Raiffeisen köpft Helvetia mit Fake-Ausschreibung

Präsident Lachappelle wollte Partnerin Helvetia um jeden Preis loswerden. Nun holt er wohl Berner Mobiliar.

Guy Lachappelle geht als jener Kapitän in die Raiffeisen-Geschichte ein, der alles, was mit der unrühmlichen Vergangenheit zusammenhängt, über Bord schmeisst. No Mercy.

Das bekommt die historische Partnerin der Raiffeisen zu spüren. Heute geben Bank und Versicherung das Aus ihrer „langjährigen und exklusiven Vertriebs-Kooperation“ bekannt.

Schon per Ende 2020 ist Schluss. Dann geht jeder seine eigenen Wege. Bei der Raiffeisen führen diese unter VR-Präsident Lachappelle nicht nach Basel, von wo der Ex Basler Kantonalbank-Chef stammt.

Sondern nach Bern, in die Bundeshauptstadt. Die Raiffeisen soll die Mobiliar zur neuen Partnerin küren; auch sie gleich wie die grosse Bankengruppe in „menschenfreundlicher“ Genossenschaftsform.

Hinter dem fliegenden Wechsel des Assekuranz-„Lovers“ steckt ein machiavellistisches Spiel vom starken Raiffeisen-Mann. Er soll laut einem Insider direkt in den Fall involviert sein.

Ausmisten: Auch Vincenz‘ Roter Platz? (IP)

Lachappelle habe dafür gesorgt, dass die Kriterien für die gemeinsame Zusammenarbeit im Vertrieb von Versicherungs- und Bankenprodukten angepasst würden.

Und zwar während dem laufenden Verfahren und so, dass die veränderten Vorgaben aus der Raiffeisen-Zentrale in St.Gallen perfekt auf einen Player zugeschnitten sind: auf die Mobiliar.

Damit konfrontiert, meinte die Raiffeisen Schweiz im Februar:

„Die Kooperation mit Helvetia läuft bis Ende 2021. Im vergangenen Frühjahr hat Raiffeisen Schweiz die Kooperation im Versicherungsbereich öffentlich ausgeschrieben.“

Und weiter: „Wir sind zurzeit mit verschieden Versicherungsunternehmen im Gespräch. Ein Entscheid ist bis anhin nicht gefällt.“

Nun gings schnell. Statt frühestens Ende 2021 trennen sich Raiffeisen und Helvetia bereits ein Jahr früher, am 31. Dezember des laufenden Jahrs.

Warum dieser harte Schnitt?

Guy Lachappelle hat ein grosses Ziel: die Raiffeisen-Gruppe von allen „Taten“ des Ex-CEOs Pierin Vincenz zu säubern. Der Schulterschluss mit der Helvetia gehört für Lachappelle dazu.

Vincenz wechselte im Herbst 2015 direkt vom operativen Chefsessel bei der Nummer 3 im Banking auf den Präsidenten-Thron beim grossen Versicherungskonzern.

Für diesen ein Katzensprung; nicht nur, weil beide Firmen in St.Gallen hausen. Vincenz sass schon zuvor im VR der Helvetia, und unter seiner Führung wurden die Banden zwischen den zwei Häusern immer enger.

Vincenz Ziel war vermutlich, als Erster das zu schaffen, woran die Zürcher Grossbanker allesamt gescheitert waren: einen helvetischen Allfinanz-Konzern von beträchtlicher Grösse zu schmieden.

Mit dem Auffliegen von Vincenz‘ Privatdeals geriet die Firmen-Liaison in der Gallus-Stadt ins Wanken. Als dann Lachappelle Ende 2018 ans Steuer kam, wurde schnell klar: Helvetia und Raiffeisen, das war mal.

Lachappelle könnte auch die Pensionskasse von Vincenz, Patrik Gisel, Marcel Zoller, Michael Auer und den weiteren Ex-Spitzenleuten der Raiffeisen im Auge gehabt haben.

Die Zahlungen für eine Beletage-Vorsorge der Spitzenklasse liefen via Vincenz-Vertrauensanwalt zur Helvetia. Dort vermehrte sich Jahr für Jahr das Kapital der Raiffeisen-Manager für die Zeit danach.

Kommentare

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  1. Lieber Herr Hässig. Da stellen Sie etwas in einem völlig falschen Licht dar. Hier die Wahrheit:
    Die Kooperation mit Helvetia war überaus erfolgreich in den letzten Jahren. Raiffeisen hat rund 1/3 zum Wachstum im Neugeschäft beigetragen. Leider profitierte ein Partner der Kooperation mehr als der Andere. Helvetia bekam Neugeschäfte von Raiffeisen und Helvetia baut im gleichen Atemzug mit Moneypark einen direkten Konkurrenten zu Raiffeisen auf. Auch sonst kommt von Helvetia in der Kooperation nichts zu Raiffeisen zurück –> eine Waage im Ungleichgewicht.

    Aus diesem Grund ist die Ausschreibung für einen neuen Partner die logische Konsequenz und das einzig Richtige.

  2. Wie es scheint, mistet Lachapelle bei Raiffeisen aus und zwar gründlich. Das verdient Anerkennung. Er macht das, was man erwartete nach den Vinzenz-Turbulenzen. Wie das mit der Mobiliar weitergeht, werden wir sehen. Die Mobiliar war ja bis anhin als seriös und kundenorientiert bekannt, fast schon als etwas bieder, was durchaus sympathisch ist. Hoffentlich bleibt das so und hoffentlich bricht dort nicht das Giervirus aus.

  3. Man hätte früher mit der MOBILIAR kooperieren sollen,weil die Raiffeisen Bänker hatten von Versicherungen praktisch null Ahnung

    • Das sehen Sie wohl etwas falsch. Raiffeisen Banker haben rund 30% Anteil zum Neugeschäft Leben beigetragen. Und Sachversicherungen sollen die Aussendienstler (gestern noch auf dem Bau, heute bei der Versicherung) der Versicherungen verkaufen.

    • Raiffeisen ist beispielweise beim Kauf von ABB im Gegenwert von CHF 10’051.20 günstiger als Swissqoute. Und das finden Sie massloss!?

  4. Kein Wunder, dass die Abwasserkanäle der St.Galler “City“ (nach der Paradeplatz-Stadt Zürich) landesweit den höchsten Kokaingehalt aufweisen.

  5. Lieber Herr Hässig. Da stellen Sie etwas in einem völlig falschen Licht dar. Hier die Wahrheit:
    Die Kooperation mit Helvetia war überaus erfolgreich in den letzten Jahren. Raiffeisen hat rund 1/3 zum Wachstum im Neugeschäft beigetragen. Leider profitierte ein Partner der Kooperation mehr als der Andere. Helvetia bekam Neugeschäfte von Raiffeisen und Helvetia baut im gleichen Atemzug mit Moneypark einen direkten Konkurrenten zu Raiffeisen auf. Auch sonst kommt von Helvetia in der Kooperation nichts zu Raiffeisen zurück –> eine Waage im Ungleichgewicht.

    Aus diesem Grund ist die Ausschreibung für einen neuen Partner die logische Konsequenz und das einzig Richtige.

    • Ich danke der Kommunikationsabteilung von Raiffeisen für die erklärenden Worte.

  6. Na Claro: Urs Berger ist ja nicht nur Chef der Mobiliar, sondern auch BKB-Bankrat. Und damit ein langjähriger Spezi von Guy Lachappelle…

    „Basler Bebbi“ haben doch schon immer zusammen gehalten!

  7. Der heutige Kommentar von Helvetia macht es deutlich: Die Kooperation hat unternehmerisch nichts gebracht und die Kunden von Raiffeisen haben wegen Helvetia wohl kaum von einer ganzheitlicheren Beratung profitiert. Daran wird sich auch mit einem neuen Partner nichts ändern. Nur: für einen VR Sitz muss man halt etwas auf den Tisch legen.

    • Leider ist dieser Kommentar seitens Helvetia nicht korrekt. Guten Miene zum bösen Spiel…

  8. OMG, das kann ja heiter werden. Unsere super Strategen am Mobiliar Hauptsitz in Bääärn haben bereits eine Kooperation mit den Kantonalbanken ausgehandelt. Die von einer Kantonalbank vermittelten Kunden bekommen eine günstige Prämie, aber null Service von der Bank. Was passiert? Genau, sie kündigen bei der Generalagentur ihre seit Jahren bestehende Risikoversicherung, schliessen günstig bei der Bank ab, bekommen dort keinen Service und wenden sich am Schluss mit Fragen wieder an die lokale Versicherungsagentur. Die darf es dann auslöffeln. Die Kooperation mit Raiffeisen ist das nächste Eigentor. Tolle Leistung Bern Bundesgasse!

    • Geht ja zu wie bei der Post. Dort verkaufen die Bäcker neben Gipfel und Kaffe nun auch Postprodukte und umgekehrt. Wann kommen die Wurstwaren und Kugellager. Ein bischen oberflächliche „Produktschulung“ fuer die Drückerkolonnen und du bist King of Postagent.
      Das gleiche gilt fuer die Versicherung.

  9. Ein veritabler Schnitt in den St. Galler – Filz.

    Dass die Helvetia nie sauber war in Sachen Verbandelung mit Raiffeisen, wusste man seit Jahren und gipfelte in der Inthronisierung von Pierin Vincenz zum VR-Präsidenten.

    Für mich erhält die Raiffeisen mit dem Mobiliar-Entscheid mindestens ein Doppel-A+ . Raiffeisen sollte als Beispiel eingehen im schweizerischen Beziehungs-Geflecht von Filz-und Gefälligkeits – Banden!

    Helvetia, das war einmal…….

  10. wir hören nur immer lachapelle, lachapelle, lachapelle; wo ist eigentlich der ceo (wie heisst der schon wieder?)

    • lachapelle, das will man ja nicht wirklich hören,, er gibt ja seinen geschäftspartnern auch nicht die hand zum gruss und schaut seinen gesprächspartnern nicht ins gesicht … er ist für besseres bestimmt, kann sichs ja auch leisten, nach all den lügen in Basel… und in Frick….

    • Mir luege uns jetzt tief in d Auge und Sie verspräche mir do am Tisch, dass alles in Ornig kunt bis Aendi Johr für d BKB …. (2012) das isch unsere Deal…… falls nit,,, verlange mir eifach Spese uf jedes Konto….. Zitat aus Sitzung in Frick…