Die Gesundheitskosten fressen das Land auf, so das UBS-Sorgenbarometer 2025. Kaum soll jedoch ein unrentables Spital schliessen, verfällt das Stimmvolk in Panik.
Ein gefundenes Fressen für die Teppich-Etagen wie in Wetzikon. Die Taktik der Profiteure ist simpel: Angst.
Ob beim Gesundheits-Zentrum Zürcher Oberland (GZO) in Wetzikon, im Spital Samedan im Engadin, in Zweisimmen in den Berner Alpen oder in der Surselva im Bündnerland:
Die Pro-Akteure spielen die Karte der bedrohten Grundversorgung.
Man faselt von Erreichbarkeit und Lebensgefahr – als bedeute eine Schliessung das Ende der Zivilisation.
Dabei zeigt ein SRF-Bericht: Bei Operationen zählt Qualität mehr als die Nähe zum Wohnort.
Wer eine neue Hüfte braucht, fährt lieber 20 Minuten länger in eine spezialisierte Klinik, als sich im chronisch unterfinanzierten Spital um die Ecke unters Messer zu legen.
Es sind vor allem die Spital-Bürokraten und Lokalpolitiker, die um ihre Sessel in ihren hochglanzpolierten, aber finanziell maroden Sanierungsfällen zittern.
Besonders dreist läuft es aktuell in Wetzikon. Vor der Abstimmung im November versprach man den Stimmbürgern: Keine weiteren Kosten.
Kaum ist der Urnengang vorbei, folgt die Quittung für den politischen Blindflug.
Die elf verbliebenen Aktionärsgemeinden des GZO Wetzikon müssen 3,1 Millionen Franken nachschiessen, um das Finanzloch infolge des Nein aus Bubikon (ZH) zu stopfen.
Das ist eine Täuschung der Steuerzahler auf Raten. Man ignoriert die wirtschaftliche Realität eines Einzugsgebiets, in dem sich Wetzikon und Uster auf engstem Raum gegenseitig die Patienten und das Geld wegnehmen.
Die Gesundheitsdirektorin Natalie Rickli, SVP, bewies in diesem Trauerspiel Rückgrat und liess das kantonale Scheckheft stecken.
Während sich die regionalen Akteure dennoch weiter aus den Kassen der Steuerzahler bedienen, verteilt Bern Beruhigungspillen.
Eine 50-Franken-Notfallgebühr hier, eine Erhöhung der Mindestfranchise auf 400 Franken da – politische Symptombekämpfung auf Kosten der Versicherten.
Obwohl Bern den Rahmen setzt, liegt das wahre Debakel in den Kantonen. Dass es anders geht, bewies Bruno Damann in St. Gallen.
Der Gesundheitsdirektor hatte den Mut, den kantonalen Wildwuchs zu beschneiden und unter anderem in Wattwil das Spital in ein zeitgemässes Notfall- und Gesundheitszentrum umzuwandeln.
Führung, statt den Status Quo mit Steuergeldern zu beatmen.
Pharma, Verbände, Krankenkassen und jene Spital-CEOs, die mehr an ihren Fallzahlen als am Patientenwohl interessiert sind, greifen weiter schamlos in den Honigtopf der Steuer- und Prämienzahler.
Jörg Kündigs Abwahl als Gemeindepräsident in Gossau (ZH) ist ein blosses Alibi-Exempel. Die freisinnige Personalie entlarvt zwar die Verfilzung von Politik und Spital – bleibt aber Symptombekämpfung in einem durch und durch verfetteten System.
Der jährliche Prämien-Hammer ist kein Naturereignis, sondern die direkte Folge einer Mutlosigkeit. Solange der Protest der Bevölkerung nur leise am Stammtisch und an der Wahlurne stattfindet, ändert sich nichts.
Ältere Semester fühlen sich an die Schliessung der Spitäler Rüti und Wald in den 1990ern erinnert.
Auch da wurde gejammert und geflennt. Ganz viele Hausfrauen haben da noch irgendwie ein bisschen gearbeitet.
Die medizinische Qualität dieser Spitäler war erbärmlich, die Kosten waren enorm.
Die Schliessung hat die Qualität enorm erhöht. In Rüti gab es dort dann das Rekrutierungszentrum.
Wetzikon gehört heute noch geschlossen. Jeder weiss, dass man die Fälle gut auf Uster, Männedorf und Winterthur verteilen kann (alle haben Reserven).
Es braucht nur einen Notfall am Bahnhof.
Auch auf der anderen Seite des Sees war es das gleiche Bild. Da gab es zusätzlich noch Kleinspitäler in Richterswil und Wädenswil.
Hat man dann alles in Horgen konzentriert. Auch da gab es ein riesiges Gejammer.
Es braucht schlicht heute nicht mehr soviele Spitalbetten. Vieles kann man ambulant machen. Oder dann in einem Pflegeheim oder in der Reha. Dort sind die Leute viel besser aufgehoben als in einem Spitalbett.
Auch in der Stadt Zürich sollte man dringend eines der Grossspitäler schliessen, da gibt es auch massive Überkapazitäten.
Aber eben: Das Ego.
Es war von Anfang an klar, dass der Spital unnötig war. Da haben sich einige mit fremden Geld (Steuergeld) selbst verwirklicht und sich ein negatives Denkmal gesetzt.
Für mich ist die Katastrophe des CH-Gesundheitssystems nicht neu. Sie ist alt und wurde nie richtig behandelt (außer, dass sie das Volk sehr schwer unterdrückt hat). Man muss also woanders hinschauen, Vergleiche anstellen und vor allem keine Laboruntersuchungen mehr in der Schweiz machen. KK für Medikamenten = nie in CH kaufen. Auch nicht einmal spezialisierte Beratungen (Nephrologie einfachen Konsultation-Kosten in Italien = 100 Euro, Kosten in der Schweiz = bemerke es nicht, total erschreckend). Der Unterschied ist nicht vertretbar, da die Schweizer Nephrologie sehr mittelmäßig ist.
Wir sind längst in Geiselhaft der Gesundheitsbranche.
Reformen sind unmöglich, wenn die Schweizer Bevölkerung schon Angst hat die SRG Gebühren ein wenig zu reduzieren, will man sich das Drama bei Kosteneinsparungen im Gesundheitswesen hat nicht vorstellen, weil jeder dann mit seinen Leiden kommt….
Bei Diskussionen um Leistungsreduktionen der Grundversicherung geht das grosse Mimimi der Bevölkerung los, stimmt schon. Aber genau so fahren auch die starken Lobbies ihre FUD-Kampagnen hoch. Wie auch immer… will man wirklich Kosten sparen, braucht es auch unpopuläre Massnahmen:
– nur Generika
– keine Zuckerchügeli und anderen Hokuspokus
– keine Psychotherapie
– keine Lifestyle-Medis und -Behandlungen
Wer das versichert haben will, soll das über Zusatzversicherungen abdecken.
Stimme ich absolut zu.
Mit den Geld was man einsparen kann wird man sich dann vieles mehr privat leisten können.
Ich zum Beispiel habe den höchsten Selbstbehalt. Wenn ich alle 3-4 Jahre mal zu. Arzt muss bezahle ich es trotzdem noch selber….
@@: Same here. Ich würde sogar einen noch höheren Selbstbehalt wählen als den aktuell höchst möglichen.
Die (wenigen) Medikamente, die mir in den vergangenen Jahren verschrieben wurden, waren allesamt Generika. Und ich glaube nicht, dass die Wirkung schlechter war, weil Sandoz oder Mepha auf der Packung stand anstatt Novartis oder Roche. Wer aus welchen Gründen auch immer „Originale“ will, soll sie selber bezahlen oder eine Zusatzversicherung abschliessen (falls es das gibt). Selbiges gilt für Abnehmpillen oder -spritzen, ausser in seltenen medizinisch begründeten Fällen.
Mit fremden Geld lässt es sich einfach klotzen.
Altes Sprichwort.
Was wollen wir eigentlich? Alle reden von Personalmangel im Gesundheitswesen und schreien nach mehr Zuwanderung. Und trotzdem will man ein Spital ums andere schließen oder deren Neubau verhindern. Es gibt nur zwei Möglichkeiten, entweder die Infrastruktur weiter ausbauen oder die Zuwanderung stoppen.
Die Verwaltung der Spitäler ist wie in der Staatsverwaltung in den letzen Jahren enorm aufgebläht worden.
Das muss man den Hebel ansetzen. Für was braucht es z.B. eine Marketing in einem Spital?
Nur das medizinische Personal betreibt Wertschöpfung.
Die Verwaltung ist nur Zugemüse.
Wie steht es eigentlich um die Refinanzierung der Anleihe des See-Spital? Es bleiben noch etwas mehr als 3 Monate. Auch ein Bluff?
25% der Gesamtlebenskosten entstehen in den letzten 5 Jahren, ich finde es daher Super haben wir dir 84.5 Jährigen vor Corona gerettet, die haben Ihren PK schon 6 Jahre überbezogen und durften noch etwas länger, und auch noch etwas zusätzlich Kosten verursachen, einige bekamen noch neue Hüft, Knie und sonstige Gelenke für die letzten 3 Monate.
Auch du wirst mit „hoher Geschwindigkeit“ älter. Wenn du 70 wirst, darfst du weder zum Arzt noch in ein Spital. Mal sehen, wie lange es geht, bis du losheulst.
Jeder einzelne Punkt ist richtig. – Die jährlichen Prämienerhöhungen sind menschengemacht, kein Naturereignis.
Ja, es ist so. Die Politik in Bern, im Kanton, in der Gemeinde will es allen Recht machen. Und so entstehen faule Kompromisse anstelle neuer, zukunftsgerichteter Strategien mit entsprechenden Strukturen und Organisationen. Alte Zöpfe bleiben bestehen. Nur kein Schrecken mit Ende: sie, die Herren und Damen, müssten ja ihr Unvermögen, ihre fehlende Kompetenz undFahrlässigkeit eingestehen. Man ist ja Teil der Lösung, nicht selbst das Problem.
Gesundheitskosten was für ein Wort! Seit der Geninjektion läuft die Maschine noch besser geschmiert, die Rickli fühlt sich immer noch wohl und den Elefanten will niemand sehen.
Dank dem BAG werden die Krankheitskosten in den nächsten Jahren weiter massiv steigen bis alle Betroffenen unter den Boden sind.
Eher aber findet die WHO eine Folgelösung damit die Geldquelle nicht versiegen wird.
Kurz gesagt: wird die Ursache nicht angegangen, braucht es mehr Institutionen.
Ein guter Artikel. Über die Abzocker im Gesundheitswesen.