Digitalbörse der Six läuft aus dem Ruder

Gigantische Kosten, Live-Gehen ungewiss: Umgekehrt hat Kryptobank Sygnum mit Minibudget schon losgelegt.

Mit grossen Vorschusslorbeeren kündigte die Six im März einen neuen Chef für ihre Digitale Börse namens SDX an. Tim Grant, ein Crack aus Übersee.

Seither ist mehr als ein halbes Jahr ins Land verstrichen. Doch Grant hat sich nach Aussage eines Insiders bis heute noch keinen Tag am Six-Hauptsitz in Zürich gezeigt.

Der neue Digital-Papst, der die Schweizer Börse auf den nächsten Level hieven soll, arbeitet ausschliesslich auf Distanz – über den Atlantik.

Lieber remote (LinkedIn)

Dem Prestigeprojekt bekommt Grants lange Leine nicht gut. Trotz enorm hohen Kosten – die Rede ist von 60 Millionen jährlich – sei noch wenig Zählbares vorzuweisen.

Das Ziel einer Live-Schaltung noch in diesem Jahr sei jedenfalls unwahrscheinlich, meint die Quelle. Die benötigte Finma-Lizenz sei nicht vor Frühling 2021 zu erwarten.

Der Start von SDX ist bereits mehrfach hinausgeschoben worden. Ursprünglich wollte die Six im Sommer dieses Jahres loslegen, dann verschob sie den Live-Termin auf Herbst und später auf diesen Winter.

Droht der Börse ein nächstes IT-Debakel? Vor Jahren setzte die Schweizer Börse weit über 50 Millionen mit dem Projekt Magellan in den Sand.

Es wäre eine spektakuläre Pleite. Vor allem mit Blick auf Andere. Die Krypto-Bank Sygnum hat mit einem minimalen Budget von der Aufsicht grünes Licht für ihre Digital-Plattform erhalten.

Das Problem der Six ist das viele Geld. Es spielt offenbar keine Rolle, wer geholt wird und was angestellt wird: Der Rubel rollt.

Das zeigt die Personalpolitik von SDX-Chef Grant. Dieser hat mehrere seiner ehemaligen Weggefährten von DrumG Technologies zur Schweizer Börse geholt.

Die Firma sei nicht erfolgreich gewesen, urteilt die Auskunftsperson. Trotzdem würde der neue SDX-Leiter seine Buddies im Multipack verpflichten.

Nun habe die Six Dutzende von hochbezahlten Digital-Leuten rund um den Globus auf der Payroll: von New York über London bis Singapur.

Die Six-Chefetage schaue dem Treiben zu. Vom zuständigen Topshot Tom Zeeb sei seit Monaten kein Lebenszeichen gekommen.

Ein Sprecher der Schweizer Börsenfirma sah auf Anfrage das Projekt der Digitalen Börse auf Kurs. „Das läuft rund“, meinte er. „Technisch sind die ersten Angebote bereit.“

Die Verzögerungen erklärt er mit Sicherheit. „Bevor wir damit auf den Markt gehen, wollen wir gemeinsam mit der Finma die entsprechende Bewilligung. Das ist für alle Neuland und bedarf mehr Zeit.“

Kommentare

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  1. Hey Tom,

    I just like to add, that next to your car collection, there’s not much more to achieve. Great job of making the monkies dance in your favour.

    Just one question: What’s the fucking goal of this? I’m serious: Why you always and only follow the rules? Is there any soul in you?

    You could have achieved so much more than just beeing the last man standing, but so did you choose. Now you’re up to hand over your guilt to another ignorant retard and will face the consequences.

  2. In Covid-19 Zeiten, Reiseeinschränkungen und Quarantäneauflagen, zeigt sich, wo die Schwächen der CH-Wirtschaft liegen: Kein Vertrauen in die Fähigkeiten der eigenen Leute.Keine Bereitschaft, diese entsprechend auszubilden. Nur globalistisches Denken. Unfähigkeit/Nichtbereitschaft zu nationalem Denken und Handeln. Lieber setzt man auf Ausländer, weil die mit ihrer „Englischüberlegenheit“ imponieren – in Tat und Wahrheit sind sie aber Sprachbanausen. Deren Resultate sind äusserst kläglich. Um das Mass voll zu machen, schmeisst man ihnen noch Millionen hinterher. Dummheit grassiert in unserem Land.

  3. Grant passt doch perfekt ins Bild der „neuen SIX“: cooler Typ, entspricht der aktuellen Kultur, verspricht Veränderung und Wachstum (Parallelen zum CEO sind rein zufällig). Daher lieben ihn alle und man lässt ihn auf allen Bühnen der Welt auftreten. Und eines muss man ihm lassen: der gute Kerl ist ein absolut toller Verkäufer seiner selbst.
    Wenn man jedoch etwas genauer ins Projekt SDX reinschaut stellt man fest, dass hinter der netten Fassade nicht viel neuartiges gibt. Gleiches Business, gleiche Prozesse, die gleichen alten IT Systeme.
    Ich glaube nicht, dass die Manger und auch der VR das erkennen werden. Die Story klingt so gut, dass man sich gerne blenden lässt (solange der nächste Bonus gesichert ist). Abgesehen von ein paar schlecht investierten Millionen wäre das ja kein Problem. Nur werden vermutlich genau die das Nachsehen haben, welche die heutige hohe Qualität des Service ermöglichen. Sie dürften früher oder später von den SDX Blendern verdrängt werden. Motto: wenn das neue Business nicht erfolgreich ist, dann nehme ich mir einfach das alte. Und dann wundert man sich über die hohe Fluktuation und die mageren Ergebnisse bei den Umfragen.

  4. Wie immer: Mehr Mitarbeiter in der Projekt Admin und „Leitung“ als es Entwickler hat. Wetten es gibt maximal 5 Personen die tatsächlich entwickeln *könnten* aber auch die schleppt man noch dauernd an Meetings. So dass zwar unendlich viel los ist, aber nichts dabei rauskommt.

    Wenn man bedenkt. Mit 60 Mio könnte man 60 und mehr Start-ups bauen. Wenn nur eines davon Erfolg hat, zahlt sich das X Fach aus.

  5. was ist schlimmer…der superblonde hässig mit seinem vorgestern $blog
    oder 100000 bootsflüchtlinge die die schweiz auf den nächsten level hieven

  6. War selber einige Zeit bei SIX tätig, und es ergab sich ein Bild, welches wohl ähnlich in den meisten Grossfirmen zu finden ist: die Basis besteht aus ehrlichen, fleißigen, guten Leuten, aber je höher man in der Hierarchie schaut, umso schlimmer wirds. Was da an überbewertetem, Überbezahltem Middle Management rumschleicht, ist für Außenstehende unsichtbar und unerklärlich. Der absolute Kern dieses IP-Artikels ist jedoch die Aussage, dass SIX zuviel Geld hat bzw. dass Geld keine Rolle spielt. Es ist wirklich so: Unzählige Millionenprojekte wurden an die Wand gefahren, ohne nennenswerte Konsequenzen…

    • Mit 60 Mio baust du gerade mal 6 Startups bis zu dem Punkt, wo überhaupt klar ist, ob das überhaupt was werden kann.

  7. Oje oje, ein Beispiel mehr wie man idiotisch Kapital versenkte und weiter versenken wird….

    Dabei gibt es da draussen in der einzigartigen Schweiz soo viele gute Start Ups, die wichtige Finanzen benötigen um ihre einmaligen Ideen für viel weniger Kapital zum Erfolg führen zu können!

  8. Die Menschen sind so einfältig und hängen so sehr vom Eindrucke des Augenblickes ab, daß einer, der sie täuschen will, stets jemanden findet, der sich täuschen läßt.
    Zitat; Niccolò Machiavalli

  9. Es ist immer dasselbe in der CH IT: Irgendwelche „Top-IT-Cracks“ von irgendwo werden zu irgendwelchen astronomischen Summen für ein Projekt zusammengewürfelt, 2000 Seiten angelsächsische „planning and concept papers“ erstellt, von teuren Beratern 813 ppt’s vorgezeigt und nach den ersten 300 zeilen java code test ist das Projekt gestorben wegen Unfähigkeit der Truppe, der Planer und der Geldgeber und ahnungslosen Financiers.

    Ich darf aber daran erinnern, dass wir in der Schweiz über viele ETH und bestens ausgebildete Informatiker der lezten 30 Jahre verfügen, von denen viele leider beim RAV „angestellt“ sind… Diese Truppe würde solche Projekte professionell und zu den halben Kosten erfolgreich realisieren – nur interessiert das offensichtlich hier niemanden!

    • Selten so gelacht,

      schweizer ITler sind leider überbezahlter Mittelmass. Ich bin bald 15 Jahre in der Schweiz und ohne die teuren Ausländer würd nie etwas vorankommen.
      Projekte werden Grün gefärbt und jedes Problem unterm Teppich gekehrt damit man bloss keine verantwortung übernehmen muss. In den letzten 30% der Zeit muss man die Leute anheuern damit das Projekt irgendwie noch realisierbar ist. Ausländische ITler sind ausserdem um längen günstiger als schweizer IT Kräfte und meckern viel weniger. McKinsey und Accenture verdienen Milliarden mit der Unfähigkeit der CH Leute mit Problemen umzugehen. Ergebnis ist immer gleich – CH Leute raus und Ausländer rein

    • Du meinst, so wie unsere Corona App, die nur 10 Millionen gekostet hat und was genau kann – genau: nichts.

    • Sie haben absolut recht, Oekonom.

      Vor gut 18 Monate musste ich aus Sicherheitsgründen (Erpressung und Bedrohung) von Mexiko in die Schweiz zurückkehren.

      Als Ex-Expat 50-jährig, Berater mit IT Background hatte ich keine Chancen bekommen. Ich war erst froh in Sicherheit zu sein und hätte auch für ein kleines Salär etwas anderes gearbeitet. Auch war ich nicht RAV berechtigt. Mir wurde in verschieden Gesprächen gesagt, (Ich habe durch Geburt noch einen UK-Pass), dass ich als Brite mehr Chancen auf einen Job in der Schweiz hätte.

      Ich schreiben diese Zeilen aus Tapachula, Chiapas, Mexiko, aus einem kleinen staubigen Copycenter. Hier in Mexiko berate ich wieder Kleinstunternehmen für wenig Geld, hier werde ich gebraucht und die Unternehmer sind Dankbar für alles was ich für sie mache, vom IT-Kabelverlegen, Maschinen aufsetzen, Prozess- und Buchhaltungsaudit, Softwareintegrationen, oder einfach mal den Kühlschrank auffüllen.

      Die Unsicherheit ist die ähnliche wie vor eineinhalb Jahren. Aber hier werde ich nicht «Diskriminiert», und das ist mir wichtiger.

      Un cordial saludo.
      El Manny

    • 2’500 arbeitslose Informatiker klingt nach viel, fällt gegen die 100’000 insgesamt nicht ins Gewicht. Dazu noch ist es wie mit Musikern: einen Webentwickler setzt du genau so wenig an eine Datenbank wie einen Oboisten ans Schlagzeug.

    • @expat, selten so gelacht.. ja muss ich auch. die selbstbeweichräuchernden bosse in der it (fast alles expats) sind die meisten heissluftgebläse.. sorry

  10. Mit der SOFFEX hatten wir damals einiges zu tun. Doch auch gute Leute und einen guten Team Spirit. Verlässliche Leute gibt es immer weniger. Aus Distanz zu managen ist hier der Untergang.

  11. Mit Thomas Zeeb, Kanadier, seit April 2018 Head Securities & Exchanges.

    Was kann er?
    NIX statt SIX!

    Zeeb ist Totengräber der Digitalen Six.

    Aussagen ZEEB, die nicht 1 Franken wert sind:

    Grant Zeeb …. FEUERN!!!!!
    Ami & Kanadier …. da kannst gleich CIA & FBI engagieren … Krypta Schweiz ;-).

    „Thomas Zeeb, Head Securities & Exchanges bei SIX und Verwaltungsratspräsident von SDX, sagte: «Tim Grant bringt einen umfassenden Hintergrund mit, was aktuelle und zukünftige Kapitalmarktinnovationen angeht. Damit verfügt er über eine wesentliche Voraussetzung, um die Weiterentwicklung von SDX erfolgreich zu leiten und die Wachstumsambitionen von SIX – die darauf abzielen, das finanzielle Ökosystem von morgen aufzubauen – umzusetzen. Wir sind froh, Tim Grant an Bord zu haben, und freuen uns darauf, gemeinsam mit ihm unsere Vision umzusetzen.»

    Arrogante Tim Grant, hat eigner Firma guten Schweizer Auftrag beschert.
    DANK Thomas Zeeb.
    Nie in der Schweiz gewesen: 60.0000.000 kassiert … ;-))) Alle Akteure kassiert mit!!!!
    Also bitte IP nicht so böse Artikel schreiben. Wir verdienen GELD, ist das verboten?

    • Und Zeeb’s Ehefrau Karen arbeitet seit Ende 2019 als externe Beraterin unter ihm für die SIX – gerade vor Arbeitsantritt hat sie eine Einzelfirma (Beratung von Organisationen in den Bereichen Wertschriften) gegründet. So geht Nepotismus!

    • Das darf ja wohl nicht wahr sein! Also wenn der Chef von Grant seine eigene Frau anstellt, dann sollten beim VR Welli alle Alarmglocken klingeln.
      Lieber Welli. Walte deines Amtes und schau bei diesem sich anbahnenden SDX Crash nicht einfach zu. Zeeb ist seit Jahren nicht tragbar. Immerhin nimmst du ihm ein Teil seiner Business Unit weg. Da kann er in Zukunft weniger Schaden anrichten.

  12. Millionensaläre auf der einen Seite für SDX Versager, Streichung der Hypothekenzulagen für ztl. langjährige Mitarbeiter und Stützpfeiler der Firma mit Familien, auf der anderen Seite. BME überteuert übernommen mit knapp 3 Milliarden.
    Die im Vergleich zu SIX Angestellten ahnungslosen Chefs der BME werden auf Chefposten innerhalb der SIX gehieft mit ZERO Ahnung von der Swiss Value Chain, geschweige den vom Post-Trading Geschäft.

  13. der crack aus übersee will gar keinen erfolg für die six verbuchen. er lässt einfach das kader träumen.. gross träumen… da merkt keiner das ein heissluftgebläse geholt wurde

  14. Ist das im Interesse der Aktionäre? Das Geld würde besser für tiefere Börsen- oder Custody Gebühren eingesetzt werden. Wenn die Äquivalenz wieder kommt werden die Erträge massiv einbrechen. Good luck Investors! Die SIX macht zwar im angestammten Feld einen tollen Job, ist jedoch viel zu teuer und wagt sich auf zu viele Abenteuer, anstatt ihren Mitgliedern anständige Rates und vor allem allen gleichlange Spiesse zur Verfügung zu stellen. Zum Glück gibt es ja noch SI‘s und andere Custody Anbieter.

  15. Der Vergleich mit Sygnum hinkt ein wenig – man kann eine Bank mit einer Börse kaum direkt vergleichen… bei der SDX geht es um den Blockchain-CHF (natürlich nicht dezentral, sondern innerhalb einer closed-user-group) und Tokenisierung von beliebigen Assets – was Sygnum macht ist wohl nichts mehr als Bitpanda und Konsorten schon seit Jahren machen.

    • Ach so. Worauf basieren Sie Ihre Aussage genau? Das würde mich sehr interessieren. Danke für Ihre werte Rückmeldung.

  16. T.Z. ist ein typischer Mitläufer, der bis jetzt noch in keiner Rolle wirklich Ergebnisse gezeigt hat. Man sieht das auch gut an den unfähigen Beratern und überflüssigen Buddys, mit welchen er sich gerne umgibt.

  17. Blockchain als Technologie hat versagt. Das kann natürlich keiner zugeben bei X Milliarden investiertem Kapital und ehemaligen Bundesräten, die sich lautstark für die Technologie ins Zeug legen, als Retter in der Not. Das einzige, das funktioniert, ist das Bewegen von einem Coin von A nach B und dem Hoffen auf steigende Preise. Das nenne ich Mal wahre Disruption, Bravo, den Zentralbanken sei Dank.

    • tatsächlich haben Sie nicht ganz unrecht. Blockchain ist langsam und welches Problem wird nun genau – ökonomisch sinnvoll – gelöst? Zudem ist Blockchain nur eine Variante von DLT.

      Natürlich wäre es cool Assets zu Tokenisieren, Märkte für illiquide Assets zu bauen, damit vielleicht auch Asset Klassen die bisher nur wenige zugänglich waren zu „demokratisieren“ oder entsprechend vermarkten. Aber dazu gehört viel, viel mehr als Technologie.

      Technologie löst doch selten Probleme? Technologie ist die Basis für Lösungen, für die hoffentlich jemand bereit ist zu bezahlen.

  18. Hauptsache man holt immer TopShots aus Übersee und lässt die dann die ganzen Kollegen nachziehen. Gibt es eigentlich jemand auf dieser Stufe der nicht nur eine peinliche Figur abgibt? Unglaublich… da sollte der Verantwortliche der das zugelassen hat auch gleich gehen müssen.