Die Frühlingssonne glitzert nun endlich auf dem Zürichsee, die Stadt atmet durch. Doch am Bellevue herrscht der gewohnte Wahnsinn.
Ein Schauspiel kollektiver Unvernunft. Vor dem ViCafe staut sich die Masse. Die Schlange reicht fast bis zum Utoquai der Eitelkeiten.
Da steht er, der Junior-Associate der UBS, die Krawatte bereits im Oster-Vibes, und wartet geduldig 15 Minuten auf seinen Pappbecher.
Neben ihm zückt Selina, die Nachhaltigkeits-Influencerin, ihr iPhone 17 Pro. Ein Selfie mit dem Becher in der Warteschlange – man gehört dazu.
Es ist der ultimative Herdentrieb. Man steht an, weil die anderen anstehen. Ein rituelles Warten für einen Coffee to go, den man dann gehetzt im Gehen hinunterwürgt.
Dabei liegt das echte Upgrade nur dreissig Meter weiter.
Dort residiert das Belcafé, eine kleine Bastion des guten Geschmacks inmitten der Zürcher Hektik.
Untergebracht in der legendären Tramwartehalle am Bellevue von 1939 – deren zeitlose Eleganz die wartende Masse gegenüber erst recht deplatziert wirken lässt.
Da findet das Original ganz ohne die Demütigung eines Plastikdeckels in Porzellan zu seiner Bestimmung.
Begleitet von einem Glas Wasser und jener tiefen Würde der Italianità, die man sonst vermisst.
Im Innern teilt man sich den Raum mit jenen, die den Wert der Langsamkeit kennen: Stammgäste von diskreter Grandezza.
Und vielleicht – am Nebentisch – auch Menschen, die Extremes leisten und im Belcafé die Welt da draussen für einen Moment einfach vergessen.
Während die Getriebenen draussen in der Schlange die Beine in den Bauch stehen und auf ihr flüchtiges Glück aus Karton warten, thront man im Innern wie ein König auf seinem Logenplatz.
Und beobachtet das Getümmel mit einer Mischung aus Mitleid und tiefer Gelassenheit.
Ein Blick aus dem Fenster des Belcafé auf die wartende Menge hat denn auch etwas Philosophisches.
Warum diese Rastlosigkeit? Warum dieser Zwang zum Mitnehmen, wenn man doch ankommen könnte?
Ostern ist das Fest der Auferstehung. Zeit, aus der Reihe zu tanzen. Wer den Mut zur Pause hat, lässt die Schlange einfach links liegen. Zeit für einen Moment des Innehaltens.


Der wahre Luxus in Zürich ist nicht der Kaffee sondern zu wissen, wo man nicht anstehen muss.
Der wahre Luxus in Zürich ist KEINEN Kaffee zu trinken (und damit einer Diarrhoe und einem leeren Portemonnaie zu entgehen).
Kaffee ist in Zürich zwar schweineteuer, jedoch nie ein Luxus.
Der wahre Luxus ist, nicht in Zürich leben zu müssen.
Stimmt dafür müsst ihr euch den Luxus leisten, ständig nach Zürich zu pendeln.
@ Bärner:
Klar, wenn man’s sich nicht leisten kann, nennt man’s halt Luxus.
Bravo!
Die eigentliche Leistung besteht nicht darin, guten Kaffee zu erkennen sondern geduldig genug zu sein, schlechten als Lifestyle zu verkaufen.
In Zürich hat noch nie jemand einen guten Kaffee erkannt. Vermutlich weil es dort keinen hat.
Umringt von quietschenden Trams und Hektik einen Café schlürfen? Nein danke… Da ist mir das Hirschli 100-mal lieber und hält mich jung!
Der Banker rechnet in Rendite, die Influencerin in Reichweite und beide investieren zuverlässig in denselben leeren Moment.
Vielleicht funkts ja dabei zwischen den Beiden?
Vermutlich kotzen sie sich nach dem ersten Schluck gegenseitig voll.
Dieses Stehen in der Schlange gibt mir jeweils das ultimative WIR-Gefühl. Schliesslich will man für den 7-Stutz-Abriss für die braune Pfütze etwas haben!
Nur Sissipussies sitzen in sowas wie das Belcafé hinein. Der Kaffee aus gerösteten Hasenköttel passt aber gut zum furztrockenen Gipfeli.
Nummer eins ist und bleibt Miro im Hauptbahnhof.
Im Miró spricht man nur Englisch.
Der Kaffee ist Bio und schmeckt auch so.
Wer diese überzahlte Brühe säuft hat die Kontrolle über sein Leben verloren.
Und die nehmen kein Bargeld…können ihre Brühe selber trinken!
Wer Leute anstellt und ihnen Lohn bezahlt damit sie sich so Müll kaufen würd ich gleich shorten!
Am Ende bleibt ein lauwarmer Kaffee und die Gewissheit, genau dort zu stehen, wo alle stehen: nirgends.
Etwas Bauchgrimmen bleibt meist auch.
Irgendwo steht jeder.
Ich ergötze mich noch viel mehr an den (meist jungen) Frauen, die für 10 Stutz bei Starbucks irgendein Gesöff kaufen und den Becher dann (Logo nach vorn – ganz wichtig!) den ganzen Tag vor sich hertragen.
Meine Erfahrung: Im Belcafé sitzen ausschliesslich ungewaschene alte Schachteln und stinken mit dem Kaffee um die Wette.
Für ein bisschen Luxus, Exklusivität und Klassik gehe ich aber lieber ins Odeon als ins Belcafé.
Nein danke, lauter umgebaute „Böcke“…
Dann gehen sie doch zu Starbock’s ein Haus weiter.
solange es noch einen Starbucks gibt ist die Welt in Ordnung, wenn er auf einmal Starcoffee heist haben andere Probleme
Und während draussen „die Herde“ wartet, inszeniert sich drinnen der Patrick als Espresso-Nietzsche der selbstverliebt seine „Grandezza“ zelebriert.
Die Leute stehen nicht aus Herdentrieb an, sondern weil 90% der Cafés in Zürich Kaffee auf Tankstellenniveau servieren. Da pilgert man halt zu den wenigen, die es können.
Han d’Nachhaltigkeits-Influencerin gfunde
Über Geschmack lässt sich nicht streiten…
Aber über Priese!
Hauptsach daby sy….und sich make -uppet im Net präsentiere!
Das zählt hütt; statt mal sich im Läbe festkralle!
Schön sy, ewig jung blybe, keis fältli becho (nöd mal am füdle)…,
Im ViCafé ist der Becher aus Karton, im Belcafé das Gipfeli.
Nicht nur Anstehen und Pappbecher, sondern einer der miesesten Kaffees überhaupt. Kulturlose Banker halt, die glauben, wenn‘s teuer ist muss es in sein
Die Frühlingssonne zwitschert und die Vögelein kacken in den Pappbecher. Aber das Gute in Zürich ist, den Kaffeegeschmack kann nichts trüben, denn trüber als trüb wirds nimmer.
…und Bargeld wird bei ViCafe nicht akzeptiert.
Nochmal ein Grund mehr fürs Belcafé.
Bargeldlos.
Doppeltes no go!
… ein richtiger Vollblut Stadtzürcher geht anschliessend noch die Quittung für 5.- kopieren. 🤭😂
… damit er diesen Kaffee beim Sozialamt wieder rückfordern kann.
Wetten dies würde gelingen 🙂
Lohnt sich das anstehen ? Ist der Kaffee mehr als nur gut ? Ich habe mir vor Jahren eine Siebträger Maschine Made in Italia gekauft… der Kaffeegenuss mit dieser Maschine und der dicken Crema ist Spitze …die Bohnen kommen von der Rösterei meines Vertrauens in Züri, 1 Woche vorher geröstet….so drinke ich nie mehr Kaffee auswärts…
Früher gab es schlechten Kaffee für kleines Geld aus dem firmeneigenen Automaten. Wahlweise auch „grusigen“ Tee oder Kräuterbouillon. Aber als Nutzer gehörte man zum Fussvolk. Eine schöne Zeit damals.
Wären die Leute nicht so bequem und faul ein paar Seitenstrasse weiterzuziehen, gäbe es keine Schlange…
Die Gastronomie in Zürich ist wie der Zürcher Fussball. Drittklassig.
Der Artikel über Zürichs „drittklassigen“ Fußball liest sich wie ein Eigentor – YB auf Platz 6 lacht sich ins Fäustchen.
Amen. Der Kaffee beim Belcafé schmeckt besser und lässt sich stilvoller geniessen. Auch das Personal ist stets sympathisch. Soll mir Recht sein wenn die Influencer usw. sich auf der anderen Strassenseite fürs Selfie auf den Füssen stehen.
Zürich, die Volldeppen-Stadt der Schweiz, in jeder Beziehung.
Wenn du nett fragst, machen sie dir einen Luz, Maiglöggli.
Der Kaffee in Zürich zieht einem ja sowieso alles zusammen. Mit dieser Glunggö käme man in Milano in der Zeitung als Kulturzerstörer.
Jeder und Jede die Anstehen um ein Kaffee im Karton zu erhalten und dafür noch Geld bezahlen, denen ist wirklich nicht mehr zu helfen. Jede Wette im Umkreis von 100m gibts ein echten Kaffee in einer Tasse.
Immer wieder lustig diese Zürcher. Die selbernannte Weltstadt gespickt mit unzähligen Spiessern. Sie sehen sich auf gleichen Niveau ähnlich etwa mit Metropolen wie London, Paris oder Berlin, sind jedoch eher mit Olten oder Winterthur vergleichbar und von Naivität nicht zu übertreffen. Ich glaube, dass Genf oder auch Basel einen grösseren internationalen Esprit pflegen und die Leute in diesen Städten einen absolut grösseren Horizont haben.
Typisch, einfach alles den andern nachäffen, Hauptsache im Scheinwerferlicht stehen!
Und das geliftete Face und aufgespritzte Lippen influencenzen!
Hoffentlich sind die Preise astronomisch!!
Man hat‘s ja!
Hoffentlich sind irgendwelche Hollywood Fritzen vorort, um die Möchtegern-Schönheiten gleich zu umgarnen.
Das Bellevue Cafi isch und blybt en Institution und das isch super so!
und seit jahren wie immer ohne kasenzettel!
Das lässt sich jetzt aber sowieso schwierig als Geschäftsessen von der Steuer absetzen?
Ihr seid doch Bünzlis, ihr Super Kommentatoren.
Züri halt, massiv überteuert, miese Essens- und Getränke Qualität aber das Ego einer Grossstadt bis man merkt es war und bleibt ein grosses Bünzli Dorf ohne Flair und Kultur.
Faktencheck auf diesem unsäglichen Blog:
“
Da steht er, der Junior-Associate der UBS, die Krawatte bereits im Oster-Vibes..“
-> es gibt keine Junior Associate auf der UBS.
-> Krawatte trägt schon lange Keiner mehr auf der UBS
-> es heisst sicher nicht dem vibes
„Neben ihm zückt Selina, die Nachhaltigkeits-Influencerin, ihr iPhone 17 Pro. Ein Selfie mit dem Becher in der Warteschlange“
-> bekommt man den Becher also bereits beim Warten?
Ja war alles nur bildlich dargestellt blabla. Aber wer sich über Andere lustig macht, sollte doch zumindest seinen Text nochmals durchlesen.
Die beste Tasse Kaffee und den besten Kaffe zu kaufen für zu Hause bekommt man ein paar Gassen weiter bei „H. Schwarzenbach Kolonialwaren & Kaffeerosterei“
Ist das jetzt PR für die Expresso Bar oder für das Belcafé? Trotz des scheinbaren Totalverisses für die Expresso Bar, ist anzunehmen, dass es PR für sie ist. Mit den Schlangenstehern vor dem Gucci Laden, Sprünglis heissbegehrter Dubai Schokolade und den Schlangenstehern vor dem Sprüngli Café fing es an. Seither hält sich jeder PR Heini für ein Genie, wenn er auf so eine Idee kommt. Um ehrlich zu sein, ich kenne keinen der Shops. Am Bellevue kenne ich nur einen Imbissstand, wo um die Mittagszeit Menschen Schlange stehen, und das ist der Sternengrill, und der hat solche Werbung nicht nötig.
Freie Marktwirtschaft ist grossartig. Es wird ja niemand dazu gezwungen anzustehen. Ich applaudiere den Geschäftssinn und das Marketinggespühr – und freue mich dennoch auf den Kaffee im Café.
Beim Aldi an der Sihlstrasse gibt es spitzen Coffee to go im Pappbecher für weniger als 1 Franken. Aber beeilt euch. Er macht bald zu.