Kunden wollen Silber, doch Banken halten sich zurück. So lässt sich das aktuelle Grundrauschen an den Edelmetallmärkten beschreiben.
In Zürich wie weltweit läuft ein regelrechter Silber-Rausch: Bei Händlern wie Degussa stehen Kunden Schlange, vielerorts ist das Metall schlicht ausverkauft.
Spannend wird es dort, wo Theorie auf konkrete Nachfrage trifft. Ein Leser dieses Mediums wollte es genauer wissen.
Rund 1’000 Unzen Silber aus einem physisch gedeckten Fonds der Zürcher Kantonalbank sollten ausgeliefert werden. Kein Derivat, kein Roll-over, kein PDF – echtes Metall.
Wer eine solche Sachauslieferung tatsächlich verlangt, betritt allerdings eine Zone, in der Geschwindigkeit, Verfügbarkeit und Selbstverständlichkeit spürbar abnehmen.
Was folgte, war eine lehrreiche Reise durch regulatorische Pflichtenkataloge, Bürokratie und das Gewicht der Realität.
Bei der Pressestelle der Zürcher Kantonalbank heisst es, die physische Auslieferung von Silber sei grundsätzlich möglich, komme in der Praxis jedoch selten vor.
Ausgeliefert würden Standardbarren von rund 30 Kilogramm mit einem Feingehalt von 999/1000. Die Bedingungen seien im Fondsvertrag geregelt:
Nach Kündigung erfolge die Auslieferung innert höchstens zehn Bankwerktagen am Hauptsitz an der Bahnhofstrasse in Zürich.
Zudem unterstünden Sachauslieferungen umfassenden Sorgfaltspflichten. Die Bank prüfe Identität und wirtschaftliche Berechtigung und erfülle die Know-your-Customer-Anforderungen.
Diese Schritte seien notwendig, um aufsichtsrechtliche Vorgaben einzuhalten; über Kosten und Abläufe würden Anleger transparent informiert.
Es bleibt eine naheliegende Frage: Was wäre, wenn viele Anleger gleichzeitig auf physische Auslieferung bestünden?
Ein solcher Ansturm würde kaum nur an Prozessen und Logistik scheitern – auch die physische Verfügbarkeit selbst geriete dabei unweigerlich unter Druck.
Ob die spürbare Zurückhaltung der Banken damit zu tun hat, bleibt Spekulation. Sicher ist nur: Physische Auslieferung ist vorgesehen, aber nicht für den Massenfall.
In Zeiten eines angespannten Silbermarkts, hoher Preise und leerer Lager wirkt dieser Fall wie ein Spiegelbild der Lage: physisch gewünscht, praktisch schwer erreichbar.
Unweigerlich drängen sich Erinnerungen an „Der Schatz im Silbersee“ auf.
Nur liegt dieser Schatz heute nicht in einem Wildwest-Roman verborgen, sondern im Tresor – hinter Compliance-Checks und Übergabebedingungen, die man erst überwinden muss, bevor man das Metall tatsächlich sieht.
Am Ende bleibt eine nüchterne Erkenntnis: Silber ist nicht verschwunden. Aber es ist komplex geworden, es zu bekommen.

…deutscher Wirtschaftsminister würde sagen: „Das Silber ist nicht verschwunden, es gehört nur jemand anderem“.
Gold würde weniger Platz brauchen
Und das bei einem Fonds/Unternehmen das es ja
Physisch jederzeit im Tresor haben muss. Brauchen Sie 10 Tage….und das noch in geordneten Zeiten….die ZKB….bei Währungreform gibts noch einen feuchten Händedruck.
Staatsgarantie würde teuer, mich aber nicht erstaunen.
Zum Horten eignet sich alles was knappes Gut darstellt. So macht ja Rolex seine Preise. Würden die der Nachfrage entsprechend produzieren, hätte schon jeder Kosovare eine Rolex zum AMG-Mercedes. Dann ist es vorbei mit „wertvoll“. So wird es auch mit Silber passieren. Muss nur einer in Afrika den Förderhahn aufdrehen und schon ist der schöne Gewinn verdunstet.
Physisches Gold kann man übrigens in den Kirchen bewundern, da hängt noch heute die Südamerikanische Ausbeute an den Rosetten. Physisch ausgeliefert.
Guter Artikel, danke! Ich habe einmal bei einer Veranstaltung mit dem verantwortlichen Fundmanager gesprochen von der ZKB. Die Kantonalbank ist einer der grössten Anbieter von Edelmetall Spot ETF der Welt! Da werden tatsächlich bei jeder Transaktion im grossen Tresor Barren hin und her transportiert, hat er mir gesagt! Eine physische Auslieferung ist sicher eher exotisch. Man sollte nicht paranoid werden. Zehn Tage also: gut zu wissen!
physischer Ware verlangen!
Gnadenlos 💪💪👊👊🥊🥊🫴!