CS plant Big Bang im Asset Management

Berater untersuchen die Division. Ziel: Verselbständigung mit strategischem Partner. CEO Gottstein baut CS komplett um.

Thomas Gottstein geht systematisch vor. Vor kurzem war die CS Schweiz dran, dort wird auf digital und Callcenter umgestellt.

Nun ist das Asset Management an der Reihe. Hier könnte es zum grossen Wurf kommen. Berater, offenbar von KPMG, sind im Sihlcity, wo das CS Asset Management seine Zentrale hat.

Ziel ist, das Asset Management zu verselbständigen. Das Beispiel der DWS macht die Runde. Die Deutsche Bank brachte eine Minderheit ihrer Tochter an die Börse.

Das ist auch für das CS Asset Management eine Variante. Eine andere ist, dass die Verantwortlichen einen strategischen Partner an Bord holen. Dieser würde einen Minderheits-Anteil erwerben.

Die CS schwächt ab. „Es gibt kein Mandat betreffend strategischen Review oder mögliche M&A Aktivitäten des Asset Managements von Credit Suisse“, sagte ein Sprecher der Bank gestern Abend.

Die Pläne nehmen schnell Konturen an. Laut einer Quelle sollen im Herbst, spätestens Ende Jahr die Würfel fallen.

Für die Chefs des Bereichs wäre dies Weihnachten und Ostern zusammen. Sie fordern schon lange mehr Freiheiten für ihr Business.

Allen voran Michel Degen, der Schweizer, der trotz immer noch relativ jungem Alter einen langen Weg durch die CS-Instanzen hinter sich hat, mit Asien und dann ständigem Aufstieg in Zürich.

Auf vielen Hochzeiten (Simag)

In der Ära von Iqbal Khan schaffte Degen den Durchbruch. Vor 4 Jahren Chef Asset Management Schweiz und EMEA, also Europa, Mittlerer Osten und Afrika, dann 2017 CEO der CS Asset Management (Switzerland) Ltd.

Die Firma mit eigenem Verwaltungsrat ist eine Tochter der Holding. Doch im Tagesgeschäft blieben Degen und seine Weggefährten eingebunden in die Division International Wealth Management (IWM)

Mit dem Wechsel zuoberst im IWM von Khan zu Philipp Wehle und auf Gruppenstufe von Tidjane Thiam zu Gottstein witterte Degen seine grosse Chance.

Er begann, intern Druck zu machen, um das Asset Management aus dem IWM herauszulösen. Mit den über 300 Milliarden verwalteten Vermögen wäre ausserhalb des IWMs mehr zu verdienen, so Degens Mantra.

Gottstein hat Degens Wunsch erhört. Eine Herauslösung würde das CS Asset Managements viel prominenter als heute auf die Finanz-Landkarte setzen.

Wenn dann noch ein starker Partner hinzukommt, dann würde das Geschäft durchstarten – so die Promotoren des Big Bangs.

Gottstein verriet letzte Woche an einem Finanz-und-Wirtschaft-Anlass, dass man sich tatsächlich Gedanken mache, es damit aber keine Eile habe.

„We are now discussing how we can take the AM business to the next level and reviewing the long-term strategy for the business but we are in no hurry, have given ourselves up to 12 months to clarify that.“

Wenn es nach Asset Management-Chef Degen geht, dann kommt die Abspaltung vom IWM viel schneller, sagt ein Insider. Darauf würden auch die Berater hindeuten, die sich im Haus befänden.

Degen ist bekannt für Deals, die zu reden geben. Er hat sich mit Wissenschaftlern zusammengetan, die in der Simag Rettungsschirme entwickeln für Anleger im Fall eines totalen Meltdowns an den Märkten.

Präsident der Simag ist David Solo. Dessen Auftraggeber Greensill ist mit Degens Asset Management eng liiert über sogenannte Supply Chain Fonds. Diese gerieten ins Visier der Financial Times.

Bei Wirecard sorgte das CS Asset Management ebenfalls für Aufregung. Mittels eines CS-Konstrukts konnte die Softbank, die auch mit Greensill verbunden ist, gerade noch rechtzeitig Aktien des zusammengekrachten deutschen Fintechs loswerden.

Im laufenden Jahr machte den Verantwortlichen ein Handelsverlust in der Höhe von rund 100 Millionen Dollar Sorgen. Hinter der stolzen Verlusthöhe könnte eine riesige Tradingposition stecken.

Degen sorgte schliesslich mit dem Auszahlen von Kleinaktionären der Stromfirma Alpiq für Aufregung. Diese Investoren fühlten sich über den Tisch gezogen. Der Preis, um die Aktien anzudienen, lag weiter unter ihren Vorstellungen.

Ein enger Vertrauter Degens, Roland Doerig, ist 20-Prozent-Teilhaber einer der involvierten CS-Firmen, nämlich der Credit Suisse Energy Infrastructure Partners AG.

Mit Hans-Ulrich Meister setzten die Cracks des CS Asset Managements schliesslich einen alten Vertrauten auf den Präsidenten-Thron bei der Alpiq.

Kommentare

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  1. Gottschalk dementiert, dass die Kundenberater das Du anbieten, obwohl es schriftlich vorliegt. Es wird nur noch gelogen in diesem Saftladen.

  2. Decken Sie mal die insider Devisengeschäfte von Herrn Degen auf. Da war SNB Hiltebrand ein Mauerblümchen….(insidertipp a la Höhnes)…Herr Hässig, diese story würde rocken!! Oder dass Degen mit Basel Connection zu Nadia Schildknecht (Rohner) zu der Position kam.

  3. Mr. Gottstein (oder besser unabhängige Experten), sollten auch noch den dubiosen Deal zwischen CS und Aganola Pfäffikon durchleuchten. Da hat der Aganola Besitzer ganz kräftig auf dem Buckel der CS abgesahnt und Herr Degen einem guten Freund ohne einleuchtenden Grund ein schönes Vermögen beschert!

  4. Und wie immer bei IP viele oberschlaue Kommentare von lauter „Experten“. Ich wundere mich, warum wohl keiner von ihnen eine grössere Bank oder AM Firma führt und uns dort in der Praxis zeigt, dass er oder sie es nachweislich besser kann als die hier (teilweise unflätig) kritisierten Personen.

    • Die tauglichen und wertschöpfenden Wirtschaftsteilnehmer tummeln sich sicherlich nicht in zwielichten Banken, wo nur mit Buchgeld hantiert wird und schon zu Tageszeiten in Bordellen die Kundengelder verprasst werden.

      Kommentatorenkritiker wie Sie einer sind, sind einfach nur die Lakaien solcher verblendeter Banker.

  5. Auch diese Überlegungen der CS zeigen die Schwächen dieser einstigen starken Bank auf.

    Der hinterste und letzte Franken muss irgendwie zu Cash gemacht werden.

    Mehrwert für Anleger, Mitarbeiter und Öffentlichkeit wo?

    Und die Schwäche von CEO Gottstein zeigt sich immer mehr wenn ein Degen im die Entscheide aufzwingen kann

    • Ein Schande bist Du! Informiere Dich mal, was die CS für die Schweiz alles leistet, bevor Du so einen diffamierenden Blödsinn von Dir gibst!

    • Suisse kann definitiv verschwinden – nur schon die Mehrheitsaktionäre sind klar aus einem Land der Welt – USA!!

  6. Die Bude ist einfach viel zu klein, um jemals richtig etwas abzuwerfen. Eine Beschränkung auf wenige, aber kraftvolle Produkte wäre sinnvoll, Aber man muss ja jedem ein Kränzchen winden und wundert sich dann, dass die Mini-Volumina-Produkte unprofitabel sind mit dem ganzen Rattenschwanz an Admin dran.
    Die letzten Dealmaker ohne AM know how haben ja auch zum Spottpreis an Aberdeen verkauft, Hauptsache nen Deal. Jeder darf mal mitmurksen.

  7. Strategische Neupositionierung AM -> und täglich grüßt das Murmeltier!
    Normalerweise wird das alle paar Jahre irgendwie verselbstständigt, um dann wieder integriert zu werden.

  8. Einfach unglaublich wie jeder neue CEO die Bank dauernd umbaut obwohl der Vorgänger angeblich einen guten Job gemacht hat und die Bank verbessert hat.
    Wenn dem wirklich so wäre gäbe es nicht jedes Jahr massive Umbauerein. Der VR Urs Rohner scheint geradzu ein Fan von Umbauten zu sein solange es nicht seinen Job und sein Haus betrifft.
    Es tut wirklich Not, dass die Leistungen des Managements endlich an klar messbaren Parametern fest gemacht werden und die Entlöhnung davon abhängig gemacht wird.

  9. Es ist eigentlich hochinteressant wie gewisse Personen immer wieder neu auftauchen. Ein Phänomen dass man bei den Fettaugen in einer Suppe ebenfalls beobachten kann. Erfolgreich sind diese Personen in erster Linie beim Abgreifen von Boni, nachhaltige Leistungen die nicht in einem Desaster münden, sucht man vergebens. Wenn‘s dann dann heiss wird, taucht man ab und beim Nächsten als Heilsbringer neu auf. Ausbaden müssen es in der Regel immer die Normalos oder die Kunden.

  10. Na ja. Restrukturierung zum 20igstens.Da kann man nur hoffen dass es nicht wie die 19 vorangegängenen floppt.
    Cs Kurs= 3 tafeln CH Schoggi vielleicht danach Ovomaltine in Pulver Form

  11. Das ist eine alte Kamelle und wurde bereits vor 7/8 Jahren diskutiert. Man nimmt nun also nur die alten Papiere, aktualisiert sie und bringt sie wieder ein – inkl der Idee der CustodyBank.

  12. Die machen teure Investmentprodukte wo Kunden mit Beratungsmandat ins Depot
    gedrückt werden. Und Jetzt wollen Sie noch mehr rauspressen, da verdient der Kunde ja gar nix mehr. Und dann macht es auch keinen Sinn mehr sowas zu Investieren.

  13. D. Solo und man staune der geschasste U. Meister auch dabei. Das kann nicht gut gehen. Herr Gottstein, rote Lampe sollte leuchten !

  14. das sind wir uns gewohnt: Die CS baut unter jedem „neu-alten“ Versager neu um und verschlechtert alles. Risiken steigen, Bussen genau so. Die Schweiz stirbt mit, wenn alles verscherbelt wird. Hauptsache ein paar Obermacker konnten sich noch schnell unermesslich auf Kosten der Allgemeinheit bereichern.
    Das sind wir uns als Schweizer langsam gewohnt, denn die selben haben auch Südamerika, Nordamerika, Ex-Jugoslavien und andere Kontinente bereits ausgesaugt, bis zur Verarmung.

  15. Gebt Gottstein DUPLO Steine, dann kann er den ganzen Tag bauen ohne Schaden anrichten. Was mit umbauen an Geld in den letzten 20 Jahren verschleudert wurde ist unglaublich. Die einzigen die wirklichen Nutzen daraus gezogen haben sind McKinsey und die Kindergartengruppe von KPMG!

  16. Alles nachvollziehbar, CS PB – Einheit Schweiz – verwaltet nur noch lediglich CHF Mrd 190 – wohlverstanden mit 10 000 MA, Asset Man. und IB wird selbstständig gehalten bzw. im CS Konzern und das PB Einheit Schweiz verscherbelt, denn die Assets der Einheit PB Schweiz entsprichen nur noch 13 % der 1400 MRD CHF vom Konzern. UBS Schweiz mit knapp 800 CHF MRD entspricht das 4-fache der Assets der CS Einheit Schweiz, UBS könnte diesen Anteil übernehmen.

    • ihr könnt jetzt teubelen und mich beschimpfen. aber: das ist die reine wahrheit. und nichts als die wahrheit. darum wacht lieber aus eurem traum auf.

    • Diese Statement widerspiegelt wohl am Besten die Gefühls- und Gedankenwelt eines arroganten und abgehobenen Bankers, der zu keiner menschlichen Regung mehr fähig ist und somit alle Klichees bestätigt.

      Fahr zur Hölle und nimm deine Grundwerte (nämlich keine, ausser Geld & Status) gleich mit.

    • Loomit fahr mal ab – Dein Minderwertigkeitskomplex ist langsam echt bedenklich…zahlt das die Krankenkasse?

  17. Die Rücknahme der monatlichen Newsletter und Anlegeraktualisierungen für die CS Greensill Supply Chain Finance-Fonds nach den FT-Untersuchungen führt bei CS Asset Management zu einem unangenehmen Geruch. Wenn alles korrekt ist und wie es sein sollte, warum die Geheimhaltung? Es gibt weiterhin Gerüchte, dass wie beim Skandal zwischen GAM und Greensill CS-Kunden missbraucht werden.

  18. wer jetzt noch bei der CS arbeitet gehört sowieso zum nutzlosen überschuss. die, die keine neue stelle finden.

    darum kein mitleid. ihr hättet genug zeit gehabt euch neu zu orientieren.

    • Wir bleiben on board bis zum allfälligen Ende wann auch immer es ist.
      Uns geht es gut, sodass wir in jedem Fall nicht mehr arbeiten müssen. Neidisch?

    • @ Loomit

      100 Prozentig einverstanden.

      Jeder Mitarbeiter und Kunde, welcher heute noch mit CS arbeitet ist selber Schuld und verdient kein Mitleid.

      Das Debakel mit CS besteht seit Jahren und wurde stets schlimmer. Somit hatte jeder genug Zeit sich neu zu orientieren.

    • Na ja, ich arbeite zwar nicht bei der CS, empfinde Ihre Äusserungen als sehr respektlos und abfällig. Die Mehrzahl dieser Leute bemühen sich in einem schwierigen Umfeld einen guten Job zu machen. Die Probleme sind sicherlich hausgemacht, nicht aber von diesen Leuten bzw. Stufen Was Sie propagieren ist natürlich bezeichnend, was soll man von solchen Leuten halten, die gleich bei der kleinsten Briese von Bord gehen. In der Seefahrt nennt man solche vermutlich Süsswassermatrosen oder -Kapitäne.

    • Überleg erstmal wer die Services im Background bei Deiner Bank macht… genau: entweder UBS oder CS… Gehen die bachab, geht deine Bank mit. Und alle MA über einen Kamm zu scheren sagt alles. Aber ja, die MA finden das Management mitunter auch nicht witzig!

    • oh Mann Loomit….geh doch bitte Grammatik lernen oder mach etwas ansatzweise Sinnvolles. Immer denselben Stuss wieder und wieder. Mit Überschuss meintest Du wohl Ausschuss, aber selbst für den bist Du nicht annähernd qualifiziert genug. Und über 60 Deppen klatschen Dir noch zu…no comment

    • In der CSAM gibt es nicht nur MD’s u Dinks sondern auch Familienväter u allein Erziehende die jeden Tag sich den Arsch aufreissen für ihre Kunden.

    • Der hat mindestens eine Top Ausbildung (und ich meine nicht irgendwelche MBA) und weltweite Erfahrung von vielen Teilen der Finanzbranche, was man über vielen Schweizer „Top“-Management nicht sagen. Die Schweizer haben es, gelinde gesagt, sehr lange sehr easy gehabt, Bankgeheimnis usv, easy money ohne Anstrengung.

      „…Well, in my book, you either do it right, or you get eliminated….“

  19. AM ist schon seit Jahrzehnten ein Problemkind der CS; es fehlen schlicht und einfach 1’700 Milliarden AuM um den Laden profitabel zu machen.
    Wenn man wieder aus IWN herausnimmt, ändert sich nichts an diesem fundamentalen Problem.
    Und a propos „Problemkind“: D. Solo hat schon bei GAM gezeigt, wie man einen Asset Manager an die Wand fährt.