Bitcoin-Krimi mit Links in Züri-Freisinn

Nicholas Fiala, Sohn von bekannter FDP-Frau und Schwiegersohn von Top-Banker, kämpft mit Medienanwalt gegen Vorwürfe.

Die Unterschiede könnten kaum grösser sein: Hier der Filius aus gut-bürgerlichem Zürich-Haus, da Secondos und Ausländer, einer mit Vorstrafe, die Strafanzeigen hüben und drüben einreichen.

Weil die Behörden nicht vorwärtsmachen, suchen sie die Öffentlichkeit. „Schwyzer Bitcoin-Bude schürft an der Wahrheit vorbei!“, titelte der Blick vor ein paar Wochen.

Im ungleichen Fight sehen sich Nicholas Fiala, der Sohn der bekannten Zürcher FDP-Politikerin Doris Fiala, zusammen mit den Besitzern einer Bitcoin-Firma namens Unity Investment herausgefordert von Underdogs.

Ehemalige Mitarbeiter der Unity, die von Drohungen und Einschüchterungen sprechen. Sie pochen auf ausstehende Löhne.

Dabei geht es um ein paar Tausend Franken, welche die Unity-Chefs erst zahlen wollen, wenn die Ex-Unterstellten ihren Vorwürfen abschwörten und ihre Strafanzeigen zurückzögen.

Das war bis vor kurzem nicht der Fall. Zwar sagten die Justizverantwortlichen der Kantone Schwyz und Zug, wo Anzeigen rund um die Unity Investment eingegangen waren, es gäbe keine Ermittlungen und keine laufenden Verfahren.

In Zug aber bestätigte ein Sprecher der Behörden vor zwei Wochen eine Strafanzeige.

„Es gab eine Eingabe bei der Staatsanwaltschaft des Kantons Zug betreffend der Unity Investment AG. Abklärungen diesbezüglich sind im Gange.“

Eine Anzeige sagt nichts über mögliche Vergehen, es gilt die Unschuldsvermutung.

Erst nett, dann Anwalt (Fialpha)

Auf Fragen reagiert Nicholas Fiala zunächst souverän und gesprächig. Nichts zu verbergen, so der Eindruck, der wohl entstehen soll.

Als es dann darum geht, konkrete Fragen per Email zu beantworten und die Aussagen als Zitate zu nutzen, meldet sich Fialas Anwalt.

Nicht irgendeiner, sondern Andreas Meili, einer der bekanntesten und wohl auch eher nicht ganz günstigen Medienjuristen auf dem Platz Zürich.

Schon in seinem ersten Mail spricht Meili eine deutliche Sprache. Unter „Abmahnung“ schreibt der Anwalt:

„Bitte bestätigen Sie mir bis heute Abend 18.00 Uhr, dass Sie sich an diese Aufforderung halten und mir die allfälligen Zitate zusenden.“

In der Sache betont der mandatierte Jurist, dass sein Klient zwar in Schwyz – da läuft laut Behörden kein Verfahren – einvernommen worden sei. Die Vorwürfe, die sich um Drohungen drehten, seien jedoch völlig unbegründet und haltlos.

Alles falsch, böswillig, ohne Substanz – so der Verteidiger.

In Zug schliesslich, wo laut den Strafbehörden ein Verfahren im Gange ist, gehe es nicht um seinen Klienten, sondern um eine Auseinandersetzung zwischen den Unity-Besitzern und den Ex-Mitarbeitern.

„Der Streit zwischen Unity und zwei ehemaligen Mitarbeitern dreht sich um offene Lohnforderungen“, lautet eines der vom Anwalt autorisierten Zitate dessen Klienten, Nicholas Fiala. Ein Freund von ihm, Fiala, habe „lediglich schlichten“ wollen.

Der „Freund“ tauchte in einem vom Blick erwähnten Handy-Video mit wüsten Beschimpfungen auf. Gegenüber der Zeitung meinte Fiala, dass sein Freund der Gute in der Auseinandersetzung sei.

Zur Strafanzeige in Zug sagt Fiala gemäss Mail seines Anwalts: „Die Staatsanwaltschaft Zug hat bestätigt, dass gegen mich weder eine Anzeige erhoben noch ein Verfahren eröffnet wurde oder Ermittlungen laufen.“

Fialias Verteidiger betont, dass hier Stimmung gemacht würde, indem die Bekanntheit der Mutter seines Klienten missbraucht würde.

Die Ex-Mitarbeiter würden Nicholas Fiala „mittels dem bekannten Namen seiner Mutter unter Druck zu setzen“ versuchen.

Doris Fiala hat ebenfalls Engagements in der Krypto-Szene. Sie gilt als wichtige Polit-Promotorin von Digital-Offensiven in der Schweiz. Zudem spannt sie zusammen mit einem bekannten Zürcher Krypto-Unternehmer.

Nicht nur Nicholas Fialas Mutter ist in der Politik, sondern auch seine Frau. Diese sitzt für die FDP in der Schulpflege eines Zürcher Schulkreises und tritt mit anderen FDP-Frauen, darunter Doris Fiala, öffentlich auf.

Das Paar Fiala Junior gehört zum freisinnigen Zürcher Polit-Establishment. Hinzu kommt die Verlinkung in die Finanzwirtschaft der Zwingli-Stadt.

Martin Egli ist Nicholas Fialas Schwiegervater. Egli gründete die Swisspartners, eine erfolgreiche Vermögensverwaltung. Er ist deren Präsident und holte seine Tochter, die Ehefrau von Fiala, in den VR.

Fialas und Eglis leben vis-a-vis in stattlichen Häusern in einem bürgerlichen Zürcher See-Quartier. Er habe den Bitcoin-Geschäftspartner seines Schwagers nur einmal getroffen, meint Banker Egli am Telefon. „Er wirkte beseelt von seinem Bitcoin-Vorhaben“, sagte Egli.

Die Rede ist von Unity-Mitgründer Sean Prescott. Dessen Partner hatte einst im Rahmen einer Strafuntersuchung einen Banker kennengelernt.

Prescott und die zwei Anderen legten los mit der Unity Investment. Das Unternehmen sollte mit unzähligen Servern in Jona SG Bitcoins „schürfen“ und so die Kunden reich machen.

Beim Banker handelt es sich um einen Kriminellen. Er hatte bei der Liechtensteiner LGT Kundengelder veruntreut. Derzeit verbüsst er eine Gefängnisstrafe.

Bei der Unity distanzierte man sich sofort vom Ex-LGT-Berater. Trotzdem geriert die Firma in Turbulenzen.

Ein Kunde hatte in einer Nacht-und-Nebelaktion die Serverhalle in Jona geräumt, wie der Blick berichtete. Dabei half ihm ein damaliger Mitarbeiter.

Bei diesem handelt es sich um einen der Anzeigeerstatter. Gegen den jungen Mann selbst wurde ebenfalls Strafanzeige eingereicht.

Die Unity-Chefs alarmierten nach der Räumung der Server-Halle die Polizei. Der Kunde landete darauf in Untersuchungshaft. Nach ein paar Tagen kam er auf freien Fuss.

Die Serverhalle im St.Gallischen Jona ist nicht mehr in Betrieb; die Computer seien nach Übersee verschifft worden, sagen die Unity-Macher.

Nicholas Fiala ist nach eigener Auskunft nicht mehr als Repräsentant für die Unity tätig. „Mein Beratungsmandat lief zwar bis Frühling 2020, ich habe aber seit Juni 2019 der Unity Investment AG keine Kunden mehr zugeführt.“

Kommentare

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  1. Nur Schwachbirnen investieren in diesen Crypto—Mist.
    Jedem seine Sache, wenn er seine eh schon Real-Tauschwertgeschwächten „Schweizerfränkli“ mit so Mist verbraten will.
    Da „verdient“ NUR einer der Schürfer.
    Oh je, zu viele können und WOLLEN es nicht schnellen,
    das ist Geldschöpfung aus dem Nichts, oder ganz profan „Blütenproduktion“.
    Rechtlich nix zu machen, NUR, die selbst Produktion von Noten und Münzen (Und in Umlauf setzen) der SNB in SFR ist verboten.
    {Das gleiche gilt grundsätzlich auch für Fremdwährungen, anderer Zentralbanken.)
    Jegliche fingierten Wechsel usw. sofern in SFR ausgewiesen gelten als Betrug.
    Der Bitcoin ist ein virtuelles Produkt, wer sich das, leisten will und kann,bitte schön, jedem seine Freiheit!!!
    🤦‍♂️🤦‍♀️😜🤣🤣🤣

  2. pro Land Staat eine Währung !! wo hin führt das ? Wer bezahlt für so strafrechtliche Abklärungen den Staatsanwalt? Der Steuerzahler !

  3. Dass bei den Justizbehörden in Zug gewisse Personen vor Strafverfolgung geschützt werden, ist nichts Neues! Die Staatsanwaltschaft Zug tut sich offensichtlich schwer mit der Anhandnahme wenn Personen aus dem Dunstkreis von FDP und SVP involviert sind. Wenn jetzt noch der Ruf des Crypto-Valley’s auf dem Spiel steht, noch weniger überraschend. Der eine oder andere Fall in Zug wäre bei der Bundesanwaltschaft besser aufgehoben.

    • Das wäre ja dann Vereitelung von Straftaten durch Hilfe der Zuger Justizbehörden, bzw Vetternwirtschaft, ein Politskandal sondergleichen!

    • Zug ist der Topf für dubiose Firmen und die werden noch gefördert, statt verboten. Dass Johann Schneider-Ammann mitmischt erstaunt wohl niemand mehr.

    • Stimmt, nur der letzte Satz erscheint etwas unglaubwürdig.
      Unsere selbstgefälligen, blinden und vermutlich bestochenen Bundesrichtern, sind keinen Deut besser und schauen auch den ganzen Tag weg, ducken sich und warten auf die fette Rente. Kleine Sachen und den Nichtmilliardärs-Bürger packen sie dafür mit der vollen Härte des Gesetzes an und statuieren Exempel (an den un-reichen).
      Sonst wären die korrupten Vermögen von David Sassoon, oder Dan Gertner schon lange eingefroren.

  4. Ein „Krimineller“ war bei der LGT Bank? Was genau hat er denn gemacht, bzw wie gross ist das Volumen der „veruntreuten Kundengelder“? Haben diese Kunden denn ihr Geld von der LGT zurückerhalten? Wie genau sind denn die Gelder veruntreut worden? Würde mich sehr interessieren, da ich selber LGT Kunde bin und mein Geld nicht verlieren möchte.

    • Zu glauben, dein Geld sei auf irgendeiner Bank sicher, ist realitätsfremd.

  5. Die Birne fällt nicht weit vom Apfelbaum ;-): Ich habe vor Jahren im Zug von Zürich nach Bern festgestellt, dass Frau Fiala zum Rauchen auf die Toilette ging, obwohl im ganzen Zug ein Rauchverbot galt. Ganz anscheinend glauben die Fialas, dass für sie andere Regeln gelten.
    Dass wieder einmal Zug (Kanton, Stadt) involviert ist, verwundert mich nicht, dort wird schon seit Jahrzenten gemauschelt und betrogen.
    Übrigens ist es sehr suspekt, dass in Rapperswil-Jona nach Crypto-Currencies geschürft werden soll. Alle internationalen grossen Schürfer suchen sich Länder mit tiefen Strompreisen und da gehört die Schweiz definitiv nicht dazu. Das Ganze riecht also schon von Anfang an nach Abzocke und Betrug.

    • Wer den schweizer Energiemarkt kennt, weiss, dass man in Jona das KW/h für gut 5 Rappen bekommt, Unity war nicht der einzige Miner in der Gegend.

  6. Komisch, ist Doris Fiala nicht eine gefeierte Kommunikations-Expertin???

    Warum kann sie ihrem Sohn denn nicht helfen?

    Gibt es ihre Firma eigentlich noch oder lebt sie nur noch von der Politik und den Jöbblis, die sie von ihren FDP Freunden bekommt?

    • Das Leben „als Sohn“ ist eine Herausforderung, der nicht jeder gewachsen ist. Siehe Prinz Charles.

  7. Schlimm, was aus der FDP alles rauskommt. In der Bitcoin Szene tummelt sich nur das unseriöse Gesindel. Bald kracht der nutzlose Hype in sich zusammen. Johann Schneider Ammann will sich erneut profilieren unhd wird sich lächerlich machen, wie damals als Bundesrat.

    • Herr unglaublich
      Sie geben Ihrem erkennungsnamen alle Ehre.
      Was Sie schreiben ist unglaublich und nur unseriöses Gesindel ist nicht in der Bitcoin Szene.
      Es gibt im Seriösesten Metie unseriöses Gesindel.
      Und nutzloser Hype sind Bitcion nicht.
      Zu Ihrer erinnerung;
      Man kann mit Bitcoin Geld verdienen, und wenn dieses Geld Ausgegeben wird ist dann immer noch unseröses Gesindel?????
      Und Sie vielleicht davon indirekt Proftieren???

  8. reiche Kids und Muttis, wo Papa 100derte Millionen verdiente, in dem er die Investments der reichen Kunden kopieren oder gar front-running machen konnte. Das ganze gedeckt durch politische Verbindungen… da kann man auch nebenbei ein Mandat bei der Krebsstiftung übernehmen, und für die 8 jährlichen Sitzungen >CHF 100’000.- verlangen (sich selber genehmigen, da sie als FDP-Nationalrätin selber Initiativ im Stiftungsrat vertreten ist).
    Gemeinnützig und Ehrenamtlich sieht anders aus, nur schade, haben dies sie wählenden Schlafschafe noch nicht begriffen.

    • Guter Punkt. Dorisli ist vollkommen unglaubwürdig geworden. Sie war früher mal ganz ok aber das ist laaange her. Jetzt ist sie leider nur noch selbstverliebt und hofft auf TV Auftritte und Mandätli, weil sie mit ihrem ursprünglichen Beruf nichts mehr verdient, weil sie darin nicht besonders gut war. Da hat sie voll versagt aber für die Politik reicht es noch, weil man da keine besonderen Fähigkeiten braucht, dafür umso mehr polit. Freunde .

    • Moral und Ethik sind leider Fremdwörter für unsere Volkszertreter!

  9. Prominent : Eloquent : Eingeklemmt !

    Krypto – Leichen werden auch in Zukunft mehr oder weniger Einkommen und Brot für Anwälte beschaffen.

    So fern es noch etwas zu holen gibt 😂

  10. Dass die „Computer der Unity nach Übersee verschifft worden sind“ ist eine Schutzbehauptung von Prescott. Genauso wie bei Wirecard, wo es erst hiess „3 Mrd Euro sind beim Treuhänder in Singapur“.
    Es gibt nämlich keine „Computer in Übersee“, Unity steht mit dem Rücken an der Wand. Prescott sollte die Wahrheit sagen. Seinen Laden zumachen, bevor alles noch schlimmer wird.

    • Hier kommen schon die Besserwisser/Ex-Mitarbeiter.
      Warst du der, der in U-Haft sass?

  11. Schöne Schweiz. Der Elitensprössling, dessen Name und Stammbaum ihm, nicht zuletzt wegen der gesellschaftlichen Position seiner Mutter, viele Türen aufgehen, will natürlich nicht, dass man das so offen sagt, sondern er hat ja alles selber geleistet. Und falsch gemacht hat er natürlich auch nie etwas, alles Drama wegen der gesellschaftlichen Position seiner Mutter.
    Als nächstes wird er dann Ständerat – hat aber mit Vitamin-B auch nichts zu tun. Alles eigene Leistung!