Negativzinsen verursachen steigende Hypo-Zinsen – erst Recht zur „Corona-Unzeit“

Früher oder später musste es zu einer Zinsumkehr kommen. Wie sonst sollten die Geschäftsbanken genug verdienen?

„Ich glaube, dass einige Kommentatoren die Strenge der eingeführten Massnahmen (Einführung der Negativzinsen, Anmerkung des Autors) noch nicht ganz begriffen haben (…).“

„Sollten die Massnahmen nicht den gewünschten Erfolg zeigen, liessen sie sich auch verschärfen (…).“ Und: „Wir werden den Mindestkurs weiterhin mit aller Konsequenz durchzusetzen.“

Das waren die Worte von SNB-Chef Thomas Jordan bei der Einführung der Negativzinsen, kurz vor der Abschaffung des Mindestkurses.

Was haben diese Negativzinsen bisher bewirkt?

Trotz ihrer Einführung vor über fünf Jahren konnten sie die Erstarkung des Frankens nicht verhindern. Kurz nach Ihrer Einführung durchbrach der Euro gegen Franken den von der SNB angeblich durchsetzbaren Mindestkurs von 1.20 und näherte sich unaufhaltsam der Schallmauer von eins zu eins.

Damals jubilierten namhafte Parlamentarier alle Couleur, die Negativzinsen hätten tiefere Hypothekarzinsen zur Folge. Bereits im Januar 2015 schrieb ich hier:

„Müssen die Banken der SNB Strafzinsen bezahlen, so verringert sich die Zinsmarge der Banken. Und um diese auszugleichen, müssen die Banken ihre Zinsen auf Hypotheken nicht senken, sondern im Gegenteil anheben.“

Bisher konnten die Banken ihre Zinskosten bei der SNB ausgleichen durch höhere Kommissionen und Gebühren ihrer Kunden. Aber solche Massnahmen sind früher oder später ausgereizt, und es ist nicht vermeidbar, dass die Banken anderweitig versuchen, ihre Margen aufrecht zu erhalten.

Negativzinsen der Zentralbanken führen also keineswegs zu fallenden Hypothekarzinsen. Warum nicht? Der Grund liegt darin, dass die SNB den Schweizerbanken keineswegs Kredit zu negativen Zinsen gewährt.

Im Gegenteil: Die Banken gewähren umgekehrt der SNB Kredite, auf denen sie der SNB noch Zinsen bezahlen müssen. Warum tun sie das? Die Banken tun das, weil die SNB ihnen günstige Franken gegen teure Euros verkauft.

Die Banken rechnen damit, dass der Franken steigt beziehungsweise der Euro fällt und sie die Euros billig wieder zurückkaufen können. Sie hoffen also auf Devisenkursgewinne, welche ihre Negativzinsen bei weitem wieder wettmachen werden.

Sie erhoffen sich ein Geschäft zulasten der SNB, zulasten der Schweizer Steuerzahler.

Wenn nun die SNB zusätzlich (flankierend) den Franken schwächt, so treten die erhofften Devisengewinne der Banken aber nicht ein, und sie müssen anderweitig versuchen, Gewinne zu erwirtschaften.

Was tun? Hypozinsen senken? Bestimmt nicht. Logischerweise müssen sie die Zinsen, welche sie von den Kunden für deren Hypothekarkredite verlangen nicht senken, sondern im Gegenteil anheben. Nur so können sie ihre Zinsmarge verbessern.

Die langen Gesichter von Herrn und Frau Schweizer aufgrund der Tatsache, dass jetzt – zur „Corona-Unzeit“ – die Hypothekarzinsen nicht fallen, sondern im Gegenteil steigen, sind unbegründet.

Wenn die Notenbanker behaupten, sie würden mit den Negativzinsen die Wirtschaft ankurbeln, so ist das einfach eine weitere „Ente“ der SNB, die nicht ernst zu nehmen ist. Das Gegenteil ist wahr.

Fallende Minuszinsen auf der Passivseite der Zentralbank-Bilanz haben denselben Effekt wie steigende Zinsen auf der Aktivseite der Zentralbank-Bilanz. Das heisst, die Hypozinsen steigen.

Und nun sind wir wieder bei der Bilanz der Zentralbank.

Es gab oft anonyme Kommentatoren hier zu meinen früheren Artikeln, welche mich als „Buchhalter“ – „Buchhalter Nötzli“ – abtaten. Diese Kommentatoren verteidigten immer wieder auf diese Weise die abstruse Geldpolitik unserer Nationalbank.

Zuerst. Ich bin nicht Buchhalter, sondern Volkswirtschaftler. Aber Volkswirtschaftslehre ist heutzutage eine dermassen liederliche, widersprüchliche und zerstrittene Wissenschaft und mit so vielen Irrlehren durchsetzt, dass man nicht umhinkommt, die exakten Aussagen der Buchhaltung beizuziehen.

Wenn jemand behauptet, in der Mathematik sei die Unterscheidung von „Plus“ oder „Minus“ bei einer Zahl unerheblich, so wird eine mathematische Diskussion unmöglich.

Genauso in der Wirtschaftswissenschaft: Links und rechts der Bilanz ist nichts anderes als die visuelle Unterscheidung zwischen Plus und Minus.

Links, genannt „Aktivseite“, wird fein säuberlich und übersichtlich aufgelistet, wie sich das Vermögen des Unternehmens zusammensetzt. Und die rechte Seite der Bilanz listet fein säuberlich auf, gegenüber wem das Unternehmen Schulden hat. Der Rest gehört dem Eigentümer.

Wenn wir also von „Zinssenkungen“ bei den Zentralbanken sprechen, so müssen wir ganz genau unterscheiden: Ist von den Zinsen die Rede, zu denen die Zentralbanken Kredite gewähren (Aktivzinsen) oder von jenen Zinsen, zu welchen die Zentralbanken Kredite aufnehmen (Passivzinsen)?

Wie gesagt: Die Volkswirtschaft ist eine äusserst liederliche Wissenschaft, welche nicht unterscheidet zwischen Aktiv- und Passivzinsen, zwischen Vermögens- und Schuldzinsen der Zentralbanken. Es wird bei den sogenannten „Leitzinsen“ nicht einmal unterschieden zwischen Vermögens- und Schuldzinsen der Zentralbank.

Diese Vernachlässigung ist fatal.

Jahrzehntelang waren der sogenannte „Diskontsatz“ und der „Lombardsatz“ (bis ins Jahr 2000) die Leitzinsen der SNB und anschliessend der sogenannte „3-Monats-Euro-Libor“. Von diesen Leitzinsen gewährte die SNB aber keinen einzigen müden Rappen Kredit an die Schweizer Wirtschaft. Das waren „Phantom-Leitzinsen“.

Seit Einführung des Minuszinssatzes stellt nur dieser Minuszins, den die Banken der SNB auf ihren Guthaben zu bezahlen haben, den Leitzins der SNB dar.

Die SNB hat also aus dem „aktiven“ Leitzins einen „passiven“ Leitzins gemacht, ohne zu bemerken oder zu kommunizieren, dass diese beiden Zinsen umgekehrte Auswirkungen auf die Volkswirtschaft haben:

Fallende Passivzinsen (Negativzinsen) haben denselben Effekt auf die Volkswirtschaft wie steigende Aktivzinsen. Deshalb führen die Minuszinsen der SNB nicht zu tieferen, sondern zu höheren Hypothekarzinsen.

Die „Corona-Krise“ bewirkt nun, dass der Franken noch stärker wird und die SNB „wie wild“ Euros kauft. Das wird nicht mehr lange gut gehen. Die SNB wird die gekauften Euros nie mehr los werden. Würde sie diese verkaufen, so fiele der Euro erst recht.

Unglaublich, die Blindheit unserer Nationalbank.

Seit Beginn der „Corona-Krise“ dürfte die SNB bereits einige Dutzend Milliarden Volksvermögen an den weltweiten Aktien-, Devisen- und Zinsmärkten verloren haben – Geld, das wir nun in der Schweiz selber gut gebrauchen könnten.

Ein stattlicher Teil des Eigenkapitals der SNB (Eigentum der Schweizerinnen und Schweizer) wurde dadurch unnötig zunichte gemacht und im Ausland verspielt. Um sich vor negativem Eigenkapital zu schützen, wird die SNB ihre Passivzinsen noch mehr in den negativen Bereich drücken (siehe Aussage Jordans zu Beginn dieses Beitrags).

Die Geldpolitik der SNB mit ihren Negativzinsen führt also nicht zu fallenden Hypothekarzinsen, sondern zu steigenden Hypothekarzinsen – trotz gegenteiliger Behauptung unserer Nationalbank. Vor diesem Hintergrund ist der markante Anstieg der Hypothekarzinsen seit Ausbruch der Corona-Krise zu verstehen.

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Kommentare

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  1. Marc Meyer hat sich von seiner Kritik verabschiedet. Er hat aufgegeben. Die SNB hat in den letzten Tagen kräftige Gewinne mit seinen Aktieninvestmenst eingefahren.

  2. Muss klar an Top:

    Echter Volkswirt
    9. April 2020 / 12:59

    Zunächst einmal: Den „Möchtegern“ können wir uns schenken. Ich hab Sie nicht persönlich angegriffen – inhaltlich aber kritisiert. Bitte wahren Sie eine gebührende Form des Anstands. Ansonsten können wir die fachliche Diskussion auch beenden.

    Und nun zu Ihren Aussagen:

    1) Zusammenhang Aktiv-/Passivzinsen und Hypothek:
    Sie haben nun die zwei Aussagen voneinander getrennt: „Ich argumentiere: Eine Absenkung der Passivzinsen in den Minusbereich hat denselben Effekt wie steigende Aktivzinsen der SNB“ + „Deshalb führen die Minuszinsen der SNB nicht zu tieferen, sondern zu höheren Hypothekarzinsen.“ (Haupttext) Bezüglich der zweiten Aussage habe ich Ihnen unter einer stark simplifizierenden Betrachtungsweise Recht gegeben, aber nur längstensfalls mittelfrist, gemessen ab dem Zeitpunkt der Einführung des Negativzinses (siehe auch Punkt 3 unten). Bezüglich Ihrer in der ersten Aussage enthaltenen Hypothese widerspreche ich Ihnen jedoch. Grundsätzlich setzt eine Zentralbank ein Zinsband; zum tieferen Zins des Zinsbandes (absolut betrachtet näher am Nullpunkt) nimmt Sie Geld auf (Passivseite), zum höheren Zins des Zinsbandes (absolut betrachtet weiter vom Nullpunkt) leiht Sie es aus (Aktivseite). Sie stellen hier also die Hypothese auf, dass das Vorzeichen keine Rolle spielt und eine weitere Distanzierung vom Nullpunkt per definition eine monetäre Kontraktion darstellt. Die realökonomische Evidenz spricht bis dato eine andere Sprache. ABER, Und das habe ich auch klar geschrieben: Die aktuelle Situation führt m.E. zu einer Fehlallokation zugunsten von Finanzgütern, für die es ein Korrektiv braucht. Interessant wäre im Übrigen die Frage, wie sich ein Szenario auswirken würden, bei dem Leitzins, Interbank Lending und Reserve Requirements (zum Negativzins) vom Rest abgekoppelt werden (mit einer positivien Verzinsung); allenfalls mit zwei Leitzinsen seitens der Zentralbank.

    2) Eigenkapital der SNB:
    Sie schreiben: „Dass das Eigenkapital der SNB zu einem grossen Problem werden kann schreibe ich hier schon bald seit 8 Jahren. Dass Sie mir hier nun endlich Recht geben freut mich.“ Ich gebe Ihnen so nicht uneingeschränkt Recht, auch wenn ein solches Szenario theoretisch existiert, weil eine Zentralbank theoretisch unbeschränkt Geld schaffen kann (was nicht heisst, dass sie das auch sollte), Inflation > Zinsniveau die Schuldenlast über die Zeit abbaut und/oder die Bilanz restrukturiert werden kann. Entsprechend habe ich klar gesagt, dass dies nicht meine prioritären Bedenken sind, sondern die vorgenannte Fehlallokation und die gesellschaftlichen Konsequenzen. Dass ein Szenario theoretisch exisitiert bedeutet nicht, dass es Gegenstand der unmittelbaren Diskussion sein muss; es gibt dringlichere Themen.

    3) IRS:
    Sie schreiben: „Auch da muss man unterscheiden zwischen Schuldner- und Gläubigerposition. Nicht wahr?“ Richtig, insofern Sie auf den Payer / Receiver des Festzinssatzes abzielen. Essentiell ist im Zusammenhang mit Ihrer ursprünglichen Aussage über die Hypothekarzinsen, a) über welchen Kanal die Refinanzierung seitens der kreditausgebenden Geschäftsbank erfolgt (und zu welcher Fristigkeit und welchem Zinssatz), b) wie das Zinsrisiko seitens dieser kreditausgebenden Geschäftsbank über die Zeit abgesichert ist, c) wo der Referenzzinssatz absolut betrachtet liegt, und d) wie er sich über die Zeit entwickelt. In Ihrem ursprünglichen Text ignorieren Sie die ersten zwei Punkte vollständig, was ich kritisiert habe, weil es ein falsches Bild vermittelt.

  3. Meine Herren, Ihre diskusion wer richtig oder falsch ist,ist nicht relevant. Der Zinsatz seit der Einführung der negativen
    Zinsen hat die Zinssätze der Hypotheken ebenfalls reduziert und nicht erhöht. Damit zeigt immer der Markt die richtung an,ob sie nun anderer Meinung sind oder nicht.

  4. In eigener Sache:

    Sehr verehrte Leserinnen und Leser

    Gerne möchte ich mich hier aus der Diskussion verabschieden.

    In Zukunft werde ich 1 bis max. 2 Tage noch Kommentare beantworten.

    Warum tue ich das?

    Der Grund ist folgender:

    Imner nach ca. 2 Tagen, wenn der grösste Teil der Leserschaft vorbei ist, kommen hier die anonymen SNB-Trolle.

    Diese wollen mit mir eine Schlammschlacht anzetteln, mit persönlichen Beleidigungen.

    Ich habe keine Zeit und keine Lust dazu und habe das nicht nötig.

    Es ist schon klar: Die SNB kommt immer tiefer in den Sumpf. Die Lösung wäre aber eine klare Analyse – nicht eine Schlammschlacht.

    Ich möchte meinen Kopf für Wichtigeres freihalten insbesondere in dieser Osterzeit.

    In diesem Sinne danke ich für’s mitdiskutieren und wünsche der Leserschaft frohe Ostern.

    Marc Meyer

  5. @Klaus Marte

    Von Herrn Meyer können Sie keine vernünftige Antwort erwarten, da er den Mechanismus der Mindestreserven nicht verstehen will.
    Auf Ihre Frage, ob die Banken für sämtliche Guthaben der Kunden Negativzinsen an die SNB zahlen müssen oder nur für denjenigen Teil, der nicht als Kredit ausgegeben wurde, erhalten Sie als Antwort von Herrn Meyer lediglich, dass die SNB nicht unbeschränkt Schweizerfranken emittieren könne.

    Die Situation sieht wie folgt aus:
    Der Negativzins wird auf Girokontoguthaben erhoben, die auf Schweizerfranken lauten. Bund und der Ausgleichsfonds AHV/IV/EO sind ausgenommen.
    Für mindestreservepflichtige Girokontoinhaber (inländische Banken) gibt es effektiv einen Freibetrag, der aus einer Basiskomponente abzüglich einer Bargeldkomponente besteht, aber mindestens 10 Mio Schweizerfranken beträgt.
    Für die Berechnung der Mindestreserveerfordernisse sind nicht die Kreditpositionen, sondern die kurzfristigen (bis drei Monate) Kundeneinlagen (Verbindlichkeiten der Bank ggü Kunden) in Schweizerfranken massgebend. Die Basiskomponente ergibt sich aus dem laufenden Durchschnitt der Mindestreserveerfordernisse der letzten 36 Unterlegungsperioden multipliziert mit einem Freibetragsfaktor. Davon wird die Bargeldhaltung der letzten Unterlegungsperiode abgezogen. Das ergibt den Freibetrag.

    Mit den Freigrenzen werden die Belastungen der Banken etwas gemindert und man sollte nicht vergessen, dass Institutionelle auf Ihren hohen liquididen Bankguthaben (> 5 Mio) heute einen Negativzins von minus 2.8 Prozent oder mehr bezahlen.

    Schlüsselfaktor sind also die Kundeneinlagen (Private und Institutionelle). Diese halten nun mal soviel an liquiden Mitteln auf ihren Bankkonten und die Nationalbank investiert im Prinzip als deren Stellvertreter im Ausland. Grundsätzlich kann die Nationalbank uneingeschränkt Schweizer Franken emittieren (auf Girokonti gutschreiben) solange eine Nachfrage besteht.

    Beste Grüsse

    • @Roman Günter

      Bitte verdrehen Sie meine Aussagen nicht:

      Ich habe geschrieben 4 Prozent der kurzfristigen Einlagen der Kunden bei den Banken.

      Es bleibt dabei: Die SNB hat nur das Recht, 4 Prozent als Mindestreserve einzufordern. Das heisst, die SNB kann die Geldmenge von Gesetzes wegen nur um 4 Prozent der kurzfristigen Einlagen der Kunden bei den Banken einfordern bzw. erhöhen.

      Die restliche Notenbankgeldmenge erhöht sie, indem sie den Franken verschleudert gegen überbezahlte Euros.

      Ihre Behauptung, die SNB würde anstelle der Banken im Ausland investieren ist absurd. Das Gegenteil trifft zu: Die SNB geht mit den Banken ein hochriskantes Devisengeschäft auf Pump ein: die Banken wollen in der Schweiz innvestieten, deshalb kaufen sie Franken gegen Euros.

      Bitte überlegen Sie etwas, bevor sie hier die falschen Behauptungen der SNB breitschlagen.

      Danke

      Marc Meyer

    • @Roman Günter

      Ok, danke!

      Wie kommt ein Minuszins von 2.8 % nun zustande?

      Habe ich es richtig verstanden, dass die hohen Sichteinlagen von der SNB „provoziert“ warden, da EUR und USD benötigt werden und sozusagen gleichzeitig die Basis für den Negativzins erhöht wird.

      Wie unten berechnet müssten ja im Durchschnitt ca. 266 Mia dem Negativzins unterliegen.

  6. Nur ist die heutige Zeit bei allem was Finanzwirtschaft betrifft Hokuspokus oder grad reines Casino. Wir haben keinen capitalsim, wir haben financialism. Den Milton Friedman Jünger Ronald Reagan und Margaret Thatcher sei Dank. Das ist das ganz grosse Problem. Jene, die freie Marktwirtschaft predigen, nehmen gerne Steuerzahler-Haftung in Anspruch. Das alles Wissen Sie auch. Sie sind viel zu seriös und kompetent für die heutige Finance Welt. Ob nun National Banken, aufgeblasene oder grad direkt manipulierte Aktienkurse, Hypozinsen (wieso dürfen die Banken in Zeiten von negativ Zinsen überhaupt noch Hypozinsen verlangen? Nur so als Denkanstoss).

    Giralgeld – Luftgeld. Wieso ist dieser unseriöse Wahnsinn und Schweinerei auf breiter Ebene nichts Anstössiges und verpöntes? Und, auf welche Seite der Bilanz gehört das schon wieder Herr Meyer? Millionen Saläre trotz sinkenden Aktienkursen, Veräusserung von Tafelsilber oder gleich grad Konkursen. Stichwort: UBS – Ospel / Swiss Re – Warren Buffet (wer wohl hat eigentlich zum Schluss seine Riesengewinne bezahlt?). Wieso mussten bei der CS Wellauer und Mühlemann notfallmässig entfernt werden und Grübel aus der Frühpension reaktiviert werden?

    Die 2. Säule als Ganzes. Wer weiss eigentlich noch nicht das die 2. Säule schon längst gescheitert ist? Sich wenige Leute in den richtigen Netzwerken hemmungslos bedienen wie die Maden im Speck. Auf Kosten aller Versicherten und der Allgemeinheit. Wieso ist der Sekundenhandel erlaubt, wo die Namen oder Branchen der Firmen oder Staaten für oder gegen (!) die man wettet die Computer gar nicht interessiert? Jetzt mit Corona haben sich sicher einige dumm und dämlich verdient. War es nicht die EU die die Spekulanten davor explizit warnte, jetzt gegen Italien zu wetten. Es wäre das Ende der EU gewesen.

    Würde es eines Tages eine Zinsumkeher geben, würde der heutige Kapitalismus schneller implodieren als es der russische Kommunismus (zurecht) 1989 tat. Das Ganze System läuft ja nur noch (total unseriös) mit Schulden und noch mehr Schulden machen. Von daher frage ich mich schon seit Jahren ob die Nationalbanken überhaupt eine andere Möglichkeit haben als das mörderische Spiel mitzuspielen.

    Solange die unterwanderte Politik die schützende Hand über die Financebranche hält passiert gar nichts. Alleine McKinsey zieht eine Blutspur der Verwüstung durch die Schweizer Wirtschaft. Quasi eine 5. Kolonne zur Zerstörung. Es ist doch in der Tat erstaunlich, dass die HSG St.Gallen nicht schon längst ein Schwerpunkts Thema in der Schweizer Politik geworden ist. Auch in den Medien scheint diese HSG in ihrer desolaten Negativspirale noch immer unter dem Radar zu stehen.

  7. Lieber Herr Meyer

    Einstein wusste, dass man Probleme niemals mit derselben Denkweise lösen kann, durch die sie entstanden sind. Problemebene kann nie die Lösungsebene sein. Watzlawick wusste, wenn das, was du tust, dich nicht weiterbringt, dann tu etwas völlig anderes, statt mehr vom gleichen Falschen. Immer mehr vom selben kann keine anderen Ergebnisse bringen.

    Dies gilt m.E. in allen Bereichen des Lebens und erst Recht für die Geldpolitik der SNB.

    Besten Dank für Ihren klärenden Artikel und bleiben Sie gesund, weiterhin kritisch und wach.

    Freundliche Grüsse Rico Meier

  8. Die Wirkung der Geldpumpe tendiert gegen Null.
    (Die berümte Konjunkturkurbel.)
    Den Banken brechen die Einnahmen weg, die
    suchen jetzt dafür Ersatz.Höhere Hypothekarzinsen
    scheinen der letzte Strohalm zu sein.
    Jene die das nicht mehr stemmen können???
    Corona killt bei vielen das Einkommen, die Einnahmen.
    Tja das Drame scheint nimmt seinen Lauf.
    Es drohen Innsolvenzen,Es geht an den
    Basis-,,Kapitalanker,, des Systems Schweiz.
    Die horrende Hypothekarverschuldung.
    Der Imoblase droht das platzen.
    Noch hat die SNB Buchreserven wie lange
    die das GESAMTSYSTEM stützen kann offen.
    Die Buchreserven wollten doch vor nicht
    soooo langer Zeit???
    Auch noch in die Geld-Blase drücken.

  9. Herr Dr. Meyer

    Was ich noch nicht verstehe ist, ob

    a) die Bank für sämtliche Guthaben der Kunden Negativzinsen an die SNB zahlen müssen oder

    b) nur für denjenigen Teil, der nicht als Kredit ausgegeben wurde?

    In letzterem Fall, wäre die Situation für die Bank nicht so dramatisch.

    • Sehr geehrter Herr Marte

      Gemäss Nationalbankgesetz darf die SNB von den Banken nicht mehr Mindestreserven einfordern als 4 Prozent der kurzfristigen Einlagen der Kunden bei den Banken.

      Bereits aus dieser Bestimmung geht hervor, dass die SNB nicht „unbeschränkt“ Geld drucken kann.

      Lassen Sie mich das ein bisschen genauer ausführen:

      Die Mindestreseeven der Banken bestehen also aus drn Guthaben der Banken bei dee SNB.

      Das Notenbankgeld besteht auch aus den Guthaben der Banken bei der SNB.

      Mindestreserven, Girohuthaben bzw. Guthaben und Notenbankgeld sind ein und dasselbe.

      Wenn also eine Geschäftsbank z.B. Kundeneinlagen von 100 Mio besitzt, so kann die SNB diese Bank nur zu 4 Mio Mindestesterven bzw. Guthaben bei derxSNB verpflichten.

      Beteits daraus ist ersichtlich, dass die SNB nicht unbeschränkt Geld drucken kann. Sie kann die Banken nur zu 4 Prozent Mindestreserven verpflichten.

      Was die SNB aber kann, ist, den Banken Franken gegen Euros so günstig unter Marktwert anzubieten, dass diese bereit sind, der SNB Euros über Marktpteis gegen Franken unter Marktpreis zu verkaufen.

      Da die SNB nicht über genügend Vermögen verfügt, um denen die teuren Euros abzukaufen, kauft sie diese von den Banken mit Kredit.

      D.h. die Banken besitzen jetzt Guthaben bei der SNB. Oder anders formuliert:

      Die Notenbankgeldmenge steigt bzw. die Guthaben der Banken bei der SNB steigen bzw. die Mindestreserven der Banken bei der SNB steigen.

      Oder noch genauer ausgedrückt: Die Guthaben der Banken bei der SNB steigen jetzt viel höher an, als diese gemäss Mindestrservesatz von 4 Prozent sein müssten.

      Zu unserem Beispiel: wenn die Bank 4 Mio Mindestreserven bei der SNB halten müsste und insgesamt 80 Mio hält, so sind ihre Mindestreserven 20x zu hoch.

      Heutzutage sind die Mindestreserven der Banken durchschnittlich über 30x höher als gefordert.

      Die SNB verlangte bisher Negativzinsen auf jenen Beträgen, welche das 25fache der geforderten Mindestreserve überstiegen. Dies hat sie jetzt auf das 20fache reduziert.

      Die SNB betreibt also ein Doppelspiel: Sie erhöht die Guthaben der Banken, indem sie diese ködert mit billigen Franken gegen teure Euros.

      Ungekehrt belastet sie dann die Guthaben dee Banken bei der SNB mit Negativzinsen.

      Dabei behauptet sie, dass die Negativzinsen die Wirtschaft snkurbelt.

      Dss Gegenteil ist richtig, weil die Negativzinsen ungekehrt die Wirtschaft belasten, was zu höheren Hypozinsen führt.

      Sirry für mögliche Tippfehler, da auf Handy geschrieben.

      MfG

      Marc Meyer

    • Sehr geehrter Herr Dr. Meyer

      Ok, aber alles habe ich noch nicht begriffen.

      4% der Kundeneinlagen * 20 = 80% der Kundeneinlagen.

      4% der Kundeneinlagen * 30 = 120% der Kundeneinlagen.

      Differenz = 40% der Kundeneinlagen.

      Minuszins 0.75 %, Einnahmen SNB durch Minuszins ca. 2 Mia, daraus berechnet ergibt 266 Mia, welches 40% der Kundeneinlagen entsprechen sollte.

      Hypothekarvolumen CH = 1 Billion

      Also wird 1/4 des Hypothekarvolumens mit Negativzinsen bestraft.

    • Sehr geehrter Herr Marte

      Die Berechnung der Mindestreserven basiert nicht auf den Hypotheken der Kunden bei den Banken, sondern auf den kurzfristigen Einlagen der Kunden bei den Banken.

      Letztere gehören zur Geldmenge – nicht die Hypotheken.

      Die Hypotheken sind Bankaktiven.

      Freundloche Grüsse

      Marc Meyer

    • Sehr geehrter Herr Dr. Meyer

      Es ging mir darum eine finanzielle Relation von Negativzinsen zum Hypothekarvolumen herzustellen.

      Um die Negativzinsen auszugleichen, müssten die Hypothekarzinsen um 1/4 von minus 0.75 steigen.

  10. Herr Meyer

    Ich schlage vor, Sie lesen sich mal in’s Thema Interest-Rate Swaps ein, damit Sie den Sachverhalt der steigenden Hypothekarzinsen besser verstehen. Ihre obigen Ausführungen in Relation zu den Währungsreserven der SNB sind non-sense.

    Dasselbe gilt auch in Bezug auf Ihre Aussage, dass negative Zinsen nicht die Wirtschaft ankurbeln, auch wenn es hier zugegebenermassen unterschiedliche „Denkschulen“ gibt im Zusammenhang mit monetärer Expansion. Dies über den Hypothekarzins beurteilen zu wollen, ist aber auf jeden Fall Unsinn.

    Grundsätzlich finde ich es gut, wenn man diese Sachverhalte näherbingen will. Man sollte vor lauter Trivialisierung einfach aufpassen, dass man noch einigermassen korrekte Aussagen dabei macht. Das ist im vorliegenden Artikel leider nicht der Fall.

    • Das passt: Der „echte Volkswirt“, wie er sich nennt, hat keine fachlichen Argumente.

    • Um beim Fachlichen zu bleiben;

      Eine Senkung der Passivzinsen einer Zentralbank (Minuszinsen) hat denselben Effekt wie eine Anhebung der Aktivzinsen.

      Gehen Sie auf dieses Argument ein oder lassen Sie es bleiben.

    • Fachliche Argumente:

      Ihre Indizienführung über den Hypothekarpreis ignoriert gesamtwirtschaftliche Zusammenhänge vollständig, und erklärt auch die Kreditrefinanzierung seitens der Geschäftsbanken überaus unsauber. Wenn das Ihnen für eine Beurteilung der SNB reicht, à la bonheur.

      Eine inhaltlich korrekte(re) – zumindest aber objektivere – Beurteilung der SNB mit Hinblick auf Ihren Kernauftrag würde m.E. einiges mehr verlangen. Beispiel: Man müsste zwischen Konsum- und Investitionsgütern unterscheiden, und entsprechend auch, ob und wie die geschaffene Geldmenge in das eine oder andere fliesst. Dabei müsste man hinsichtlich Letzterem auch zwischen Real- und Finanzinvestitionen unterscheiden, mit den jeweiligen Auswirkungen beispielsweise auf Beschäftigung und Inflation. Auch gehörte dazu eine Diskussion der externe Kapitalzu-/abflüsse, wiederum mit Auswirkung auf die jeweiligen Aggregate, und folglich in Kombination mit der Umlaufgeschwindigkeit des Geldes. Dazu gehörte auch eine Diskussion der Auswirkung auf den CHF-Wechselkurs, wiederum in Zusammenhang mit Nettoexport. Und. Und. Und. Über diesen Leist könnte man objektiver beurteilen, ob die SNB ihren Kernauftrag (Preisstabilität) bisher korrekt erfüllt hat, und zu welchem Preis. Auch könnte man darüber diskutieren, ob dieser Kernauftrag als solches korrekt formuliert und abgegrenzt ist. Das wäre m.E. schon in sich eine ziemlich interessante Diskussion unter Ökonomen; schon alleine aufgrund dessen, was als Messgrössen jeweils dafür hinzugezogen werden. Im Grundsatz gilt jedoch eines: Sinkende Zinsen infolge monetärer Expansion führen unmittelbar zu einer wirtschaftlichen Stimulation, solange das Geld in den Wirtschaftskreislauf gelangt. Grundsätzlich tut es das, wenn auch der Mittelfluss in „Finanzgüter“ (inkl. Immobilien) besorgniserregend hoch ist – und damit die zugrundeliegende Idee ad absurdum führt. Meines Erachtens braucht es hier ein Korrektiv seitens der Politik.

      Bezüglich Ihrer Kernthese: „Fallende Minuszinsen auf der Passivseite der Zentralbank-Bilanz haben denselben Effekt wie steigende Zinsen auf der Aktivseite der Zentralbank-Bilanz. Das heisst, die Hypozinsen steigen.“ Losgelöst von vorgenannter Kritik ist das sehr sehr grob betrachtet für eine bestimmte Zeit aufgrund der Funktion des „Leitzinses“ nicht wirklich fundamental falsch. ABER: Die Ausleihungen an Geschäftsbanken und die Einlagen von Geschäftsbanken unterscheiden sich stark bezüglich Fristigkeit und Grössenordnung; Banken refinanzieren Kredite im Wesentlichen schlicht nicht über die SNB, und nicht am kurzen Ende (abhängig von deren Laufzeit / Refinanzierungslaufzeit). Im Übrigen müssten man also auch die Zinsabsicherung seitens der Geschäftsbanken genauer anschauen, so dass der von Ihnen postulierte Zusammenhang längstensfalls mittelfrist richtig ist (gemessen ab dem Zeitpunkt der Einführung des Negativzinses). Entsprechend wird m.E. schlussendlich also exakt das Gegenteil passieren: Wir werden negativ-verzinste Hypotheken sehen (mit unbekanntem Ausgang für das bisher bekannte Kapitalallokations- und Finanzsystem). Nota bene: Jyske war die erste Bank weltweit, welche im letzten September bereits ebensolche negativ-verzinsten Hypotheken in Dänemark lanciert hat.

      Wo ich aber 100% bei Ihnen bin: Das Geld der SNB fliesst in einem besorgniserregend Ausmasse in Anlagepositionen (insbesondere Devisen). Die akademische Diskussion dazu ist breit und kontrovers. Besorgniserregend ist dabei m.E. aber weniger die Eigenkapitalsituation der SNB, als viel mehr die geschaffenen Abhängigkeit vom EUR/USD Raum (nicht nur wirtschaftlich), sowie inbesondere die Kombination einer Finanzgüterinflation mit einer fortschreitenden Konsumentendeflationierung (mitsamt der fortschreitenden Umverteilung von unten nach oben). Der gesellschaftliche Sprengstoff liegt m.E. mittel- bis langfristig vor allem in Letzterem.

      Es wäre aber zu kurz gegriffen, die SNB alleine dafür verantwortlich zu machen. Schlussendlich ist sie eingebunden in ein internationales Finanzsystem. Auch wenn dieses massive Risse aufweist, kann sich die SNB also nicht ganz so einfach davon lossagen.

      Zusammenfassend: Meine Kritik, im Gegensatz zu anderen hier, richtet sich NICHT auf Ihren Rückschluss (der in sich selbstverständlich debatierbar ist, wie auch meiner), wohl aber auf die Argumentationskette. Diese ist, mit Verlaub, leider nicht besonders gut konstruiert.

    • @“echter.. “

      Die SNB behauptet, mit ihren Negativzinsen würde sie das gesamtwirtschaftliche Zinsniveau senken.

      Ich argumentiere: Eine Absenkung der Passivzinsen in den Minusbereich hat denselben Effekt wie steigende Aktivzinsen der SNB.

      Das finden Sie nirgends in der Literatur.

      Ich habe auch nicht behauptet, die Minuszinsen der SNB seien der einzige Grund für die steigenden Hypozinsen.

      Dass das Eigenkapital der SNB zu einem grossen Problem werden kann schreibe ich hier schon bald seit 8 Jahren. Dass Sie mir hier nun endlich Recht geben freut mich.

      Die SNB kann dann nicht einfach Banknoten drucken und so des Eigenkapital wieder aufstocken, wie die SNB behauptet.

      Kurz: Die SNB verwechselt endlos Aktiven und Passiven.

      MfG

      Marc Meyer

    • @“echter Möchtegern…“

      Sie schreiben von „interest rate swaps“..

      Auch da muss man unterscheiden zwischen Schuldner- und Gläubigerposition.

      Nicht wahr?

      MfG

    • Zunächst einmal: Den „Möchtegern“ können wir uns schenken. Ich hab Sie nicht persönlich angegriffen – inhaltlich aber kritisiert. Bitte wahren Sie eine gebührende Form des Anstands. Ansonsten können wir die fachliche Diskussion auch beenden.

      Und nun zu Ihren Aussagen:

      1) Zusammenhang Aktiv-/Passivzinsen und Hypothek:
      Sie haben nun die zwei Aussagen voneinander getrennt: „Ich argumentiere: Eine Absenkung der Passivzinsen in den Minusbereich hat denselben Effekt wie steigende Aktivzinsen der SNB“ + „Deshalb führen die Minuszinsen der SNB nicht zu tieferen, sondern zu höheren Hypothekarzinsen.“ (Haupttext) Bezüglich der zweiten Aussage habe ich Ihnen unter einer stark simplifizierenden Betrachtungsweise Recht gegeben, aber nur längstensfalls mittelfrist, gemessen ab dem Zeitpunkt der Einführung des Negativzinses (siehe auch Punkt 3 unten). Bezüglich Ihrer in der ersten Aussage enthaltenen Hypothese widerspreche ich Ihnen jedoch. Grundsätzlich setzt eine Zentralbank ein Zinsband; zum tieferen Zins des Zinsbandes (absolut betrachtet näher am Nullpunkt) nimmt Sie Geld auf (Passivseite), zum höheren Zins des Zinsbandes (absolut betrachtet weiter vom Nullpunkt) leiht Sie es aus (Aktivseite). Sie stellen hier also die Hypothese auf, dass das Vorzeichen keine Rolle spielt und eine weitere Distanzierung vom Nullpunkt per definition eine monetäre Kontraktion darstellt. Die realökonomische Evidenz spricht bis dato eine andere Sprache. ABER, Und das habe ich auch klar geschrieben: Die aktuelle Situation führt m.E. zu einer Fehlallokation zugunsten von Finanzgütern, für die es ein Korrektiv braucht. Interessant wäre im Übrigen die Frage, wie sich ein Szenario auswirken würden, bei dem Leitzins, Interbank Lending und Reserve Requirements (zum Negativzins) vom Rest abgekoppelt werden (mit einer positivien Verzinsung); allenfalls mit zwei Leitzinsen seitens der Zentralbank.

      2) Eigenkapital der SNB:
      Sie schreiben: „Dass das Eigenkapital der SNB zu einem grossen Problem werden kann schreibe ich hier schon bald seit 8 Jahren. Dass Sie mir hier nun endlich Recht geben freut mich.“ Ich gebe Ihnen so nicht uneingeschränkt Recht, auch wenn ein solches Szenario theoretisch existiert, weil eine Zentralbank theoretisch unbeschränkt Geld schaffen kann (was nicht heisst, dass sie das auch sollte), Inflation > Zinsniveau die Schuldenlast über die Zeit abbaut und/oder die Bilanz restrukturiert werden kann. Entsprechend habe ich klar gesagt, dass dies nicht meine prioritären Bedenken sind, sondern die vorgenannte Fehlallokation und die gesellschaftlichen Konsequenzen. Dass ein Szenario theoretisch exisitiert bedeutet nicht, dass es Gegenstand der unmittelbaren Diskussion sein muss; es gibt dringlichere Themen.

      3) IRS:
      Sie schreiben: „Auch da muss man unterscheiden zwischen Schuldner- und Gläubigerposition. Nicht wahr?“ Richtig, insofern Sie auf den Payer / Receiver des Festzinssatzes abzielen. Essentiell ist im Zusammenhang mit Ihrer ursprünglichen Aussage über die Hypothekarzinsen, a) über welchen Kanal die Refinanzierung seitens der kreditausgebenden Geschäftsbank erfolgt (und zu welcher Fristigkeit und welchem Zinssatz), b) wie das Zinsrisiko seitens dieser kreditausgebenden Geschäftsbank über die Zeit abgesichert ist, c) wo der Referenzzinssatz absolut betrachtet liegt, und d) wie er sich über die Zeit entwickelt. In Ihrem ursprünglichen Text ignorieren Sie die ersten zwei Punkte vollständig, was ich kritisiert habe, weil es ein falsches Bild vermittelt.

    • @“echter…“

      Sie bezeichnen sich selber als „echten Volkswirt“ – im Gegensatz zu was? Ich nehme an im Gegensatz zu einem nicht echten Volkswirt. Oder?

      Überheblich.

      Ich sage nicht, das Vorzeichen bei den Zinsen spiele keine Rolle. Im Gegenteil: Ich sage es spielt eine entscheidende Rolle.

      Genau so spielt es eine entscheidende Rolle, ob von Aktiv- oder Passivzinsen die Rede ist.

      Nochmals: Die SNB behauptet, sie würde die Wirtschaft mit sinkenden Zinsen ankurbeln und unterscheidet nicht, ob es sich dabei um ihre Aktiv- oder Passivzinsen handelt.

      Und ich argumentiete hier, dass von Aktiv- und Passivzinsen unterschiedliche Zinseffekte auf die Wirtschaft ausgehen.

      Exakt nachzulesen in meiner Dissertation Geld – Eine Obligation der Notenbank (1997).

      MfG

    • Korrigenda – Ich schreibe:
      „Grundsätzlich setzt eine Zentralbank ein Zinsband; zum tieferen Zins des Zinsbandes (absolut betrachtet näher am Nullpunkt) nimmt Sie Geld auf (Passivseite), zum höheren Zins des Zinsbandes (absolut betrachtet weiter vom Nullpunkt)„. Die beiden Klammeraussagen sind hier falsch und zu streichen, im Folgesatz dann aber korrekt. Mea culpa.

    • Ein echter Volkswirt ist für mich einer, der sich seiner grossen Verantwortung bewusst ist und der Welt mit seiner Wissenschaft dienen möchte.

      Die Erkenntnis, dass Aktiv- und Passivzinsen der Zentralbank unterschiedliche Effekte auf eine Volkswirtschaft haben ist von grosser Bedeutung und ist sonst nirgends zu finden.

      Von einem „echten Volkswirtschafter“ würde ich erwarten, dass er sich über eine solche neue Erkenntnis freut und dafür dankt.

      Marc Meyer

    • So viel zum Thema überheblich (oder eher narzistisch), von einem, der nach eigener Aussage seit mehr als 20 Jahren unverändert dieselbe Position vertritt, Argumente von allen verlangt, und selber nichts als Dogmatik zu bieten hat. Herr Meyer: Sie sind ein Erleuchteter von Gottes Gnaden, wenn nicht gar Gott selbst, wenn es Ihrem Ego hilft. Für mich punktet hier nur einer in dieser allseits einsehbaren „Diskussion“.

    • Man findet‘s nirgends, weil‘s eine gesonderte Diskussion von An- / Verkaufspreisen irrelevant ist. Schwachkopf!

    • @“Schwachkopf“ und „Schraube locker“

      Ihr habt Eure Pseudonyme treffend gewählt. Diese passen zu Euch und sind selbsterklärend.

      Fachliche Argumente?

      Fehlanzeige.

      Ausser: Die Unterscheidung zwischen Vermögen und Schulden sei irrelevant.

      Da wird die SNB stolz darauf sein, dass sie hier von Euch beiden so kompetent vertreten wird.

      So sehen Verlierer aus.

      Freundliche Grüsse

      Marc Meyer

    • @Schwachkopf / Schraube locker

      Du bist ja ein und derselbe. Hast Dich verraten. Lügen haben kurze Beine.

      Ein Verlierer eben.

      Erbärmlich, wenn die Irrlehre der SNB nur noch auf diese Weise vetreten werden kann.

      Marc Meyer

    • „Schraube locker“, „Schwachkopf“ und „Echter Volkswirt“ sind alle derselbe Kommentator.

    • @Echter Volkwirt.
      Guter Beitrag der wenigstens einen Teil,
      der koplexen Zusammenhänge aufzeigt!
      Leider sehen vor lauter Bäumen offenbar
      nur noch wenige, das Gesamtsytem Wald
      und das funktionieren dieses Gesamtsytems.
      Na ja das dämmert wohl erst
      wenn der Wald tot ist.

  11. Danke für den Artikel! Ein Lichtstrahl an klarem Sachverstand unter all dem irren und wirren Zeugs, das in den letzten Wochen veröffentlicht worden ist.

    • Es braucht einen wirren Kopf, um dem Schreiberling dieses irren Artikels einen klaren Sachverstand zu attestieren. Inhaltlich entbehrt dieses Geschreibsel jeder fachlichen Grundlage. Sie ist noch nicht einmal einer ökonomischen Denkschule zuzuordnen. Meyer kennt knapp den Unterschied zwischen Aktiven und Passiven. Vom Rest hat er leider offensichtlich nicht den geringsten Schimmmer.

    • @Quatsch

      Nomen est Omen.

      Immer wenn die SNB-Trolle wie wild um sich schlagen, zeigt das, dass die SNB voll getroffen ist.

  12. Ich denke nicht, dass die Negativzinsen der SNB der Grund für die aktuell steigenden Hypothekarzinsen sind. Bei den Hypothekarzinsen dürft schlicht und einfach die Risikoprämie gestiegen sein (wie im übrigen auch bei den Geschäftskrediten). Deshalb werden auch noch so tiefe Zinsen der SNB kaum zu mehr Krediten führen (Coronakredite mal ausgenommen, denn für die haftet ja der Bund). In unsicheren Zeiten sind nicht die Refinanzierungskosten zentral, sondern die Solidität der Kreditnehmer. Und die nimmt gerade massiv ab. Deshalb wird die SNB möglicherweise nicht darum herum kommen, sich auch ernsthaft mit dem Thema Helikoptergeld auseinanderzusetzen.

    • Das Problem ist die schwindende Marge der Banken. Daher holt man sich diese dort wo man es kann: bei der Kreditvergabe. Die Überlegung von Herrn Meyer halte ich für richtig. Oder anders ausgedrückt: zuletzt zahlt der Bürger. Das tut er eh schon, weil die Sparvermögen/Altersvermögen immer schlechter rentieren. Eben weil die SNB Negativzinsen eingeführt hat. Natürlich spielt auch das Risiko immer eine Rolle – damit liegen Sie nicht falsch. Aber eben nicht nur das Risiko.

  13. Frage an Herrn Meyer; sind die Massnahmen der SNB seit dem 15.1.2015 falsch oder haben sie einfach den Ausstieg verpasst? Oder anders gefragt, was hätte man sonst tun sollen seit Januar 2015?

    • @Thomas Landolt

      Will die SNB die Arbeitslosigkeit in der Schweiz senkwn, so muss sie hierzulande investieren – nicht im Ausland.

      Die Massnahmen ser SNB waren somit nicht nur falsch, sondern kontraproduktiv.

      Marc Meyer

  14. Ich bin einer der anonymen Buchhalter Nötzli Kommentatoren, welchen Sie dann gerne als Deppen wegen Rechtschreibefehlern hinstellen…

    Da Sie nicht Buchhalter sind, sind Ihre Aussagen eben auch komplett falsch…den der Negativzins (und dies sollte Ihnen als Volkswirtschaftler durchaus bekannt sein) Führt dazu das die wirklich grossen ANLEGER in den Markt eintreten, nähmlich Versicherer & PKs, Banken erzeugen Geld durch Kredit, Sie hinterlegen dafür eine Sicherheit bei der SNB, dafür dürfen Sie Giralgeld schaffen.

    Im Gegenzug haben Versicherungen & PKs Gelder die Sie verwalten und Anlegen müssen, und Ihnen fehlen die Zinsalternative Aka Staatsanleihen, wesshalb Sie vermehrt im Hypobereich anlegen, das führt zu einem ruinösen Preiskampf unter den Anbietern, wo immer mehr Geld das aus noch 30 oder 50 Jährigen auslaufenden Staatspapieren nicht mehr beim Staat investiert werden sondern eben im Hypomarkt….Allianz hat zB unlängst verkündet gar keine negativen Bonds mehr kaufen zu wollen…irgendwohin
    Muss das viele Geld aber….unter den grössten Vermögensverwaltern weltweit befinden sich einige Versicherungen….

    • Danke.

      Dass Geld bei jeder Kreditgewährung neu entsteht, habe ich im September 2013 hier aufgedeckt und damit die bestehende Multiplikatortheorie widerlegt.

      4 Monate später hat dann die Bank of England meine Theorie übernommen.

      Dass mittlerweile auch Sie nun begriffen haben, dass Geld durch Kredit entsteht, freut micht.

      Marc Meyer

  15. Nachdem ich Meyer hingewiesen habe, dass seine Artikel mittlerweise wohl über 50 Lügen enthalten wiederholt er weiterhin seine falschen Behauptungen. Die SNB hat nicht verloren, sondern gewonnen. Der Grund ist, dass sie ja nicht verkauft hat und ansehliche Gewinne in der Vergangheit gemacht hat. Die Hypozinsen werden wohl weiterhin tief bleiben was dazu führt, dass die Schweizer für Immobilien zuviel bezahlen.

    • Die Buchverluste der SNB sind noch gravierender als realisierte Verluste, da die Positionen noch offen sind und weitere Verluste verursachen werden.

    • Die Position ist noch offen. Die Lage wird sich entspannen und die Kurse steigen. Die Fehlüberlegung von Meyer ist noch gravierender als seine Artikel.

    • @PaBe

      Der Euro wird steigen?

      Das behauptet die SNB seit 10 Jahren als dieser noch bei 1.45 war.

      Und wo stehen wir jetzt?

      Bei 1.055 trotz Devisenkäufen der SNB von bald gegen 1 Billion.

      „You dreamer you“

      Träumen Sie weiter mit der SNB.

      MfG

    • Meyer kann nicht lesen. Ich habe geschrieben, dass die Kurse steigen. Die SNB besitzt Gold, Aktien, Obligationen und Devisen in EUR, USD, JPY, GBP und so weiter. Er behauptet aber, dass die SNB 1 Billion EUR hat. Die SNB besitzt um die 40% EUR was so um die 300 bis 350 Mia sein müssten. Der Euro ist seit dem Tiefstand von 1.04 im Jahr 2015 bereits gestiegen. Aktienwerte wie z.B. Apple haben der SNB Milliardengewinne eingebracht. Gold ist gestiegen. Meyer bringt immer wieder Argumente um die SNB schlecht zu machen. Seine Aritkel entbehren jeglicher Information.

    • Herr W. Itz
      Mit Ihrem Namen insinuieren Sie nicht nur schwachsinnige Aussagen, sind Sie doch auch wahrhaft nichts weiter als ein makaberer Witz/W. Itz

  16. Die wichtige Funktion des Zinses ist, Risiko und Bonität des Schuldners abzubilden. Die Zentralbanken haben diese Funktion mit ihrem «whatever it takes» ausgeschaltet. Italien oder Deutschland, Zombiefirma oder hochprofitables Unternehmen, alle zahlen gleichwenig Zins. Über längere Zeit führt dies zu massiven Fehlallokationen und Marktverzerrungen.

    Die Krise deckt diese Fehlentwicklung nun auf. Nicht allzu schnell und nicht von oben. Grosse und systemrelevante Unternehmen werden vorerst noch gestützt, bspw. Swiss. Es beginnt unten, bei den Kleinen, welche ihre Schulden nicht mehr bedienen können. Die steigenden Hypozinsen am langen Ende deuten an, dass der Glaube an die Allmacht der Zentralbanken am Schwinden ist. Der Faktor «Risiko» ist wieder im Spiel.

    Sobald das Vertrauen in die Zauberlehrlinge der Zentralbanken mal ganz weg ist, kehrt der Mark mit voller Wucht zurück. Die über Jahre unterdrückten und jetzt aufgestauten Marktbereinigungen entladen sich in einem Megacrash. Corona trifft dabei keine Schuld, war lediglich der Tropfen, welcher das Fass zum Überlaufen gebracht hat.

  17. Ich besitze Immobilien im Ausland und in der Schweiz. Im Ausland amortisiere ich meine Hypothek in spätestens 25 Jahren voll. In der Schweiz drängt mich die Bank dauernd, doch bitte noch eine erste Hypothek ohne Amortisation aufrecht zu erhalten. Mein Kontakt bei der Bank versichert mir, dass die Mehrheit der Schweizer es vorziehen, somit lebenslang bei der Bank zu mieten als in den eigenen vier Wänden zu wohnen. Was soll das?

    • Die Banken haben Angst, dass sie bei amortisierten Krediten keine Geschäfte nehr haben.

    • vielleicht hilft eine leere Flasche den Inhalt des Artikels „zu verstehen“ . Ich befürchte aber dass es mehr als eine Flasche braucht bis die Erleuchtung einsetzt oder der Funke von Herrn Meier auf den Leser überspringt

  18. Die Banken verdienen seit den Negativzinsen eindeutig mehr bei den Hypotheken. Vorher hatten diese jeweils mindestens 0.5-1.0% Marge beim Libor. Heute verlangen diese min. 0.8-1.2%, rechnet man die eingesparten Negativzinsen von 1.5% dazu, ergibt dies eine Marge von satten 2.3-2.8%. Wenn es mit rechten Dingen zugehen würde müssten die Hypothekarnehmer Geld von der Bank bekommen.

    • Das ist falsch, denn die Banken bezahlen auf die meisten CHF-Zinsen gar keine Negativzinsen; deshalb kann sie hier auch nichts „einsparen“.

      Die Marge andererseits wird primär bestimmt durch die Bonität des Kreditnehmers. In Corona-Zeiten, wenn hunderttausende ihren Job verlieren und tausende Unternehmen in die Pleite segeln werden, steigt entsprechend das Ausfallrisiko der Bank und die Prämie muss höher sein. 1% Zins bedeutet nichts anderes als, dass die Bank davon ausgeht, dass der Kreditnehmer nur 1x alle 100J nichts zurückzahlen wird. Also ist die Risikoeinschätzung seitens der Banken immer noch sehr gering.

    • Ja genau. Wer eine Hypothek aufnimmt sollTe bei negativen Zinsen dafür noch Geld erhalten – wie die SNB.

  19. Der Wirtschafts- und Immocrash – und hoffentlich wird es ein heftiger – wird die Jordan-Ideologie der Null- und Negativzinsen, der gezielten Frankenschwächung sowie die linksgrüne, internationalistische „Schweizer“ Politik aufs Brutalste entlarven. Daher ist Corona ein willkommener Beschleuniger, aber die Systemlinge werden das Virus für die verdiente Krise eines durch rotgrüne Dauerpropaganda wohlstandsverblödeten Landes verantwortlich machen.

  20. Das Problem ist weniger die Höhe der Hypothekenzinsen sondern die Immobilienblasenpreise, die dergestalt finanziert werden.

  21. Das Handeln der SNB ist sehr einseitig. Zudem würde eine Erstarkung des Frankens zur Zeit (Corona Krise) der Wirtschaft eher nützen (günstiger Material- und Wareneinkauf für Betriebe, höhere Kaufkraft für Bürger = Konjukturstütze). Bis der Schweizer Tourismus sich wieder erholt vergehen mindestens ein bis zwei Jahre. Zudem könnten die Löhne der Grenzgänger durch den stärkeren Franken gesenkt werden. Auch würden ausländische Anleger wieder vermehrt CH Aktien kaufen (die CH Börse hat im Schnitt weit weniger Verluste seit dem 1.1.2020 erlitten als die Konkurrenz). Die Zukunft der Schweiz liegt im Biotech und Pharmabereich (mehr Bundesgelder für Forschung). Die Politik muss die SNB verpflichten, einen Teil des SNB Vermögens in einen Nationalfond einzuspeisen, der für Krisen und zur Sicherung der AHV verwendet wird. Auch ein separater Fond für sämtliche CH-Pensionskassengelder sollte diskutiert werden. Das heutige PK System ist ineffizient, intransparent und schlichtweg eine Abzocke.

    • Die Pharma braucht keine Bundesgelder für F&E. Sie braucht Medikamentenpreise, die den Aufwand dafür berücksichtigen. Der politische Druck aus Bersets BAG auf die Pharmaunternehmen hat dazu geführt, dass Medikamente aus Kostengründen zunehmend in Asien hergestellt werden, was sich gerade jetzt fatal auswirkt. Als ob die Medis der grösste Kostenblock in der Gesundheitsversorgung wären. Die Fokussierung auf Pharma/Chemie ist linksideologisch begründet.

    • @wirtschat forscht?

      Sehen Sie sich die Bilanzen der letzten 20 Jahren von Novartis&.Co an. Ja, die F&.E. wurde insbesondere in Richtung Marketing&.Vertrieb betrieben. Weshalb sind Generika noch immer doppelt so teuer wie im Ausland? Pharmasuisse hat immer wieder kritisiert, dass Referenzpreise Anbieter eliminieren und Lieferengpässe dadurch häufiger werden. Die Folge wäre eine Abhängigkeit vom Ausland. Sie plappern deshalb nach und übernehmen Dinge die Sie nicht geprüft haben. Die gesamte Medikamentenherstellung steht seit Jahren zur ­Debatte – und? – wer hat das bisher verhindert?

      Drugshortage.ch

      Wie der 2. Säule sollte das Gesundheitssystem in der Schweiz „schnell“ auf dem Prüfstand.

  22. Wieder mal grosses Kino von Dr. Meyer um den Brei herum!
    Kein Wort, dass der Negativzins immer mehr ein potemkinsches Dorf ist hauptsächlich um ausländische Fluchtgelder abzuschrecken, denn mittlerweile sind das 30fache der Jahresdurchschnitts-Mindestreserveeinlagen von akt rund 18 Mrd also rund 540 Mrd vom Negativzins BEFREIT! Also unterliegen aktuell gerade mal 87 Mrd dem Negativzins.
    .
    Ende Februar betrug das EK immer noch 160 Mrd plus noch 82 Mrd Quasi-EK aus der Notenmenge, für die die SNB ja mit nichts haften muss, aber das hat Dr. Meyer immer noch nicht begriffen! Nicht alles was im Fremdkapital auftaucht ist eben auch wirklich Fremdkapital…zumindest nicht bei Notenbanken und Gold gibts schon lange nicht mehr für die Banknötli!!
    .
    Ganz so schnell wird die SNB nicht in negatives EK kommen, und wenn doch so kann sie auch so weiterfunktionieren. Im Notfall druckt sie wirklich phyisisch neue Nötli – machen alle anderen ja auch – die FED (+rund 1 Bio $ in Banknoten neu seit 2008), die EZB auch gut 650 Mrd € neue €-Nötli seit 2008…
    .
    Ja vielleichts gibts dann eine Währungsreform im Euroraum – mit massiven Umwälzungen, aber die Werte von gut 300 Mrd € würden dann ja auch nicht auf Null fallen, sondern vielleicht noch 60-70% wert sein, das würde die SNB auch nicht ins Grab bringen.
    .
    Dass es eine Immokrise geben wird, das dürfte heute schon ziemlich klar sein und das wird auch einige hundert Mrd an Wertberichtigungen bringen. Wenn die schweizer Privathaushalte von ihren 3.9 Billionen Nettovermögen (inkl. Immowert nach Hypos, PK & 3.Säule) nach der Krise „nur“ rund 500 Mrd verlieren, dann können wir uns glücklich schätzen. Bei einem € Zusammenbruch und langandauernder Pandemie könnten es auch 0.75 bis 1.25 Billionen werden.
    .
    Und nachher können all die Buchhalter Nötzlis wieder beginnen neu zu rechnen!

    • @Claire
      Danke. Sie bestätigen meine Aussage, dass Minuszinsen die Wirtschaft nicht ankurbeln, sondern abwürgen.

    • Bis auf den Seitenhieb auf die Buchhalter Nötzlis kann ich Ihnen weitestgehend zustimmen.

    • @Claire

      Leider bin ich nicht so gelassen wie Sie. Die SNB hat all das von den Banken zur Verfügung gestellte Geld ins Ausland (insb. in € und $) verfrachtet und daher ein riesiges Klumpenrisiko auf die Schultern der Bürger geladen. Der Einbruch der Börsen hat begonnen, ein Einbruch der Anleihenkurse wird ziemlich sicher folgen, sobald die ersten Unternehmen in Gefahr geraten. Wie wir aus der Vergangenheit wissen, werden auch die Kurse der Staatsanleihen in Gefahr geraten, sobald wieder die ersten Haircuts diskutiert werden – die kommen so sicher wie das Amen in der Kirche.

      „https://stopeuropa.org/“ – 1.3 Mio. Menschen haben sich der Initiative angeschlossen und es werden jeden Tag mehr. In vielen Kommunen Italiens, Spaniens, Portugal, Frankreich, Polen, Slowakei, Ungarn haben Bürgermeister begonnen die EU Flaggen aus dem inneren der öffentlchen Gebäuden zu entfernen. Simbolik? Ich glaube, wir sind schon weiter, es hat sich innerlich was verschoben…die „deutschen“ Medien halten den Ball flach und versuchen die Sache herunterzuspielen….verständlich….

      „Wenn die schweizer Privathaushalte von ihren 3.9 Billionen Nettovermögen (inkl. Immowert nach Hypos, PK & 3.Säule) nach der Krise „nur“ rund 500 Mrd verlieren, dann können wir uns glücklich schätzen.“

      Die scheinbar logischen Überlegungen beruhen ja auf der Kalkulation der benötigten Pensionsbeiträge, die aus den Einkommen abgezwackt werden müssen. Da nun aber unser Geld nicht durch Arbeit, sondern durch Verschuldung entsteht, scheint mir die Limitierung eher in der gerade noch erträglichen Schuldengrenze zu liegen. Außerdem sollte es uns alle bedenklich stimmen, dass nicht mehr der eigentlich geschaffene Wert einer Arbeit, also der gemeinwohlorientierte Beitrag und gesellschaftliche Nutzen in den Vordergrund rückt, sondern der erhoffte Geldwert. Die von Ihnen beschriebenen hausgemachten Problemen lassen sich nicht einfach beiseite schieben.

      https://insideparadeplatz.ch/2020/04/01/crash-an-der-bahnhof-strasse/

      Es ist nicht auszuschliessen, dass der Schweiz 2 Jahrzehnte Nippon Syndrom erwarten…

    • Dottore Meyer
      Dass die historisch einzigartige Situation von Negativzinsen (mal abgesehen von der Kurzübung anno 1978) nicht wirklich den optimalsten Aggregatzustand einer Volkswirtschaft abbildet, da sind wir ja ausnahmensweise mal einer Meinung.
      .
      Die CH ist insbesondere ein Spezialfall, da wir an einer Subversion der „Dutch Disease“ leiden, unser Rohstoff ist nicht Oel, Gas, Uran oder seltene Erden, sondern zuviel VERTRAUEN und politische Stabilität, hart erarbeitet, geschickt agiert und sich halbwegs schadlos durch zwei Weltkrieg hindurchmanövriert, mit guten Bedingungen in die Nachkriegszeit gestartet und den Wohlstand ausgebaut und dann eben die mystischen Schweizer Banken, dieses ehemalige Alpenbollwerk, wenn auch mittlerweile ziemlich durchlöchert mit AIA etc.
      Aber in dieser wirren Welt als Fluchtanker einfach einmalig. Darum wurde unsere vergleichsweise Miniwährung auch so gefragt – bald mal 650 Mrd Flucht/Investitionsgelder Zufluss in die CH seit 2008.
      Und dies hat uns diese Sonderform der „Dutch Disease“ beschert und die SNB versucht dagegen anzukämpfen mit den FX resp. Bonds/Aktienaufkäufen, sonst würde die heimische Wirtschaft ziemlich schnell mal abgewürgt.
      .
      Die Welt die Sie sich wünschen geht nun mal nicht mehr, beim Volk mit den höchsten Privathaushaltschulden der Welt pro Kopf/GDP würde zur aktuellen Situation eine Zinsanhebung die Immoblase doch ziemlich Luft ablassen lassen und dann folgt eine Abwärtsspirale.

    • @Claire

      Nein. Die Schweizer Wirtschaft wird nicht abgewürgt, wenn hier investiert wird.

    • @Claire

      statt einen Allgemeinplatz hier zu veröffentlichen, sollten Sie zumindest hervorheben, dass eine Schuldverpflichtung nicht geschöpft wird, sondern man geht sie ein.

      „Und dies hat uns diese Sonderform der „Dutch Disease“ beschert und die SNB versucht dagegen anzukämpfen mit den FX resp. Bonds/Aktienaufkäufen, sonst würde die heimische Wirtschaft ziemlich schnell mal abgewürgt.“

      Wer immer noch, nach diesen Ausführungen, darauf beharrt, diese Vorgehensweise sei alternativlos, hat sich die Argumentation des Autors noch nie zu Gemüte geführt. Die Abwärtsspirale ist unausweiglich, denn der Nachfrageschock lässt sich nicht über Nacht beheben. Weder die SNB noch die Geschäftsbanken stellen reales Vermögen her; sie sind nichts weiter als Dienstleister, die das Geld, zur Verfügung stellen. Die Politik der Glaspaläste ist geplatzt und dies wäre zu vermeiden gewesen, in dem sich an der Bundesverfassung und Nationalbankgesetz gehalten hätte. Zum Rest nehme ich keine langatmige Stellung mehr.

  23. Dass die Hypozinsen steigen werden, für diese Aussage muss man nicht Volkswirtschaftler sein. Die Schuld bei der SNB zu suchen, halte ich aber für sehr gewagt.
    Wir (die Schweiz, die Wirtschaft, die EU, der Bürger, die Welt usw.) haben zu viele Schulden gemacht. Mit den Schulden haben wir aber nicht in die Zukunft investiert (was ja ganz okay wäre), sondern die Sünden der Vergangenheit (bzw. die erste Rate inkl. Mahnspesen aka Finanzkrise) bezahlt. Daher gibt es für Anleger auch kaum attraktive Investitionsmöglichkeiten. Es bleibt die unverrückbare Immobilie. Da hat man etwas mit Wert… Dass dieser Wert überbewertet ist, sagt auch die SNB und die Banken usw. Trotzdem wird investiert und damit steigt das Kreditrisiko und somit die Risikoprämie aka Zins. Dass dies noch nicht bereits passiert ist, ist ein Zeichen, dass die Banken dies in voller Absicht nicht machen (die Banken haben schon längstens ihre Modellrechnungen gemacht, die wissen was kommt). Die Immobilienkrise in Amerika lässt grüssen.

    • Dann soll auch die SNB kommunizieren, dass Negativzinsen, die sie belastet, zu steigenden Hypozinsen führen.

      Bisher hat sie das Gegenteil behauptet.

    • Herr Prof. Dr. Dr. Schlagmichtot Dr. Meyer, Dr., der Erste, Dr.

      Nehmen Sie doch noch mal ein akutelles Schulbuch zur Hand und schlagen darin die grundlegenden Theorien nach. Mir scheint, Sie haben da ein paar MÄCHTIGE Bildungslücken aufgebaut, oder nie geschlossen.

      Schade, dass Sie sich so an der Betitelung „Buchhalter Nötzli“ stossen und stattdessen so sehr auf den Titel „Volkswirtschaftler“ erpicht sind. Mit dem von Ihnen oben aufgezeigten Sachverstand wird das wohl nichts mehr. Selbiges gilt wohl für eine Rückkehr in die Politik.

      Ich hab aber gehört, in der Spiegruppe Wunderland Bläsi suchen die noch…

    • @“Wahrer…

      Die Rechtfertigung der SNB-Irrlehre ist auf ein bedenklich tiefes Niveau gefallen.

      Sollte der SNB eigentlich zu denken geben…