3’000 Raiffeisen-Kunden stolpern über Strukicrash

Am Zahltag mit Irrsinnsvolumen Barriere gerissen – 12% Zins verloren – Emittentin ist Leonteq – ermittelt Finma?

“Das Raiffeisen Express Zinspapier Aktien Schweiz CHF 10/2015 eignet sich für Anleger mit einer konservativen Anlagestrategie (…)”, steht im Prospekt der Genossenschaftsbank.

Am 7. Oktober um 17 Uhr 30 entpuppte sich das Versprechen als Worthülse. Aus dem Nichts heraus wurde bei der für die Zinszahlung entscheidenden Kursfixierung eine Barriere gerissen.

Für rund 3’000 Raiffeisen-Kunden von etwa 200 einzelnen Raiffeisen-Banken bedeutete das Bad news. 12 Prozent Zins fielen ins Wasser, vorsichtige Raiffeisen-Kleinsparer schauten in die Röhre.

Der Taucher zum Handelsschluss just am Tag, als Zins und Rückzahlung anstanden, gibt zu reden. Die Finanzaufsicht sei aktiv, heisst es in Bankenkreisen. Zuständig für Ermittlungen wäre die Börse.

Ob eine Untersuchung ausgelöst worden ist, bleibt offen. Die Behörden halten sich bedeckt, bei der Raiffeisen will man nichts von offiziellen Ermittlungen wissen.

Ein Sprecher der Genossenschaftsgruppe redet den Vorfall klein. “Wir hatten lediglich eine Handvoll Anfragen von Raiffeisenbanken zum korrekten Ablauf, aber keine negativen Äusserungen”, sagte Franz Würth gestern.

Ein Händler mit grosser Erfahrung spricht von “sehr eigenartigen” Vorkommnissen. Mit weit über dem Tagesschnitt liegenden Volumen sei der Kurs im entscheidenden Moment eingebrochen.

Es geht um die Aktie des Versicherers Zurich. Der SMI-Titel bewegte sich am entscheidenden 7. Oktober unter dem Tag zwischen 233.20 und 230.50 Franken. Beim vorläufigen Stop um 17 Uhr 20 lag der Titel bei rund 232 Franken.

Damit bestand immer noch ein Puffer von über einem Franken zur “Barriere”. Diese liegt im Raiffeisen-Express-Zinspapier für die Zurich-Aktie bei 230.80 Franken.

Alle übrigen Barrieren im “Basket” mit 4 Titeln – neben der Zurich sind das Novartis, Swisscom und Syngenta – waren nicht in Gefahr.

Die Abmachung ist, dass keiner der Titel im Korb die vordefinierte Kurs-Barriere erreichen darf. Nur dann kommt es zur vorzeitigen Rückzahlung des Investments mit hohem Coupon.

Wären am Ende des 7. Oktobers, also dem “Zahltag”, alle Titel inklusive der Zurich-Aktie über ihrer jeweiligen Barriere geblieben, dann hätten die 3’000 Raiffeisen-Kunden Kasse gemacht.

Insgesamt hatten sie rund 100 Millionen Franken des Struki-Produkts gezeichnet. Das Versprechen, dass es sich gemäss Prospekt um eine “Alternative oder Ergänzung zu festverzinslichen Anlagen” handle, hatte offenbar manch einen Genossenschafts-Kleinsparer “als sicherheitsbewusster Anleger” überzeugt.

Der gesamte Zins auf die gut 100 Millionen hätte 12 Millionen betragen. So gross wäre das Entgelt für das eingegangene Risiko gewesen.

Darauf deutete alles hin. Doch dann passierte an jenem 7. Oktober in der handelsfreien Zeitspanne von 17 Uhr 20 bis 17 Uhr 30 Überraschendes.

Mit einem riesigen Verkaufsvolumen sackte die Zurich-Aktie ab. Lag der Kurs vor der Schlussauktion bei 232.10 Franken, ging er um 17 Uhr 30 mit noch 230.60 Franken aus dem Handel.

Die Barriere war beim Zurich-Titel damit um genau 20 Rappen gerissen. Die Zinszahlung fand nicht statt, die Rückzahlung ebenfalls nicht. Das Express-Zinspapier läuft nun mindestens ein Jahr weiter, Tausende von Raiffeisen-Kunden bleiben im Risiko.

Die Schlussauktion der Zurich-Aktien verlief an jenem Oktober-Tag höchst eigenartig. Es wurden in jenem kurzen Moment rund 250’000 Zurich-Titel gehandelt; dies, obwohl der Handel am damaligen Tag sonst ruhig war.

Das Zurich-Volumen im Schluss-Trading hatte einen Gegenwert von rund 58 Millionen Franken. Das entsprach mehr als dem Doppelten des Durchschnitts über die Zeitspanne der zurückliegenden anderthalb Monate.

Die Eigentümlichkeiten rund um das Struki-Produkt, das in unzähligen Depots von Genossenschafts-Kunden gelandet und von der erfolgreichen Struki-Entwicklerin Leonteq (vormals EFG Financial Products) herausgegeben worden war, hörten damit nicht auf.

Zu Handelsbeginn am Folgetag, dem 8. Oktober, schnellte der Kurs der Zurich-Aktie innert kürzester Zeit wieder auf das Niveau hoch, das der Titel vor der Schlussauktion am Vortag gehabt hatte. Im weiteren Tagesverlauf verloren Zurich an Wert und fielen wieder unter den Wert der Barriere.

An jenem 8. Oktober publizierte Goldman Sachs eine neue Kaufstudie für die Zurich-Aktie. Die einflussreiche Wallstreet-Bank empfahl den Titel des grössten Schweizer Direkt-Versicherers mit einem 12-Monats-Kursziel von 286 Franken.

Das zeigte möglicherweise Wirkung. In der unmittelbaren Folge zog die Zurich-Aktie um 3 Prozent auf über 237 Franken an.

Die Kauf-Empfehlung von Goldman Sachs ist vom Erscheinungszeitpunkt her interessant. Es fragt sich, wer die Gegenpartei des grossen Deals mit 250’000 Zurich-Aktien im Schlussverkauf am Abend des 7. Oktobers gewesen war.

Das Raiffeisen-Struki-Produkt war von Leonteq massgeschneidert entwickelt worden. Im Frühling hatte sich Raiffeisen über ihre Privatbankentochter Notenstein mit über 20 Prozent an Leonteq beteiligt – eine Sternstunde für Leonteq-Pionier und Ex-Goldman-Manager Jan Schoch.

Eine Sprecherin der Struki-Spezialistin stellt sich mit ihrer Aussage auf den gleichen Standpunkt wie die Raiffeisen.

“Leonteq ist nichts von einer Untersuchung bekannt und hat auch keine entsprechende Anfrage von SIX erhalten”, sagte Karin Rhomberg auf eine erste Anfrage vor wenigen Tagen.

In betroffenen Kreisen heisst es, dass weder Struki-Lieferantin Leonteq noch Raiffeisen als Vertreiberin des Produkts Vorteile aus dem überraschenden “Reissen” der Zurich-Barriere hätten.

Im Gegenteil: Man hätte das Produkt lieber zurückbezahlt und auslaufen lassen, sagen diese Gesprächspartner.

Der Grund sei der neue Setup mit der Dreiecksbeziehung Leonteq (Emittentin), Notenstein (Minderheitsaktionärin) und Raiffeisen (Garantin).

Man sei mit dem Nachfolgeprodukt für das Express-Zinspapier bereits am Start gewesen, sagen Involvierte.

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83 Kommentare

Am diesjährigen Beobachtungstag (6. Oktober 2014) befanden sich alle Schlusskurse der vier Basiswerte über ihrem Anfangsfixierungswert. Gemäss Produktbedingungen wird das Zinspapier somit zum Nominalwert von CHF 100.— zurückbezahlt. Zusätzlich erhält der Kunde die aufgelaufenen Zinszahlungen der letzten vier Jahre von CHF 16.— (4 x CHF 4.–).

Kein seriöser Finanzjournalist würde von 12% verlorenem Zins in der Headline sprechen wenn der Rückkaufskurs über 110% liegt. Ingesamt viele sachliche Fehler. Schade, ist ein interessantes Thema.

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@Insider
Bitte lesen Sie meine Posts etwas genauer: ich habe davon geredet, dass Raiffeisen Schweiz an Struki-Emittenten beteiligt ist – und dass sie über white labeling auch solche von ihren Zuliefern verkauft.

Zum anderen möchte ich eins gerne betonen um dem Eindruck entgegenzutreten, ich würde hier die Interesse der R-Konkurrenz vertreteten (und ich schreibe es auch gerne gross): DIE ÖRTLICHEN RAIFFEISENBANKEN SIND TOLLE BANKEN: ehrliche Kundenberater und engagierte Bankleiter und toller Service!

Was mir nicht gefällt, ist die Entwicklung von R Schweiz: Warum muss R CH mit diesen Beteiligungen an Struki-Emittenten künstliche Interessenkonflikte produzieren? Warum baut R Schweiz den Eigenhandel so stark aus? Warum ist R Schweiz an einem Institut beteiligt, das Kleinkredite vergibt? Warum müssen für Notenstein KuBe in grossem Stil eingekauft werden, die nicht im mindesten die R-Kultur kennen? IM ÜBRIGEN GILT DASSELBE FÜR EINIGE KBs!!!

Es gäbe soviele Chancen, Nachhaltigkeit und Ehrlichkeit zu demonstrieren – zumal ja R keine Kapitalmarkterwartungen erfüllen muss. Das ist übrigens nicht nur meine Meinung, sondern auch die des örtlichen RB-Leiters. Aber wie gesagt, dieselbe Kritik geht an gewisse KBs.

Ganz einfach: DIVERSIFIKATION der Erträge! = Risiken verkleinern.

Solange die Kundenberater vor Ort selbst entscheiden können/dürfen, welche Produkte Sie für Ihre Kunden wählen – sehe ich in diesen Beteiligungen kein Problem.

Alleine schon aufgrund von Diversifikationsvorschriften ist es nicht möglich nur einen Emittenten zu bevorzugen.

Pingback Handelszeitung, erfahren Sie mehr auf folgendem Link: http://www.handelszeitung.ch/invest/boerse/fieberhafte-suche-nach-dem-crash-szenario-521663

Wo ein «Strukicrash» stattgefunden haben soll, bleibt also unklar: Wer das Produkt bereits heute vorzeitig abstossen will, kann dies mit einem Kursgewinn von fast 11 Prozent über die Derivatbörse Scoach tun. Das entspricht annähernd der durch die Vorgänge am 7. Oktober entgangenen Zinszahlung von 12 Prozent, dafür als Kapitalgewinn (im Gegensatz zum Zinscoupon als Einkommen) fast steuerfrei. Ein Crash sieht definitiv anders aus.

Die Raiffeisenbank emittiert keine Strukis. Werden bei Raiffeisen immer von anderen Emittenten ausgegeben! Sie müssen wahrlich ein Profi auf diesem Gebiet sein. (Falls Sie das Papier wirklich haben, verkaufen Sie es doch mit 10% Nettogewinn!!!)

Ich habe das Produkt gekauft, in vollem Wissen um den spekulativen Charakter. ABER DAS LIEF NICHT SAUBER!
Deshalb: WERDE NIE KUNDE BEI EINER BANK, DIE SELBST STRUKIS EMITTIERT ODER AN EMITTETEN BETEILIGT IST bzw. BEENDE DIE KUNDENBEZIEHUNG. Zu meinem Bedauern gilt das nun auch für RAIFFEISEN. Sehr schade, mir tun vor allem die Raiffeisler in den Ortsbanken leid. Aber wie es scheint, will Raiffeisen nun definitiv bei den “Grossen” mitspielen, in jeder Hinsicht. Traurig!

FALSCH: Raiffeisen ist nicht Emittentin von Strukturierten Produkten.

Bitte informieren Sie sich zuerst, bevor Sie solche deformierende Kommentare öffentlich platzieren.

Sie kaufen ein Kapitalschutzprodukte, aufgrund des spekulativen Charakters? Das wird ja langsam peinlich hier drin. Somit wurden Sie enttart! Ich wette viel Geld, dass Sie dieses Papier garantiert nicht in ihrem Depot halten.

Das Problem liegt in der Derivatstruktur. Um die Struktur zu bauen musste bei einer Investmentbank die entsprechende Exotische OTC Option auf die 4 Aktien gekauft werden.
Diese versucht sich entsprechend gegen das Risko zu hedgen, um sicherzustellen, dass sie die 12 mio mit dem Hedge verdient, welche sie auszahlen müsste, wenn alle 4 Aktien über der Barriere liegen. Nun ist die Situation dafür sehr delikat, wenn kurz vor Verfall alle Titel darüber liegen und einer davon mit dem Aufbau einer entsprechenden Short Position unter die Barriere gedrückt werden kann. Da in diesem Fall der Bewertungsgewinn auf die Option in einem attraktiven Verhältnis zum Risiko der notwendigen Shortposition stand, ist nicht verwunderlich, dass die Investmentbank den Titel unter die Barriere drückt und im Anschluss den Short wieder deckt, womit der Titel wieder nach oben schnellt. Verliert die Investmentbank mit diesem Trade weniger Geld als sie auf der Optionsbewertung gewinnt, hat sich die Massnahme für sie gelohnt. Es ist ja nichts ungewohntes, dass Optionsverfälle mit grossen Volumen sich kurzfristig auf das Underlying auswirken können, was man bei den Standardoptionsverfallterminen beobachten kann. Jedoch darf man sich fragen, ob es sinnvoll ist, eine deratige Struktur in dieser Grösse zu plazieren – denn je grösser das Volumen, desto grösser ist der Anreiz bzw. die Möglichkeit den Titel unter die Barierre zu schicken!

Spannend zu sehen, wieviel Wissen und Unwissen am Paradeplatz vorbeizieht. Anyway, wer die Fakten selber nachlesen will. HIER DAS TERMSHEET – als Wochenendelektüre.
http://ts.dp-research.com/101007IK002.pdf

Thanks God it’s Friday!

Ab Montag dürfen die Kursmanipulateure, Salesschnurrer, Retroschneider, Kleinsparer und Goldküstenangler wieder in den Kindergarten namens “Kapitalmarkt”.

It’s thank god it’s Friday, nobody ever tell you that? If you call the capital markets a kindergarten you must be a back office “trading guy”.

Wie lange geht es wohl noch an der SIX bis man endlich merkt, dass die Auktionsschlusslesung abgeschafft werden muss. Dies lässt Tür und Tor für Manipulationen offen.

Schön dieses Debakel! Zeigt wieder mal deutlich und in aller Klarheit was es heisst Strukturierte Anlagen in einem Depot zu halten… hochriskant,undurchschaubar und für Kleinanleger überhaupt nicht geeignet!! Abgesehen von den enormen Kosten, sowie den nicht unerheblichen Währungsrisiken welche allsamt ein Anleger trägt ,hat dieser Quatsch nichts in einem Portfolio eines Kleininvestors zu suchen.Raiffeisen ist keinen Deut besser als all die Big-Players mit ihren aggressiven Struki und Fonds Programmen….. im Gegenteil , man ist versucht den Grossen Kunden abzujagen um die eigene Bilanz zu tunen, setzt so Naive Kunden extremen Risiken aus! Das wird Raiffeisen nicht gross Kümmern…. ganz nach dem Mottto , wer will kann bleiben… all die versklavten Hypokunden bleiben eh an Bord!! Der Bündner wird’s schon richten…, beim nächsten Lächelanlass mit einer Ex Miss Schweiz,bei Häppchen und Schnäppchen ist sowas schnell wegdiskutiert! Raiffeisen das heisse Eisen!

Falschaussage: Kapitalschutzprodukt = wie Anleihe

Strukturierte Produkte richtig eingesetzt = tolle Produktgruppe

Hier ist wohl die neidische Konkurrenz am Schreiben.

Der Artikel wie auch die meisten Kommentare weisen auf mehrheitlich geringen Sachverstand hin. Man müsste halt bloss mal kurz das Fact Sheet anschauen:
Die Anleger, welche das Produkt gekauft hatten, gingen bewusst das Risiko oder die Wette ein, mit einer durch Sicherheiten hinterlegten Anlage, über 5 Jahre zwischen 1% und 21% zu verdienen. Alternativ hätten Anleger mit einer (gleich besicherten) Obligation über die gleiche Period wohl fix etwa 5% verdient (1% pa).
Das Produkt ist kapitalgeschützt und läuft 5 Jahre; am Ende jedes Jahres wird während jeweils 1 Tag geschaut, ob alle 4 Aktien gemeinsam über dem Preis sind, den sie zur Zeit der Produkt-Emission hatten („Anfangspreis“). Falls ja, wird vorzeitig zurückbezahlt. Je länger alle 4 Aktien nicht gleicheichzeitig über dem Anfangspreis sind, desto mehr kann der Anleger verdienen. Wären am 7.10.13 alle Aktien über den Anfangspreisen gewesen, hätte der Anleger 101% + 12% erhalten; wenn am 6.10.14 alle Aktien über den Anfangspreisen sein werden, erhält der Anleger 101% + 16%. Nur wenn die 4 Aktienkurse auch am 6.10.15 nicht ständig gemeinsam über den Anfangspreisen liegen, erhält der Anleger 101%, ansonsten 121%.

Das gefährliche bei Strukturierten Produkten sind nicht die Produkte an sich, sondern es sind 1) Leute, die nicht verstehen, was sie kaufen, oder 2) Leute, die nicht verstehen, worüber sie schreiben.

Noch gefährlicher als Kunden die nix verstehen, sind Kundenbetreuer die das Produkt nur zur Hälfte verstehen; dem Kunden aber die Ohren volllabern wie gut das Produkt ist.

Endlich ein bisschen Klarheit!
Es ist mir noch rätselhaft, wie mit solchen Produkten „naiv“ umgegangen wird. Und das von beiden Seiten! Seit Jahren hat man schon gezeigt, dass die Produkte ein „normaler“ Verlauf, wie den Underlying haben könnte. Aber die meisten Markteilnehmer verkaufen diese immer noch mit den Payoff am Verfall! Toll aber was passiert während der Laufzeit? Es ist einfach diesen Verlauf zu reproduzieren. Die Methode heisst „Monte Carlo“ Simulation, es tönt Komplex aber einfacher zu implementieren (Man kann auch im Excel abbilden). Ein Projekt an der UNI Zürich hat das schon lange gezeigt, wie es funktionieren könnte. Wieso die Marktteilnehmer nicht diese Weg einschreiten haben, ist mir nicht klar und verständlich. Man zeigt VaR und andere Risiko Metrik aber nicht den Verlauf, obwohl was ich sehen kann ist viel einfacher zu verstehen als ein Zahl oder Risiko Indikator.
http://www.zora.uzh.ch/4271/2/Strukturierte_ProdukteV.pdf

Dies sind wohl klare Indizien, dass der Kurs der Zürich Aktie manipuliert wurde. Und genau das ist der Kern dieser Sache.
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Siehe Bundesgesetz über Börsen und Effektenhandel BEHG:
Art. 6, Abs. 1) Die Börse überwacht die Kursbildung, den Abschluss und die Abwicklung der getätigten Transaktionen in der Weise, dass die Ausnützung der Kenntnis einer vertraulichen Tatsache, Kursmanipulationen und andere Gesetzesverletzungen aufgedeckt werden können.
Abs. 2) Bei Verdacht auf Gesetzesverletzungen oder sonstige Missstände benachrichtigt die Börse die FINMA. Diese ordnet die notwendigen Untersuchungen an.
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Es gibt wohl keine weiteren Fragen mehr dazu – der Ball muss schon bei der FINMA liegen.
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Wenn die hier in diesen Kommentaren sog. Alltäglichkeit in Bezug auf Schlusskursmanipulationen tatsächlich stimmt, dann betreibt die SIX die Börse nicht korrekt, resp. die FINMA ist Unwillens oder Unfähig die Missstände aufzudecken.
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Dies wäre ein krasser Gesetzesbruch, siehe oben. Die Nähe zur Bananenrepublik kann dann nur eins bedeuten: Die grossen Firmen müssen die De-kotierung an der SIX beantragen und das Hauptlisting an einen korrekt betriebenen Markt beantragen.
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Es kann ja nicht sein, dass hier zu Lande ein paar grosse Trading-Häuser den Markt so dominieren, dass sie Schabernack mit Aktienkursen von CH-Firmen mit Weltruf betreiben.

Wer hat den Kurs manipuliert? Eine Investmentbank?

Leonteq und Raiffeisen können es ja nicht gewesen sein.

Denke die FINMA sollte die Sache abklären. Die Problematik von Retailgeschäft und Tradingbüchern in der selben Bank oder finanziel motivierten Kooperationen ist sowieso Allgegenwärtig und der Kunde gewinnt dabei eigentlich nie…

Ich habe an jenem Tag den Kurs von ZURN “live” mitverfolgt. Es hat mich sehr erstaunt, dass ein Kurs von CHF 232.10 (17:20) in der Schlussauktion auf CHF 230.60 (17:30) absinken kann, das sind immerhin CHF -1.50. Muss denn die Börse jeden Schlussauktionskurs zulassen, selbst wenn die Differenz hoch ist? Oder gibt es da Regeln?

Jeder “Trottel” der Strukis kauft ist selber schuld. Glauben sogar nach Lehman immer noch 10% ohne Risiko zu kriegen. Ich habe kein Mitleid mit Struki-Investoren, dass manipuliert wird ist bekannt weil die Händler müssen Kasse machen, sonst gibts keine neue schnelle Karre!

Bitte bezeichnen Sie mich nicht als Trottel… ich finde die aktuelle Rendite von Brutto 10% für ein Kapitalschutzprodukt sehr gut.

Es sollte an der Schule ein obligatorisches Fach “Finanzwirtschaft” geben, auf Stufe Sekundar /Gymnasium, damit die Leute nachher nicht jeden Schrott kaufen.

Suchen Sie mal einen Lehrmeister, der den Schüler Fachwissen (Theorie) weitergeben kann, und gleichzeitig aus der Praxis (Nähkästchen) erzählen kann, wie die Geldanlageprodukte gemanaged werden, und wie eine Bank (inkl Menschen) funktioniert.
Dieser Lehrer muss ja erst gefunden werden

Glaubt irgend ein Anleger noch, dass er klüger ist als die Finanzindustrie. Glaubt er mit Derivaten mehr Ertrag herausholen zu können, als dass der Kapitalmarkt zZt hergibt. Die Finanzindustrie schaut sicher auf ihren eignen Vorteil.

Nur Geldgier treibt den Anleger nach der Leemann-Pleite noch in Derivate Produkte.

Also: Hände weg von Strukis jeder Art. Der Anleger kann nur auf Glück hoffen, dass er je mal einen Ertrag erhält.

Die etwas älteren Leser mögen sich sicher noch an den Obermacher Hüppi erinnern. Dass war ja genau der, der durch drei (3!!) Gewinnwarnungen die Zürich Titel um die Jahrtausendwende letztendlich unter CHF 100.00 zu Fall brachte! Hinter den Kulissen hält sich bis heute das hartnäckige Gerücht von vielen Put Optionen. Damals kannte das gemeine Volk die Variante von Leerverkäufen „noch nicht“- er und Konsorten bestimmt schon. Mittlerweile lässt er es sich auf seiner Farm in den USA seit Jahren gut gehen – und da hatten viele ihr Geld verloren und der eine oder andere Externe musste seine Bude zu machen. Wie dem auch immer, die Schmierereien gehen weiter einher- ergo erstaunt es mich immer auf’s neue, das Kunde ihr Geld durch Banken verwalten lassen resp. auf die Empfehlungen der Banken hören. Diesen Leuten kann ich nur sagen; wacht auf und macht’s einfach selber…, strukturierte Produkte versteht ihr so oder so nicht und nur die wirklich Dummen können nicht zugeben, dass sie diese nicht verstehen- und genau da liegt das Problem und die Bank hat euch dann schon im Sack!
Im Übrigen ist es ja sehr stark im Graubereich aber, nur Ethik verbietet es den Strolchen in den Banken, Kurse zu ihrem Vorteil zu nutzen- und, es sollte dem allerletzten Protagonisten und Protagonistin längst schon das berühmte Licht aufgegangen sein, dass Ethik, Treu und Glauben, bei den Bänklern schon längst ein Fremdwort ist!

Das riecht nach Kursmanipulation “im richtigen Moment”. Das ist ein Risiko eines solchen Strukis (barrier reverse convertible), das in keinem factsheet steht. Gefährlich wird es, wenn am Laufzeitende ein Basiswert sehr nahe am knock in-Kurs liegt, wie hier der ZFS-Titel. Da s muss unbedingt abgeklärt werden. Sowas verstösst gegen Treu und Glauben, ja, man könnte es als Betrug am Investor bezeichnen. Man beachte: Raiffeisen sparte sich so die Auszahlung von 12 Millionen Risikoprämie an die Kunden.

So ein Quatsch! Ich hoffe Sie arbeiten nicht im Finanzbereich.

1. Es handelt sich um ein Kapitalschutzprodukt, nicht um einen MBRC
2. Verdient Raiffeisen nicht mehr oder weniger am Produkt, wenn die Auszahlung nicht stattfindet, im Gegenteil
2. Leonteq verdient nicht mehr oder weniger, wenn die Auszahlung stattfindet
3. Müsste eine dritte Partei für eine allfällige Kursmanipulation verantwortlich sein

Bitte Kommentar sparen, wenn man nicht mal ansatzweise versteht, worum es überhaupt geht.

Insider666: Ihnen empfehle ich, den Beitrag oben mindestens nocheinmal, besser zweimal, sorgfältig zu lesen bevor sie andere verunglimpfen und zudem einen Knigge (Buch betr. Anstand) anzuschaffen und ebenfalls zu lesen.

Diese Strukis, die an der Scoach gehandelt werden, erstaunen mich immer wieder auf’s neue. Es handelt sich ja nicht um Optionen, die frei am Markt gehandelt werden und deren Preis sich aus Angebot & Nachfrage ergibt. Stattdessen verpflichtet sich der Anbieter, einen Preis nach einem zuvor definierten Mechanismus festzusetzen und diesen dem Kunden laufend anzubieten, so wie ein Online-Buchmacher während eines Fussballspiels Live-Quoten offeriert. Kommt es zu einer für den Anbieter ungünstigen Kursentwicklung des Underlyings kann er den Preis manipulieren oder die Preissetzung kurzfristig aussetzen und darauf hoffen, dass sich kein Kunde bei der Marktaufsicht beschwert.
Komisches Geschäftsmodell, kein Wunder, dass nur Retail-Kunden so blöd sind, diese Dinger zu kaufen…aber mit den Umsätzen an der CBOE wird man wohl nie mithalten können. Und die Erträge für Anbieter aus diesem Geschäft sind wohl eher Peanuts im Vergleich zu OTC-Derivaten.

Was soll die Aufregung? Hat wirklich jemand geglaubt, dass der Schoch und seine Truppe das Geschäft mit strukturierten Produkten neu erfunden, respektive revolutioniert hat? It’s all about sales. Got it?

Wieder mal ein typisches Beispiel für alle Phantasten und Sozialromantiker welche glauben, die Banken sind um das Wohl ihrer Kunden besorgt. Jede Bank und jede Versicherung möchte nur eines, nämlich das Geld der Kunden, egal auf welche Art und Weise.

unter händlern ein ganz “normaler” vorgang um das pin risk ganz kurz vor atm derivate verfall zu bewältigen. zur not muss es halt ein fetter auftrag richten, damit das derivate auf der “richtigen” seite landet. immer mal wieder bei verfall fridays zu beobachten. mich würde also auch interessieren wer die OTC gegenpartei war, die ausgeübt worden wäre.

keine ahnung, warum sich alle so aufregen. ist ja schon seit urzeiten klar, dass das alles “getürkt” ist! habe lange genug selber noch am ring und im investment banking gearbeitet und weiss wie der hase läuft. strukis sind nicht per se schlecht, nur sollte man als kunde diese produkte verstehen, oder die finger davon lassen. aber die gier der anleger ist meistens zu gross und das ist der kardinalsfehler.

Es wäre schön zu wissen, welche Finanzwerte hier für den Kunden gebündelt wurden…

Ich denke, der faire Preis dürfte über dem aktuellen Preis von CHF ~110 liegen.

Der faire Preis ist der aktuelle Marktkurs. Dafür musst du nicht mal Mathematiker sein.

Stell dir vor: Vor ein paar Wochen hättest du 12% erhalten, wenn alle Basiswerte über der Barriere geschlossen hätten. Nun war dies bei Zurich jedoch nicht der Fall und es heisst noch ein Jahr warten…

Maximaler Gewinn vor kurzem somit 12% abzüglich Unsicherheit bis nächstem Jahr = 10% (aktueller Rendite)

Ansonsten bitte selber überlegen wie hoch denn der Kurs deiner Ansicht nach sein sollte.

@Unlogisch: Der Preis von Optionen und Strukis bildet sich nicht wie bei Aktien von Angebot und Nachfrage sondern – wie der Name sagt- werden von den Underlyings abgeleitet.

Wenn die einzelnen Instrumente bekannt sind, kann der faire Preis ->berechnet<- werden.

@ Wahrheit: nur vergisst du, dass es bei der Bewertung von Optionen einen Parameter gibt, der sich “IMPLIZITE Volatilität” nennt – und diese ergibt sich aus den Preisen, zu denen Optionen gehandelt werden.

Wenn man schon mit Modellen argumentiert, wäre es gut, wenn man sie verstehen würde!

Der Marktpreis ist immer der “Fair Value” – leider gibt es für Strukis keinen (liquiden) Markt. Und deshalb ist jeder selbst schuld, der solche Instrumente kauft.

Ich finde es stossend, dass man dem Anleger sagt, er könne das Papier mit rund 10 % Gewinn verkaufen. 1. Das Zinspapier hatte einen Aufschlag von 1 %, die Courtage bei Verkauf ist ähnlich hoch. Die Herren und Damen aus der Finanzbranche rechnen mit jedem Rappen, wenn sie solche Papiere auf den Markt bringen.
Es wäre äusserst spannend zu wissen, wer in den letzten 10 Minuten Börsenhandel noch aktiv war. Mit der heutigen Technik und Protokollen über den Börsenhandel ist das ein “Klacks” das herauszufinden! 3000 Kunden der Raiffeisen – lasst Euch das nicht gefallen!!!

Wer sind die Igel? 3000 Kunden Raiffeisen kaufen ein Produkt, welches nach dem Igel-Hase-Igel-Modell abläuft…
Da lohnt es sich ein bisschen hinzuschauen.
Es wäre effektiv ein KLACKS, die letzten 48Std. für derartige Papiere an der Börse “under investigation” zu stellen.
Der Handel der letzten 2 Tage transparent machen – ja sogar zB über LIVE-stream im web abrufbar – dann sieht man wer kurz vor Schluss noch als grober Retter “reinhaut”.

@Lauber: Ausgabepreis 100% (+Courtage) / Rückzahlung mindestens 101% –> somit stimmt die Aussage doch mit +10%.

Der Artikel eignet sich sehr gut um die skurrilen Entwicklungen am CH-Markt zu beleuchten.
1. Fehlendes Know-How auf Anbieter wie Kundenseite (und Autorenseite)
Der Ausdruck “Express Zinspapier” ist wahrlich ein merkwürdiger. Aus der Beschreibung entnehme ich, dass im Hintergrund ein einfacher “sell covered calls” Ansatz angewendet wird. Zu Beginn werden die entsprechenden Aktien gekauft (oder ausgeliehen) und Call-Optionen verkauft. Daraus wird eine Prämie generiert. Wird die Barriere überschritten, erfolgt eine Auszahlung und die Aktien gehen zu einer Gegenpartei über. Für den Kunden bleibt dank der Prämie ein Gewinn. Auf die anderen 2 Fälle möchte ich nicht näher eingehen. Das Prinzip ist recht einfach zu verstehen, ich nehme aber an, dass der durchschnittl. Verkäufer wie Käufer dieses Papiers es nicht versteht und damit eine der wichtigsten Grundregeln im Investieren verletzt (“never buy something you don’t understand”).
2. Lobby der Finanzbranche
Für einen “sell covered calls” Ansatz braucht es keine Strukis. In den angelsächsischen Ländern beherrscht der interessierte Hobbyanleger so etwas problemlos selbst (mal googeln..). In der Schweiz machen hohe Transaktionsgebühren und mangelhafte Online-Broker es unattraktiv selbst Hand anzulegen.
3. Das Produkt
Die Komplexität dieses (rel. einfach zu verstehendem) Produkt wird nun dramatisch erhöht, indem insgesamt 4 Underlyings verpackt werden, sprich es gibt 3^4=81 mögliche Outcomes. Ohne Stunden (wenn nicht Tagelange) Recherche kann kein Mensch die Erwartungswahrscheinlichkeit ausrechnen – sprich wissen, was ihn mit welcher groben Wahrscheinlichkeit erwartet.
3. Marketing
Obwohl (Behauptung) die meisten Verkäufer das Produkt nicht verstehen, wird riesig Werbung dafür gemacht und so angeblich 100 Mio gesammelt für ein Produkt, dass höchstens ein winziges “Nischendasein” einnehmen sollte.
4. Manipulation aufseiten Raiffeisen / Leonteq
macht keinen Sinn (wenn ich nicht alles vollkommen falsch verstanden habe)
5. Profit / Verlust für den Kunden
Aussagen im Artikel machen keinen Sinn. Für den Kunden ist das eingetretene Szenario durchaus attraktiv und er macht Gewinn (kassiert ja indirekt die Prämie).
6. Plötzlicher Anstieg Züri-Aktie
Die “covered calls” sind ja im Markt verfügbar, Barrieren und Volumen öffentlich. Das hohe Investitionsvolumen und das evtl. zeitl. Überangebot an den gleichen Optionen helfen natürlich einem “schlauen” Marktplayer den Kurs der Aktien ein wenig besser vorherzusehen bzw. über ein mögliches (rein spekulativ!!) Überangebot an Optionen zu einem “Schnäppchen” zu gelangen. Wenn dieser “schlaue” Marktplayer dann just an diesem Tag eine Empfehlung rausgibt,.. das ist eine andere Geschichte.

“Aus der Beschreibung entnehme ich, dass im Hintergrund ein einfacher “sell covered calls” Ansatz angewendet wird. Zu Beginn werden die entsprechenden Aktien gekauft (oder ausgeliehen) und Call-Optionen verkauft. ”

Mir ist nicht ganz klar, wie ein short call bei fallenden Kursen verliert. Vielleicht können Sie das ja noch kurz erläutern. Wo liegt der Anreiz ZURN zu callen, wenn der Marktpreis unterm Ausübungspreis (Barriere) liegt?
In dem Fall würde die Option wertlos verfallen und der Verkäufer die Optionsprämie einstecken.
Auch die Idee, dass ein solches Konstrukt covered ist, macht wenig Sinn, wenn das Produkt vermutlich ein Kapitalschutz Produkt ist.
Allenfalls prüfen Sie nochmals ihre Analyse des Produktes.

Was für ein Quatsch alles! Schon mal was von Geld und Brief gehört? Schlusskurs ist da wo der Schlusskurs ist – Ende. Manipuliert? Ja klar! Wenn man so nahe an der Barriere handelt schaut man sich die Rechnung doch genauer an – also lieber nen paar ZURN ins closing hauen und den Zinscoupon sparen. Solche Entscheidungen und Handlungen warden doch tagtäglich auch in anderen Geschäftsebenen getroffen. Nicht nur im Handel mit Wertpapieren. Strukis mit Zinscoupon und bis zu 4 Aktien leg ich mir schon seit Jahren nicht mehr ins Depot, unter anderem wegen solchen Szenarien. Ganz zu schweigen was der Emittent dabei verdient … Da ist der Kleinanleger der Doofe.

Ich finde der Anleger ist auch jetzt nicht der Dumme, wenn er nach 3 Jahren das Papier mit gut 10% verkaufen kann. Tolle Rendite!

@insider666
ok, 10% nach 3 Jahren sind nicht schlecht. Wenn man jetzt noch die Kommissionen abzieht bleibt vielleicht noch eine Performance von 7.5%.
Die ZURN hatte in dieser Zeit eine Entwicklung von 225.- auf 250.-, also ca. 10%, aber zusätzlich nochmals zwei mal gut 7% Dividendenrendite, macht summa summarum ca. 24%.

Oder werden die Dividenden in diesem Struki ausbezahlt? Nein.

@Insider666: Stimmt er liegt nach 3 Jahren 10% vorne … hat aber weder was von der Dividende der 4 Titel gesehen und Ihm wird hinterf____ der Coupon gecancelled. Ganz davon zu schweigen was die 4 Titel in diesen 3 Jahren an Entwicklung hatten. Das Papier macht für mich , selbst für Konservative Anleger absolut keinen Sinn. Einfach beim Kunden inhouse Struktis platziert und Ende.

Der Kunde hat sich keine Aktie gekauft, sondern einen Ersatz für seine Kassenobligation/Termingeldanlage –> Hauptbedürfnis: Kein Kapital verlieren

Die aktuelle Rendite ist auch nach Abzug von horrenden Gebühren ein x-faches höher als bei einer Anleihe mit demselben Risikoprofil.

Nur nebenbei: Es gab keinen Strukicrash wie im Titel erwähnt!

Mir gefällt jedoch der Ansatz von Philipp Meier –> eine Investmentbank (die Gegenpartei der Barrier Option) hätte als einzige Interesse den Kurs zu “manipulieren”.

Ja – ist kein “Ansatz”, sondern die einzige logische Schlussfolgerung. Und der Hauptverlierer sind diejenigen, die kurzfristig die Züriaktie (möglicherweise) zu teuer gekauft haben.

Da hat wohl ein Leonteq Händler ein wenig Geld in den Wind gestrichen. Sorry for that…

Und ja, dieser Artikel ist so etwas von schlecht.

Lieber Herr Hässig
Sie haben ja so was keine Ahnung von Strukis.
Es ist ein absoluter Jammer, was für ein Theater dass Sie hier abziehen, über ein Produkt, dass erzkonservativ ist, die letzten 3 Jahre unter den Barrieren notierte und sich aktuell bei 110,3% befindet!!!
Gibt’s vom dem Finanzplatz Schweiz nichts gescheiteres zu berichten – als dieser Non-Event. Mit solch unqualifizierten Äusserungen werden Aufsichtsbehörden, Banken etc. beschäftigt um zeitraubende Abklärungen zu tätigen und die wirklich wichtigen Fälle werden vernachlässigt.
Sie haben schon wirklich viele interessante Themen aufgegriffen, diese jedoch nur oberflächlich abgehandelt und wieder versanden lassen. Dabei hätten einige Ihrer Stories das Potenzial gehabt, das ganze Top-Management einer Privatbank zu Fall zu bringen…

Bin mit Buhl Schitt nicht un-einverstanden. Die Recherche was das Produkt selber angeht, ist enorm dürftig. Ein Express Zertifikat wird NIE zurückbezahlt, wenn es über der Barriere schliesset (ausser bei Verfall).

Aber was sonnenklar ist, ist dass Raiffeisen ein knappes mis-selling beging, was die Distribution dieses Produkt anbelangt. Ein Express Zertifiakt als Obligations-ähnliche Anlage zu verkaufen ist fatal und nahe dem Betrug. Das haben wir aber dem geliebten und viel zitierten SVSP Verband zu verdanken. Anstatt eine erbärmliche Struki-Messe zu organisieren, sollten diese lieber Training-Sessions anbieten.

Was Leonteq anbelangt, ist es ja nichts neues dass diese Jungs dort Gas geben. Factsheets uns dergleichen, anstatt den gesetzlich geforderten “Swiss Simplified Prospectus” an prominenten Stellen auf der Homepage zu uploaden, ist ebenfalls wenig sauber.

In a nutshell:
-Artikel: mittelmässig recherchiert, aber interessante Story was die Zürich Aktie anbelangt
- Raiffeisen: gehört noch strenger in die Pflicht genommen. Nahe dem mis-selling.
- Leonteq: keine offensichtliche Fehler, aber ebenfalls nicht 100% sauber.

@Frank Gllbert: Dieses Express Zertifikat wird am Stichtag ausbezahlt, an welchem sich alle Aktien über der Barriere befinden. Pro Jahr, welches es länger dauert, gibts gut 4% mehr Zins. Falls während der gesamten Laufzeit nie der Fall = Rückzahlung zu 101%.

Sie scheinen ein Schönwetter-Experte zu sein.

Miss-Selling? Sie möchten mir wohl nicht weiss machen, dass dieses Produkt nicht einen obligationenähnlichen Charakter aufweist oder? Dann zweifle ich aber ganz an Ihren Kenntnissen im Anlagebereich.

@ Buhl Shits Bruder:
Stimmt… du hast wirklich recht, aber ich will dir noch ein kleines Geheimnis verraten: Obligation = Fixed Income Produkt = 100% Kapitalschutz bei Verfall (subject to issuer risk).
Express Certificate mit Underlying Aktien = Aktienprodukt = Kein Kapitalschutz = Kunde hat volles downside.

Wie gesagt, wirklich toll wenn das Zweite als getarnte Obligation verkauft wird.

Aber wie gesagt, bitte niemandem weitererzählen…

@Frank Gllbert: Sie liegen leider WIEDER falsch!

Express Zinspapier = Kapitalschutzprodukte – Produktetyp nach SVSP: 1140 (460)

Kapitalschutz = 101%

Dieses Produkt bietet dem Anleger die periodische Möglichkeit, eine Couponzahlung bei vorzeitiger Rückzahlung zu
erhalten. Eine vorzeitige Rückzahlung findet statt sofern an einem der vordefinierten Autocall Beobachtungstage die
entsprechenden Voraussetzungen erfüllt sind. Hat keine vorzeitige Rückzahlung stattgefunden, erhält der Anleger am
Rückzahlungsdatum eine Barauszahlung entsprechend dem Ausgabepreis multipliziert mit dem Kapitalschutz, wie im
Abschnitt “Rückzahlung” beschrieben.

Die haben so einfach 12 Mio. gespart, davon geben sie jetzt ein paar zehntausend damit das PR wider alles schöööön redet! Kurzfristig sicher ein Bombengeschäft.

Tja, was drauf steht und was drin ist, ist eben nicht dasselbe. Die Bank gewinnt immer. Tipp für über den Tisch gezogene Anleger: Kaufe nur Struckis, wenn du selbst manipulieren kannst oder wenn sie in Bitcoins ausgegeben werden.

Niemand hat 12 Mio. gespart!!!!

Ist ja unglaublich, dass Trudi, langjährige Bankangestellte nicht weiss wie ein Struki funktioniert. Aber da bist du in guter Gesellschaft – solche gibt es doch einige…

@ Trudifan und alle anderen Unwissenden: Der Emittent des Strukis verdient IMMER gleich viel, egal ob das Struki für den End-Investor gut oder schlecht läuft. Der Emittent muss für jede Marktlage sauber “ge-hedged” sein.

Der aktuelle Geldkurs des Produkts liegt bei 110.30% – von einem Crash kann also keine Rede sein. Zudem besteht die Chance, dass das Produkt im Oktober 2014 zu 116% gecalled wird. Ich halte das Produkt weiterhin.

nur so am Rande. Die Rückzahlung ist Ausgabepreis x Kapitalschutz -> 100 x 101%.
Bitte das Termsheet genau lesen.
Also wenn es zu keiner vorzeitigen Rückzahlung kommt gibt es für 4 Jahre 1% Zins.

Das Produkt ist au jeden Fall besser konstruiert als der Artikel recherchiert.
Wenn ich ein Produkt damals zu 100% gezeichnet habe und momentan steht es bei rund 111%, dann habe ich beileibe nicht 12% Zins verloren, wenn ich es heute verkaufen sollte. Um das auszurechnen muss man bei leibe kein Quantenphysiker sein.
Zudem liegt es sicher nicht im Interesse des Emittenten ein Produkt weiterlaufen zu lassen. Rückzahlung altes Produkt=Auflegen eines neuen Produkts=Zusätzliche Kommissionen.

Hoppla, die Leonteq-Belegschaft legt sich heute auf diesem Blog aber ganz schön ins Zeug. Riecht ein bisschen nach Schadensbegrenzung.

@Kurt. W.: Um zu bemerken, dass diese Geschichte bereits am Kopf stinkt, muss man nicht bei Leonteq arbeiten :-)

Genau das ist es, was mir an der Strategie der ‘neuen’ Raiffeisen Sorgen bereitet. Dubiose Partnerschaften mit Glücksrittern aus der Struki-Branche. Das kommt nicht gut.

Falsch: Das Papier wurde gemäss Unterlagen im Jahr 2010 emittiert, als es noch keine “Partnerschaft” mit Leonteq gab, sondern einen Exklusivvertrag mit Vontobel. Da haben Sie wohl etwas falsch verstanden.

Einen Aktienkurs einer Zurich zu manipulieren braucht einiges an Kapital und kostest massiv Geld. Der Titel hat durchschnittlich über CHF 100 Millionen Volumen PRO TAG!

Heute gibts wohl keine interessanteren Themen… Jeden Tag werden 1000 Barrieren gerissen, Kurse steigen und sinken, Strukis werden zurückbezahlt oder nicht.

Kann mir jemand sagen was der Emittent davon hat, wenn das Produkt nicht ausbezahlt wird? Die Couponszahlung wird doch aus der Optionsstrategie bezahlt et voila – die Kunden zeichnen ein neues Produkt und alle wären glücklich gewesen!

Na ja, der Emittent hat wahrscheinlich nichts davon, zumindest nicht wenn er das Produkt korrekt gehedged (“zusammengebaut”) hat.

Dazu wurden höchstwahrscheinlich Barrier-Options benutzt, mit einer Barriere bei 230.80Fr.

Die Gegenpartei dieser Barrier Option (meist eine grössere Investmentbank), hat dann natürlich schon ein Interesse, dass die Barriere bricht. Und so eine grössere Investmentbank kann theoretisch auch den Kurs kurz drücken durch einen Grossverkauf (am nächsten morgen kann man sich dann wieder eindecken).

Es wäre also durchaus interessant zu wissen, wer die Gegenpartei der Barrier Option war und wer die 250’000 Zurich-Aktien im Schlussverkauf am Abend des 7. Oktobers verkauft hat.

@Philipp Meier: Vielen Dank für Ihren spannenden Input. Das eröffnet mir ganz neue Perspektiven und Herr Hässig sicherlich auch. Dies würde bedeuten, dass die Raiffeisenkunden und Leonteq eventuell von einer grösseren Investmentbank (bsp. UBS oder CS) übers Ohr gehauen wurden!
–> Auftrag an Herr Hässig: Bitte recherchieren –> kann das sein, dass die wirklichen Bösen in diesem Artikel gar nicht erwähnt wurden?

Richtigstellung: Es entpuppte sich nicht als Worthülse, dass dieses Produkt für konservative Anleger geeignet ist. Es handelt sich bei diesem Produkt nicht um einen bedingten Kapitalschutz, sondern um einen vollen Kapitalschutz. Somit hat es keinen Einfluss auf das eingesetzte Kapital, dass die Aktie Zurich Insurance unter die Barriere gesunken ist.

Unterstellt Herr Hässig jemandem den Kurs manipuliert zu haben? Irgendwie doch schon… Aber wem?

Die Raiffeisen-Kunden können sich freuen, sie können das Papier immer noch mit über 10% Gewinn verkaufen –> über 3% Rendite p.a. oder auf nächstes Jahr warten mit der Chance auf 16% Gewinn mit vollem Kapitalschutz.

http://boerse.raiffeisen.ch/raiffeisen2/listings/listingDetails.jsp?valor=11589070&company=410499&locale=de_CH&name=11589070&listing=11589070,880,1