Nullzins ist für Banken ein Riesen-Business

UBS & Co. halten Libor-Hypos künstlich hoch – Zins-Geschenk der EZB fliesst in Boni – Kunde zahlt Zeche.

Das viele Gratisgeld der europäischen und schweizerischen Notenbanken ist ein Megageschäft für die Geschäftsbanken.

Statt die tieferen Zinsen den Hypothekar-Schuldnern weiterzugeben, streichen die privaten Geldhäuser die vom Staat geschenkte Zinsmarge für sich selbst ein.

Das führt unter dem Strich zu privatisierten Gewinnen und sozialisierten Verlusten. Die Banker erhalten über den Umweg der staatlich garantierten Zinsgewinne mehr Boni für sich selbst.

Das Phänomen verstärkt den Systemfehler. Dieser liegt seit Ausbruch der Finanzkrise mit dem Subprime-Crash von 2007 offen da.

Die Gesellschaft trägt das Risiko für übergrosse Banken, die mit einseitiger Risikonahme ihr eigenes Spitzenpersonal vergolden können.

Too Big To Fail wird zu Too Good To Change. Solange die Behörden dem Treiben keinen Riegel schieben, gibt es für die Banken null Grund, vom einträglichen Modell abzukehren.

Wie das geht, zeigt eindrücklich die Vorbereitung in den Chefetagen der grossen Geschäftsbanken auf den Entscheid der Europäischen Notenbank (EZB) von gestern.

An einem Kundenanlass liessen die Spitzen der UBS kurz vor dem Beschluss durchblicken, wie sie mit dem Nullzins – zum Teil ist er gar erstmals negativ – umgehen werden.

Ganz einfach: Sie werden die Zusatzmarge für sich einstreichen.

Statt die Zinsen für Hypo-Kredite an Privatkunden ebenfalls um ein Viertelprozent oder so zu senken, bleiben diese hoch – oder sie werden gar erhöht.

Dabei sollte genau das Gegenteil passieren. Der Libor, also der globale Zins zwischen den Banken, sinkt automatisch, wenn die Notenbanken an der Schraube nach unten drehen.

Sehr viele Schweizer Hypotheken basieren auf dem Libor. „Libor Plus“ ist ein Modell, das einen Prozentsatz auf den Libor schlägt.

Der Vorteil für die Hypo-Schuldner ist, dass sie sofort zum aktuellen Zins kommen. Sie binden sich nicht langfristig, weder in die eine noch in die andere Richtung.

In der aktuellen Welt der Gratiszinsen liegen die Libor-Schuldner goldrichtig. Im Unterschied zu den vorsichtigen Kunden, die auf Festhypotheken setzten, profitieren sie von der Zinssenkung.

Zumindest wäre dem so, wenn der Markt spielen würde. Doch mit ihrem Verhalten sorgen die grossen Player dafür, dass das Spiel der freien Kräfte ausgehebelt wird.

Ein Insider, der vom Plan der UBS und den übrigen im Schweizer Hypo-Geschäft führenden Banken gehört hat, erklärt, wie das geht.

Die Banken würden zum Libor, der nach der EZB-Zinssenkung von gestern sich sofort nach unten anpassen dürfte, einfach einen höheren Zuschlag verrechnen.

Die Folgen sind für Herr und Frau Schweizer unfassbar. Obwohl die Zinsen sinken, verdienen die Banken mehr.

Ihre Zinsmarge, also das Geschäft mit der Differenz zwischen dem für die Geldaufnahme bezahlten Zins und dem für die Geldverleihung erhaltenen Zins, steigt.

Beim anhaltenden Run auf Wohnungen und Häuser bedeutet das Big Time für die Geldhäuser. Sie verdienen nicht nur relativ mehr, sondern auch absolut.

Der Zins-Segen kommt gerade rechtzeitig. Das einträgliche Geschäft mit den intransparenten Fremdwährungen ist in den letzten Monaten zusammengekracht.

Verdienten Banken wie Julius Bär, die vermeintlich nichts mit Trading am Hut haben, sich lange eine goldene Nase mit Devisen, so stehen sie nach weltweiten Ermittlungen rund um Manipulations-Vorwürfe vor einem Einnahme-Ausfall.

Einzige Massnahme ist der scharfe Tritt auf die Kostenbremse. Rundum ist von Abbau und Entlassungen in den Devisenabteilungen der führenden Banken auf dem Platz die Rede.

Wie scharf der Rückschlag im Devisen-Trading ausfallen wird, werden die Halbjahreszahlen der Häuser zeigen. Diese erscheinen im Juli und August.

Weil gleichzeitig das hochlukrative Schwarzgeld-Geschäft zertrümmert ist, herrscht bei praktisch allen Banken gefährliche Schieflage. Die Erträge sinken, die Kosten sind oft fix und bleiben deshalb lange hoch.

Über allem schwebt das Damoklesschwert der US-Justiz. Mit Ablässen von bis zu 50 Prozent auf das amerikanische Schwarzgeld droht 100 Schweizer Banken das Aus.

Wenn nun auch noch das Zinsgeschäft zerstört würde, dann könnte man die Industrie abschreiben. Sie hätte schlicht kein Business mehr.

Somit wird klar, was das Gratisgeld der Notenbanken – diese gehört in den USA sinnigerweise den Geschäftsbanken – für die private Geldindustrie wirklich bedeutet: eine dargebotene Hand.

Warum stellt sich ein unabhängiges Finanzhaus nicht einfach quer?

Die Raiffeisen könnte doch dank ihrer führenden Position im Hypo-Markt einfach ausscheren und die Zinssenkung in Form von noch tieferen Hypo-Sätzen den Kunden weitergeben.

Dem schieben die Behörden einen Riegel. Soeben haben die Finanzaufsicht und die Banken sich auf eine Verschärfung bei den Neu-Hypotheken geeinigt, mit mehr Zwangs-Amortisierung und strengen Tragbarkeiten.

Auch hier ist es der Staat, der den Wettbewerb ausschaltet. Mit ihrem Instrument der Eigenkapital-Vorschriften legen Bern und Nationalbank faktisch die Hypo-Zinsen fest.

Die Staatsmacht hat mit ihren Finanzstützen grosse Teile der Wirtschaft an den Tropf genommen. Nun bringt sie den Geist der riesigen Geldschwemme nicht mehr in die Flasche zurück – deshalb diese immer direkteren Eingriffe in eine vermeintlich freie Wirtschaft.

Die Perversität der privatisierten Gewinne und sozialisierten Verluste ist zur neuen Normalität geworden.

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31 Kommentare zu “Nullzins ist für Banken ein Riesen-Business

  1. 2 Bemerkungen zu den staatlich verordneten Nullzinsen:

    1. Sind sie ein gigantischer Sanierungsbeitrag für die Banken (Ausweitung der Marge)damit diese nicht doch noch hopps gehen (zu Lasten der Kunden und Mieter)

    2. Sind sie ein gigantischer Sanierungsbeitrag für die Staatsfinanzen,muss der Staat doch Milliarden weniger an Zinsen zahlen (zu Lasten der Sparer)

    Ferner hat die SNB und die FINMA abslolut kein Interesse, dass die Hypozinsen zu tief sind, da sie eine Immobilienblase befürchten. Der Staat greift also aktiv ein mit diversen Auflagen und hilft somit den Banken ihre Margen (zu Lasten der Mieter und Kunden) auszudehnen. Ja meine Damen und Herren Vieles ist nicht gesund auf dieser Welt.

  2. Schade. L. Hässig recherchiert gar nicht mehr richtig, sondern plappert nur noch nach, was ihm seine Informanten vorkauen – ungeprüft und unbestätigt.

    Zudem ist ihm sein wichtigster Informant V. vom Paradeplatz bereits vor zwei Monaten abgesprungen, weil er sich von L. Hässig „verarscht“ (Zitat) vorgekommen ist.

    Jetzt muss sich L. Hässig voll auf Prof. Geiger und ein paar frustrierte RM (3 UBS, 2 CS, 2 ZKB, 1 JB und 1 Coutts) abstützen.

    Nicht wirklich „Inside“ mehr…

    • Solche Kommentare zeigen mir als Leser jeweils, dass doch noch ein Nerv getroffen wurde – warum sonst würde eine Reaktion so ausfallen? 🙂

  3. Der beste Weg, um Grossbanken zu killen, ist Geld zu kleineren Banken zu bringen! Am Ende ist keine mehr systemrelevant!

  4. Der Schreibstil ist wiedermal eine einzige Katastrophe. Evtl. würde es helfen einmal einen Migroskurs z.B. „Deutsche Grammatik und Schreiben“ zu besuchen anstatt

  5. Das sind jetzt die „Eurobonds“ über die Hintertür. Spanien und Italien müssen aktuell beispielsweise nur noch knapp einen Prozentpunkt mehr Zinsen (ca. 2,6% zu 1,4%) für 10-jährige Anleihen bezahlen, trotz hoher Verschuldung, gemischten Zukunftsaussichten und obwohl im Zweifelsfall 100% der Anleihe ausfallen können. Glücklich der, der sich vor knapp 2 Jahren um 70% eingekauft hat und jetzt um 110% abgeben kann. Denn welcher Vorteil der Erwerb von Anleihen der Euro-Schwachstaaten zu den aktuellen Konditionen noch haben soll, weiß ich nicht. Die Möglichkeit weiterer Kursgewinne ist jetzt sehr begrent. Das sind auch die Dinge, die Edouard Carmignac angesichts der Wertentwicklung seiner Mischfonds in den letzten Jahren sehen sollte, anstatt nutzlos öffentliche Briefe zu schreiben, die ohne Antwort bleiben. Vielleicht erinnern sich manche auch, wie einst 2010 und 2011 die Kurse dieser Anleihen gesunken und die Renditen gestiegen sind um eine Idee zu haben, was uns ggf. zukünftig wieder erwartet.

    • @späher: was würden sie sagen, wenn ich sagen würde „Marcel Ospel ist ein Schweizer, entsprechend…… blabla…. “ so ein Schwachsinn habe ich noch nie gehört!

  6. @Mike
    Seit dem Mindestkurs ist die SNB praktisch an die Geldpolitik der EZB gebunden. Würde die SNB an der Zinsschraube drehen, müssten sie gleichzeitig am Geldmarkt wieder intervenieren. Also ist die Zinssenkung der EZB praktisch ein Versprechen für tiefe Zinsen in der Schweiz und dies für längere Zeit bzw. so lange, bis die EZB wieder die Zinsen erhöhen wird. Dementsprechend sollten auch die Zinsen in der Schweiz unter Druck kommen.
    Das ist ja auch der Grund, weshalb der antizyklische Kapitalpuffer aktiviert wurde, da der SNB schlichtweg die Hände gebunden sind.

    • Danke für die Erklärung Dieter.

      Der Artikel suggeriert jedoch, dass dies (SNB Letzinsreduktion) bereits geschehen ist und dass die Schweizer Grossbanken bereits ab Heute die Kunden über’s Ohr hauen, indem sie Leitzinsreduktion (die gar noch nicht vorgenommen wurde) nicht den Kunden weitergeben.

  7. Ich weiss nicht, wie sich Draghi die Wirtschaft vorstellt. Jetzt sollen durch den Negativzins für Einlagen bei der Zentralbank und den tiefen Zinssatz von den Banken tatsächlich mehr Kredite in die Realwirtschaft begeben werden? – Kredite vergeben die Banken gegen Sicherheiten! Hat die Realwirtschaft denn überhaupt (noch) genügend „risikolose“, „unverpfändete“ Sicherheiten (Start-ups schon gar nicht), damit die Banken Kredite überhaupt vergeben? – Was wird passieren?: In einem steigenden Immobilienmarkt mit zu erwartender Wertzunahme wird nochmals vermehrt im Immo-Sektor investiert werden, da die Immobilien selbst die Sicherheit darstellen,…bis dann die Blase platzt und die Werte rapide und schneeballmässig zusammenbrechen… – Mag ja sein, dass über die brummende Bauwirtschaft (und angehängte Zweige) und dort höhere Einkommen vorübergehend via Konsum etwas Belebung in die Gesamtwirtschaft kommt. Viel wird das allerdings im grossen Kontext nicht sein. Eine gleiche Blase wird im Aktienbereich nochmals gefördert werden. Die Bank kann Aktienportefeuilles mit mit Aktien besicherten Lombardkrediten weiter aufblasen und damit die Aktienkurse nochmals treiben bis sich die P/E-Ratios theoretisch dem mittleren bis hohen zweistelligen Bereich nähern…und sich dann erste professionelle Grossanleger aus dem Markt verabschieden werden (und sich die Banken auf einen Abschwung hin spekulativ zu positionieren beginnen [selber „short“ gehen]). Hausbesitzer und Aktienbesitzer fühlen sich zwischenzeitlich somit dann reicher. Das wird wohl auch zu einem gewissen Zusatzkonsum führen. Wie lange?
    Die EZB wird dadurch auch ihre Bilanz verkürzen, das heisst, sie wird auch weniger Mittel haben, an den Märkten Devisen zu kaufen und Euro zu emittieren. Was das für den Euro-Kurs heisst, wird sich noch zeigen, wenn/wann man weiss, auf welche Seite die „Waagschale“ als Folge mehrerer Einflussfaktoren schliesslich wirklich kippt… Die EZB spekuliert insgesamt wohl auf etwas tiefere Euro-Kurse…, das hätte Folgen für die SNB mit ihrer Kurs-Untergrenze, welche wohl dann doch noch final geknackt werden könnte. – Draghi hat hier einen Riesengamble (auch für die durch den Mindestkurs de facto an den Euro gebundene Schweiz) losgetreten.

  8. Vielleicht bin ich einfach zu dumm, aber ich verstehe nicht weshlab der Negativzins der EZB (EUR) Auswirkungen auf den Schweizer Hypothekarmarkt (CHF) haben soll.

    Oder will Herr Hässig behaupten, dass in der Schweiz haufenweise EUR Hypotheken aufgenommen werden? Oder womöglich dass unsere Grossbanken stark im Europäischen Hypothekarmarkt mitmischen?
    Ich denke keines von Beidem trifft zu.

    Kann mir bitte wer weiterhelfen – ich steh ja offensichtlich auf dem Schlauch.

    • Guten Tag Mike, wir gehen besser zur Feuerwehr, ich helfe Ihnen dabei, auf dem Schlauch zu stehen. Verstehe den heutigen Hype ebenfalls nicht.

    • Bitte gehen Sie nicht zur Feuerwehr, dort braucht es vertrauenswürdige und arbeitswillige Leute 🙂

      Der Teil mit dem LIBOR sollte einleuchtend sein. Bezüglich der EZB-Zinssenkung und dem Schweizer Markt läuft das Spiel etwas komplizierter ab:
      1.) Der EUR-Investor bemerkt, dass er aufs Taggeld weniger bekommt.
      2.) Der EUR-Investor sucht sich langfristige Investionsmöglichkeiten in der Schweiz (siehe Zerfall CHFEUR Kurs)
      3.) Der EUR-Investor bezahlt für eine schweizerische Anleihe (Preis) mehr und deswegen sindkt der errechnte Zins (Yield) darauf: Er nimmt also einen geringen Zins für gebotene Sicherheit in Kauf.

      Spekulation
      4.) Die SNB könnte ebenfalls die Zinsen senken, damit der Währungskurs nicht so stark unter Druck gerät…ähhhhh, sodass die Schweizer Wirtschaft wächst.

    • Wahrheit liegt effektiv im Auge des Betrachters, machnmal ist sie sogar auf einem Auge blind 😉

      Oder wie soll ich die Aussage betreffend LIBOR verstehen? Kann die EZB den CHF LIBOR selbst bestimmen?

      Dass der Zinssatz einer Anleihe sinkt, weil man sie mit einer anderen Währung bezahlt, als dass sie denominiert ist, scheint mir nicht sehr einleuchtend. Hat denn eine handelsübliche Anleihe nicht einen fixen Zinssatz?
      (Yield ist übrigens nicht gleich Zinssatz – „interest rate“ wäre die korrekte Übersetzung.) Ich gehe davon aus, dass „Yield to Maturity“ gemeint war, was aber dies wiederum (direkt) mit dem Schweizer Hypothekarmarkt zu tun hat, ist mir schleierhaft. (Die Schlussfolgerung, dass ein Run auf CHF Anleihen einen Einfluss auf die Hypothekarzinsen haben ist leider nicht korrekt oder ich stehe auch hier wieder auf dem Schlauch)

      Einzig 4) kann ich nachvollziehen und somit hätte der EZB Entscheid zumindest indirekt einen Einfluss auf den CH Hypothekarmarkt. Solange die SNB dies jedoch nicht gemacht hat, bleibt es reine Spekulation.

      Im Artikel wird jedoch vermittelt, dass dies bereits seit dem gestrigen EZB Entscheid der Realität entspricht.

    • Fällt die Rendite einer Währung(EUR) so sinkt auch deren Wert ggb. anderen Währungen (CHF).

      Grundsätzlich ist man auf Grund der Renditeunterschiede interessiert eine Whg. in eine andere zu tauschen. Bspw. War der Zinssatz im Euroraum lange höher als in der Schweiz. Als CH-Investor ging man ein Fremdwhg.-risiko ein, um mehr % zu bekommen. Das wertet den EUR auf, da die Nachrage steigt, steigt der Preis.

      Nun trifft dies nicht mehr zu, vielmehr kann man für nahe zu den selben % als globaler Investor CHF haben (save heaven). Diese beiden Tatsachen drücken den Wechselkurs zu ungunsten des Euros, sprich CHF werden teurer (attraktiver) Euros unattraktiver billiger.

      Nun haben wir einen Mindestkurs, sprich die SNB generiert die fehlende Nachfrage damit der Kurs CHF/EUR nicht zerfällt. Dies wiederum kann sie nur mit verbilligung des CHF erreichen, was dessen Rendite auch Fallen lässt.

      Ergo wir importieren Tiefzins. Ergo die LondonInterBankOfferedRate, auch LIBOR genannt, auf CHF fällt ähnlich dem LIBOR auf EUR.

      Wie billiges Geld ankurbeln soll:
      – Sparen wird unlukrativ, ergo wird konsumiert od. Spekulativ angelegt.

      – Kostet Geld nichts, und parkieren bei EZB kostet, verleihe ich es als Bank und kassiere Risikoprämien und Zinsmarge. Wieso horten wenn es arbeitet, Ausfallrisiko ist womöglich kleiner als kosten (sprich auch ertragsverlust) für Nichtvergabe von Kredit

  9. Es ist naiv zu glauben, dass die Geschäftsbanken das billigere Geld in der Form von billigeren Hypotheken oder Konsumkrediten an den Kunden weitergeben. Auch die Rechnung der EZB wird nicht aufgehen, indem sie die Bankeinlagen mit Negativzinsen bestraft. Zusätzliche Kosten werden früher oder später immer auf den Kunden abgewälzt. Ich begreife auch nicht, warum die EZB weitere 400 Milliarden in den Markt pumpen will. Geld ist mehr als genug vorhanden. Seit dem Ausbruch der Krise im 2007 befindet sich das kapitalistische System in einer akuten Vertrauenskrise. Mit Geld drucken allein lässt sich neues Vertrauen nicht aufbauen. Es braucht neue Modelle, neue Führungskräfte und Politiker, die dem jetzigen Treiben in der Finanzwelt endlich ein Ende setzen. Sonst droht grosses Ungemach.

  10. Ich bekomm mehr und mehr das Gefühl dass man hier seitens der EZB/Notenbanken die Hypothekenblase noch mehr aufblasen möchte mit dem Ziel dass wir den gleichen Effekt haben werden wie die USA bis zum 2007. Als dann die Blase platzte standen Millionen von kleinen Immobilienbesitzer vor dem Nichts, konnten ihre Hypotheken nicht mehr bezahlen weil ja alles auf dem vermeintlich billigen Pump sich in Nichts auflöste und ein paar wenige haben dann zu Schrottpreisen die Immobilien an sich gerissen und gewartet bis es einigermassen wieder aufwärts ging und natürlich den grossen Reibach gemacht. Alles schon gehabt mit der Hyperinflation 1923. Hier wird dass genau selbe passieren, aber ich Frage mich was das Ziel sein soll dieser Aktion? Eine Versklavung der breiten Masse in Europa für die ESM Elite?

  11. Wieder einmal so was von irrelevant, dieser Artikel.

    Soll man wirklich die Hypothekenvergabe durch weitere Verbilligung fördern, wenn Bund, SNB und Finma sich den Kopf zerbrechen, wie sie die Hypothekenvergabe eindämmen könnten?

    • Deshalb: Wer Bonus nimmt, tut volkswirtschaftlich etwas Gutes! Schöne Sunntig.

    • hehe, genial ! Nur etwas stimmt am Bild nicht ganz, es sollte dunkle Nacht sein und Madam steht normalerweise unter einer Laterne, aber auch sie wartet auf „Kunden“ die ihr Geld „ausgeben“ wollen, hehe

  12. Bezüglich der Einführung von Negativzinsen durch die EZB möchte ich mit Bezug auf die SNB drei Punkte hier zur Diskussion bringen:

    Erstens:

    Dem Vernehmen nach hat auch unsere Schweizerische Nationalbank (SNB) einen grossen Teil ihrer Auslandinvestitionen bei der EZB in liquiden Mitteln parkiert.

    Es ist also damit zu rechnen, dass die SNB auf diesen Auslandinvestitionen nicht nur ein enormes Wechselkursrisiko trägt, sondern dass sie nun sogar noch Strafzinsen darauf bezahlen muss (die SNB sollte diesbezüglich öffentlich informieren).

    Gibt es denn mit unserem Volksvermögen wirklich nichts Gescheiteres zu tun, als es im Ausland höchst riskant anzulegen und darauf noch Strafzinsen zu bezahlen?

    Phillip Hildebrands ursprünglich Absicht mit den Auslandinvestitionen war ja im Gegenteil, einen positiven Zinsensaldo zu erwirtschaften (siehe FuW, Juni 1996) – nicht Strafzinsen zu bezahlen.

    Zweitens:

    Vom billigen Geld der Schweizer Nationalbank profitieren also in erster Linie die ausländischen Zentralbanken und Banken, weil die SNB nur 0.7 Prozent ihres Vermögens in der Schweiz anlegt – den Rest im Ausland (und einen kleinen Teil in Gold).

    Drittens:

    Würde die SNB ebenfalls Negativzinsen einführen, so könnte sie bei einem Negativzinssatz von 1/2 Prozent bei 400 Milliarden Giroguthaben der Banken bei der SNB in einem Jahr 2 Milliarden Franken zugunsten der Steuerzahler verdienen.

    Die Krux wäre allerdings: Die Banken würden ihre Guthaben bei der SNB möglicherweise abziehen und die SNB könnte dann ihre Euros nicht mehr finanzieren.

    • @Meyer

      Sie schreiben Zitat:
      „Vom billigen Geld der Schweizer Nationalbank profitieren also in erster Linie die ausländischen Zentralbanken und Banken […]“.
      Zitat Ende.

      Am 25.09.2013 schrieben Sie in ihrem Beitrag hier auf IP, Zitat:

      „Eine andere oft gehörte Formulierung lautet: Die Nationalbank stelle den Banken “billiges Geld” zur Verfügung. Billig würde heissen, dass die SNB auf dem von ihr emittierten Geld einen tiefen Aktivzins verlange. Abermals falsch.“

      Zitat Ende. Oder Zitat:

      „Aus der Bilanz der SNB geht eindeutig hervor, dass die SNB den Schweizer Banken überhaupt kein Geld – auch nicht billiges Geld – zur Verfügung stellt.“
      Zitat Ende.

      Wie soll man ihren jüngsten Kommentar nun verstehen?

    • Zuschauer: darf ich Ihre Frage „stellvertretend“ wie folgt beantworten: die Profilierungsneurose im Knopfloch.

  13. Die Banken nutzen die aktuelle Situation, um ihre Margen wieder auf vernünftige Niveaus zu bringen. Es ist wohlbekannt, dass die Hypomarge aufgrund des starken Wettbewerbs in den letzten Jahren um gut die Hälfte! gesunken ist. Es war noch nie so billig, relativ wie absolut, sich für einen Hypothekarnehmer zu verschulden.
    Aus meiner Sicht ist es legitim die Marge auszuweiten, da die starke Konkurrenz keine Übertreibungen erlaubt. Wie Herr Hässig auf die Idee kommt, die Raiffeisen sollte die zusätzliche Marge weitergeben, wenn es die Konkurrenz nicht tut, ist mir schleierhaft. Auch wenn sie eine Genossenschaft ist, muss die Raiffeisen auf ihren Krediten mehr verdienen können. Wettbewerb unter den Banken gibt es genug und wer sich umschaut, der hat auch noch viele Versicherer als Anbieter. Die höheren Kosten zusätzlicher Regulierung haben wir uns selbst eingebrockt – der Wahlzettel lässt grüssen.

  14. Ich bin gespannt auf den Kommentar von Herrn Dr. Meyer zu diesem Artikel.

    Zwei Zitate aus dem Artikel die von Interesse sein dürften:

    „Das viele Gratisgeld der europäischen und schweizerischen Notenbanken ist ein Megageschäft für die Geschäftsbanken.

    […]

    Somit wird klar, was das Gratisgeld der Notenbanken – diese gehört in den USA sinnigerweise den Geschäftsbanken – für die private Geldindustrie wirklich bedeutet: die dargebotene Hand.“

  15. Bei den meisten etablierten Banken wird bei einer Libor Hypothek ein Rahmenvertrag über 3 oder 5 Jahre abgeschlossen: Vorteil –> die vereinbarte Marge bleibt über die gesamte Laufzeit gleich. Somit profitieren die Kunden sofort! Die Frage ist, ob es was ausmacht, ob der Libor bei 0.0120 % oder bei 0.0160% steht!?

    • Danke Zampano! Der CHF 3MLibor pendelt seit Jahren zwischen 0.02 % und 0.1 %… da hat auch der gestrige Entscheid nix geändert 😉

      Wenn jemand schuld an einer höheren hypo marge hat, dann nur die Politik über die neuen Regulierungen.

      bin auch nicht immer einverstanden mit den banken aber ein wenig objektivität, ganz allgemein von journalisten wäre schon sehr wünschenswert.