Prüfgesellschaften: Die fetten Vier

EY, PwC, KPMG, Deloitte nehmen jährlich eine halbe Milliarde ein allein mit den SMI-Firmen. Und überleben selbst Grossskandale.

Vor meinen Bürofenstern wird seit längerer Zeit der Zürcher KPMG-Hauptsitz umgebaut. Das Gebäude wurde völlig entkernt und dann mit neuer Fassade und neuen Innereien versehen.

Ich fragte mich die ganze Zeit: Woran merkt man eigentlich den Unterschied? Den Unterschied zu vorher, als dort geprüft, beraten, kassiert wurde? Audit, Tax&Legal, Advisory. Damit macht KPMG in der Schweiz mit über 2000 Mitarbeitern einen Umsatz von über 600 Millionen Franken.

Weltweit werkeln über 200’000 Mitarbeiter für KPMG und stemmen einen Umsatz von 30 Milliarden US-Dollar, an den grossen Geldtöpfen sitzen rund 11’000 Partner. Damit gehört KPMG zu den „Big Four“; also dazu noch Deloitte, PwC und eben EY, vormals Ernst&Young. Zusammen teilen die sich einen Umsatzkuchen von rund 150 Milliarden Dollar.

Früher waren es mal die „Big Five“. Aber im Zusammenhang mit dem Enron-Skandal schloss Arthur Andersen Büros und Bücher; seine Mitarbeiter liefen zu den anderen Grossen über.

Die verbleibenden fetten Vier mästen sich an zwei Geschäftsvorteilen. Eine grössere, international tätige Firma kommt kaum an ihnen vorbei. Und sie geniessen in vielen Ländern eine quasi-offizielle Stellung, es ist obligatorisch, die Bücher extern testieren zu lassen.

Obwohl die Prüfgesellschaften sehr grossen Wert auf die Feststellung legen, dass sie ja nur aufgrund der ihnen überlassenen Unterlagen und per Ende Geschäftsjahr ihren Prüfstempel draufhauen, beziehungsweise teuer verkaufen, womit sie nichts dafür können, wenn die testierte Bude am nächsten Tag die Bücher deponiert, kommen sie immer wieder ins Fegefeuer der Kritik.

Chinese Walls? (KPMG Zürich, RZ)

Denn alleine an den Revisionsberichten für die Schweizer SMI-Konzerne verdienen die Vier satte 450 Millionen Franken. Im Jahr.

Nicht immer geräuschlos. E&Y und Lehman Brothers, PwC in Indien, Deloitte in Brasilien, die KPMG in der Schweiz beim Grounding der Swissair: Rückzahlung von 35 Millionen Franken.

Verurteilung eines ehemaligen Partners wegen Insiderhandel, immer wieder plopen Skandale aus dem Beratungssumpf.

Swissair war ein typisches Beispiel für ungesunde Verflechtungen. Wenn die gleiche Firma Buchprüfung, Steuer- und Rechtsberatung sowie allgemeine Beratung macht, ist schnell Feuer im Dach.

Natürlich gäbe es die „Chinese walls“ in der Firma. Also niemals käme ein Buchprüfer auf die Idee, mal kurz über den Korridor zu laufen und aufgrund seiner Erkenntnisse dem Advisory-Partner zu sagen: „Stell Rechnung, jetzt, sofort. Ich kann’s noch drei Wochen rauszögern.“

Aber auch von Seiten der Kunden haben es die fetten Vier nicht immer leicht. Wollen sie die Jahresbilanz nur unter Vorbehalt oder gar überhaupt nicht testieren, sagt der Mandant natürlich: Nun gut, glücklicherweise gibt es Alternativen.

Also ist nicht nur die Prüfung selbst ein langwieriger (und sackteurer) Prozess, sondern nicht zu selten auch die anschliessenden Fingerhakeleien, unter welchen Umständen testiert werden kann.

Postautoskandal, Probleme jeder Art bei angeblich nach allen Regeln der Kunst geprüften Firmen: Das Image der Vier ist ziemlich bekleckert.

Und jetzt noch der Wirecard-Skandal in Deutschland. 4,5 Millionen Euro kassierte E&Y Jahr für Jahr, um zu bestätigen, dass es bei den Zahlen mit richtigen Dingen zuging.

Als die „Financial Times“ (FT) immer kritischer über Wirecard berichtete, bombardierte Wirecard den Journalisten mit Verleumdungen, und auch E&Y zeigte sich entrüstet von dieser haltlosen Rufschädigung.

Niemals habe es Luftbuchungen gegeben, selbstverständlich seien die Millionenumsätze in Asien real, alles geprüft, alles kontrolliert, alles paletti.

Erst beim Jahrestestat für 2019 bekam E&Y offensichtlich lange Zähne. KPMG führte eine Sonderprüfung durch und, Pack schlägt sich, Pack verträgt sich, äusserte ein paar vorsichtige Vorbehalte, dass gewisse Vermögenswerte und Umsätze nicht wirklich aufgefunden wurden.

Während Wirecard als einer der grössten deutschen Finanzskandale implodierte, vorher um den Guru Braun und die deutsche Hoffnung im IT-Bereich herumscharwenzelnde Politiker eilig Deckung suchten, machte die FT das ganze Elend der Prüfung öffentlich.

Ganz einfach, indem das Finanzblatt einen Reporter zu den Adressen in Indonesien schickte, wo angeblich die Headquarters von Geschäftspartnern von Wirecard standen, die Multimillionenumsätze generierten.

In einem Fall war das dem Besitzer des bescheidenen Einfamilienhäuschens, das in Wirklichkeit an der Adresse steht, durchaus neu. Im zweiten Fall war es eher unwahrscheinlich, dass in einer leerstehenden Werkstatt, wo vorher ein Autohändler eingemietet war, Kartenabrechnungen in Multimillionenhöhe abgewickelt wurden.

Und ein Anruf bei der Leitung der Bank genügte, um die von einem bestochenen Mitarbeiter ausgestellte Bestätigung über viele Millionen als plumpe Fälschung zu entlarven.

Da war Wirecard schon längst vom aufstrebenden DAX-Unternehmen zur Pleite- und Skandalfirma geschrumpft, die den grössten Teil ihres Umsatzes von Anfang bis Ende mit Zahlungsabwicklungen in der Pornoindustrie erzielt hatte.

Und E&Y? Die weist zunächst darauf hin, was die Vier immer als Ausrede in solchen Fällen brauchen: Man könne ja nur prüfen, was einem gezeigt werde, und gegen übergrosse kriminelle Energie des Mandanten sei man machtlos.

Ausserdem kann es E&Y in Deutschland gemütlich angehen lassen: Die Haftung von Prüffirmen, das war vielleicht ein Lobbyerfolg, ist auf lächerliche 4 Millionen beschränkt.

Nun wollen aber Geschädigte wissen, ob das auch für sie gilt, schliesslich hätten sie im Vertrauen auf E&Y einen Haufen Geld bei Wirecard verloren.

Das ist in der Schweiz anders. Hier machte E&Y letzthin eher mit Sexual harassment auf sich aufmerksam. Aber die fetten Vier wissen: nach dem Skandal ist immer vor dem Skandal.

Die Möglichkeit, gleichzeitig prüfend und beratend tätig zu sein, gehörte schon längst abgeschafft. Oder die Firmen sollten zur Abspaltung gezwungen werden, wie das in England nach einer Häufung von Skandalen der Fall ist.

Sonst kommt es weiterhin zu Witzveranstaltungen wie der, dass eine Firma dank grossartiger Ratschläge von Advisory ins Schlingern gerät, Tax&Legal zur Rettung alle Grauzonen der Gesetzgebung ausnützt, und schliesslich Audit, intern und von der Firma bearbeitet, zähneknirschend das Testat erteilt.

In der Schweiz werden diese paradiesischen Zustände anhalten. Dafür sorgt nicht zuletzt eine Verfilzung gröberer Art. Wer in die Wirtschaft wechselt, vergibt gerne Millionen-Beratungsaufträge an seinen Ex-Arbeitgeber.

Der Vizedirektor des Instituts für Finanzwissenschaft an der HSG ist im Hauptamt Deloitte-Partner. KPMG hat den Fuss in der Türe, indem sie den Lehrstuhl für Audit mit 300’000 Franken im Jahr sponsert.

Der Auditing-Professor der Uni Zürich ist Partner bei KPMG. Häufig wechseln ehemalige Spitzenkräfte der fetten Vier in bedeutende Verwaltungsräte, wie bei Raiffeisen. Mit durchschlagendem Erfolg, wie man an diesem Beispiel sieht.

Und die Revisionsaufsicht? Gemach, die Mehrheit in der Geschäftsleitung war jahrelang Partner bei den Big Four.

Auch vom Gesetzgeber sind keine Taten zu erwarten; gutes Lobbying zahlt sich auch in der Schweiz aus. Schliesslich: Nicht nur in Deutschland greift das Parlament und sogar die Regierung gerne auf den Sachverstand der Big Four zurück.

Da werden schon mal ganze Gesetzesentwürfe von denen getextet. Gerne und gratis – und völlig uneigennützig.

Das Einzige, was den fetten Vier passieren kann: Sie schrumpfen zu den Big Three, und am Schluss zum Big One. Aber die Frage bleibt: Wenn der KPMG-Hauptsitz wieder mit Erbsenzählern statt Bauarbeitern gefüllt ist: Woran merkt man den Unterschied?

Hinweis an Redaktion

Anonymous Box

  • Senden Sie Ihren Hinweis hier oder an +41 79 605 39 52. Lieber per Post?

Kommentare

Kommentieren

Ihre E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht. Benötigte Felder sind markiert. *

  1. „Die Haftung von Prüffirmen, das war vielleicht ein Lobbyerfolg, ist auf lächerliche 4 Millionen beschränkt.“

    Insgesamt? Wörtlich? Wenn nicht, liesse sich da pro Person, pro Schadensereignis, was pro Person oder pro Unternehmen wäre, interpretieren.

    „Die Möglichkeit, gleichzeitig prüfend und beratend tätig zu sein, gehörte schon längst abgeschafft.“

    Zuerst gehört der Zwang prüfen zu lassen abgeschafft. Ein paar Blicke auf Unterlagen und dann 5 Millionen in Rechnung stellen.

  2. Ich finde es immer wieder extrem spannend, wie jemand, der Audit (so offensichtlich) nicht versteht, darüber herzieht. Lesen sie doch einmal einen Revisionsbericht, Herr Hässig. Danach können wir uns wieder darüber unterhalten, wofür eine Revisionsgesellschaft verantwortlich ist und wofür eben nicht. Einfach die gesamte Branche aufgrund von einigen (natürlich high-profile) Fällen abzustempeln finde ich nicht professionell.

  3. Was für ein undifferenzierter und einfältiger Beitrag des Herrn Zeyer – da kann man nur sagen publishing for the sake of it!

  4. Das Problem ist nicht grundsätzlich die Prüfbranche als Ganzes. Sondern die Qualität der Prüfungen selbst bzw. der Prüfer. Die Prüfgesellschaften haben sicherlich einige sehr fähige Leute – kenne ich selbst – aber eben auch sehr viele unterdurchschnittliche Durchlauferhitzer frisch ab Presse. Mit wenig bis gar keiner Ahnung. Aber einer grossen Klappe und schönen schwarzen Anzügen.

    Es kann und darf nicht sein, dass das geprüfte Unternehmen einem Prüfer mit Hochschulabschluss im europäischen Ausland tagelang erklären muss, wie die Buchhaltung und das Projektmanagement bzw. dessen Bewertung funktioniert. In einem ISO-zertifizierten Unternehmen mit mehreren Tausend Mitarbeitern weltweit wohlgemerkt. Nicht in einem Kleingewerblerbetrieb mit Chaos-Administration. Das ist die Qualität der Prüfer an der Front. Selbst schon zweimal in Folge erlebt.

    Glück hat jeder, der wenigstens einen Prüfer mit Wissen und Erfahrung am Tisch hat.

    Unter diesen Umständen wundert mich nichts mehr. Auch Wirecard überhaupt nicht. Die Prüfer haben mit Sicherheit nicht verstanden, um was es da überhaupt geht.

  5. Die Prüfer müssten eben idealerweise nicht vom Management, sonderm von einer „externen“ Aktionärsvertretung bestellt und bezahlt werden, dann wäre es schnell besser!

    Ja, diese „Aktionärsvertretung“ gäbe es eigentlich bereits, sie heisst Verwaltungsrat, ist aber meistens ein vom Management ziemlich umfassend ferngesteuertes Jasager-Gremium das an seinen Tantiemen und Privilegien hängt.

    VR / Aufsichtsrat: dessen Auswahl und Abwahl müsste in den Zeiten von Shareholderatomisierung und -fraktionierung prinzipell strukturell umorganisiert werden!

  6. Ohne Risiko, ohne materielle Prüfung Honorarrechnungen ausstellen, die an Stillhalteabkommen erinnern:

    z.B.
    Swissair
    Enron
    Wirecard
    etc.
    etc.

    und dies für formelle geschönte Berichte unter explizitem Ausschluss der Haftung.

  7. Der Artikel ist falsch. Deloitte generiert mittlerweile fast 70 % seiner Umsätze aus dem End-2-End Consulting Business. Insbesondere im Bereich „strategische, digitale Transformation“.

    • Wenn man das Audit von Deloitte schon mal erlebt hat, dann weiss man auch warum das so ist. 😉

  8. Wer es selber schon erlebt hat und eigentlich Fachmann in seinem Berieb ist…. diese Prüfer werden von den Firmenexperten geführt und können wirklich interessantes oder die grossen Verfehlungen nicht finden – sie sind einfach nicht kompetent genug dazu. Zudem ist ihnen das Mandat zu wichtig und verhalten sich dann politisch korrekt – It’s about money!!
    Nebenbei – genau gleich verhält es sich mit den meisten Labels (ISO, Bio, etc…) ein Tor der denkt, jetzt ist alles gut, die sind da….

  9. Das Traurige ist, es ist schon allgemein bekannt und uralt. In vielen Filmen thematisiert. Wie z. B. „The big crash“. Immerhin mit Christian Bale und Brad Pitt. Und trotzdem scheint es niemanden zu interessieren. Die Prüfgesellschaften werden mit Geld zugeschüttet und weiteren Aufträgen geködert, damit sie das vorgegebenen Prüfresultat absegnen. Es geht ums grosse Geld. Da zählt der Schein, nicht das Sein.

    • Man schaue sich mal die oft ziemlich kranken Typen an, die in solchen Firmen arbeiten. Ist man mal krank, lässt man sich gewöhnlich ja auch nicht vom Virus behandeln, auch nicht wenn es viel kostet. Offenbar gibt es Ausnahmen.

    • Naja, ich würde mal sagen, ausser man ist Partner, macht man in einer Big4 nicht unbedingt das „grosse Geld“.

  10. Neid ist der Treibstoff der Journalisten. Neid treibt zu komischen Stilblüten. Wenn die Leute bei KPMG werkeln, spricht man dann bei den Journalisten vom Versli brünzeln?

  11. Die Qualität der Big4 lässt sehr zu wünschen übrig, weil die Partner soviel verdienen wollen, wie die Manager der Unternehmen, die sie prüfen. Das fehlende Honorar wird über unerfahrene und tief entlöhne Leute auf dem Terrain „produziert“. Diese dürfen die Überzeit nicht rapportieren, etc., etc.. Mit aufgeblasenen anglosächsischen QS-Richtlinien mit Kontrollen der Kontrollen und Reviews der Reviews versucht man das Ganze abzusichern. Die Branche der Big4 ist krank und voll von pseudo „Omega“-Megalomannen und Frauen. Die RAB ist überfordert und kümmert sich lieber um die Abschaffung des Berufsstandes des KMU-Prüfer. Dies indem sie glaubt, sie müsse der KMU-Revisionsbranche die gleichen QS Vorschriften aufzwängen, die die Grossen als Alibi benützen. ExpertSuisse begleitet das Trauerspiel und arbeitet primär für das eigene Geschäftsmodell und nicht die Branche.

  12. Das sind typische 4 Firmen, die es überhaupt nicht braucht.

    Aber wie immer im Leben: Um Fehler anderer zu vertuschen schiebe man wieder andere vor, natürlich bestens ausgebildet, gestylt und sonst was alles dazu gehört. Und perfekt ist die Sache.

  13. Beim Grounding der Swissair war nicht die KPMG dabei. Die letzte Konzernrechnung 2000 prüfte PwC unterschrieben von Lukas Marbacher und strotzte nur so von Fehlern. Da das Aktienkapital nicht mehr vollständig vorhanden war, hat man kurzerhand Gelder der Schweizer PK’s aktiviert, um nicht die Bilanz deponieren zu müssen. Die PK’s erfuhren das erst im Nachhinein. Die Untersuchungsergebnisse nach dem Grounding verfasste 2003 E&Y. Sie lieferten ein niederschmetterndes Ergebnis auf rund 500 Seiten. Gar nicht gut davon gekommen ist dabei die Beraterfirma McKinsey & Co. Diese haben eine Strategie empfohlen, welche man heute nur als „Wie man eine Firma ruiniert“ bezeichnen kann.

  14. Die Machtfülle der grossen „Vier“ ist zu gross. Qualitätsverbesserung durch Verantwortlichkeit wäre eine Ansatz den Mauscheleien höhere Hürden zu setzen. Wer prüft und übersieht, haftet vollumfänglich für Schäden, die in einem kausalen Zusammenhang stehen.

  15. Fachkompetenzliegt nicht nur in der Prüfung von vorgelegten Zahlen. Die Aufgabe wäre, den Geldgebern durch saubere und klare Prüfung der Bilanzwerte, Sicherheit zu gewähren. Dazu gehörte auch die materielle Prüfung von beispielsweise der Werthaltigkeit von Warenlager oder andere Aktiven. Dazu muss man aber erst befähigt sein. Ich nenne zwei erlebte Fälle, welche an beiden Orten zu Risiko Investitionen durch Banken und Verwaltungsräte geführt haben. Eine der vier starken „Prüfgesellschaften“ übersieht ein Warenlager in der Höhe des Jahresumsatzes, welches aber, richtig bewertet, lediglich 10 % davon im Wert vorhanden ist. Im zweiten Fall werden Maschinen und Einrichtungen, ohne Investitionen, zum ungefähr 10 Mal höheren Wert, als bei der Investition vor ungefähr 20 Jahren finanziert wurde. Dies nennt man seriöse Buchprüfung, mit Tagesansätzen der Prüfer, von bis zu CHF 6’000.00. Hauptsache die eigene Buchhaltung stimmt!?

  16. Der Autor greift wichtige Punkte auf – letztendlich aber ist es despektierliches Bashing ohne alternative Lösungsansätze.

    Mir fällt dieses aktuelle Video ein, das mit einem kürzlich erschienen Artikel von IP befast. Leider passt es inzwischen auf 90% aller IP Veröffentlichungen. So schade! Bitte, lieber LH, Du warst mal sowas wie eine Institution. Ruiniere nicht weiter Deinen Ruf, schreib weniger – aber dafür besser recherchiert!

    Vorspulen auf ca. Minute 33:00 dann geht´s los:

    https://youtu.be/HxXF2odTmNI

    Und an alle ewig Gestrigen: Befasst Euch mit der Realität, sonst ergeht es Euch wie den Dinosaurieren. Wäre doch schade, die Gesellschaft braucht Eure Erfahrung!

    • Das Video ist ja peinlich und sagt viel über den geistreichen Dinosaurier Kommentar.

  17. Ich war bei KPMG selst Partner über viele Jahre und kann nur sagen, dass ich dem Inhalt dieses Berichts nur zustimmen kann. Aber ehrlich gesagt ist die Situation dort noch viel, viel schlimmer. Es ist ein Wunder, dass man darüber nicht viel mehr lesen kann.

    Lieber Herr Hässig, bleiben Sie da dran, bohren Sie mal nach aber passen Sie auf, dass Ihnen die ganze Kloake nicht mit voller Wucht gleich beim ersten Kratzen an den Kopf spritzt …

    • Warum rufen Sie nicht Hässig einfach an und „packen aus“? Ohne gute Quellen kann er ja wenig machen…
      Der EY-Sumpf hat er ja nur trocken legen können, weil Leute geholfen haben.
      Meine Mitbewohnerin arbeitet bei EY und sagt, dass Hässig bei den Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter (ausser bei ein paar Ewiggestrigen) als Held und Befreier gefeiert wird. Weil die sonst immer noch unter der alten Führung leiden würden.

    • @René Zeyer und @ex KPMG Partner

      Vielen Dank an euch für die wertvollen Gedanken in dieser Zeit des Wandels und Transformation. Steht die Wissenschaft Kopf? Willfährige Professoren und Wissenschaftler, welche als Werbeträger für Prüfungsgesellschaften, Finanzdienstleister und Versicherungsgesellschaften auftreten und die neue „Bibel“ produzieren und als „wissenschaftliche Studien“ verkaufen, welche von Lobbyorganisationen und anderen in die Medien lanciert und propagiert wer­den. Nur wenn eine kritische Masse mündiger Bürger erreicht werden kann, verlieren diese Kreise (Banken und Vericherungen eingeschlossen) das Erpressungspotential gegenüber Staat, Gesellschaft und Realwirtschaft.

    • @ Sie sind gefragt!

      Würde ich gerne. Doch habe unter dieser Schreckensherrschaft dermassen gelitten, dass ich heute froh bin mit viel viel Abstand meinen Ruhestand zu geniessen.
      Leider war auch ich Teil dieser Saukultur und kann eigentlich noch heute kaum in den Spiegel schauen. Aber, bohrt man in Umfeld bei KPMG – ex Partner, ex Mitarbeiter, grössere Kunden nur etwas nach – wird man sehr schnell fündig werden …
      Ich brauche „leider“ meine Distanz zu dem Ganzen.

    • Sie haben von dem kaputten System als Partner massgeblich profitiert und es mit getragen.
      Wenn sie nicht mal jetzt den Mut haben, die Saubande auffliegen zu lassen, dann sind sie keinen Dreck besser als die, die das System heute noch stützen.
      Ich war nur 2 Jahre Consultant in einer Big4, aber hab damals genügend Gerüchte gehört. Hätte ich Beweise für die Gerüchte, dann wären diese schon lange bei Hässig.

    • Habe die Texte von „Ex KPMG Partner“ sowie von „Sie sind gefragt“ durch eine LSM (Languae Style Matching) Software laufen lassen und dabei kam Uebereinstimmung (Socre 1.0) heraus…

    • @LGZ: Interessant. Hatte beim Lesen auch den Eindruck, dass ex KPMG Partner und Sie sind gefragt die gleiche Person ist. Diese Person ist wahrscheinlich eine noch Angestellte/Angestellter von KPMG.

  18. Und auch hier – wie bei LH – nur despektierliches Bashing ohne alternativen Lösungsansätze. Erbsenzähler nennt er die Berater und Wirtschaftsprüfer, aber selber wäre Zeyer leider komplett unterqualifiziert für jede Funktion dort. Ohne die Prüfgesellschaften würden die börsenkotierten Gesellschaften alle nur noch Phantasie-Abschlüsse produzieren, ohne Wert, Aussagekraft und Struktur. Es ist im Gegenteil erstaunlich, dass es weltweit nicht mehr betrügerische Konkurse wie Wirecard oder Enron gibt, bei der Vielzahl der Akteure. Dürfte m.E. auch an der Arbeit der Wirtschaftsprüfungsgesellschaften liegen.

    • Hallo Veritas
      wär mal schön unter Ihrem tollen PR-label was Konkretes zu lesen?

      Müsste ja unglaublich spannend sein……..

  19. Richtig erkannt: „Auch vom Gesetzgeber sind keine Taten zu erwarten; gutes Lobbying zahlt sich auch in der Schweiz aus“
    Es soll die These geben, dass der Schlendrian der globalen Prüfungsgesellschaften mit der Marbella-Sache anfing. Bekanntlich kam ich auf die Gläubigerliste der Kleinert Unternehmungen Holding AG und Tochtergesellschaften in Höhe von 28 Millionen $. Finanz-Transaktionen mit den wichtigsten Banken der Schweiz. Bedauerlicherweise wurde mir von der Sachwalterin der Kleinert-Gesellschaften mitgeteilt, dass meine Unterlagen und Dokumente über die Finanzoperationen „verlorengegangen“ sind. Dadurch kam wohl die Prüfungsgesellschaften in Abhängigkeiten von Banken und globalen Grosskonzernen. Man hat wohl erkannt, wie mit der Marbella-Methode alle „Big Four“ in ein Gefälligkeitsverhältnis gebracht werden können.
    Gunther Kropp, Basel

    • Die RAB soll sich nur noch um Prüfer von Publikumsgesellschaften kümmern. Zudem soll sie auch bei Prüfkunden direkt kontrollieren, ob die Prüfer korrekt arbeiten. Es reicht nicht, die Anwendung der ISA Normen auf dem Papier zu prüfen. So sieht man die Fehler nicht sondern nur, ob die ISA Methodik befolgt wurde. Das sagt aber überhaupt nichts zur effektiven Qualität der Arbeit aus sondern nur zur Qualität der Umsetzung der Standards. Also pur Alibi und Selbstbefriedigung.

    • @ Muted

      „Zudem soll sie auch bei Prüfkunden direkt kontrollieren, ob die Prüfer korrekt arbeiten.“

      Erm… genau das macht die RAB. Was sollte sie denn ihrer Meinung nach noch tun?

    • @sEn hUbERt: Nein, die RAB macht primär eine File-Review und prüft die Methodik und Dokumentation. Dabei richtet sie sich nach den ISA-Normen. Sie schaut, ob die Revisoren entsprechend gültiger Norm ihre Prüfarbeit korrekt ausführen. Es wird nur die formelle Prüfarbeit geprüft. Die materielle Prüfarbeit kann sie gar nicht prüfen. Genau deshalb ist dieses Modell für nichts und grosse Bilanzskandale wird es immer geben, ob mit RAB oder ohne RAB. Das Einzige, was die Behörde erreicht hat, ist die eingeschränkte Revision praktisch unbrauchbar zu machen.

  20. Tja, da macht wieder mal jeder die Aeuglein zu: „Ach wir und unsere heilige Schweiz“.

    Wo ist denn der Unterschied zur italienischen Mafia & dem Raubtierkapitalismus hierzulande??

  21. Als Insider muss ich sagen: dieses oberflächliche und schludrig zusammengetragene Geschreibsel ist zeigt, dass der Autor überhaupt nichts verstanden hat. Zum Beispiel das Thema Rechnungslegung: der Grundsatz der going concern setzt die Fortführung für mindestens 12 Monate voraus, deshalb ist das Unternehmen nie einen Tag nach Berichtsabgabe konkurs.
    Solche Beiträge ruinieren das Image von insideparadeplatz in Kürze.

    • Echt schlimm was Zeyer da dem Leser zumutet.LH muss diese Brüder nicht mehr beschäftigen.

    • Ich war selber bei PwC und kann den Bericht dem Grundsatz nach bestätigen.
      Dass die Branche korrupt und skandalgeschüttelt ist, das werden Sie ja wohl kaum bestreiten, oder?

    • Meiner Treu, wo haben Sie sich denn Ihr Diplom gekauft? Profitiert vom Black Friday? Mal was von «going concern» gehört, aber nicht verstanden. Wer setzt denn diese Fortführung voraus? Richtig, der Prüfer. Kann der doch hellsehen? Aber nein, sonst gäbe es ja Wirecard noch. Nicht nur diesen Quatsch nennt man selbsterfüllende Prophezeiung. Auch solche unqualifizierten Einwürfe beweisen nur, was im Artikel steht.

    • Wenn du dir zwei Minuten Zeit genommen hättest, dich zu informieren, wüsstest du, dass es sich bei den Schweizer Unternehmen um rechtlich selbständige Firmen handelt, die den Schweizer Partnern gehören. Nicht um Konzerne. Ausser bei Deloitte Schweiz, deren Muttergesellschaft ist britisch. Drei der vier Netzwerke haben keine amerikanischen Wurzeln.

  22. „Wenn der KPMG-Hauptsitz wieder mit Erbsenzählern statt Bauarbeitern gefüllt ist: Woran merkt man den Unterschied?“

    Äh, ganz einfach: das gerüst am Haus ist weg.

    Bei weiteren Fragen einfach melden.

  23. ja ja die pösen chinesen und ihre walls…

    und putin manipuliert ‚unsere‘ £big$ 4 noch obendrauf…

    fehlt nur noch geiger und stöhlker und alles wird gut mit leierkuchen

    zeyer hat ja irgendwo recht…aber eier hat er sicherlich keine))

    wer oder was sind die big four…or „the“ big one…rene*!*

  24. Wenn der Zeyer wieder schreibt kann man ruhig schlafen gehen.
    Gähnen ist angesagt. Da ist sogar Erbsenzählen spannender und kreativer.

    • Immerhin zeigt er auf was die 4 leisten und wie unnötig sie sind; etwa gleich unnötig wie ihr Kommentar.

    • Sie sind bestimmt kein Erbsenzähler und Herr Zeyer hat inhaltlich mehr zu bieten als Sie. Aber auch er macht den Fehler mit dem Erbsenzähler. Diese verstehen in aller Regel als einzige den Unterschied zwischen sauberer Buchhaltung und Blendwerk. Machenschaften und Betrügereien fliegen nicht selten genau wegen solcher Leute auf. Also bitte etwas Respekt gegenüber den echten Buchhaltern Nötzli’s und den Erbsenzählern.

      Zur Problemlösung beitragen könnte der Zwang zur Rotation. So ein System gibt es auch bei der Polizei, eben damit erst gar nicht Filz Seilschaften entstehen können.

    • Glaub ich ihnen dass sie mit Erbsen zählen voll ausgelastet sind, ist ja auch nicht soanspruchsvoll wie den Artikel lesen!

    • Guten Nacht Erbsenzähler oder lieber Wichtigtuer. Bin bei Deinem Kommentar eingeschlafen. Sorry.