Salami-Abbau im UBS Wealth Management

Grossbank-Spitze hält sich nur formell an Versprechen, in aktueller Viruszeit keine Leute wegen Kosten rauszuschmeissen.

Die UBS muss die Kosten reduzieren. Vor allem in ihrer Kerndivision Global Wealth Management, das ist die weltweite Vermögensverwaltung, stimmen Aufwand und Ertrag nicht.

Daran ändert die Verbesserung im ersten Quartal wenig. Der grosse Überbau mit vielen Managing Directors und Group Managing Directors ohne breite Führungsspanne drückt aufs Resultat.

Unter dem neuen Co-Leiter der Division, Iqbal Khan, gabs erste Verschlankungen. Der grosse Wurf mit deutlich weniger bürokratischem Leerlauf blieb aber bisher aus.

Umgekehrt steigt bei den Kundenberatern die Angst vor Einschnitten. Diese waren einst angekündigt, wurden dann aber von der obersten Führung auf Eis gelegt.

Keine Entlassungen, kein Stellenabbau, solange das Virus herrscht, so CEO Sergio Ermotti.

Käffeli? (UBS)

Was gut klang, war vor allem Werbung in eigener Sache. Man will nicht als Krisengewinner dastehen und die eigenen Gewinnsorgen – mit Folgen für den grossen Bonus – auf dem Buckel des Mittelbaus und der Basis lösen.

Jedenfalls nicht offiziell. Deshalb das öffentliche Versprechen, man nehme Rücksicht auf die Sorgen der Belegschaft.

Effektiv aber häufen sich in diesen Tagen die Aussagen am Paradeplatz, wonach die UBS stark auf der Bremse steht, was Jobs in der Division Vermögensverwaltung angeht.

„Jeder, der geht, wird nicht ersetzt“, sagt eine Auskunftsperson. „Und Neuanstellungen gibt es praktisch keine.“

Es herrscht Salami-Abbau. Kein Sparprogramm mit Namen, weil das nicht gut ankäme. Aber sehr wohl ständige Reduktion der Belegeschaft.

Gehandelt wird im ganzen Land, von Zürich bis Genf. Das Motto ist stets dasselbe: Wer geht, der nützt; sein Lohn und Bonus fallen uns nicht mehr zur Last.

Bei der UBS will man sich nicht äussern. Aus dem Innern ist zu vernehmen, dass kein neues Abbaupaket geschnürt würde. Offiziell wenigstens.

Das Sparen per Tröpfchenzähler birgt Risiken. Sobald die Leute das Vorgehen durchschauen, suchen sie nach Alternativen für sich.

Am schnellsten die Besten, die von anderen Banken mit Handkuss genommen werden. In Headhunter-Kreisen geht um, dass mehrere Privatbanken erfolgreich Jagd auf erfahrene UBS-Berater machten.

Wilt u zitten? (Youtube)

Lachende Konkurrenz, verunsicherte UBS. Die Führung kürzt im Versteckten – mit doppelt negativem Effekt. Die Guten gehen, die Durchschnittlichen bleiben.

Der Grund fürs wenig überzeugende Gebaren ganz oben in der Grossbank ist der anstehende CEO-Wechsel. Noch-Stelleninhaber Sergio Ermotti ist eine Art Lame Duck, in dessen letzten Monaten keine grossen Würfe passieren.

Bis dann Ralph Hamers, der Neue aus Holland, weiss, wohin er mit der Bank will, dürften weitere Monate ins Land ziehen. Die Belegschaft in der zentralen Vermögensverwaltung bleibt wohl noch lange im Ungewissen.

Kommentare

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  1. Gemäss interna stehen der CH Belegschaft schwierige Zeiten noch bevor, sowohl im Core Business, Back Office wie auch in der IT. Das Management predigt das Eine, handelt aber in die andere Richtung. So ist die aktuelle Führung nicht mehr glaubwürdig; dies ist mehr als nur bedenklich!

  2. Seit Beginn der Massnahmen des Bundes zur Eindämmung des Corona-Virus hagelt es hier auf Insideparadeplatz nieder-reissende Kritik undifferenziert zu allen Aspekten der getroffenen BAG-Massnahmen zur Eindämmung des Virus. All die Beiträge, Standpunkte, Kommentare und Video-Botschaften unterstellen den Verantwortlichen böse Absichten und Inkompetenz.

    Sachbezogene Kritik ist das eine. Diese braucht es für die zukünftige Verbesserung der Massnahmen. Es geht hier nicht darum.

    Was hier auf IP jedoch betrieben wird, gehört in die Kategorie systematischen Bashings der verantwortlichen Behörden. Damit wird – offenbar bewusst –Verschwörungstheoretikern und notorisch Unzufriedenen eine Plattform offeriert, wo sie ihren allgemeinen Frust unsachlich verbal loswerden können; mit Behauptungen und ideologisch-politischen Unterstellungen. Dies scheint System zu haben. Welche politischen Interessen stehen dahinter?

    Tatsache ist, dass sich die verantwortlichen Bundesbehörden gemäss Epidemiengesetz verhalten haben. Wem das nicht passt, dann bitte das Referendum oder Initiative ergreifen und das Gesetz/Verfassung entsprechend ändern. So sind die Regeln der direkten Demokratie. Im Übrigen sind im Bundesrat alle Parteien vertreten.
    Kommt hinzu, dass gerade jene Kreise, für die alles im Zusammenhang mit Corona «tumms Züg» und eine leichte Grippe ist und jede Form der Regulierung und einschränkenden Überwachung lächerlich ablehnen, die ersten sind, die nach Führung des Bundesrats schreien, wenn die Angelegenheit durch eine zweite Welle aus dem Ruder läuft.
    Verantwortung tragen ist eben etwas anderes als im Hinterhalt ständig renitent NEIN zu sagen und alles in Bausch und Bogen herab zu schwurbeln. Dabei wird das abgedroschene hilflose Ww-Vokabular «Mainstream» und «Gutmenschen» zigfach ohne Zusammenhang wiederholt. Etwa so wirr wie am Stammtisch.

    Und diese Kreise sind auch die Ersten, die nach Aktionen des Bundesrats schreien, obwohl es z.B. jetzt Sache der Kantone wäre, realistischerweise Schummerclubs etc. geschlossen zu halten. Denn der Bundesrat hat ganz im Interesse des föderativen Anspruchs dieser Kreise Kompetenzen an die Kantone abgegeben.
    Wenn daher – um ein aktuelles Beispiel zu nennen – Frau Rickli den Mut nicht aufbringt durchzugreifen und nach dem Bund schreit, bzw. diesem Unterlassung vorwirft, so ist das schlicht und einfach sich aus der Verantwortung schleichen. Fairplay wäre, die Kritik dorthin adressieren, wo sie hingehört. Und zwar konsequent und unmissverständlich, ohne Rücksicht auf Wahlverluste. Dies wäre dann Zivilcourage zeigen.

    • @M.B.
      Oje, wie naiv und schülerhaft sie offenbar denken und auch noch schreiben. Vergleichen Sie bitte doch Gesetz mit der Verordnung. Wo steht, dass man ständig die Panik verbreitenden Ansteckzahlen täglich verkündet? Wo steht, dass man den Lockdown der diktatorischen Chinesen nachmachen soll? Wo steht, dass man das Notrecht viel zu lange ansetzt und somit die ganze Schweiz abstraft? Wo steht, dass man so lange mit der Grenzschliessung zu Italien warten musste? Wo steht die Lüge, das Masken keinerlei Schutz bilden?

    • Viele Worte zeigen nur Länge aber nicht unbedingt Breite im Denken..
      Etwas hinter die Dinge sehen schadet spätestens dann nicht, wenn man meint zu wissen, dass man weiss.

    • @ Esther und weiterer Kommentator,

      Es freut mich, dass Sie sich offensichtlich angesprochen fühlen.

      Noch mehr würde ich mich über Ihre Argumente zur Sache freuen.

      Vielleicht kommt da ja noch etwas nachgeliefert, sozusagen als Beitrag zu Vertiefung und Breite der Thematik.

    • @M.B.
      Nur zwei Argumente:
      Masken, sogar selbstangefertigte, reduzieren die Tröpfcheninfektion, insbesondere beim Niesen.
      Mit der schnellen Grenzschliessung zu Italien hätte man garantiert Zeit für die Spitalorganisation gewonnen.

  3. Auf die Auswertung der Home Office-Produktivität werden die nächsten Fetttranchen abgeschnitten.

  4. Ich seh auf dem Bikd nur zwei überbezahlte Giermanager. Da könnte man eine Puppe hinstellen. Das Ergebnis wäre dasselbe.

  5. Nichts Neues am Paradeplatz. Die Leittragenden sind die loyalen Büezer, die entweder noch mehr Arbeit aufgebürdet erhalten oder den Mist der sogenannten Guten, die freiwillig gingen oder gehen mussten aufräumen dürfen.

  6. was für ein cooles kaffi fötteli.
    von der putzfrau mit ihrem handy gemacht?
    wer will denn schon solchen „töfflibuebe“
    ihr geld anvertrauen!?
    ich sicher nicht.

    • wealthmanagement und fiatbanken im hipsterlook, die vom steuerzahler ständig am leben erhalten werden müssen…finde den fehler

  7. Über die Art des Vorgehens mag man streiten, aber es ist zu hoffen, dass die UBS auch kostenseitig ihre Hausaufgaben macht und dabei Strukturen und Prozesse vereinfacht und Personalkosten reduziert. Alles andere mit künstlichen Kostenblöcken wäre unprofessionell und führt langfristig am Ende zu wesentlich schärferen Einschnitten.

  8. Die UBS rühmt sich immer mit dem Ultra High Net Worth Clients und High Net Worth Clients Segment, wobei man ja weiss, dass da viel Luft gepredigt wird. Die grossen Family Offices und die beschriebenen Segment drücken nämlich massiv auf die Marge und die erhofften „saftigen“ Einkünfte bleiben aus. Nach wie vor bezahlt das „Fussvolk“ die Marge!

    • Hans Meier: Genau, das Fussvolk bezahlt die Marge indem die UBS für das Fussvolk die teuerste Bank ist! Man sehe z.B. von den Depotkosten bis zu den Börsen-Courtagen bis hin zu den Vermögensverwaltungsmandaten – alles nicht konkurrenzfähig!
      Wenn ich lese „Net Worth Clients“ etc so habe ich den Eindruck, dass UBS die anderen, also unsere Masse, nicht will.

    • Das Vermögenszentrum konnte nur wegen dem Unvermögen der Bankbeamten wachsen.

    • Es zwingt doch niemand „das Fußvolk“ ein Konto bei der UBS zu eröffnen!? Es gibt genug Alternativen…

  9. kein Erbarmen! die UBS-ler haben lange genug weit UEBERDURCHSCHNITTLICH verdient, OHNE Mehrwert zu schaffen! die Zeche zahlen die Sozialsysteme-, PKs als Kunden mit teuren Fonds die rein nichts bringen UND als Aktionaere!

  10. Gestern war die Swiss am Pranger da dort Kündigungen anstehen, heute steht die UBS am Pranger weil keine Kündigungen anstehen…was ist es denn nun? Was wollt ihr eigentlich?

    • Die Antwort ist einfach lieber Marc: „Ja nichts Positives.“ Dieses Forum ist ein Surrogat für Psychotherapie, an dem sich Frustrierte, Resignierte, Zukurzgekommene etc. abreagieren können. Spart in vermutlich erheblichem Ausmass Gesundheitskosten…

  11. Von zur Zeit 3500 Kube‘s stellt sich generell die Frage, ob die UBS soviel braucht. Die Kubes lebten bzw. Finanzierten sich durch mit Off shore Kunden, anschliessend mit dem ummutieren von Assets, denn Assets aquirieren hat wohl nie einer gelernt, mit Fintech und der Digitalisierung könnten locker 50 % dieser vorgelagerten massiv zu hoch dotierten vorgeschobenen Backoffice kubes abgebaut werden.

    • Ich würde es eher so formulieren. Swiss Re ist schon lange eine „lame duck“ und Ermotti auch bald nicht mehr empfehlenswert.

  12. Iqbal Khan ist ein aufgeblasener Wichtigtuer und Schaumschläger.
    Die Salami Taktik passt perfekt zu Ihm.

    UBS ist vollkommen selber Schuld, wenn Sie derartige Managertypen aus dem CS Stall übernimmt.

    Es ist erstaunlich und enttäuschend, dass ein Dr. Axel Weber auf derartige Typen reinfällt.

    • @David Sommer

      Und du kennst ihn bestimmt auch persönlich… Seine Zahlen/Performance bestätigen was anderes.

    • Denen ist egal wer unter Ihnen ist. Hauptsache gefügig, damit weitere Bonusjahre garantiert sind.

    • Es ist nicht nur erstaunlich und enttäuschend, sondern eine unglaubliche und unverzeihliche Dummheit von UBS Dr Axel Weber.

      Typen wie Iqbal Khan braucht die UBS definitiv nicht und der Finanzplatz Schweiz kann gut und gerne auf solche Typen verzichten.

      Die Reputation vom Finanzplatz Schweiz muss geschützt werden.

  13. In den USA, wo die Hälfte der Global Wealth Management Kunden der UBS zu Hause sind, laufen täglich ganzen Teams zu Konkurrenz über. Grundsätzlich ist das in USA normal, aber in den letzten Wochen haben sich die Abgänge von erfolgreichen Teams gehäuft.