SNB-Jordan wird 2014 Chef der grössten Bank

Notenbanker bläht Bilanz auf; Gold statt Euro kaufen, um gigantische Risiken einzudämmen, sagt Hans Geiger.

Der Chef der drittgrössten Bank der Schweiz heisst nicht Pierin, sondern Thomas. Die Bilanzsumme der Schweizerischen Nationalbank (SNB) ist mit über 500 Milliarden Franken dreimal grösser als diejenige der Raiffeisengruppe.

Ende 2014 wird Thomas Jordan Chef der grössten Bank der Schweiz sein. Und Ende 2015 wird die Bilanz der SNB die kombinierte Bilanz von UBS und Credit Suisse mit über 2’000 Milliarden Franken überragen.

Dies passiert dann, wenn sich der herrschende Trend fortsetzt und die Eurokrise nicht plötzlich verschwindet; und natürlich nur, wenn Thomas Jordan nicht mit Devisen zu spekulieren beginnt. Das ist ebenso unwahrscheinlich wie das rasche Ende der Eurokrise.

Seit dem Ausbruch der Finanzkrise Ende 2007 ist die SNB-Bilanz um über 60 Prozent pro Jahr gewachsen, diejenige von UBS und Credit Suisse mit 8 und 5 Prozent pro Jahr geschrumpft. Damit haben sich die Probleme und deren Lösungen fundamental verändert.

Die SNB war 2008 die Lösung des Problems, wird sie künftig zum Problem für eine Lösung?

Als die SNB der UBS im Herbst 2008 finanziell unter die Arme griff, musste man sich fragen, ob die kleine SNB die grosse Last stemmen könne. Sie konnte, obschon ihre Bilanz zehnmal kleiner war als die der UBS.

Das Eigenkapital der SNB betrug damals 60 Milliarden, jetzt steht es bei knapp 70 Milliarden, dazwischen war es auf 16 Milliarden abgetaucht.

Das Eigenkapital der SNB ist eine volatile Grösse. Würde die SNB gemäss den Empfehlungen der Gewerkschaften den Minimalkurs des Euro von 1,20 auf 1,35 Franken erhöhen, ergäbe das bei der heutigen Bilanz einen Gewinn von 25 Milliarden Franken, und damit ein rekordhohes Eigenkapital von gegen 100 Milliarden Franken. Das wäre fast doppelt so viel Kapital wie bei der UBS.

Überliesse die SNB den Wechselkurs dagegen den Marktkräften und fiele der Euro auf den Kurs von einem Franken, halbierte sich ihr Eigenkapital.

Was bedeutet all dies? Es besagt, dass das ausgewiesene Eigenkapital und der Gewinn der SNB ganz ohne Bedeutung sind – ausser für die Kantone, die gerne am „Gewinn“ der SNB teilhaben.

Wie steht es mit den Währungsreserven? Sind sie ein Massstab für die Qualität der SNB? Nein.

Die Bundesverfassung sagt zwar in Artikel 99: „Die Schweizerische Nationalbank bildet aus ihren Erträgen ausreichende Währungsreserven.“ In einen Buchungssatz übersetzt heisst das „Soll Erfolgsrechnung – Haben Bilanz“. Auch gemäss Obligationenrecht stehen die Reserven auf der Passivseite der Bilanz.

Nicht so bei der Nationalbank. Die „Währungsreserven“ betragen 488 Milliarden Franken und stehen auf der Aktivseite. Sie bestehen zu zwei Drittel aus Schwachwährungsanlagen in Dollar und Euro.

Nur 11 Prozent sind in Gold angelegt. Das ist kein Qualitätsmerkmal. Auf jeden Fall wäre es falsch, grosse Währungsreserven als etwas Gutes zu betrachten.

Wie steht es mit der Liquidität? Da geht es der SNB richtig gut. Sie kann nicht illiquid werden. Denn sie kann immer Noten drucken und Giroguthaben schaffen.

Allerdings steht auch die Liquidität der Notenbank auf der falschen Seite der Bilanz, nämlich unter den Passiven.

Die SNB hat die Schweizerfranken-Basisgeldmenge seit Ausbruch der Krise versiebenfacht. Heute finanzieren die Banken, vor allem die zwei grossen, die SNB zinslos mit fast 300 Milliarden Franken. Das ist 30-mal mehr als damals, als die SNB die UBS mit bis zu 60 Milliarden Franken refinanzierte. Retten jetzt die Banken die SNB?

Auch im internationalen Vergleich ist die SNB ein Sonderfall, wie es ihn sonst nirgends gibt.

Die Bilanzsumme der SNB beträgt zurzeit 85 Prozent der jährlichen Wirtschaftsleistung der Schweiz. In den USA und in Euroland liegen die entsprechenden Werte trotz massiv aufgeblähten Bilanzen bei 20 und 30 Prozent.

Ist die SNB-Bilanz zu gross geworden für die Schweizer Wirtschaft? Wahrscheinlich schon. Und ist sie mit ihren gewaltigen Devisenpositionen zu verletzlich geworden? Wahrscheinlich auch.

Das Direktorium balanciert jedoch nicht aus Eigennutz auf dem Hochseil ohne Sicherheitsnetz, sondern zum Wohle der der Schweizer Wirtschaft. Die SNB stellt sich mit ihrer Bilanz zwischen eine wirtschaftlich gesunde und prosperierende Schweiz und die verschuldeten und kranken Staaten in Europa und in den USA.

Das Direktorium agiert dabei ganz ohne Leitplanken und Hilfen von aussen. Es darf gemäss Gesetz „weder vom Bundesrat noch von der Bundesversammlung oder von anderen Stellen Weisungen einholen oder entgegennehmen“.

Eine nützliche Leitplanke schlägt die Volksinitiative „Rettet unser Schweizer Gold“ vor: Der Goldanteil an den Nationalbank-Aktiven muss mindestens 20 Prozent betragen.

Das ergäbe eine gewisse Verankerung der Nationalbankpolitik in der Verfassung und in der realen Welt, ohne die Unabhängigkeit des Direktoriums zu beeinträchtigen.

Am Bürkliplatz spielt die Musik. Ob sie zum Meisterwerk oder zur Kakophonie wird, ist offen. Sicher gibt es für dieses Konzert noch keine Partitur. Viel Glück dem Dirigenten!

Kommentare

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  1. Sehr geehrter Herr Geiger!

    Sie schreiben:

    > „Wie steht es mit der Liquidität? Da geht es der SNB richtig gut. Sie kann nicht illiquid werden. Denn sie kann immer Noten drucken und Giroguthaben schaffen.
    Allerdings steht auch die Liquidität der Notenbank auf der falschen Seite der Bilanz, nämlich unter den Passiven.“

    Auf der Passivaseite der SNB finden wir Schulden der SNB und (hoffentlich) Eigenkapital, wie bei jedem anderen Unternehmen auch.

    Die Giroverbindlichkeiten der SNB finden wir im gleichen Betrag als Giroguthaben beim Kunden der SNB als Aktiva, es ist die Liquidität des Kunden und nicht der SNB.

    Die Verbindlichkeiten, die uns die SNB unter „Banknotenumlauf“ zeigt (falsch bezeichnet, soll hier aber nicht thematisiert werden), finden wir in selber Höhe als Kassenbestand derjenigen, die die Geldscheine als Eigentum halten. Die ausgezahlten Geldscheine sind die Liquidität der Geldscheinhalter, es ist nicht die Liquidität der SNB.

    Wenn Sie, Herr Geiger, CHF 500 in ihrem Portemonnaie haben, dann verfügen Sie (!) über die entsprechende Liquidität. Die SNB hat nichts von den ausgezahlten (!) Geldscheinen. Die Liquidität der SNB ergibt sich aus den noch nicht (!) ausgezahlten Geldscheinen.

    > „Die SNB hat die Schweizerfranken-Basisgeldmenge seit Ausbruch der Krise versiebenfacht. Heute finanzieren die Banken, vor allem die zwei grossen, die SNB zinslos mit fast 300 Milliarden Franken. Das ist 30-mal mehr als damals, als die SNB die UBS mit bis zu 60 Milliarden Franken refinanzierte. Retten jetzt die Banken die SNB?“

    Nein, die Banken retten die SNB nicht. Die Banken halten ganz einfach nur Giroguthaben bei der SNB, die SNB hat deshalb Giroverbindlichkeiten in selber Höhe bei den Banken. Wenn die Banken Geld von der SNB ausgezahlt haben möchten, dann zahlt die SNB den entsprechenden CHF-Betrag aus.

    Auf eine Finanzierung durch die Banken ist die SNB in keinster Weise angewiesen.

    Ich erlaube mir einen Hinweis auf einen sehr engagierten Artikel von Herrn Dr. Marc Meyer und empfehle dort speziell die Kommentare.

    https://insideparadeplatz.ch/2013/09/25/die-snb-und-das-maerchen-von-der-geldschoepfung/

    Freundliche Grüße!

  2. Meine Prognose in Euro Feinunze Gold und per Ende IV Quartal 2013 von heute Euro 1712.25 auf Euro 2750.–
    Es dürfte auch per Ende 2014 die Feinunze schon wieder auf Euro 2100.– stehen.
    Es ist noch nicht klar ob die Auswirkungen der konjunkturellen Krise im 2013 so aufsteigend im Jahr 2014 verlaufen, wie es heute vermuten lässt. Da bleibe ich lieber noch vorsichtig und per Ende 2013 das Gold verkaufen werde. Die grösste Bank in der Schweiz?
    Ich strebe da den Kurs zum Euro am Anfang und am Schluss der 2-Jahresperiode bei 1.30 und 1.40 an.
    Kann geschehen, dass die Exporte zu teuer werden. China bleibt der Meister der Produktion und der Exporte. Die Russen wachsen mit 3.4% im nächsten Jahr und die Inflation wird sie angenehm überraschen mit 5 bis 6% Jahr.

    Die EZB und die Bundesbank müssen zu viel in die Eurozone investieren um die Länder und Banken nicht an ihren Schulden ersticken zu lassen. Die Landesbanken in DE werden eine volle Bereinigung erfahren. Die schöne Durchblicke erwarte ich erst ab 3-4 Quartal 2014 – es geht dann mit Volldampf Konjunktur weiter.
    Eine grosse Unbekannte bleibt: wer schert aus der Eurozone aus? Kann Italien mit 3 anderen Länder sein. Dann gibt es was zum verdauen.

  3. Sehr geehrter Herr Geiger
    Wie Sie schreiben: Die SNB muss aus ihren Erträgen gemäss Verfassung Währungsreserven bzw. Reserven bilden. Ein Teil dieser Reserven ist in Gold zu halten. Aus dieser Formulierung geht eindeutig hervor, dass es sich bei Reserven bzw. bei den Währungsreserven um ein Passivkonto der SNB bzw. um Eigenkapital der SNB handelt. Ihr Buchungssatz „Erfolgsrechnung an Bilanz“ ist somit korrekt.

    Die Währungsreserven bzw. Reserven stellen sommit ein Passivkonto der SNB dar. Die SNB ist also gemäss Bundesverfassung verpflichtet, Eigenkapital zu bilden. Negatives Eigenkapital der SNB, wie diese es zulassen will, verstösst deshalb gegen die Verfassung.

    Aufgrund ihrer masslosen Devisenanlagen operiert die SNB mit einer verantwortungslosen Hebelwirkung. Das Eigenkapital der SNB kann sehr schnell negativ werden und die SNB muss in diesem Fall ihre Bilanz deponieren. Bereits diese hohen Devisenanlagen verstossen m.E. deshalb bereits gegen unsere Bundesverfassung.
    Bereits Philipp Hildebrand hatte ja argumentiert, die Einführung eines Mindestkurses widerspräche der Bundesverfassung. Trotzdem hat er dann den Mindestkurs eingeführt…

  4. Die SNB ist keine Anlagebank, sondern eine Zentralbank. Den Unterschied kennt auch Herr Geiger sehr wohl. Aufgaben und Instrumentarium sind auf der Homepage erschöpfend beschrieben:
    http://www.snb.ch
    Dass der Terminus „Währungsreserven“ anders interpretiert werden muss als bei einer Geschäftsbank weiss auch Herr Geiger. Diese Position erscheint übrigens als „Devisenanlagen“ unter den Aktiven als Position 2 des SNB-Ausweises. Devisenbestände sind Aktiven und Teil des Umlaufsvermögens:
    http://www.snb.ch/ext/stats/balsnb/pdf/defr/A1_Ausweise_der_SNB.pdf

    Durch die aktuelle Frankenstärke, bzw. Euro-Schwäche ist die Politik der SNB zur Zielscheibe politischer Begehrlichkeiten geworden. Dass dies dann populistisch ausgeschlachtet wird, z.T. unter Verdrehung der Tatsachen, ist im Kontext politischer Machtansprüche nachvollziehbar. Auch deshalb, weil die Notenbankpolitik dem Gesamtinteresse des Landes dienen muss und nicht auf Partikularinteressen Rücksicht nehmen kann.
    In Zeiten monetärer Anspannung gab es immer wieder Akteure, die mit Vorschlägen und Rezepten die Geldverfassung ändern wollten. Ich erinnere an die Freigeldlehre, an die Diskussionen um den Goldstandard, an Diskussionen um Staatsfonds und die richtige „Anlagepolitik“ etc. Diese Diskussionen nehmen oft sektiererische, bisweilen gar ideologische, Züge an. Dies ist nicht neu, zeigt aber, in welch fragilem Umfeld die Notenbank ihre Geldpolitik betreiben muss. So wird jede Aussage, ja jeder Hauch einer Aussage zum Anlass von Kritik genommen und zeigt teilweise Börsenwirkung. Schliesslich ist einmal mehr herauszustreichen, dass die Geldpolitik eines Landes eine zu ernste Angelegenheit ist, um sie nur oder gar ausschliesslich den Politikern zu überlassen.

  5. Ha, ha, Geiger. Das Gold, das man tief verkauft hat, wieder zurück kaufen. Aber überraschen würde es ja nicht, so umprofessionell wie viele Politiker und Banker sind.

    Die SNB muss nur Aktien und Bonds kaufen von grossen und soliden EU-Unternehmen. Anteile an Unternehmen haben die besten Chance, längefristig Krisen zu überstehen, v.a. wenn sie währungs-related sind. Ein Teil an einem guten und soliden Geschäftsmodell ist immer was wert, im Gegensatz zum Papier, in dem es bewertet wird. So hat die Schweiz dann plötzlich aufgrund der Euro-Dummheiten grosse Stakes in EU-Konzernen… Das wird dann ganz genial… Ein neues Kapitel in der Schweizer und EU-Geschichte! Das ist das einzig sinnvolle, was man mit EUROS als Nationalbank kaufen kann, nebst gewissen Commodities evtl. oder kotierten Immobilienfonds mit 30 oder 40% Abschlag (je nach Portfolio). Best job in town, CIO SNB!

    • Witzig, ihr Vorschlag. Wenn die SNB reale Güter kauft, wozu Aktien gehören, schleust sie den Geldüberhang in den Kreislauf. Für die künftige Teuerung wäre das ganz schlecht.
      Und – Gold damals verkaufen war doof, aber das war ja politisch motiviert. Einen Fehler zu begehen, weil man einen anderen nicht zugeben will, ist allerdings noch doofer. Gold ist teuer, aber EUR und v.a. USD nichts wert, also was soll’s. Gold ist die ultimative Währung. Davon gehört unbedingt 1/4 in die Bilanz.

    • @Hobler
      1) Wir sind uns glaub einig, dass man für das wertlose EUR Papier einfach was kaufen soll, so lange man noch was anständiges dafür bekommt
      2) Bei den Goldverkäufen wollte ich mehr auf den sinnlosen Verkauf von damals hinweisen, logo war das politisch motiviert, aber so offensichtlich total falsch. aber danke snb, so konnte man sich noch günstig eindecken!
      3) die SNB dürfte mit ihren käufen von grosskapitalisierten EU-Werten wohl kaum so ungeschickt vorgehen und einen so grossen Markteinfluss haben, dass dies den geringsten Einfluss auf die Teuerung hätte. Notabene wird die ja eh vom Staat konsequent manipuliert und es wäre eine EU Teuerungsproblem, nicht ein Schweizer
      4) Immobilienfonds mit 30 oder 40% Discountkaufen (nach Prüfung des Portfolios) hat definitiv keinen Einfluss auf die Teuerung
      5) Gold + Commodities. siehe 3 (teilweise)
      6) Dank fürs Lesen und ja, 25% Gold sollte die SNB schon halten, aber bitte nicht in Fort Knox!

  6. Gold-Rückkauf der SNB. Bekanntlich hat diese am Anfang dieses Jahrhunderts zirka einen Drittel des Goldbestandes zu Kursen um USD 290.00 bis 450.00 je Unze verkauft, um den
    Erlös in Zinspapieren, lautend auf USD, EUR, CHF anzulegen. Der damalige Tenor: Gold ist tote Materie und verdient nicht im grossen Umfange gehalten zu werden.

    Wie die Geschichte lehrt, war dies die dümmste
    Entscheidung aller Zeiten seit es die SNB gibt.
    EUR haben USD seither zirka 25 – 30 % an Wert eingebüsst, während Gold je Unze zirka 300% zulegte (minus USD-Abwertung).

    Ein Gold-Rückkauf zu den gegenwärtigen Kursen sollte deshalb sehr weise überlegt werden. Politische Heisssporne sind nicht unbedingt die besten Ratgeber. Die Heimschaffung des Goldes aus dem Fort Knox macht da schon wesentlich mehr Sinn!

    • Was würden sie schreiben, würde die Unze Gold zu 100 USD gehandelt werden…. Im Nachhinein ist alles einfacher

    • @Anton Keller – Herr Jordan ist bestimmt integer und loyal – kein Zweifel. Fachlich ist er aber unqualifiziert. Grund: Integer und loyal vertritt er veraltete, vollkommen widersprüchliche und irreführende Geldtheorien und schadet dadurch der Schweiz. Jordan sollte einmal über seinen Schatten springen und im stillen Kämmerlein über das nachdenken, was er in seinen Vorträgen behauptet. Vielleicht sollte er einmal den Mut aufbringen, seinen „Ziehvätern“ zu widersprechen.

      @mikegu: Endlich einmal jemand, der einsieht, dass der starke Franken ein Segen für unsere Wirtschaft darstellt: Tiefe Zinsen, tiefe Importreise, fast keine Inflation, Vollbeschäftigung usw. Was will man mehr? Auch der Exportindustrie und dem Tourismus helfen die tiefen Zinsen und Einkaufspreise. Das sagt niemenad. Alle klagen. Unsere SNB sollte lieber diesen Wirtschaftszweigen helfen als hunderte Milliarden von Kapital ins Ausland abzuführen und ausländische Volkswirtschften unterstützen

      Zum Gold noch dies: Der Mangel des Goldes ist, dass es keine Rendite abwirft. Über die Jahrzehnte hinweg ist das ein grosser Mangel. Der Wert eines Bauernhofes ist in den vergangenen fünfzig Jahren in etwa gleichviel gestiegen wie das Gold – nur: Hat ein Bauer vor 50 Jahren seinen Hof verkauft und den Ertrag in Gold angelegt, so wären er und seine Familie in der Zwischenzeit verhungert, Gold wirft – im Gegensatz zum Bauernhof – keinen Ertrag ab.

      Deshalb sollte die SNB vor allem in inländische Wirtschaftszweige investieren, welche die Wertschöpfung in unserem Land verbessern – auf keinen Fall aber für hunderte Milliarden Staatsschulden Staatsobligationen von EU-Staaten erwerben und deren Schulden zur Hälfe finanzieren.

  7. Worin besteht denn der lösungsorientierte Vorschlag der SVP? – Kritik ohne Vorschlag und Rückkehr zum Mythos Gold? Da kann ich nur sagen: Im Albisgüetli bläst der Trompeter eine Fanfare zu viel! Viel Glück dem Dirigenten.
    Der Goldstandard hat uns damals fixe Wechselkurse beschert. Möchte die SVP dies? Und wie steht es mit den vielen exportorientierten der SVP nahestehenden KMU wenn der CHF/EUR floatet. Wollen sie so die „stabile“ Parteibasis auflösen?? Der Gewerbeverband hätte keine Freude daran. Kritik ist gut, aber das Problem des harten Frankens ist nicht in erster Linie ein monetäres, sondern ein vernetzt wirtschaftliches. Preisfrage: mit welchen Massnahmen kann die Härte des CHF in einer globalisierten Welt reduziert werden? Hierüber könnte sich die SVP einmal Gedanken machen und die Remedur nicht nur in der nationalen Geldpolitik und dem Gold suchen.
    Die Meinung, die Probleme der Welt seien mit rein monetären Massanahmen zu lösen ist eine Neuauflage des neoliberalen Gedankenguts, das uns die Finanzkrise beschert hat.

    • Die SVP steht für die vorübergehende Grenze von 1.20 ein. Mit Herr Jordan haben wir eine integere Person an der Spitze der SNB, der wir auch vertrauen können. Ob das Kaufen von Gold zu diesem hohen Preis sinnvoll ist, bezweifle ich.

    • ja, also ersten einmal hatten wir über die letzten ca. 20 Jahre keine neoliberale Politik, sondern ein gesteuert monetärer mess nach Keynes, die schlussendlich die Krisen 2001 und 2008 ausgelöst haben. Die Geldmengen wurden nämlich vorgängig schon unnötigerweise überproportional aufgebläht und haben zu verschiedenen bubbles geführt (Asien/LTCM/Real Estate US/Internet Aktien usw).

      Zweitens ist der harte Franken kein Problem(wie oben genannt wird), sondern ein Segen. Er garantierte eine effiziente und produktive CH Wirtschaft. Das Problem ist höchstens die Geschwindigkeit des Anstiegs, also eine kfr. Problematik.

      Drittens: Goldstandard ist nicht gleich Goldstandard oder ein Mythos. Das Thema ist ziemlich komplex und hat in seiner Grundform sehr gut funktioniert.

    • @Anton Keller
      Gold zu diesem – ich zitiere Sie – „hohen“ Preis… das wird erst die Geschichte zeigen, ob dieser Preis hoch war. Wenn man in evtl. bald noch mehr verwässerten Euros dafür bezahlt, bezweifle ich, ob das „hoch“ ist. Von „hohen“ Goldpreisen sprachen doch auch die Politiker und Zentralbanker, als Sie grosse Teile unserer Goldreserven zu lächerlichen Tiefstpreisen verrösteten! Aber zum Glück konnte man sich dank diesen unprofessionellen Lemmingen noch günstig damit eindecken!