Saxo: Wer nicht dealt, zahlt 356.- Strafgebühr

Börsenbank aus Dänemark bestraft Kunden, die nicht investieren wollen, pro Quartal mit einer „Client Inactivity Fee“.

Wer bei der Saxo eine Zeitlang an der Seitenlinie verharrt und keine Käufe oder Verkäufe an den Märkten tätigt, der wird zur Ader gelassen.

Alle drei Monate stellt dann die Saxo diesen Kunden eine Rechnung ins Haus. 89 Franken für Untätigkeit.

Die Saxo führt die Buchung ohne weitere Informationen in Briefform oder einer sonstigen Kommunikation durch. Kein Email mit einer Belastungsanzeige, nichts.

Vielmehr zieht die Bank auf dem Online-Konto des Kunden einfach das Geld ein. Pünktlich alle drei Monate, Quartal für Quartal.

„Client Inactivity Fee“ nennen das die Dänen, deren Ableger in der Schweiz an kostspieliger Lage in der Zürcher Innenstadt liegt.

Wer reklamiert, erhält den Hinweis, er soll doch einfach mit dem Handeln beginnen.

„Der Saxo-Berater meinte, je nach Intensität könne man dann eine Rückerstattung der Gebühr erwägen“, sagt ein Kunde.

Klick ins Ungewisse (Saxo)

Ein Bazar wie auf dem Teppichmarkt.

Die Saxo geht weiter als andere Banken. Die Postfinance hatte in den guten Jahren Kunden mit null Franken Depotgebühr zu sich gelockt.

Als der Staatsbank wegen der Minuszinsen die Felle davonschwammen, führte sie 90 Franken pro Jahr und Trading-Depot ein.

Der Kunde kann mit Deals diese Gebühr abstottern. Tätigt er 10 Käufe oder Verkäufe in einem Kalenderjahr, landet er wieder beim alten Zustand: 0 Franken Depotkosten.

Die Saxo kann sagen, sie folge dem Beispiel der Postfinance. Der Unterschied ist jedoch frappant.

Der Preis von 89 Franken im Quartal bedeutet nämlich eine Jahresgebühr von 356 Franken, falls in den 12 Monaten kein einziger Trade erfolgt.

Das sind vier Mal mehr als bei der Postfinance.

Auch sind die Regeln bei der Saxo nicht klar. Wird einem Kunden nach einem noch so kleinen Investment die „Untätigkeits-Gebühr“ erlassen?

Oder braucht es dafür ein Minimum an Umsatz? Wie hoch wäre dieses?

Die Saxo sagt nichts. Nur: Man soll einfach mal aktiv werden, dann würde man schauen, was an Entgegenkommen möglich sei.

Schampus statt Wucher (Swissquote)

Der betroffene Kunde hat dafür nur einen Begriff: „Kindergarten-Bank“.

Umgekehrt agiert die Swissquote, eine direkte Konkurrentin der Saxo.

Sie begrüsst neue Kunden mit einem „Knall“ aus der Flasche. Dom Pérignon als Willkommens-Geschenk.

Kommentare

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  1. Saxo ist Trendsetter in dem Bereich.

    Ich sehe dies bald bei allen Banken kommen, solange Kunden nicht aktiv sind oder in Mandaten investiert sind. Die Zeit der Karteileichen ist angesichts von Minuszinsen vorbei.

  2. Getreu nach dem Motto: „Amateure rauben eine Bank aus, Profis gründen eine!“

    Was tut man gegen solche Abzockergebühren?

  3. Welch ein Theater. Ist doch klar.
    Bei der einen Bank die Vorteile online holen und dann die Geschäfte dort machen wo die Gebühren ein wenig tiefer sind.
    So wird das nämlich gemacht. Ich bin aber sicher, dass die Meisten Schreiberlinge noch nie Online Börsengeschäfte gemacht haben.
    Aber meckern, das geht immer!

  4. Die Inaktivitätsgebühren sind bei Strateo als Kontoführungsgebühren getarnt. 25 CHF pro Halbjahr. Wird bei einer Handelsaktivät im Halbjahr bereits erlassen… hmm ist gegenüber Saxo gesehen ja richtig fair. Lol

  5. Unverständlich. Grund für das Theater in der Schweiz sind Minuszinsen. Also Geld das ‚jemand‘ bekommt, der nicht dafür arbeitet. Minuszinsen werden abgewälzt. Es gilt Minuszinsen zu eliminieren. Wer dann nicht mehr genug als Bank oder Postfinance erwirtschaftet, soll schliessen. Die Banken haben die letzen 20 Jahre alles verpasst. Produktionsbetriebe in der Schweiz geschädigt un klar gesagt: in der Schweiz produziert man nicht. Und jetzt? Nur Spesen erhöhen wirkt nicht. Die Bänker sollen mal arbeiten.

  6. Eine Hetze zu traden oder sont alle 3 Monate 89.- Gebühr. Ist eine Gebühr nicht für eine erbrachte Leistung? Inaktivität ist das eine erbrachte Leistung?

    Und auf der Saxo Bank Webseite ist von dieser Gebühr nichts zu finden unter „Allgemeine Kosten“ und „FAQ/Gebühren“. Es steht nur Zitat:“ Die Benutzung der Handelsplattform ist kostenfrei“.

  7. Bei solchen Meldungen feiere ich meinen Entschluss, ausserhalb dieser Abzocker Community zu investieren; seit 5 Jahren bin ich ‚Hodler‘ mit einem diversifizierten Portfolio an Kryptowährungen. BTC, ETH, IOTA, PAY etz. wobei ich ‚konservativ‘ investiert habe, was sich dieser Tage sehr bewährt hat. Aber das gute; 0 Franken Gebühren und die Wallets (auch gratis) sind in meiner Hand. BtW: sollte ich unters Tram kommen, wird 0 Franken Neidsteuer fällig.
    Bye Steinzeit.

    • Und wenn Du nach Indien reist und dort an einer seltsamen Krankheit stirbst findet die Frau das PW nicht mehr und muss anschaffen gehen.

  8. Ich bin sicher, in den Geschäftsbedingungen wurde dies abgesichert.
    Ergo, einfach Guthaben abziehen, zu einer anderen Bank, oder wenn man wenig hat, unter der Matratze verstecken. Dies ist allemal besser, als den gierigen Bankstern in den nimmersatten Rachen zu schmeissen, damit sie auf Geschäftskosten ins Puff gehen können.

    • kenne das problem von einem anderen „sehr angesehenen“ europäischen bankinstitut. da gibt es nur eines, meiden.

  9. CornerTrader startete mit der gleichen Taktik. Es ist klar, dass in diesem negativen Zinsumfeld die Banken/Broker Einnahmen generieren müssen, aber es ist eine Schande, dass dies auf dem Rücken derer geschehen muss, die nur versuchen, ihre Ersparnisse zu schützen. Bei invested.ch versuchen wir, die Wirtschaft zu demokratisieren, indem wir jeden dazu bringen, zu investieren. Aber mit diesen unverschämten Maklergebühren ist es unmöglich.
    Mein Appell an CornerTrader, seien Sie fair.

  10. Ja, das habe ich leider auch erlebt. Belastung ohne jegliche Information oder Transparenz. Nach 3 solcher Belastungen fiel es mir erst auf, rein zufällig. Habe mich beschwert, aber wurde nur auf die Gebührentabelle verwiesen. Sehr ärgerlich

    • Saxo ist keine echte Bank, eine Ansammlung von schrägen Figuren. Die Kunden sind selber schuld.

  11. Also weg von Saxo und hin zu Swissquote. Wenn bei Swissquote das System mal nicht läuft, dann ab in die Pause und den Don Pérignon öffnen und sich was gönnen!

    • „Wenn bei Swissquote das System mal nicht läuft…“ – der ist gut! Da müsste die Swissquote wöchentlich an jeden Kunden mehr als eine Flasche Champagner verschenken!

    • Swissquote hat zu teure Coutagen, mit 0.5%.
      Kauf und Verkauf kosten total 1%.
      Folglich müssen Sie das erste Prozent für die Bank verschenken, dies bei vollem Risiko zu eignen Lasten. Festverzinsliche Bonds fallen dann gleich mal aus dem Konzept. Aktien sind zwar Volkssport geworden, aber den letzten beissen die grossen Hunde und diese wissen immer, wann die Musik zu spielen aufhört. Wenn die bestens vernetzten Banken erstmal alle Anleger dort haben, wo sie sie haben wollen, wird der Blase der Strömungs-Stecker rausgezogen… Sie werden es noch sehen. Ich, und auch Warren Buffet (siehe Costco Investment), würden für 10% mehr Gewinn, sicher nicht 50% des Kapitals riskieren, denn das das wäre törricht.

  12. Zum Glück leben wir in einer halbwegs freien Marktwirtschaft, wo sich jeder die besseren Angebote selber aussuchen kann: https://thepoorswiss.com/degiro-vs-interactive-brokers-european-portfolio/

    Weil wir nur eine halbwegs freie Marktwirtschaft haben, dürfen neuerdings nur qualifizierte (aka „reiche“) Schweizer spottbillige amerikanische ETFs über solche Anbieter Kaufen. Der Rest muss überteuerte Lokalkost kaufen. Die Bankenlobby funktioniert.

  13. Jede Firma hat die eigene Geschäftspolitik und Kostenstruktur, und das ist auch gut so! Den dank dieser Individualität kann der Kunde dorthin gehen wo er das für sich beste Preis-/Leistungsverhältnis bekommt um seine Bedürfnisse abzudecken.

    Umgekehrt geht es auch, die Firma (egal welcher Branche) kann sich via dieser Geschäftspolitik und Kostenstruktur seine Wunschkunden aussuchen welche sie bedienen will…, und das macht die Saxo – sie will Vieltrader!

    Solange der Kunde nicht mit komischen Vertragsmethoden vom weggehen zu einem anderen Anbieter abgehalten, und geschröpft, wird ist daran nichts verwerflich.

  14. Den Dom Pérignon gibts allerdings nur, wenn man die teure Gold Kreditkarte der Swisscard bestellt. Typische Kundenfang Masche, glaube kaum, dass viele darauf reinfallen, die Gebühren der KK dürften die paar Fränkli für den Champagner schnell auffressen. Niemand hat heute noch etwas zu verschenken…

    • wenn sie so denken und handeln, haben sie ihre kreditkarte nicht im griff. easy going. bank auf den jahresumsatz hinweisen (immer schön brav die ausgaben auf der kreditkarte gedeckt haben) und die karte sowie karte für partnerin ist gratis

  15. Bei Swissquote sind die Handelsgebühren gleich hoch wie bei Raiffeisen. Mit einem Unterschied: Das Handelssystem bei Raiffeisen hatte in den letzten 10 Jahren nie einen Ausfall, was ich bei Swissquote nicht sagen kann.

    • Intervention Faktencheck: das sind Fake News. Bitte konsultieren Sie die offiziellen Tarife. Ihre Aussage ist innert 2 Minuten widerlegbar.

    • Das sind Tatsachen. Vergleichen Sie zum Beispiel den Kauf einer Schweizer Aktien für den Gegenwert von CHF 10’520 sowie ein Kauf einer Schweizer Aktie im Gegenwert von CHF 15’126. Sie werden staunen, dass Raiffeisen mit 60% Rabatt im Online Handel sogar günstiger ist als Swissquote. Und mit etwas Umsatz, können Sie sogar eine Flat Fee vereinbaren.

  16. MIt der Kindergarten-Bank hat der Kunde den Nagel auf den Kopf getroffen. Der Verkaufsboss in Dänemark, habe ihn leider kennenlernen müssen, sagt jeden Tag – push Sales. Je mehr Sales, desto mehr Bonus für ihn. Einer der unsympathischsten Menschen, die ich in der Schweiz bisher kennen gelernt habe. Ob die Kunden verlieren ist im vollkommen egal. Umsatz muss her. Ich kann nur jedem Investor dringlichst raten, weil ich die interne Arbeitsweise erlebt habe – Finger weg. Niemals bei Saxo Geld anlegen – es gibt fast immer Ärger FÜR den Kunden.

  17. Inaktivitätsgebühr gibt es bei Saxo schon lange (übrigens auch bei einigen anderen Schweizer Brokern, aber nicht so hoch). Grund: Möchten nur aktive Trader haben, wo sie was verdienen. Sogar Billigbroker Degiro soll begonnen haben, passive Kunden rauszuekeln. Unter dem Strich ist es aber wichtig, immer alle Gebühren zu vergleichen. Gemäss dem Vergleich sind das auch Transaktionsgebühren, Depotgebühren und viele weitere: https://www.moneyland.ch/de/online-trading-vergleich

    • der Tradingvergleich berücksicht ja nicht einmal, ob Fremdspesen ausländischer Börsen weiterbelastet werden oder bereits in den Courtagen enthalten sind. Da gibt es dann nette Überraschungen…

  18. «Client Inactivity Fee» – ein letztes, verbittertes Aufbäumen gegen die bevorstehende Bedeutungslosigket.

    In zwei, drei Jahren braucht es keine Depotbanken mehr. Mit der Blockchain-Technik werden Wertschriften direkt untereinander gehandelt – ganz ohne Depotbank.

    Das klassische Schweizer Banking: ein Patient auf dem Sterbebett. Aber sie merken es nicht.

    • Ha ha, bei persönlichen Frustgefühlen hilft natürlich Blockchain immer. Nimmt mich Wunder, wie man mit Blockchain direkt auf irgendwelche Aktienmärkte zugreifen können sollte? Sie können mir das sich explizit erklären???

    • …nun bitte wieder das weisse jäckchen mit den langen armen anziehen und die tapete anstarren.

      brav.

    • In der Theorie hast du recht.
      Wertschriften kann man ohne Banken handeln.
      Wenn man jedoch Dividende, Zins oder eine Einladung zur Generalversammlung haben will – führt kein Weg an der Korrespondenzbank vorbei.
      Bei Namensaktien und Fonds gibt es Lösungen ohne Bank.
      Doch bei anderen Finanzinstrumenten wird uns der Intermediär erhalten bleiben. Ob man das Ding Depot oder Wallet nennt – macht keinen Unterschied.
      Der SIX Tot beschleunigt sich gerade.

  19. Wer Zuflucht suchen muss zu solchen Massnahmen, soll umgehend den Laden schliessen.

    Eigentlich wäre mehr Konkurrenz zum teuren Marktleader Swissquote wichtig in der Schweiz, aber nicht mit solchen läppischen Dänischen „Buebe-Trickli’s“.

    Die schlimmste Negativwerbung überhaupt.

    • Genau. ich bin schon vor 3 Jahren bei Saxo abgesprungen, weil man mir Negativzinsen belasten wollte. Wurde immerhin angekündigt. Und mündlich mitgeteilt, ich solle mehr traden, ich sei unrentabel.
      Ueberhaupt hat Saxo immer wieder neue Gebühren erfunden innerhalb der Jahre, die ich dort ein Depot hatte: Depotgebühren (Saxo startete OHNE Depotgebühren in der Schweiz), Depotfees für Optionen (auch short), Fees für das halten von CFDs(short) etcetc.
      Die inactivity fee gibt es aber wirklich schon seit Beginn!
      1 trade pro Quartal ist obligatorisch!

    • @Lehrmeister
      Dänisches Knäckebrot stammt aus Dänemark. Die Erfinder waren halt Schweden.
      Gibt ja auch französischen Wodka, Chili aus Indien obwohl der Ursprung woanders liegt.