Sunrise kam, sah – und krachte.
Die Herausforderin der Swisscom wollte dem Staatsmoloch das Wasser abgraben, präsentierte sich als dynamisch und schnell.
Für gigantisches Werbegeld engagierte das börsenkotierte TelCo Marco Odermatt und die Ski-Nati.
Statt durchzustarten, kommt’s zur grossen Zerlegung – garniert mit irrwitziger Zahlen-Akrobaktik, tagelangen Mail-Problemen und einer Nicht-Kommunikation der Sonderklasse.

Gestern war scheinbar ein Erfolgstag: Da reduzierte die Sunrise ihren Grossabbau von den geplanten 450 auf jetzt noch 358 Stellen, die verschwinden.
Alles halb so wild, wir lassen mit uns verhandeln – das die Botschaft.
Sie vernebelt die Fakten: Sunrise steht vor einem Kahlschlag der historischen Sorte. Grund ist die Aktie: Deren Preis muss rauf – koste es, was es wolle.
Treiber ist der CEO der Sunrise. Der war lange der Finanzchef des Unternehmens. Jetzt hat er sich auf die Fahnen geschrieben, die Aktionäre zu beglücken.

Also sich selbst: André Krause, wie der Sunrise-Boss heisst, ist selber stark motiviert durch seine vielen Sunrise-Aktien, die er hält.
Krauses Big Abwracken zeigt Folgen im Geschäft. Seit zwei Tagen funktionieren die alten Hispeed-Mail-Konten nicht mehr. Diese stammen aus UPC-Zeiten.

Die Sunrise hatte die UPC vor 7 Jahren für über 6 Milliarden gekauft.
In den Sunrise-Foren häufen sich die Meldungen zum Hispeed-Crash. „Imap und smtp nicht erreichbar“, schrieb ein Nutzer gestern. „Auf allen Geräten, egal über Kabel, WLAN oder Hotspot seit heute Vormittag.“

Bald 70 solche Wortmeldungen gibt es im Sunrise-Forum, darunter diese:
„Outlook und Gmail bringen Fehler. Ein neu Aufsetzen der Konten ist nicht möglich, da gar keine Verbindung zu den Servern zustande kommt.“
Hilfe ist keine in Sicht. „Heute ist hier von Sunrise niemand anwesend, bitte die Hotline verwenden“, postete ein Betroffener gestern Freitag.

Das Problem war da bereits einen Tag alt. Ein „Daniele“ von Sunrise hatte am Donnerstag die Gemüter zu besänftigen. „Uns sind keine Einschränkungen bezüglich dem Mailservice bekannt.“
Der Konter liess nicht lange auf sich warten. „Scheint aber bereits seit gestern ein generelleres Problem zu sein. Bei mir funktioniert zwar der Empfang von Emails, das Senden aber nicht.“
Unzählige Sunrise-Kunden nutzen ihre alten „Hispeed“- respektive „Swissonline“-Mailkonten weiter. Jetzt funktioniert bei diesen der SMTP-Ausgangsserver nicht mehr.
„Es kommt immer die Meldung ‚Die Serververbindung wurde unterbrochen‘, während mit Webmail der Versand normal funktioniert“, schildert dies ein Betroffener.
Dass die Technik versagen kann, dafür zeigt der Sunrise-Kunde Verständnis.
Nicht aber für das seit 48 Stunden anhaltende Schweigen der Firma. „Stossend ist, dass Sunrise nicht informiert und ihren Kunden damit unnötigen Aufwand zur Fehlersuche verursacht.“
Gleiche Bilder gehören meistens zum gleichen Kommentator.
Andre Krause der smarte Deutsche CEO von Sunrise ist nur am Aktienkurs
interessiert. Als grosser Shareholder der Bude vergisst es sein
Personal ganz locker. Ich bleibe bei Swisscom.
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Ich auch. Swisscom ist zwar „schweineteuer“, dafür funktioniert der Service.
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bei Sunrise hatte ich per Brief mein Internet gekündigt. Nach einem Monat noch immer keine Antwort. Bei einem Anruf erklärte man mir, man könne nicht per Brief kündigen. Also musste ich einen Monat länger warten und mir vorher noch mit Balkan-Slang zig bessere Angebote gefallen lassen. Aber nein heisst nein.
Nun freue ich mich auf Starlink, zum halben Preis und ohne „Kundendienst“ der das Verärgern der Kundschaft zur Aufgabe hat.
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Zerstörte Firmenkultur durch schlechtes Management, Zeit den Anbieter zu wechseln.
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Wechseln, nö. Swisscom ist gut.
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Swisscom ist vor allem eines: schweineteuer. Damit finanziert man nur ein paar faule linke Sozi-Beamten in Bern. Innovation = null.
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hispeed Mailadressen kommen aus der Cablecom-, wenn nicht sogar Rediffusion-Steinzeit. Jetzt mal im Ernst: wer auf so altes Zeugs setzt, dem ist sowieso nicht mehr zu helfen.