CS-Infrastruktur-Star erhält Firma „geschenkt“

Manager im Asset Management löst sich vom Mutterhaus, kriegt riesige PK-Gelder mit auf den Weg und startet mit vollen Büchern.

Im CS Asset Management stehen entscheidende Wochen an. Die Perle, zumindest was das Schweizer Geschäft betrifft, könnte verkauft werden oder mit einem Konkurrenten zusammengehen.

Bevor die Würfel fallen, geschieht Bemerkenswertes. Gestern vermeldete Finews, dass der zuständige CSAM-Manager sich von der Bank löse und am Paradeplatz eigene Zelte aufschlage.

Die Rede ist von Roland Dörig, der bei der CSAM die grossen Energie- und Strom-Fonds betreute. Dort landeten auch die vielen Staudämme, welche die Stromfirma Alpiq in den Alpen hat.

Dörigs Credit Suisse Energy Infrastructure Partners AG heisst laut Finews neu nur noch Energy Infrastructure Partners.

Statt im Zürcher Sihlcity, wo die CSAM haust, domiziliert Dörigs neue Firma am Paradeplatz 5.

Deal seines Lebens: Dörig (CS)

Die CS bleibt mit einer Minderheit an Dörigs Unternehmen beteiligt, mit Christoph Brunner übernimmt ein altes CS-Schlachtross das Präsidium.

Warum diese Verschiebung?

Für Dörig ist der Deal Gold wert. Der CSAM-Manager war schon bisher mit 20 Prozent am Vehikel mit seinen Infrastruktur-Fonds beteiligt. Neu hält er zusammen mit Partnern die Mehrheit.

Um das nötige Kapital aufzubringen, hat Dörig von der CS einen Millionenkredit erhalten, sagt eine Quelle. Das dementiert die CS. Roland Dörig „starte mit vollem unternehmerischen Risiko“.

Alpen-Platin (Alpiq)

Wirklich? Dörig und seine Mitstreiter können praktisch nicht scheitern.

Sie erhalten von der CSAM riesige Vermögen von Schweizer Pensionskassen mit auf den Weg, die in Dörigs Energie-Fonds investiert sind.

Das heisst: Dörig und seine „Freunde“ starten mit ihrem Firmenbaby nicht bei null, wie das sonst üblich ist. Sondern mit Milliarden an Assets, welche sie verwalten und mit denen sie ihre Gebühren und Gehälter verdienen.

Warum aber tut das die CS? Hier kommt der zu Beginn skizzierte Plan ins Spiel. CS-Chef Thomas Gottstein hat angekündigt, dass der Bereich Asset Management auf dem Prüfstand stehe.

Besser geht nicht: Paradeplatz 5 (IP)

Im Zentrum steht die Frage, ob das CS Asset Management mehr Wert hat, wenn es mit einem Mitspieler zusammengeht. Möglich ist alles, von einer Fusion bis zu einem Verkauf.

Sollte die CS ihr Asset Management abstossen, dann käme es laut einem Gesprächspartner zu einem politischen Donnerwetter, falls die Schweizer Staudämme mit verkauft würden.

Wohlweislich habe die CS mit dem neuen Dörig-Konstrukt die Alpen-Infrastruktur aus der CS Asset Management entfernt, sagt diese Quelle. Nun habe Gottstein freie Hand, den Bereich in neue Hände zu legen.

Kommentare

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  1. Altersvorsorge als mickriger Teil einer Branche die Renditen kassiert und im gleichen allen vorlügt das man die Leistungen der PK nicht mehr halten kann ubd somit reduzieren muss. Mein Geld hängt da leider auch mit drin und das zu jedem Zeitpunkt zu 100% auf mein Risiko…

  2. Die sauberen Herren versuchen, mit Hilfe von Alder und Co. die Alpiq zum Billigspreis zu übernehmen (Fr. 70.–bei geschätzten Buchpreis von Fr. 130.-) zu Lasten der Altaktionäre, welche beim zu erwarteten ausgezeichneten Geschäftsgang mit steigenden Strompreisen einfach ausgebotet wurden bisher. Siehe gute Kursentwicklung von der BKW an der Börse.
    Allerdings gibt es jetzt Hoffnung, da Merion und Knight Vinke, 2 Grossaktionäre aus Amerika, jetzt Klage eingereicht haben und einen wesentlich höheren Preis pro Aktie völlig zu Recht fordern vor Gericht. Hoffentlich haben sie Erfolg, um diesen Raubrittern um diesen CS Fonds eine Lektion zu erteilen, was allerdings noch etwa 2 Jahre dauern kann bis zum Abschluss. Diesen unrechtmässigen niederträchtigen Machenschaften mit Hilfe dieser Rechtsverdreher und anderer Ganoven zu Lasten der Kleinaktionäre muss einfach endlich ein Riegel geschoben werden auch bei uns in der sogenannt wirtschaftsfreundlichen Schweiz!

  3. nicht schlecht. bei den fondsmanagementgebühren wird er sein einkommen somit jährlich locker verzehnfachen unabhängig von performance. mich wundert, dass dies erlaubt ist und von der CS erlaubt wird.

  4. Offensichtlich steht der Verkauf der csam an eine ausländische AM Firma ja kurz bevor.
    Was ja nichts Neues ist, denn 09 wurde csam bereits einmal verkauft (an aberdeen am, welche es heute übrigens auch nicht mehr gibt). Jedenfalls kann mat mit relativer Gewissheit vorhersagen, dass in spätestens 2 Jahren vom CS leadership entschieden wird, dass es vom strategischer Bedeutung ist, einen Asset Management arm aufzubauen.

  5. Ein Fall für den Credit Suisse Geheimdienst.
    Die beiden Adressen sind Rücken an Rücken am Züricher Paradeplatz, sehr praktisch.
    Auch für die Finma.

  6. Nachdem er mitgeholfen hat, die Kleinaktionäre von Alpiq (ist noch gar nicht so lange her) über den Tisch zu ziehen, haben nun auch noch die Eigentümer der CS das nachsehen. Notabene nachdem er jahre- und jahrzehntelang wohl deutlich überzogen entlöhnt wurde. Schlicht und einfach schändlich; sogar für mich.

  7. Interessant. Nach 25 Jahren CS, im IT Bereich, habe ich mit 54 die Kündigung erhalten, und das trotz durchgehender jährlicher top Mitarbeiterbeurteilung, ohne einen Franken Abfindung.

  8. Und in ein paar Jahren stellt sich dann heraus, dass es ein paar andere Aktionäre gibt oder ein paar Leute die Seite wechseln.
    Siehe andere Fälle.

  9. Der Matthäus-Effekt ist eine These der Soziologie über Erfolge. Wo dieser Effekt auftritt, entstehen aktuelle Erfolge mehr durch frühere Erfolge, und weniger durch gegenwärtige Leistungen. Ein Grund liegt in den stärkeren Aufmerksamkeiten, die Erfolge erzeugen. Dies wiederum eröffnet Ressourcen, mit denen weitere Erfolge wahrscheinlicher werden. Oder profan gesagt: „Der Teufel scheisst immer auf den grössten Haufen“.

  10. This is nothing compared to Latam. Fernandez and his COO just got rid of the far most successful Region Head without any meaningful explanation. Business and revenues moved to buddies in order to improve their not so good results. The consequences are an unclear structure and frustrated employees.

    • Der Grossvater und oder Vater und/oder Onkel waren Generaldirektor bei der Schweizerischen Kreditanstalt und der Andere CEO bei Swiss Life mit vielen Verwaltungsratsmandaten links und rechts und so ist es nur natürlich und üblich, dass man sich zu Lasten der Aktionäre bedient. Das machen alle CEO’s mehr oder weniger beherzt und ungeniert.

  11. In Seifen-Opern-Filmen ist der derjenige der Glückliche und Auserwählte, der ein grosses Insider-Wissen hat, das richtig vermarkten kann und so einen eleganten und kohlemässig abgesicherten Abgang erhält und für die nächsten hundert Jahre ein schönes, sorgloses Leben in Saus und Braus hat. Ist „Credit Suisse“ der Name einer Seifen-Oper?
    Gunther Kropp, Basel

  12. Meine Firma wächst und ZKB war von der ersten Minute für mich als Unternehmer da. CS hat mir nach dem letzten Arbeitstag Limiten gestrichen und mich von oben herab wie einen Paria behandelt. Bald werde ich vom Umsatz her auf dem Radar vom CS Firmenkundengeschäft erscheinen und ich freue mich schon auf die Abfuhr, welche ich diesen hypocriten Opportunisten geben werde. Die meisten Schweizer CS-Kunden benötigen keine globale Bank wie CS und werden hoffentlich bald merken, dass Raiffeisen, Migrosbank und Kantonalbanken dieselben Leistungen zu tieferen Preisen erbringen.

    • CS/UBS, Mythos Start-Up und kleine KMU‘s:
      Nach aussen ja, nach innen ja nicht! Ist aber nichts neues. Die Ratingtools sind schon seit Jahren so kallibriert.

    • Ja, Kadermann, sauber analysiert der Herr.

      Aber, CS und UBS sind teuer.

  13. Endlich wieder einmal ein Beitrag, der dem Namen Inside Paradeplatz gerecht wird.

    Die CS macht das schon richtig – und immer ist es der gleiche Schlaumeierzirkel, der mutmasslich davon profitiert.

  14. Bei Vontobel bekam der Harcourt Manager die Nonvaleurs und Pennistocks auch in seine Firma gratis übertragen. So war man den Zugezogenen Manager los und er konnte in Frührente als Privatier noch ein wenig traden, mit geschenkten Aktien.

    • @veritas
      Tja, wenn Thomas Gottschalk zum CEO der CS auserwählt würde, dann wäre das Paradeplatz-Kabarett lustig und spassig und die Aktionäre hätten was zum lachen.

  15. ist doch mal was positives, wenn
    jemand eigenes risiko nimmt und
    mit einem kredit eine firma kauft.
    contrapunkt zur abräumer und
    bonusmentalitaet der meisten in
    der branche.

    • Die waren aber nicht miteinander verwandt. Rolf Dörig hat seinerzeit mit einem ganzen Rattenschwanz an CS Gefolgsleuten die Swiss Life geentert. Und der andere Dörig, dessen Vorname mir gerade entfallen ist, brachte es bei der CS mal bis zu Interims-CEO. Ich würde beim Namen Dörig auf jeden Fall auch zur Vorsicht raten.

    • Dörigs gibt es im Appenzell so viele wie Meiers in Zürich. Roland Dörig ist ein wirklicher Selfmademan. Startete bei 0 und ohne Göttis. Warum nicht stolz sein auf solche Unternehmer?

    • „Stolz sein auf Unternehmer“

      Und sonst hackts? Hart besteuern, wer Eskimos Kühlschränke verkauft gehört sanktioniert, nicht bejubelt.