Bei Vontobel bleibt kein Stein auf dem anderen

Ganzer Bereich Marketing wird zerschlagen, vor allem Frauen verlieren Einfluss und Job. Im Investment-Banking fliegen 15 raus.

Die Zürcher Vontobel gleicht einem Boliden, der in voller Fahrt die Räder wechselt. Nicht nur eines, sondern gleich alle vier.

Das kriegen immer mehr Mitarbeiter und Teamleiter direkt zu spüren. Sie verlieren ihre Führungsfunktion, im schlimmsten Fall auch gleich die Stelle.

In diesen Tagen war das weltweite Marketing der Zürcher Familienbank an der Reihe. Dessen Chef wurde vor kurzem in die Wüste geschickt.

Ohne Schutz von oben kams zum grossen Um- und Abbau. Statt Pyramide flache Hierarchien, statt Direktunterstellte und Teams jeder für sich.

Frauen zahlen im Marketing den höchsten Preis. Viele verloren ihre Position oder mussten gehen.

Umgekehrt „überlebten“ die meisten Männer, sagt eine Quelle. Ein Vontobel-Sprecher sagte dazu heute früh:

„Wenn von Veränderungen im Bereich Marketing & Analytics in höherem Masse Frauen betroffen sein sollten, so liegt der Grund darin, dass in diesem Bereich sehr viele Expertinnen tätig sind.“

Bank bebt (IP)

Bad Luck. Im Investment Banking müsste es demnach vor allem Männer treffen. Dort herrscht seit der Entmachtung des lange Zeit unantastbaren Roger Studer wildes Hauen und Stechen.

Verschiedene Vorgesetzte haben ihre Position verloren, so Fredy Flury, ein Urgestein. Flury ging vor kurzem von Bord.

Im Nachgang zu Flurys Abgang bebte kurz die Erde am Bleicherweg, wo die Vontobel ihr stolzes Struki- und Investment-Banking-Gebäude hat.

Laut einem Insider sollen gleich 15 Investment-Banker abgesetzt und entlassen worden sein. Ein Sprecher meinte vor anderthalb Wochen auf eine entsprechende Anfrage:

„Die von Ihnen genannte Zahl von 15 Mitarbeitenden können wir nicht bestätigen. Von der Neuaufstellung sind weltweit insgesamt gut ein Dutzend Kolleginnen und Kollegen betroffen.“

„In der Schweiz sind es weniger als 10 Personen. Die jeweiligen Vorgesetzten haben bereits individuelle Gespräche mit den direkt betroffenen Mitarbeitenden geführt und werden in den nächsten Tagen Lösungen, zum Beispiel im internen Stellenmarkt, suchen.“

„Dabei können alle Mitarbeitenden auf die für Vontobel bekannte Fairness und Transparenz vertrauen. Aufgrund dieser Zahlen ist ein Sozialplan nicht notwendig.“

Kommentare

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  1. Bin Kunde bei dieser Bank – keine Ahnung wie die funktionieren , intern – aber deren Kurs erstaunt mich immer wieder , genauso wie die Empfehlungen (in der Regel wenn es schon gelaufen ist ). Die schoene Internetplattform zeigt , dass die einiges noch nicht verstanden haben (die Zukunft ) . Der obige Artikel und die Kommentare passen zu meinem Bild . Alternativen ?: moeglicherweise das am wenigsten schmutzige Hemd . ….Alternativen ? Welches ist die beste Bank in diesem Land ?

  2. normales wirtschaftliches Dilemma: die Kunden weiterhin abzocken – oder die Aktionaere bluten lassen – oder teure Angestellte feuern!

  3. normales wirtschaftliches Dilemma: die Kunden weiterhin abzocken – oder die Aktionaere bluten lassen – oder teure Angestellte feuern!

  4. to be honest. in den neisten Marketing Abteilungen von Banken arbeiten Damen: Teilzeitjobs – Anforderungen: e biz kreativ – e biz schön – e biz gesellig – e biz naiv – e biz schwatzhaft – e biz quereinsteiger – e biz ersetzbar und e biz billig… so, who cares.

  5. Soeben wurde in Tschechien publik, dass Vontobel für 2019 mehr als 14 000 000 Kronen, umgerechnet 600 000,- CHF dem tschechischen Premier Babis überwiesen hat, wie im Jahr zuvor. Am Freitag hat das EU Parlament mit über 500 Stimmen bemängelt, dass Babis EU Subventionen missbraucht und im Interessenkonflikt steht. Funktioniert Vontobel Compliance überhaupt noch, oder haben wir hier das nächste Abacha Skandal bei einer schweizer Bank? Was macht die Bankenaufsicht?

    • Es ist nicht ersichtlich, für was das Geld überwiesen wurde. Als PEP dürfte er wohl kaum ein Konto bei der Vontobel haben dürfen. Er bekommt auch von Agrofert (ein Konglomerat aus ca. 270 Firmen in Tschechien und im Ausland), dass er angeblich nicht besitzt, jährlich eine Zahlung, einfach so. Aus Luxemburg überweist ihm ein Versicherer jährlich auch eine grössere Summe, auch wenn er dort genauso wenig ein Konto oder Vermögen haben dürfte.

  6. „Die jeweiligen Vorgesetzten haben bereits individuelle Gespräche mit den direkt betroffenen Mitarbeitenden geführt und werden in den nächsten Tagen Lösungen, zum Beispiel im internen Stellenmarkt, suchen.“

    Ich bekomme regelmässig einen Bogenhusten, wenn ich dieses stossende, teilnahmslose HR-Entlassungs-Sprech Gewäsch höre.

    Im Äitscheil Zeitalter müsste das heißen: „wir sind excited, heute mitteilen zu dürfen, dass wir die stets herausragenden Leistungen von Herrn Heiri A. dem Arbeitsmarkt wieder vollumfänglich zur Verfügung stellen können“

  7. „Gut ein Dutzen. In der Schweiz sind es weniger als 10. Fainess mit Transparenz und Vertrauen. Ohne Sozialplan.“ Ja ganau. Und diese Stellen sollten alle sammt Kommunikations- Experten sein.
    Dass sich die Komm nicht vor eigens Ersprochenem graust…

  8. Also ich als Kunde begrüsse es, wenn das Marketing etwas verkleinert und modernisiert wird, denn wahrscheinlich ist es wie bei CS oder UBS noch so gar nicht auf „Digital Marketing“ ausgerichtet. Neue Köpfe mit neuen Ideen sind gefragt!
    Übrigens, ich bin als Kunde bisher mit Vontobel zufrieden. Bessere Produkte als diejenigen der Grossbanken haben sie alleweil!

  9. Das natürlich Habitat der Frau ist die Küche. Da wird sie niemand vertreiben. Der natürliche Überlebensraum für ExManager*innen. Auf längere Perspektive, und mit Blick auf die demografischen Veränderungen, sowieso. Mit der Krise kommt die Wahrheit an den Tag.

    • Ein typischer Kommentar von einem steinzeitmässigen Schweizer Oberspiesser, der wahrscheinlich eine hässliche Alte zuhause hat und regelmässig ins Puff geht.

    • Lieber Herr / Divers?! Mulkumul, sie scheinen zu dem Teil Ihrer Gruppe zu gehören, der nicht für das Nachdenken bezahlt wird und folgerichtig ein karges Dasein auf einem Spargelfeld oder als Security-Doedel vor aktuell leerstehenden Discos fristet. Vor der Einführung von Mobiltelefonen war das okay, doch mit der Möglichkeit zu troeten … wird es peinlich, bzw anstößig…

    • @Gretchen und Irina: je früher Ihr Euch mit den Realitäten anfreundet, desto besser. Es zieht ein neues Zeitalter am Horizont auf. Stichworte „Digitalisierung“ und noch wichtiger für „die Frau*“: „Orientalisierung der Gesellschaft“. Die demographischen Prozesse nehmen erst grad an Fahrt auf, und sie sind unstoppbar und unumkehrbar. Sehr viele Arbeitnehmer*innen werden überflüssig, zuvorderst die Frauen*, und die Frauen* werden auch unter der Dynamik der Orientalisierung besonders gefordert werden. Es waren und sind ja grad die emanzipiert eingestellten Feminist*innen, welche den Influx nahöstlicher Kulturträger begrüssen und im Zuge ihres Kampfes kein gutes Haar an den eigenen 49% der Bevölkerung lassen, auf die sie sich früher mal verlassen konnten, jetzt aber nicht mehr unbedingt, es bröckelt und bröckelt (s. z.B. die ruhmreiche Silvesternacht am Dom zu Köln). Eure Enkel*innen werden ihr grünes Wunder erleben. Schöne Aussichten, schöne neue Welt für Euch, für sie. (Vielleicht hat ja mein Post etwas aufgerüttelt und führt ev. / wenigstens eine Mikrokorrektur im femininen Kampf herbei. Ich zweifle ;-)).

    • Kununu zeigt mehrheitlich nur Fake-Schrott, egal ob es Vontobel oder andere Firmen betrifft. Jeder seriöse Mensch – egal ob Arbeitgeber oder Arbeitnehmer – weiss das und meidet die Kununu-Website.

    • Lustig. Swiss Life lässt gute Bewertungen durch ihre Lehrlinge schreiben. Kein Witz!

  10. Wir dürfen gespannt sein, wann sich der Vontobel-CEO aufgrund des fehlenden Rückhalts in der Belegschaft selber wegrationalisiert. Den VRP dürfte ebenfalls nehmend vermissen. Viel substanzloses Geschwätz von zwei überflüssigen Schwätzern.

    • …. es heisst „ultima“ Ratio! „Ratio“ ist im Lateinischen feminin. Der Genderismus* sollte bitte nicht übertrieben werden! Und vor allem nicht Feminines vermaskulinen, umgekehrt geht schon, ist sogar Plicht (LGBT und so). Aber bitte nicht auch noch die schöne lateinische Sprache verhunzen, die ist ausgestorben und ein historisch wertvolles Denkmal (obschon die Römer Sklavenhalter*innen waren, sollte dieses Denkmal nicht gestürzt werden).

  11. Zugegeben, die Marketing-Abeilung wurde unter Farinato unnötig aufgeblasen. Geliefert haben die Kolleginnen und Kollegen in der Regel aber eher unterdurchschnittlich. Das gleiche gilt aber auch für Zeno Staub und seine Entourage. Einzig beim eigenen Bonus wurde nie gespart. Das ist für mich das eigentliche Armutszeugnis für die feinen Herren, die sich intern oft und gerne als Stars und Firmenlenker mit Weitblick feiern lassen. Leider alles nur Fassade. Und sie bröckelt.

  12. Eine mittelmässige Performance auf die anvertrauten Vermögen, hohe Gebühren und ein zweitklassiges Management – auch Vontobel ist ein Auslaufmodell, Scheidt und Staub inklusive. Ich bin sicher, dass die Erträge in den bevorstehenden Halbjahreszahlen im Wesentlichen auf hohen Transaktionsvolumen basieren und weniger auf Eigenleistung. Tolle Leistung…

    • No problem. Im Selbstmarketing ist diese Spezies spitze. Klappts trotzdem nicht so ganz, winkt der Trostpreis als Quotenfrau in GL/VR.

  13. Das Auswechseln des Marketings bei Vontobel ist zu begrüssen. Die (Schweizer!) Führungskräfte dort haben sich, ihre Fähigkeiten und ihre Wichtigkeit extrem überschätzt. Vielleicht hat Vontobel ja nun doch eine Chance.

  14. EIN Sozialplan wäre längst überfällig, da die aufgerechneten Entlassungen immer Häppchenweise ablaufen, aber aufgerechnet werden sollten.
    Frau Knorrli sollte das als HR-GL-Mitglied wissen, aber sie duckt sich lieber und macht sich rar, genau wie der unbrauchbare Leagal Counselor und der Deutsch Schönredner im VR-Präsidium. Was hat dieser in der SBV für den CH Bankenplatz und das Bankgeheimnid die letzten Jahre geleistet? Bitte informiert mich jemand, falls er es herausgefunden hat.
    Echte Führungs-Leader verhalten sich anders, aber die Welt scheint (nicht erst seit Covid-19 & Fake News) auf den Kopf gedreht zu sein. Mitarbeiter und Kunden merken sich den Service-Abbau, denn sie sind nicht auf den Kopf gefallen, wie die GL’s.
    Gewinn-Wachstum mit Stellenabbau ist wenig innovativ.

    • Das passiert auch bei anderen Unternehmen, nicht nur in der Finanzbranche. Oben regiert der Filz und unten wird abgebaut.

  15. Vontobel wuchs in den guten Jahren richtigerweise ueberdurchschnittlich; darum ist es auch rechtens, wenn man in weniger guten Zeiten rechtzeitig redimensioniert. Das Bankwesen befindet sich in einem stetigen Umbruch und es waere wenig ratsam, dem nicht Rechnung zu tragen. Was in den USA und vielen anderen Laendern gang und gaebe ist, findet halt jetzt vermehrt auch in der Schweiz statt. Dies zeugt jedoch auch von Weitsicht des Managements, welches dazu erst noch den besseren Coiffeur als lh hat!

  16. „Dabei können alle Mitarbeitenden auf die für Vontobel bekannte Fairness und Transparenz vertrauen. Aufgrund dieser Zahlen ist ein Sozialplan nicht notwendig.“
    Schon unter der Leitung des A..-Leckers Scheidt – auch aus Schland – wurden die Mitarbeiter bis zum Burnout getrieben!

    • Der „gescheidte“ Strategie-Berater (A. Franke) ist auch aus Täuschland. Ob er die geistreiche Idee hatte, die Ex Notenstein La Roche (all in one) zu übernehmen?
      Beide Fachkräfte wären als Berater von Mutti Merkel besser aufbewahrt gewesen (ännet dä Grenze).

    • Sorry, aber das ist nicht meine Erfahrung. Solange Scheidt noch CEO war, ging es noch menschlich zu und her. Komm‘ gerne jetzt mal vorbei, dann weisst Du, was ich meine. Unter Staub ist eine Apparatur von opportunistischen, überschätzten und führungsunfähigen Manager aufgebaut worden, die jetzt zurecht zurückgestutzt wurde. Erleichternd, sage ich Ihnen!

  17. Hässig, lernen Sie endlich, sich kurz zu fassen: der 1. Paragraph ist nichts, der 2. sagt wenig und ist redundant mit weiteren Abschnitten. Quintessenz: Einfach alles löschen und nochmals überlegen, was das ganze soll, dann auf 3 tangible Kernaussagen konzentrieren, ok ?

    • @Kohler alias Thomas Meier alias Alois Bucher-Niederberger alias etc.: Frustriert, da bereits an der Aufnahmeprüfung für die Ringier-Journischule gescheitert?

    • Kohler, versuchen Sie es nochmals. Aber niemand interessiert was Sie Herr Kohler zu sagen haben.

  18. Leider eine sehr treffende Schilderung der Zustände in unserem Haus. Das Management, so scheint es zumindest, agiert kopflos und mit wenig Augenmass. Kosten werden massiv reduziert. Allerdings nicht um die Bank profitabler zu machen, sondern einzig mit dem Ziel, die inzwischen total überrissenen Boni von VRP, CEO und Management weiterhin hoch zu halten. Vielen Dank hierfür, Zeno.

    • Kann ich zu 100 Prozent mitunterschreiben. Unser Management hat den Kontakt zur Basis schon längst verliren und agiert selbstherrlich und selbstverliebt. Staub und seine Gurkentruppe bauen schleichend Personal ab – immer mit dem Ziel, Sozialpläne zu vermeiden. Dafür halten sie sich dann für ganz grosse Schlaumeier und unsere HR-Tante macht brav mit.

    • @ Enttäuschter: HR, dort wo die Unfähigsten der Unfähigen arbeiten!