachhaft als logisch. In der Kultur meiner Firma kenne ich es eher umgekehrt. Die 2. Führungsstufe hat das engste und direkteste Verhältnis zur 1. Führungsstufe und das sind somit die, welche Entscheide am ehesten offen hinterfragen.

  21. Herr Hässig, ab in den Geschichts- und Lateinunterricht mit Ihnen. Hier haben Sie sich des falschen Sprichworts bedient. In der Tat wird diese Strategie auch angewandt, jedoch in allen Chargen. Es geht darum, dass man die Untergebenen nicht zufriedenstellt wie Sie schreiben, sondern vielmehr, dass man diese gegeneinander aufbringt. Ablenkung. Wie bei den Religionen zum Beispiel. Unten bekriegen lassen, damit man von sich selbst ablenkt und die Pfründe nach Hause bringen kann. Die von ihnen zitierte Strategie ist eher „Panem“ (Hier als Einkommen zu verstehen. Vollstopfen zwecks Machterhalt