Rohners US-Geheimplan opfert eigene Topleute

Toxische Amerika-Konti landen in neuer CS International Advisors AG, Seniors drin – New Bank für US-Deal.

Urs Rohner hat für seine Credit Suisse einen Amerika-Geheimplan ausgeheckt. Herzstück ist eine neue Schweizer Bank, in die kürzlich alle unversteuerten US-Konti transferiert wurden.

Der Präsident der schlingernden Grossbank erfüllt damit Forderungen der USA. Deren Department of Justice (DoJ) will Blut im Steuerkrieg sehen.

Statt der Mutterbank Credit Suisse AG kann das DoJ nun die neue Tochterbank einklagen. Diese müsste sich schuldig bekennen zum Schwarzgeld-Verstecken.

Der Plan stammt von Urs Rohner und wird von dessen Rechtschef Romeo Cerutti umgesetzt. Er soll das CS-Mutterhaus vor dem Aus bewahren, riskiert aber die Opferung vieler CS-Kaderleute.

Rohners Coup startete im Dezember mit der Gründung der CS International Advisors AG in Zürich. „Unternehmensberatungen, Vermögensverwaltungen und Anlageberatungen“ lautete der Zweck.

Das fiel niemanden auf. Am 28. Februar, dem Tag nach dem historischen US-Senatshearing, verwandelten Rohner und Cerutti ihre CS International Advisors in das, wozu die AG wirklich gedacht war.

„Die Gesellschaft bezweckt den Betrieb einer Bank“, lautete der neue Zweck. Das Kapital wurde von den minimalen 100’000 Franken auf 21 Millionen aufgestockt.

Statt Bares flossen Assets. „Die Gesellschaft übernimmt (…) den Geschäftsbereich „US-Offshore-Geschäft“, gemäss Vermögensübertragungsvertrag vom 25.02.2014 (…)“, steht im Handelsregister.

Die übernommenen Aktiven betrugen 242 Millionen, die Passiven 238 Millionen. „Eine Gegenleistung hierfür wird nicht erbracht.“

Damit hatten Rohner, ein gewiefter Ex-Wirtschaftsanwalt, und sein Adlat Cerutti die Voraussetzung geschaffen, die ganze US-Altlast in eine neue Bank nach Schweizer Recht zu verschieben.

Sie agierten wie Chirurgen, die ein Krebsgeschwür, das den ganzen Körper mit Metastasen bedrohte, mit einem scharfen Schnitt herausoperierten.

Was noch fehlte, war ein Management. Dieses durfte nicht von aussen kommen, sonst hätte der Plan vorzeitig bekanntwerden können; zudem könnten die USA CS-Manager als Schuldige fordern.

Passende Konzern-Soldaten für die neue Tochter mit der schweren Altlast zu finden war der heikelste Teil der Operation von Rohner und Cerutti.

In einer ersten Phase konnte das oberste Juristengespann altgediente Schlachtrösser gewinnen. Ob diese wussten, dass es sich vermutlich um ein Selbstmordkommando handeln würde, ist unklar.

Cerutti übernahm das Operative. Er bat Managing Director Fritz Müller, eine erfahrene Steuer-Koriphäe der Grossbank, das Präsidium der CS International Advisors AG zu übernehmen.

Müller sagte ebenso zu wie Hans Peter Kurzmeyer, intern „Shorty“ genannt, der das Vizeamt übernahm. Kurzmeyer gab sich bereits für die Clariden-Leu-Integration von 2011 her.

Als Dritte stellte sich CS-Personalchefin Antoinette Poschung zur Verfügung. Müller, Kurzmeyer und Poschung standen nach ihrer Wahl vom 4. Dezember 2013 formell in der Verantwortung.

Tatsächlich setzten sie nur die Vorgaben von Rohner und Cerutti um. Sie bestellten ein Management aus CS-Spezialisten, die der CS International Advisors den Anschein einer echten Bank geben sollten.

Dazu gehören ein paar der obersten Juristen der CS-Gruppe. Agnes Reicke ist Topfrau in Ceruttis Reich des General Counsels, Michel Ruffieux ist dort COO, Joachim Schaffner arbeitet im Bereich Corporate Legal.

Sogar eine am Gericht in Kalifornien zugelassene Anwältin wechselte formell in die neue CS-Tochter. Barbara Unger King heisst sie, und auch sie ist eine Stabsfrau von General Counsel Cerutti.

Mit den 21 Millionen Kapital und dem erfahrenen Management hatten Rohner und Cerutti eine richtige Bank zur Hand. Der Setup war am 28. April mit den letzten Personal-Verpflichtungen fertiggestellt.

Am 29. April donnerten die Kanonen. Gemäss New York Times erwägt die US-Justiz eine Strafe gegen die Credit Suisse als kriminelle Organisation. Es brauche im Minimum ein Schuldeingeständnis der CS, schrieb die Zeitung letzte Woche.

Dank Rohners Geheimplan mit der neuen Tochterbank CS International Advisors AG war ein solches Verfahren mit einem „Guilty plea“ tatsächlich möglich. Direkt die CS anzugreifen wäre hingegen wegen „Too Big To Jail“ zu riskant.

Der Artikel in der Times hatte den Zweck, die Welt auf den Knall vorzubereiten, um die Folgen mit den befürchteten Schockwellen zu minimieren. Finanzministerin Widmer-Schlumpf spielte ihren Part mit dem Express-Besuch in DC.

Dank Rohners New Bank können die Ansprüche fast aller Akteure befriedigt werden. Die US-Justiz kann der Politik und den Wählern zeigen, dass sie selbst vermeintlich geschützte Wallstreet-Banken hart anpackt.

Rohners CS wiederum bringt mit einer Rekordbusse und dem Geständnis einer bis vor kurzem inexistenten Schweizer Bank die US-Altlast hinter sich und darf mit neuen Geschäften nach vorn blicken.

Widmer-Schlumpf schliesslich kann politisch punkten, indem sie als helvetische Iron Lady dasteht, dank deren Noteinsatz eine Klage gegen das CS-Mutterhaus in letzter Minute abgewendet wurde.

Einzig die hohen CS-Kaderleute, die sich für das vermeintliche „Suicide Commando“ zur Verfügung gestellt haben, könnten unter die Räder geraten.

Ein Schuldeingeständnis der CS International Advisors AG dürfte für sie bedeuten, in den USA als geständige Kriminelle zu gelten. Ein lebenslängliches Amerika-Verbot wäre wohl das Verdikt.

Für Urs Rohner und seine rechte Hand Romeo Cerutti wären sie hingegen Kriegsopfer. Statt Medaillen gäbe es Geld.

Kommentare

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  1. Ja bitte weg mit dem Brady und die zahlreichen unbrauchbaren MD’s gleich hinterher. Dann ist auch eine 2 Mia Busse aus dem Portokässeli zahlbar. Wissen die Amis aber, dass sie uns eigentlich damit einen Gefallen machen?

  2. Das ganze wird wohl anders kommen als hier geschildert.we glaubt ernsthaft, due USA geben sich mit einer neu gegründeten Mikrobank zufrieden? Wahrscheinlicher ist folgendes Szenario:

    Die neue Gesellschaft ist eher die Auffanggesellschaft wenn das Mutterhaus angeklagt wird. Dann nehmen BD und UR ihr hart verdientes Geld und kaufen die neu gegründete Bank, lösen sie von der CS. Die Too Big To Fail Pläne machen sowas möglich. Meine Prognose: Ab nächster Woche Kahlschlag, es bleiben höchstens 10-15’000 Mitarbeiter übrig, Marktfokus Schweiz und Asien.

  3. Einen Plan, den man in einer Zeitung nachlesen kann, ist wohl kaum ein Geheimplan, oder? So wie es aussschaut wollen die Amis nicht darauf einsteigen. Ich schaetze die wollen eher einen Scheck sehen.
    Der Hauptpunkt duerfte sein, ob sie der CS nachweisen koennen, dass die Bank nach 2008 weitergemacht hat. Und da bin ich mir nicht sicher, ob das gelingt.

  4. Ob die CS die 1.6 Mill. CHF aufbringen kann, von denen in den Medien die Rede ist? Und was sagen die Aktionäre zu den Boni in diesem annus horribilis?

    viele Kleinaktionäre, ich weiss diese sind „unbedeutend“, haben viel Geld versenkt.Oder zumindest sind sie auf Jahre blockiert.

    • @NichtAuskenner,@Heinz,

      Sie schreiben u.a. Zitat:

      die Schweiz ist nun mal ein Land, wo Anstand, Gerechtigkeit, Demokratie, Geradlinigkeit, Rechtstaatlichkeit, Fleiss eine grosse Rolle spielen und auch eine beachtenswerte Tradition haben

      weiter…

      Nachhinein als nicht besonders sozialvertraeglich herausgestellt haben (Lehmann Brothers, Hypothekarverbriefungen usw.), und dann dafuer schmerzhaft gebuesst wurden Hier sollten sie vieleicht mal in sich gehen, und sich fragen, ob sie nicht manchmal zu schlau sein wollen. In welchem andern Industriezweig wäre so etwas überhaupt möglich?

      Zitat Ende.

      Betrachten Sie es aus einer anderen Perspektive. Die Drahtzieher lachen sich über uns tod wenn wir weiterhin, so denken.

      Wir haben es hier nicht mit Guten vs. Bösen zu tun, sondern mit einer systemischen Erpressung des Bankensystems gegenüber der Realwirtschaft Bürger/Politiker inbegriffen. In der Finanzwirtschaft werden Geldmengen in Form von geldäquivalenten Wertpapieren in kaum vorstellbarer Größenordnung gehortet.

      Bestand und Handelsvolumen von Finanzprodukten betragen ein Vielfaches des Welt-Bruttoinlandsprodukts. Die moderne Geldwirtschaft ist einem Spielcasino gleich organisiert. Das zum Verteilen verfügbare Kapital ist auf unterschiedliche Spieltische aufgeteilt, an denen Geld gegen Finanzprodukte eingetauscht wird. An den einen wird Geld gegen Aktien getauscht, an anderen Tischen Geld gegen Anleihen, an wieder anderen werden Derivate gegen Geld getauscht oder auch Geld gegen Geld in form von Devisen. Sobald die Geldbesitzer mit ihrem Geld von einem Tisch zum anderen wechseln, fallen die Tauschkurse am verlassenen Tisch. Am Tisch mit dem Geldzustrom steigen die Kurse. Es ist ein System kommunizierender Röhren. Der Geldstand in den einzelnen Röhren verändert sich ständig, das Gesamtvolumen im Casino Finanzwirtschaft ändert sich nur, wenn Geld aus der Realwirtschaft hinzukommt oder an diese abfließt.

      Haben Sie sich je gefragt wie eine Bank überhaupt Pleite gehen kann?

      Banken können nur in Kooperation mit anderen Banken ihr Geld selbst schöpfen. Sie müssen dazu untereinander eine ausgeglichene Zahlungsbilanz herstellen. Beachtet eine Bank dieses Prinzip nur unzureichend, so schöpft sie neben Geld auch immer mehr Schulden. Nehmen die Schulden gegenüber den anderen Banken eine Dimension an, die die anderen Banken nicht mehr tolerieren, so verweigern sie weitere Interbank-Kredite. Verweigert auch die Zentralbank jeglichen Kredit, so ist die Bank zahlungsunfähig. Keine Bank nimmt von dieser Bank mehr Überweisungsaufträge an. Die Bank ist pleite.

      Jetzt konfrontieren Sie diese Aussage gegenüber die gebetsmühlenartig in den Medien vorgebrachtes Dogma!

      Freundliche Grüsse
      Neuordnung

    • @Neuordnung
      Also wenn ich mir die Verachtung anschaue, mit denen die CS GL die eigenen Mitarbeiter behandelt, vermute ich fast, dass Sie recht haben mit Ihrer Behauptung, dass die sich über und tod lachen.
      Bisher fand ich den Gedanken ziemlich erschreckend und ich habe mich nicht getraut, in für wahr zu halten.
      Wenn dem allerdings so ist, muss dem Einhalt beboten werden, denn solche Menschen machen die soziale Ordnung kaputt. Und die anderen sind schliesslich in der Mehrheit.
      Ich muss erst mal nachdenken.

    • Wird bestimmt eine unangenehme GV werden. Die aktuelle Boni-Situation wird zur Sprache kommen – und nicht nur das! Die 1.6 Mia., falls es so kommen sollte, wird die CS sicher aufbringen; was sonst? Der Aktienkurs widerspiegelt aktuell das Vetrauen in die CS und deren Verantwortungsträger.Der „gordische Knoten“ dürfte sich demnächst aber lösen.

  5. @Heinz
    Hallo Heinz, ich moechte da nicht urteilen, ob die 3 wirklich schuld sind. Auf den ersten Blick wuerde ich sehr stark meinen, nein. Ich kenne ja die Interna nicht.Teilweise sind ja diese Dinge schon laenger passiert, wie koennte es sonst sein, dass Schwarzgeld weitervererbt wird.

    Allerdings schaffem Sie es nicht aus dem Schlamassel zu kommen, und das aus verschiedenen Gruenden.

    1. harter Sparkurs bei den Mitarbeitern, waehrend sich bei einigen (nicht bei allen, ich koennte auch die Namen aufzaehlen, aber das ist jetzt wurscht) der Bonus erhoeht.
    Das wird in der Oeffentlichkeit als Raffgier aufgenommen, insbesondere wenn man schon mal 70 Millionen kassiert hat.
    2. Mangelnde Eigenkapitalbildung der Bank
    3. Vernachlaessigung des Arbeitspferdes der Bank, und das ist nun mal PB CH
    4. Praeferenz und Bildung der falschen Unternehmenskultur, die Schweiz ist nun mal ein Land, wo Anstand, Gerechtigkeit, Demokratie, Geradlinigkeit, Rechtstaatlichkeit, Fleiss eine grosse Rolle spielen und auch eine beachtenswerte Tradition haben (sic!). Zumindest denken immer noch weite Teile der Bevoelkerung so und das ist auch gut so.
    5. Hereinname von Investoren aus dem Ausland, die hier zwar als Kunden gut gelitten sind, aber sonst ueberhaupt nicht ins Gelaende passen
    6. Mangelnde Sensibilitaet fuer die oeffentliche Meinung
    7. Ausbeuterisches Verhalten  gegenueber Mitarbeitern, mir fehlt etwas der Gedanke der Partnerschaftlichkeit, der Buergerlichkeit, des Verantwortungsbewusstseins, des Lebens-und-Lebenlassens. Bei des CS tun ja inzwischen fast alle so, als wuerden sie sich um einen endzeitlichen Kampf um die Resourcen der Erde befinden. Dieses Klima hat die GL mitverschuldet. Dies zeugt auch von Unverstand: nichts macht Programmierer gluecklicher als kostenloser Kaffee.
    8. Investmentbanking: auch ein wohlwollender Beobachter muss zugeben, dass die zu oft in Geschaefte involviert sind, die sich im Nachhinein als nicht besonders sozialvertraeglich herausgestellt haben (Lehmann Brothers, Hypothekarverbriefungen usw.), und dann dafuer schmerzhaft gebuesst wurden Hier sollten sie vieleicht mal in sich gehen, und sich fragen, ob sie nicht manchmal zu schlau sein wollen.

  6. Die Tatsache, dass sich eine kriminelle Bank wie die Credit Suisse via Tochtergesellschaft aus dem Schneider manövrieren kann, ist an und für sich schon widerlich genug. In welchem andern Industriezweig wäre so etwas überhaupt möglich? Vielleicht bei Drogenkartellen in Mexico. Dass sich dann aber die Hauptschuldigen wie Dougan, Rohner, Cerutti, etc. bei einem solchen Konstrukt gleichzeitig noch weisswaschen können, ist der Gipfel von Arroganz. Aber offenbar ist das alles heute „salonfähig“. Nicht nur im „bösen“ Amerika, auch in der „braven“ Schweiz.

    • die CS sollte dasselbe machen wie die UBS und ein paar Hundert Ds und MDs raushauen. Diese hochbezahlten most admired bank employees verursachen wohl die Malaise grösstenteils.Auf diese Weise könnte die CS auch die Bussen besser stemmen. Und die GL zumindest teilweise in anglosächsischen Turbokapitalismus Ländern entsorgen. Vielleicht gibts da auch noch ein paar Bsnken, die man kaputtmachen kann.

  7. Wenigstens ist ein Plan vorhanden. Anleger haben aber bereits vor Wochen umgeschichtet und freuen sich mittlerweile an anderer CH-Grossbank.

    • Die „most admired bank“ hat ja erst am Freitag ihren Termin oder?

    • Es muss ja nicht unbedingt Grossbank sein. Die Kunden erfreuen sich auch immer mehr an den wirklich unabhängigen Vermögensberatern, die den Grossbanken den Rücken gekehrt haben.

  8. Da braut sich ein riesiges Gewitter über der most admired bank zusammen und die MA müssen alles der Zeitung entnehmen. Keiner der zahlreichen MDs befindet es für nötig, die Mitarbeitenden zu informieren oder ihnen zumindest gut zuzusprechen. Weshalb auch? Die sollen gefälligst die „extra mile“ gehen und die Klappe halten. Ev. Gibt es dann auch ein Bonüsschen und den AVP. Ja, gute Nacht, employer of choice!

    • @Rudy
      ja das ist halt dann so.
      Aber eigentlich wird die CS seit einem Jahrzehnt restrukturiert, umgebaut und kosteneffiziienter gemacht. Mit mässigem Erfolg und fast immer zulasten der normalen Mitarbeiter,Wenn ich so Sätze in der internen Unternehmenskommunikation lese wie „Gratulieren Sie unserem Team, wir haben ein tolles Center of Excellence Team in Breslau aufgebaut mit 100 Mitarbeitern“, kommt mir voll das Kotzen, denn es ist klar, dass diese neue Niederlassung bald ein paar Tausend Mitarbeiter haben wird. Arbeitsplätze, die in der Schweiz dann wegfallen. Wieso soll ich gratulieren, dass mein Arbeitsplatz bald flöten geht? Die Unternehmensleitung betrachtet die eigenen Mitarbeiter nur mit Verachtung. Es ist denen so was von egal, wie es denen geht.Wem es nicht passt kann ja gehen.
      Mit dieser GL kann es nur noch schlimmer werden, aber offenbar kann eine Bank auch so Geld verdienen.
      Auf jeden Fall gibt es auf der Welt schönere Orte als die CS. Geldgeilheit trägt halt nicht unbedingt dazu bei, dass sich Menschen wohlfühlen.

    • Joo, stimmt, das Center of Cheatness heisst ja neuerdings CS International Advisors

  9. Ob diese „bait and switch“ -Strategie funtionieren sollte wird sich zeigen. Der Schuss kann aber auch nach hinten losgehen. Das DoJ mit seinem scharfen NY Star-Staatsanwalt Preet Bahara arbeitet mit Hochdruck an Moeglichkeiten ein Institut anzuklagen ohne ihm gleich den Gar auszumachen. Da kommen fuer dieses Experiment auslaendische Institute wie die CS und BNP gerade recht. Deren regulatorische Situation laesst eher eine Anklage oder Schuldeingestaendnis zu, ohne gleich die US Banklizenz zu verlieren. Auf jeden Fall wird es die CS einiges kosten – und in diesem Fall koennte es eben sein „Den Ersten beissen die Hunde“.

  10. Da kommt doch einmal mehr die „Bauernschläue“ zum Vorschein. Mal sehen, ob die Amerikaner darauf einsteigen. Sicher ist, dass das CS Konstrukt zumindest bei weiteren, anderen bekannten Privatbank angewendet wurde. Also nichts Neues, nur neuer Wein in alten Schläuchen! Sorry, aber das ist die Realität! Zudem schadet dieses Vorgehen der Rechtssicherheit der Schweiz, aber wenn stört dies, wenn kurzfristiges Denken im Vordergrund steht.

  11. Zitat Artikel:

    Damit hatten Rohner, ein gewiefter Ex-Wirtschaftsanwalt, und sein Adlat Cerutti die Voraussetzung geschaffen, die ganze US-Altlast in eine neue Bank nach Schweizer Recht zu verschieben.

    Sie agierten wie Chirurgen, die ein Krebsgeschwür, das den ganzen Körper mit Metastasen bedrohte, mit einem scharfen Schnitt herausoperierten.

    Zitat Ende.

    Und töten dadurch den Patienten! An Dummheit und Inkoptetenz sind diese zwei Herren kaum noch zu überbieten!

    Irgendwie bringen es die sogennanten Top-Leute in der Schweizer Finanzbranche fertig nicht aus den Schlagzeilen raus zu kommen. Das US-Justiz Ministerium (so wie ich die Burschen und Mädels kenne) und andere US-Bundesbehörden lachen sich tot über uns.

    Ja und dann kommen da noch die Neiddebatten als Spielart dazu, indem man z.B. die Schweiz als Steueroase diffamiert, in der angeblich die Ultrareichen ihre staatlichen Zwangsabgaben umgehen können.

    Wer spricht eigentlich von den Kanalinseln wie Guernsey, Isle of Man oder Jersey usw. die weder zur EU noch zu UK gehören, sondern sich im Eigentum des britischen Königshauses befinden, welches dort gewissermaßen „Freibankenzonen“ installierte. Diese Offshore-Zentren gehören zu den größten Finanzcasinos der Welt, aber wann hört man einmal davon?

    Grüsse
    Der Praktiker

    • @Beobachter
      Lieber Praktiker, ich schaetze Ihre Beitraege ja sehr, aber kann es sein, dass Sie sich vertan haben mit dem Ausdruck „Freibankenzonen“. Sie meinten wohl „Freibeuterzonen“?
      Die Freibeiter gingen ja auch mit Erlaubnis Ihrer Majestaet, dem sog. Freibeuterbrief, auf Kapernfahrt.
      Ist das heutzutage anders?

    • Lieber Beobachter,

      Touché! In der Tat!

      In Wirklichkeit finden die „krummen“ anonymen Finanzanlagen mit „Steuervermeidung“ im Rahmen der USA auf den karibischen Inseln statt und für das Königreich Britannien eben im Kanal zwischen England und Frankreich. Diese Offshore-Paradiese „verwahren“ vermutlich das 2fache an Spargelder, als die gesamte Schweiz. Quelle: (internes OECD Dokument 2010). Die richtigen Steuerhinterzieher-Gebiete, wie das US-amerikanische Delaware (wo man Groß-Kapitaleigner komplett von der Steuer befreit hat), oder eben die Kanalinseln sind überhaupt kein Thema – nirgens!.

      Haben Sie sich je gefragt, weshalb unser Land dem Druck der US-Amerikaner auf die Herausgabe von Kundendaten nachgegeben hat?

      Man weiß natürlich, dass bei einem bereits regional eingeleiteten Platzen bestimmter Anleihen-Blasen die Schweiz vor die Wand fahren würde, zumal die Schweizer Gesamtwirtschaft sehr stark vom Bankensystem abhängt. Leider hat man uns Jahrzehnte lang davon überzeugt, anstatt selbstversorgende Landwirtschaftsbetriebe und KMU fokussiert zu betreiben, lieber auf moderne, schicke Glaspaläste zu setzen.

      Wir haben nur eine Chance:

      Die Grossbanken zu zersplittern und das Eigeneinkapital der folgegesellschaften massiv zu erhöhen. Dadurch können wir eine gesunde Finanzbranche wieder aufbauen die auf soliden Boden steht. Es muss aber der politische Wille vorhanden sein.

      Wir haben derzeit eine politische Klasse die von den Lobbyisten geführt wird…

      Also: Fortsetzung folgt…

      Grüsse
      Der Praktiker

  12. Da spielt der Rohner also Matador und hofft das der amerikanische Stier sich das Cape vornimmt anstatt den Mann dahinter. Anders als beim Stierkampf ist es hier allerdings völlig offen, wer am Ende geschlachtet wird. Aber lustig ist es alle mal. Olé!!!

    • Nein ist es ganz bestimmt nicht. Ich fuer meinen Teil wollte aber dieses Geschaeftsgebahren und die Dagobert Duck Attitude von Teilen der CREDIT-SUISSE Verantwortlichen nicht mehr weiter durch meine Anwesenheit unterstuetzen und habe rechtzeitig gekuendigt. Es war ja offensichtlich in welche Richtung sich die Dinge entwickeln, sowohl auf der Arbeitnehmerseite, als auch im Feld der juristischen Aufarbeitungen und im Hinblick auf die Mentalitaet der Unten-nach-Oben Verteilung.
      Die US Behoerden haben ja inzwischen den Werbespruch einer bekannten Grossbank internalisiert: „Wir werden nicht ruhen“.

      Drum pruefe sich, wer sich ewig bindet.

      Etwas Trost gibt es jedoch: Auch andere Muetter haben schoene Toechter und es gibt noch mehr Firmen, inbesondere
      Firmen, wo das Arbeiten VIEL mehr Spass macht.
      Nur Mut, es lohnt sich.

  13. Im HR sind nur CH-Bürger bei dieser Gesellschaft aufgeführt…? – Wo sind denn die Angelsachsen und die Gummihälse (D)? – Aus der Verantwortung geschlichen bzw. geschleimt? – Oder braucht es endlich ein paar Gute CH-Leute und nicht nur (Dumm- und Gross-)Schwätzer für den Dirty Job?

  14. Interessant, dass die Gesellschaft schon knapp 3 Monate später scheinbar die Banklizenz erhält!!! – Da hat die FINMA wohl den Supercharger und den Turbo eingelegt und alles schon im halbfertigen Stadium abgenickt…, bevor überhaupt das Management zur Führung der Bank vollständig bestimmt war!!!? Welcher einleuchtende Business-Plan wurde der Finma zur Genehmigung vorgelegt? – Sieht nach einer von aller-oberster Stelle mit Nachdruck be- und geförderter Lizenzerteilung aus. – Liegt hier vielleicht der überraschende Abgang Raflaubs begründet?

    • Die UBS hat das auch gemacht. Die heissen UBS SFA (Special Financial Advisors). Die UBS möchte die Tochter eingentlich schon lange loswerden, findet aber keinen Kàufer

  15. Ich gehe ‚mal davon aus, dass dieser Trick nicht funktionieren wird. – Lächerlicher, fadenscheiniger Bubentrick! Eine Bank, welche erst seit Ende Februar 2014 existiert, wird wohl nirgendwo als verantwortlich für frühere Vergehen einer anderen, immer noch existierenden Entität (nota bene noch der Muttergesellschaft) gesehen werden. Die Strafverfolger werden sich diejenige Entität ins Fadenkreuz nehmen, die auch verantwortlich war, inklusive der verantwortlichen Personen (hoffentlich!). – Und wenn dann noch ein paar CS-Mitarbeiter „singen“, welche sich von der KL verraten fühlen, dann wird’s erst recht bitter. – Wir werden sehen, wie es herauskommen wird. Ich hoffe nicht, dass das CH-Volk wieder indirekt ins Risiko gehen muss und die Bohni-Abzocker wieder ihre Hände in Unschuld waschen und weiterwursteln und -abkassieren dürfen.
    Das einzige, was ich vom Bundesrat tatsächlich erwarte, ist, dass er vehement darauf verweist, dass noch ganz andere, bisher ungeschorene Banken in anderen Ländern Tax-Vermeidung für US-Bürger betrieben haben, wohl gar in viel grösserem Ausmass, und dass er endlich gegenüber den Erpressungen der USA Rückgrat zeigt!

    • Ganz Ihrer Meinung u.a. schon wegen dem lifting corporate veil Prinzip.

      Es sei denn, dass dieses Konstrukt indirekt mit dem Segen des als zu Banken-freundlich angegriffenen DoJ des Eric Holder geschaffen wurde.

      So gibts was zwischen die Zähne für jene die Blut sehen, local Staatsanwälte die Karriere machen wollen und andererseits vermeidet man einen Finanztsunami sondergleichen.

      Kriminell angeklagt würde heissen Interbank-Liquiditätspipelines zu, Trading stop, Margin calls – kurz: Baer, Lehman, AIG revisited wenn die 50+ Billionen (Trillion Anglo) Derivate der CS nicht mehr handelbar, wertlos in den Büchern der Gegenparteien…an der Wall Street., City verfallen, abgeschrieben werden müssten.

      Das wäre nun wirklich Finanz-Armageddon. Und das wissen die alle in Washington, vom DoJ, Treasury bis zum Fed. Und das darf nicht passieren. Auch ein gutes Pfand in der Hand der CS „ihr geht mir an den Kragen, dann euch auch“. Wie hiess das einmal? MAD ‚Mutual assured destruction‘.

      Also doch, immer noch TBTJ – leider.

  16. In welchem Zusammenhang mit diesem Bericht stehen die letzte Woche verhafteten Ex-Banker der CS? Fehlt da nicht ein Teil der Story?

  17. „..die Ansprüche fast aller Akteure befriedigt werden…“

    ….und LH schreibt ein Buch dazu. War das schon das Vorwort?

  18. An dieser mieslichen Situation scheinen offenbar die Aktionäre keine Freude zu haben.Da müssen sich gewisse Herren an der GV warm anziehen. Auf deutsch: Die Ratten steigen vom sinkenden Schiff!

  19. Das ist nichts neues. Die UBS und die State Street Bank in ZH, planten dies schon vor Jahren. Leider oder gluecklicherweise ging diese Interessengemeinschaft nicht life.

  20. Ein schöner Montagmorgen-Roman, der zeigt, dass es in der Wirtschaftskriminalität viel einfacher ist, Unschuldige zu verurteilen, anstatt Täter hinter Gitter zu bringen. Traurig, dass niemand den Mut hat, mal die allerobersten zu exekutieren.

  21. Kaderleute opfern? Eine gute Idee!

    Leider die falschen. Die Angelsächsischen Gier Banker welche der CS das Schlamassel gebracht haben, sind schon längst über alle Berge. Nun muss primär der Ach so böse kriminelle Schweizer den Kopf hinhalten

    • „Statt Medaillen gäbe es Geld“… das ist so und zwar nicht zu wenig. Also bloss kein falsches Mitleid!

    • Sorry, aber die Beihilfe zur Steuerhinterziehung als Geschaeftsmodell der Schweizer Banken war jetzt wirklich keine Idee der „Anglesachsen“ (wer ist das eigentlich ?). Mit dem Konzept sind zu allerrst mal Schweizer Banker unglaublich reich geworden.

      Mir geht das ziemlich auf die Nerven, wie auf Inside Paradeplaz – in den Artikeln und in den Kommentaren – an der Krise in der Sxhweizer Bankenwelt immer nur Ausländer Schuld sind.