Die Nuklearmedizin gehört zu den technologisch anspruchsvollsten Bereichen der Medizin. Verfahren wie die Positronen-Emissions-Tomografie (PET) erlauben Einblicke in Stoffwechselprozesse, Krebsaktivität oder Herzfunktion.
Entsprechend hoch sind die technischen Anforderungen – und die finanziellen Volumina pro Untersuchung.
Am Universitätsspital Zürich (USZ) wurde dieser Bereich über Jahre von Professor Gustav von Schulthess aufgebaut, in enger Zusammenarbeit mit dem Paul Scherrer-Institut.
Auch institutionell war das System eng vernetzt: Schulthess, Zunftmeister bei der Meisen, geriet einst im Zusammenhang mit Materialbeschaffungen von General Electric unter Druck – stabilisiert wurde die Situation damals durch den späteren CEO Gregor Zünd.
Schulthess‘ Nachfolge wurde intern geregelt. Professor Philipp Kaufmann übernahm die Leitung der Klinik für Nuklearmedizin und entwickelte sich zu einer zentralen Figur innerhalb des Spitalsystems.
Kaufmann unterstützte auch den später stark kritisierten Herzchirurgen Francesco Maisano.
Small World. Das zeigte sich auch bei der Entwicklung des Medizinstandorts „Circle“ am Flughafen Zürich.
Ursprünglich war vorgesehen, dass der langjährige Thoraxchirurgie-Direktor Professor Walter Weder dort eine prägende Rolle übernimmt. Am Ende besetzte Kaufmann selbst die Position.
Doch die eigentlichen Fragen beginnen innerhalb von dessen Nuklearmedizin-Klinik. Ein dort tätiger Leitender Oberarzt ist Gründer der Curana AG. Bei dieser sitzt er als einer von zwei Verwaltungsräten.
Die Curana bietet spezialisierte, nuklearmedizinische Diagnostik an – ist also im gleichen Marktsegment wie das USZ tätig.
Ein direkter Konkurrenz der mit Steuergeld finanzierten Gesundheits-Organisation.
Eine bemerkenswerte Doppelrolle: Wichtiger Mediziner im Universitätsspital, gleichzeitig Gründer, Verwaltungsrat und behandelnder Arzt eines konkurrierenden, privaten Diagnostikunternehmens.
Offenbar keine Ausnahme am USZ, wie der „Blick“ vor ein paar Wochen zu einem Leitenden Arzt der Klinik für Dermatologie am Universitätsspital enthüllte.
Gerade im Bereich der PET-Diagnostik ist die Konstellation besonders heikel. Die Patientenzahlen sind dort begrenzt, gleichzeitig sind die finanziellen Volumina pro Untersuchung beträchtlich.
Es stellen sich grundlegende Fragen zu Prioritätensetzung, Interessenkonflikte und Reputationsnutzung. Nuklearmedizin-Leiter Kaufmann findet offenbar nichts dabei.
Ähnliche Muster tauchen am USZ immer wieder auf: Fälle von Firmenverflechtungen, parallele Privataktivitäten und strukturelle Interessenkonflikte haben sich zuletzt gehäuft.
Ist das Universitätsspital Zürich also primär ein Ort der Patientenversorgung, oder ist die Institution zunehmend eine Plattform zur Förderung privater Geschäftsinteressen?
Wer trägt den hier die Verantwortung? Etwa Natalie R.?
Ihre letzte Frage ist rhetorisch, nicht?
Augiasstall !
Ach das wird auch an der UZH völlig normal praktiziert – selbst im Backoffice ohne Forschungsbeteiligung. Da arbeiten Kaderleute 80% und machen dann am Freitag einen Vortrag den sie der Uni in Rechnung stellen für die eigene GmbH (und die ganz frechen schreiben dabei noch Überstunden auf).
Ist es krass? Natürlich! Schaut jemand hin? Nopes.
Wo bleibt der Eid des Parakrösus?
It’s All About the Benjamins
Selten so einen lächerlichen Artikel gelesen. Top 10 Spital der Welt, trotz dieser linken Regierung…