Vincenz und Raiffeisen-Lady: Ab ins Sabbatical

Oberbanker begleitet Ehefrau und Rechtschefin in 2-monatiger Auszeit – Notenstein-Ausbau ohne Kontrolle.

Pierin Vincenz hat mit Hunderten von Millionen seiner Raiffeisen-Genossenschafter eine Privatbank namens Notenstein aus dem Boden gestampft.

Nun ist für Vincenz das Werk offenbar bereits vollbracht. Jedenfalls verschwindet der Oberzampano von Swiss Banking im Herbst für zwei Monate von der Bildfläche.

Vincenz begleitet seine Frau Nadja Ceregato auf deren Sabbatical. Damit ist die Raiffeisen-Spitze gleich doppelt verwaist.

Ceregato ist nicht irgendwer. Sie leitet die Rechtsabteilung des Raiffeisen-Konzerns in St. Gallen und war bei der Übernahme von Wegelin matchentscheidend. Aus Wegelin wurde Notenstein.

Vincenz-Sprecher Franz Würth sieht kein Problem, wenn die beiden zentralen Köpfe der Raiffeisen-Gruppe rund 8 Wochen lang abwesend sind.

„Es gehört zur Raiffeisen-Kultur, dass auch Geschäftsleitungs-Mitglieder ihr Sabbatical einziehen“, schrieb Würth gestern Abend in einer E-Mail-Stellungnahme.

„Raiffeisen ist so organisiert, dass niemand unentbehrlich ist und die Teams in gewohnter Manier weiter arbeiten“, meinte der Sprecher weiter. „Das entspricht einer gelebten Vertrauenskultur.“

Alle wichtigen Projekte seien langfristig angelegt und würden „ganz normal weiter bearbeitet“. „Die Stellvertretung von Pierin Vincenz ist selbstverständlich geregelt und für spezielle Themen kann er jederzeit miteinbezogen werden.“

Es sei gerade eine Stärke der Raiffeisen-Organisation, „dass wir breit abgestützt sind und keine One-Man-Shows betreiben“, meint Würth.

Das Doppel-Sabbatical des Raiffeisen-Chefs und seiner First Lady ist aus zwei Gründen problematisch.

Erstens macht es deutlich, wie heikel die Partnerschaft zwischen dem CEO und der obersten Rechtsfrau für die Bank ist. Zweitens passt der Zeitpunkt nicht zur Notenstein-Expansion.

Entgegen der Meinung von Vincenz, seines Verwaltungsrats und der Aufsicht in Bern, die alle einverstanden sind mit einem CEO und einer Ehefrau im Topkader, ist diese Konstellation aus dem Blickwinkel korrekter und zeitgemässer Unternehmungsführung problematisch.

Das zeigte sich deutlich beim Kauf der Wegelin-Bank. Innerhalb weniger Tage musste sich die Raiffeisen-Zentrale entscheiden, den Deal zu machen und mehr als eine halbe Milliarde dafür auf den Tisch zu blättern.

Auf Hochtouren prüfte ein Raiffeisen-Team die Bank Wegelin auf Werthaltigkeit und Altlasten. Eine entscheidende Frage dabei war, ob es abgesehen vom Geschäft mit unversteuerten US-Vermögen, das bei Wegelin zurückblieb, andere versteckte rechtliche Risiken geben würde.

Dafür war Vincenz‘ Frau Nadja Ceregato zuständig. Die Raiffeisen-Juristin hat einen guten Ruf als gewissenhafte Schafferin. Bei der Prüfung von Wegelin auf Herz und Nieren leitete sie den Teilbereich Rechtliches und Compliance-Fragen.

Am Ende gab Ceregato grünes Licht für die Express-Übernahme, gleich wie die übrigen Mitglieder im Due-Diligance-Team von Raiffeisen.

Doch nun kommt der entscheidende Punkt. Hatte Rechtschefin Ceregato überhaupt eine Wahl, Nein zum Wegelin-Deal zu sagen?

Pierin Vincenz wollte die Wegelin-Bank unbedingt kaufen, weil er damit endlich in den Besitz einer eigenen Privatbank kommen würde. Dieses Ziel wurde ihm zuvor von der Zürcher Vontobel und der Basler Sarasin verwehrt.

Wäre Frau Ceregato zum Schluss gekommen, dass der Kauf von Wegelin aus juristischer Sicht ein zu grosses Wagnis darstellen würde, dann wäre sie in ein Dilemma sondergleichen geraten.

Sie hätte sich nicht nur mit ihrem obersten Chef und Herrscher über die 300 Raiffeisen-Banken der Schweiz anlegen müssen. Das wäre ja noch machbar gewesen.

Darüber hinaus hätte sie sich auch jenem Menschen in den Weg stellen müssen, mit dem sie unter einem Dach lebt und ihr privates Leben teilt.

Es wäre nur menschlich, wenn Nadja Ceregato unbewusst mit einer grundsätzlich positiven Einstellung zum geplanten Deal an ihre juristische Prüfung herangegangen wäre. Alles andere würde erstaunen. Menschen sind Menschen, keine Computer.

Zum zweiten problematischen Punkt der Spezial-Liaison im Raiffeisen-Palast, dem Zeitpunkt der zweimonatigen Doppelvakanz. Dieser könnte kaum unglücklicher gewählt sein.

Vincenz hat mit der Wegelin-zu-Notenstein-Transformation Mut und Vision bewiesen. Rasch hat er mit Zukäufen aus der Notenstein eine Komplett-Privatbank gemacht, mit ausgebautem Asset Management und einem Minderheitsanteil an der Strukturen-Boutique Leonteq, der früheren EFG Financial Partners.

Das gesamte Investment ins Notenstein-Konstrukt dürfte sich auf rund 700 Millionen belaufen: 580 Millionen zahlte Vincenz den Wegelin-Partnern, rund 70 Millionen den Leonteq-Besitzern, der geschätzte Rest wäre an Beat Wittmann für dessen Asset-Management-Firma geflossen.

Zu den 700 Millionen könnten nochmals 100 Millionen oder mehr hinzukommen, wenn sich Vincenz und die Zürcher Vontobel in ihrem Streit um einen Kooperationsvertrag für Börsengeschäfte und Produktelieferungen endgültig verkrachen.

Sollte Vincenz den laufenden Schiedsgerichtsfall verlieren, dann könnte Vontobel auf Schadensersatz pochen.

Insgesamt muss von einem sehr hohen Risiko rund um Notenstein gesprochen werden; nicht weil Notenstein ein besonders gefährliches Businessmodell betreiben würde, sondern weil Vincenz alles auf Notenstein gesetzt hat.

Das Geld für den Bau eines eigenen kleinen Privatenbanken-Imperiums stammt von den Millionen von Raiffeisen-Genossenschaftern. Sie müssten Kapital nachschiessen, falls die Raiffeisen-Gruppe in Schieflage geraten würde.

Eine solche Krise droht eher von der Immobilienfront her und nicht vom Private Banking. Eine abrupte Zinserhöhung würde Vincenz und seine Raiffeisen wohl auf dem falschen Fuss erwischen.

Doch die Hunderten von Millionen Franken, die Vincenz in den Aufbau von Notenstein investiert hat, würden in einem solchen Moment schmerzlich fehlen.

Umso wichtiger ist es aus Sicht der ganzen Raiffeisen-Gruppe, dass das Abenteuer Notenstein gut herauskommt.

Dieses ist mitten am Laufen. Notenstein wirbt aggressiv Banker-Teams von der Konkurrenz ab. Diese müssen ebenso ins Notenstein-Konstrukt integriert werden wie die Firmen, an denen sich Notenstein beteiligt hat, an die kurze Leine genommen werden müssen.

All das stellt hohe Ansprüche an die obersten Führungskräfte. Der Oberste bei Notenstein ist Pierin Vincenz himself. Er ist Präsident der Notenstein Privatbank.

Statt die Notenstein eng zu begleiten, taucht Vincenz 2 Monate ab. Ob diese neue Form von Work-Life-Balance erfolgversprechend ist, muss sich weisen.

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51 Kommentare zu “Vincenz und Raiffeisen-Lady: Ab ins Sabbatical

  1. Man muss sich das auf der Zunge zergehen lassen…..
    Der CEO einer der bedeutenden Schweizer Banken ist liiert mit der Chefin der Rechtsabteilung und verabschiedet sich gemeinsam für ein paar Monate in den Urlaub!!!
    Die Finma schaut zu und reguliert die kleinen Finanzdienstleister weiter zu tode. Jeder kann selber seine Schlüsse daraus ziehen.

    • Und wo liegt das Problem?

      Der Inhaber und Geschäftsführer der KMU XY ist verheiratet mit der Chefin der Finanzbuchhaltung –> und es funktioniert, welch Wunder!!!

    • @Vreni S.
      Das ist der typische Apfel und Birnen-Vergleich. Es ist wohl etwas anderes, ob in einem KMU die Frau des Inhabers das Sekretariat macht oder die Buchhaltung führt oder der CEO von Raiffeisen mit der Leiterin der Rechtsabteilung/Compliance liiert ist, welche auch die Tätigkeit der Geschäftsleitung unter die Lupe nehmen muss (Stichwort Corporate Governance!)

  2. Was mich am meisten stört ist der Umstand, dass unsere super FINMA wieder einmal tatenlos zuschaut und diese berufliche Verknüpfung des Paares Vincenz toleriert. Falls dann mal etwas wirklich schief läuft, dann sollten die Verantwortlichen bei der FINMA ebenfalls zur Rechenschaft gezogen werden, resp. den Hut nehmen!

    • HAHAHAHAHAHAHAHAHAHA… bis heute hat das duo ja funktioniert, nicht wie bei anderen banken!

    • Ja genau – bis heute. Das war bei den anderen Banken auch so und dann kam Morgen und alle haben es ja schon immer besser gewusst. M.e. spielt das Verhältnis dieser 2 Führungskräfte keine Rolle. Entweder es klappt oder auch nicht. Wie war das noch mit Frau BR Kopp!

  3. Blöder Kommentar wegen Raiffeisenchef und seiner Gattin und noch blödere Schreibe wegen der Raiffeisen ganz allgemein!

    Scheinbar hat dieser Journalist seine Ausbildung nicht bei Dr. Manuel Isler gemacht. So einen Kommentar hätte M.I. nie und nimmer goutiert. Er hat uns angehende Journis bei der Ausbildung immer dazu angehalten fair und gut recherchiert zu schreiben.

    Und ganz sicher hat die Raiffeisen ( ich weiss es) sehr gute Stellvertreter, welche kompetent sind, die Lücken zu füllen.

    Also tolle Ferien, dem Chef und seiner Frau, mit neuen tollen Eindrücken!

  4. Dieser Schritt benötigt Mut – ich kenne keinen anderen Konzernmanager, der diesen Mut bis jetzt hatte – möge dieser Schritt auch noch weitere vom burnout gezeichnete Topleute motivieren.

    Es bleibt nur noch die Frage, ob Pierin Vincenz dieses Projekt antreten würde, falls er keine so mutige, intelligente und hingebungsvolle Partnerin hätte?

    Ich wünsche also allen Top-Leuten eine analoge Partnerin.

    • Lieber Ruedi Kurtz, erklären Sie uns doch bitte in einfachen und verständlichen Worten, wo das Risiko im IT Projekt mit IBM liegt. Sind es finanzielle Risiken? Gehen Sie davon aus, dass es nicht funktioniert und Raiffeisen das System trotzdem umstellt? Oder bekamen Sie keinen Zuschlag in diesem Bereich und sind nun traurig?

      Vielen Dank im Voraus für Ihre Erklärung.

    • @Zampano: nur Probleme, keine Ende in Sicht, > 50 Mio/Jahr, Moratorium dauert viel länger als erwartet und dadurch keine anderen Entwicklungen

  5. Ich wünsche Pierin schöne Ferien mit seiner geliebten Gattin.

    Pierin hat einen erstklassigen Stellvertreter Dr. Patrick Gisel, welcher dies sicherlich hervorragend machen wird in den nächsten Monaten.

    Dieser Artikel ist Bullshit.

  6. Der Hinweis betreffend „One Man Show“ trifft zu. Es gibt offensichtlich immer noch Verwirrung um die rechtliche Organisation von Raiffeisen. Vincenz ist nicht CEO über 300 Raiffeisenbanken, lediglich von Raiffeisen Schweiz. Raiffeisen Schweiz ist nicht Muttergesellschaft von 300 Töchtern, sondern Tochter von 300 Müttern. Ein gutes Beispiel für die Diversifikation von Risiken und Verantwortung. Deshalb: Schöne Ferien!

    • Lieber Leonhard Euler, vielen Dank für Ihren treffenden Beitrag.

      Ich denke, dies ist vielen Schreiberlingen nicht bewusst und man muss einfach Raiffeisen-Kunde sein um dies dezentrale Strukutur spüren zu können mit den extrem kurzen Entscheidungswegen.

      Gerne unterstütze ich Sie durch folgenden, sehr passenden Link zur Struktur der einzelnen Raiffeisenbanken: http://www.raiffeisen.ch/web/raiffeisenbanken

    • Lieber Zampano
      Erklären Sie doch bitte diese extrem kurzen Entscheidungswege. Vielleicht gerade am Beispiel der Hypothekaranträge? Hörten wir nicht immer, dass es ein zentrales Risikomanagement gibt? Dann wären die Entscheidungswege aber zwangsläufig viel länger, oder ist das Risikomanagement doch eher eine Farce?
      Das hohe Kreditrating von Raiffeisen CH beruht auf dem Unterstützungsmechanismus der 300 Kässelis. Das stand-alone Rating von Raiffeisen CH wurde zurückgestuft und ist auch einiges tiefer (A negativ). Sollte es zu einem plötzlichen Abzug von Kundengeldern bei den Kässelis kommen, gerät v.a. Raiffeisen CH in Kapital-Bedrängnis. Dort liegt der operative Leverage. Eine Art Schneeballsystem.

    • Mir scheint der PR-Zampano sichtet im Auftragsverhältnis für Raiffeisen diesen Blog. Seine Votings zeichnen sich auffallenderweise durch eine konsequente Negierung jeglicher Kritk an Raiffeisen oder deren Protagonisten aus. Vielleicht ist es aber einfach auch nur Ignoranz.

    • Lieber Mäsi Dann, ich sehe, sie verstehen die Funktionsweise der Raiffeisenbanken wirklich nicht. 321 selbständige Banken, mit eigener Bankleitung und Verwaltungsräten –> diese beurteilen vor Ort jeden Kreditantrag.

      Risikomanagement (ALM) wird ebenfalls von jeder Bank selbständig gemacht und durch Raiffeisen CH überwacht, dass dies in vorgegebenen Limiten geschieht.

      Nicht ganz so einfach, ich weiss…

      Das Kundengeschäft wird vorüberwiegend durch die Kässelis gemacht –> versteh darum nicht, warum Raiffeisen CH als Tochter ein Rating bekommen sollte!? Raiffeisen CH als Gruppe hat ein Rating von Moody’s.

      Raiffeisen Schweiz:
      http://www.raiffeisen.ch/web/raiffeisen+schweiz0

      Raiffeisen Kässelis:
      http://www.raiffeisen.ch/web/raiffeisenbanken

    • ät Zampano. Danke. Dann drücken wir mal die Daumen, dass es keinen Immo-Rutsch gibt. Bleibe skeptisch, was die Struktur und gegenseitigen Abhängigkeiten anbelangt.

    • @Mäsi Dann: Selbstverständlich wäre ein Immobiliencrash für Raiffeisen, wie auch alle anderen Bank, welche Hypotheken vergeben sehr schlecht. Die Frage ist natürlich, wie man Immobiliencrash definiert.

      Ein Preisrückgang von 10%, vielleicht auch 20% ist sicherlich verkraftbar. Bei 40% oder 50% sieht es natürlich bitterer aus. Ich bin mir dann aber nicht sicher, ob es um die Sparkasse Hinterpupfingen, um Raiffeisen, die Grossbanken oder die Kantonbalbanken (doppelt soviel Volumen wie Raiffeisen im Immomarkt) schlechter steht…

  7. Aber, aber, Hr. Hässig. Kann doch nicht so wild sein. Hab gehört, wir leben im 2013 und da soll es Computer und Smartphones, Tablets usw. usw. geben. Oder haben Sie während Ihrer letzten Ferien etwa nicht täglich rein geschaut?

    Das Risiko, wie zu meinen guten alten Zeiten, als die Brieftauben durch HAARP-Ionosphären-Strahlen irrtümlich nach Moskau umgelenkt wurden, ist doch hoffentlich vorbei. Who cares.

  8. SKANDAL! Top-Banker gönnt sich Urlaub – und nimmt sogar Frau (die sich erfrecht, auch selber arbeitstätig zu sein) mit!

  9. Schon wieder tönt ein Artikel über PV so einseitig … da hat offensichtlich jemand noch eine Rechnung offen?

    Gut, die Konstellation PV / Ceregato finde ich alles andere als ideal und man kann dem VR nur dringenst empfehlen dies zu überdenken – eben genau um solchen Vermutungen nicht Vorschub zu leisten.

    Ansonsten finde ich den Mut von PV eigentlich gut und wie schon öfters gesagt: Wir fordern immer Schweizer Manager welche etwas bewegen … und nun soll PV die Füsse still halten? Wie er’s macht ist es offensichtlich nicht recht …

    on verra!

  10. da kann sich die Bank schon mal daran gewöhnen wie es ohne ihren CEO weiter geht…er wird der nächste grosse Bankchef sein der von seinem hohen Ross fällt….das ist so sicher wie das Amen in der Kirche!

    • Könnten Sie uns bitte erläutern warum oder handelt es sich bei Ihrer Aussage um ihr fundiertes Bauchgefühl?

    • @Mäsi: Ich bin lange genug dabei, während Sie möglicherwiese zu nahe dran sind: Ich tippe auf Auftragsschreiberling im Dienste von Raiffeisen. Aber jeder muss ja sein Brot irgendwie verdienen. Viele Grüsse an die PR-Abeilung des P.V.

    • Schön, dass der Beobachter hier seine Wunschträume äussern darf. Könnten Sie noch erläutern warum Herr Künzi Notenstein an die Wand fährt?

      – Fast die einzige Bank ohne US Kunden
      – Innovative Vermögensverwaltung
      – Grosser Anteil CH-Kunden
      – Gute Rentabilität

      Mir persönlich gefällt Notenstein und wie diese positioniert ist.

    • Der Mäsi hatte in Betriebswirtschaft offensichtlich einen Fensterplatz. Aber er muss ja auch nicht erklären, wie man mit 700 Kolleginnen und Kollegen, an 13 CH-Standorten, und Kundenvermögen von überschaubaren CHF 20 Milliarden, rentabel wirtschaftet. Spektakulär an Notenstein ist bestenfalls die Cost-/Income Ratio von über 90 Prozent.

      Eine gute Renatbilität sîeht anders aus, lieber Mäsi. Dream on and get lost.

    • @Mäsi: Etwas naiv zu glauben, dass die offiziellen (CIR-)Zahlen nicht geschönt sind. Allein schon der gesunde Menschenverstand sollte ausreichen um zu erahnen, dass hier Kosten verschoben werden, um die Braut aufzuhübschen.

    • @Beobachter: Das ist nun etwas weit hergeholt und nicht so einfach, da die Erträge und Kosten grösstenteils auf den einzelnen Raiffeisenbanken erzielt werden, welche alle eine eigene Bilanz/ER haben.

      Aber ja, ich sehe, sie suchen verzweifelt nach dem Haar in der Suppe –> dann viel Spass! Scheint also besser zu sein als ich dachte diese Notenstein-Geschichte… 🙂

  11. Der grössere Skandal ist, dass Vinzenz – gemäss der Arithmetik von LH – Wittmann 50 Mio bezahlt haben soll. – Kann doch nicht sein, oder?

  12. Jedem sein Sabbatical! Wenn ich die letzten grossen Banken-Deals in der Schweiz Revue passieren lasse, dann ist der Wegelin-Kauf durch Raiffeisen mit Abstand weitaus der Beste gewesen. Daran gibt es m.E. nichts zu deuteln.

    Vincenz und Ceregato: ich sage bene fato!

  13. Ich wünsche Herr Vincenz und seiner Partnerin eine erholsame Zeit! Für die FINMA sicherlich ein positives Zeichen, dass auch ein CEO einmal Ferien machen kann und der Laden trotzdem weiterläuft.

    (Revisionstechnisch sind diese Leute, die nie Ferien machen oder nur sehr kurz, das grösste Risiko)

  14. Sehe das nicht so eng wie LH. Als die Finanzkrise seinen Höhepunkt erreichte und das Finanzsystem fast kollaborierte, befand sich Mister 16:59 Scholl, seines Zeichen auch CEO der ZKB ebenfalls im sabbatical. Unerreichbar für alle ZKBler inkl. seinen völlig überforderten Stv. Ob das nun gut oder schlecht war, weiss man nicht genau. Manchmal ist’s besser man schickt gewisse Exponenten in den Sabbatical oder sogar noch besser in die Wüste – am Liebsten für immer!

    • Mister 16:59 Scholl, das gefällt mir… Wäre ja traurig, wenn eine Firma nicht 2 Monate ohne jemanden auskommen würde! Nicht traurig, sondern geradezu angsteinflösend!!!

  15. Es ist bekannt, dass Wegelin wegen der Anklage der US-Bundesstaatsanwaltschaft unter grossem Zeitdruck verkauft werden musste. Wenn wenig Zeit zur Verfügung steht ist es ebenso normal, dass nicht genügend Zeit für eine reguläre finanzielle und rechtliche Sorgfaltsprüfung (financial and legal due Diligence) besteht. Solange die Raiffeisen sorgfältig genug und genug verhandlungsstark war und im Kaufvertrag vereinbart hat, dass ein Teil des Kaufpreises auf ein Sperrkonto (escrow account) bezahlt wird und während einer gewissen Frist im Vertrag umschriebene nachträglich entdeckte Probleme nachträglich den Kaufpreis reduzieren und zu einer Rückerstattung eines Teils des Kaufpreises vom Sperrkonto führen, ist alles in Ordnung. Es ist auch gut möglich, dass die Raiffeisen verhandlungsstark genug war einen Teil des wirtschaftlichen Risikos nach dem Kauf auf den Verkäufer zu schieben, indem die Höhe des Kaufpreises von der Höhe der nach dem Kauf an Stichtagen gemessenen verwalteten Vermögen und Kundenguthaben und/oder vom Jahresgewinn abhängt.

    Würde ich, wenn ich Raiffeisengenossenschafter oder die Finma wäre, wollen, dass die Leiterin Recht und Compliance mit dem CEO verheiratet ist und trotzdem ihre Stelle behalten kann? Eher nicht. Das bedeutet aber nicht, dass Raiffeisen den Kaufvertrag schlecht verhandelt hat. Oder kennen Sie den Inhalt des Kaufvertrags Herr Hässig?

    • Es scheint Sie haben vertiefte Kenntnisse in diesem Gebiet oder kennen gar die Verträge von Raiffeisen/Wegelin. Bravo – gute Inputs, denn genau dies ist auch der Fall. Wer in diesem Fall die bessere Verhandlungsbasis hatte liegt wohl auf der Hand, denn es heisst nicht umsonst Notverkauf.

    • Wer hat denn sonst noch um Wegelin geboten?

      War ja logisch, dass Raiffeisen nicht die faulen US -Eier bekam.

      Sonst war Wegelin in Ordnung. War ja auch gut und geführt und dafür bekannt dafür. Diese due dilligence war nicht besonderlich schwer.

    • Wer sonst noch geboten hat? Z.B. die St. Galler Kantonalbank und verschiedene Privatbanken!