Strafverfahren gegen Vontobel-Chef Bern

Polizei ermittelt gegen Private Banker wegen dessen Mandat bei einem Bierlokal. Der Vontobel-Mann installierte Videokameras.

Im Emmental im Kanton Bern haben die Behörden ein Strafverfahren gegen einen hohen Vontobel-Banker eröffnet. Es geht um Roland Heiniger, eine in der Region bekannte Person.

Zusammen mit weiteren Beschuldigten gehen die Ermittler bei Heiniger „Abhören und Aufnehmen fremder Gespräche“ nach sowie „üble Nachrede und Verleumdung“.

Der Banker zählt zum höheren Kader der Zürcher Bank Vontobel. Er leitet das Private Banking der ganzen Region Bern.

Dort hat die Vontobel nach dem 700-Millionen-Kauf der Notenstein grosse Ambitionen. Ihr Berner Chef ist nebenbei Präsident des Verwaltungsrats einer AG namens Mein Emmental.

Diese betreibt unter anderem die „Brauschüür“, eine Emmentaler Brauerei mit verbundenem Lokal.

Viele Leute aus der Region zeichneten Aktien der Mein Emmental in der Absicht, der Brauschüür zum Durchbruch zu verhelfen.

Vontobel-Banker Heiniger griff mehr und mehr die Macht im VR an sich. Unliebsame Mitglieder verliessen das Gremium. Heute kontrolliert es Heiniger, zusammen mit seiner Frau und einem Weggefährten.

Genuss-Banker (Cutnsmoke.ch)

Ohne den Mitarbeitern etwas zu sagen, hatte der Banker in der Brauschüür Videokameras installiert. Es war nicht klar, was diese genau aufzeichneten und wie die Aufnahmen gespeichert wurden.

Die geheime Überwachung flog durch einen Zufall auf. Es kam zu einem Einbruch in der Brauschüür, worauf die Polizei meldete, es handle sich nicht um Schweizer Diebe.

Das konnte sie nur deshalb wissen, weil die bis dahin nicht bekannten Videokameras den Einbruch aufgezeichnet hatten.

Gegen die unbekannten Aufzeichnungen gab es Widerstand und schliesslich Strafanzeige.

Nun hat die zuständige Behörde beschlossen, die Ermittlungen gegen den Banker und weitere Verdächtigte aufzunehmen.

Heiniger rief gestern nach einer Nachricht auf seiner Combox nicht zurück. Dafür meldete er sich per Email.

„Die Gesamtsituation bei der Mein Emmental AG ist in allen Entscheidungsbereichen stabil und vom VR mit hohen Mehrheiten abgestützt. Die laufenden Entscheidungen erachten wir als interne Angelegenheit.“

„Ich bitte Sie freundlich, meine privaten unternehmerischen Engagements beim Startup Mein Emmental AG und meine beruflichen Angelegenheiten als Banker auseinanderzuhalten. Beide Unternehmen sind geschäftlich nicht verflochten.“

„Die Faktenlage spricht in jeder Beziehung für die gefällten Entscheidung in der Mein Emmental AG. Wir haben bereits erklärt, dass es sich hier um Themen handelt, die vom VR und von der Geschäftsleitung der Mein Emmental AG intern gelöst werden und bereits gelöst worden sind, wie etwa die Nicht-Wiederwahl eines Verwaltungsratsmitglieds.“

Banking und Zigarren eng umschlungen (Cutnsmoke.ch)

Bei einem Auftritt für „Cun’n’Smoke“, einem Zigarren-Club, gibt Heiniger seine Vontobel-Funktion auf der Webseite an. Auch ein Link zur Bank Vontobel ist dort zu finden.

Ein Sprecher der Vontobel sagte gestern, ebenfalls per Mail:

„Bei dem VR-Mandat handelt es sich um eine private Nebentätigkeit, die Vontobel grundsätzlich nicht kommentiert. Darüber hinaus gilt in der Schweiz die Präsumtion der Unschuld.“

Kommentare

Kommentieren

Ihre E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht. Benötigte Felder sind markiert. *

  1. Wenn ich mich nicht irre, stiess Heiniger von Notenstein zu Vontobel. Ein weiteres Negativbeispiel, wie sich der viel zu teure Notensteinkauf für Vontobel nie ausbezahlt hat. Einige Notensteinler wie Heiniger produzieren Negativpublicity, was die auszgezeichnete Reputation von Vontbel schädigt. Weiter flossen sehr viele Assets wieder ab so zb in Basel bei den Ex LaRoche Eignern GLOOR. Dann führen sich viele Nontensteinler in der Bank auf wie die Fürsten obwohl mit bescheidenen Fachkenntnissen versehen. Zu hören ist, sie seien bei Aperos und Partys an vorderster Front, bei Arbeitsmoral und Intelligenz aber diskret. Allmählich sieht Vontobel ein dass die Skills der meisten übernommenen Anlagespezialisten marktunterdurchschnittlich sind. Überall wo zuviele Notensteiner das sagen haben herrscht dicke Luft und Verständnislosigkeit in den Teams. Die nächste Runde wo Notensteiner aussortiert werden ist nur noch eine Frage der Zeit.

  2. Herr Heininger ist angestellt als Abteilungsleiter und nicht Chef bei VT. Wenn er in seiner Freizeit gerne raucht und Bier braut, so lasst ihn doch. Ist ja wohl seine Privatangelegenheit. Was sollen die Vorfälle in einen privaten Braukeller mit VT zu tun haben?

  3. Hässig:
    Sie hätten nach „Vincenz“ aufhören sollen. Dann wäre ihnen die Achtung gewiss gewesen.
    Jetzt werden ihre Geschichten immer doofer. Wollen sie ins Dschungel-Camp ?

  4. Es gab mal so etwas wie „Gewähr“: Bietet eine Person Gewähr für eine einwandfreie Führung einer Bank? Meine Frage: Ist diese wirklich noch gegeben in einem solchen Fall?
    Persönlich wäre für mich klar, was zu tun wäre.

  5. Alleine das Lebensmotto sagt alles:

    „Wer einmal mehr hinfallen als aufstehen kommt weiter….“

    An solch banalen Aussagen ist ja grundsätzlich nichts auszusetzen. Über Geschmack lässt sich trefflich streiten. Aber bitte, bitte, bitte grammatikalisch korrekt verpacken…

  6. Cigar Club Berne.
    Club-Mitglied werden:

    Wir sind sehr bestrebt, die «Qualität» der Mitglieder hoch zu halten. Hierbei ist nicht die berufliche Stellung entscheidend, sondern die «Persönlichkeit» und die Kompatibilität zu den bestehenden Mitgliedern.
    Da fehlt eigentlich nur noch Zeno Staub als neues Mitglied………

  7. Roland Heiniger hat nach steiler CS-Karriere ins Private Banking gewechselt und hat sogleich ins Lager der aussterbenden Spezies „Old School Private Banker“ gewechselt. Es spielt Golf im edlen Blumisberg-Club, wo sich Bernburger und Parvenus treffen, ist in weiteren hedonistischen Organisationen und, da er ja im Büro nichts zu tun hat, braut er noch sein eigenes Feierabendbierchen. Dass sich bei Vontobel Zürich ob solcher Arbeitsscheu nicht auch längst etwas zusammengebraut hat, grenzt an ein Wunder. Ich würde jedenfalls keinem Banker mein Geld anvertrauen, der seine Hobbies professionell, aber das Banking offenbar nur hobbymässig betreibt.

  8. Roland Heiniger ist eine Riiisen Endtäuschung als VR Präsident macht man solche sachen nicht.

    Ich bin Aktionär bei der Mein Emmental AG und bin nun nicht mehr stolz darauf.
    Auch hat er die besten Angestellten rausbuggsiert… wohl weil sie nicht mitläufer wahren .
    Charakter hat diese Person wenig ..

    • Der Kommentar stinkt mir gewaltig nach P….

      Finde es sehr traurig, als Aktionär so über die Firma zu urteilen, ohne den wahren Hintergrund zu kennen. Der Artikel ist wie der vorherige; sehr einseitig!

    • @ K.Z.nicht P.E.?
      Ich weis den genauen Hintergrund.Deshalb urteile ich nicht sondern spreche Wahrheiten aus.

      ES Stinkt gewaltig ja nach lügner und schönsprecher.

    • Genau so einer ist er. Er hat ohne Zwinkern Leute bei Notenstein auf die Strasse gestellt und sein Ding durchziehen wollen. Erfolg gering ! Wichtigtuer sondergleichen.

  9. Es existiert kein Link zur Vontobel Webseite. Das wäre der einzige „Fehler“ gewesen von Herrn Heiniger. Ob die Installation der Ueberwachungskameras ein Fehler ist, werden die Gerichte beurteilen.

  10. Emmental, der Hot Spot der CH-Pampa. Bis anhin war es zwar so, dass man dort nicht mal die Haustüre abschliesst und 80’000.- Fränkige Traktore mit Handschlag verkauft. Aber eben. …was macht man nicht alles für ein vertrauensvolles Arbeitsumfeld

    • Das Emmental als CH-Pampa zu bezeichnen, kann eigentlich nur einem der arroganten Tsürcher passieren. Die Anschwärzer von Tsürich wissen ja bekanntlich eher wenig über die Rest-Schweiz, ausser etwa wo das Engadin liegt und welche Autobahnausfahrt man nehmen muss, um nach St. Moritz zu kommen.

      Typisch für viele Kommentatoren von IP: Einfach draufhauen und nicht mal merken, dass diese gepimpte Story gewaltig stinkt. Und zwar nicht nach Heiniger’s Zigarrenrauch, sondern nach einer Lügengeschichte, um einen StartUp-Unternehmer, der im Emmental gemäss Medien rund 20 Arbeitsplätze geschaffen hat, ein Bein zu stellen.

      Dies etwa deshalb, weil der VRP des Unternehmens „Mein Emmental“ seine Biertanks per Video überwacht – das machen übrigens viele Bier-Brauer, denn immerhin gilt es, Getränk-Tanks mit tausenden von Litern Bier zu schützen. Aber diese geschäftlichen Realitäten interessieren, wie immer, im IP-Sumpf niemanden wirklich.

      Draufhauen, dann auch noch den Arbeitgeber, die Bank von Tobel des Bier-Unternehmers Heiniger ins Spiel bringen – Strafklage. Das war doch bestimmt die Absicht dieses im Emmental einschlägig bekannten, mit scheint’s grosser Mehrheit aus dem VR der Mein Emmental AG abgewählten Verwaltungsrats, der nun alle schmutzigen Tricks spielt, um nicht ganz abzustürzen – nachdem bereits jeder im Emmental weiss, dass der Mann als VR nicht wiedergewählt worden ist .

      Weil die Emmentaler jedoch der Wahrheit zugetan sind – Handschlag zählt, gäu Lukas – darf sich der Abgewählte fortan stärker denn auf sein berufliches Nirwana einstimmen.

  11. Die Schweiz verkommt immer mehr zu einer Zweiklassengesellschaft:

    Oben die selbsternannte Elite und ihre Beschützer, unten die Idioten die dieses linke Abzockerregime durch Zwangsgebühren, Steuern und andere fantasievolle Abgaben gefälligst zu finanzieren hat.

    Die bürgernahe Polizei dein Freund und Helfer? Denkste, die Zeiten sind längst vorbei. Die Polizei dient nicht mehr dem Bürger sondern dem Machterhalt einer Versagerkaste, die sich selbst „Elite“ nennt.

    Dass ausgerechnet die Berner Kantonspolizei, die regelmässig durch illegale Schnüffeltätigkeiten, Standart-DNA-Swaps bei (angeblichen) Bagatellverbrechen, IMSI Catchern und Kameradrohnen negativ auffällt, die Ermittlungen führt, entbehrt nicht einer gewissen Ironie.

    Sowieso ist es eine bodenslose Frechheit dass einem der Staat soweit in den Privatsphärebereich eingreift dass man in seinen eigenen privaten oder geschäftlichen Räumlichkeiten offensichtlich eine (selbstverständlich kostenpflichtige) Genehmigung braucht, die dann häufig auch noch (natürlich kostenpflichtig) abgelehnt wird.

    Wenn die unterdrückte Minderheit von 20%, die in diesem Land noch zu den Netto-Steuerzahlern gehört, nicht bald die Stimmenmehrheit zurück erhält, wird es böse enden.

  12. Interessant, wie immer mehr Banker zu Machenschaften greifen. Die nehmen die Obersten zum Vorbild, wobei sich diese mit Millionen vollstopfen.

  13. Die Ermittler werfen Heiniger wohl gar nichts vor, sonst wären sie in ihrem Beruf genauso falsch wie der Autor dieses Hobbyblogs. Ermittler machen genau das, was ein Journalist vor Veröffentlichung eines Artikels auch machen sollte. Sie recherchieren unvoreingenommen, sammeln Fakten und Beweise und ziehen dann die Schlussfolgerungen. Solltest Du auch mal versuchen Lukas.

    • @Er Mittler
      Sind Sie auch Mitglied von cut n‘ smoke Bern und einmal mehr aufgestehen als hinfallen?