CEO greift nach Next Skandal am Spital durch

NZZ deckte Privat-Krankentransporte von Anästhesie-Vize auf, nun verbietet dies Spital-Chef per sofort. Endlich harte Hand?

Gregor Zünd ist der CEO des wichtigsten Spitals der Schweiz, des Universitätsspitals Zürich (USZ). Dort muss Zünd, selber von Haus aus Arzt, einen Brand nach dem anderen löschen.

Der Neueste lodert in der Anästhesie. Dort machte die NZZ am Sonntag vor 4 Tagen einen privaten Ambulanzdienst der Nummer 2 der Klinik bekannt.

Dieser spannte seine eigenen Unterstellten für Krankentransporte über die Kantonsgrenzen ein.

Die Story schlug beim USZ ein wie eine Bombe. Am Montag zitierte CEO Zünd den Vize-Anästhesie-Leiter und dessen Chef, den Klinikdirektor.

So nicht, polterte Zünd. Den beiden Spitzenärzten eröffnete Zünd, dass es zu Disziplinarmassnahmen gegen sie käme. Allerdings keine Entlassungen.

Per sofort nahm Zünd dem Vize-Chef dessen Privatspielzeug aus der Hand. Die Ambulanzdienste ausserhalb des Kantons führt ab sofort das USZ selbst durch.

So wie das innerhalb der Zürcher Kantonsgrenzen schon immer galt.

Der Fall wirft ein grelles Licht auf die Zustände im USZ. Dort jagt ein Vorfall den anderen, meistens ausgelöst durch interne Kritiker.

Wie beim Grossskandal um den inzwischen abgetretenen Herzchef war es auch jetzt ein Whistleblower, der auf Vorkommnisse in der wichtigen Anästhesie hinwies.

Löscht Zünd? (USZ)

CEO Zünd mandatierte nach dem Hinweis einen externen Anwalt. Der ging den Vorwürfen nach – und gab Entwarnung.

Es ging um Anderes, nicht um die Krankentransporte. Doch was rückblickend auffällt:

Der Klinikdirektor und sein Stellvertreter sagten dem Anwalt nichts von sich aus.

Für die beiden Götter in Weiss, die nebenbei ein florierendes Privatgeschäft unter Einspannung ihrer Unterstellten betreiben respektive gutheissen, ist die Welt in Ordnung.

Was soll schon dabei sein?

Für CEO Zünd ist diese Mentalität die grösste Herausforderung.

Zusammen mit seinem eigenen Vorgesetzten, dem Präsidenten des Spitalrats, eine Art Verwaltungsrat des USZ, muss Zünd um seine Zukunft bangen.

Er hat die Politik im Nacken.

Ausgewählte Parlamentarier aller Fraktionen befragen die wichtigsten Involvierten rund um die vielen Vorfälle der letzten Zeit.

Darunter ein Chef-Gynäkologe, der gleichzeitig in mehreren Operationssälen „präsent“ war, sowie ein Kiefer-Orthopäde, der seine USZ-Patienten gerne an seine eigene Privatklinik verwies.

Zünd hat es mit einer (Chef-)Ärzte-Haltung zu tun, die heisst: Ich könnte in einem Privatspital zehn Mal mehr verdienen, also darf ich mir doch wohl ein paar Freiheiten herausnehmen, nicht?

Kommentare

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  1. Schamlosigkeit, Gier, Korruption wohin man schaut, und leider besonders ausgeprägt in Spitälern, bei Ärzten, bei Leuten, sie sowieso schon privilegiert sind, gut verdienen, nicht bei den Tieflöhnern. Dort findet man noch eher Anstand, Verantwortungsbewusstsein, Moral. Offensichtlich hält bei etlichen Spital-Ärzten die Moral nicht mit der Ausbildung Schritt: Ausbildung hoch, Anstand mies. Ob die Herren Zünd und Waser zu lange weggeschaut haben ?

  2. Ich halte mir im Büro Goldfische.

    Sie machen den Mund auf, ohne daß man sich darüber ärgern muß.

    Robert Lembke
    * 17. September 1913 † 14. Januar 1989

  3. Da gibt noch etliche Chefärzte wo gleichzeitig auf Visite, im OP, und am Kongress sind! Wahre Götter wo überall und alles machen, zumindest für die Abrechnung.

  4. Private Gschäftli im Amt? Äh strafbar? Auf jeden Fall Compliancewunderlandschweiz! Wo sind denn jetzt die mutigen Aufsichts- und Verwaltungsstraftrechtsjuristen und Staatsanwälte? Gemäss deren weltweit einmalig überrissenen Gehältern sollten die ja das können, nebst dem Inkasso von Parkbussen!

  5. Alt Stadtrat Waser ist überfordert, legt die Hände in den Schoss und kassiert. Und lässt Zünd gewähren. Schwache Figur, gehört ersetzt.

    • Gute Frage, man hört so nichts mehr dazu. Vielleicht könnte IP mal was bringen, ein update machen ? Apropos, ich hoffe sehr, dass die Verantwortlichen mindestens mal den Job aufgeben mussten.

    • Nicht deswegen steigen die Kosten, mal mehr und mal weniger.

      Einfach nur etwas behaupten … das reicht nicht.

  6. Frau Rickli handeln sie! Wann werden Zünd & Walser endlich abgesetzt?
    Der Steuerzahler hat etwas Anderes verdient. Die Mitarbeitenden des USZ ebenfalls. Wie lange soll der Ruf dieser bedeutenden Institution noch beschädigt werden?
    Mit solchen Vorkommnissen rutscht die CH immer tiefer im Koruptions-Index. Interessanterweise sind es immer öfter öffentlich rechtliche Organisationen. SBB, Post, ERZ, USZ, Kant. Bauämter …. Die Liste liess sich beliebig verlängern.

    • Rickli ist nur aktiv, wenn sie in den Medien plaudern kann. Arbeit ist nicht ihr Gebiet.

    • …. weitere Beispiele gefällig:
      SECO: IT Projekt INSIEME
      SBB + BLS: Abgeltung für Privatverkehr
      Postauto-Skandal (wieso ist aSR Schwaller immer noch im Amt?)
      ERZ: Oldtimer-Versteigerung
      Hoch- und Tiefbau bei Kantonen: z.B. Strassenbaukartell im Unterengadin
      Abstimmungs-Büechli bei eidg. Abstimmungen: zunehmend unrichtige Angaben (Versehen oder absichtliche Falschinformationen?)
      Das Thema ist abendfüllend. Wenn es die Exekutiven nicht können, wäre es Aufgabe der Parlamente oder Stimmbürger hier den Finger draufzuhalten. Leider folgen höchst selten personelle Konsequnezen. Jetzt sind wir wieder bei USZ.

  7. Whistleblowers sind eben doch sehr wichtig, dass kann man nun im vorliegenden Fall eindeutig sehen, einmal mehr! Es wäre an der Zeit, dass es ein besseres Whistleblowergesetz gibt, wo die Whistleblowers massiv mehr schützt! Aber eben, da tun sich gewisse Politiker*innen sehr schwer damit… warum bloss..?!

    • @Max: Nicht von Grund auf, sondern von oben nach unten. Die korruptesten Leute sind ganz oben an der Spitze zu finden!

  8. Wer nie selber im Bereich des Krankheitswesens gearbeitet hat, hat keine Ahnung von den Abgründen, die sich da auftun.
    Je mehr sich die Protagonisten – Ärzte, Klinikleiter erc. – damit brüsten, wie sehr ihnen doch das Patientenwohl am Herzen liegt, desto tiefer sind die Taschen. Und diese werden dann von Lieferanten gefüllt, welche dafür im Gegenzug übersetzte Preise verlangen können.

    Das alles ist bekannt, aber das BAG hat schon den nächsten Dreh erfunden: Die echten Preise der Medis werden geheimgehalten, dem Patienten werden übersetzte Rechnungeb gestellt (Selbstbehalt, Franchise etc). Dafür erhalten die Krankenkassen dann einen Kickback von der Pharma. (Das wort M@fi@ darf ich ja hier nicht verwenden).

    Alles fein ausgedacht und orchestriert vom BAG und BR B€rs€t.

    • wieder mal der gescheite Willi. Hast Du Beweise, oder wenigstens Indizien? Oder welchem Kollegen schnorrst Du einfach nach?

    • unglaublich: Das Verhalten von Frau Rickli hängt nicht damit zusammen. Vorläufig sind für das ZH-UNI-Spital immer noch die Herren Waser und Zünd verantwortlich. Die müssen nun auch in diesem Fall handeln. Die RRin soll (und muss) sich erst einmischen, wenn ein Versagen dieser Herren auszumachen ist. Die Häufung von Skandalen an diesem Spital hängt vielleicht mit einer zu „toleranten“ Führung seit Jahren zusammen. Das ist wie ein Aknepickel, der nun aufbricht.

  9. Warum ist Zünd, warum ist Waser noch im Amt? Das ist der eigentliche Skandal. Andere Vorkommnisse sind nur noch Peanuts. Die Verantwortlichen inder GD und der Politik sehen zu wie Sesselkleber und Abzocker das Unispital an die Wand fahren!

    • Das USZ wird nicht auf diese Weise an die Wand gefahren.
      Das ganz grosse Uebel sind die notwendigen Erneuerungen. Das Gescheiteste wäre eine Landreserve in Dübendorf gewesen (nicht der unsägliche Flugplatz). Ok, es wurde anders entschieden.
      Jetzt baut man mitten im Uni-Quartier bei laufendem Betrieb um. Eine Horde von Idioten von Quartiervereinlern und Heimatschützern blockiert maximal. Man kann kaum temporäre Zusatzflächen erstellen, wohin betroffene Abteilungen zügeln könnten. Erstens dauert das über 10 Jahre und ist zweitens sau-teuer.
      Trotz knapper Mittel betreibt man ein Ambulatorium im Circle: sau-teuer again, extrem unbeliebt bei den Patienten, um die es doch wohl gehen sollte.
      Den USZ-Mitarbeitern hängt’s zum Hals raus. Sie werden aber zusätzlich durch neue Garderoben-„Lösungen“ gequält. Winzige Kästli. Für Velohelme oder Regenkleidung kein Platz (und viele kommen mit Velo/Bike). Ergänzt wird es durch eine unsägliche Kleiderausgabe. Max. 2 Tenus gibt die Maschine raus, das auch für Stellen, wo man immer wieder mal verkotzt, angeschifft oder schlimmeres wird.
      Nicht die angeprangerten Missetäter sind das Schlimmste. Verwaltungsrat und Spitalleitung sind Versager. Zugute halten kann man ihnen, dass sie nur ein organisatorisches Konstrukt übernommen haben, welches der Kanton wahrscheinlich sub-optimal in die Selbständigkeit entlassen hat.

  10. Das USZ ist vieles, aber sicher nicht das wichtigste Spital der Schweiz, auch nicht dss grösste. Seit einiger Zeit aber vor allem das Korrupteste. Immerhin ein Rekord.

  11. Die Ärzte nennen sich nicht umsonst Halbgötter in weiss. Sie führen sich auch so auf und denken, die Gesetze gelten für sie nicht. Ethik ist in dieser Branche noch weniger ausgeprägt als im Finanzsektor.

  12. Viel zu viel Zündstoff am USZ. Zünd muss endlich Verantwortung übernehmen und seinen Sessel räumen. Denn an der Spitze des grössten Universitätsspitals der Schweiz braucht es weder einen Brandbeschleuniger, noch einen Feuerlöscher, sondern einen führungsstarken, integren und charismatischen CEO.

    Neue Besen kehren gut. Wann merkt dies der Spitalrat bzw. der egierungsrat des Kantons Zürich?

    • Sorry, das USZ ist bei weitem nicht das grösste Universitätsspital der Schweiz, das ist das Inselspital in Bern, nach Betten, Patienten, Umsatz, einfach nach allen Parametern ist „die Insel“ 30 % „grösser“ als das USZ. Nur nach Schlagzeilen ist das USZ das Grösste!

    • Lieber Sam
      Da geht es um Politik = Macht, nicht um Integrität oder Fähigkeiten, Charisma hilft auch den Abzockern.

      Grundsätzlich haben Sie recht, was den Zünd-Stoff angeht. Aber gegenwärtig macht jeder, der auch nur eine kleine Ahnung hat, einen grossen Bogen um fas USZ (und das Triemli auch. Gleiche Sch€i**e, nur städtisch statt kantonal).

  13. Das Gesundheitswesen ist überteuert und völlig marode.
    Das Triemli steht jedes Wochenende aufgrund völliger Fehlorganisation vor dem Kollaps.
    Manche Schweizer Spitäler sind eigentliche Todesfallen für Patienten.
    Die Sterblichkeit des doch sehr harmlosen Corona ist in der Schweiz viel höher als in anderen Ländern (zB Singapur). Weil man in der Schweiz gezielt teuere, schädliche Behandlungen (zB Intubierung) einsetzt, aus reiner Geldgier und zur Profilierung der Politiker.
    Gewusst? Die Objektive Qualität (Wiederoperationen, Infektionen, Überlebensrate usw.) bei Herzoperationen ist in Kiew höher als am Zürcher Unispital! Bei einem 10-tel der Kosten für einen vergleichbaren Fall!!!
    Und alles ist teuer, sehr teuer. Es braucht eine radikale Reduktion der Mittel, die ins Gesundheitssystem fliessen: Per Notrecht sollten die Zahlungen 2021 um 10% gesenkt werden.

    • Nicht nur das Triemli!
      Die Leute können jederzeit erkranken! (7Tage zu 24 Stunden) Da sind wichtige Aerzte an Wochenenden nicht erreichbar/verfügbar und der Patient liegt vielleicht 3 Tage länger auf der Intensivstation: Mehrkosten mind. 12’000.– bis 18’000.- (Krankenkasse) mit erhöhtem Risiko für Patient