Sygnum-CEO wirbt für Krypto-Rosen

Digitaler Blumenstrauss für Partner zeige, wozu Blockchain und Krypto-Geld nützlich sein könnten. Tulpen-Manie, reloaded?

Die Financial Times macht sich lustig über den Chef der zweiten Schweizer Krypto-Bank, jenen von der Sygnum.

Die Story beginnt mit Drive. Die ganze Zeit habe man behauptet, dass die Blockchain die Lösung sei für ein Problem, das noch zu finden sei, so die Zeitung.

Nun aber könnte sich zeigen, dass man damit falsch gelegen sei.

An einem von einem Schweizer Diplomaten in England organisierten Zoom-Meeting (siehe ab 45.50 Minuten) seien aus dem Nichts Blumen als Blockchain- Anwendungsfall propagiert worden.

Und zwar von „this guy“, wie die FT schreibt, „who is the head of the ‚fworld’s first digital assets bank“. Der sagte gemäss der führenden Wirtschaftszeitung:

„What if I told you that there is right now a very strongly growing so-called ‚NFT market‘, where you have girls — 15-year-old girls — today getting a digital flower, of which there is only one?“

„It’s also on the blockchain but it’s one, created for them. And when their boyfriends send them the flower, they have the same emotions as if your partner, your partner gives you roses.“

Imhof gegen FT (Youtube)

Hinter den Worten steckt Mathias Imbach, Mitgründer und CEO der Sygnum, die neben der Seba in Zug die zweite Krypto-Bank mit Finma-Segen ist.

Die am Zoom teilnehmende FT-Journalistin wendete ein, dass die Emotionen bei einem Digital-Blumenstrauss möglicherweise nicht die gleichen sind wie bei Rosen in echt.

Worauf Imbach konterte: „We have to be careful to not be stuck in mindsets that have been established over many years.“

Die Journalistin: Einen digitalen Blumenstrauss zu erhalten fände sie „etwas traurig“ („a bit of a depressing thought“).

Darauf der Schweizer Krypto-Chef Imhof, belehrend, streng:

„Jemima, for you it is an absurd example. But the point I’m making is that it’s clear that it’s absurd to you, but to hundreds of millions of younger generation people it is not. Now we can either accept that or not.“

Tulpen-Manie? Der Crash damals war brutal. Nun propagieren die Krypto-Chefs das nächste Eldorado. Die Blockchain werde die Wirtschaft revolutionieren. Wozu noch teure Anwälte in Luxusbüros, wenn per Klick alles in der Chain festgehalten ist?

Klingt einleuchtend. Vorerst aber argumentieren Sygnum & Co. mit Sträussen im Orbit zum Valentinstag.

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Kommentare

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  1. Obwohl ich normalerweise Ihre Artikel gut finde, mit diesem passiv-agressivem Hohnartikel haben Sie daneben gefriffen. Zugegeben, der Blumenstrauss als Beispiel war etwas ungünstig gewählt, da Herr Imbach wohl auch nicht gerade einfallsreich ist. Aber die wundervolle Technologie hinter NFT’s (Smartcontracts) nicht zu annerkennen, macht keinen Sinn. Wir sind im Pre-Dialup-Zeitalter der Blockchain Technologie und alle, die jetzt schon im NFT Markt dabei sind werden davon massivst proftieren. Googlet doch mal, was damit schon gemacht wird und was noch kommt…

  2. Artikel wie diese zeigen, wie erschreckend viele geistige Gruftis unser heutiges Finanzwesen noch bevölkern. Die digitale Zeitenwende ist längst im Gänge – doch ihr setzt immer noch auf Kommunikation per Rauchzeichen, im besten Fall aufs verkabelte Wählscheiben-Telefon.

    Es wird viele dem Artikel zustimmende Kommentarschreiber geben. Für die ist alles Neue (und das Neue ist eben oft digital) sowieso ein „Ponzi Schema“ oder „von China gesteuert“, eine „Luftnummer“ oder oder oder.

    Ich mag auch lieber reale Rosen. NFTs sind nicht meine Welt, finde das eigenartig und kann überhaupt nichts daran finden.
    Aber ich bin nicht so verbohrt um zu ignorieren, was die junge Generation macht und mag. Denn die ist nunmal die Zukunft.

    Wer die Zukunft leugnet oder ignoriert wird untergehen wie die Dinosaurier.

  3. Nur weil man etwas nicht versteht, ist es noch lange nicht falsch. Wer kennt schon die Zukunft? Und manch verrückte Idee entwickelte sich zum Kassenschlager. Ich hatte auch nie verstanden, wie man für Klingeltöne oder SMS Geld ausgeben kann, und trotzdem war beides eine Zeit lang ein grosses Geschäft. Und heute, in der Zeit der Emojis, warum nicht auch gut präsentierte digitale Rosen? Wenn sie in der Blockchain abgebildet sind, haben sie zusätzlich die Eigenschaft, etwas besonderes zu sein. Ich finde das eine lustige Idee und bin gespannt, die Umsetzung zu sehen. Es gibt auch Menschen, die kaufen ihrer Geliebten ein Grundstück auf dem Mond. Technik braucht nicht immer trocken und nüchtern zu sein.

    (Tippfehler: Sygnum, nicht Signum, bitte korrigieren.)

  4. Imbach hat recht!
    1) Die verblödete Konsolenmilchbubijugend gibt ein Vermögen aus um bei den Konsolenspiele rare „Trophäen“ freizuschalten um damit dann im Kollegenkreis anzugeben.
    2)Frauen interessiert das eigentliche Geschenk gar nicht. Das eitle weibliche Geschlecht will einfach etwas, das sich die anderen Frauen (oder deren dummen Freund, den sie für sich chrampfen lassen) nicht leisten können um damit vor denen zu protzen. Ob es ein virtuelles oder physisches Produkt ist, ist denen egal.

  5. Herr Hässig, ich teile ihre sarkastische Sicht in Bezug auf das digitale Blumen-Verschenken. Aber mich würde interessieren ob Sie mit dem Blockchain Thema kokettieren, oder ob Sie tatsächlich das Potential und die Anwendungsfälle immer noch nicht erkannt haben? DeFi, Staking oder Flash-Loans, um nur einige Beispiele zu nennen.

    • Verstanden hat er gar nichts. 0 Nada Zero Nothing. Siehe den Artikel zum Zinsangebot der Zuger Saba Bank.

      Aber damit ist LH in guter Gesellschaft. Die Mehrheit hat es nicht. Die Mehrheit, das ist derzeit noch die leider (obwohl – inzwischen tut es mir angesichts der Arroganz und Ignoranz nicht mehr leid!) bald zur aussterbenden Spezies der Zukunftsignoranten gehörende Spezies der An-Banken-Glaubenden.
      Immerhin aber wird Lukas langsam offener. Ein Funke Hoffnung für ihn?

  6. So gerne auf der Blockchain rumgehackt wird.
    Wer sich ein bisschen mit dem Thema auseinander setzt wird feststellen, das die Anwendungsfälle für NFTs grossartig sind.

    Und jeder der Leser hier sollte vielleicht mal seine Kinder oder Kinder von Freunden fragen:
    Die Jugend freut sich wirklich, wenn sie ein virtuelles Schwert in einem Computerspiel oder eine virtuelle Rose von einem Verehrer bekommt. Die Emotionen, die die Kinder in dem Moment erleben sind so real, wie die Emotionen bei älteren, wenn sie richtige Blumen oder ähnliches geschenkt bekommen.

  7. Wer sich das Video auf youtube anhört und anschaut, der wird staunen, wie viel Staub und Krächzen in den meisten „Mindsets“ ein Faktum ist. Deshalb wäre es sehr empfehlenswert es sich nicht einfach nur „anzutun“, sondern sich öffnet und er/sie hat die Chance sich sein „Mindset“ so richtig durchzulüften um zu neuen Dimensionen zu gelangen!

    Sapere Aude!

    Ars Vivendi, ein frischer Pensionist eben………

  8. NFTs sind cool! Non-Fungible Tokens (NFT) sind im Gegensatz zu Gattungsware wie Währungs- oder Recheneinheiten virtuelle Speziesware: Es gibt sie jeweils genau einmal. Damit kann ich jedes digitale Objekt (z.B. eine Urkunde, ein Kunstwerk oder eben einen digitalen Blumenstrauss) besichern und so die Eigentümerschaft an diesem Objekt eindeutig zuweisen. Wer Eigentümer des Tokens ist, ist auch Eigentümer des Objekts – ohne Diskussionen, weil der Token auf der unveränderbaren Blockchain steht. Die Anwendungsfelder für dieses Instrument beginnen erst, erschlossen zu werden. Die Einen sind dabei, und wer zu spät kommt, den bestraft halt die Geschichte…

  9. Wie so häufig mit neuer Technologie wird aus Unwissen das Potential übersehen. Wer einen Riecher hat für Business-Opportunities macht sich schlau und studiert z.B. die NBA Top Shots NFT Collectibles oder die Unisocks – die getradeten Crypto-Socken.

    In 2019 konnte man den NFT (Non-Fungible-Token) für die Socke für CHF 20 kaufen. Dann wurde der Token ein begehrtes Collectible und ist heute über CHF 66’000 Wert. Zur Zeit entsteht ein digitaler Kunst-/Collectible-Markt, der bald Mainstream gehen wird.

    Da hätte die FT-Journalistin wahrscheinlich eine andere Meinung, wenn sie einen solchen NFT zum Valentinstag 2019 bekommen hätte…

    Hier mehr Infos zu Unisocks (aus 2019 als es gelaunched wurde): https://medium.com/frst/money-laundry-the-rise-of-the-crypto-sock-market-f979aafc3796
    Hier kann man sie heute kaufen: https://unisocks.exchange/

    ——-
    First they ignore you.
    Then they laugh at you.
    Then they fight you.
    Then you win.

  10. Ich warne seit Jahren vor diesen Firmen, insbesondere in Zug sind diese angesiedelt. Zug gibt diesen Firmen noch Startkapital. Einige sind schon weg vom Fenster. Diese Firmen müssen streng überwacht werden und bei Verstössen sofort geschlossen werden, der Kryptowahn wird sich hoffentlich bald legen.

  11. Herrje Lukas, deine panische Anti-Crypto Propaganda ist irgendwie faszinierend. Das Nachtrauern am good old private banking mit den Zigarren und den dicken Bäuchen und das parallele konstante Crypto-Bashing ist bedauernswert. Ich gebe dir einen Tipp, nimm dir die Zeit und informier dich richtig. Es ist faszinierend und die Schweiz hat eine riesige Chance mit Blockchain Technologien. Sie geben uns auch eine grandiose Möglichkeit, eine Art Bankgeheimnis und Freiheit vom Staat zurückzuerlangen. Dann haben alle gewonnen. Weil im Herz ist die Crypto Welt sehr nah an deiner/euren politischen Einstellung.

    Was die Rosen anbelangt. Blockchain ermöglicht digitale Einmaligkeit. Stell dir ein richtig schön gemaltes Bild vor, aber digital und nicht kopierbar. Für mich persönlich sicher auch nicht mit der gleichen Emotionalität verbunden, aber das Konzept von Originalität und Knappheit leuchtet wirklich jedem ein.

  12. Was soll eingentlich imm der Sch… mit first Crypto Bank? Die 2 Banken haben am gleichen Tag das go von FINMA erhalten. Das ist wie ein Teenager, der am lautesten „shotgun“ brüllt. Ihr sollt euch bei euerer Botschaft lieber auf das konzentrieren, was ihr besser/einizigartiger macht als andere (nicht nur SEBA sondern vorallem die traditionellen Banken, davon höre ich leider wenig). Schliesslich kauft auch niemand mehr, seine Digitalkammera beim ersten Hersteller.