Ulrich Körner fährt Peking-Paris-Rally

Wer leitet Turnaround, wenn Nummer 2 der UBS im Oldtimer-Porsche durch Wüste Gobi braust?

„The 5th Peking to Paris Motor Challenge 2013“ dauert 33 Tage. Die Rally führt ab Ende Mai von China durch die Mongolei, Russland, die Ukraine bis nach Europa.

Mit Startnummer 85 mit dabei ist Ulrich Körner, die Nummer 2 der Grossbank UBS. Der oberste Operations-Chef und Leiter der Marktregion Europa und Middle East und sein Co-Pilot Hans Füglistaler sind eines von 100 Abenteurer-Teams. Sie fahren einen Porsche 911 mit Jahrgang 1972.

Füglistaler gilt in der Oldtimer-Rally-Szene als Crack. Körner und Füglistaler haben schon früher und mit anderen antiken Rennwagen an Rallys teilgenommen.

Körner ist ein Porsche-Freak. In seiner Garage sollen mehrere Modelle stehen.

Am Peking-Paris-Rally gibt es vier Kategorien, unterteilt nach Jahrgängen der Sportautos. Die ältesten stammen von 1920, die jüngsten von 1975. Die Gesamtdistanz beträgt 12’247 Kilometer. Das entspricht mehr als New-York-Los-Angeles hin und zurück.

Da die Rally-Piloten immer zu zweit unterwegs sind – einer am Steuer, der andere am Karten lesen -, wäre Körner während knapp 5 Wochen abwesend; dies in einer der schwierigsten Turnaround-Phasen seines Unternehmens.

Nun soll Körner nur die Hälfte des Rennens bestreiten, nahm die UBS gestern auf Anfrage Stellung.

„Herr Körner wird etwas über zwei Wochen in seinen privaten Ferien weilen“, sagte UBS-Sprecher Stefan Nünlist.

Das sei im Interesse der Bank. „Jeder Mitarbeiter der UBS, auch die Geschäftsleitung, ist gehalten zwei Wochen am Stück Urlaub zu nehmen.“

Ob Körner von Anfang an nur die Hälfte der Rally bestreiten wollte oder ob er dies kurzfristig entschieden hat, bleibt offen.

Sicher ist, dass Körner – wie andere Teilnehmer mit wichtigen Jobs auch – mit einem Backup ans Rally geht.

Nun sitzt der Ersatzpilot zusammen mit Körner-Partner Füglistaler offenbar während zweieinhalb Wochen im 911er-Porsche. Auf der offiziellen Startliste aufgeführt ist der dritte Mann nicht.

Viele Top-Banker dürften ihre Ferientage für spezielle Trips nutzen. Das gibt normalerweise nicht viel zu reden.

Bei Körners Rally-Tour speziell ist der Zeitpunkt, die Schwierigkeit, im Notfall rasch heimzukehren sowie die Frage, wer den mächtigen UBS-Manager mit dem weitaus grössten Aufgabengebiet während dessen Trip vertritt.

UBS-Sprecher Nünlist gibt Entwarnung. „Während seiner Abwesenheit ist Herr Körner erreichbar und kann – sollte das notwendig sein – innerhalb eines halben Tages wieder hier sein.“

Auch der sichere Betrieb während Körners Rally-Zeit sei sichergestellt, meint der Sprecher. „Selbstverständlich haben wir in der Bank definierte Stellvertreter – auch für Urlaubsabsenzen.“

Gemäss Routenplan fahren die Peking-Paris-Teilnehmer unter anderem durch die Wüste Gobi in der Mongolei. Von dort aus dürfte eine Heimkehr innert kurzer Zeit unmöglich sein.

Auch von den offiziellen Ruheorten Ulaan Baatar, Novosibirsk, Samara und Kiev aus dürften rasche Heimreisen mit Ausnahme Kievs schwierig werden.

Flüge zwischen der Schweiz und der mongolischen Hauptstand Ulaan Baatar sind rar.

Körners Stellvertretung schliesslich ist ebenfalls nicht einfach zu regeln.

Körner ist verantwortlich für rund 25’000 Mitarbeiter. In seinem Führungsteam hat es mehrere umstrittene Manager. Zuletzt verlor der Deutsche wiederholt gute Leute.

Die personellen Baustellen sind gross. Der Personalchef und die Informatik-Leiterin sind intern umstritten. Die Position des Finanzchefs in Körners Bereich Bereich wechselte mehrfach. Die Strategiechefin ging vor einiger Zeit von Bord, jüngst verliess der Kommunikationschef die Bank.

Als „Group Chief Operating Officer“ und CEO von „Europe, Middle East and Africa“ befehligt Körner die halbe Bank. Ein Ausfall ohne starken Ersatz wäre problematisch.

Einen überzeugenden Stellvertreter hat Körner nicht aufgebaut. Zumindest ist nach aussen kein solcher bekannt.

Körner war im April 2009 zur UBS gestossen. Zuvor war der ehemalige McKinsey-Berater jahrelang bei Erzrivalin Credit Suisse.

Dort leitete Körner den Bereich Schweiz. Als es ab 2006 um die Nachfolge von CEO Oswald Grübel ging, war Körner einer der Kandidaten für den operativen Topjob der CS.

Körner wurde nicht nur nicht gewählt, sondern die Bank wollte ihn auch nicht mehr als CEO Schweiz, sondern bot ihm einen Job im Hintergrund an. Diesen lehnte Körner ab.

Die Offerte, eine ähnlich definierte Funktion bei der UBS zu übernehmen, akzeptierte Körner dann aber.

In der Adoboli-Krise im September 2011 wurde Körner vom Verwaltungsrat der Job des CEOs angeboten, allerdings nur intermistisch.

Körner lehnte ab, was den Weg für Sergio Ermotti freimachte.

Ermotti war damals intern ein unbeschriebenes Blatt. Heute steht er am Steuer.

Kommentare

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  1. Wenn man berücksichtigt wie bei der Firma gearbeitet wurde bevor sie blödsinnigerweise vom
    Schweizerstaat gerettet wurde, ist es doch ziemlich egal wo und wie lange sich die sogenannten spitzenkräfte herumtreiben. Vielleicht ist es für den geschäftsverlauf sogar förderlich wenn diese „Fachleute“ nicht anwesend sind. Die bonis bekommen sie sowieso nachgeschmissen.

  2. Herzlichen Dank an LH für diesen ungemein spannenden Artikel… Und damit ist auch eine der wichtigsten Fragen in meinem Leben beantwortet – was Ulrich Körner in seinen Ferien so macht. Ich freue mich auf weitere Reality Soap Beiträge – bis wir von allen Exponenten des Paradeplatzes wissen, was sie denn so in ihren Ferien machen, wie oft sie duschen und wieviele Strickunterwäsche eingepackt wird – Bravo! Aber eines muss man LH lassen – das Verfassen von Ferienartikeln gelingt ihm besser als ökonomische Zusammenhänge nachzuvollziehen 🙂

  3. Der Informant von LH scheint mächtig Ambitionen auf den Körner-Job zu haben. Und LH lässt sich zum wiederholten Mal vor den Karren spannen.

  4. Bescheidenheit und demut wuerden ulrich koerner und sergio ermotti und alex weber gut anstehen wenn sie 10’000 mitarbeiter entlassen und ein riesen chaos in ihrer bank haben
    Eskapaden wie wochenlang mit dem porsche durch die wueste zu fahren ist sicherlich nicht das richtige verhalten in dieser position

    Eine schande fuer die ubs und fuer die schweiz

    • @h olsen: Kann mich ihrem Kommentar nur anschliessen. Es gibt leider bei den Finanzinstituten viele, viele Abzocker, die jegliches Mass verloren haben. Tausende Mitarbeiter wurden/werden entlassen, das ist doch Leuten wie Körner gleich!

    • …UK pflegt ja grad eine eher ungewohnte Bescheidenheit! Er lässt sich den Wüsten-Raid à la Karl May ja nicht durch die Bank sponsern mit „UBS“-Logo-Werbe-Kleberli auf dem Auto und PR-Team auf dem Rücksitz. Und um das internationale Wealth Mgmt in der Wüstenregion anzuheizen, sicher ein gewagter Sportritt.
      NB: Vielleicht fährt die Truppe vorher auch die Terrakotta-Krieger zurück nach China… Raid von Bern ins Mausoleum Qin Shihuangdis -zu Trainingszwecken für die Staubfahrt.

  5. Solche Abenteuer gehören definitiv auf die „Zeit danach“ verschoben. Wie auch immer, es ergibt sich sowieso mehr als zwei Wochen Absenz! Der Herr geht nun mal nicht nach Mauritius an den Strand Ferien machen. Von der geistigen Absenz gar nicht zu sprechen. Ein solches Unterfangen braucht eine sehr präzise und zeitintensive Vorbereitung. Das lenkt unweigerlich vom Geschäft ab. Das geht aber nicht, die UBS hat auch 5 Jahre nach der Fast-Pleite noch keinen gangbaren Weg gefunden, wie sie als globales Unternehmen wirklich funktionieren soll! Sorry, ist ein Fakt! Dafür verantwortlich ist die alleroberste Führungsebene, zu der Körner gehört und entlöhnt wird. Thumbs down, big time.

  6. In der Wüste sollen angeblich auch Gefahren lauern. Insofern bergen Körner’s private Pläne auch gewisses Potenzial für die UBS.

    • Aber auch Chancen, denn er wird sehen was für Vorteile Bodenhaftung bittet. Vielleicht kann er es dem übrigen Management danach vermitteln.

    • Die Relevanz ist, dass sich Herr Körner offenbar anderem lieber widmet als mal endlich die UBS zum Laufen zu bringen. Schliesslich ist er nicht der Assi von Dienst. Einer der besten Artikel, ohne Frage. Es zeigt nämlich wo die wahren Interessen einer Key-Person des CH-Bankings liegen.

    • @Mässi Dänn: Warum? Er muss nach Gesetz wieder andere auch mind. 2 Wochen am Stück Urlaub pro Jahr machen, und es geht das Volch einen Feuchten an, was er in dieser Zeit tut. Mal sicher besser, als am Ballermann herumzulungern. Coole Ferienaktivität. Man kann es mit dem unsäglichen Bashing dann auch übertreiben. Die UBS wäre nicht besser dran, wenn er 2 Wochen im Stubaital wandert.

    • @ Patrick Meyer
      Ich gebe Ihnen recht. Ferien gehen niemanden wirklich etwas an und sie sind absolut notwendig. Nur, wenn sie eben ins Stubaital (oder Mauritius) gehen brauchen sie für die Vorbereitung etwa eine halbe Stunde und sind dann mal weg. Nicht aber für ein solches Unterfangen, was diese Rallye ja ist. Ich stelle mir die Vorbereitung dafür sehr intensiv vor. Meiner Meinung absolut nicht vereinbar als COO der UBS zu diesem Zeitpunkt. Die UBS ist am Schlingern und überhaupt nicht auf Kurs. Und dazu braucht es die 150-prozentige Aufmerksamkeit des obersten Management. Dafür und für die richtigen unternehmerischen Entscheidungen, auch zum Wohl von x-tausenden Arbeitnehmern, werden Manager wie Hr. Körner fürstlich entlöhnt. No excuses anymore.

  7. Ich finde die Reise von Herr Körner cool und verstehe die Kritik nicht! Jeder hat das Anrecht auf Urlaub und sollte dabei nicht erreichbar sein! Lieber Herr Körner, bitte lassen Sie das Blackberry zu Hause und viel Spass auf diesem unvergesslichen Abenteuer.

    • Ja genau, Spass muss sein. Am besten, Sie lassen sich gleich früh pensionieren, lieber Herr Körner!

  8. Faszinierend, wie ungeniert der COO unserer systemrelevanten Grossbank seine kindische Seite öffentlich auslebt. Aber vermutlich handelt es sich hier um einen vorgezogenen Aprilscherz.

    • @Sandra: wer veröffentlicht hier was? Das ist doch dieses Medium und in Sandra und uns auch die entsprechenden Leser. Nur dein Kommentar hätte sich verhindern lassen.

  9. Dieser Artikel hat leider mit Journalismus, objektive Bericherstattung oder Analyse nichts zu tun: das ist nur billiger Voyeurismus und eine Rückkehr zur mittelateriche Hexenjagt.

  10. Offenbar ist es der UBS auch piepegal, wenn Körner auf seiner Rallye vernunfallt. Kenne andere Weltkonzerne, bei denen dem Topkader potenziell gefährliche Freizeit-Aktivitäten generell untersagt werden. (Anderseits kann man ja auch bei der Gartenarbeit verunfallen…)

    • Was wissen Sie denn schon. Vielleicht wurde sogar ganz bewusst an der Hydraulik der Bremsschläuche etwas gebastelt.
      Auftraggeber: Subalterne Neider oder jemand von IP.
      Es gibt keine Zufälle im Leben.

      Habe gehört, dass ‚lh‘ während 2 Wochen live kommentieren wird – aus der Wüste Gobi. Super.

  11. würde hr. körner nach goa fliegen, um dort einen ayurveda- und yoga-kurs zur entspannung buchen, gäbe es vermutlich auch gründe, dies zu kritisieren.
    insofern gebe ich florian und zampano recht: was kümmert uns, was hr. körner in seinen ferien treibt? wer wie bover spannender findet, was der nachbar in seinem garten treibt als was im eigenen läuft, ist ein gelangweilter bünzli, der nichts mit sich anzufangen weiss. insofern gönne ich herrn körner seinen adventure-trip und den neid ebenso.
    diesen muss man sich bekanntlich verdienen, mitleid bekommt man umsonst.

  12. Ich wünsche und gönne Herrn Körner einen erholsamen Urlaub nach seinem Gusto, die Bodenhaftung im Porsche tut ihm sicher gut 😉

    • @Winterhalter: Ach so, Sie denken, dass Herr Körner Bodenhaftung gar nicht so gewohnt ist 😉

  13. Naja, das Gefühl etwas Wertvolles in den Sand zu setzen dürfte dem UBS-Mann jedenfalls vertraut sein…..
    Solche schwachsinnigen Artikel entstehen halt, wenn die Schreiberlinge jeden Tag auf Teufel komm raus etwas bringen müssen um das Publikum bei Laune zu halten. – just my 2 cents –

  14. Typischer Neidartikel..

    Diese Neidkultur welche in unserem Land langsam Oberhand gewinnt, geht mir gewaltig auf den Sack. Einfach erbärmlich…

    • @Florian: Genau wegen diesen Typen wie Körner kommt doch berechtigter Neid auf. Solche Typen gehören einfach weg!

    • Neid hat nichts mit Grossverdiener, Vielarbeiter, Mann o Frau, arm o reich, usw. zu tun. Neider wird es immer auf jeder Ebene und von unten nach oben und umgekehrt geben. Ich würde diese Fahrt auch unternehmen wenn ich könnte.

  15. @Zampano: Spricht von uns egal und von soll gelöscht werden, ja danke für das Sprachrohr, aber mit Verlaub gesagt eine naiv-pseudoegoistische Formulierung und grundfalsch! Viele sind evtl. wie ich sehr wohl interessiert an den „römisch“ anmutenden Überbordungen dieser Manager, welche Bodenhaftung und Vernunft schon lange nicht mehr kennen und Wein hektoliterweise saufen währenddem sie gleichzeitig lauwarmes, abgestandenes Wasser predigen. Einfach bedenklich und äusserst peinlich.

    • @Bover: Dies hört sich eher nach Neid an!
      Wahrscheinlich biegt es Ihnen ebenfalls fast die Fingernägel, wenn ihr Nachbar einen neuen BMW gekauft hat, oder sich Ihr Vorgesetzter einen Malediven-Urlaub gönnt –> ich finde eher diese Neidkultur bedenklich und äusserst peinlich!

  16. Nun scheint es Ihnen aber Phantasie zu mangeln, Herr Hässig; sie enttäuschen mich! Wieso sollte eine Heimreise selbst aus den entlegensten Winkeln innert kurzer Zeit unmöglich sein? Ein Anruf und der Corporate Jet setzt sich in Bewegung. So einfach ist das!

  17. Ich bin kein UBS-Fan, aber was Herr Körner in seinen Ferien macht kann uns allen egal sein! Absoluter Witz, wenn jemand nicht mehr 2, 3 Wochen Ferien nehmen darf…

    Diese Story sollte gelöscht werden!

  18. Planlos mit viel Geld im Ausland agieren mit veralteten Instrumenten, sei es die Informatik bzw. Risikokontrolle im Tradingraum oder nun per Oldtimer…

    Das passt doch zur UBS.