Liebe Geniesser des Wohlbefindens

Nach der Covid-Krise ist Urs Schwarzenbach dringend zu raten, sein Dolder Grand zu verkaufen. Zu einem realistischen Preis.

Die Hotellerie wurde von der Corona-Pandemie unmittelbar und sehr massiv getroffen. Darunter sind auch die Luxushotels, die beispielsweise in der Krise 2008 weniger in Mitleidenschaft gezogen wurden wie jetzt beim vollständigen Schliessen vieler Etablissements.

Seit 1. Juli ist eines der berühmtesten Hotels von Europa an der Côte d’Azur wieder offen: das Hotel Eden Roc. Es feiert just in diesem Jahr den 150. Geburtstag, ist älter als die renommierten Häuser Dolder Grand in Zürich und das Suvretta-House in St.Moritz.

Das Hotel Eden Roc gehört der Deutschen Familie Oetker. Diese verfügt über eine Reihe exklusiver Hotels, darunter auch eines in São Paulo.

Würde das finanziell angeschlagene Hotel Dolder Grand zu dieser Familie gehören, könnte man sorgenfreier der Zukunft des Hotels entgegensehen.

Weltklasse: Eden Roc

Urs Schwarzenbach als ein an sich begeisterter und spendabler Eigentümer verfügt weder über das Knowhow noch über die prächtigen Ressourcen der Familie Oetker aus Deutschland.

Wenn ich im zunehmenden Finanzengpass des Herrn Schwarzenbach wäre, dann würde ich mich dezidiert mit dem Verkauf des Dolder Grand beschäftigen.

Und zwar zu einem realistischen Preis und nicht zu einem Phantasiebetrag, den niemand zu bezahlen willens sein wird.

Auch der Emir von Katar Khalifa bin Hamad al Thani als Eigentümer des 5-Sternehauses Atlantis musste zur Kenntnis nehmen, dass die Bäume in Zürich bei Hotelimmobilien nicht in den Himmel wachsen.

Obwohl die Familie 160 Millionen zu lösen wünschte und offenbar rund 240 Millionen im Jahre 2012 für den Kauf und die Renovierung aufgebracht hatte, lag vor kurzer Zeit das höchste Gebot bei 90 Millionen Franken; angeblich vom indischen Millionär Kabir Mulchandani.

Realistisch heisst bei einem Hotelbetrieb als Verkaufspreis immer der Ertragswert. Nicht der Realwert oder der Verkehrswert.

Beim Dolder Grand klaffen der Ertragswert und der Verkehrswert weit auseinander. Es stellt sich sogar die Frage: Wie bewertet man den Ertragswert eines Hotels, sprich Unternehmens, das Minuszahlen schreibt? Wieviel ist der Goodwill Wert?

Urs Schwarzenbach als Branchenfremder machte bei der Renovierung des Dolder Grand Fehler. Das Gesamtresultat hätte angesichts der seinerzeit beim Umbau involvierten Personen jedenfalls besser sein müssen.

Dem ehemaligen Dolder Grand wurde von diesen die Seele ausgetrieben, und das für Abermillionen auf Vordermann gebrachte Hotel verfügt heute nicht mehr über das einstige Flair.

Schade. Das Gleiche würde vermutlich passieren, wenn man in St. Moritz das Hotel Palace Badrutt aufpeppen würde.

Glücklicherweise ist bislang niemand auf diesen desaströsen Gedanken gekommen.

Seelenlos (Dolder Grand)

Beim Dolder Grand zeigt sich einmal mehr, dass viel Geld, viel Enthusiasmus und viele Experten keine Garanten sind für ein in sich schlüssiges und überzeugendes Resultat.

Es braucht bei Renovationen und bei kniffligen Neubauten immer auch ein goldenes Händchen. Mr. Schwarzenbach hätte bei Ivan Wirth von der Galerie Hauser & Wirth entsprechenden Nachunterricht nehmen können.

Yvan zeigt bei seinen Umbauten und seinen Erwerbungen ein gutes Auge und eine stilsichere Hand. Und, was meistens noch entscheidender ist: Er hat ein Feeling für die richtigen Partner.

Mir kommt in solchen Fällen mein Reitlehrer in den Sinn, der aus dem Faust zitierte: „Wenn ihr’s nicht fühlt, ihr werdet’s nicht erjagen“.

Glücklicherweise ist Stilempfinden nicht von der Grösse des Portemonnaies abhängig. Das Dolder Grand versuchte mit einem „Restaurant Saltz“ zeitgemässer aufzutreten und jüngere Personen anzusprechen.

Dieser Ausflug in die Moderne ist nicht geglückt. Das Beste auf dem obigen Foto ist das Plakat auf der Litfasssäule zu Pipilotti Rist. Man hätte übrigens auch sie um einen Beitrag fragen können.

Die nachfolgenden Links führen zur interessanten Geschichte des 150jährigen Hotels Eden Roc in Antibes:

https://www.oetkercollection.com/hotels/hotel-du-cap-eden-roc/

Kommentare

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  1. Die Stunde der Neider und Besserkönner. Rolf Neff hat schon einige angeschlagene Hotels auf Erfolgskurs gebracht, dumm nur, dass sie uns Anlegern nicht bekannt sind.

  2. Das Internet ist eine Plattform für Artikel, die früher – es gab nur Print – sofort in den Kübel geflogen wären. So war es, als ich beim St. Galler Tagblatt als Journalist einst begann

  3. Seit 1. Juli ist eines der berühmtesten Hotels von Europa an der Côte d’Azur wieder offen: das Hotel Eden Roc.

    Das Hotel Eden Roc in Ascona ist mir viel lieber.

    Familie Kipp-Bechtolsheimer .

  4. Herr Neff, sie Profi, hätten sie den Artikel früher geschrieben, hätte ich das DOLDER gekauft und nicht die Schweizer U-Boot-Flotte.

    Keine Ahnung und zack Artikel für IP produzieren ;-).

    Danke für Lacher.

  5. Wenn kurz vor Konkurs – dann bleibt nichts anderes übrig.
    Aber nach einem Crash verkaufen ist meistens nicht die beste Variante..

  6. Bravo Rolf NEF, endlich einer, welcher sich traut die Armseligkeit der „modernen Architektur”, welche, solange Mindestabstände und Ausnützungsziffern im Lot sind, nichts weiter, als weisse, querliegende u. höchst langweilig-lieblose Kisten mit Löchern hervorbrachte, zu kritisieren!
    Man kopiert seit nun bald 50 Jahren vorwiegend hässliche, strukturlose Türme und „Wohnkisten“, welche nirgends dem Charme von “Altstädten” – auch nur ansatzweise – die Stirn, sprich die Fassade – bieten können. Es ist deswegen wohl auch kein Zufall, dass es weltweit nur “Altstadtfeste” – aber nirgendwo “Neustadtfeste” gibt.
    Wenn die selbst gesegneten “Architekten” von ETH und Co. nicht endlich abrücken von ihrer “schlichten, schnörkellosen Kisten-Architektur”, welche nur noch müden Statikern Glücksgefühle bereiten können, wird es bald schöner in Favelas mit viel farbigen Lädeli und Beizli leben zu dürfen. Überdies, diese krisenfesten und stets extrem nachgefragten „Gebäude“ kosten dann auch nicht Abermillionen…

    • Dachte immer, es gäbe nur einen einzigen Architekten am Zürichsee?!

      Danke für die Aufklärung!

    • Und dann immer die Lobgesänge, wenn wieder ein paar neue Kisten aufgestellt wurden, auf den entsprechenden Seiten der Sonntagspresse – schlimmer als das Geschreibsel in Bezug auf Weine und Gourmetrestaurants.

  7. Richtig an dem Beitrag ist die Feststellung, dass das heutige Dolder den Charme des früheren Dolders verloren hat. Wo früher die Gäste den Blick auf die Stadt Zürich auf der Terrasse genossen, fahren die Nobelkarrosen vor…

    Die Tatsache, dass seit Jahren nur die Hälfwärte der Zimmer überhaupt zur Vermietung zurecht gemacht werden, spricht Bände…

    Noch dazu kommt, dass das Renommé des U.Sch. angeschlagen ist (Zoll Betrug)

    Ein Verkauf wäre tatsächlich eine Alternative, sollte sich denn überhaupt ein Käufer finden.

    Der Link zun Eden Roc überzeugt nicht. Hat Oetker Interesse am Dolder?
    Vielleicht auch die Pritzker Familie aus Chicago?

    Ein insgesamt doch etwas sonderberarer Beitrag.

  8. Urs Schwarzenbach ist nicht so dumm und verkauft das Dolder Grand. Da wären die Aktionäre und Gäste traurig. Herr Neff hat keine Ahnung vom Dolder.

    • Urs Schwarzenbachs Ruf ist ruiniert – jetzt sogar vor Bundesgericht gescheitert. In seiner masslosen Gier in feiner Gesellschaft mit Vasella, Ebner und Co.

  9. Ich wiederhole mich gerne: andere Plattformen weisen Publireportagen mehr oder weniger eindeutig als solche aus. Nur IP hat es nötig, Werbebeiträge als Berichterstattungen zu tarnen.

    Das zeigt deutlich: LH muss mittlerweile von der Hand in den Mund leben.

  10. Das heutige Dolder ist ein seelenloses kaltes Konstrukt.
    Ohne Charme und ohne „Charisma“.

    Vielleicht findet sich ja noch ein kultur- und stilloser Oligarch, der mit schmutzigem Geld diesen Betonbrocken übernimmt, womit dann auch die Clientele für die nächsten Jahrzehnte bestimmt ist…dort oben.

  11. Das ist der billigste Artikel im IP seit Monaten. Das Dolder Grand wird überleben und Rolf Neff soll sich doch über Brasilien äussern, dort spielt es keine Rolle. Urs Schwarzenbach schätze ich seit Jahren und das Dolder ist exzellent.

  12. Ja lieber Herr Neff

    Ertragswerte, Realwerte und Verkehrwerte und Vermoegens-Steuerwerte sind tatsaechlich gar nicht bewertbar, weil saemtliche Waehrungen der Notenbanken und Banken erstens beliebig vermehrbar sind, und zweitens durch Kredit entstehen, somit durch Schulden, beziehungsweise auf der Grundlage eines Schuldenschneeballsystems beruhen.
    Somit ist klar, dass saemtliche Werte durch seelenlose, wertlose Schulden bewertet werden. Allein das ist schon voellig grotesk, und zeigt in welch seelenloser Zeit wir leben. Nicht die von menschenhand erbrachten realen Leistungen bestimmen Werte, sondern Schulden. Richtigerweise muessten Werte auch durch Werte bestimmt werden, und nicht durch wertlose Schuldenwaehrungen.

    Yvan der schreckliche ist somit nicht nur bei der Gestaltung von Hotels und Gebaeuden am Werke, sondern er gestaltete auch das betruegerische, kriminelle Finanzsytem und vieles andere.

    Das Sie Herr diplomierter Wirtschaftskonsulent nun den Preis des obigen Hotels zugunsten der Dr. Oetker-Pizzafabrikanten runtertreiben wollen ist auch etwas eigenartig seelenlos.

    Wie hoch ist den ihr seelenloses Honorar, welches Ihnen von den Pizzafabrikanten bezahlt wird fuer diesen seelenlosen Bericht?
    Hotel Grand Dolder und Pizzas, passt das zusammen?
    Wir haben eher den Eindruck, dass die „Pizzafabrikanten-Doktorenfamilie“
    moeglichst guenstig ein Hotel erwerben wollen, um ihre Ersparnisse in Sachwerte umzutauschen, bevor die Bankkontoguthaben ihre Wertlosigkeit offenbaren werden, oder Bail-in und Bankenpleiten drohen.

  13. Es ist schade, dass Werbung für das Hotel Du Cap-Eden-Roc auf Kosten eines anderen Hotels gemacht wird. Beim von der Familie Oetker bezahlten Champagner in Sao Paulo wünsche ich Ihnen viel Trinkgenuss.

  14. Herr Neff, was stecken Sie Ihre Nase in Angelegenheiten, die Sie nichts angehen? Wie kommen Sie überhaupt auf die gloriose Idee, auf dem Medienweg Ratschläge an einen privaten Unternehmer zu erteilen? Ich glaube nicht, dass jemand ausgerechnet auf Ihren Rat gewartet hat.

  15. Wusste nicht dass es auch in Brasilien ein Gut Aiderbichl gibt wo alte Männer durchgefüttert werden. Wahrscheinlich zahlt Eden Roc das Futter für Neff! Dafür gibt nimmt er Schwarzenbach zum Anlass um Werbung für das Eden Roc zu machen. Trotz hohen Alter ist der Gaul Neff immer noch sehr hinterhältig!

  16. Der Bericht ist etwas einseitig geschrieben. Einrichtung/Design ist immer Geschmackssache und natürlich auch eine Sache des Jahrzehnts. Alle Hotels, welche etwas finanziellen Background haben, sollte nicht hektisch reagieren. Die Gäste werden wieder kommen. Sollte ein Hotel vorher schon Probleme gehabt haben, könnte man sich fragen inwiefern man die Zukunft neu gestalten will und kann.

  17. Erstaunlich, was IP an alle und jeden Ratschläge glaubt erteilen zu müssen (mit übrigens äusserst mageren und sinnleeren Artikeln)

    • Der Link eines deutschen Unternehmens (Baden-Baden),
      das wirklich Inkompetenz in Person ist.

      Schwarz ärgern nutzt nix,
      Link nicht klicken,
      ausser sie wollen Werbung.

      Bitte kein Link oder nennen sie das Kommentar?

    • Die Unglücklichen schöpfen Trost aus den schlimmeren Leiden anderer.

      Aesop

  18. So ein Unsinn. Ok das Bild oben spricht für einen Innenarchitekten mit grässlichem Stil, einverstanden. Auch viele reiche Gäste haben aber auch einen grässlichen Stil und denen gefällt es vielleicht. Das ist zwar nicht authentisch, als Hotelier muss man aber marketingtechnisch auf solche Befindlichkeiten Rücksicht nehmen. Aber deswegen muss man doch das Dolder nicht gleich verkaufen und sicher nicht jetzt Mitten in der Krise, das wäre der dümmstmögliche Zeitpunkt.

  19. Könnte es sein, dass Herr Neff von der Familie Oetker beauftragt wurde, das Dolder Grand zu vermitteln?

  20. Die Scheichs waren auch schon besser bei Kasse.

    Auf dem Bürgenstock kehrt auch immer mehr Ruhe ein, nachdem Kreti und Pleti dort ihre Neugierde gestillt haben. Nun ist man dabei, Appartemente zu verkaufen, weil sie nicht vermietet werden können?

    Das Hotel-Business ist neben dem Fluggeschäft ein weiterer Sektor wo die kommenden Jahre sehr, sehr mager ausfallen könnten. Auch kommerziell fallen nur noch Brosamen vom Tische: Der einst florierende Seminar- und Konferenz-Zirkus ist wie weggeblasen.

    Dank futuristischen virtueller Kommunikationsmittel verlagert sich diese Sparte weg von Reisen, Hotelbuchungen und zeitaufwendige Abwesenheiten direkt an die Arbeitsplätze.

    Herr Schwarzenbach ist sich dessen mit aller Bestimmtheit bewusst.
    Die guten Jahrzehnte sind längstens vorbei.

    Warten wir ab bis der Preis stimmt. Die Aufwand-Kosten stellen sich garantiert ein, während die Kunden weg bleiben.

  21. Schon wieder Werbung für diesen Yvan Wirth von dieser Kunstgallerie. Was für ein Bruch-Beitrag, übrigens.