Pierin Vincenz wildert bei der UBS Schweiz

Aggressive Notenstein holt 10-köpfiges Zürcher Team der Grossbank; UBS-Topshots kämpfen um jeden Kunden.

Pierin Vincenz ist genial oder grössenwahnsinnig. Genial, wenn er aus dem Nichts eine neue Kraft im Swiss Private Banking schafft. Grössenwahnsinnig, wenn er kolossalen Schiffbruch erleidet.

Derzeit erhöht Vincenz die Schlagzahl im Wochenrhythmus. Seine Notenstein hat soeben Konkurrentin Sarasin 40 Leute aus dem Institutionellen-Bereich abgeluchst.

Nun wird bekannt, dass Vincenz auch bei Platzhirsch UBS wildert.

Soeben hat der Chef der Raiffeisen ein 10-köpfiges Team von der UBS Schweiz auf die Payroll seiner Notenstein Privatbank genommen.

Die Sonntagszeitung berichtete letzte Woche von einem Kadermann namens Silvan Schriber, der bei der Raiffeisen-Tochter Notenstein die Region Zürich-Zentralschweiz übernehmen würde.

Laut der Zeitung habe Notenstein „dem Vernehmen nach weitere UBS-Angestellte im Auge“.

Die jetzt sichtbar werdende Dimension sprengt die Erwartungen.

10 Kundenberater des Zürcher „Executives & Entrepreneurs“-Desk der UBS wechseln zu Notenstein – das löst am Finanzplatz in der Limmatstadt ein kleines Erdbeben aus.

Wieviele Kunden das Team zur Notenstein mitnehmen kann, ist unbekannt. Die Gefahr, dass bis zu einer Milliarde abfliessen könnte, ist möglicherweise realistisch.

Ein UBS-Sprecher wollte sich gestern nicht zu den Abgängen äussern. Eine Sprecherin von Notenstein bestätigte den Wechsel des Teamleiters.

Zu weiteren Verpflichtungen liess sie keinen Kommentar verlauten. „Wir wollen unsere beiden Hauptpfeiler Asset Management und Private Banking Schweiz verstärken“, sagte sie lediglich.

Die UBS-Führungsriege reagiert nervös. Kunden, die nach dem Sonntagszeitungs-Artikel ihren Berater telefonisch nicht mehr erreichten, erhielten rasch Anrufe von ganz oben.

Weil offenbar praktisch das gesamte Team bereits ausgeflogen war, musste der Leiter von UBS Zürich, Thomas Ulrich, selbst zum Hörer greifen.

Ulrich ist ein Topshot der Bank. Seit 2012 ist er auch ausserhalb des Unternehmens ein Name. Damals übernahm der UBS-Mann die Leitung des Zürcher Bankenverbands, eine Arbeitgeberorganisation.

Bürgerliche holen Ulrich gerne in ihre Abstimmungskomitees. Vor 2 Jahren setzte sich der UBS-Chef gegen Flughafen-Vorlagen ein, die Kloten plafonieren wollten.

In intensiven Gesprächen versucht Ulrich seit Montag, die Kunden – erfolgreiche Zürcher Geschäftsleute mit Millionenvermögen – bei der Stange zu halten.

Die Hektik hinter den Kulissen dürfte Wilderer Vincenz freuen. Es wäre deutliches Zeichen dafür, dass dem schelmischen Raiffeisen-Boss ist ein weiterer Coup gelungen ist.

Das Abwerben eines grossen Teams bei einer Privatbank wie Sarasin ist das eine. Es trifft eine direkte Konkurrentin, gehört aber zum Spiel.

Anders sieht es beim Angriff auf die UBS aus.

Ein vielköpfiges Team, das sich bei der Nummer 1 des Finanzplatzes, mitten im Wirtschaftszentrum Zürich und im Segment der begehrten Unternehmer und Spitzenmanager, einen Namen gemacht hat, in einer Nacht- und Nebelaktion zu sich zu holen – das kommt einer Kriegserklärung gleich.

Immer mehr wird Vincenz zum Banker des Wandels. Neben Boris Collardi, der sein Glück und jenes seiner Julius Bär im Ausland sucht, hat der Bündner als einziger Finanzmann eine klare Vorwärtsstrategie.

Bis jetzt ist die Rechnung aufgegangen. Notenstein schiesst aus dem Boden und mischt die Szene auf.

Gleichzeitig steigt die Gefahr eines Absturzes. Vincenz entpuppt sich als Gambler, der alles auf die Karte Notenstein setzt.

Das Geld stammt von seiner Raiffeisengruppe. Diese setzt sich aus über 300 kleinen und kleinsten Banken in allen Gegenden der Schweiz zusammen.

Die Eigenmittel-Decke der Raiffeisen ist dünn. Sie liegt nur knapp über dem neuen Minium, das die Aufsicht in Bern für grosse Gruppen wie die Genossenschaftsbank vorgibt.

Eine Kapitalerhöhung wäre schwierig. Die Genossenschafter müssten ins Portemonnaie greifen, was sie kaum goutieren würden.

Mit nachrangigen Wandelanleihen umgeht Vincenz das Risiko, beim Kapital in Nöte zu geraten. Weil die Genossenschafter eine Nachschusspflicht haben, stimmt das Rating und somit auch der Preis, den Vincenz für das auf diese Art aufgenommene Kapital zu leisten hat.

Zum unkalkulierbaren Risiko könnte der Streit mit Vontobel werden. Mit jedem Ausbau seiner Notenstein Privatbank strapaziert Vincenz den Kooperationsvertrag mit den Zürchern weiter.

Bis 2017 ist Vincenz verpflichtet, das ganze Wertschriftengeschäft seiner Raiffeisen-Gruppe über Vontobel abzuwickeln.

Ebenso sind die Zürcher zuständig für den grössten Teil der Angebote wie strukturierte Produkte, welche die Raiffeisen ihren Kunden anbietet.

Mit seiner Notenstein hat Vincenz nun selbst eine Bank aufgebaut, die eigene Produkte generiert und Wertpapiergeschäfte abwickelt.

Notenstein müsse sich an den Vertrag halten, fordert Vontobel, und zog Vincenz vor ein Schiedsgericht. Der Entscheid dürfte in den nächsten Monaten fallen.

Vincenz hält dagegen. Er argumentiert, dass Notenstein neue Geschäfte generiere und somit Vontobel nichts verlieren würde. Eine Kooperation dürfe nicht zum Knebelvertrag werden.

Für Vincenz und seine Raiffeisen steht viel auf dem Spiel. In den Aufbau der neuen Notenstein hat Vincenz bisher geschätzte 700 Millionen investiert.

Verliert er den Streit gegen Vontobel, muss er nochmals einen hohen Betrag als Entschädigung leisten. Die Rede ist von einer dreistelligen Millionensumme.

Kommentare

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  1. Ich persönlich finde es nicht klug, Leute aus einer Bank mit entsprechender falscher Kultur anzuwerben. Somit Pflanzt sich die Notenstein den „Gier-Virus“ ein und verkommt zu einem UBS Ableger (was die Moral betrifft).

  2. Ja, so hats auch der Ospel getrieben. Und jetzt wissen wir wo das geendet hat. tzt schreiben das stimme so nicht, die können sich nur noch ans Ami Desaster und die Swissair erinnern, der Vorgeschichten gingen vergessen. Es genügt ein überheblicher Kapitän um das Schiff auf Grund zu fahren um ein anderes Beispiel zu nennen. Man wird sehen…

    • Exgüsi, ich möchte natürlich nicht behaupten, dass Notenstein oder gar Raiffeisen dasselbe geschiet, da diese Banken hervorragend und weitsichtig arbeiten. Und da die UBS mit Ospel in Skandale die hauptsächlich aus dem IB stammen involviert war, kann das hier ja gar nicht passieren, da diese Bank gar kein IB betreibt.

  3. Silvan ist ein tadelloser und alt bekannter am bohl. schön, dass die wege unter echten eidgenossen kurz sind. wünsche besten erfolg!

  4. Lasst doch den Vincenz seine Notenstein an die Wand fahren. Wen kümmert’s? Solange die Raiffeisen-Kunden dem Bündner treu bleiben, scheint dessen Strategie doch aufzugehen. Die neu eingestellten Söldner kassieren in den nächsten Jahren ab und verschwinden dann wieder ohne Spuren (und nachhaltige Erträge) zu hinterlassen. Vincenz ist dann auch schon weg uns sein Nachfolger darf die Misere ausbaden und den Genosschafter und Kunden verklickern, warum das Ganze schief gelaufen ist.

    • Das ist wohl eher Wunschdenken 🙂 Die Konkurrenz zittert, Bravo Pierin!

    • Die Kommentatoren der Pierin-Fangemeinde auf diesem Blog werden die ersten sein, die Zeter und Mordio schreien, wenn die Raiffeisen-Strategie scheitert. „Schörschli“ und Konsorten werden sich dann als frühe Warner (mit oder ohne Smiley) outen. Wetten?

  5. Herr Hässig, Gratulation. Sie haben erkannt, dass es in der Schweiz einen neuen, ernst zu nehmenden Mitspieler im Bereich Private Banking gibt.

    – Keine US Kunden
    – Fokus Schweiz
    – Asset Management
    – Kein Investment Banking
    – Solides Mutterhaus (AA2 ohne Nachschusspflicht, diese wird seit Jahren nicht mehr angerechnet als Eigenmittel)

    –> da ist es klar, dass die Konkurrenz kalte Füsse kriegt.

    Welche andere Bank hat ein dermassen auf Kunden fokussiertes Geschäftsmodell mit einer einzigartigen Methode in der Vermögensverwaltung ohne starre „Anlageziele“ in welche die Kunden reingepresst werden müssen? Niemand!

    Die Tatsache dass das CIR in den letzten Monaten sogar gesunken ist gegenüber 2012 zeigt die erfolgreiche Strategie. Apropos CIR: Notenstein liegt mit einem CIR von rund 74% bei den Top Privatbanken und sogar tiefer als die Grossbanken –> stark!

    Thema Risiko: Wo soll das Risiko für die die Genossenschafter liegen? Alleine Immobilien im Wert von rund 300 Millionen bei Notenstein, risikoarmes Geschäft auf Kundenbasis –> im heutigen Umfeld wohl die sicherste Bank der Schweiz!

    Schön gesagt, ich zitiere:
    Die Hektik hinter den Kulissen dürfte Wilderer Vincenz freuen. Es wäre deutliches Zeichen dafür, dass dem schelmischen Raiffeisen-Boss ist ein weiterer Coup gelungen ist.

    • bei Notenstein rockt’s! weiter so, gerade vor dem hintergrund der jämmerlichen show in bundesbern.

    • oder anders gesagt: Um die riesigen Hypoverpflichtungen (>130 Mrd.) des Mutterhauses einigermassen zu „sichern“ muss nun ein grosses Premium-Retailgeschäft her, da im Toggenburg nicht mehr Einlagen zu holen sind. Ob man dabei Blender oder kleine Fische von Grossbanken einkauft ist sekundär, hauptsache die Hälfte der Schweizer glaubt an eine „nachhaltige“ Expansion. Hals und Beinbruch!

    • @Ghost Rider: Das ist die Hälfte der Hypo. Verpflichtungen der Kantonalbanken oder der Grossbanken. Mir stellt sich die Frage ob an der nomialen Grösse der Hypotheken das Risiko für die Bank abgelesen werden kann – ich vermute nicht wirklich. Vielleicht haben Sie es ja einmal gelesen, dass die durchschnittliche Hypothek bei Raiffeisen CHF 350’000.00 gross ist (Neugeschäfte 400′ im Schnitt). Nicht wie bei der Konkurrenz, welche Objekte für X-Millionen finanziert. Aber wie Sie richtig sehen, Diversifikation der Erträge schadet sicherlich nicht, PV hat sich anscheinend etwas dabei überlegt.

    • @Toggi: Gegenfrage, glauben Sie dass anhand der durchschnittlichen Hypothek das Gesamtrisiko abgeschätzt werden kann? Ich denke kaum, zumal beim Platzen einer Blase nicht unbedingt die Herrliberger Villen das Problem sein würden. Es ist ziemlich schwierig bis unmöglich anhand von Bilanzen und Statements das Risiko einer Bank abzuschätzen. Trotzdem hat Raiffeisen bis vor wenigen Monaten/Jahren ein rasantes Hypowachstum hingelegt – Während andere Banken (insbesondere die Grossen) stärker auf die Bremse getreten sind. Wieviel PV dabei wirklich überlegt hat, wird uns die nächste Dekade sicherlich zeigen.

    • @ Toggi. Diese Diversifikation in neue Geschäftsfelder reduziert das Risiko bei keiner einzigen Hypothek. Es besteht viel mehr die Chance, dass der operative Leverage der Gruppe erhöht wird (müsste man mal analysieren, nachdem aussagekräftige Vergleichzahlen bestehen).
      Notenstein schreibt sich ja auf die Fahne, in Szenarien zu denken. Die müssten PV eigentlich Auskunft geben können, wie er Raiffeisen gegen das Szenario „Immobilienkorrektur CH“ schützen müsste.

  6. Wer die abgeworbenen UBS-Leute kennt, weiss, dass diese gerade einen Riesenfehler gemacht haben… einerseits sind sie keine „Top-Shots“, andererseits ist das (lokale) Notenstein-Offering für viele UHNWI schlichtweg ungenügend… bezeichnend dafür ist ja, dass diesen UBS-Leuten UBS-intern nicht nachgetrauert wird… Schriber mag zwar ein Dr. sein, aber ein guter Kundenmann ist man deswegen noch lange nicht…

    • Zu den Qualitäten der Leute, die da wechseln möchte ich mich nicht äussern, kenne nur einen Teil der Mannschaft. Bezüglich Bezüglich Produkte- und Dienstleistungsangebot pflichte ich Georges Bregy 100% bei. V.a. die Performance der einstigen Kernprodukte rund um „Active Indexing“ ist sehr bescheiden, und, sie ist in den vergangenen Quartalen auch nicht besser geworden. Auch die neu lancierten Fonds bleiben deutlich hinter den Erwartungen zurück. Bin dann mal gespannt was Notenstein den genau diesen anspruchsvollen Entrepreneurs & Executives resp. den UHNWIs anbieten will. Trotz allen Marketingbotschaften und vollmundigen Konzepten will der Kunde in obigen Segmenten v.a. eines: ein ansprechende Rendite, die v.a. auch die Kosten rechtfertigt und hoffentlich überkompensiert. Leider hapert es in diesem Bereich bei Notenstein ganz arg. Nicht gerade E&E resp. UHNWI like. Aber, schau’n mer mal.

  7. Der Raiffeisen Kunde gilt als eher konservativ, ländlich, traditionalistisch und sicher anlegend. Ein Szenarion wäre durchaus auch, dass Raiffeisen eigene Kunden verliert, weil diese die etwas forsche Expansion nicht mitmachen wollen, denn sie müssten ja das Risiko tragen. War es nicht unlängst der ‚Finanz-Sektor‘ welcher die Welt und einge grosse Banken beinahe in den Abgrund führten?

    • Aus welchen Grund soll Notenstein durch Kundengeschäfte (keine Investment Bank) die Finanzwelt an den Abrund fahren? Weil viele Kunden Ihr Geld dort anlegen? Oder weil Sie Marktanteile von der Konkurrenz abluchsen? Raiffeisen gewinnt aufgrund von Notenstein laufend zusätzliche Kunden dazu, da Raiffeisen dadurch in der Lage ist noch bessere Dienstleistungen rund ums Anlagegeschäft zu bieten. Und glauben Sie mir, genau diese „Konsverativen, ländlich, traditionalistischen“ Kunden, sind zu 80% auch Kunden bei einer anderen Bank. Es geht also nicht um Neukunden, sondern darum dass diese Kunden die Position bei Raiffeisen vergrössern. Der Kunde hat nur Vorteile!

    • Auch wenn ich wirklich gegen diese Abwerbungen von sogenannten Top-Beratern bin. Das Risiko in der Raiffeisengruppe liegt wohl eher im extrem grossen Hypotheken-Portfolio der Raiffeisen, und nicht in der Notenstein, welche Vermögensberatung und -Verwaltung anbietet, ohne Bilanzrisiken für die Kunden.

  8. Man muss es wieder einmal deutlich sagen: Banker sind heute Söldner. Beim ersten besseren Angebot springen sie ab.

    Und im Parlament wird heute stundenlang über die „Lex USA“ laviert um für diese hochbezahlten Söldner die Kohlen aus dem Feuer zu holen.

    • …ja es wird laviert und probiert und Recht zurecht gebogen. Warum? die Söldner-Branche ist für die Parlamentarier eine wichtige (VR/Beirat) Pösteli-Garantin nach der eignen Politlaufbahn. DAS will man sich erhalten…

    • Es läuft in jeder Branche, welche etwas mit Verkauf zu tun hat genau gleich, egal ob Bank, IT oder weiss der Geier was…

      Was jedoch in diesem Fall reine Spekualtion ist, ist die Tatsache dass niemand weiss, ob Notenstein überhaupt gleichviel, mehr oder weniger Lohn bezahlt!! Ich gehe davon aus, dass die Leute sich mit weniger zufrieden geben, daür ein intaktes Umfeld vorfinden.

      Tja, nichts mit Söldner Mentalität!

    • …und die Söldner geben dann ihren Sold wieder in der CH aus. so freut sich dann der garagist, der handwerker, der architekt, der wirt…. jetzt werden sie sagen, dass ist das geld der aktionäre. ja, stimmt auch. aber die grossen aktionäre sitzen im ausland und geben das geld nicht hier in der CH aus. nie die hand beissen, welche uns auch füttert.

  9. sehen wir es doch mal so: wenn die kundenberater von ihren arbeitgebern (ich rede in Mehrzahl, weil sich das phänomen nicht auf die UBS beschränkt!) etwas mehr loyalität erhielten, wäre es für konkurrenten (nicht nur notenstein) nicht so einfach, ganze teams mit vorwiegend pekuniären argumenten zu einem wechsel zu überzeugen.
    aber man kriegt meist zurück, was man zu geben bereit ist. wer weiss, wie heutzutage das management mit den bankangestellten umgeht und diese als blosse manövriermasse betrachtet, wundert sich ganz bestimmt nicht, dass die mitarbeiter ihrerseits die loyalität auch in erster linie am geld messen! reorgs sind zu jährlichen rechtfertigungsübungen verkommen, berater werden verschoben wie schachfiguren und all das dient der rechtfertigung des eigenen jobs von leuten, von denen eigentlich niemand weiss, was sie den ganzen tag tun! was dabei ganz sicher ist: der kunde interessiert hier gar keinen mehr!
    welcome to the new, real world of banking!

  10. Haha, da werden die ex-UBS-Leute ein paar Jahre bei Notenstein gut abkassieren, und dann wird Vinzenz den Blick in die (leere) Röhre machen müssen! – Es werden sicher nicht viele Kunden der UBS zu Notenstein wechseln. Weshalb sollten sie?

  11. Dies kommt mir so vor wie damals als ein ganzes UBS Team zu Rothschild wechselte. Da haben sie jahrelang dick garniert und heute sind sie in alle Winde zertreut. Für die Bank ausser Spesen nichts gewesen.

  12. wenn 10 „Top-Shots“ zusammen 1 Mia. bringen, sind sie ihr Geld nicht wert. Wahrscheinlich einen RoA auf den Büchern von 0.3 %. Diese ganzen Personalabwerbungen werden mal wieder ohne den Wirt (Kunden) gemacht. Die Macht der Kundenberater wird in dieser Branche MASSIV überschätzt. Aber alle schauen ja lieber auf das eigene Portemonnaie anstatt auf den Kunden.

    • Korrigenda:
      1) Im Bericht steht nicht das Top Shots wechseln, sondern das UBS Top Shots nervös sind aufgrund des Abgangs. Nehmen wir es doch genau, wenn schon Kritisieren. Danke.
      2) es sind weniger wie 10 Berater, dabei sind auch Assistenten. Es sind nur etwa 4 bis 5 Berater
      3) ROA von 30bp ist zu tief angesetzt. Wir sind hier weder nicht im Deutschen Markt noch im institutionellen Geschäft. Danke

      Das Ding kann schon aufgehen ! Abwarten.

    • @Fränzi:

      zu 1 + 2: korrekt, danke.

      zu 3: dieses UHNWI und Enterpreneurs Geschäft ist ein low-margin-business, deshalb wird die Range irgendwo bei 30bp bis 60 bp anzusetzen sein.

      However, 1 Mia bei 10 Köpfigem Team kann mit Margen im Onshoregeschäft nie und nimmer rentabel sein, ausser die Kunden sind blind und taub und kaufen den Beratern jeden Mist ab.

      Ansonsten muss das Team bei so wenig Assetbasis aber eine gehörige Pipeline mit Potentiellen Kunden haben.

  13. Denke das wird so nicht funktionieren mit Notenstein.

    Watschelt bereits schön in den Grossbanken Spuren. Nicht fokussiert, personalintensiv, in-house fokussiert, altmodisch, ausgelaugte Konzepte.

    Hmm, was wenn die Raiffeisen Kässelis Kunden verlieren… Woher kommt das Kapital? Ach, das sind ja die unangenehmen Fragen….

    • Das sehe ich ein wenig anders. Notenstein ist durchaus fokussiert: Markt Schweiz, gewisse Auslandmärkte, Vermögensverwaltung, Anlageberatung und nachhaltiges Asset Management.

      Kapital? Notenstein finanziert sich gerade selbst –> Bilanz/ER checken 😉

    • @ Peter Frei
      Markt Schweiz ist ja gut und schön, aber „gewisse Auslandsmärkte“ sind per Definition Notenstein: 10-15 Länder, und zwar die umliegenden in Europa, Russland und KASACHSTAN! sowie 2-3 Märkte in Südamerika. Frage mich, ob Notenstein mit knapp 600 Mitarbeiter die Compliance für solche spezielle Märkte im Griff hat.

      So hat die CS, welche mit sicherlich einer grossen Compliance-Mannschaft auftrumpfen kann, sich erst kürzlich entschieden, aus gewissen Märkten einen Rückzug zu machen.

      Aber wie schon gesagt, die Zukunft wird es weisen , ob PV eher ein Napoleon oder ein Kolumbus sein wird.

    • @ P. Frei. Auf was wollen Sie hinaus betr. Bilanz / ER? Verstehe das „gerade“ nicht. Habe Geschäftsbericht 2012 gelesen.

      Ich habe auch das Interview vom 6.6. von Herrn Künzi gelesen. Entlarvung bei erster Antwort. „Wir wollen eine der drei führenden Privatbanken sein“.

      1. Private Banking ist in Zukunft ein Nischenmarkt; eine Erklärung erübrigt sich hier wohl

      2. Institutionelles Geschäft im Private Banking; das sind zwei ganz verschiedene Geschäfte

      3. Privatbanking und Kapitalmarktabteilung; die ewige Leier nur um mit den Kundenaufträgen noch etwas zusätzlich zu verdienen

      4. Nachhaltigkeit = von Sarasin eingekauft. Die haben das ja speziell gut hingekriegt. Das bisschen grün interessiert niemand beim Geldanlegen

      5. Hingegen ist Umwelttechnik ein Anlagethema. Kann für ein paar Cents eingekauft werden. Dazu brauchts kein Anlageberater (mehr)

    • Lieber Mäsi Dann… Vielleicht ist Ihnen der Gewinnbeitrag von Notenstein aufgefallen. Rechnen Sie einmal nach, wie lange es dauert, dass auf Basis dieses Gewinnes, der Kaufpreis amortisiert wird (abzüglich Substanzwert wie Immos etc.). Fantastisch!

    • @ P. Frei. Ja, da gebe ich Ihnen Recht. „Notenstein“ war ein cleverer Kauf, keine Frage! Nun, wir werdens ja sehen ob die Gewinne auch zukünftig üppig ausfallen.

  14. „Die Gefahr, dass bis zu einer Milliarde abfliessen könnte, ist möglicherweise realistisch.“ schreibt LH. Wenn ich diesen Betrag auf die 10 Kundenberater umrechne, komme ich, sofern sie dann auch so viel zu Notenstein bringen können, auf 100 Mio AUM. Wenn ich mit einer Marge von 1 % rechne, ergibt das einen Bruttoertrag von CHF 1 Mio. Bei grossen Kunden (UHNWI) sind die Margen natürlich viel kleiner. Da diese neuen Kundenberater nicht für ein Butterbrot zu haben sind und die Notenstein aktuell ein Cost-/Income-Ratio von 74.9 hat (gemäss Geschäftsbericht) und die Investitionen in neue Mitarbeiter etc sicher nicht zu einem tieferen Ratio führen, bleiben im Best-Case ein Ertrag von Total CHF 2 Mio.

    Fazit: 100 Mio AuM pro Kundenberater ist viel zu wenig. PV geht mit allen diesen Investitionen ein hohes Risiko ein für die Aussicht auf einen Mehrertrag von knapp 7 % bezogen auf das letzte Geschäftsjahr. Zudem werden die 40 Leute von Sarasin und das neue Asset Management mit Beat Wittmann etc in den nächsten Jahren, bis die Erträge anfallen, hohe Kosten verursachen. Die Zukunft wird es weisen, ob er eher als Napoleon (grössenwahnsinnig) oder als Kolumbus (auf zu neuen Ufern) in die Geschichte der Raiffeisen/Notenstein eingehen wird.

  15. UBS-Teams auf Wanderschaften und auf dem Einkauf-Zettel von “Wonder-Boys“:

    Wir wissen nur zu gut, was solch hochbezahlte Teams alles fähig sind anzurichten.

    Die Zürcher Kantonalbank ist nur ein letztes Beispiel dafür, wie schnell solch “hochdekorierte Mann- bzw. Seilschaften“ durch Gedeih und Verderb
    ihren neuen Arbeitgeber infiltrieren.

    Was bei UBS gelernt, aber von der FINMA auf dem Index, kann so feucht-fröhlich aber boniwirksam am neuen Arbeitsplatz gelebt und geklont werden.

    Wir durchleben gerade die Konsequenzen aus der US-Kunden-Abwerbung ex UBS. Hier scheinen Neuauflagen in personeller Hinsicht Urständ zu feiern!