Aus für Atlantis: Immo-Berater im Abseits

Kotierte CBRE wollte unbedingt Höchstbieter für schlingerndes Zürcher Edel-Hotel. Gleiches tat sie beim Globus-Deal.

Das Atlantis am Fusse des Zürcher Hausbergs steht vor dem Ende. 140 Mitarbeiter bangen um ihre Löhne und Zukunft.

Das Aus des Edel-Hauses ist eine Pleite für einen wichtigen Player. Dieser heisst CBRE. Es handelt sich um eine globale Immobilien-Beraterin, die hinter den Kulissen grosse Deals einfädelt.

CBRE wird zum Thema, weil sie beim Atlantis den Preis über die Deal-Sicherheit stellte, wie ein Insider ausführt.

Die Beraterin empfahl den Katar-Scheichs als Besitzern, ihr Zürich-Hotel einem indischen Milliardär mit Aktivitäten in Dubai zu verkaufen.

Dieser hatte für das Atlantis Giardino, wie das Hotel mit ganzem Namen heisst, in einem Preis-Wettbewerb das höchste Angebot gemacht. Es soll sich um gegen 100 Millionen handeln.

Mitbewerber schätzten den Wert des Atlantis deutlich tiefer ein.

Nun zeigt sich, dass der Inder, der laut Tages-Anzeiger im Gefängnis sass und bereits eine Gesellschaft in der Schweiz eintragen liess, das Geld für das Atlantis noch nicht an die Scheichs überwiesen hat.

Traum, Albtraum (Atlantis Giardino)

Sonst hätte das Atlantis gestern nicht das bevorstehende Ende mitteilen müssen. Ein Deal liege noch nicht vor, man befände sich weiter am Verhandeln, hiess es von dort.

Für Beraterin CBRE droht bei einem anderen Prestige-Vorhaben ein Problem, nämlich beim Globus.

Dort hat Besitzerin Migros für eine Milliarde das Angebot des Wieners René Benko akzeptiert. CBRE hatte das Mandat der Migros.

Benko will nun den Preis deutlich senken – Corona sei Schuld. Die Globus-Warenhäuser würden keine Umsätze erzielen, man müsse für die Ausfälle eine Lösung finden, so Benko.

Auch beim Globus hatte CBRE ihrer Auftraggeberin den Käufer mit dem höchsten Angebot ans Herzen gelegt. Und wie beim Hotel Atlantis ist nun der Deal in der Schwebe – zumindest was den Preis betrifft.

Ein nächstes Grossvorhaben ist der Verkauf des Glatt-Zentrums. Auch da ist die Migros die Verkäuferin, und auch da hat CBRE das Mandat, einen guten Käufer zu finden.

Aufgrund der Verkaufsumsätze gehen Insider von einem angestrebten Preis von 1,5 Milliarden aus. Das wären 500 Millionen mehr als bei der Globus-Transaktion.

Die Verkaufsgespräche liefen weiter, ist aus involvierten Kreisen zu vernehmen.

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Kommentare

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  1. Als 71Jahre Kunde (sog. Migros Kind) rate ich der M, den Cumulus- und Märgli-Gugus sofort abzuschaffen. Aldilidl, Spar & Co. sind 1000 Artikelläden, haben
    eingeschossige Imos und keine goodies Politik, die >5% vom Umsatz Kosten. Mal abgesehen von der derzeit wohl dooofsten TV Werbung.

  2. Inder sind selten verlässliche Geschäftsleute. Da gehts stets unübersichtlich zu und man ist nie sicher. Hände weg.
    Auch mit den Oesterreichern haben sich viele schon die Hände verbrannt. Aucht hier gilt: Hände weg.
    Man kann der Migros nur wünschen, dass sie ihr Tafelsilber hoch hält, im Zweifelsfall vom Deal zurücktritt. Besser gute Assets in der Bilanz als ein Verkauf unter Wert.

  3. Um mal die Argumentationsweise vieler „das-ist-doch-nur-eine-Grippe“-Ignoranten und „es-trifft-doch-nur-Alte-und-Kranke“-Zyniker aufzunehmen:

    Ist das Hotel nun *an* oder nur *mit* Corona „gestorben“?

  4. interessante kommentare, hauptsächlich von menschen die keine ahnung von immobilienbewirtschaftung haben. büroliegenschaften sind schon länger out, cs und ubs und andere haben das schon vor jahren an den tag gelegt (nur nichtwissende meinen hier wäre tafelsilber verscherbelt worden) der büroimmomarkt bricht zusammen, aber es werden munter anteile an immofonds (office) von dummen kleinen anlegern gekauft die am ende ohne erträge dastehen werden, die verluste tragen die kleinen.
    der Wohnungsmarkt wird sogar noch boomen, vor allem in zentren werden wohnimmobilien im nicht luxussegment den wert erhalten können.
    lieber Lukas hässig, ich schätze ihre „offene“ kommentarspaltenkultur, aber dummheiten von sich zu geben nur das etwas geschrieben ist, finde ich schadet ip mehr als es nutzt.

    • Ich teile Ihren Kommentar allerhöchstens teilweise. Es kommt sehr darauf an, wer Eigentümer welcher Immobilie ist. Sie erwähnen u. a. die CS, die bekanntlich Immobilien an allerbesten Citylagen (u. a. das frühere Volksbank-Gebäude an der Bahnhofstrasse, das Metropol, das Griederhaus, den Werdmühleplatzsitz der CS, den Uetlihof etc. etc. buchstäblich verhökert hat. Alle diese Immobilien gehörten zu den werthaltigsten Assets der CS. Die heutigen Assets der CS bestehen aus heisser Luft, aus exorbitanten Gebühren, die vielleicht dumme Kunden auch weiterhin für miserable Leistungen bezahlen werden oder wahrscheinlicher eher nicht mehr. Diese Immobilien mussten verkauft werden, um den rund ein Tausend „key risk takers“ je mindestens eine Mio Jahressalär weiterhin ausschütten zu können, damit diese nicht aus dem Nähkästchen plaudern!

    • Interessant. Wenn Sie so schludrig geschäften wie Sie schreiben, dänn guet Nacht am Sächsi.

    • Der Markt für Geschäftsräume ist mehr als gesättigt, das stimmt. Betriebswirtschaftlich macht es aber trotzdem keinen Sinn, Immobilien die man selber braucht zu verkaufen und anschliessend zu massiv höheren Kosten wieder zu mieten. Ausser natürlich man will eine Bilanz beschönigen um Bonuszahlungen zu ermöglichen oder benötigt dringend Eigenkapital. Der Schildbürgerstreich schlägt allerdings in den Folgejahren wieder zu Buche.

  5. Auch die Uhrenmesse Baselworld verliert weitere wichtige Aussteller und steht vor dem Aus. Wichtig zu wissen ist, dass der Virus der Auslöser, aber nicht die Ursache der bevorstehenden globalen Depression und Implosion des „Modell Schweiz“ sein wird. Bei der schwer vom Export und der Zuwanderung abhängige Schweiz sieht es zappenduster aus. Die Konsequenzen sind bis dato noch nicht einmal ansatzweise zu bewerten. Wenig hilfreich sind mediale Auftritte à la NZZ (Hildebrandt, Vasella&.Co.), im Gegenteil, sich gegenseitig auf die Schulter zu klopfen, zeigt eine beginnende Hilflosigkeit. Kurzarbeit, Arbeitslosigkeit, Sozialhilfe, Konkurse, Insolvenzen usw. usf. werden nicht ausreichen, denn dieses Modell benötigt immer mehr von dieser Droge (Verschuldung) in immer kürzeren Abständen.

    • @Illusionen platzen, so auch die der B Schweiz
      gähn. lieber unbekannter sie wiederholen sich fast täglich, habe sie noch andere Themen, als den Weltuntergang (also den der schweiz, anderes kennen sie offenbar nicht) jeden tag gebetsmühlenartig zu wiederholen

    • @nach asien

      Ich möchte Ihnen empfehlen ihr Sozialverhalten zu prüfen. Andere süffisant zu diffamieren ist so ziemlich die früheste Entwicklungsform des Homo Erectus. Starten Sie durch.

  6. Das ist jetzt wieder mal eine Inside Paradeplatz würdige Story. Aber all den Stöhlker, Geiger, Eichenberger Quatsch könnt Ihr rauchen…

    • Meine Worte: Villalon, Feuermann und den Zeyer kann man auch gleich noch mitrauchen!

  7. CBRE vermasseln gerade einige Deals in der Schweiz. Mir ist einer aus der Westschweiz bekannt mit JP Morgan als dumpfbackigem Auftraggeber. Weshalb man immer wieder solchen Unternehmen Exklusiv-Mandate vergibt? Ist es Dummheit?

    • Die tätowierten und Haargelglänzenden Fussballmillionarios übernachten bald in der Jugendherberge und schauen in der Halbzeitpause auf dem Handy nach, ob jemand aus Shanghai angerufen hat.

  8. Merke 1: Höchster Preis für den Verkäufer führt zur höchsten Kommission für den Makler. Geht’s im Closing schief, ist der Makler fein raus.

    Merke 2: Signing is good, closing is better!

  9. Wir kennen die Verträge zwischen Benko und der Migros nicht. Es scheint, dass Herr Benko nicht die Möglichkeit hat vom Vertrag zurückzutreten oder dies nur kann mit dem Argument von höherer Gewalt mit Hilfe eines Prozesses. Wie weit Herr Benko bei den Banken, vor allem wegen seinen Warenhaus-Käufe in Deutschland verschuldet ist. ist ebenfalls ein Fragezeichen. Bei Atlantis ist das Hotel immer noch im Besitz von Katar und bringt für diese nichts als Ärger. Bei Globus frägt sich, wie viel Geld Herr Benko schon überwiesen hat. In solchen außerordentlichen Situationen zeigt sich bei einem Immobilien-Verkäufer nicht nur, ob er den Höchstpreisen herausholen kann, sondern auch wie er dabei den Käufer vor Bezahlung des Geldes juristisch verpflichten kann.

    • Wenn der Käufer nicht zahlen kann, bringt ein fehlendes Rücktrittsrecht rein gar nichts. Die Migros wird sicher begeistert sein, den Schrott weiter in den Büchern zu haben.

  10. Was ist aus der Migros geworden ? Früher hatten sie so viel Geld, dass sie nicht wussten wohin damit. Alles wurde zusammengekauft, Shopingcenters, Globus, Denner und vieles mehr. Dann verlochte man ein paar hundert Millionen im Ausland. Und nun ist das alles vorbei. Das Tafelsilber muss verscherbelt werden. Aldi, Lidl und Spar werden als Konkurrenten immer gefährlicher. Die Preismacht der Migros bröckelt. Nur gerade jetzt wegen Corona hat man dein Eindruck, alles ist teurer geworden. Es wird an den Preisen geschraubt. Keine Aktionen mehr. Der Kunde wird geschröpft so lange die Pandemie anhält.

    • @Migros ist auf dem absteigenden Ast
      also sie meinen die b-schweiz 🙂 wenn ich das richtig erkenne

  11. Im Schweizer Immobiliensektor stekt jede Menge
    ,,Sprengstoff,,.Die ganze Corona-Irrsinn-
    Veranstaltung schiebt da sehr wahrscheinlich so
    manche schöne Fasade zur Seite.
    In Sache Geldpolitik fährt die SNB im Rahmen
    des noch möglichen einen sehr guten Kurs. In Sache einschätzung der Risiken, die im CH-Imobiliensektor
    stecken mangelhaft. Nicht NUR die SNB.

  12. Obwohl kein Immobilienspezialist und absolut nicht in diese Fälle involviert, scheint mir dass der kolportierte Berater eher ein Makler ist. Und wenn deren Provision von der Transaktionshöhe abhängt werden wird ein Makler immer den höchsten Preis empfehlen, logisch.
    Die Verantwortung bleibt immer bei den Eigentümern und nicht beim mandatierten Makler oder Berater. Also: selber schuld wer den Makler nicht überwacht und die eigene DD lausig oder gar nicht macht. Wahrscheinlich waren beide hier beschriebenen Verkäufer einfach zu faul dies zu tun und: Pech gehabt und auf Blender hereingefallen.

  13. Ich gehe mal stark davon aus, dass CBRE im Interesse des Verkäufers gehandelt hat, dieser profitiert in erster Linie vom Höchstpreis (und klar,dann auch der Makler bei entsprechender Ausgestaltung der Verkaufsgebühren). Sofern die Transaktion sauber abgewickelt wurde, wovon ich bei CBRE ausgehe, lagen verbindliche Zahlungsversprechen von Banken vor, bevor das Closing erfolgt ist. Also entweder erfolgte das Closing nicht, oder verbindliche Zahlungsversprechen von Banken sind nicht mehr verbindlich…
    P.S. Amüsant, dass Benko wegen Corona den Preis nachverhandeln will. Ob er seinen Mietern deswegen Mietzinsreduktionen geben würde, wage ich hingegen zu bezweifeln…

  14. Wer mit CBRE zusammen arbeitet ist wahrlich nicht ganz dicht. Bei der Migros ist die Ethik vom Gottfried schon lange im Eimer.

  15. Wieso können wir „Geschäfte“ nicht wieder so abwickeln wie früher? Nämlich „vernünftig“?

    Diese geldgierigen Immobilien-Haie haben noch nie jemandem etwas Gutes gebracht und heizen nur unnötig die Spekulation an! Nicht ganz abwegig ist bei solch überrissenen Geldbeträgen auch der Verdacht, es wird gleich die Wäscherei mitfinanziert … insbesondere wenn man sieht, woher diese Gelder offenbar stammen. So – der Pink Elephant ist jetzt angesprochen, einfangen müssen diesen andere (nämlich die, die das auch dürfen und dafür eigentlich die Befugnisse hätten).

    • Hätten wir ein nachhaltiges Geldsystem, indem Geld zuerst durch Arbeit und Leistung verdient werden müsste, bevor es verliehen wird, gäbe es am Immobilienmarkt und andernorts niemals diese Wucherpreise.

      Das was heute als Geld bezeichnet wird, ist in Wahrheit Kredit, der nicht mit Geld gedeckt ist, Falschgeld.

  16. Immo-Berater? Wieso soll im Grossen klappen, was immer öfter auch im Kleinen scheitert? Die Branche ist sooo kapput und krank! Alle, die meinen, einigermassen gut auszusehen, nennen sich heute Immobilienberater(in) oder -Makler(in). Fachkenntnisse? Wofür auch! Man kann ja – falls wirklich als nötig erachtet – eine Franchise eines einschlägigen „Maklers“ erwerben. Aussagekräftige Immobilienschätzung? Was ist das! Verkaufsdokumentation? Ein Wucherpreis, ein paar schöne (Photoshop-)Fotos und ein Copy-Paste von der Website der Standortgemeinde tun es doch längstens! …und die Käufer fallen reihenweise darauf rein.
    Höchste Zeit, dass die Blase platzt und in der Brache Vernunft einkehrt. Wieso schafft eigentlich der SVIT nicht Ordnung? Müsste doch im eigenen Interesse resp. im Interesse der seriösen Mitglieder sein!

    • ich lache mit tot.
      Hab mich kürzlich mit einem Immobilien-Heini beim Richter getroffen.
      Nichteinhalten gesetzlicher Vorgaben
      Drohungen
      ein getürktes Gutachten
      waren nur einige Punkte.
      Der Typ ist dazu noch Experte beim SVIT.
      Die Verwaltung einer Gemeinde war auch noch in die Geschichte involviert.
      Das ganze artete in eine echte Lachnummer aus

  17. Tja, allzu viele „Investoren“, auch „professionelle“, wollen es höchst wahrscheinlich noch nicht wahrhaben: Die Zeit des Betongoldes ist wohl für längere Zeit passé.