Das Ende

Die SNB hebt Euro-Untergrenze auf – Einheitswährung sackt ab – Milliarden-Abschreiber auf gigantischen Währungsberg.

Die SNB gibt auf. Sie kann nicht mehr. Sie ist an ihr Ende gelangt. Nichts anderes bedeutet der unerwartete, historische Entscheid von heute, die Euro-Untergrenze mir-nichts-dir-nichts aufzuheben.

„Die Unterschiede in der geldpolitischen Ausrichtung der bedeutenden Währungsräume haben sich in letzter Zeit markant verstärkt und dürften sich noch weiter akzentuieren“, begründet die SNB.

Und weiter: „Der Euro hat sich gegenüber dem US-Dollar deutlich abgewertet, wodurch sich auch der Franken zum US-Dollar abgeschwächt hat.“

Und dann der entscheidende Satz: „Vor diesem Hintergrund ist die Nationalbank zum Schluss gekommen, dass die Durchsetzung und die Aufrechterhaltung des Euro-Franken-Mindestkurses nicht mehr gerechtfertigt sind.“

Bumm. Ende. Aus. Sogleich krachte es an den Devisenmärkten. Der Euro stürzte von 1,20 innert Sekunden ab.

Dort, wo er in den Augen des Marktes hingehört. Ohne Anbindung ist der Euro deutlich weniger wert als künstlich von der SNB während 3,5 Jahren garantiert.

Was die Schweiz damit erlebt, ist ein brutales Erwachen aus einem mit Valium versüssten Tiefschlaf. Die Realität hat das Land und ihre Wirtschaft eingeholt.

Weil die SNB ihr Pulver verschossen hat. Sie sitzt wohl inzwischen auf 300 Milliarden Euro, hinzu kommen über 200 Milliarden weitere Devisen wie Dollar, Pfund und Yen.

Das Aus für die Untergrenze respektive die Anbindung an den Euro ist das Eingeständnis einer Fehleinschätzung gigantischen Ausmasses.

Die SNB meinte, der Euro sei stabil. Er ist es nicht.

Die Währung, so Bankenexperte Hans Geiger letzte Woche an dieser Stelle, sei nicht nur eine schwache Währung. Sondern eine kranke.

Das wusste Thomas Jordan schon Ende der 1990er Jahre, als er in einer wissenschaftlichen Arbeit den Euro als Fehlkonstrukt darstellte.

Der gleiche Jordan setzte alles auf diesen missglückten, missratenen Einheits-Euro.

Seit der Anbindung des Frankens im Herbst 2011 ging es mit der Währung von Kontinentaleuropa nur immer weiter nach unten. Aus der vermeintlich temporären Anbindung drohte eine ewige zu werden.

Das ist nun nicht passiert. Zum Glück. Jordan und seine Mannen in der SNB-Chefetage haben ein Ende mit Schrecken beschlossen.

Für die Schweiz wird es nun wohl stürmisch. Ohne das viele Valium der SNB muss sich die Exportwirtschaft ohne Gratis-Absicherung der Notenbank auf dem internationalen Markt behaupten.

Die vielen guten Schweizer Unternehmen, die vom Verkauf ins Ausland leben, mussten sich wegen der SNB-Politik die letzten 3,5 Jahre nicht richtig fithalten. Sie wurden vom süssen Gift der SNB genährt.

Jetzt wird sich zeigen, wie gross die Gefahr eines Absturzes wirklich ist. Es ist der Schweiz und ihren Firmen zuzumuten, dass sie sich auch mit einem immer schwächeren Euro über Wasser zu halten vermögen.

Das war historisch immer so.

Der Franken wurde über die Jahrzehnte stärker und stärker; gegen den Dollar, den Franc, die Lira, die Pesetas. Einzig gegenüber der Deutschen Mark war der Franken kein klarer Champion.

Für die SNB werden die kommenden Wochen zur Probe. Anstelle des Mindestkurses versucht sie nun mit aggressiven Negativzinsen, eine Massenflucht in den Franken abzuwenden.

Statt minus 0,25 Prozent hat sie soeben minus 0,75 Prozent verordnet.

Sicher ist, dass die Notenbank per Ende März ein riesiges Loch in der Bilanz ausweisen wird. Die SNB dürfte heute einen hohen zweistelligen Milliardenbetrag auf ihren Euro-Berg verloren haben. Geschätzt werden gegen 75 Milliarden.

Dank den 38 Milliarden „Luft“-Gewinn von letzter Woche kann sie den Schlag etwas besser verkraften.

Der Zeitpunkt für einen Ausstieg der fahrlässigen, vom Valium vernebelten Politik kommt spät. Dafür richtig.

Kommentieren

Ihre E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht. Benötigte Felder sind markiert. *

100 Kommentare zu “Das Ende

  1. Die Währungsverluste hätte die SNB massiv senken können hätte Sie Ihre USD Position vorgängig mit Gewinn über 1.02 verkauft was meiner Meihnung absolut kein Problem der Dollar war unbestritten die stärkste Währung in den vergangenen Monaten. Zusätzlich wäre Ihre Bilanz massiv verkleinert worden und hätte später wieder Munition zum Intervenieren gebracht. So klug wieviele meinen hat die SNB nicht gehandelt.. …..

  2. Gratuliere Herrn Jordan zu diesem Schritt und seiner Verantwortung
    der Schweiz gegenūber; es war der einzig Richtige.
    Weitsicht und Unabhāngigkeit wird sich langfristig immer auszahlen.

    A. Guinchard

  3. Hallo liebe Leute
    Bin durch Zufall hierher gekommen. Wollte wissen wo genau der Sprüngli am Paradeplatz ist. Nun weiss ich es, er ist nicht „Inside Paradeplatz“. Gebe freimütig zu, dass ich nicht einmal 0.1% von dem verstehe was hier steht. Aber eines weiss ich, der Kapitalismus (alias Soziale Marktwirtschaft) scheint in Schwierigkeiten zu sein. Seine imanente Gier frisst ihn auf. Sein Feigenblatt „Wohlfahrt für alle“ hat ausgedient. Das Ende (Titel dieses threads) wird konkreter. Seien wir doch mal gespannt was nach dem reset kommt.

  4. Wie Bubu verstehe ich überhaupt nicht, warum Jordan jetzt so gelobt wird. Für seine Kapitulation vor dem Markt ?! Die uns als Volk nach so langer Fehlspekulation sehr viel Geld kosten wird ? Anstelle weitsichtigem Verhalten ? Aber bitte.

    Nur, um den Finger weiter in die Wunde zu legen:

    Gestern hatte ich hier dringend notwendige Reformvorschläge für unseren Finanzplatz vorgelegt. Beileibe noch nicht alle. Die einzigen Antworten waren ablehnender Natur. Na ja.

    Nachdem ich aber schon einmal dabei bin, hier auch der Reformbedarf für die SNB:

    – Aufteilung in verschiedene, unabhängige, regionale Niederlassungen – weil eben die Wirtschaftsentwicklung im Tessin eine andere Geldpolitik erfordert als die in Zürich.

    An alle FED – basher & Verschwörungstheoretiker: Das war deren originales und mE überaus vernünftiges Design bei deren Gründung 1913. Bevor alle nachfolgenden US-Regierungen eingegriffen und die FED zur Staatsfinanzierung gezwungen haben. Dazu gehörte auch:

    – Weitgehende Beschränkung ihrer Offenmarktpolitik auf Unternehmensanleihen. Weil nur das, die Unterstützung der lokalen Wirtschaft, in einer Panik wirklich hilft.

    Denn was seit gestern mit unserer Wirtschaft / PKs etc. passiert bzw. wie die geldpolitisch im Regen stehen gelassen wurden, mag hierfür als durchaus passables Anschauungsmaterial dienen. Hierzu gehört auch:

    – Schlichtes Verbot der Wechselkursbeeinflussung durch die SNB. In einer globalisierten Welt (relativ) freier Kapitalströme ist, was die letzten 3, vermutlich eher 5 o. 7 Jahre passierte, ein zentralplanerischer Anachronismus. Der ein Volk am Ende nur viel Geld kostet.

    – Und, wohlwissend, dass ich hierfür jetzt erst recht geprügelt werde, daher nur für echte Freigeister:

    Abschaffung der Geldschöpfung via Fremdfinanzierung der SNB, welche hauptsächlich auf Basis unserer Spareinlagen (so geschehen für den Euro-Peg) oder von Staatsanleihen (ansonsten) durchgeführt wird.

    Dafür simples, elektronisches Drucken dieser Währung auf Basis des jährlichen Bundeshaushaltes. Im Gegenzug Abschaffung der Direktbesteuerung inkl. aller Steuerstraftatbestände in diesem Bereich.

    Weil die Einkommensbesteuerung historisch:

    a) erfunden wurde, als Geld noch Sachwerte waren, wie Gold oder Silber, die man den Bürgern PHYSISCH wegnehmen musste, um damit die Staatsausgaben zu bezahlen. Was heute im Zeitalter elektronischer Geldschöpfung völlig unnötig geworden ist ! Von Kosten und Komplexitäten ganz zu schweigen. Und:

    b) Erst so richtig an Fahrt, sprich an Erhöhungen aufnahm, als die Zentralbanken (s.o.) zunehmend zur Staatsfinanzierung, präziser: zur Währungsschöpfung via Staatsanleihen herangezogen wurden. Was eben auch exponentiell wachsende Zinszahlungen des Staates an die Zentralbanken auslöste. Welche wiederum durch entsprechend wachsende Direktsteuern finanziert wurden.

    Zugegeben, das ist bei Negativzinsen für Neuverschuldung aktuell weniger relevant. Aber das ändert sich auch wieder.

    Ich bin mir wohl bewusst, dass all dies, vor allem letzteres, viel zu ‚utopisch‘ sowohl für die politischen Verantwortlichen wie auch für die meisten Bürger ist.

    Doch selbst wenn nur ein paar davon anfangen, darüber nachzudenken, ist das mE bereits ein Schritt in die richtige Zukunft – nämlich wieder mit mehr Wohlstand und vor allem Freiheit für dieses Land und seine Kinder darin.

    • Genau! Ein weitere wichtiger Schritt wäre ein obligatorisches Fach Finanz in der Schule. An den Blogeinträgen sieht man, wie gross das allgemeine Unverständnis ist.

    • Nachtrag

      Es gibt schon länger den Vorschlag, anstelle eines unsinnigen pegs zur Abschirmung vor plötzlich massivem Kapitalzustrom ein two-tier Währungssystem einzuführen, sozusagen einen ‚Anlagefranken‘ für Auslandsinvestoren. Erwägenswert. Zumindest wäre damit nicht passiert, was soeben passiert ist.

      Was mich aber zu einer analogen, nur umgekehrten Idee zurück bringt – nämlich den Franken, der noch vor wenigen Jahre auf gutem Weg zur Welt-Anlagewährung war, also zu einer zweiten Weltreservewährung neben dem Dollar, aktiv als solchen auszugestalten, indem man hätte zusätzlich einen Inlandsfranken einführen sollen.

      Unabhängig davon wurde diese wertvolle Entwicklung des Franken seitens Politik/Behörden leider sowohl mit der Euroanbindung wie auch mit dem Bankgeheimnisverrat gegenüber Kunden und Bankmitarbeitern nachhaltig behindert wenn nicht bereits endgültig kaputt gemacht.

      Ich wiederhole mich zwar, aber man kann es nicht oft genug betonen:

      Die wertvolle Entwicklung des Franken hätte überhaupt nur funktionieren können, hätte man das über Jahrhunderte hindurch aufgebaute Vertrauen in den hiesigen Finanzplatz und sein Rechtssystem gegenüber Anlegern wie Bürgern/Bankmitarbeitern auch weiterhin anhaltend gerechtfertigt.

      Dies erst recht, auch hier wiederhole ich mich, vor dem Hintergrund, dass gerade die Geschichte der Schweiz wie kaum ein zweites Land auf dieser Erde dem Widerstand gegen Besteuerung, dem Schutz der Privatsphäre und damit u.a. der Entwicklung des Finanzwesens verbunden ist.

      Beginnend mit der Gründungslegende als Aufstand gegen einen Steuervogt hin zu den kirchlichen Reformern in Genf wie andernorts, die Christen mittels Abschaffung des kanonischen Zinsverbotes erstmals das Banking erkämpften, weiter zu einer der ersten -und erfolgreichen- Zentralbanken der Moderne in Basel, bis schliesslich zur Einrichtung des Bankgeheimnisses nicht zuletzt als inoffizielle Antwort auf die Gesetzgebung der Nationalsozialisten, die danach trachtete, Bankkonten von Bürgern im Ausland schlicht konfiszieren zu können.

      Mir erscheint es daher schier unerträglich, wie dieser -aus meiner Sicht- jahrhundertlange Fortschritt in wenigen Jahren zumindest stark behindert wenn nicht sogar zunichte gemacht werden soll.

      Denn einer der grössten Treppenwitze ist doch gerade, dass Charaktere, die bevorzugt auf Kosten Anderer, vom Geld Anderer zu leben gedenken, sich agitativ wie politisch aktiv dagegen wehren, dass dieses Geld überhaupt ins Land kommt bzw. hier dann auch bleibt. Ist das nicht Irrsinn ?!

    • @ Michael

      Wozu ?! Ich kenne persönlich keinen Lehrer, Ausnahmen wie Dr. Meyer bestätigen mir diese Regel, der ‚echte‘ Ahnung von Wirtschaft hätte. Ist doch gut, dass die kids mit dem Internet aufwachsen; sobald sie lesen können, lernen sie dort garantiert mehr.

      Vielleicht sollte man an den Schulen vielmehr ein Fach: „Webadressen – politisch korrekte/mainstream, und davon divergierende“ einführen, und die kids sogar auffordern, genau letztere zu lesen. Was deren Denkvermögen wie Kritikfähigkeit sicher fördern würde.

  5. Ein Aspekt wird nicht oder zu wenig angegangen: Die Stützung des Frankens half in erster Linie der Exportwirtschaft, die umzingelt vom Euro ist. Wir reden vom Tourismus, Detailhandel, Einkaufstourismus und Produktionsbranche. Ob es falsch war, diese Säulen der Wirtschaft durch die SNB zu stützen, wäre zu bereden. Peter Sloterdijk sagte mal, dass er nicht Steuern zahle, sondern mit seinem Geld ‚in ein Land investiere‘, so dass man selber positiv in einem guten Umfeld wirtschaften kann. Es geht also nicht nur um Devisengeschäfte, sondern um die produzierende Wirtschaft, und die wird sicher durch den Entscheid empfindlich verletzt. Während immer mehr öffentliche Bereiche der Grundversorgung privatisiert werden und nun auch noch in einer weiteren Phase das hiesige Gewerbe sich selber überlassen wird, könnte man sich fragen, ob man in ein falsches Land „investiert“.

  6. Steuern up,up,up
    Weitsicht SNB?
    Weitsicht wäre gewesen bei 1.25 die Bestaende massiv zu reduzieren.
    Aber bei 1.25 kaufen, unter 1 wieder
    Verkaufen und damit den Steuervorteil
    Zu vernichten hat gar nichts
    Mit Weitsicht am Hut….

    Weitsicht wäre gewesen zuerst
    In Gold die Euro umzubuchen
    Und dann diese Maßnahme durchziehen…

    Welche Interessen verfolgt die Nationalbank? Die der Buerger mal sicher nicht

  7. Herzliche Gratulation über die Weitsicht und den Mut unserer Nationalbank. Endlich zeigt die SNB der Politik, dass Selbständigkeit auch möglich ist und dass Böcklinge gegenüber den USA und Europa zu keinem Resultat führen und die Schweiz immer mehr in Abhängigkeit bringt und unser Land am Ende das Diktat von Aussen automatisch übernehmen muss und somit die Selbständigkeit verliert.

  8. Spekulanten verfügen einer Schiesskraft von 2 Peta$.
    Wenn Spekulanten beschliessen, den RUB zu töten, dann sackt der RUB, und die Spekulanten gewinnen Tera$, auf kosten des russisches Volkes.
    Dann beschlossen Spekulanten den EUR zu töten, dann sackt EUR und die Spekulanten gewinnen wieder Tera$, auf kosten des europäischen Volkes.
    Alles gedruckten Geld in Zirkulation, weltweit, das ist etwa 5 Tera$ total. Spekulanten spekulieren aber mit 2 Peta$.
    SNB hätte zwar 2 Peta CHF ex nihilo schaffen können, und dann hätte CHF de facto den USD ersetzt als Weltwährung.
    Dann hätte aber USA sofort Schweiz atomisch bombardiert.
    Selbst USA Federal Reserve wagt nie etwas gegen 2 Peta$ Spekulanten Schiesskraft zu unternehmen. Ganze Welt ist machtlos gegen Spekulanten! Rothschild hat 0,5 Peta$ Spekulanten Schiesskraft, und besitzt Reuters. SNB handelt mit GigaCHF, nicht einmal mit TeraCHF. Sollten aber die Millionen „Entmutigten Arbeitern“ plötzlich nicht mehr als „Arbeitern“ in unsere gefälschte Statistik gezählt werden, sondern als Arbeitslosen, dann würde „Arbeitslosigkeit“ explodieren und CHF endlich sinken. Schweiz hat doch nie so wenig Arbeitslosigkeit wie unsere gefälschte Statistik es behauptet!

    • Mein Gott, was Sie schreiben stimmt, aber woher wissen Sie das alles? Wie haben Sie uns nur durchschaut? Ich werde absofort Ihre Gedankenströme überwachen. Ach wie, geht auch nicht? Sie tragen einen Hut aus Alufolie? Dann geb ich mich geschlagen und rauche meine finale Peta-Cohiba zusammen mit einem Tera Liter Henri Jayer Richebourg Grand Cru.

  9. Bravo Jordan!
    Die vom grössenwahnsinnigen Hildebrand eingeleitete Wahnsinnstat den CHF an die Wachsweichwährung EUR zu koppeln, hat die SNB notabene ihr EK gekostet und noch mehr.
    Ab sofort hat die SNB wieder ihre Glaubwürdigkeit zurück erhalten und beweist mit ihrem Entscheid ihren Realitätssinn und ihre Unabhängigkeit.
    Soll der Hayek doch jaulen, wen interessiert es ob er auf einer Uhr 600% oder 500% Marge erzielen kann mit seiner vertikalen Wertschöpfungskette.
    Gerade die ewige Aufwertung des CHF hat die Wirtschaft der CH dazu gebracht innovativ zu forschen und hochlukrative Nischen zu besetzen.
    Wer meint die CH Wirtschaft könne mit Massenproduktion gegen int. Konkurenz nachhaltig bestehen, ist ein Träumer. Dafür sind unsere Sozialsysteme und Lohnkosten viel zu hoch.
    Die CH hat pro Kopf heute noch die höchste Anzahl an Patentanmeldungen, versuchen wir doch den Diletanten in den Grossbanken klar zu machen, dass nicht Masse Klasse bedeutet, sondern dass sich Innovation und Erfindergeist in tollen Margen und Ertragspotenzialen niederschlagen und es lohnenswert ist neue Ideen zu finanzieren.
    Bravo Herr Jordan, ein weiser Entscheid, Chapeau.

  10. nachdem die snb so vehement gegen die goldinitiative aufgetreten ist, hätte doch erwartet werden dürfen, dass sie sich auch über den peg ein paar gedanken macht.
    die QE gedanken von Hrn. Draghi sind ja bereits seit monaten im markt….
    wieso wurden noch dutzende milliarden gekauft die letzten monate, wenn eh schon klar war, dass man den peg nicht halten kann?
    gerüchten zufolge waren etliche parteien sehr gut positioniert….(wie beim letzten mal….)

  11. sagt mal, warum muss die Notenbank berechenbar sein? Sollte sie nicht unberechenbar sein und alle Spekulanten ins Messer laufen lassen? Was passiert wenn sie kommenden Monat der ChF /Euro Kurs wieder bei 1.20 festzurrt? dann schauen alle Spekulanten die die jetzt Franken gekauft haben mit dem Ofen zum Mond. Für Erklärungen bin ich dankbar.

    • Plakative Antwort: berechenbar = gut für die Realwirtschaft, unberechenbar = gut für die Spekulanten; je ungewisser der Ausgang, desto höher der Return auf den Wetteinsatz, desto attraktiver für den Spekulanten

  12. Nur Träumer leben in der pinken Barbieworld, wo Notenbanken ausschliesslich der Preisstabilität verpflichtet, monetäre agieren. Wäre dem so, wäre der Entscheid fragwürdig, da die Deflationsgefahr in der Schweiz nicht abgenommen, sondern zugenommen hat. In Wirklichkeit war das ein Vorwand, war aber ok.

    Es ist wie mit der Schokolade, sie ist nun mal weltweit gefragt, auch wenn sie aus einem flächenmässig kleinen Land kommt. Also wird nicht auf Schokolade spekuliert, weil einfach mehr produziert wird. Auch Gummiuhren gibt’s für die ganze Welt in genügender Menge.

    Abgesehen davon, dass es durch die unsäglichen Eingriffe der Notenbanken in die freie Marktwirtschaft zu den Verwerfungen und Krisen der letzten Jahrzehnte kam, sollte man mindestens die Tricks in der Flankierung der eigenen Marktwirtschaft beherrschen. Aber: man kann Krisen nicht mit den Mitteln bekämpfen, die sie verursacht haben.

    Für alle EU Bürger ist die CH mal kurz 20% attraktiver geworden und als Unternehmer muss ich nun ab sofort 20% Kosten sparen. Was mach ich jetzt?

    Die Schweizer sind kurz mal 20% ärmer geworden und der Konkurrenzdruck ist um 20% gestiegen. Was mach ich jetzt?

    Nicht die SNB hat die EURO Koppelung beschlossen, sondern das tat unser Wirtschaftsstandort systemisch. Wenn man ein 60% Klumpenrisiko bei einem Kunden generiert, so hat man verpasst andre Märkte intensiver aufzubauen, Nachbarschaftsliebe hin oder her und der Rubel ist auch in der Tonne. What next?

    Notenbanken sind längst Instrument in den globalen Handelskriegen der Wirtschaftsräume. Mit riesige Summen werden die Märkte von den großen Zentralbanken seit Beginn der Wirtschaftskrise geflutet. Die amerikanische Notenbank (FED) pumpte seit Mitte der 90er Jahre extrem billiges Geld in die Märkte und hat die USA wirtschaftlich dank schwachem US $ wieder erstarken lassen. Die EU versucht nach 5 jähriger Lernkurve das Gleiche. Das chinesischen Währungsregime hält seine Währung und damit seine Exporte seit Jahren künstlich billig etc. etc.

    Und was tun wir Schweizer? Aufgegeben? Wären die jetzt divergierenden Entwicklungen USA und EU nicht die Chance gewesen eine clever Strategie zu fahren? Hoffen wir mal, dass uns die SNB wieder einmal nicht die GANZE Wahrheit gesagt hat. Hope dies last.

  13. Das ist ja nun wirklich „Das Ende“

    Einfach unglaublich was hier abläuft. Man glaubt man sei in einer Geisterbahn. Da behauptet nun die SNB das die getroffenen Massnahmen der Situation und dem Wohl der Schweiz angepasst seien.

    Schweizer seit ihr alle im Valiumschlaf!

    Wir Normalbürger aus der Realwirtschaft werden im Moment um hunderte von Milliarden skalpiert (üblich in der Bankenbrache), von der eigenen Nationalbank. Alle Guthaben die wir als Private oder zum Beispiel über unsere Pensionskassen in EURO oder USD haben werden um 14% reduziert.

    Der Vorgang ist so bananenstaatmässig das ich mich als Schweizer schäme!

    Es gelte doch einfach folgende Fakten:

    1. Der faire Wechselkurs zum EURO beträgt nach meiner beruflichen und privaten täglichen Erfahrung als Einkäufer, verglichen mit unseren vier Nachbarsländer etwa 1.45

    2. Die einzigen die von der getroffenen Massnahme profitieren sind die Banken, die endlich wieder mit dem CHF spekulieren können und ihren ausländischen Kunden auf den CHF Konto eine ach so erstaunlich gute Performance ausweisen können. Womit wir bei dem zweite sogenannten Heimvorteil neben dem Bankgeheimnis wären, die das Schweizer Kindergarten – Bankgeschäftsmodel auszeichnet. Alles auf Kosten der Bürger die nicht im Finanzsektor arbeiten.

    3. Was soll eigentlich die saufreche Bemerkung (auch im Schweizer Staatsfernsehen SRF), die Schweizer Realwirtschaft laufe gut, darum könne man Sie auch dieser Belastung aussetzen ?????!!!!! In welchem Sklavenfilm sind wir hier? Es sind hunderttausende Arbeitsplätze gefährdet!!!

    4. Der Denkfehler kommt aus der Werthaltung, die Spekulation mit den Währungen hätte einen Volkswirtschaftlichen Wert. Der Wechselkurs sollte dem Land dienen und in einem nachvollziehbaren fairen Band bleiben. Wie das erreicht wird ist Aufgabe der Nationalbank. Wenn alle in den CHF flüchten wolle, dann sollen sie etwas dafür bezahlen, wo bleibt den da die Marktwirtschaft. Ohne Massnahmen ist das ein Schlaraffenland für alle Devisenspekulanten (wie in den letzten 50 Jahren). Mit null Risiko kannst Du in den Swissy spekulieren, weil du weisst, dass dieser aufwerten wird. Auch das zahlen alles wir Realbürger. Der Negativzins von 0.75% ist natürlich lächerlich, gegenüber den Gewinnen die ich mit Spekulation erzielen kann. Ist ja völlig klar unter 2.5% wirkt da gar nichts.

    • Nur ruhig Blut. Stichwort Valium..
      Ich weiss ja nicht wo Sie Einkäufer sind aber bei mir sicher nicht. Geldflüsse und -politik scheinen nicht Ihre Stärke zu sein.

      1. Der faire Wechselkurs sollte bei DM/CHF bei etwa 0.90 liegen. Mit den faulen Eiern im EUR also ca. bei 0.70 EUR/CHF.

      2. Für die hiesigen Banken dürfte es dieses Jahr schwierig werden den ausländischen Kunden positive CHF-Performance, insbesondere in Anbetracht eines hohen Fremdwährungsanteils in den Portfolios, auszuweisen. Also genau das Gegenteil von dem was Sie hier behaupten.

      3. Wenn Arbeitplätze gefährdet sind, dann sind es ausschliessliche jene, welche mittels Planwirtschaft und sozialistischem Wirtschaftsgebahren auf Kosten der Sparer und Einheimischen in den letzten Jahren subventioniert wurden. (Stichwort PFZ, AHV-Alimentierung, Schneeball-System, Bau-Boom, Generierung von Steuersubstrat etc)

      4. Der Denkfehler rührt daher zu meinen, bei weltweit freiem Kapitalverkehrt könne man mittels politischem Idealismus Planwirtschaft in diesem Land betreiben.

      Herrn Jordan gebührt vor diesem Hintergrund grossen Dank und Hochachtung für seinen Mut, Vernunft und Weitsichtigkeit. Nach Jahren tiefster Zweifel am politischen System dieses einst stolzen Landes, ein wahrer Aufsteller für mich!

      Mit bester Empfehlung.

    • @ Schorsch

      Persönlich hätte ich jetzt auf Frau Bundespräsidentin getippt; gebe jedoch gerne zu, ich weiss es nicht.

      Ansonsten Danke für Ihre Antwort – für mich ein wahrer Aufsteller.

  14. Überrascht??? Mich wundert, dass der Markt so lange glaubte ein paar Notenbanker seien in der Lage diese Lawine zu halten! Diese Investoren/KMUs sind fahrlässig und höchst naiv. Ein Beweiss dazu ist auch wieder die lächerliche Massnahme mit den Negativzinsen, die haben doch unter diesen Bedingungen viel zuweig Impact! Bitte ändern Herr Jordan, sonst handeln wir dann konstant unter Parität.

  15. Es spielt überhaupt keine Rolle, ob der Euro eine Fehlkonstruktion ist. Was zählt, ist, dass sein Zerfall reale Schmerzen verursacht! Und die meisten von euch wären nie in der Lage, sich auf einen Kostenanstieg von 20% vorzubereiten! Dummschwätzer nenne ich solche!

    • @ Daniel Müller

      Ohne peg hätten sich Unternehmer auf die 20% mE wohl viel besser vorbereiten können. Wie früher. Vor allem wären alle CFOs gehedged geblieben. Wie früher.

      Mit längerem peg wäre der Schlag viel härter geworden: zB 40% plus über Nacht, falls der Euro auf 0.8 und tiefer gegangen wäre (was er gestern ja schon kurz indiziert hatte).

      Also bitte nicht Unschuldige beschimpfen. Ich bin weder der Markt noch die SNB noch Brüssel – dort sitzen die Verantwortlichen. Und der Markt sind u.a. Sie selber.

  16. SNB – I am not going to tie my boat to a sinking ship…

    Lassen wir uns ueberraschen, allenfalls erscheint dieser Move in 1-2 Wochen gar nicht so ungeschickt… und klar gibt es immer einen besseren Zeitpunkt, werde jedoch den Verdacht nicht los, dass die SNB sich auch noch etwas an den Spekulanten raechen wollte…

  17. Der heutige Tag, mit dem Verzicht die EUR-Untergrenze weiterzuführen, hat viele aufgewühlt. Letztendlich stellt sich nun aber die Frage, wo sich der Kurs einpendeln wird? Die Aufregung scheint somit verfrüht. Auf der anderen hatte man nun mehrere Jahre Zeit, sich auf diesen Moment vorzubereiten. Es sollte ja jedem bewusst gewesen sein, dass diese Untergrenze irgendwann wieder wegfällt. Nun ist der Tag der Wahrheit leider eingetreten. H

  18. Denke an Prof. Meier.
    Herr Jordan hat es richtig gemacht. EuGh hat ja diese Woche der EZB volle Unterstützung und Erlaubnis zum Aufkauf der faulen Kredite der EU Banken, wie gestern z.B. Euro 660 Millrd faule Kredite der italienischen Banken und der italienischen Zentralbank . Draghi muss das Geld jetzt nur noch in der EZB Druckerei herstellen, somit diese Wirtschaft, die grossartig spekulieren kann aber nichts absetzen am EU Markt muss man nicht stützen. Zumal der Barrelpreis sinkt und sinkt und ich schätze bis zu US$ 30.– der Barrel. Inflation =0 und der 1kg Apfel in De aus Polen Euro.Cent= 0.99
    Die Merkels-Politik und der EK darf man nicht unterstützen, sondern auch Bern müsse mehr denken statt den Herdentrieb stützen. Bravo Herr Jordan! Wie? Schengen und Dublin – EU Grundsätze? Werden auch morgen Makulatur werden.
    Das wird unserer Industrie helfen endlich an die WTO Länder denken. Dort haben wir die freie Marktwirtschaft und zudem kann man Nationalwährungen ohne Währungsverluste im Handel einsetzen. Nochmals danke und Gratulation an Herr Jordan. Gut gemacht.

  19. Schön, dass die Bussenwährungen endlich fallen; so wird es für die Schweizer Banken wesentlich günstiger – und für die Steuer“hinterzieher“ auch, sofern sie ihre Anlagen hoffentlich in CHF haben/hatten.

  20. Der Euro ist eine Fehlkonstruktion. Bis zu dem Tag, wo das geändert wird, geht das Drama weiter. Die EZB wird die Schulden aller EU-Länder aufkaufen. Bei diesem Irrsinn darf die SNB nicht mitmachen, darum hat sie heute richtig gehandelt. Bitte liebe Griechen, beendet die EU-Tragödie und behaltet den Euro als Zweitwährung! Die Welt wird nicht untergehen, wenn die nicht eurokompatiblen Länder wieder ihr eigenes Geld haben, DerEuro erst dann wieder steigen und die SNB wird einen wirklich fetten Gewinn einfahren, hoffentlich zum Nutzen der wirklichen Besitzer der SNB.

    • Stimmt alles… Nur was ist dabei neu?
      Das der Euro nicht taugt wusste man schon vor 3 Jahre…

  21. Dear Lukas Hässig,
    I read your blog daily and I love your right to the point, „no bullshit“, journalism. You realy rip of the masks of the leading players in the financial markets. E.g. the recent articles form you, and Hans Geiger, about SNB makes you an oracle – and the video interview with Hans Geiger „Banker of the year“ is excellent. This kind of deep digging jounalism is hard to find elsewhere – if anywhere. Thanks! I love Indside Paradeplatz and the almighty Franc.

    Kind regards
    Claus

  22. Abwarten und Tee trinken. Lassen wir den pseudoliberalen Währungsmarkt entscheiden. Ich hätte zwar ein kaskadenmässiges Vorgehen (sukzessive Senkung bis zur Aufhebung der Deckelung) als wirtschaftsfreundlicher erachtet. Der Entscheid an sich empfinde ich als richtig. Denn der EUR ist auch in Anbetracht anstehender politischer Ereignisse mehr als volatil und wird es in absehbarer Zeit wohl auch bleiben. Was in Vorgängerkommentaren bezüglich Regulierungen kritisiert wird, da sage ich nur, wer im Glashaus sitzt, der werfe nicht die ersten Steine. Der Mär der freien Wirtschaft sollten doch gerade Finanzintermediäre bitte nicht mehr aufsitzen…

  23. Herr Jordan hat die 75 Milliarden nicht etwa wegen einer Fehleinschätzung oder aus Naivität verheizt – sondern auf Geheiss der Wirtschaftslobby – unserer heimlichen (unheimlichen) Regierung.
    So konnten in einem von den rauen Winden der Weltwirtschaft luftdicht abgeschotteten Treibhausklima schöne Gewinne gemacht werden.
    Die 75 Milliarden Volksvermögen wurden aber – eben – über den Jordan geschickt.

  24. Die Exportwirtschaft hatte 3,5 Jahre Zeit, sich neu zu besinnen. Der überteuerte und unterfreundliche Schweizer Tourismus braucht eh eine Strukturbereinigung. Ob ihr Bankster eure CHF-EUR-Spekulationstrades machen konntet oder nicht, ist dem Normalbürger so was von egal. Hört mit dem Jammern auf und leistet mal was Sinnvolles für die Realwirtschaft. Güsel zusammenlesen und Regale auffüllen wäre ein Anfang.

  25. Wir werden 1.20 mit allen Mitteln verteidigen!! Sind wir von der SNB brandschwarz angelogen worden? Wenn ich Herrn Jordan an der Pressekonferenz von eben gehört habe, er scheint die Hose voll gehabt zu haben. So nervös habe ich Herrn Jordan noch nie erlebt. Die SNB hat heute den Stecker ziehen müssen, nachdem der Europäische Gerichtshof der EZB grünes Licht gegeben hat, das „quantitative easing“ in die Tat umzusetzen. Dazu kommt, die SNB hat in den vergangenen Wochen massiv intervenieren müssen, um den Mindestkurs verteidigen zu können. Was mich an der Debatte besonders stört ist die Aussage von Jordan, dass der USD sich gegenüber allen Währungen, und insbesondere gegenüber dem Franken massiv aufgewertet. Die SNB war in erster Linie für den Anstieg des USD gegenüber dem CHF verantwortlich. Die Reaktion heute war eindeutig und klar. Die Export- und die Tourismusbranche wird Jordan kaum ins Herz schliessen, wogegen im Importeure Grund haben, die Korken knallen zu lassen. Aber am Ende des Tages wird es alle betreffen. Deflation wird in der Schweiz Arbeitsplätze verschwinden lassen, weil die Unternehmen in erster Linie Gewinn orientiert sind, und die tieferen Margen über Kostensenkungsprogramme, sprich Job Abbau, finanzieren müssen. Die EU hat Freude, weil die Schweizer ihre Ferien jetzt erst recht in der EU verbringen werden. Und zu guter Letzt, kommt ja nicht auf die Idee, heute Nachmittag nach Jetstetten (DE) shoppen zu gehen, der Verkehr wird ziemlich sicher implodieren..

  26. Die SNB hat der Exportindustrie, vor allem der in den Euroraum exportierenden, rund 3 1/2 Jahre Zeit geschenkt oder herausgeholt um sich fit zu trimmen für die Währungsrealität. Hoffentlich wurde das genutzt. Wenn nicht, droht der Verlust von tausenden von Stellen, denn jetzt bleibt keine Anpassungszeit mehr. Wir werden das in den nächsten Monaten sehen.

  27. Klar, die Welt wird sich weiter drehen, der Reputationsschaden und mögliche Abschreiber, die die SNB produziert haben, ist und wird gigantisch. Wir sind Zeitzeugen wie eine Währung ruiniert wurde.

    Was ist das für eine Zentralbank die noch im Dezember 2014 schrieb:

    Zitat:

    „Die Nationalbank wird deshalb den Mindestkurs weiterhin mit aller Konsequenz durchsetzen. Zu diesem Zweck ist sie bereit, unbeschränkt Devisen zu kaufen.“

    Ende

    Nur einen Monat später sagt sie:

    Zitat

    „Die Schweizerische Nationalbank hebt den Mindestkurs von 1.20 Franken pro Euro auf.“

    Ende.

    Die Schweiz ist eine Bananenrepublik, dürften sich viele Fremdwährungskreditnehmer nun denken.

    • Wenn jemand einen Kredit in fremder Währung aufgenommen hat, dann steht er jetzt super da. Vorzeichen sind Glücksache, vor allem bei Währungen.

    • Lug und Trug sind leider in der Politik an der Tagesordnung, und die SNB ist am Ende des Tages nur der verlängerte Arm der Politik…

    • Was Währungsbanker sagen, gilt nur für den Moment. Schon Morgen ist es Schnee von Gestern. Die „Zuverlässigkeitsvolatilität“ ist bei solchen Aussagen viel grösser als bei nur politischen Aussagen. Also: Am besten (fast) nichts mehr glauben.

    • Diese Menschen sind nicht „halbschlau“…sie haben die Notbremse gezogen! Für mich war dies der einzig richtige Entscheid….er kam jedoch viel zu spät! Jetzt heisst es für uns alle auf die Zähne beissen und noch härter und besser arbeiten! Es lebe der Schweizer Franken!

  28. Die Abschaffung der Euroanbindung rettet den hiesigen Finanzplatz noch lange nicht. Dazu bedarf es grundlegender Reformen:

    – Trennbankensystem in die Verfassung
    – Bankgeheimnis wieder einführen, u. zwar narrensicher ggü. NSA / FINMA / Regierung
    – AIA / Automatischen Informationsaustausch NICHT einführen. Scheinheilige, nichtsdestotrotz wirksame Begründung hierfür – so lange wie sich auch die USA weigern (was die ewig tun werden)
    – GAFI u.ä. OECD-Regulierungen NICHT einführen bzw. wieder kündigen
    – Kapitalgewinnsteuer NICHT einführen
    – Anderweitige Deregulierung des gesamten Finanzplatzes bzw. Nichteinführung aktuell geplanter Regulierungen
    – Und noch einiges mehr.

    Erst das würde wieder dauerhaft Vertrauen in den hiesigen Finanzplatz schaffen. Und damit anhaltend Kapitalströme ins Land, in den Franken, auslösen.

    Ansonsten dürften sich in Bälde Export- und Tourismusbranche wieder über den schwächelnden Franken freuen – ganz ohne Zutun der SNB sogar..

    • Wie das Sprichwort sagt: „Unter den Blinden ist der Einäugige König“.
      Trotz destruktiver Politik unseres Finanzdepartementes, schlägt die EU-Zone uns mit ihrer Ueberreglementierung bei Weitem. Da die gleich Krankheit ( Ueberreglementierung)auch die USA befallen hat, bleibt der CHF fundamental attraktiv. Leistungsbilanzüberschuss und Budgetsolidität sind die Trümpfe der CHF-Stärke.

    • Ufff—ein letzter Hardliner, der einer andern Zeit nachtrauert: Wenn Sie das wollen, dann müssen Sie zurück auf Feld 1: Zurück nach Deutschland. Dort ist das Seniorenheim nun auch günstiger für Sie. Dann können Sie sich mit den von Ihnen so benannten „Vollidioten“ zu Hauf austauschen.

    • @ ‚Hulda Zwissig‘

      Wusste noch gar nicht, dass im grossen Nachbarkanton das Vollgeld ebenfalls eingeführt werden soll ;-))

    • @ ‚Hulda Zwissig‘

      Apropos Vollgeldinitiative.

      Nach der Blamage mit dem Euro-Peg gehe ich zumindest davon aus, dass die Bürger dieses Landes nicht auch noch das gesamte Kreditwesen bei so einer Zentralbank zentralisiert sehen wollen. So hat das Ganze doch auch ein Gutes :-))

  29. Wieder einmal ein toller Moment dem Euro beizutreten und den Franken zu vergessen. Billiger geht es wohl kaum mehr!

    • Billiger geht immer. Dollar war auch einmal 5:1 CHF. Aber ob ihr das lesen möchtet oder nicht…das Gold und nicht solche Entscheidungen machen den Unterschied…..

  30. Super!!! Endlich!!! Nur wird der Fehler die SNB Milliardenkosten. Unter dieser Voraussetzung darf sie keinesfalls netwas an die Kantone auszahlen.

  31. Nachdem der Europäische Gerichtshof, respektive ein zuständiger Experte desselben das Urteil des höchsten deutschen Gerichtshofs aufgehoben und damit die Tore geöffnet hat, dass die EZB „unbegrenzt“ (wenn „nötig“) x-beliebige Staatsanleihen kaufen kann, wäre ein Verbleiben im fixen Wechselkurs dem bewusst eingegangenen Untergang gleich zu setzen gewesen. Fazit: Richtiger Entscheid.

  32. Zuerst Gratulation an alle, die auf diesen Seiten das Ende des irrationalen EUR/CHF 1.20 Kurses gefordert haben.
    Die Frage ist jetzt: Was nun? Ein freies Floating würde in einer ersten Phase zu einer für die Industrie unerträglich Aufwertung des CHF und später zu ebenso unerträglicher Volatilität führen.
    Mein Rat an die SNB: Führt, angelehnt an das „Singapore-Model“, ein an einen handelsgewichteten Währungskorb gekoopelten Wechselkurs ein. Der Referenzkurs sollte nicht publiziert werden, um der Spekulation keine Referenz zu geben. Geht zur Praxis eines „Dirty Floating’s“ über, d.h. überraschende Interventionen ohne Anhaltspunkte für Marktteilnehmer.
    Die Krise wird mit den Griechenwahlen wahrscheinlich einen Höhepunkt erreichen. Die Gefahr eines Grexit wird zu einem Peak der Zuflüsse fühern. Die SNB wird einen Riesenverlust ausweisen müssen. Zusatzmassnahme, sofortiger Stopp von Zahlungen an die Kantone.
    Ich hoffe auf eine inspirierte SNB Direktion.

    • @ Werner Wolfer

      Ich jedenfalls freue mich nicht. Die endgültige Rechnung werden wir als Volk nämlich erst in 1-2 Jahren präsentiert bekommen (s.u.).

      Aber bitte, bitte jetzt keine (erneute) Zentralplanwirtschaft empfehlen !

      Wir haben schon viel zu viel davon – in allen Lebensbereichen. Nicht auch noch beim Wechselkurs. Der quasi die Wirtschaftskraft der ganzen Schweiz widerspiegelt. Die dadurch zentral gelenkt würde. Was sie ja die letzten Jahre wurde; leider in die falsche Richtung..

    • sorry – ’natürlich in die falsche Richtung‘ – wie bei jeder zentralwirtschaftlichen Lenkung eben immer.

    • @Dr. Jürgen Ott
      Die Grössenverhältnis drängen der SNB Interventionismus auf. Denken Sie an den ev. kommenden Grexit. Für Investoren ist ein temporäres parkieren von Geld in CHF ein logischer temporärer Hedge. Die Grössenverhältnisse Eurozone-Schweiz sind nun einmal so, dass ohne Intervention der SNB der EUR/CHF -kurs ohne weiteres auf 0.50 oder tiefer sinken könnte (vergleichen sie dazu die monetäre Basis der beiden Zonen). Für die Realwirtschaft wäre dies ein absolut unhaltbarer Zustand. Darum rate ich der SNB zu einem „Dirty Floating“ (Singapore praktiziert dies seiit Jahren mit Erfolg) um der Spekulation möglichst viele Anhaltspunkte zu entziehen.
      PS. Ich bin kein Fan von Staatsinterventionismus, aber hier…

    • Ich habe für solche Ansichten null Verständnis.

      Bereits dieses planwirtschaftliche Abenteuer dürfte uns die o.a. rd. 70 Mrd kosten. Wohl erst in zwei Wochen wird der Euro sein Tief ggü. dem Franken erreichen, dann wissen wir etwas mehr. Gegen ultimo noch mehr. Gegen Ende 2016 wissen wir es ziemlich deutlich.

      Keine Regierungen noch Zentralbank hat jemals erfolgreich einen peg gemanaged:

      Die Asien-Währungskrise zeigte das den betroffenen Bürgern bitter auf, die Pfundanbindung ist grandios gescheitert und Bretton Woods wurde ebenfalls an die Wand gefahren. Weiter zurück in der Historie dasselbe.

      Wie viele Verluste wollt Ihr Zentralplaner dem Schweizer Volk denn noch aufzwingen ?!

  33. Nachdem „Fritzli“ (siehe Komm. 11:45) auch die unterste Bildungsschublade geöffnet hat, wofüg wir danken und uns amüsieren, sei doch gesagt, dass das ein Superentscheid ist.

  34. Die Schweiz hat heute massiv an Kredibilität und Glaubwürdigkeit massiv verloren.

    Nicht einmal bei 9/11 hat die Börse oder die Währung so stark wie heute bewegt.

    Es herrscht das blanke Chaos.

    Viele exportorientierte KMU’s werden jetzt Konkurs gehen respektive werden übernommen werden.

    Das wird sicher für Gesprächsstoff in Davos sorgen, der Kaffee wird jetzt über 10 USD kosten, good luck…….

    Um bei der SNB arbeiten zu dürfen brauchen sie ein Hochschulstudium…………

    Wie kann es sein, dass die SNB nicht mit diesem Horrorszenario gerechnet hat ?

    Die Negativzinsen um 0.5 % anheben und glauben, dass „Job is done“ nicht nur naiv sondern fast schon kriminell

    Milliarden wenn nicht sogar Billionen wurden heute morgen verbrannt……

    Well done SNB !

  35. Nun, ich sage nur Danke Herr Blocher, Herr Geiger und wie sie alle heissen, welche diesen Schritt begrüssen und verlangt haben !!! Mal schauen ob es wirklich besser wird. Schade, Hiltebrand hätte wohl nicht aufgegeben. Danke herr Blocher, vielen Dank für die Vernichtung von Volksvermögen !!

  36. Superanalyse! Und ich denke das der Schweizer Franken wieder ganz vorne im Wettrennen zur Waehrungsstabilitaet sein wird. Der Schweizer Franken ist einfach eine „Traditions-Waehrung“ . Mit besten Gruessen M.G.

  37. Das ist das Ende für Herrn Jordan. Eur Chf ging unter .7500 Rappen und Usd Chf unter 0.7200 Rappen plus Schweizer Börse fast – 10 %.

    Well done SNB

    Autsch

  38. Die Schweiz feiert in diesem Jahr neben anderen Ereignissen das 600-jährige Jubiläum der Schlacht von Marignano. Gemäss landläufiger Meinung besiegelte diese Niederlage das Ende der kurzen Grossmachtsträume der alten Eidgenossenschaft.
    Eine ähnliche Situation zeichnet sich meines Erachtens auch bei unserer Währung (s-Politik) ab. Unser Land und unsere Volkswirtschaft können längerfristig eine Weltwährung nicht mehr unterhalten.
    Ziehen wir die rechtzeitig die richtigen Konsequenzen. Geben wir den Schweizer Franken auf und schliessen uns dem Euro an.

    • ……..und schließen uns dem € an. Ernst gemeint?
      Der € ist ein Kunstkonstrukt. Als er in den 90er Jahren beschlossen wurde warnte ich wiederholt vor ihm. Eine Währung ist der Ausdruck einer nationalen Wirtschaft.
      Wenn man – wie damals geschehen – von Portugal bis Finnland alle Wirtschaftbereiche zusammschmeißt, dann konnte dies auf Dauer nicht funktionieren. Die SNB hat endlich den richtigen Schluß gezogen. Letzter Grund war vermutlich das kommende Urteil des Europäischen Gerichtshofs über den Ankauf von Ramschanleihen durch die EZB.
      Und der $?
      Diese grüne Krätze ist noch kaputter, wird aber durch die Kriege der USA hoch gehalten.
      Ich bin überzeugt, daß schwere Zeiten auch auf die Schweiz zukommen, aber wenn die Schweiz es nicht schafft, wer dann?

    • Wir leben doch in einem tollen Land. In dem es die Freiheit gibt, solchen Quatsch zu veröffentlichen

    • @Karl Springer

      „Eine Währung ist der Ausdruck einer nationalen Wirtschaft. Wenn man – wie damals geschehen – von Portugal bis Finnland alle Wirtschaftbereiche zusammschmeißt, dann konnte dies auf Dauer nicht funktionieren.“ (ß ist übrigens für Schweizer interessant)

      Warum funktioniert dann der Dollar mit 51 Bundesstaaten und wirtschaftlichen Unterschieden von New Hampshire/New Jersey/Connecticut/Maryland/Alaska bis Arkansas/West Virginia/Mississippi? Alles spekulativ und nächsten Monat werden wieder >28 neue Säue durchs Dorf getrieben. Hauptsache, aus dem Hin und Her können sich die Nichtsnutze mit den klebrigen Fingern wieder einen neuen Ferrari herausschneiden.

    • @ Walter Hess

      Der Unterschied zw. Euro und USD ist, dass bei Einführung des Dollars zugleich neue Bundes-Staatsanleihen eingeführt wurden – die UST’s. Was zur Banken-Reserve für den USD erklärt wurde. Damit wurde diese neue Währung gegen allfällige Konkurse der Länder (’states‘ wie zB. California, New Jersey, etc.) infolge deren überbordender (bestehender oder neuer) Landesschulden abgeschirmt.

      Beim Euro wurde das trotz besseren Wissens nicht gemacht. Vielmehr hat man die Staatsanleihen der EU-Länder zu Bank-Reserven des Euro definiert. Von denen wurden jedoch vor allem in der Peripherie im letzten Jahrzehnt ziemlich viele gedruckt und viele davon sind zwischenzeitlich auch ausgefallen, da sie konsumptive Staatsausgaben finanzierten (zB. relativ ungenutzte Autobahnen auf Zypern, relativ ungenutzte Hafenprachtbauten auf den äusseren Kanaren etc.).

      Zur Finanzierung wurden (vorrangig) kerneuropäische Spareinlagen herangezogen (D, FR, NL, A, etc.). Die die dortigen Banken gerne in GR & Co Staatsanleihen investierten, nachdem dort das Zinsniveau bei gleicher Währung eben höher war. Vom Zins als Risikoindikator hatten selbige Banker natürlich noch nie etwas vernommen. Jedenfalls hat das etwas später dann die EU-Banken in den Beinahe-Konkurs getrieben. Zur Rettung der Banken hat man daher die betroffenen Kern-EU-Länder zu neuen Bürgschaften ‚incentiviert‘. Quasi haben deren Sparer ihre ausgefallenen Spareinlagen ein zweites Mal das Klosett hinuntergespült. Denn technisch ist das Bankensystem der EU ja nach wie vor bankrott – bzw. neu nun die für die Banken bürgenden EU-Länder/Sparer/Bürger.

      U.a. darum funktioniert der Dollar (noch), und der Euro eben nicht – er konnte dadurch nie funktionieren. Was man übrigens vorher bereits wusste.

      Zudem ist der Dollar die heutige Weltreservewährung. Aus mehreren Gründen, die der Kürze wegen jetzt mal dahingestellt bleiben sollen. Heisst daher, auch der Dollar wird letztlich den Bach ‚runter gehen, aber eben erst zuletzt. Jedenfalls nach Euro und Yen.

      Und unser Franken stand kurz davor, deren Schicksal zu teilen.

    • @Fokus
      Die Schlacht von Marignano fand 1515 statt. Demzufolge nur 500-Jahr-Jubiläum!

  39. Grosses Aufschnaufen

    Ja, man kann Herrn Hässig nur beipflichten: Die SNB ist an ihr Ende gelangt.

    Gott sei Dank hat sie die Reissleine nun doch noch gezogen. Alles andere wäre Kamikaze gewesen.

    Lieber ein Ende mit Schrecken als ein Schrecken ohne Ende.

    Was ich jetzt fordere ist ein grosses Aufräumen in der Wirtschaftswissenschaft.

    Die Wirtschaftswissenschafter waren die Verführer mit Sprüchen wie „keine Limiten“ – „Geld aus dem Nichts“ – „unbeschränkt Geld schöpfen“ undsoweiter undsofort.

    Jetzt haben wir gesehen, dass auch Notenbanken „Limiten“ haben. Ich hoffe, es gibt jetzt Änderungen in der Wirtschaftswissenschaft.

    Für die Schweizer Wirtschaft bin ich überzeugt, dass sie es ohne Valium besser schafft.

    • Diese Ausführungen sind zwar schon richtig, aber ziemlich pauschal.

      Jetzt ist wohl eher die Politik gefordert. Die Spitze der Nationalbank hat ihre Glaubwürdigkeit verloren. Auf ihre Aussagen ist kein Verlass (mehr). In vergleichbaren Situationen ist es üblich, dass zur Wiederherstellung der Glaubwürdigkeit der CEO entlassen wird. Die Entlassung von Jordan zur Wiederherstellung der Glaubwürdigkeit ist notwendig, unabhängig davon, ob die nun vorgenommenen und vergangenen Schritte nun richtig sind oder nicht.

      Entscheidend ist, dass unsere Nationalbank die Glaubwürdigkeit gegenüber dem Markt verloren hat. Dies ist gerade wichtig, wo Nationalbankenchefs heute mit blossen Worten die Währung steuern. Der internationale Devisenhandel hängt an den Lippen von Draghi, Yellen u. Co. Jordan wird der Finanzmarkt keinen Glauben mehr schenken.

    • ……Politik unter Umständen ja aber bitte nicht durch unsere Finanzministerin……

    • Ach, die Zentralbanken reden ohnehin zuviel. Die Märkte sind zu stark im Banne der Politik. Letzere wäre besser beraten, vernünftige und weniger ideologische und opportunistische Entscheidungen zu fällen und die aus dem Lot geratenen Staatsfinanzen und Bankbilanzen in Ordnung zu bringen. Dann bräuchte es auch die völlig aus dem Ruder laufende Geldpolitik nicht.
      Für die Schweizer Wirtschaft hoffe ich, dass sie nicht einfach blind auf die Kursuntergrenze gesetzt hat sondern den dreijährigen Schutz zur Anpassung genutzt hat (Produktivitätssteigerung, Auslagerungen, Absicherungen). Dann halten sich die Auswirkungen des Mindestkurses in Grenzen. Die SNB kann sich nicht gegen den Irrsinn von Draghi & Co. durchsetzen. Lieber 70 Mia. Abschreiber als 700!

    • @JJ

      Die Wirtschaftswissenschaft ist wie eine Landkarte, nach der die (Geld-)Politiker marschieren. Die Landkarte „Wirtschaftswissenschaft“ ist falsch gezeichnet und zeigt den (Geld-)Politikern den falschen Weg.

      Die Landkarte muss neu und richtig gezeichnet werden, damit man den riechtigen Weg finden kann.

      mfG

    • a) Ich bin seit langem wieder einmal stolz auf „meinen“ CHF
      b) Die SNB machte heute das Geschäft ihres Lebens, die wussten doch seit längerer Zeit, welche Lawine sie lostreten werden und konnten sich entsprechend positionieren.

    • Hallo Herr Dr. Meyer

      Wann kommt es nun zu den riesigen Abschreibern bei den Geschäftsbanken? Die sich aus Ihrer Argumentation „SNB kauft Euro auf Kredit“ ergeben.

      Besten Dank
      Nobody

    • Geehrte Hr. Dr. Meyer, Dr. Ott, Argonautiker , Hr. Lukas Hässig, Hans Geiger und die anderen, ( z.b. Marc Faber ) welche dieses Debakel schon lange vorhergesehen haben.
      Ich weiss, niemand von ihnen freut sich darüber Recht gehabt zu haben. Genau so wie ich mich auch nicht darüber freue.
      Aber, man wird ihnen in Zukunft ( hoffentlich ) etwas mehr zu hören.
      Schuld
      Wem soll man nun die Schuld zu weisen.
      Niemand ist Schuld. Sicher nicht die Wirtschafts Bosse, welche damals 2011 die Politik aufgefordert hatten etwas zu unternehmen. Sicher nicht die Politiker welche ihren Einfluss damals auf die so unabhängige SNB geltend gemacht haben. Sicher nicht der liebe Hr. Hildebrand, welcher mit seinen fundierten Hedgefonds Kenntnissen den Schweizerfranken an den so unterbewerteten Euro gekoppelt hatte. Auch die vielen Jubilierer, die dieses Husaren Stück so bejubelt hatten tragen keine Mitschuld.
      Auch Thomas Jordan und seine vielen ( 2 ) Kollegen, die diesen Kurs, im Namen der Stabilität und Glaubwürdigkeit weiter führen mussten. Auch EWS und Johann Schneider-Amann welche der SNB ihr Vertrauen ausgesprochen hatten und wohl auf die Allmächtigkeit dieser vertrauten oder vielleicht nur ihren Einfluss geltend gemacht hatten.
      Aber, sind nicht vielleicht diese 98% Schuld, die immer alles glauben, was von der Obrigkeit verkündet wurde und weiterhin verkündet wird?
      Niemals zweifelt und auch nicht die 2% anhört, welche eh nur als Spinner abgetan werden.
      Eines ist aber hoffentlich allen klar. Die SNB ist nicht allmächtig. Sie hat ihre ( unsere ) letzte Patrone verschossen. Das Euro-Boarding hätte die Schweiz garantiert nicht überlebt.
      Die Scherben liegen noch nicht alle auf dem Boden. Auch kollaterale Schäden können noch keinesfalls beziffert werden. ( Z.b. Hypotheken im Osteuropäischen Raum in SFR. )
      Die Massenmedien werden uns aber garantiert einen Schuldigen präsentieren. Es werden aber garantiert nicht die wahren Strippenzieher sein.
      Sollte man uns aber den Thomas Jordan als Bauernopfer zum Frass vorwerfen, beachtet bitte seinen Vortrag aus dem Jahr 1999. Thomas Jordan ist zwar das Gesicht der SNB, aber nur eine Stimme von dreien.
      http://snbchf.snbchfcom.netdna-cdn.com/wp-content/uploads/2012/08/jordan-vortrag-1999-zu-euro-anbindung.pdf

    • Dr. Meyer hat einen enorm wichtigen Punkt:

      Die Wirtschaftswissenschaften sind eine Katastrophe ! Ich darf das sagen, ich wurde darin schliesslich promoviert ;-))

      Aber im Ernst. Nur allein die ganzen Modelle, die die Investmentbanker täglich verwenden, um damit global Preisfindungen in Billionen-Höhe zu berechnen. Klar sind die in den letzten Jahrzehnten mathemat.-statistisch enorm ausgefeilt worden. Und laufen auf Computern.

      Nur, sie basieren im Grundsatz immer noch auf denselben mechanischen Gleichgewichtsmodellen, die die anfängliche VWL mangels eigenen Erkenntnissen der Physik des ausgehenden 19. Jahrhunderts entlehnt hatte.

      Kein Wunder, dass die IBs damit regelmässig an die Wand gefahren werden. Die Wirtschaft, erst recht das Trading ist realiter eben alles andere als ein Gleichgewicht und strebt auch nicht danach – der Konkurrenzkampf führt schliesslich exakt zum Gegenteil. Was er im Interesse aller ja auch soll.

      Das Problem trifft nicht allein das Banking. Insgesamt neigt diese sog. Wissenschaft zu Handlungsempfehlungen, ohne Erklärungsmodelle dafür zu haben, wie Märkte, wie Preisfindungs- und -bildungsprozesse uvm. funktionieren. Lediglich Ansätze dazu gibt es nach rund 250 Jahren Forschung.

      Damit können die Forscher auch nicht wissen bzw. allenfalls punktuell verstehen, wie zB. Gesetze, Regulierungen, Subventionen etc auf die Wirtschaft wirken.

      Im Wirtschaftsbereich werden wir daher quasi mit Antibiotikakeulen regiert, deren Nebenwirkungen gewaltig sein können. Die aber noch nicht einmal im Beipackzettel einer Regulierung aufgeführt sind. Weil häufig noch nicht einmal deren Wirkungen bekannt sind.

      Kein Wunder, dass viele Wirtschaftsminister oder Amtschefs aus ganz anderen Fachbereichen kommen. Ist eh egal. Und viele Juristen sind. Die eben wissen, wie man Gesetze schreibt. Was dann aber auch alles ist. Und sorry, bitte nicht falsch auffassen.

      Mangels Wissen um Erklärungen ist diese sog. ‚Wissenschaft‘ daher stark ideologisiert. Ich zB. bin für freiheitliche Märkte mit wenigen, robusten Regeln. Da wir ja eh nicht wissen, wie die funktionieren.

      Die meisten anderen, die sich in dem Feld tummeln, hängen jedoch der -mE fehlerhaften- Meinung an, eine Wirtschaft steuern und lenken zu können. Und fahren sie damit regelmässig an die Wand, weil alle politisch Verantwortlichen das begierig aufgreifen. Und damit jedoch etwas tun, ohne zu ahnen (bzw. ihnen es eventuell sogar egal ist), dass die, die das empfehlen, gar nicht verstehen, warum sie es empfehlen.

      To be fair. Nach der letzten Finanzkrise hat zwar eine gewisse kritische Selbstreflexion im Wissenschaftsbetrieb begonnen. Aber geändert hat sich meinem Dafürhalten nach (noch) gar nichts. Schon gar nicht in der Praxis.

      Solange wir auch als Volk da nicht grundsätzlich skeptischer werden gegenüber neuen Gesetzen, Regulierungen oder Heilsversprechen generell, werden wir wohl noch viele Male letztlich den Preis dafür zahlen müssen.
      Im aktuellen Fall 70 Mrd. schätzen die einen, und etwas weniger hoffen die anderen. Und nicht einmal das verstehen wir genauer.

  40. Das schönste ist, dass man bei keiner Bank oder „Shitquote“ einen Trade eingeben kann. All die FX-Trader (UBS, CS, ZKB, Vontobel) machen schön den Reibach und wir Retailer sehen alt aus.

    Das ist beschämend.

    • Stimmt! sackschwach wie zB das System von Swissquote (nicht) funktionierte („Leader in Swiss Onkine Banking“)

  41. Eine unverantwortliche Geldpolitik nimmt ihr vorläufiges Ende.

    Die Frage ist jetzt, bei welchem Kurs per ultimo Euro/USD stehen werden. Bleibt der Franken stark, sind das Verluste, die das Volk am Ende zu tragen hat.

    Denn bitte nicht vergessen – es sind unsere Spareinlagen, die sich die SNB von den Geschäftsbanken für diese jahrelange Fehlspekulation ausgeliehen hat. Bleiben gröbere Verluste hängen, sind am Ende die Banken wieder zu retten.

    Da ich bekanntlich jedoch eh auf eine reaction nach oben des Euro warte, kämen wir eventuell halbwegs ungeschoren aus diesem Abenteuer heraus.

    Unverantwortlich bleibt das dennoch – mE ist das noch gar kein Ausdruck !