EY-Topfrau Julie Teigland in Wirecard-Crash

Spitzenmanagerin, die in Zürich die alte Boys-Führung auf die Strasse stellte, war Chefin Deutschland. EY droht Strafanzeige.

Wird EY zur nächsten Arthur Andersen? Die einstige Top-Revisorin ging sang- und klanglos unter im Enron-Betrugsskandal vor 20 Jahren; ein späterer Gerichtsfreispruch half nichts.

Nun steht EY im möglichen Grossbetrug beim deutschen Zahlunternehmen Wirecard im Visier von Anleger-Klagen und staatlichen Ermittlern. Und damit rückt eine Topfrau von EY ins Rampenlicht.

Julie Teigland heisst sie. In der Schweiz wurde Frau Teigland bekannt, als sie im Dezember 2018 nach Medienberichten über eine Boys-Kultur ganz oben bei EY Schweiz die Reissleine zog.

Teigland setzte mehrere Spitzenleute auf die Strasse, darunter den Chef für Versicherungen – und später auch CEO Marcel Stalder. Dieser durfte offiziell selbst kündigen, er ist heute CEO der Chain IQ des umtriebigen Claudio Cisullo.

Teiglands Aufräumaktion befeuerte ihre Karriere. Im Frühling vor einem Jahr, nur wenige Monate nach der Putzaktion in Zürich, wurde die Managerin neue Chefin EMEIA, also Lenkerin von Europa, dem Mittleren Osten, Indien und Afrika.

Aufsteigerin Teigland: Was wusste sie? (Youtube)

Ein Gewaltssprung für die bis dato Zuständige für die Region DACH, das Kürzel für Deutschland, Österreich (Austria) und Schweiz.

In einer EY-Mitteilung wurde die Bedeutung des Karrieresatzes von Teigland herausgestrichen.

„Mit ihrer neuen Funktion wird Julie Linn Teigland auch Mitglied der Geschäftsführung von EY Global, dem höchsten Leitungsorgan von EY.“

„Der Frauenanteil in dem Gremium erhöht sich damit auf fast ein Drittel (31 Prozent). Sie wird zudem als erste Frau die EMEIA-Praxis leiten.“

Nun ist der Wirecard-Skandal explodiert. Und EY steckt mitten drin. Die Revisorin war die letzten entscheidenden Jahre Prüferin des Konzerns.

Bei diesem sind rund 2 Milliarden Euro, die auf Asien-Bankkonten liegen müssten, spurlos verschwunden.

Enron lässt grüssen. Teigland war zuständig für EY Deutschland, Wirecard war ein deutsches „Wunderunternehmen“ und stieg im DAX zu den Überfliegern auf.

Arthur Andersen gibts nicht mehr. Die besten Andersen-Berater des Schweizer Ablegers landeten Anfang des neuen Jahrtausends bei EY.

Nun ist EY in Schieflage wegen Wirecard. Julie Teigland, die Iron Lady des Beratungs- und Revisionsunternehmens, Teil der Big Four: Ist auch ihre Karriere in Gefahr?

Kommentare

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  1. die Milliarde sind auf den Philipinen über diverse Firmenkonstrukte, am Schluss gelandet bei einer Firma auf den Philipinen die auf den Namen der Ehefrau von Braun läuft, denn die ist soviel ich weis Philipinin. Die haben sehr genau gewusst was die da machen.

  2. Die grösste Bilanzposition ist inexistent seit 10 Jahren. Und in der Zeit hat der Revisor – der für seine Dienste über 1 Mio. Euro pro Jahr abkassiert – nicht einmal eine Bankbestätigung einverlangt?
    Das stellt sich mir nur eine Frage: Wer hat noch mit abkassiert und wie viel?

  3. IT Firmen und was sind diese wert?

    Kauffreudige Kunden, eine Kreditkarte (zahle später),das möchte ich
    auch noch, ein charismatischer Visionär, viele Bewunderer und dann
    noch eine gute Revisionsgesellschaft. Das schafft Börsenwerte.

    Oder einfach gefragt: Haben Sie Informatikkenntnisse?
    Antwort. “ Ja sicher! Das IPhone habe ich ja mitgebracht“. Toll.

  4. Ich kenne den Wirecard Skandal nur aus der Presse. Dass man sich als Buchprüfer die Banksaldi bestätigen lässt, weiss jeder kleine Vereinsrevisor. Wenn EY da wirklich geschlampt haben sollte, dann braucht es diese Firma am Markt tatsächlich nicht mehr. Möglicherweise wurden sie ja tatsächlich mit gefälschten Dokumenten hinters Licht geführt. Es wäre schön, wenn wir wenigstens in diesem Punkt bald Genaueres erfahren würden.

  5. In 6 Handelstagen von 100.-€ auf 2.50.-€.
    Direkt in die Insolvenz.
    Der ex-CEO hat diese Zeit genutzt, um seine Titel abzustossen.
    Er kennt als Insider den Betrug bestens.
    Das österreichisch-deutsche Märli ist zu Ende erzählt.
    Guet Nacht liebe Kinder.

    • Der CEO wurde gegen Kaution aus der U-Haft entlassen, er dürfte jetzt sehr beschäftigt sein, um für sich den Schaden zu minimieren. Totalversagen der Behörden in einem Fall von mutmasslichem Betrug von allergrösstem Ausmass. Ob hier keine Kollusionsgefahr besteht?????

  6. Wetten, dass die Dame eine gute Lösung findet, um sich schadlos zu halten und als Opfer da zu stehen. Wetten, dass sie EY verlassen wird aber immer noch sehr gut leben wird. Wetten, dass alles in drei Jahren eh vergessen ist.

  7. Worüber genau ereifert ihr euch eigentlich?!?

    Die kurz von dem Knall verschickte mail einer sehr bekannten CH-Bank, Strukis auf Wirecard mit Coupons bis zu 74% (!) seien im Mai die bei EAMs beliebtesten Produkte gewesen, liess bei mir alle Glocken klingeln!

    Aber schauen wir doch zurück auf ein paar Beispiele:
    – die Sell-Empfehlung auf Swiss vom CS-Analysten hat diesen den Job gekostet
    – die Subprime-Bubble hat nur deshalb entstehen können, weil sämtliche Rating-Agenturen im Verteilen von AAA- und AA-Ratings sehr grosszügig waren
    – Lehman dito in grün
    – Behring hatte auch Auditors – schon gehört, dass ein solcher gerade stehen musste?
    – wofür genau haben wir eine FINMA – kann mir jemand auch nur einen einzigen Fall nennen, wo diese einen Skandal verhindert oder aufgedeckt und entsprechend sanktioniert hat???
    – Branson war im Lead beim Libor-Skandal der UBS Japan…
    – Ospel, Rohner, Kielholz, Teigland, … – nichts als Skandale, verbrannte Erde und Landschäden allenthalben. Konsequenzen: nada!

    Also, fangt an zu denken und handelt entsprechend. Aber hört verdammt nochmal auf, zu jammern und zu stöhnen!

  8. Wenn Peter Forstmoser das liest, bewirbt er sich noch bei EY um Mandate.

    Z. B. als Gutachter für Echtheit von Babk-Saldenbestätigungen.

  9. Was LH schreibt:
    „Nun ist der Wirecard-Skandal explodiert. Und EY steckt mitten drin. Die Revisorin war die letzten entscheidenden Jahre Prüferin des Konzern.“
    Was im Audit Report steht (konsolierte JR 2018):
    „The auditor responsible for the audit is Martin Dahmen.“
    Im EY Bericht zur Prüfung des Einzelabschlusses steht:
    „Der für die Prüfung verantwortliche Wirtschaftsprüfer ist Martin Dahmen.“
    Dahmen unterschreibt unten rechts, also hat es noch eine Unterschrift links, aber das ist nicht Teigland! So what the heck is going on here?

    • JT ist keine deutsche Wirtschaftsprüferin.
      Sie hat einen amerikanischen CPA.

  10. ich habe mir die mühe nicht gemacht, gibt es ein CH bankinstitut, das nicht von einer der 4 revidiert/auditiert wird? kann es sich heute eine CH bank erlauben, NICHT von einer der 4 revidiert/auditiert zu werden? the jury is still out.

  11. Und wieder einmal zeigt sich, dass die Wirtschaftsprüfer keinen Added-Value beisteuern und nicht das geeignete Mittel sind, um Finanzskandale zu verhindern bzw. aufzudecken. Wer schon einmal in dieser Branche gearbeitet hat, weiss dass das Setting so nicht funktionieren kann: Der Geprüfte zahlt für die Prüfung. Da wird sich jeder Partner hüten, seinen Kunden zu verärgern und jeder ehrgeizige Wirtschaftsprüfer, der auch Partner werden will, wird sich sicher nicht gegen seinen Chef stellen. So wird schon einmal das Eine oder Andere grosszügig ad acta gelegt. Zudem sind viele Wirtschaftsprüfer einfach nicht qualifiziert genug, um wirklich effektive und effiziente Prüfungen der komplexen Geschäfte ihrer Kunden durchzuführen. Dazu kommt noch, dass die Digitalisierung bei den Wirtschaftsprüfern damit gestoppt hat, dass Revisionsberichte mit MS Word statt mit der Schreibmaschine geschrieben werden und ja zugegeben, manchmal wird auch noch bisschen Excel und Email verwendet.

    • Was genau ist kompliziert, wenn ein deutsches Unternehmen 2 Mia auf philippinischen Konten hat?

      Jeder Vollidiot weiss, dass da etwas nicht stimmt!

    • @Ex

      Stimme zu. Aber, MS-Word oder irgend ein Hype-Format spielt keine Rolle.

      Eine Rolle spielen:
      – Erfahrung: ein geschultes Auge (viele „Top-Leute“ sind ehrlich blind, denen kann man das Problem sogar unter die Nase halten)
      – Charakter und Erziehung (viele Junge übernehmen keine Verantwortung mehr für ihr eigenes Handeln, Erkennen ihren Beitrag am Spiel nicht)
      ,- Extremer Formalismus im Revisionsverfahren (Hauptsache, Dokumentation)

      Hauptproblem:
      Revisionsstelle haftet nicht für Gesetzesverstösse, die sie nicht „gesehen“, festgestellt hat. Bei bestimmten Mandaten werden darum oft nicht unbedingt die „hellsten Sterne“ eingesetzt. Resultat: keine Feststellungen.

      Added-Value: In Abschlussbesprechungen muss auch die Zukunft des Unternehmens thematisiert werden. Im KMU Bereich gibt es viele gute Revisoren, welche Value generieren mit guter Fragestellung und Hinweisen (nicht Bericht gemeint), das können unnötige Kosten sein, unnötige Risiken, Branchen-Spezifisches Know-How etc. etc.

  12. E&Y hat diese Misere überhaupt erst möglich gemacht. Jahrelang wurde alles testiert. Hätte KPMG nun nicht dazwischen gefunkt? Wer weiß, ob es dann nicht wieder ein testat gegeben hätte?
    E&Y muss genauso zur Rechenschaft gezogen werden.

  13. Der Wirecard Fall erinnert sehr an den Behring Flop. In beiden Fällen haben sich riesen Summen spurlos in Luft aufgelöst. Es lässt sich schon die Frage stellen ob die Herren Behring und Braun benutzt wurden, damit ein Reinigungsinstitut betrieben werden konnte?
    Gunther Kropp, Basel

  14. Anklagen und bei Schuld EY + JT, etc vernünftig verurteilen, anders funktioniert es heutzutage leider nicht mehr, damit eine Geschäftsführung nach Treu & Glauben auf Managerebene wieder funktioniert. Ein grosser Lohn sowie noch grössere Boni beinhalten eben auch eine grosse Verantwortung. JT sollte umgehend in Ausstand treten und die Strafbehörden Umgehend aktive werden. IP weiter so.

  15. Durch Teiglands Testat wurde Wirecard zum Wunderunternehmen. Teigland hat bei Wirecard den grössten DAX Skandal der letzten Jahre mitverursacht, unfassbar, untragbar, unglaublich. Teigland hat alle ihre Pflichten als Wirtschaftsprüferin vernachlässigt und missachtet.

    • Die JT wird eine Grund gehabt haben alle Manager zu entlassen hatte und weshalb sie ihre Pflichten vernachlässigte.

    • Einmal mehr in der aktuellen (Miss-)Wirtschaftsgeschichte: Karrierebewusste Quotenfrauen dealen sich ohne Skrupel und über Leichen die Management-Leiter hoch. Irgendwann platzt dann die Bombe und sie versinken (mit viel Schotter in der Tasche) im Niemansland. Zurück bleiben ein kolossaler wirtschaftlicher Schaden und viele frustrierte Mitarbeiter ohne Perspektive.

    • Da kann man nur sagen, das eigene Karma arbeitet schnell und präzise, jetzt ist Frau Quote berechtigterweise selber dran.

    • Verantwortlich sind aber auch die Deppen, die die Papiere gekauft haben. Wer kauft denn z.B. ein Auto nur aufgrund des MfK/TÜV-Berichtes? Eigentlich begrüsse ich, was geschehen ist. Millionärserben und Lotteriegewinner, die mit ihrem Vermögen nicht richtig umgehen können, sollen es ruhig wieder verlieren. Das ist sinnvoller Finanzdarwinismus.

      Allerdings würde ich nicht auf Revision verzichten wollen. Aber die Vorgehensweisen bei der Revision müssen verbessert werden. Zunächst ist es ein Unding, dass jahrelang hintereinander die gleiche Revisionsgesellschaft beauftragt werden kann (was derzeit wohl die Regel ist). Für Revisionen sollten den Aktionären mehrere Angebote vom Aufsichtsrat/Verwaltungsrat eingeholt und der Hauptversammlung zur Wahl gestellt werden. Dabei ist den Anbietern auch Gelegenheit zu geben, über das vorgeschriebene Mindestmass hinausgehende Leistungen sowie erweiterte Haftungsbedingungen für Fehlleistungen zu offerieren.

  16. Knast ist angesagt…
    … wenn Kunden gefälschte Unterlagen der Revisionsstelle und weiteren Institutionen unterjubelt und Investoren betrügt sollte in den Knast.

    Aber warum EY es nicht aufgefallen ist, muss nun hinterfragt und eingehend geprüft werden.

  17. hoffentlich wird endlich wird aufgeräumt bei ey. kenne diese art von revisionen aus eigener erfahrung. unseriös und alle wissen es.. inkl. finma.

  18. Weit über 100 Mio. CHF wurden in Form von Strukies auf Wirecard versenkt,sämtliche Banken und Vermögensverwaltungsfirmen kauften diese Produkte lediglich wegen der eingepreisten Gebühr und der schmackhaften Retro. Diese Emitenten haben einmal mehr aus Geldgier Kunden schamlos ausgenützt, denn die Emitenten wussten dass seit Monaten Shortpositionen offen waren und diese sich bis auf 20 % bis 25 % der Marketcap erhöht haben. Ein Indiz und Evidence mehr , warum ich seit 2008 Finger von sämtlichen dieser betrügerischen Anlagen lasse und auch seit 2008 keine Bank-und Versicherungsaktien kaufe.

    • und die Emittenten haben natürlich gewusst dass die Aktie crashen wird, jaja genau. Die Emittenten haben auf ihren Hedges jetzt selber Millionen verloren, solche schnellen Kursbewegungen kann man nicht perfekt hedgen, da zahlt jeder ein.

      Kunden wollen hohe Coupons, die gibt es bei hoher Volatilität, daher hat jeder Strukis auf Wirecard abgeschlossen. Jetzt schauen alle blöd, Kunden haben Verlust und die Emittenten verlieren mehr Geld als sie vorher mit der Marge verdient haben..

    • Frauen werden oftmals auf Chef Positionen gehievt wenn der Skandal des Vorgängers schon am brodeln ist. Dann kommt wieder ein Mann.

    • Immer noch weniger Fälle als unfähige Männer, da dürfen Frauen noch ein paar Unternehmen versenken um nachzuziehen….

    • @sergio, hmmm. wenn ich tagespresse lese erhalte ich diese antworten eigentlich.. erstaunt mich sergio

  19. Wirecard ist eine Blamage für ganz Deutschland.
    Buchprüfer, Finanzaufsicht, Analysten versagten kläglich.

  20. Es kann nicht so schwer sein, die 2 Mia. zu finden. Schliesslich hat EY die Existenz des Betrags per Ende 2018 noch bedenkenlos attestiert. Dann reicht es, nachzuforschen, welche Kontenbewegungen in den letzten 12 Monaten erfolgten, und schon hat man die Kohle wieder. (IRONIE OFF)

    • Max: Die 2 Milliarden sind bei mir, aber bitte nicht weitersagen, schon gar nicht EY. Danke :-).

    • Das Geld hat aber gar nicht existiert. Die Bank die das Geld in Philippinen gehabt haben sollte, hat gemeint, dass sie es sofort wissen würden wenn sie so einen grossen Kunden hätten.

  21. Das Versagen von EY im Falle Wirecard ist eklatant

    Es gibt Parallelen mit dem Schweizer Fall Sogevalor, wobei die BaFin bereits Versagen eingeräumt hat und gewillt ist bei der Aufarbeitung von strafrechtliche Sachverhalten mitzuarbeiten.

    In der Schweiz hat die FINMA um das eigene Versagen zu kaschieren EY-Organe vor Strafanzeigen geschützt. Andere Länder, andere Sitten!

    Übrigens: Der Fall Wirecard betrifft auch die Schweiz – Credit Suisse mittendrin statt nur dabei bei ‚Deals‘ und der Schädigung von (Zwangs-)Aktionären.

    Nur ist das wohl noch nicht bis zur FINMA durchgedrungen – Chef Branson dürfte schon im Sommerurlaub sein…

  22. „Insideparadeplatz“
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    Inside Paradeplatz (IP) publiziert mit diesen Fokus jeden Morgen aktuelle Artikel zum Schweizer Finanzplatz mit seinem Herz am Paradeplatz.
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    https://insideparadeplatz.ch/about/
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    Wirecard in DE gelistet
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    Teigland in DE tätig.
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    Spätestens jetzt sollte es klar sein um was es hier bei IP geht.

    • Ich dachte immer, die Seite würde vom deutschen Bundesfinanzministerium betrieben:

      https://tinyurl.com/ycqz8hc3

      _

      Bei schlechten Beamten aber helfen uns die besten Gesetze nichts.

      Otto von Bismarck
      * 1. April 1815 † 30. Juli 1898

    • … du hast recht, beide Parteien sitzen in Deutschland, jedoch betrifft es auch die Schweizer Finanzwelt und Schweizer Investoren. Somit es doch sehr relevant.

    • Im Ausland läuft einfach mehr, ob positiv oder negativ.

      Schau Dir die Schweizer Zeitungen an – ist ja horror, was unsere Journalie uns bietet. Seichter Mist, aufgewärmte Stories und Corona, Corona und nochmals Corona.

      Hässig scheint mir noch der einzige Recherche-Journalist im Land zu sein. Er nimmt neue Hinweise auf, prüft sie und schreibt darüber.

      Von den anderen Schweizer Medien kommt immer weniger, weshalb ich auch immer mehr ausländische Zeitungen abonniert habe. Ist einfach spannender und vorallem informativer.

  23. Das Problem ist die unstillbare Geldgier der Big Four. Bei Ausschreibungen von Prüfungsmandaten gewinnt der billigste, als Folge werden billige unerfahrene Uni-Abgänger eingesetzt. Gleichzeitig verlassen erfahrene Mitarbeiter die Big Four, da ihnen langfristig keine Perspektive geboten wird. Die Fluktuation der Mitarbeiter ist enorm hoch.
    Da der Prüfungskunde das Honorar bezahlt, ist keine der Big Four wirklich unabhängig – bei kritischen Bilanzierungsfragen droht der Klient mit dem Entzug des Mandates. (wes Brot ich ess…)
    Es ist deshalb Zeit, die Prüfung börsenkotierter Unternehmen einem staatlichen Organ zu übertragen, welches völlig unabhängig agieren kann.
    Das bedeutet auch das Ende dieser Big Four Organisationen.

    • Sie haben recht, doch das mit Staatlich ist so eine Sache. Filz gibt es dort noch mehr und wie man beim Corona Kredit Dispositiv sieht, muss auch hier eine der B4 mit Know-how helfen. Nicht so einfach. Abgesehen davon gibt es auch grosse Gesellschaften die Top Job machen.

    • Der kritische Punkt ist, dass die Revisoren von der Firma bezahlt werden. Die Lösung wäre einfach, dass die Revisionskosten von einer unabhängigen Organisation eingezogen werden sollen und von einer übergeordneten Struktur (ob Staat oder privatwirtschaftlich ist noch zu diskutieren) der Auftrag zur Revision jeweils vergeben wird.
      So sind Bezahlung und Mandat total entkoppelt.

      Es gibt ja genügend freie Fachleute im Finanzbereich, die sich mal den Kopf darüber zerbrechen könnten.

    • Das ist das Aktienaufsichtsamt.
      Hierzu gibt es eine Ausarbeitung eines Herrn Richter entweder in der ZfB oder ZfbF 1972 der Alptraum von Prof Leffson.
      Bei diesen Fliegenfängern ohne Rückgrat muss kräftig aufgeräumt werden.

    • Sie liegen absolut richtig. In der Schweiz könnte beispielsweise die SIX von allen kotierten Unternehmen eine Audit Gebühr einkassieren und aus diesem Pool anschliessend die Prüfaufträge ausschreiben. Die Prüfgesellschaften könnten sich bei der SIX für die Mandate bewerben. Neben der Berichterstattung an GV und VR würde ich auch eine Berichterstattung an die SIX einführen. Diese schaut die Abschlüsse ja sowieso durch.

  24. Saldenbestätigungen von Banken einzuholen ist eine der einfachsten Tätigkeiten im Rahmen einer Jahresabschlußprüfung womit üblicherweise Berufsanfänger, Auszubildende und Praktikanten betraut werden:

    https://tinyurl.com/yb77dk9t

    • Sorry, ihr Hinweis zeigt, dass Sie mit der Materie sehr schlecht vertraut sind. Saldenbestätigungen nützen überhaupt nichts, wenn man beim Geschäftspartner Leute bestochen hat. Und gerade auf den Philippinen ist das Banksystem durch und durch korrupt. Da hilft es nur, wenn man jede Kontobewegung nachprüft. Und das ist extrem aufwändig.
      Ich selbst habe als Prüfungsgruppenleiter in der Innenrevision eines Großkonzerns einen Fall geprüft, in dem der Mitinhaber einer Tochtergesellschaft auch einen Anteil bei einem Geschäftspartner hatte und Aufsichtsratsvorsitzender war. Er hat dafür gesorgt, dass eine Salden-Bestätigung erteilt wurde. Darauf ist die Revision nur gekommen, weil sie Verdacht geschöpft hatte und den Geschäftsvorgang vollständig nachvollzogen hat.

  25. Schon wieder die Teigfrau!? – Da hat nun Funiciello die Bäckerei, die sie wollte. – Venceremos! – My ass! Nennt sich „Femiminus“.

  26. Mir war völlig klar, dass eine Firma, wo einer auf der Bühne mit der Assistentin einen Lapdance haben kann und nicht sofort gefeuert wird, auch noch ganz andere Probleme hat.
    Es geht um ein Gesamtbild. Um Führungs(un)kultur.

    • Kann ich nachvollziehen. Bei uns gehen die Chefs mit den Assistentinnen ins Be.. (Nein, es ist nicht das Bernhard Theater.).

  27. Die Zeiten wo eine AA für wrong doing noch abgewickelt wurde sind leider vorbei. Wetten EY kommt mit einem blauen Auge davon