Im CS Wealth Management kommts zum Knall

Philipp Wehle, Nachfolger von Iqbal Khan, installiert umstrittene Chefs als mächtige Bosse. Der Crew droht Massenabbau.

Die Credit Suisse steht vor ihrem nächsten Grossumbau. Besonders viel passieren wird in der Division International Wealth Management, also dem weltweiten Private Banking ohne Schweiz und Asien.

Es handelt sich um den bisherigen Vorzeigebereich. Unter Ex-Chef Iqbal Khan wuchs das IWM, wie die Division kurz heisst, überproportional, mit beeindruckenden Milliarden-Zuflüssen und stolzen Gewinnen.

Damit ist vorerst Schluss. Khans Nachfolger Philipp Wehle, ein Zahlenmensch, steht auf die Bremse. Abrupt.

Mit Vollgas in die Wand, könnte man sagen. Wehle sieht seine Aufgabe als umfassende Sanierung und Redimensionierung nach einer Zeit unter Khan, in der es nur eine Losung gegeben hatte: auf zu Wachstum.

Wehle installiert laut einem Insider neue Superchefs, er reduziert die Anzahl der ihm Unterstellten, und er baut die zentralen Bereiche aus – um danach massiv abzubauen und Leute zu entlassen.

Reifeprüfung mit Mitte 40: Wehle (CS)

Kritiker sehen den Umbau als Ende einer Phase von Prosperität unter Khan. „Wehle ist ein reiner Zahlenmensch, er versteht nicht, was die Kunden wollen“, so die Auskunftsperson.

Unter Wehle steigen offenbar zwei umstrittene Manager mit langer Geschichte auf. Zum einen ist das ein Robert Cielen.

Cielen führte einst den CS Trust, wo die Bank heikle Kunden mit wenig transparenten Geschäfte betreute. Als die Blütezeit des Trusts endete, konnte Cielen hinüberspringen ins Private Banking der CS.

Im Range eines Managing Directors erhielt Cielen die Leitung der aufstrebenden neuen Marktgebiete: Emerging Markets.

Nun soll Cielen den nächsten Karriereschritt machen: Chef von ganz Europa, eine Funktion, die einst Claudio de Sanctis innehatte, der heute hoch oben bei Deutsche Bank ist.

Damit ist die Reihe am zweiten Manager, der im neu geordneten IWM zum grossen Aufsteiger werden soll. Es handelt sich um Anton Cherny.

Cherny ist bei der CS im IWM der Mann für die reichen Russen. Und die vermögenden Israelis. Mit Klienten aus beiden Regionen hat die CS Probleme, allen voran im Fall Iwanischwili und einem U-Boot Skandal.

Cherny, wie sein Boss Cielen im Rang eines Managing Directors, gilt als besonders einflussreich. Er war vor der CS für Renaissance Capital tätig, eine mächtige russische Investmentbank mit Oligarchen-Hintergrund.

Cherny soll laut dem Insider die Position seines bisherigen Chefs Cielen übernehmen, also Chef Emerging Markets im IWM der CS werden.

Cielen und Cherny, die zwei Sieger an der Front. Ein Dritter kommt laut der Quelle steil hinaus. Er heisst Marcel Schuler und ist als Chief Operating Officer quasi die rechte Hand von IWM-Chef Wehle.

Schuler, so heisst es, würde sämtliche zentralen Dienste neu bei sich haben. Und dann … abbauen. Big time. Die Rede ist von einer Grosssanierung im Backoffice des Wealth Managements.

Teil der Lösung? Varvel (CSAM)

Dass die bisherige Musterschülerin das neue Sorgenkind der CS sein könnte, darauf deuten auch Nachrichten aus dem CS Asset Management hin.

Dieses ist der Division IWM angehängt und war lange äusserst erfolgreich unter der Oberleitung von Eric Varvel, einem CS-Schlachtross.

In den letzten Wochen ist das CS Asset Management wiederholt in die Schlagzeilen geraten. Die Financial Times berichtete wiederholt von Zirkeldeals rund um SoftBank, ein Konglomerat unter der Führung eines japanisches Tycoons.

Die Probleme sollen tiefer reichen. Im CS Assetmanagement würden weitere Risiken insbesondere in den USA schlummern, weshalb IWM-Chef Wehle von den Zuständigen eine massive Reduktion der Engagements verlange, meint die Quelle.

Kommentare

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  1. Wenn ich diese CS-Funktionäre und ihre „Arbeits“-Gebiete anschaue könnte ich kotzen…….
    Ich arbeitete lange bei CS und war stolz auf die Bank. Die Gegenwart ist, was mich bedrückt.

    Sorry, ich bin etwas spät dran mit meinem Kommentar. Aber ich meine es ernst!

  2. same old musical chairs changes in this org, nothing new , same old stories repeated, MDs protecting their house and ferraris, holidays and porsche. Show some cuts and keep us safe.. arrgh.

  3. Hochmut kommt bekanntlich vor dem Fall. Und je höher man meint zu sicher zu sein der fällt um so mehr härter auf die Schnauze.

  4. A.C.,echt jetzt??? Au weia.
    Und wer zahlt’s? Der Kunde. Wer setzt dem Treiben endlich ein Ende? Einfach nur erbärmlich das ganze.

  5. Mit grenzenloser Überheblichkeit glaubt die CS, sie werde niemals untergehen.
    Aber sie sinkt unaufhaltsam. Und wird in einem Höllentempo 4000 Meter in die Tiefe rauschen.
    Wer kann, verlässt das Schiff jetzt noch.

  6. @Thomas Gottstein: wie wär’s mit Erich Pfister? Der hat die nötigen Erfahrungen für IWM! Wa meinsch Thomas? Think about it!!!

    • Erich war sogar mit seiner Market Area überfordert und liess sich von Blendern übel blenden, und bei Kunden kam er auch nicht an. Philipp hat Integrität und Intellekt.

  7. Ein Zahlenmensch tut ev. auch mal gut. Es hat immer noch zu viele Direktoren, die den ganzen Tag praktisch nichts zu tun haben, aber einen Terminkalender haben, der voller ist, als das Gästebuch vom Caesars Palace (80-90% Fakeeinträge). In diesen sog. Meetings geht man dann halt ins Gym, ins Resti, oder bastelt an privatem Kram herum. Und nach unten wird getreten mit Spikes. Dort sollte man mal ansetzen…

  8. Das war doch bei der CS schon immer so. Kaum ist ein neuer Chef eingesetzt, wird in seinem Bereich alles umgebaut. Die Restrukturierungskosten sind ja „einmalig“, und danach werden steigende Renditen erwartet. Nur können die kaum mal zum Tragen kommen, weil bis dann bereits wieder ein Wechsel in der Führung stattfindet und damit ein neuerlicher Umbau. Alles selbstverständlich immer im Dienste der Kunden. Weshalb die Aktionäre diesen Unsinn immer wieder glauben, ist mir schleierhaft.

    • Die Antwort darauf ist wohl einfach. So lange man umbaut muss man die prognostizierten Resultate nicht liefern. Es ist immer das gleiche – mit Powerpoints wird dem Managementboard eine schöne neue renditeträchtige Welt vorgestellt. An der Roadshow wird die Basis weich geklopft und bevor es wirklich zu Resultaten kommmt macht man einen Absprung zur nächsten Firma und das Spiel beginnt von vorne.

  9. Marcel Schuler hat schon den Front/Mid-Office-Support nach Lux und Breslau verlagert, sparen kann er. Dass dabei die Mitarbeitenden und Kunden einfach weniger Service bekommen, ist wohl Teil der Strategie, „unnötige“ Mitarbeitende und Kunden zu vergraulen und mit dem Rest profitabler zu werden.
    Das Prinzip ist seit Jahrhunderten bekannt und heisst Destillation. Im besten Fall kommt wirklich etwas Gutes raus, das es rechtfertigt, den Vor- und Nachlauf wegzukippen; es wird aber massiv weniger Menge als das Ausgangsprodukt sein. Im schlechtesten Fall (bzw. mit einem unfähigen Brennmeister) kommt billiger Sprit raus, und man muss Vor-, Mittel- und Nachlauf verramschen. Zu Corona-Zeiten kann man damit dann wenigstens noch die Hände desinfizieren.
    Wieder weg von der Metapher: wer nimmt die Mitarbeitenden auf, wenn die Destillation scheitert? Zu Corona-Zeiten gibt es leider wenig Verwendung für qualitativ mittelprächtige Banker…

    • Als ob wir in einer Gesellschaft leben würden wo Kunden immer mehr persönlichen Service erwarten/beanspruchen.
      Wie oft geht man denn noch in eine Filiale? Wie oft hat man, verglichen zu vor 10/20 Jahren noch effektiv face to face Kontakt mit den Banken?
      Es läuft doch immer mehr darauf hinaus, dass alles digitalisiert wird, und nicht weil Banken es sich so vorstellen, sondern weil das die Ansprüche der Kunden sind.
      Klar gibt es noch die die den engen Kontakt zum Berater bevorzugen, aber der Großteil läuft online.
      Da macht es doch Sinn, dass sich die Banken (wie auch anderen Industrien) dem anpassen müssen…

    • Ich danke Herr Schuler für die kluge Idee mit HCL. Know how weg, Qualitätsverlust, Front Leute wissen mehr als den Support, bzw. MACHEN JETZT IHRE ARBEIT. Wirklich tolle Sache !! Aber ja AUF DEM PAPIER HABEN SIE GELD GESPART, IHRE „MY“PERFORMANCE ZIELE ERREICHT UND DAFÜR EIN BONUS KASSIERT!!

    • Die CS bietet hier gar nichts, das sind einmal mehr purw Spekulationen eines gescheiterten „Journi“.

      Aber lustig wie hier dieselben Affen ihr Konto bei der CS zum 10000x saldieren.

      Und wie die gescheiterten Ex Banker davon schreiben wie schlecht die Stimmung bei Kunden und Mitarbeitern ist – das Gegenteil ist der Fall!

  10. Schade, wirklich schade! Wir haben einiges erreicht, jahrelang Gas gegeben und jetzt das? Wehrli kann nichts und wird auch nichts erreichen! Werde mich gleich bei der UBS bewerben!

    • ja sie können sich problemlos woanders bewerben. derjenige, den sie meinen heisst nicht wehrli, sondern wehle! einfach nur so zur info; gell!

  11. „…. er versteht nicht was die Kunden wollen.“

    Diese Behauptung ist so alt wie das good old Private Banking. Hobbies der Kunden übernehmen, Kunden zu Essen und Events einladen und die Arbeit delegieren.

  12. Man kann über IK sagen was man will. Er versteht die Details des Geschäfts und kann’s sehr gut mit Kunden und Mitarbeitenden. Zeigt er ja auch gemäss meinen Quellen bei der Konkurrenz.

    • Und es sind genau solche A….kriecher!

      Meine Güte bin ich dankbar Tag täglich, nicht mit diesem Prahlhans arbeiten zu müssen. Mir reicht das, wass ich als fast Nachbarin so alles mitbekomme!

    • Was meint da wohl der ehemalige Starbanker Prof Dr Hans Geiger dazu! In der Politik hatte der SVP ler keine Chance, aber als Banken Experte kann er mehr als nur LH coachen !

  13. Herr Cielen war u. a. Verantwortlicher für CS Life Bermuda Policen.
    Die Kontrahenten-Daten der italienische Kundschaft (9000) wurden (zufällig) in Mailand gefunden, danach kam die “Voluntary Disclosure” …

  14. Hahahahaha in den letzten Monaten wurde kein gutes Haar an Iqbal Khan hier gelassen, jede kleine Bewegung, Aktion und Entscheidung wurden aufs gröbste kritisiert und auseinander genommen.
    Und jetzt auf einmal ist es ein Skandal, dass man die „gute“ Arbeit von Khan wettmachen möchte.
    Ihr schafft es immer wieder euch neu zu erfinden hier.
    Wird morgens gelost wer heute gut und wer böse ist? Anders kann ich mir die fast schizophrene Art der Meinungsänderung nicht wirklich erklären…

  15. Und wer räumt den Asien shop der CS auf?

    Da werden ja Flops am Laufmeter produziert.

    Ach ja ich habe vergessen dass die CS nur aus Problembereichen besteht

    • Ist genau so … schaut Euch nur mal das Senior Management, vor allem im PB Südasien, da hat niemand etwas auf dem Kasten, nur auf dem Gewissen…

    • Vor allem PB Südasien. Das ganze Management hat nichts auf dem Kasten, nur auf dem Gewissen.

  16. Danach kann Philipp Wehle zur UBS und der dortige Bereich Rückbauen, und Iqbal Khan geht wider zur CS und baut dort mit Vollgas das International Wealth Management wieder auf! Und für solche spiele werden Millionen an Salären bezahlt, irgendwie krank das ganze.

    • Philipp Wehle Ist ein reiner Technokrat, Zahlenmensch ohne irgendwelche verlässlichen guten Führungsqualitäten.

      Wenig bis keine menschliche Kompetenz fuer Kunden und Mitarbeiter.

      Es ist wirklich beschämend und sehr befremdend was die CS wieder für drittklassiges Führungspersonal einsetzt.

      Es wird einfach das nächste Kapitel für den weiteren dramatischen Niedergang dieser Bank aufgeschlagen.

  17. Wehle ist ein reiner Zahlenmensch, welcher von Kunden rein gar nichts versteht.

    Das einzige Ziel ist die Kunden weiterhin zu „melken“ – möglichst unbemerkt – Kunden merken dies aber mehr und mehr aufgrund der MIFID Regulierungen.

    Die Kunden sind aber nicht mehr so dumm und gehen einfach.

    • Aber ihr versteht, dass die Finanzindustrie eine Industrie ist? Wo man versucht Geld zu generieren? Für den Kunden aber auch für die Bank?
      Werden Kunden gemolken? Sicher! Wissen es die Kunden und gehen das Risiko ein (vor allem bei so Banken)? Ja tun sie, also wo ist das Problem?

  18. Als Kunde ist man wohl gut beraten dieses sinkende CS Schiff zu verlassen bevor es zu spät ist!

    Zum Glück muss man sich dieses Debakel bei CS nicht bieten lassen und kann getrost zu einer anderen Bank wechseln.

  19. GESUNDSCHRUMPFEN. gute Idee! Ueberschüssiges Fett loswerden, heisst dies beim Menschen, wieso nicht einmal auch in der Bankwirtschaft?

  20. Seit Jahren wissen wir, dass x-tausende Stellen abgebaut werden müssen, die Corona-Krise beschleunigt den Trend.
    Nur Folgerichtig, dass man sich an die Arbeit macht und endlich umsetzt…

  21. Die 1444 Einkommensmillionäre (Risk Taker) kosten anderthalb Milliarden im Jahr. They have no skin in the game – es sind nur Angestellte! Sie stellen das eigentliche Problem dar. Dazu der Umstand, dass es bald mehr Direktoren als Arbeiter gibt in dieser „most admired bank“.

  22. Es sind einmal mehr die obersten der Hirarchie die wie in den vergangenen Jahren versagt haben, die ausgetauscht werden, neue kommen und versagen. Warum wohl? Immer das gleiche Lied – diese Blender und Schaumschläger haben noch nie Kunden selber über 10 Jahre und mehr betreut, geschweige jemals Kunden aquiriert, es war schon zu Zeiten von Walter Bächtold, der Schönling, dieser garnierte über 50 Mio. CHF bei der CS ab, versagte als oberster in der Abt. für Ultra High Net worth Kunden, heute reist er mit dem Privatjet u.a. nach Lapland oder schmieg sich bei Federers an und diniert u.a. im Chez Fritz, sein Fahrzeugpark -Ferrari und Porsche – finanzierten auch die naiven und dummen Aktionäre – bei den heutigen die zuoberst ausgetauscht werden ist es nicht viel anders.

  23. Jeder Kunde der mit der CS noch arbeitet ist selber schuld und jeder Mitarbeiter, welche sich dies bieten lässt ist auch selber schuld.

    Es gibt genügend genug gute Alternativen.

    • Haben sie Vorschläge wo? Ich, ITler, muss anfangen mich umzuschauen glaube ich 🙂

    • @Robert: wie wärs mit einem Branchenwechsel? Das VBS sucht händeringend Leute (da muss man mit der Arbeit unter Tage leben können), das Gesundheitswesen bietet riesige Chancen (da muss man mit der speziellen Unternehmenskultur umgehen können), Crypto Valley braucht auch Spezialisten (da muss man Kompromisse bei der Jobsicherheit machen) und die SBB&Swisscom suchen immer wieder gute IT-Leute.
      Sei stets schneller unterwegs als das Wasser das unter Dir fliesst. Und bei der CS geht der Weg in Richtung R(h)einfall!

  24. Nichts Neues dieser Umbau.

    Ca. der 30-zigste Umbau in den letzten zehn Jahren bei CS

    CS ist eine permanente Baustelle und die Kunden werden immer unzufriedener.

    Die Mitarbeiter werden behandelt wie im Kindergarten – Es hat nur noch Jasager und Kriecher im System.

    • CS ist ein Alptraum – seit jeher eine Krisenanstalt, welche wir in der Schweiz nicht brauchen.

  25. Jeden Tag das Wort Massenabbau… Die Zahl der Beschäftigten im Schweizer Finanzsektor ist in den letzten 5 Jahren aber nicht wesentlich zurückgegangen. Das passt leider nicht wirklich zusammen.

  26. Khan hat viel verbrannte Erde bei der CS hinterlassen!
    Einmal mehr, ein weiterer Umbau ist nun überhaupt auch nichts neues innerhalb dieser Bank.

    Alles wird nichts bringen, der Versager Bänkler Urs Rohner muss weg. Solange der weiter krampfhaft an seinem Sessel sich festhalten darf- die Aktionären hätten ihn schon vor vielen Jahren in die Wüste schicken können- kommt die CS nie und nimmer in die Gänge- Ergo auch nicht vom Fleck!

  27. „….so die Auskunftsperson“ – wieder einmal ein reisserischer Bericht („Knall“) mit einer einzigen Quelle als Grundlage. Keine Recherche, kein Nachprüfen, Trash Boulevard vom Feinsten 🤮

    • Sie arbeiten also bei der CS und könnten den ganzen Tag nur noch 🤮 ?

      Das versteht jeder.