Negativzinsen: Die SNB programmiert ihr nächstes Debakel – und plündert unsere Pensions- und Krankenkassen

Von 86 auf 35 Milliarden Franken, das ist die Vernichtung des Eigenkapitals unserer Nationalbank im Januar gemäss neuestem Statistischen Monatsheft der Schweizerischen Nationalbank (SNB), welches diese Woche publiziert wurde. Kein Pressebericht darüber – nicht einmal eine Randnotiz irgendwo. Unsere Nationalbank ist und bleibt unantastbar. (…)

Von 86 auf 35 Milliarden Franken, das ist die Vernichtung des Eigenkapitals unserer Nationalbank im Januar gemäss neuestem Statistischen Monatsheft der Schweizerischen Nationalbank (SNB), welches diese Woche publiziert wurde. Kein Pressebericht darüber – nicht einmal eine Randnotiz irgendwo. Unsere Nationalbank ist und bleibt unantastbar.

Die Eigenkapitalquote der SNB fiel damit unter 7 Prozent – einen Bruchteil von dem, was sie selber den systemrelevanten Banken abverlangt. Wer ist aber systemrelevanter für die Schweiz? Die ZKB oder die SNB?

Über 50 Milliarden Volksvermögen hat die SNB damit in einem Monat verspielt, vernichtet. Es wäre intelligenter gewesen, das Geld den Exportbetrieben und der Tourismusbranche direkt auszuzahlen. Dann wäre diese Kaufkraft noch in der Schweiz anstatt im Ausland.

Die Nationalbank wird jetzt gelobt. Es sei gut, dass sie den Mindestkurs aufgegeben habe. Sie habe alles richtig gemacht. Wie bitte? In 5 Jahren über 70 Milliarden Franken Volksvermögen verspielt und alles richtig gemacht? Die SNB hätte gar nie ein solches Devisenportefeuille aufbauen dürfen. Der Mindestkurs hat nur geschadet.

Noch ein solcher Monat, und das Eigenkapital der SNB ist im negativen Bereich. Die Nationalbank wäre damit insolvent. Ihre Kreditgeber wie Banken, Kantonalbanken, Postfinance, Suva, Pensionskassen, Krankenkassen müssten ihre Guthaben bei der SNB entsprechend wertberichtigen und könnten deshalb wegen der SNB selber Konkurs gehen. Das hängt davon ab, wieviel Kredit sie der SNB gegeben haben, um Euros zu kaufen.

Das Eigenkapital der SNB ist jetzt nur noch unwesentlich höher als ihr Goldbestand wert ist, nämlich 39 Mrd. Franken. Nur noch eine geringe Tieferbewertung des Euro, und das Gold ist nicht mehr durch Eigenkapital gedeckt. Bei einer Unterbilanz muss die SNB damit anfangen, unser Gold zu verscherbeln, um ihre Schulden zurückzuzahlen. Die Goldinitiative lässt grüssen. Diese hätte wenigstens das Gold vor dem Zugriff der Gläubiger geschützt.

Die Behauptung von SNB-Chef Thomas Jordan, die SNB könne im Fall einer Insolvenz ihre Schulden ausschliesslich mit selbst geschöpften Franken, die offizielles Zahlungsmittel seien, zurückzahlen, ist eine Illusion und bilanztechnisch unmöglich. Nein, die SNB wird Gold verkaufen müssen, um ihre Schulden zurückzuzahlen.

Sie versucht nun, dagegen halten. Wie tut sie das? Mit Negativzinsen will sie sich ein Polster erarbeiten, um die kommenden Verluste abzufedern. Was heisst das? Es heisst, dass die Sparer, die Krankenversicherten, die Pensionäre und letztlich die Steuerzahler bereits jetzt prophylaktisch für die weiteren, absehbaren Devisenverluste der Nationalbank zur Kasse gebeten werden.

Die SNB behauptet zwar, mit Negativzinsen wolle sie eine weitere Erstarkung des Frankens verhindern. Das ist unglaubwürdig. Seien wir ehrlich: Devisenkäufe im Wert von über 400 Milliarden Franken in den vergangenen 5 Jahren konnten den Absturz des Euro nicht verhindern. Und nun will man den Euro stärken mit Strafzinsen, die pro Jahr gemäss Angaben der SNB gerade mal 1,2 Milliarden ausmachen.

Ein grosser Teil dieser Strafzinsen geht zudem, nota bene, zu Lasten von Schweizer Investoren wie Suva, Krankenkassen oder Pensionskassen. Die Kosten für ausländische Investoren sind entsprechend geringer. Strafzinsen von einigen hundert Millionen Franken stehen Kursgewinnchancen auf dem Franken in zweistelliger Milliardenhöhe gegenüber.

Es ist naiv zu meinen, mit solch minimalen Strafzinsen könne man die Investoren bestrafen, zumal die Nationalbank damit weniger die ausländischen als vielmehr die inländischen Sparer, Krankenversicherten und Pensionäre bestraft. Wofür eigentlich? Dass diese ihr Geld bisher gratis der Nationalbank zur Verfügung gestellt haben? Haben wir Sparer, Krankenversicherten und Pensionäre wirklich eine Strafe von der SNB verdient? Sind wirklich wir es, die für Fehlspekulationen der SNB büssen müssen?

Zudem: Wollte die SNB den Franken über Strafzinsen schwächen, so müssten diese die ausländischen Investoren mehr kosten, als jene mit Kursgewinnen auf dem Franken verdienen können. Bei einem Devisenportefeuille von über 500 Milliarden Franken führt aber bereits ein Anstieg des Frankens von 10 Prozent zu Kursgewinnen ausländischer Investoren von 50 Milliarden Franken.

Mit anderen Worten: Die Strafzinsen der SNB müssten um ein Vielfaches höher sein als die gegenwärtig 0,75 Prozent, um Wirkung zu entfalten.

Die Realität hat gezeigt, dass die gegenwärtigen Strafzinsen vollkommen unwirksam sind. Auch hier müssen wir ehrlich sein. Die SNB hat die Strafzinsen im Dezember letzten Jahres mit 0,25 Prozent eingeführt und hat am 15. Januar bei Aufgabe des Mindestkurses mit 0,5 Prozent nachgelegt.

Resultat: Die Anhebung des Strafzinses auf 0,75 Prozent konnte nicht im Geringsten verhindern, dass der Euro bei der Marke von 1,20 Franken ohne Problem durchgebrochen ist. Strafzinsen von 10 oder 20 Prozent sind aber politisch nicht durchsetzbar. Solche Überlegungen zeigen: Die SNB hat sich schon wieder auf einen Kampf eingelassen, den sie nicht gewinnen, sondern nur verlieren kann – genauso wie sie den Kampf um den Mindestkurs verloren hat. Ein weiteres Debakel bahnt sich an.

Positiv ist die Tatsache, dass die SNB den Mindestkurs aufgegeben hat. Es hat aber leider sehr lange gedauert, bis sie eingesehen hat, dass sie auf verlorenem Posten steht. Das aber war von Anfang an klar.

Bereits 1996 (der Dollar notierte damals noch über 1,50), hatte ich die SNB auf die Risiken der hohen Auslandinvestitionen aufmerksam gemacht – leider vergeblich. Die SNB hat seither über 100 Milliarden Kursverluste erlitten. Hinzu kommen die Verluste aufgrund der an das Ausland verlorenen Wertschöpfung.

Aber die SNB hält sich für unfehlbar. Das kostete die Schweiz im Januar über 50 Milliarden Franken. Dazu kommen die über 20 Milliarden Franken, welche die SNB bereits auf dem Weg des Euro von 1,45 auf 1,20 verloren hatte.

Diese 70 Milliarden sind weg – für immer. Es sei denn, der Euro erlebe ein Revival und klettere wieder auf 1,45. Aber daran glaubt allein die SNB, basierend auf der irreführenden Kaufkraft-Paritäten-Theorie (siehe „Die SNB und ihr Big-Mac-Irrglaube„) sowie Bundesrat Johann Schneider-Ammann, der regelmässig am Fernsehen behauptet, der Franken sei überbewertet.

Die Devisenanlagen der SNB belaufen sich gemäss dem jüngsten Monatsheft auf über 500 Milliarden Franken. Diese Devisen hängen nun wie ein Damoklesschwert über der Schweizer Wirtschaft. Warum?

Angenommen, die Exportindustrie entwickle sich weiter erfreulich. Dadurch entsteht eine grosse Nachfrage nach Schweizerfranken. Klettert der Franken um weitere 10 Prozent, so resultiert daraus ein Verlust für die SNB von weiteren 50 Milliarden Franken.

Hinzu kommt ein beträchtliches Schuldnerrisiko, da die SNB in Staatsanleihen hochverschuldeter Staaten investiert. Sollten sie auch darauf 10 Prozent verlieren, was jederzeit möglich ist, so resultiert ein weiterer Verlust von nochmals 50 Milliarden. Ein solches Szenario ist nicht unrealistisch – ganz zu schweigen von möglichen Kursverlusten auf den Aktienbeständen der SNB.

Angenommen, das Eigenkapital der SNB würde in den kommenden Jahren auf minus 100 Milliarden Franken fallen. Was wären die Folgen?

Es ist eindeutig: Die Kreditgeber der SNB, also die Grossbanken, Kantonalbanken, Postfinance, Pensionskassen, Krankenkassen müssten ihre Guthaben bei der SNB um 100 Milliarden wertberichtigen. Die SNB gefährdet damit ihre eigenen Kapitalgeber.

Die SNB behauptet zwar, das sei nicht der Fall. Doch Notenbankgeld ist und bleibt Fremdkapital der emittierenden Zentralbank mit allen daraus folgenden Konsequenzen. Insbesondere heisst das, dass die Gläubiger bei einer Unterbilanz der SNB ihre Forderungen gegenüber der Notenbank korrigieren müssen.

Um das zu verhindern, bleibt der SNB nur, ihr überdimensioniertes Devisenportefeuille abzubauen, um so die Gefahr von negativem Eigenkapital zu verringern. Versäumt sie dies, so muss sie damit rechnen, dass Euro und Dollar früher oder später wieder fallen und das Eigenkapital der SNB negativ zu werden droht. Bei einer Eigenkapitalquote von unter 7 Prozent kann das bei diesem Klumpenrisiko (alle Wetten gegen Franken) sehr schnell der Fall sein. Die SNB muss deshalb ihre Bilanz deponieren, bevor ihr Eigenkapital negativ ist.

Versäumt sie auch dies, so werden die Gläubiger der SNB entsprechende Wertberichtigungen vornehmen müssen und könnten anstelle der SNB selber Konkurs gehen.

Wollen wir das? Wollen wir zulassen, dass unsere Krankenversicherungen, Pensionskassen insolvent werden, nur weil unsere Nationalbank ihre Schulden fälschlicherweise als Vermögen interpretiert? Darf die SNB unsere Sozialwerke dermassen plündern und schädigen? Wer gibt ihr das Recht dazu?

Nicht ernst nehmen kann man die Forderung des IWF von dieser Woche, die SNB solle noch mehr Devisen kaufen und diese regelmässig in europäische Staatsanleihen investieren. SNB-Chef Jordan sollte Fed-Chefin Janet Yellen und EZB-Chef Mario Draghi kopieren. Solcher Rat belegt, dass Christine Lagarde vom IWF offensichtlich dieselben Überlegungsfehler begeht wie unser Thomas Jordan. Und wir Schweizer Steuerzahler, Sparer, Krankenversicherten und Pensionäre sollen deren Irrtümer letztlich ausbaden?

Die Notenbankpräsidenten dieser Welt sollten sich endlich einmal vom „Märchen der zauberhaften Geldschöpfung aus dem Nichts“ verabschieden. Wie viele Finanzkrisen wollen wir aufgrund dieses Ammenmärchens noch durchmachen?

Kommentare

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  1. Die NSB ist eigentlich KEINE Handelsbank! obschon sie sich so aufführt. Wenn sie Gewinn macht, ist das ein Buchgewinn oder eben ein Buchverlust. Und bitte versuchen Sie nun nicht, mir zu erklären, wie man Buchgewinn an Kantone und Bund verteilt.
    Es wäre wirklich zu begrüssen, wenn sich die NSB auf ihren ursprünglichen Auftrag zurückbesinnen und entsprechend Sorge zu unserer Währung tragen würde. z.B. Geldmenge begrenzen, um so möglicherweise wieder Zinsen bezahlen und die 2. Säule i.O. bringen zu können. usw.
    Ich verstehe ja, dass das Auftreten auf internationalen Bühnen verführerisch sein kann (Davos)- aber vergesst nicht das Wichtigste – unsere Schweiz. Wir sollten uns wieder auf unsere Werte zurückbesinnen und uns entsprchend verhalten.

  2. @Schorsch

    Ich freue mich von Herzen über die unerwartete Rückendeckung!

    Aus meiner Sicht liegt der „Schlüssel“, wie von mir darauf hingewiesen, beim Stichwort „Wahrhaftigkeit“.

    Nun, wie bereits erwähnt, bin ich in Sachen Bankwesen mitnichten die erklärte Fachfrau. Eben sowenig, wie ich fleissige Kirchgängerin wär. Dennoch möchte ich anregen, gelegentlich die Johannes-Offenbarungen einmal vertieft ins Bewusstsein oder die Erinnerung zu rufen.

    Ich wünsche allerseits einen angenehmen Abend
    Traumtänzerin

    • Ich hänge das mal hier an, ganz noch oben wollte ich die Meldung dann doch nicht setzen.

      Zentralbanken, immer wieder erstaunlich… 😉

      http://www.bzbasel.ch/panorama/vermischtes/tagsueber-top-bankerin-abends-ist-sie-eine-domina-129036610

      Was so alles für Wahrheiten ans Licht kommen…
      Ist die Dame eine Offenbarung?

      Zentralbanker als „Quäler“, das hat was… 🙂

      Mal sehen, was die Zentralbanken noch so alles aushecken, mal sehen, was noch so alles für Folterwerkzeuge ausgepackt werden. 🙂

    • @Hardy

      Bei Ihnen ist fachlich die Luft offenbar nun ganz draussen.

      Wenigstens behaupten Sie jetzt nicht mehr, die SNB könne Geld aus dem Nichts schöpfen und damit alles bezahlen.

      Nur Draghi, Lagarde, Yellen und Jordan meinen das immer noch.

      Für diese Herrschaften sind Geldfälscher und Zentralbanken dasselbe.

      Die Damen und Herren sollten einmal lernen, wie Geldschöpfung verbucht wird.

      Sie Hardy scheinen zumindest das mittlerweile kapiert zu haben.

      Ob es auch unser Herr Jordan und sein Doktorvater begreifen?

    • Lieber Herr Dr. Meyer,

      das war lediglich eine kleine, amüsante Episode.
      Auch das Vergnügen sollte nicht zu kurz kommen…

      Sie schreiben:
      „Wenigstens behaupten Sie jetzt nicht mehr, die SNB könne Geld aus dem Nichts schöpfen und damit alles bezahlen.“

      Lieber Herr Dr. Meyer, das habe ich noch nie behauptet.
      Sowohl Metallfranken als auch die Papierfranken kommen nicht von der SNB, sondern vom Staat.

      Es handelt sich um Staatsgeld.
      Ich habe es Ihnen ungezählte Male erklärt.

      Noch mal die Metallfranken:
      Auftrag an Swissmint, Swissmint produziert, die produzierten Metallfranken werden bei der SNB eingebucht. Gleichzeitig bucht die SNB aber Schulden beim Staat auf ihrer Passivseite.

      Beispiel: Swissmint produziert eine Milliarde Franken.

      Bilanz SNB (in Millionen Franken):
      Aktiv: Metallfranken 1’000

      Passiv: Giroverbindlichkeiten beim Staat 1’000

      (Vergütung für Swissmint ist hier noch nicht berücksichtigt.)

      So, Herr Star-Ökonom, der Finanzminister könnte sich jetzt die eine Milliarde Metallfranken auszahlen lassen und in seine ganz normale Haushaltskasse übernehmen.
      Daraus könnte er z.B. Lohntüten füllen und an Staatsangestellte aushändigen.

      Ich bin gespannt, wann Sie begreifen, dass Geld ein Aktivum ist. Immer!!!

      Bei den Papierfranken muss man ein bisschen Gehirnschmalz hineinstecken, bis man begriffen hat, wie der Hase läuft.

      Die Papierfranken sind keine Banknoten der SNB, sondern Franken aus Papier.

      Sie schreiben:
      „Die Damen und Herren sollten einmal lernen, wie Geldschöpfung verbucht wird. “

      Da sind wir beide einer Meinung, wir begründen es aber unterschiedlich.
      Wenn die Damen und Herren nicht aufhören, das Banknotenmärchen zu verbreiten, dann können die gar nicht begreifen, wie die richtigen Buchungen aussehen.

      Wie die Darstellung korrekt lauten muss, habe ich hier auf Inside Paradeplatz vielfach dargestellt.

      Freundliche Grüße!

    • @Hardy

      Geld ist Passivum aus Sicht des Emittenten und Aktivum aus Sicht des Besitzers ( Gläubiger, Investor, Publikum).

      Geld ist nur Zahlungittel, wenn es ein Aktivum ist.

      Da der Notemumlauf ein Passivum aus Sicht der SNB ist, ist dieser nicht Zahlungsmittel für die SNB.

      MfG

    • Lieber Herr Dr. Meyer,

      Sie schreiben:
      „Geld ist Passivum aus Sicht des Emittenten und Aktivum aus Sicht des Besitzers ( Gläubiger, Investor, Publikum)“

      Unfug!
      Wer emittiert denn die Metallfranken?
      Es ist der Staat.

      Ich habe oben doch die „Einbuchungs-Bilanz“ der SNB angeführt.
      Die SNB hält die Metallfranken aktiv.
      Passiv hat die SNB Giroverbindlichkeiten beim Staat.

      Wenn der Staat sich die vom ihm emittierten Metallfranken wieder auszahlen lässt, dann verschwinden bei der SNB die Metallfranken aktiv, und passiv verschwinden die Schulden beim Staat.

      Das werden Sie doch wohl noch nachvollziehen können!

      Der Staat hat die Metallfranken dann in seiner Kasse (natürlich aktiv, wenn er denn bilanzieren würde).

      Der Staat ist der Emittent der Metallfranken. Wie jeder mit Leichtigkeit überprüfen kann, hat der Staat die Metallfranken vor der Emission AKTIV, es ist ein Aktivum des Staates.

      Geld ist immer ein Aktivum!

      Sie schreiben:
      „Geld ist nur Zahlungittel, wenn es ein Aktivum ist.“

      Geld ist IMMER ein Aktivum!
      Geld ist das Abgabengut.
      Sehen Sie auf einen Steuer-/Abgabenbescheid nach.
      Dort werden von Ihnen Franken verlangt.
      Ob Sie mit Metall- oder Papierfranken bezahlen, ist völlig egal.
      Franken sind Franken.
      Definiert vom Staat Schweiz.

      Einem NOTEN-Emittenten entstehen bei der NOTEN-Emission Schulden.
      NOTEN sind aber KEIN Geld.
      Der NOTEN-Halter kann vom Noten-Emittenten das Geld erst noch FORDERN!

      Der Noten-Halter (gab es bei früheren Notenbanken) hat eine Geld-FORDERUNG, er hat aber KEIN Geld.

      Metallfranken sind aber keine Noten.
      Papierfranken sind auch keine Noten.

      Würde die SNB Zettel emittieren, auf denen sie die Zahlung von Franken verspricht, dann wären das Noten.
      Solche Noten wären aber eben noch keine Franken.

      Es ist doch wohl klar, dass Zettel, für die man Franken fordern kann, keine Franken sein können.
      Wären es bereits Franken, dann wäre die Forderung auf Franken doch sinnlos.

      Sie schreiben:
      „Da der Notemumlauf ein Passivum aus Sicht der SNB ist, ist dieser nicht Zahlungsmittel für die SNB.“

      Das ist ja gerade der Fehler in der offiziellen Darstellung!
      Die SNB emittiert keine Banknoten.
      Daher kann es auch gar keinen Banknotenumlauf geben.

      Die SNB zahlt lediglich das Staatspapiergeld aus, wenn sie Papierfranken auszahlt.
      Dabei entstehen ihr Schulden beim Staat.
      Die Schulden, die die SNB uns unter „Notenumlauf“ zeigt, sind in Wahrheit Schulden beim Staat.

      Die SNB ist die Rückzahlung des Staatspapiergeldes schuldig.

      Und deshalb sind die Papier-Franken auch für die SNB Zahlungsmittel, eben weil es Franken sind.

      Lieber Herr Dr. Meyer, vergessen Sie Ihren „Universal-Gutschein“, als den Sie uns die Papierfranken schmackhaft machen wollten.

      Die Papierfranken sind ganz schlicht und einfach Staatspapiergeld.

      Dann passt alles wunderbar!

      Freundliche Grüße!

    • @Hardy, der ewige Student

      Sind Sie angestellt, hier Verwirrung anzustiften? Von wem? Ev. sogar von der Nationalbank?

      Sie sind ja ein Freund des bekannten Oekonomen und Publizisten Dr. Paul C. Martin, und diskutieren oft mit ihm, wie Sie hier auch schon behauptet haben.

      Mit Ihrem wirren Zeug bringen Sie sogar Ihren Freund in Verruf. Seinen Namen gaben Sie bekannt. Zu ihrem Namen stehen Sie aber nicht, obwohl sie hier schon hundertfach ihre Verwirrungen zum Besten gegeben haben.

      Bitte missbrauchen Sie die Diskussion zu meinen Beiträgen nicht mehr, um ihre Verwirrungen hier zu plazieren. Offenbar gibt Ihnen niemand eine Platform für Ihr wirres Modell.

      Und bevor Sie mir nun nicht einmal die Adresse ihrer ominösen „Staatspapierkammer“ oder wie immer Sie diese nennen, geben, müssen Sie von mir überhaupt keine Reaktion mehr erwarten.

      Es ist reiner Zeitverlust, sich mit Ihnen auseinanderzusetzen.

      Es geht Ihnen m.E. nur darum, hier Verwirrung anzuzetteln. Damit spielen sie der Nationalbank in die Hände. Eine Notenbank, die nicht weiss, wovon sie redet und was sie tut.

      50 Miliarden hat sie allein im Januar verspeilt und jetzt will sie das schönreden. Und sie helfen ihr dabei, indem Sie die Diskussion hier mit ihrem Schrott zumüllen.

      mfG

    • Die Fakten:

      Beispiel Banknote der Aargauischen Bank:

      https://www.numisbids.com/sales/hosted/sincona/005/image00080.jpg

      „Die Aargauische Bank zahl dem Überbringer, bei Sicht, hundert Franken in gesetzlicher Baarschaft“

      Die Banknoten der Aargauischen Bank sind kein Geld, Geld ist die „gesetzliche Baarschaft“.
      Geld ist das, was die die Noten emittierende Notenbank für die Banknoten zahlen muss.
      Emittiert eine Notenbank Banknoten, dann „schöpft“ sie kein Geld, sondern sie emittiert Banknoten, lautend auf Geld.
      Eine Notenbank hat nach Banknotenemission Geldschulden beim Banknoten-Halter.

      Eine Notenbank darf nicht einfach bei Vorlage einer Hunderter-Note zwei Fünfziger Noten auf den Tisch legen.
      Sie muss „gesetzliche Baarschaft“ auf den Tisch legen, Geld.

      Beispiel Sächsische Bank Dresden:

      http://www.ordnungspolitik.ch/wp-content/uploads/2008/09/saechsischebank.jpg

      „… bezahlt gegen diese Banknote einhundert Mark Deutsche Reichswährung“

      „Deutsche Reichswährung“ ist das Geld, die Banknoten der Sächsischen Bank Dresden sind kein Geld.
      Für eine Hunderter-Note darf die Notenbank keine zwei Fünfziger-Noten auf den Tisch legen, sondern es muss „Deutsche Reichswährung“ auf den Tisch.

      Beispiel Badische Bank:

      http://www.ordnungspolitik.ch/wp-content/uploads/2008/09/badischebank.jpg

      „Die Badische Bank bezahlt gegen diesen Bankschein hundert Mark in baarem Gelde“

      Die Banknoten (die Bankscheine sind Banknoten) der Badischen Bank sind kein Geld.
      Geld ist das, was die Badische Bank für die von ihr emittierten Banknoten zahlen muss, „baares Gelde“
      Auch die Badische Bank durfte nicht einfach zwei Fünfziger-Banknoten für eine Hunderter-Banknote auf den Tisch legen, bares Geld musste auf den Tisch.

      Zentralbanken sind keine Notenbanken, deshalb darf eine Zentralbank für einen Hunderter-Geldschein locker und lächelnd zwei Fünfziger-Geldscheine auf den Tisch legen.

      Warum ist das so?
      Das ist so, weil Geldscheine keine Banknoten sind, sondern sie sind das Geld selber.

      Die Geldscheine sind kein „Universalgutschein“, mit dem man von der Zentralbank deren Aktiva fordern könnte.
      Niemand kommt an die Aktiva der Zentralbank heran, es sei denn, die Zentralbank verkauft diese.

      Geldscheine haben mit Obligationen nichts, aber auch rein gar nichts, zu tun.

      Keine Obligation der Welt ist selber Geld.

      Die Geldscheine sind aber selber Geld, „gesetzliche Baarschaft“, bares Geld.

      Freundliche Grüße!

    • @Hardy

      Es gibt kein Gesetz, das den Banken verbietet, ihre überschüssigen Giroguthaben bei der SNB zu reduzieren (bis hinunter zur gesetzlichen Mindestreserve).

    • „Es gibt kein Gesetz, das den Banken verbietet, ihre überschüssigen Giroguthaben bei der SNB zu reduzieren (bis hinunter zur gesetzlichen Mindestreserve).“

      Ich kenne auch keinen, der solches behaupten würde.

      Die Geschäftsbanken können sich jederzeit Geld von der SNB auszahlen lassen und damit ihr Giroguthaben reduzieren.
      Ich kenne keinen, dem das nicht bekannt ist.

      Haben die Geschäftsbanken das Geld erhalten, dann sind sie mit der SNB quitt, ihr Giroguthaben sinkt um eben diesen Betrag.

      Wer Geld hat, hat an niemanden eine Forderung.

      In Ihrem neuesten Standpunkt

      https://insideparadeplatz.ch/2015/04/22/hochriskante-snb-aktie-irrefuehrender-geschaeftsbericht/#comments

      verbreiten Sie schon wieder unglaublichen Unfug.

      Bereitet Ihnen das Freude?
      Oder warum machen Sie das?
      Sie wollen mir doch wohl nicht ernsthaft erzählen, dass Sie die Zusammenhänge noch immer nicht begriffen haben?

      Sie schreiben dort:
      „Gesetzliches Zahlungsmittel hin oder her.“

      Mensch Meyer, das ist der alles entscheidende Punkt!

      Die Franken-Scheinchen sind „gesetzliche Baarschaft“, die sind pures Geld. Wenn die SNB den Banken „gesetzliche Baarschaft“ auszahlt, dann hat die SNB bei den Banken keine Schulden mehr.

      Die SNB gibt nix für die Scheinchen, wie sie es für Banknoten von ihr machen müßte.
      Das ist auch richtig so, denn es sind ja keine Banknoten der SNB.

      Sie führen sich hier als der große SNB-Kritiker auf, dabei verbreiten Sie das größte Märchen, das es in diesem Zusammenhang gibt, das Banknotenmärchen.

      Hand in Hand mit der SNB. Die SNB ist aber wenigstens noch so ehrlich und gibt gleich einen Hinweis, dass sie ein Märchen erzählt.
      Der Hinweis lautet: Wir geben nix für die Scheinchen.

      Dieser Hinweis ist absolut ernst gemeint.
      Die geben nichts, und die SNB muss auch nichts geben.

      Es sind nämlich gar keine Banknoten.

      Freundliche Grüße!

    • @Hardy

      Erstens:
      Sie begehen denselben Fehler wie Herr Jordan. Sie interpretieren Banknoten als Eigenkapital der SNB anstatt als Fremdkapital der SNB mit allen daraus erwachsenden Konsequenzen. Eigenkapital kann der Eigentümer nicht zurückfordern, da Guthaben bei sich selbst. Fremdkapital kann aber zurückgefordert werden. Die Gläubiger der SNB sind nicht schlechter gestellt als Gläubiger anderer Unternehmen oder Gläubiger des Staates.

      Zweitens:
      Liessen sich die Banken ihre Giroguthaben bei der SNB ausbezahlen mit Banknoten, so wäre die Schuld der SNB gegenüber den Banken immer noch offen. Anstatt dass diese elektronisch verbucht wäre, bestünde sie nun aus Papiergeld. Die Schuld an sich wäre aber immer noch offen. Die Banken dürfen jederzeit Banknoten zurückgeben und sie dürfen auch ihre Giroguthaben reduzieren. Die SNB durfte ihre Guthaben bei der EZB auch reduzieren, als diese Negativzinsen einführte.

      Drittens:
      Eine Schuld wird nur reduziert, wenn sich dadurch die Bilanz verkürzt. Würde die SNB den Banken anstelle von Giroguthaben Banknoten auszahlen, so würde sich dadurch die Bilanz der SNB nicht verkürzen. Daraus folgt, dass die SNB ihre Schulden nicht reduzieren kann durch Bezahlung mit Banknoten.

      Viertens:
      Geld (Banknoten und Giroguthaben der Banken bei der SNB) sind gesetzliches Zahlungsmittel. D.h., die Inhaber des Geldes dürfen damit etwas kaufen – etwas anderes als Geld. D.h. also, dass die Banken mit ihren Giroguthaben bei der SNB z.B. Gold, Euros, Dollars usw. kaufen können. Die SNB muss dieses Geld – Zahlungsmittel, für die Banken – annehmen als Bezahlung, d.h. die SNB muss die Notenbankgeldmenge reduzieren bzw. zurücknehmen, da es sich um ein gesetzliches Zahlungsmittel handelt.

      Fünftens:
      Der reale Wert dieses Notenbankgeldes muss nicht dem Nominalwert entsprechen. Wollen die Banken per Saldo ihre Guthaben bei der SNB, sei es in elektronischer Form oder in Papierform, abbauen, so entsteht ein Überangebot an Geld und der Wert des Geldes fällt. Bei Banknoten führt das dazu, dass die Güterpreise steigen. Bei den Giroguthaben der Banken bei der SNB führt das dazu, dass diese tiefer zu bewerten sind.

      Sechsten:
      Selbst wenn es so wäre, wie Sie behaupten, dass die Banken ihre Giroguthaben bei der SNB nicht mehr abbauen dürften, so müssten die Banken diese dennoch tiefer bewerten, sobald das Eigenkapital der SNB negativ wird. Warum? In diesem Fall könnte die SNB ihre Giroguthaben nicht mehr vollumfänglich zurückzahlen. Sie hätte zu wenig Euros, um ihre Schulden in Franken zu begleichen.

      Siebtens:
      Sie sollten wissen, wie Offenmarktpolitik funktioniert: Die SNB kann die Notenbankgeldmenge nur verringern, wenn sie entsprechende Aktiven herausgibt. Die SNB kann ihre Schulden gegenüber den Banken in Franken nur bezahlen, wenn sie dagegen einen Vermögenswert herausgibt als Bezahlung (Gold, Euros, Dollars usw.). Es gibt keine andere Möglichkeit.

      Achtens:
      Sie sollten sich trennen von der alten Bestimmung, dass früher ein privater Marktteilnehmer eine Banknote bei der Zentralbank einlösen durfte und heute nicht mehr. Es ist richtig, dass das heute nicht mehr möglich ist. Aber ein Privatmann darf eine Banknote bei seiner Bank einzahlen und die Bank darf die Banknote bei der SNB einzahlen und die Bank darf ihre Giroguthaben bei der SNB reduzieren, ohne dass sie im Gegenzug wieder eine Banknoten erhält, die sie nicht will. Wie gesagt: Giroguthaben sind gesetzliches Zahlungsmittel der Banken. Die SNB hat dies zu akzeptieren.

      mfG

    • Lieber Herr Dr. Meyer,

      aus Zeitgründen nur zu „achtens“.

      Sie schreiben:
      „… und die Bank darf die Banknote bei der SNB einzahlen und die Bank darf ihre Giroguthaben bei der SNB reduzieren, ohne dass sie im Gegenzug wieder eine Banknoten erhält, die sie nicht will.“

      Nein, eben nicht!
      (Es sind Geldscheine, keine Banknoten.)

      Das ist ein entscheidender Irrtum, dem Sie aufgesessen sind.

      Wenn die Geschäftsbank Franken auf ihr eigenes SNB-Konto einzahlt, dann erhält sie eine entsprechende Kontogutschrift.

      Lässt sich die Geschäftsbank Franken auszahlen, dann wird ihr Girokonto entsprechend belastet.

      Die Geschäftsbank hat dann noch die Möglichkeit, eine Überweisung auf ein anderes Konto in Auftrag zu geben.

      Die Geschäftsbank kann aber die SNB nicht zwingen, ihr SNB-Aktiva (Euro, Gold usw.) zu verkaufen.

      Ob die SNB etwas verkauft oder nicht, dass entscheidet die SNB alleine.

      Mehrfach haben Sie sinngemäß geschrieben, dass die SNB das „Notenbankgeld“ nur verringern kann, wenn sie Aktiva verkauft.

      Ja, das macht die SNB aber freiwillig, eben dann, wenn die SNB das selber will.
      Die Geschäftsbanken können das nicht von der SNB fordern.

      Eine beschränkte Ausnahme hiervon sind die Metall-Franken. Die SNB hält Metallfranken aktiv.
      Im „normalen Umfang“ können die Geschäftsbanken die Auszahlung von Metall-Franken fordern, dann verringert sich das sogenannte „Notenbankgeld“.

      Nebenbei: Auf die Metall-Franken sind Sie mit keinem Wort eingegangen. Sind die Metall-Franken für Sie kein Geld?
      Gerne nehme ich die Metall-Franken auch nicht als Beispiel, weil sie eine „Sonderrolle“ spielen.
      Trotzdem kann man sich an den Metall-Franken einiges verdeutlichen.

      Lieber Herr Dr. Meyer, es gibt keine Banknoten mehr!
      Ihr „Obligationen-Ansatz“ muss deshalb scheitern.

      Sowohl Metall- als auch Papierfranken sind „echtes Geld“.

      Staatsgeld, Geld des Staates Schweiz.
      Für dieses Geld kann niemand etwas FORDERN.

      Herr Dr. Ott hatte hier auf IP mal einiges aufgeführt, was schon alles Geld gewesen ist.
      Kaurimuscheln und so weiter.
      Niemals konnte man für das Geld etwas fordern.

      Für Banknoten konnte man selbstverständlich etwas fordern, das waren Obligationen, der Emittent war entsprechend beim Banknotenhalter verschuldet.

      Bei Geld ist das aber nicht der Fall.

      Freundliche Grüße!

    • @Hardy, der Student

      Sie verwechseln – genauso wie Herr Jordan – Eigenkapital und Fremdkaptial der SNB miteinander.

      Wären Banknoten Eigenkapital der SNB, so hätten Sie Recht. Aber Banknoten sind Fremdkapital der SNB mit allen daraus erwachsenden Konsequenzen.

      Dieses Kapital gehört eben nicht der SNB, sondern den Geschäftsbanken. Fremdkapital ist rückforderbar – insbesondere, wenn es sich um Sichtverbindlichkeiten handelt. Diese sind sofort fällig.

      Die SNB hat als Schuldnerin keine Besserstellung als andere Schuldner in der Volkswirtschaft. Sie muss Schulden zurückerstatten. Nicht einmal SNB-Chef Jordan behauptet das Gegenteil

      Und selbst wenn die SNB ihr Fremdkapital – ihre Banknoten – nicht zurückzahlen müsste (wie Sie behaupten), so müssten die Gläubiger der SNB ihre Guthaben bei der SNB im Falle einer Unterbilanz der SNB dennoch wertberichtigen.

      Und nun wäre es mir Recht, wenn wir diese Diskussion hier abbrechen könnten. Ich habe keine Zeit mehr, jemandem etwas erklären zu wollen, der nicht verstehen will oder kann.

  3. Lieber Dr. Meyer
    Ich bin wahrlich ein ganz kleines „Lichtlein“, verstehe auch nur wenig vom ach so erhabenen Bankwesen. Was ich kann ist, fehlerfrei eins und eins zu addieren, dazu noch intakten Menschenverstand und selbst mir wird klar: Sie haben uneingeschränkt Recht mit Ihren Ausführungen.
    Was wäre wenn? Was wäre, wenn Jordan, Draghi, Lagarde und Co. gar keinen Überlegungsfehler machen? Was wäre, wenn ein – wenn auch übler – Plan damit verbunden wäre?
    Ein Überlegungsfehler erscheint mir nur dann plausibel, wenn wir bei den Genannten Wahrhaftigkeit als fundamentale Voraussetzung annehmen dürften.

    Nun bin ich unwissendes „Lichtlein“ gespannt auf ihre Antwort und grüsse Sie freundlich.
    Traumtänzerin

    • @Traumtänzerin

      Vielen Dank.

      M.E. liegt ein Überlegungsfehler vor. Die meinen wirklich nicht, eine Notenbank könne Vermögen schaffen und wie Goldstücklein oder Manna vom Himmel regnen lassen.

      Wenn eiin Plan besteht, dann der, diesen peinlichen Irrtum zu vertuschen.

      MfG

    • @ Traumtänzerin

      Entschuldigung.

      Tippfehler auf Smartphone.

      Doch die meinen das natürlich.

      MfG

    • Lieber Herr Meyer,
      Natürlich haben Sie mit Ihren Einschätzungen völlig recht. Was Traumtänzerin suggeriert, bedarf aber einer tieferen Betrachtung.
      Bitte nehmen Sie sich nochmals einen Moment Zeit und denken darüber nach, was sie damit wohl meinen könnte…

      Es ist nicht das, was Sie jetzt unter „Plan“ zu verstehen meinen, nämlich einen furchtbaren Irrtum zu vertuschen. Nein, nein… 🙂

      Weiterhin viel Erfolg.
      BG

    • @Schorsch

      Was denken Sie denn ist der Plan det SNB?

      Bestimmt hätte die SNB den Mindestkurs nicht einführen können wenn dss Volk gewusst hätte, dass es für die Schulden der SNB haftet.

      MfG

  4. Herr Dr. Marc Meyer
    Jawohl, Sie haben bis anhin Recht behalten.
    Ich schätze, dass Herr SNB Chef bald mit dem Druck auf den Franken in die Geschichte eingehen wird. 1992 wollte sich die SNB gar nicht bewegen – in keine Richtung. Flexibilität – das kennt man nicht. Die Minuszinsen müssen weg – sofort.
    SNB Chef auch.

    • @Eule

      Danke.

      Korrekterweise müssten SNB-Direktion und SNB-Bankrat geschlossen zurücktreten um Weg für Devisenverkäufe freizumachen.

      Alles andere unglaubwürdig.

      Volkswirtschaftslehre muss neu geschrieben werden.

      MfG

  5. Nachtrag I

    DER VERHÄNGNISVOLLE IRRTUM DER SNB

    Kurz gesagt: Die SNB meint, „Geldschöpfung“ führe zu einer Zunahme des Eigenkapitals der Nationalbank. Das ist falsch. Bei einer „Geldschöpfung“ steigt im Gegenteil das Fremdkapital der SNB.

    Dieser gravierende Irrtum ist hauptverantwortlich am Verlust von über 70 Milliarden Franken der Nationalbank in den vergangenen 5 Jahren und gefährdet nun auch unsere Pensionskassen, Krankenkassen, Banken usw.

    SNB-Chef Prof. Dr. Thomas Jordan sagt wörtlich:

    Zitate Jordan:

    „Die Zentralbank kann sämtlichen Zahlungsverpflichtungen jederzeit nachkommen, weil sie die benötigte Liquidität selber schaffen kann.“

    „Zweitens hat die SNB zudem von Gesetzes wegen das Recht, ausstehende Forderungen mit der Schöpfung von Franken sozusagen „aus dem Nichts“ zu begleichen. Man spricht in diesem Zusammenhang auch davon, dass eine Zentralbank „Geld drucken“ kann. Dank dieser autonomen Geldschöpfungsmöglichkeit, dem Notenmonopol, gerät die SNB nie in Liquiditätsengpässe.“

    Die Fähigkeit einer Zentralbank, ihre Verbindlichkeiten fortwährend zu bedienen, hat weitreichende Konsequenzen: Zum einen bleibt die SNB handlungsfähig, auch wenn sie vorübergehend ein negatives Eigenkapital ausweisen muss.“

    Da es sich zudem bei den Noten und den Giroguthaben um gesetzliche Zahlungsmittel handelt, sind diese Verbindlichkeiten auch nicht im eigentlichen Sinne einforderbar, sondern können einzig – als gleichwertige gesetzliche Zahlungsmittel – gegeneinander getauscht werden.
    ….
    Sie haben also keinen Anspruch darauf, eine Banknote im Austausch gegen einen anderen Vermögenswert zurückzugeben.
    usw.

    Aus diesen Aussagen geht ganz klar hervor, dass die SNB meint, sie könne offene Schulden abtragen bzw. reduzieren durch „Geldschöpfung aus dem Nichts“. D.h. dass sie Schulden zurückzahlen könne ohne einen Vermögenswert zurückgeben zu müssen.

    Buchhalterisch würde das heissen, dass die Passivseite der SNB-Bilanz reduziert werden könne, ohne zugleich die Aktivseite (Gold und Devisen) ebenfalls reduzieren zu müssen.

    Negatives Eigenkapital entsteht, wenn die Schulden grösser sind als das Vermögen der SNB. Könnte nun die SNB ihre Schulden tatsächlich durch „Geldschöpfung aus dem Nichts“ reduzieren, so hiesse das, dass dadurch die Passivseite der SNB-Bilanz reduziert würde bei unveränderter Aktivseite („aus dem Nichts, d.h. die SNB muss keine Vermögenswerte wie Gold oder Devisen herausgeben).

    Eine Reduktion der Passivseite bei unveränderter Aktivseite würde bedeuten, dass das negative Eigenkapital reduziert wird. Denn negatives Eigenkapital entsteht ja, wenn die Schulden grösser sind als das Vermögen. Würden nun die Schulden reduziert bei unverändertem Vermögen, so wäre das Resultat, dass das negative Eigenkapital reduziert wird, bzw. dass Eigenkapital aufgestockt wird.

    Diese Überlegungen verdeutlichen, dass die SNB meint, bei einer „Geldschöpfung“ entstehe Eigenkapital der SNB. Das ist falsch: Bei einer Geldemission nimmt die SNB im Gegenteil Fremdkapital auf. D.h. die SNB verschuldet sich. Es entstehen Staatsschulden.

    Fällt das Vermögen der SNB in den negativen Bereich, so kann die SNB dieses negative Eigenkapital nicht beseitigen durch Geldschöpfung.

    Konklusion: Bei negativem Eigenkapital der SNB müssen die Gläubiger der SNB, d.h. die Pensionskassen, Versicherungen, Banken, PostFinance, Kantonalbanken usw. ihre Guthaben bei der SNB wertberichtigen und können Konkurs gehen.

    Zuguterletzt werden die Steuerzahler für die Verluste der SNB aufkommen.

    Es gibt einige Kommentatoren, welche diesen Grundlagenirrtum der SNB begreifen.

    „Stiller Beobachter“ beispielsweise schreibt:

    „Jeder, der auch nur ansatzweise eine (SNB-) Bilanz lesen kann, weiss, dass das Notenbankgeld definitiv FREMDKAPITAL ist. Ganz sicher KEIN Eigenkapital.

    Andere Kommentatoren, wie beispielsweise „moneymoney“ vergleichen die SNB mit einer Geldfälscherin und behaupten:

    „Immer wieder amüsant zu lesen, wie uns Herr Meyer weismachen will, dass eine Institution, die das Geld selber drucken kann, Mühe haben könnte, ihre Rechnungen zu bezahlen. Also wenn ich selber Geld drucken könnte, würde mir das nicht passieren…. “

    Leider sind SNB-Chef Jordan und das SNB-Direktorium immer noch auf diesem letzteren Niveau stehen geblieben und meinen, bei der SNB handle es sich um eine Geldfälscherin, welche „Geld aus dem Nichts“ schaffen und damit sämtliche offenen Rechnungen bezahlen könne.

    Wenn sich diese Herren (und bald mit Dame) nicht bald eines Besseren belehren lassen, so wird die SNB ein nächstes Debakel verschulden – den Konkurs von Banken, Pensionskassen, Krankenkassen sowie vieler Steuerzahler.

    Es würde sich für die Nationalbank und insbesondere für den SNB-Bankrat lohnen, darüber einmal ernsthaft nachzudenken – bevor es zu spät ist.

  6. @Denker

    Ich habe mir nochmals die Mühe genommen, einige Aussagen von Herrn Jordan aufzuzeigen, aus denen klar hervorgeht, dass er meint, die SNB könne durch „Geldschöpfung“ negatives Eigenkapital aufstocken.

    In seinem Vortrag vor der Statistisch Volkswirtschaftlichen Gesellschaft argumentierte Jordan u.a. wie folgt:

    Zitate Jordan:

    „Die Zentralbank kann sämtlichen Zahlungsverpflichtungen jederzeit nachkommen, weil sie die benötigte Liquidität selber schaffen kann.“

    „Zweitens hat die SNB zudem von Gesetzes wegen das Recht, ausstehende Forderungen mit der Schöpfung von Franken sozusagen „aus dem Nichts“ zu begleichen. Man spricht in diesem Zusammenhang auch davon, dass eine Zentralbank „Geld drucken“ kann. Dank dieser autonomen Geldschöpfungsmöglichkeit, dem Notenmonopol, gerät die SNB nie in Liquiditätsengpässe.“

    Die Fähigkeit einer Zentralbank, ihre Verbindlichkeiten fortwährend zu bedienen, hat weitreichende Konsequenzen: Zum einen bleibt die SNB handlungsfähig, auch wenn sie vorübergehend ein negatives Eigenkapital ausweisen muss.“

    Usw.

    Es ist eindeutig: Jordan behauptet, dass die SNB ihre Zahlungsverpflichtungen abbauen kann, indem sie Geld druckt.

    Könnte die SNB ihre Zahlungsverpflichtungen tatsächlich „aus dem Nichts“ abbauen durch Geld drucken, so hiesse das gleichzeitig auch, dass sie ihr Eigenkapital aus dem Nichts wieder aufstocken kann durch märchenhafte Geldschöpfung. Denn negatives Eigenkapital bedeutet, dass es ausstehende Zahlungsverpflichtungen gibt, welche das Vermögen übertreffen.

    Würden diese Zahlungsverpflichtungen nun durch Geldschöpfung abgebaut, so würde das bedeuten, dass das negative Eigenkapital gleichzeitig vermindert, bzw. dass das Eigenkapital zunehmen würde.

    Gemäss Jordan würde damit Geldschöpfung zu einer Zunahme des Eigenkapitals führen. Das ist aber falsch: Im Falle von Geldschöpfung nimmt die SNB im Gegenteil Fremdkapital auf.

    Unsere Nationalbank meint also fälschlicherweise, bei einer Geldschöpfung entstünde Eigenkapital der SNB. In Tat und Wahrheit steigt im Gegenteil das Fremdkapital.

    Dieser verheerende Irrtum hat nun die Schweiz allein in den letzten 5 Jahren über 70 Milliarden Franken gekostet. Wie gross müssen die Verluste der SNB noch werden, bis unsere Nationalbank endlich einsichtig wird und ihren Fehler erkennt und zugibt?

    Müssen tatsächlich zuerst unsere Krankenkassen und Pensionskassen Konkurs gehen, bis die SNB ihren Irrtum einsieht?

    mfG

  7. @moneymoney

    Es ist unfassbar: Nun hat unsere Nationalbank über 70 Milliarden Franken Volksvermögen verspielt und betrachtet sich immer noch als „unfehlbar“ – will ihren Fehler nicht einsehen.

    Die SNB hat ja behauptet, sie habe keine Limiten, den Franken zu schwächen, weil sie unbeschränkt Banknoten drucken könne. Dabei betrachtet sie Banknoten als „Liquidität“ bzw. als „Zahlungsmittel“ der SNB.

    Dass das nicht korrekt ist, habe ich auf diesem Blog schon viele Male gezeigt. Die SNB hat leider nicht auf mich gehört und über 70 Milliarden verspielt. Am 15. Januar musste sie einsehen, dass sie nicht Recht hat.

    Und nun kommen Sie hier erneut und behaupten, die SNB könne Geld drucken und damit alles kaufen. Wo bleibt der gesunde Menschenverstand? Sowohl aus Theorie als auch Praxis geht eindeutig hervor, dass das nicht stimmt.

    Sie haben heute Morgen hier die SNB mit einem Geldfälscher verglichen. Für einen Geldfälscher gehört das gedruckte Geld tatsächlich zu den „liquiden Mitteln“; bzw. das gedruckte Geld ist ein „Zahlungsmittel“ für den Geldfälscher. Sowohl Liquidität als auch Zahlungsmittel sind immer ein Aktivum.

    Nun behaupten Sie aber wiederum in Ihrem Votum an „stiller Beobachter“, es sei klar, dass Notenbankgeld ein Passivum der SNB sei und sie behaupten: „Ich kenne niemanden, der etwas anderes behauptet.“

    Doch – ich kenne viele, die das behaupten: Sie zum Beispiel – und SNB-Chef Jordan.

    Wenn Sie und Herr Jordan behaupten, durch Geld drucken schaffe die SNB eigene Liquidität oder sie drucke eigene Zahlungsmittel, so geht daraus eindeutig hervor, dass Sie und Herr Jordan gedrucktes Geld als Aktivum der SNB betrachten.

    Stehen Sie doch einmal zu Ihrem Fehler. Dasselbe gilt für Herrn Jordan – auch er soll endlich einmal zu seinem Fehler stehen.

    Von der SNB gedrucktes Geld gehört nie und nimmer zu den liquiden Mitteln der SNB bzw. ist nie und nimmer ein Zahlungsmittel der SNB für die Schulden der SNB. Die SNB kann mit gedrucktem Geld keine eigenen Schulden begleichen. Sie und Herr Jordan sollen nun endlich einmal mit diesem Ammenmärchen aufhören.

    Zudem kommen Sie erneut mit Ihrer schon lange widerlegten Argumentation, der reale Wert von Notenbankgeld entspreche immer dessen Nominalwert.

    Sie stützen Ihre ganzes Argumentarium darauf ab, dass kein Privater mit einer Banknote zur SNB gehen könne und dort etwas anderes einfordern könne. Auch dieser Fehler basiert auf Thomas Jordans Irrlehre, eine Banknote könne nur gegen Notenbankgeld eingetauscht werden. Unsinn. (siehe: „Braucht die SNB Eigenkapital?“, Vortrag von Prof. Dr. Thomas Jordan, Volkswirtschaftlich Statistische Gesellschaft Basel, S. 6).

    Haben Sie auch schon einmal etwas gehört von Offenmarktpolitik? Das ist der einzige Weg, wie Geld in den Wirtschaftskreislauf und wieder zurück zur SNB findet. Wenn also die SNB die Geldmenge verringern möchte, so muss sie – ich wiederhole – so muss sie der Geschäftsbank aus ihrem Vermögen Gold, Devisen, Repos oder irgendeinen Vermögenswert überweisen – auf keinen Fall aber Notenbankgeld.

    Da Notenbankgeld gesetzliches Zahlungsmittel ist, haben die Banken das Recht, mit diesem Notengbankgeld etwas zu kaufen – Devisen, Gold oder einen anderen Vermögenswert. Sie und Herr Jordan wissen offenbar nicht, was Offenmarktpolitik ist.

    Wenn ein Privatmann der SNB keine Banknote zurückgeben kann, so heisst das nicht, dass die Geschäftsbanken das nicht können. Private können bei der SNB kein Konto halten – Geschäftsbanken können dies aber – das sollten Sie sich endlich einmal merken.

    Fällt das Vermögen der SNB unter den Wert ihrer Schulden, so ist die SNB illiquide – sie kann ihre ausstehenden Schulden nicht mehr begleichen. Aus diesem Grund müssen die Kreditgeber der SNB, die Banken, Kantonalbanken, PostFinance, Pensionskassen, Krankenkassen usw. ihre Guthaben bei der SNB entsprechend wertberichtigen.

    Gemäss Nationalbankgesetz (Art. 18, Abs. 2) müssen die Banken lediglich 4 Prozent ihrer kurzfristigen Verbindlichkeiten bei der SNB als Mindestreserve halten. Gemäss neuestem Statistischen Monatsheft besitzen die Banken bereits das 27 fache (!) der geforderten Menge.

    Es gibt keinen Artikel im Nationalbankgesetz, der den Banken verbieten würde, ihre Giroguthaben bei der SNB zu reduzieren auf einen Betrag über 4 Prozent. Zudem handelt es sich um Giroguthaben – d.h. Guthaben, die auf Sicht zurückgefordert werden können. Die Bilanz spricht denn auch von „Sichtverbindlichkeiten“ (bzw. „übrige Sichtverbindlichkeiten“).

    Die Banken haben somit das Recht, ihre Guthaben bei der SNB jederzeit zurückzufordern. Wenn die SNB behauptet, das stimme nicht, so zeigt das nur, dass die SNB die Öffentlichkeit irreführt: Die SNB begründet den Negativzins damit, dass sie erreichen wolle, dass die Banken ihre Giroguthaben bei der SNB abbauen – dabei dürfen sie das angeblich nicht?

    Ergo müssen die Banken dies dürfen. Die Banken können nicht einen Strafzins auferlegt erhalten für Kapital, das sie bei der SNB anlegen aber angeblich nicht abziehen dürfen.

    Und selbst wenn die Banken ihre Guthaben nicht abziehen dürften, so stellen diese trotzdem Fremdkapital der SNB dar. Jedes Wertpapier hat einen Nominalwert und einen Kurswert. Bei Banknoten wird der Wert in Gütern bemessen. D.h. die Güterpreise steigen bei einem Wertzerfall der Banknoten.

    Giroguthaben der Banken bei der SNB haben einen Kurswert. Der liegt bei 100 Prozent, solange die Giroguthaben der SNB mit Vermögen gedeckt sind.

    Fällt jedoch der Wert des Vermögens unter den Wert der ausstehenden Giroguthaben, so kann die SNB die ausstehenden Giroguthaben der Banken nicht mehr zurückkaufen. Die SNB ist illiquide.

    Wenn also die SNB auf ihrer Passivseite z.B. 500 Milliarden Franken Giroguthaben der Banken verbucht hat und auf der Aktivseite sind ihre Devisenanlagen nur noch 400 Milliarden Franken wert, so ist die SNB illiquide. Sie besitzt zu wenig Vermögen, um ihre Schulden zurückzuzahlen.

    Ein Vergleich: Wenn eine Bank einen Hypothekarkredit gewährt für 500‘000 Franken und der Wert des Hauses fällt auf 400‘000 Franken, so muss die Bank den Kredit wertberichtigen.

    Es wird auch niemand bereit sein, die Hypothek von CHF 500‘000 zu übernehmen, wenn das Haus nur noch CHF 400‘000 wert ist.

    Genauso wird keine Bank bereit sein, Giroguthaben der SNB zu 100 Prozent an Zahlung zu nehmen, wenn diese nur noch zu 90 Prozent durch Vermögen der SNB gedeckt sind.

    Das alles ist nicht schwer zu bergreifen. Es bedingt jedoch, dass die SNB endlich einmal ihre Unfehlbarkeit ablegt.

    mfG

  8. „Dass die Kreditgeber der SNB, d.h. die Grossbanken, Kantonalbanken, PostFinance, Krankenkassen, Pensionskassen, Suva usw. ihre Guthaben bei der SNB wertberichtigen müssen, sobald die SNB negatives Eigenkapital ausweist, sehen Jordan und moneymoney nicht ein.

    Sie können das ja nicht einsehen, weil sie die SNB als Geldfälscherin interpretieren, die jederzeit durch Geldschöpfung Eigenkapital „schöpfen“ könne.“

    Das sehe ich auch nicht ein Herr Dr. Meyer. Es ist ja auch nicht angedacht, dass negatives EK durch Geldschöpfung kompensiert werden soll, das ist durch das strukturelle Gewinnpotential in der längeren Frist gegeben.

    Ein Liquiditätsproblem kann der NB gar nicht entstehen. Schöpfen von Liquidität kann durch Erhöhung von EK wie auch von FK geschehen. Es gibt keinen Grund, weshalb die Gläubiger ihre Positionen abzuschreiben hätten…

    • @Denker

      Doch – es ist angedacht, dass negatives Eigenkapital durch Geldschöpfung kompensiert werden kann und soll. Notenbankgeld wird von der SNB als „Liquidität“ bzw. als gesetzliches „Zahlungsmittel“ und somit als Vermögen bezeichnet.

      Die Schaffung von „Vermögen aus dem Nichts“ ist gleichbedeutend wie die Schaffung von Eigenkapital aus dem Nichts. Damit soll angeblich negatives Eigenkapital aufgestockt werden. Mit gedrucktem Geld könne die SNB sämtlichen Zahlungsverpflichtungen nachkommen (siehe u.a. Thomas Jordan, „Braucht die SNB Eigenkapital“, u.a. S. 13).

      Den Zahlungsverpflichtungen nachkommen heisst: Fremdkapital abbauen. Wenn durch Geld drucken angeblich Fremdkapital abgebaut werden kann, so wird durch Geld drucken Eigenkapital aufgebaut, sobald es kein ausstehendes Fremdkapital mehr gibt.

      In seinem Referat „Benötigt die SNB Eigenkapital“ bezeichnet Jordan gedrucktes Geld nach und nach als „Liquidität aus dem Nichts“ bzw. als Zahlungsmittel der SNB und damit als Vermögen der SNB aus dem Nichts.

      Negatives Eigenkapital kann allein durch Gewinne wieder aufgestockt werden. Es ist aber verwegen, nach einem Verlust von über 50 Milliarden im letzten ausgewiesenen Statistischen Monatsheft Gewinne der SNB in Aussicht zu stellen, welche diese Verluste kompensieren sollen. Dazu müsste der Euro innert Jahresfrist entsprechend steigen.

      Fällt das Eigenkapital der SNB in den negativen Bereich, so müssen die Banken, Kantonalbanken, PostFinance, Pensionskassen, Krankenkassen usw. ihre Guthaben bei der SNB entsprechend wertberichtigen.

      Sind die Guthaben der SNB Ende Jahr nur noch 400 Milliarden wert, so dürfen die Banken diese nicht zu 500 Milliarden bewerten. Eine solche Überbewertung wäre rechtswidrig. Die Kreditgeber der SNB können somit anstelle der SNB Konkurs gehen, sofern die SNB ihre Bilanz bei negativem Eigenkapital nicht deponiert.

      Ihr letzter Satz beinhaltet zudem diverse Widersprüche:

      Sie schreiben:

      „Ein Liquiditätsproblem kann der NB gar nicht entstehen. Schöpfen von Liquidität kann durch Erhöhung von EK wie auch von FK geschehen. Es gibt keinen Grund, weshalb die Gläubiger ihre Positionen abzuschreiben hätten…“

      Weshalb sollte der SNB kein Liquiditätsproblem entstehen? Damit begehen Sie genau denselben Überlegungsfehler wie Thomas Jordan und moneymoney. Fällt das Vermögen der SNB unter Wert ihrer Schulden, so ist die SNB illiquide. Sie besitzt zu wenig Euros, um ihre Schulden in Franken zu begleichen.

      Die SNB kann nicht „Euros drucken“. Sie ist deshalb illiquide.

      Und wenn Sie schreiben, Liquidität könne durch Erhöhung von EK wie auch FK geschehen, so zeigt das, dass Sie übersehen, dass Notenbankgeld selber Fremdkapital der SNB ist.

      Sie interpretieren in ihrem Satz „Liquidität“ als Vermögen der SNB. Die SNB bezeichnet aber ihre Schulden (Notenbankgeld als „Liquidität“). Erkennen Sie den Widerspruch nicht?

      mfG

    • @Denker

      Ich habe mir nochmals die Mühe genommen, einige Aussagen von Herrn Jordan aufzuzeigen, aus denen klar hervorgeht, dass er meint, die SNB könne durch „Geldschöpfung“ negatives Eigenkapital aufstocken.

      In seinem Vortrag vor der Statistisch Volkswirtschaftlichen Gesellschaft argumentierte Jordan u.a. wie folgt:

      Zitate Jordan:

      „Die Zentralbank kann sämtlichen Zahlungsverpflichtungen jederzeit nachkommen, weil sie die benötigte Liquidität selber schaffen kann.“

      „Zweitens hat die SNB zudem von Gesetzes wegen das Recht, ausstehende Forderungen mit der Schöpfung von Franken sozusagen „aus dem Nichts“ zu begleichen. Man spricht in diesem Zusammenhang auch davon, dass eine Zentralbank „Geld drucken“ kann. Dank dieser autonomen Geldschöpfungsmöglichkeit, dem Notenmonopol, gerät die SNB nie in Liquiditätsengpässe.“

      Die Fähigkeit einer Zentralbank, ihre Verbindlichkeiten fortwährend zu bedienen, hat weitreichende Konsequenzen: Zum einen bleibt die SNB handlungsfähig, auch wenn sie vorübergehend ein negatives Eigenkapital ausweisen muss.“

      Usw.

      Es ist eindeutig: Jordan behauptet, dass die SNB ihre Zahlungsverpflichtungen abbauen kann, indem sie Geld druckt.

      Könnte die SNB ihre Zahlungsverpflichtungen tatsächlich „aus dem Nichts“ abbauen durch Geld drucken, so hiesse das gleichzeitig auch, dass sie ihr Eigenkapital aus dem Nichts wieder aufstocken kann durch märchenhafte Geldschöpfung. Denn negatives Eigenkapital bedeutet, dass es ausstehende Zahlungsverpflichtungen gibt, welche das Vermögen übertreffen.

      Würden diese Zahlungsverpflichtungen nun durch Geldschöpfung abgebaut, so würde das bedeuten, dass das negative Eigenkapital gleichzeitig vermindert, bzw. dass das Eigenkapital zunehmen würde.

      Gemäss Jordan würde damit Geldschöpfung zu einer Zunahme des Eigenkapitals führen. Das ist aber falsch: Im Falle von Geldschöpfung nimmt die SNB im Gegenteil Fremdkapital auf.

      Unsere Nationalbank meint also fälschlicherweise, bei einer Geldschöpfung entstünde Eigenkapital der SNB. In Tat und Wahrheit steigt im Gegenteil das Fremdkapital.

      Dieser verheerende Irrtum hat nun die Schweiz allein in den letzten 5 Jahren über 70 Milliarden Franken gekostet. Wie gross müssen die Verluste der SNB noch werden, bis unsere Nationalbank endlich einsichtig wird und ihren Fehler erkennt und zugibt?

      Müssen tatsächlich zuerst unsere Krankenkassen und Pensionskassen Konkurs gehen, bis die SNB ihren Irrtum einsieht?

      mfG

  9. @Stiller Beobachter

    Danke.

    Ja genau so ist es: Notenbankgeld ist und bleibt Fremdkapital des Geldemittenten – nicht Eigenkapital.

    Wenn man natürlich unsere Nationalbank als Geldfälscherin betrachtet, so würde bei einer Geldemission tatsächlich Eigenkapital entstehen:

    Banknoten an Eigenkapital

    Das ist aber falsch: Bei einer Geldemission nimmt die SNB Fremdkapital auf. Das belegt der Buchungssatz der SNB, der bei einer Geldemission korrekt lautet:

    Devisenanlagen an Giroguthaben der Banken

    SNB-Chef Herr Professor Jordan und moneymoney verwechseln leider Fremdkapital und Eigenkapital miteinander. Sie interpretieren damit die SNB als Geldfälscherin. Sie meinen, bei einer Geldemission entstünde Eigenkapital der SNB – dabei nimmt sie im Gegenteil Fremdkapital auf.

    In seinem ganzen Vortrag vor der Statistisch Volkswirtschaft Basel („Braucht die SNB Eigenkapital?“) interpretiert Jordan Notenbankgeld als Eigenkapital der SNB anstatt als Fremdkapital. Er benennt Notenbankgeld sogar ausdrücklich als Eigenkapital der SNB.

    Logisch, dass die SNB zum Schluss kommt, die SNB bleibe auch mit negativem Eigenkapital voll handlungsfähig.

    Dass die Kreditgeber der SNB, d.h. die Grossbanken, Kantonalbanken, PostFinance, Krankenkassen, Pensionskassen, Suva usw. ihre Guthaben bei der SNB wertberichtigen müssen, sobald die SNB negatives Eigenkapital ausweist, sehen Jordan und moneymoney nicht ein.

    Sie können das ja nicht einsehen, weil sie die SNB als Geldfälscherin interpretieren, die jederzeit durch Geldschöpfung Eigenkapital „schöpfen“ könne.

    Dass die Schweizer Volkswirtschaft wegen des Irrtums der SNB in grosse Not kommen kann, sollte der Franken weiter steigen, blenden sie aus. Die Nationalbank will Recht behalten – um jeden Preis.

    Die Steuerzahler müssen diesen Preis ja bezahlen – nicht die Nationalbank.

    mfG

  10. @“alles irre“

    Kennen Sie den Ausdruck „nomen est omen“?

    Von all Ihren bisherigen Pseudonymen auf Inside Paradeplatz finde ich passt dieses fast am besten zu Ihnen (sorry, Sie haben den Ausdruck selber gewählt).

    Ich habe nicht geschrieben, die SNB investiere in Schulden, sondern in „Staatsanleihen hoch verschuldeter Staaten“.

    Und das ist wirklich „irre“.

    Vergleich: Angenommen, die Kinder eines Familienvaters seien in Not. Da sagt sich der Familienvater: Ich habe eine gute Idee: Ich habe noch keine Schulden. Jetzt verschulde ich mich „unbeschränkt“. Das Geld gebe ich meinem Nachbarn, der ist hoch verschuldet, weil seine Kinder so verschwenderisch sind.

    Mit diesem Geld kann dann der Nachbar seine Kinder wieder unterstützen. Von der Verschwendungssucht seiner Kinder werden dann auch meine Kinder indirekt profitieren, so dass es ihnen wieder besser geht.

    Genauso absurd – ja „irre“ – war der Mindestkurs unserer Nationalbank.

    Es ist gut, dass der Mindestkurs nun weg ist. Aber der Vater ist nun fast mit einem ganzen Jahressalär verschuldet (die Schulden der SNB sind nun fast so hoch wie das BIP der Schweiz).

    Es ist mir unerklärlich, wie die Soziale Partei (z.B. Peter Bodenmann), die Gewerkschaften (z.B. SNB-Bankrat Daniel Lampard) oder SWISSMEN, economiesuisse (z.B. Hans Hess) immer wieder fordern, die SNB solle den Euro Stützen, um die heimische Wirtschaft zu unterstützen.

    Diese Forderung ist genauso „irre“ wie das obige Beispiel mit dem Familienvater.

    Und die SNB hat es getan – wirklich „irre“.

    Sie stehen der Nationalbank und dem SNB-Bankrat ja nahe – „alles irre“ ist wirklich ein zutreffendes Pseudonym für Sie.

    mfG

  11. Immer wieder amüsant zu lesen, wie uns Herr Meyer weismachen will, dass eine Institution, die das Geld selber drucken kann, Mühe haben könnte, ihre Rechnungen zu bezahlen. Also wenn ich selber Geld drucken könnte, würde mir das nicht passieren…. 🙂

    Oder dass Notenbankgeld „abgeschrieben“ oder „wertberechtigt“ werden müsste. Ich halte schon mal den Filzstift bereit, damit ich auf der Hunderternote die 100 durch eine 80 ersetzen kann. Oder gleich ganz radikal eine Null streichen. Wie macht man es eigentlich bei den Münzen?

    Frohe Ostern!

    • egal, ob Sie den Meyer mögen oder nicht: hier geht es um simple Buchungssätze. Das ist massgebend, nich der Meyer!

      PS. ich kenne Dr. Meyer überhaupt nicht. Aber ich habe mich kürzlich wieder mal mit VWL beschäftigt.

    • @moneymoney

      Guten Morgen – Schon lange nicht mehr von Ihnen gehört…

      Ihre Zeilen sind m.E. nicht amüsant, sondern eher besorgniserregend.

      Wie kann ein Bankdirektor (sind Sie nicht Direktor bei der UBS?) unsere Nationalbank mit einem Geldfälscher verwechseln?

      Gerade die Grossbanken sind in grosser Gefahr, da sie Guthaben in zweistelliger Milliardenhöhe bei der SNB parkiert haben und immer noch nicht gemerkt haben, dass sie diese wertberichtigen müssen im Falle von negativem Eigenkapital der SNB.

      Aber wie heisst es: „Hochmut kommt vor dem Fall“. Das wird möglicherweise auch bei Ihnen und der UBS eintreten.

      Die Steuerzahler werden bei negativem Eigenkapital der SNB nicht nur die SNB, sondern zudem noch die UBS und CS, Kantonalbanken, Pensionskassen, Krankenkassen usw. retten müssen.

      Ein Geldfälscher verbucht bei der Geldemission:

      Banknoten / Eigenkapital

      Die SNB verbucht bei einer Geldemission:

      Devisenanlagen / Notenumlauf

      Sehen Sie den Unterschied nicht?

      Sie sind genauso unfähig, eine Bilanz zu lesen, wie unser Herr Jordan. Dieser interpretiert die Nationalbank ebenfalls als Geldfälscherin.

      Bitte überlegen Sie zuerst, bevor Sie mir wieder schreiben.

      mfG

    • @ moneymoney:

      ich bleibe bei meiner Aussage:

      Jeder, der auch nur ansatzweise eine (SNB-) Bilanz lesen kann, weiss, dass das Notenbankgeld definitiv FREMDKAPITAL ist. Ganz sicher KEIN Eigenkapital.

    • @Stiller Beobachter

      Danke.

      Ja genau so ist es: Notenbankgeld ist und bleibt Fremdkapital des Geldemittenten – nicht Eigenkapital.

      Wenn man natürlich unsere Nationalbank als Geldfälscherin betrachtet, so würde bei einer Geldemission tatsächlich Eigenkapital entstehen:

      Banknoten an Eigenkapital

      Das ist aber falsch: Bei einer Geldemission nimmt die SNB Fremdkapital auf. Das belegt der Buchungssatz der SNB, der bei einer Geldemission korrekt lautet:

      Devisenanlagen an Giroguthaben der Banken

      SNB-Chef Herr Professor Jordan und moneymoney verwechseln leider Fremdkapital und Eigenkapital miteinander. Sie interpretieren damit die SNB als Geldfälscherin. Sie meinen, bei einer Geldemission entstünde Eigenkapital der SNB – dabei nimmt sie im Gegenteil Fremdkapital auf.

      In seinem ganzen Vortrag vor der Statistisch Volkswirtschaft Basel („Braucht die SNB Eigenkapital?“) interpretiert Jordan Notenbankgeld als Eigenkapital der SNB anstatt als Fremdkapital. Er benennt Notenbankgeld sogar ausdrücklich als Eigenkapital der SNB.

      Logisch, dass die SNB zum Schluss kommt, die SNB bleibe auch mit negativem Eigenkapital voll handlungsfähig.

      Dass die Kreditgeber der SNB, d.h. die Grossbanken, Kantonalbanken, PostFinance, Krankenkassen, Pensionskassen, Suva usw. ihre Guthaben bei der SNB wertberichtigen müssen, sobald die SNB negatives Eigenkapital ausweist, sehen Jordan und moneymoney nicht ein.

      Sie können das ja nicht einsehen, weil sie die SNB als Geldfälscherin interpretieren, die jederzeit durch Geldschöpfung Eigenkapital „schöpfen“ könne.

      Dass die Schweizer Volkswirtschaft wegen des Irrtums der SNB in grosse Not kommen kann, sollte der Franken weiter steigen, blenden sie aus. Die Nationalbank will Recht behalten – um jeden Preis.

      Die Steuerzahler müssen diesen Preis ja bezahlen – nicht die Nationalbank.

      mfG

    • @ stiller Beobachter

      Es ist klar, dass Notenbankgeld auf der Passivseite der SNB-Bilanz steht. Ich kenne niemanden, der etwas anderes behauptet. Die Frage ist, welche Implikationen das hat. Die Besonderheit von Notenbankgeld besteht darin, dass Sie nicht mit einer Banknote zur SNB gehen und irgend etwas dafür verlangen können. Insofern wird die Handlungsfähigkeit der SNB durch die Existenz dieses Passivums nicht eingeschränkt; im Unterschied zu anderen Schulden, bei denen der Gläubiger i.a. verlangen kann, dass sie früher oder später zurückbezahlt werden.

  12. Lieber Herr Dr. Meyer

    Ihre Gedankengänge sind ja nachvollziehbar, obwohl ich ihre Sorge betreffend den Auswirkungen einer negativ SNB Bilanz nicht teile. Trotzdem würde mich wunder nehmen, was Sie als Ausweg aus dieser Misere sehen?

    • @Denker

      Danke.

      Sie schreiben, meine Gedankengänge seien nachvollziehbar und in demselben Satz schreiben Sie, sie teilten meine Sorge betreffend Auswirkungen einer negativen SNB-Bilanz nicht.

      Ein Widerspruch.

      Bereiten Ihnen 500 Milliarden Franken Staatsschulden, die im Ausland in Staatsanleihen hoch verschuldeter Staaten angelegt wurden, wirklich keine Sorgen? Zudem die lapidare Rechtfertigung der SNB, sie könne Geld „aus dem Nichts schaffen“ und damit alle ihre Schulden jederzeit tilgen?

      Mir bereitet das Sorgen. Ich bin Volkswirtschaftler.

      Aus meinen Gedankengängen geht hervor, dass die Kreditgeber der SNB (Banken, Pensionskassen, Krankenversicherungen usw.) ihre Guthaben bei der SNB wertberichtigen müssen, sobald das Eigenkapital der SNB negativ wird. Das kann zum Konkurs dieser Institute führen. Wollen wir das?

      Die SNB bestreitet dies mit der Begründung, sie könne nicht illiquide werden, da Banknoten gesetzliches Zahlungsmittel seien. (siehe u.a. iconomix, „Braucht die SNB Eigenkapital“, Anmerkungen zu den Ausführungen von Herrn Dr. Marc Meyer).

      Ist das kein Anlass zur Sorge?

      Die SNB investiert über 99 Prozent ihres Vermögens (ausser Gold) im Ausland und kurbelt damit die ausländischen Volkswirtschaften an auf Kosten der Schweiz.

      Nicht einmal 1 Prozent ihres Vermögens investiert die SNB in der Schweiz, um unser Land zu unterstützen. Damit verstösst sie gegen ihren Verfassungsauftrag. Die SNB hat den Auftrag zugunsten der Schweiz zu investieren – nicht zugunsten des Auslandes.

      Nicht mit Auslandinvestitionen, sondern mit Inlandinvestitionen unterstützt die SNB die heimische Wirtschaft. Mit Direktinvestitionen hätte sie der Exportindustrie und dem Tourismus direkt helfen können.

      Nun hat die SNB aber über 70 Milliarden Franken am Devisenmarkt verspielt. Hätte sie dieses Geld zugunsten von Exportbranche und Tourismus eingesetzt, so wäre diese Kaufkraft jetzt noch im Land. Zudem wäre diesen Branchen geholfen.

      Seit Jahrzehnten warnte ich die SNB vor zu hohen Auslandinvestitionen,

      A) weil dadurch die ausländischen Volkswirtschaften angekurbelt werden und
      B) weil diese Auslandinvestitionen zudem ein sehr hohen Verlustpotential aufweisen.

      Das ist jetzt einmal mehr deutlich geworden.

      Zudem habe ich auf Inside Paradeplatz vor einiger Zeit einen Beitrag geschrieben „“In der Schweiz investieren statt im Ausland zu verlieren“. Darf ich Sie auf diesen verweisen?

      Der jetzige Ausweg aus der Misere heisst: Das übermässigen Devisenportefeuille der SNB sofort massiv abbauen und auf ein vernünftiges Mass herunterfahren.

      mfG

    • In der untenstehenden Kommentarantwort von Herrn Doktor Meyer auf den Kommentar von Denker schreibt Erstgenannter:
      „Bereiten Ihnen 500 Milliarden Franken Staatsschulden, die im Ausland in Staatsanleihen hoch verschuldeter Staaten angelegt wurden, wirklich keine Sorgen?“
      Frage mich, wer hier der grosse Verwechsler ist… „Schulden werden in Schulden angelegt“ – Herr Doktor Meyer, Sie begreifen elementarste Dinge „als Volkswirtschafter“ (wie Sie ja so effektvoll schreiben) nicht…

    • „alles irre“

      Danke für den Hinweis.

      Sie machen es sich einfach „alles irre“.

      Korrekt, man könnte es eleganter ausdrücken: „Die SNB hat für über 500 Milliarden Schulden gemacht und den Erlös im Ausland angelegt.“

      Zufrieden?

      Nochmals besten Dank für Ihren Hinweis. Ihre Generalisierung ist aber fehl am Platz.

      Diese ändert auch nichts an der Tatsache, dass man sich ernsthaft Sorgen machen muss um die Verschuldungspolitik unserer Nationalbank trotz Schuldenbremse.

      P.S: Gerne möchte ich Sie noch darauf hinweisen, dass ich 100 Prozent beschäftigt bin und in meiner spärlichen Freizeit hier für „Gottes Lohn“ schreibe. Da kann sich so ein Formulierungsfehler einschleichen.

      Die Herrn der Nationalbank verdienen immense Saläre – und machen nicht einmal ihre Hausaufgaben. Die machen Ihrer Ansicht nach wohl alles richtig?

      mfG

    • @alles irre“

      Entschuldigung: Noch präziser:

      Die SNB investiert das durch ihre Geldemission aufgenommene Kapital im Ausland.

      Sie sind offenbar einer jener „Günstlinge“ (siehe Kommentator „Ghost“), der heutigen Misswirtschaft der SNB, da Sie so gereizt reagieren.

      mfG

  13. Wir sollten in diesem Zusammenhang nicht von Überlegungsfehlern sprechen – Hier gehts um knallharte Interessenspolitik und Regierungen/ Günstlinge, die gerne im Sattel bleiben würden. Die einzige wertneutrale „Lösung“ liegt im Fall des staatlichen Währungsmonopols, doch hierzu bedarf es realistischerweise einem absoluten Supergau – Wollen wir das?

    • @Ghost

      Danke.

      Richtig. Es geht um knallharte Interessen. Man will „im Sattel bleiben“. Dazu muss man Recht behalten – um jeden Preis. Auch wenn es die Steuerzahler, Pensionäre, Sparer, Krankenversicherten usw. über 100 Milliarden kostet.

      Das ändert nichts an der Tatsache: Unsere Nationalbank interpretiert ihre Schulden in Form von Notenbankgeld als Vermögen („Liquidität“, „Zahlungsmittel“).

      Diese fatale Verwechslung ist so was von peinlich…

      Um Recht zu behalten und das Gesicht nicht zu verlieren ist unserer Nationalbank jedes Mittel recht.

      Man kann nur hoffen, dass es nicht zu einem Super-Gau kommen muss, bis die SNB und ihre Professoren endlich begreifen.

      Die grösste Gefahr – der Mindestkurs – ist glücklicherweise gebannt. Trotzdem ist die SNB „nicht aus dem Schneider“.

      Auch die verbleibenden über 500 Milliarden Devisenanlagen der SNB können immer noch einen sehr grossen Schaden anrichten – bis hin zur Insolvenz unserer Nationalbank.

      mfG

  14. Sehr geehrter Hr. Dr. Meyer
    Sie haben meine volle Zustimmung und Unterstützung. Ich danke Ihnen an dieser Stelle persönlich für Ihr unermüdliches Engagement. Die grössten Irrtümer basieren tatsächlich meist auf einfachen Fehlern. Es ist oft die Eitelkeit des Menschen, die ein kritisches Hinterfragen verhindert. Mir haben Ihre klaren und verständlichen und nachvollziehbaren Artikel jedenfalls die Augen geöffnet.
    Nochmals vielen Dank Rico Meier

    • @Rico Meier

      Sehr geehrter Herr Meier

      Vielen herzlichen Dank für Ihren Kommentar, der mich sehr freut.

      Schönen Abend

      Marc Meyer

  15. Herr Meyer,

    vor etwa 6 Monaten bin ich hier per Zufall auf einen Ihrer Artikel zum Thema SNB gestossen und verfolge Ihre Beiträge seitdem regelmässig. Ich teile Ihre Meinung und bedanke mich für Ihr Engagement!

    In meinem Umkreis stelle ich leider immer wieder fest, dass die meisten entweder überhaupt kein Interesse am Thema Geldpolitik haben und ahnungslos sind, oder allgemein zu staatsgläubig.

    Dass die SNB nun die Pensionskassen plündert erstaunt mich nicht. Genauso wie Inflation ist das ein sehr subtiler und meist unbemerkter Weg die Bürger zu enteignen.
    Ich frage mich, ob die Herren der SNB mit Ihrem Geldschöpfungs-Märchen die Schweiz nun „aus Versehen“ oder doch ganz bewusst ausnehmen.
    Die Hoffnung stirbt zuletzt.

    • „aus Versehen“. Die haben sich basierend auf akademischen Konzepten in etwas hineingesteigert, aus dem sie nicht mehr rauskommen.
      Es ist äußerst peinlich, dass ausgerechnet das Bankenland Schweiz die Nationalbank stellt, deren Money Printing Konzept als erstes wie ein Kartenhaus eingefallen ist – noch vor den Japanern, EZB und FED. Das hätte wohl vor 2010 niemand gedacht!

    • @cashier

      Besten Dank.

      Ich denke nicht, dass die SNB absichtlich der Schweizer Volkswirtschaft Schaden zufügen wollen.

      Die verstehen schlicht und einfach nicht, wovon sie reden.

      Zudem sitzen sie auf einem so hohen Ross, dass sie gar nicht auf die Idee kommen, sie könnten etwas falsch machen.

      MfG

    • Lieber Herr Dr. Meyer, beim besten Willen – glauben Sie wirklich an Unvernunft hierbei ?

      Nein, die ZB’en dieser Welt, zusammen mit ihren Regierungen, wissen mE alle ganz genau was sie tun.

      Nehmen Sie Australien. Anstatt Negativzinsen führen die jetzt eine Steuer auf Bankeinlagen ein. Warum ? Damit treffen die nur ihre Steuerinländer, nicht aber ihren wichtigsten Auslandsinvestor, die Chinesen.

      Nehmen Sie alle führenden ZB – was betreiben die mit ihren Bankbailouts, Abwertungswettläufen, Währungspegs, Null-/Negativzinsen, usw. ungefähr seit 2012 und massivst seit letztem Jahr ? Na, Deflation.

      Wem nützt Deflation ? Nun, Deflation hebt „Geld“ im Wert gegenüber allen Assets. Preisfrage – wer besitzt am meisten Cash, wer hält am meisten Cash ?

      Wem helfen die noch ? Den Banken, also ihren Anteilseignern. Indem sie denen deren wertlose Anleihen und ausgefallenen Kredite zum ursprünglichen Wert abkaufen. Preisfrage – auf wessen Kosten, wer bezahlt das am Ende ?

      Denn was bewirken Negativzinsen eigentlich ? Nun, das sind Währungsschnitte in Raten, sprich, die Sparer werden enteignet, also das Volk.

      Und zu wessen Gunsten, wem helfen Null- bis Negativzinsen ? Na, den Schuldnern. Und wer ist das ? Nun, die grösste Schuldnerkategorie auf diesem Planten sind die Regierungen, und hierzulande kommen noch die Immobilienbesitzer dazu. Wohlgemerkt ‚-besitzer‘, nicht -‚eigner‘, dank unserem antiquierten Steuerrecht. Ok, wenigstens hier ein Schimmer von Volksnutzen.

      Jetzt könnte ich so noch weiter machen, zB mit dem kommenden Bargeldverbot, den Diskussionen um die künftige elektronische Weltwährung hinter den Kulissen der G7 etc., will das aber mal dahingestellt lassen.

      Nur bitte, das ist doch nicht Unverständnis; da steckt schon ordentlich Methode dahinter..

    • @Dr. Jürgen Ott, Herrliberg

      Sehr geehrter Herr Doktor Ott

      Das Direktorium unserer Nationalbank behauptet allen Ernstes, die SNB könne „Geld aus dem Nichts schaffen“.

      Basierend auf diesem Irrtum meinten sie, sie hätten „keine Limiten“ (Baltensperger, NZZ), den Franken zu schwächen.

      Die meinten das wirklich.

      Und wir, das Volk, d.h. die Sparer, Pensionäre, Krankenversicherten usw. bezahlen nur für diesen Irrtum mit den Negativzinsen.

      Freundliche Grüsse

      Marc Meyer

  16. Guter Beitrag.
    Es würde mich folgendes interessieren.

    Kann man sagen, dass die bunten Zettelchen einmal Bezugsscheine von Gold waren? Also wäre es ja logisch klar dass die bunten Zettelchen niemals Eigenkapital sind, sondern Schuld (Gold wäre Ek)
    Nur wurde der Bezug gekappt, so dass der Eintausch nicht mehr funktioniert.

    Stimmt diese Erklärung?
    Besten Dank

    • @Goldjunge

      Private können gegen Banknoten kein Gold bei der SNB beziehen.

      Banken können aber ihre Guthaben bei der SNB abbauen. Das geht nur, wenn die SNB den Banken im Gegenzug Gold, Devisen, Repos usw. herausgibt (Offenmarktpolitik).

      Notenbankgeld ist Fremdkapital der SNB und muss entsprechend bewertet werden.

      mfG

  17. Jeder, der auch nur ansatzweise eine (SNB-) Bilanz lesen kann, weiss, dass das Notenbankgeld definitiv FREMDKAPITAL ist. Ganz sicher KEIN Eigenkapital.

    • @stiller Beobachter und pingeliger Buchhalter

      Danke für die klaren Worte.

      Jawohl – Notenbankgeld ist Fremdkapital der SNB – niemals Eigenkapital.

      SNB-Chef Jordan und das SNB-Direktorium begehen jedoch den fatalen Fehler, dass sie Notenbankgeld fälschlicherweise als Eigenkapital der SNB interpretieren.

      Die SNB behauptet ja, sie könne „Liquidität“ aus dem Nichts schöpfen. Da Liquidität immer ein Aktivum ist, hiesse das, dass die SNB Vermögen ohne Schulden schaffen könne.

      Vermögen ohne Schulden wäre aber Eigenkapital.

      SNB-Chef Jordan hat in seinem Vortrag vor der Statistisch Volkswirtschaftlichen Gesellschaft Basel (Braucht die SNB Eigenkapital, S.13) Notenbankgeld ja ausdrücklich als Eigenkapital bezeichnet.

      Das ist ein fataler Irrtum.

      Notenbankgeld ist FK der SNB mit allen daraus erwachsenden Konsequenzen. D.h. die Gläubiger können die Giroguthaben bei der SNB jederzeit zurückverlangen .

      Sind die aktiven der SNB aber weniger wert als das ausstehende Notenbankgeld, so ist die SNb ihnsolvent.
      mfG

    • Sind die Aktiven der SNB aber weniger wert als das ausstehende Notenbankgeld, so ist die SNB insolvent.
      Die SNB kann ihre ausstehende Geldmenge nicht mehr vollständig „abschöpfen“.
      Die SNB ist somit nicht mehr voll handlungsfähig.
      mfG

  18. …noch ein viel wichtigerer Aspekt. Mit den Negativzinsen drückt die SNB die gesamte Zinskurve, also auch die langfristigen Zinsen, nach unten. Sogenannt „sichere“ Anlagen, in welche Pensionskassen auf längere Sicht investieren, werfen deshalb auch langfristig tiefere Zinsen ab. – Die Zentralbank plündert also die Vorsorgeeinrichtungen mit den Negativzinsen ein bisschen, mit den tieferen Erträgen, die diese Vorsorgeeinrichtungen auf Grund des tiefen Zinsniveaus auf ihren sog. „sicheren“ Anlagen erzielen werden sie aber um ein Vielfaches mehr bestraft.

    • @Level 5

      Danke für den Hinweis.

      Die SNB hat gemäss BV den Auftrag, eine Geldpolitik im Gesamtinteresse des Landes zu führen.

      Aber was tut die SNB? Über 99 Prozent ihres Vermögens investiert die SNB im Ausland und kurbelt damit die ausländischen Volkswirtschaften an (anstatt die heimische Exportindustrie und den heimischen Tourismus).

      Nicht einmal 1 Prozent investiert die SNB in der Schweiz zugunsten unseres Landes.

      Das ist „gschämig“.

      Diese Auslandinvestitionen beinhalten zudem ein gewaltiges Wechselkursrisiko. U.a. die Pensionskassen und Krankenkassen müssen jetzt dafür bluten.

      mfG

  19. So lesenswert Ihre Beiträge sein können, das Wesen einer Zentralbank ist Ihnen fremd. Der Verlust der SNB ist für diese schmerzlos. Echt verloren ist Kapital nur, wenn die SNB teuer EUR einwechselt udn danach tiefer wieder verkauft. Wenn sie nur CHF emittiert und den Publikum (am besten im Ausland…) überlässt, ist das, was dnach folgt, einzig ein Problem der CHF-Käufer.

    • Kurrlige Vorstellung der Buchführung! Zur Info: Die SNB kauft von den Geschäftsbanken Fremdwährungen oder in Fremdwährung denominierte Wertpapiere ab. Die Geschäftsbanken erhalten dafür CHF-Guthaben gutgeschrieben (= Aktivposten bei den Geschäftsbanken; = Passivposition, also Schuld, in der Bilanz der SNB). Verlieren nun die in der SNB-Bilanz auf der Aktivseite gebuchten Fremdwährungspapiere an Wert in CHF, dann wird die Bilanz schief, da ja die CHF-Guthaben der Geschäftsbanken auf der Passivseite der SNB-Bilanz bestehen bleiben. Es entsteht also ein Bewertungsverlust in CHF, der vom Eigenkapital abgefangen wird, solange solches vorhanden ist. Ansonsten gerät die SNB in eine Ueberschuldung, was eigentlich ein Konkurskriterium wäre. Allerdings kann die SNB noch so lange liquide bleiben wie ihr Geld von den Geschäftsbanken als Zahlungsmittel noch akzeptiert wird.

    • @Derendinger

      Danke.

      Nein. Die Verluste der SNB schmerzen unsere Wirtschaft sehr.

      Deponiert die SNB bei negativem Eigenkapital ihre Bilanz nicht und wird das Loch im Eigenkapital der SNB grösser, so müssen die Kreditgeber der SNB – also auch die Krankenkassen und Pensionskassen – ihre Guthaben bei der SNB entsprechend tiefer bewerten.

      Krankenkassen und Pensionskassen gehen dann anstelle der SNB Konkurs.

      Sie haben Recht – das schmerzt die SNB dann nicht – aber es schmerzt Sie und mich.

      Freundliche Grüsse

      Marc Meyer

    • @Hansi Hinseher

      Danke.

      Sie schreiben: „Ansonsten gerät die SNB in eine Ueberschuldung, was eigentlich ein Konkurskriterium wäre. Allerdings kann die SNB noch so lange liquide bleiben wie ihr Geld von den Geschäftsbanken als Zahlungsmittel noch akzeptiert wird.“

      Das ist nicht „eigentlich“ ein Konkurskriterium – das IST ein Konkurskriterium.

      Ihr letzter Satz beinhaltet einen Irrtum:

      „Geld“ – Notenbankgeld – ist kein „Zahlungsmittel“ der SNB – kann es nicht sein.

      Nur Aktiven können Zahlungsmittel sein. Das gilt auch für die SNB. Notenbankgeld ist aber ein Passivum der SNB – deshalb kann Geld kein Zahlungsmittel der SNB sein. Und deshalb kann die SNB zahlungsunfähig werden.

      Die Banken können Geld der SNB (Banknoten, Giroguthaben) nicht als Zahlungsmittel der SNB annehmen, weil dieses gar kein Zahlungsmittel für die SNB darstellt (da Passiven anstatt Aktiven).

      Notenbankgeld ist ja eine Schuld der SNB. Und diese Schuld der SNB kann nicht abgetragen werden durch noch mehr Schulden der SNB.

      Bitte beachten Sie: Die SNB kann Geld (ihre Schuld) ausschliesslich durch Offenmarktpolitik aus dem Umlauf ziehen („abschöpfen“ bzw. zurückzahlen).

      Um also ihre Schulden zurückzuzahlen benötigt die SNB Aktiven wie Gold, Euros, Dollars, Repos usw. Die SNB muss also Gold oder Euros geben, um ihre Schulden in Franken zu bezahlen (bzw. um die Notenbankgeldmenge zu verringern).

      Wenn der Wert der Aktiven der SNB unter Wert ihrer Schulden fällt, ist die SNB insolvent und muss ihre Bilanz deponieren. Sie kann ihre Schulden nicht mehr zurückzahlen.

      Pensionskassen und Krankenkassen werden so geplündert.

      mfG

    • Geschätzter Herr Dr. Meier,

      illiquid nach Duden = zahlungsunfähig. Der Franken ist das gesetzliche Zahlungsmittel in der Schweiz und die SNB hat das Emissionsmonopol (Geldschöpfung der Geschäftsbanken mal ausser acht gelassen). Damit kann die SNB nicht zahlungsunfähig werden, weil sie sich immer refinanzieren kann und weil Annahmepflicht besteht.

    • @ Heiri Hugentobler

      Korrekt – sie hat das Emissions-, NICHT aber ein ‚Druck’monopol.

      Kleiner, aber feiner Unterschied. Denn damit verhält es sich mit unseren Banknoten -leider- zum einen nicht wie bei den Sternthalern der Gebrüder Grimm.

      Vielmehr kann eine Zentralbank Banknoten bzw. allgemein ‚Währung‘ grundsätzlich nur in Form eines Handels, als Gegengeschäft, emittieren. Das liebste Gegenmittel sind ihr dabei Staatsanleihen (wobei, sie nimmt durchaus auch fremde Währung, Aktien, Gold, und was weiss ich noch).

      Doch wenn der Handel dann zum Erliegen kommt, weil die Bürger dem ‚Geld‘, sprich dem Staat und seiner Zentralbank, nicht mehr trauen, und es entweder schnell loszuwerden versuchen, oder es, anders herum, horten statt auszugeben, weil sie extrem unsichere Zeiten befürchten (was, am Rande bemerkt, ebenso gegen Staat und Zentralbank spricht), ist leider Sabbat mit dem Emissionsmonopol.

      Was eben regelmässig in der Geschichte der Menschheit dazu führte, dass am Ende einer Währungskrise nicht allein die Zentralbank pleite, sondern in erster Linie der Staat bankrott ist.

      Welcher, ausgestattet mit der Lizenz zum Drucken (sic !), dann immer mehr Staatsanleihen druckt und der Zentralbank gegen Ausgabe von Währung anbietet (und meist dann direkt anstatt wie bislang indirekt via Investmentbanken), und damit verzweifelt den Geldnachschub und -kreislauf am Leben zu halten sucht.

      Was nur leider bislang in der Geschichte genauso regelmässig gescheitert ist wie irgendwelche Währungsanbindungen.

      Somit behält Dr. Meyer weiterhin recht, sorry. Sie können sich meinetwegen aber auch einfach nur aktuell umschauen und dann live und hautnah bis zum Schluss beobachten, wer wie Recht behält..

    • @Heiri Hugentobler

      Sehr geehrter Herr Hugentobler

      Nur Aktiven können Zahlungsmittel sein. Notenbankgeld ist jedoch Passivum der SNB. Ergo kann Notenbankgeld niemals Zahlungsmittel für die SNB sein.

      Sie begehen denselben Irrtum wie SNB-Chef Jordan.

      Freundliche Grüsse

      Marc Meyer

    • @Dr. Ott: Leider wird’s wohl wieder so kommen. Wenn man sich aber heute richtig positioniert, dann werden sich in den nächsten Jahren ganz spannende Möglichkeiten auftun. – Das Establishment wird versuchen, das „System“ möglichst lange zu „flicken“ und die dazu passende Propaganda fürs „dumme“, denkfaule Volk verbreiten, und die SNB wird sich noch mehr als Zauberlehrling versuchen, um den Knall möglichst lange herauszuzögern, aber er wird kommen, dann nur umso heftiger.

    • @ Häschen

      Natürlich kann man sich als einzelner positionieren – und hoffentlich richtig.. Und natürlich wacht die Masse erst auf, wenn’s richtig weh tut.

      Nur sehen wir ALLE uns extrem harten Zeiten gegenüber bis 2020. Und wir werden ALLE ärmer, egal wie wir uns positionieren. ME droht uns sogar noch Schlimmeres.

      Denn was uns erwartet: von 4-jähriger Weltrezession über die kommenden Staatsbankrotte in Europa bis Japan – wie immer zusammen mit Bankkonkursen und Währungszusammenbrüchen, hin zu Immobilien- und Pensionskrise bis schliesslich mE Krieg in Europa, wenn die Geistesgestörten auf allen Seiten so weiter machen, ist wirklich nicht witzig. Es werden die mE schlimmsten Jahre unserer Zeit.

      Und erstmals seit langem wird die Schweiz mit da ‚reingezogen und nicht mehr verschont bleiben. Was es hierzulande besonders schwierig machen wird, weil dafür die kollektive Erfahrung einfach nicht vorhanden ist.

      Es gibt aber Lösungsansätze. Und sie werden im Internet verbreitet.

      Und irgendwie vertraue ich somit immer noch sowohl auf die ältere Generation (die noch Leid erlebt hat) wie auch insbesondere auf die heutige Jugend in der westlichen Welt – dass die sich damit auseinandersetzen und im richtigen Moment revolutionieren.

      Insofern halte ich persönlich die Proteste der jungen Menschen überall (also die ‚ungelenkten‘, nicht die, von denen dieser unsäglich Typ neulich im Blog sprach..) für ein positives Zeichen.

      Die Revolte der Jugend, kombiniert mit dem Erfahrungsschatz plus noch vorhandenen gesunden Menschenverstand der Älteren ist die mE einzige Chance, die wir noch haben – nicht, um dem Chaos noch zu entkommen, jedoch es gehörig abzufedern.

      Denn die Generation mittleren Alters, egal in welchem westlichen Land, ist mE total gehirngewaschen, weichgespült und was weiss ich noch. Was Sie ja indirekt auch meinten mit Ihrem Kommentar. Und je akademisierter desto schlimmer. Als Titelträger weiss ich, wovon ich rede, leider..

  20. Danke, lieber Herr Dr. Meyer, für den update.

    Wir werden die kommenden Jahre viel zu diskutieren haben, hierzulande und sonst wo auf der Welt – über die künftige Rolle der Zentralbanken.

    ME gehören sie gehörig zurechtgestutzt auf währungstechnische Angelegenheiten.
    Und damit entmachtet, um das klar und deutlich zu sagen !

    Und unser Geld simpel gedruckt – Jahr für Jahr im Rahmen unseres Staatsbudgets.

    Was billiger ist. Dazu hin hochgradig effizient wie effektiv, da wir als Volk hierzulande (noch) dank Direktdemokratie die Entscheidungsgewalt über unsere Staatsausgaben in eigener Hand halten. Also können wir auch das zugehörige Geld selber drucken. Ohne Zentralbank bzw. ohne dafür wie in den vergangenen Jahrzehnten Milliarden an Zinsen zahlen zu müssen.

    Zumal ich persönlich diese Zentralbank (wie jede andere auf der Welt) eh nur noch zwischen unfähig und gefährlich einstufen kann:

    a) In strategischer Hinsicht hat sich unsere klar als unfähig erwiesen (s. Goldverkauf beim Tief, Eurokauf anhaltend beim Hoch).

    b) Mit der misslungenen Eurostützung hat unsere das Ausland anstatt die heimische Wirtschaft unterstützt (s.Dr. Meyer). Die hiesigen Kollateralschäden bei der unnötig überstürzten Aufgabe des Europeg kreide ich ihr zudem an.

    c) Jetzt ruiniert sie mit Negativzinsen unsere Altersvorsorge.

    d) Und zu guter Letzt will sie noch das Bargeld abschaffen, damit Sparguthaben jederzeit für die nächste allfällige Bankenrettung schön per Knopfdruck enteignet werden können.

    Eigentlich sollte das jeder Bürger zunehmend erkennen. Medienpropaganda hin oder her..

    • kann jede Zeile „unterschreiben“. Genau SO ist es. Fertig lustig. Danke für die klaren Worte, auch wenn es „hart“ ist.

    • Sehr geehrter Herr Doktor Ott

      Besten Dank.

      Jawohl – was unsere Nationalbank leistet ist jenseits von gut und böse.

      Beim QE von FED und EZB kommt das investierte Kaptial zumindest den eigenen Währungsräumen zugute.

      Unsere Nationalbank hingegen investiert ihr ganzes Vermögen ausschliesslich im Ausland. Nicht einmal 1 Prozent kommen dem Inland zugute.

      Dafür erhebt die SNB jetzt noch Strafzinsen, welche die eigene Bevölkerung zu tragen hat und schädigt damit zusätzlich unser Land.

      Unglaublich!

      Und das alles nur, weil die SNB ihre Aktiven und Passiven verwechselt bzw. weil sie ihre Schulden mit Vermögen verwechselt.

      Freundliche Grüsse

      Marc Meyer

      Mit freundlichen Grüssen

  21. Marc Meyer beschreibt die Lage als wäre die SNB ein gewöhnliches Unternehmen. Tatsache ist, dass die SNB ihre Buchverluste immer durch das Drucken von Schweizer Franken decken kann. Diese Möglichkeit steht einem gewöhnlichen Unternehmen nicht zur Verfügung…

    Problematisch an der gegenwärtigen Lage ist, wie richtig analysiert, die Tatsache, dass die heute vermeldeten Gewinne durch Negativzinsen erwirtschaftet wurden. Das heisst, Geld wurden den Pensionskassen und den Krankenkassen, d.h. dem Bürger, abgenommen und nun als Gewinn ausgewiesen. Die ganzen Argumente zum Kurs der SNB stecken noch in der Denkweise des 20. Jahrhunderts, alles es in Europa noch 30-40 Währungen gab. Dies hat sich mit der Einführung des Euros massiv geändert. 75% der Schweizer Importe und 66% der Exporte gehen in den Euro-Raum. Oberstes Ziel müsste es daher sein, Kursstabilität zum Euro zu schaffen. Die Dänen praktizieren dies seit Jahren erfolgreich. Der Lebensstandard ist vergleichbar mit der Schweiz. Die Dänen haben Ihre eigene Währung, die jedoch an den Euro gekoppelt ist. Die Wirtschaft profitiert enorm, insbesondere jetzt da Wechselkurs des Euro sgegenüber dem Dollar massiv gesunken ist. Die SNB und die Schweizer Politiker sonnen sich lieber in der Illusion eines unabhängigen Schweizer Frankens. Tatsache ist, dass wir langsam zwischen den zwei grossen Währungsblöcken, Euro und Dollar, welche von jeweils 300-400 Millionen Menschen genutzt werden, aufgerieben werden. Sind wir wirklich bereit unsere Arbeitsplätze, Ersparnisse und Altersguthaben aufzugeben, damit wir die stärkste Währung auf der Welt zu haben? Man kann es schon nicht mehr hören, wie uns Ökonomie-Professoren (inklusive Herr Jordan) erklären, dass unsere Wirtschaftsunternehmen, diese neue Situation auch meistern werden. Nota bene haben diese Herren noch nie ein Unternehmen leiten müssen. Ja die Unternehmen werden es tun, in dem sie Arbeitsplätze in der Schweiz abbauen und in den EURO Raum verlegen. Die ist schon beim gegenwärtigen Lohngefälle CH-D von 2x durch aus nachvollziehbar. Es ist endlich an der Zeit, dass die Schweiz ein Tabu bricht und die Kopplung des Schweizer Franken an den Euro offen und ehrlich diskutieren.

    • @Thinking out of the box

      Sie schreiben: „Tatsache ist, dass die SNB ihre Buchverluste immer durch das Drucken von Schweizer Franken decken kann.“

      Darf ich Sie auf einen Überlegungsfehler hinweisen?

      Die SNB erleidet Verluste, wenn der Wert ihrer Aktiven (z.B. Euro) in Franken bewertet unter den Wert ihrer Passiven, die in Franken bewertet sind, fällt.

      Es entsteht damit „ein Loch“ auf der Aktivseite der SNB-Bilanz.

      Emittiert die SNB nun Geld, so lautet der Buchungssatz aus Sicht der SNB beispielsweise:

      Devisenanlagen (Euro) an Giroguthaben der Banken

      D.h. bei einer Geldemission werden beide Seiten der SNB-Bilanz verlängert.

      „Das Loch“ auf der Aktivseite der SNB-Bilanz bzw. das negative Eigenkapital der SNB bleibt somit bestehen und wird durch eine Geldemission keineswegs beseitigt.

      Freundliche Grüsse

      Marc Meyer

    • Dass die SNB Buchverluste (welche im Extremfall in negativem Eigenkapital resultieren) durch das Drucken von Schweizer Franken decken kann ist unzutreffend, weil Eigenkapital nicht mit Fremdkapital re-kapitalisiert werden kann.

    • @Heiri Hugentobler

      Sie haben Recht: negatives Eigenkapital kann nicht mit Notenbankgeld rekapitalisiert werden, da letzteres Fremdkapital darstellt.

      Wäre schön, wenn das auch die SNB endlich begriffe.

      Freundliche Grüsse

      Marc Meyer

  22. Da lässt der Herr Meyer aber mächtig Dampf ab und attackiert die SNB etwas gar einseitig. Was wäre denn gewesen, hätte man den Franken im September 2011 einfach frei floaten lassen? Der Euro wäre garantiert weit unter 1 CHF gehandelt worden genau so wie der USD. Kann Herr Meyer mal erklären, wie es dann um die CH-Wirtschaft ausgesehen hätte? Immerhin haben die Schweizer-unternehmen über drei Jahre Zeit gehabt, sich neu zu positionieren. Die einen haben es genutzt, die anderen halt nicht. Der Währungsschock vom 15. Januar tat gut. Er zwingt nun alle Unternhemer (ganz sicher) und alle Politiker (eher weniger wahrscheinlich) innovativer zu werden und sich auf die neue Wirklichkeit einzustellen. Und eine Frage würde mich schon noch interessieren: >wie kann eine Nationalbank zahlungsunfähig werden?<

    • Zahlungsunfähig wohl nicht, aber sie kann überschuldet sein, also wohl zumindest dieses Konkurskriterum bzw. diese Sanierungsbaustelle könnten bei Verlusten auf den Positionen der SNB eintreten. Mit der Ausgabe von SNB-Geld/Franken (dem „drucken“ von Buchgeld) kann die SNB allerdings aus bilanz- bzw. buchaltungstechnischen Gründen einen Verlust nicht ausgleichen, wie Dr. Meyer richtig schreibt. – Es stellt sich also die Frage, wer dann den Verlust ausgleicht und Kapital nachschiesst. – In der Regel sind das die Aktionäre (darunter die Kantone, also am Ende die Steuerzahler). Oder aber die SNB macht dann in einem solchen Fall einen Haircut bei den Guthaben der Geschäfts-Banken und den bei der SNB kontoführenden Bundes- bzw. bundesnahen Entitäten.

    • @Arthur Spieser

      Danke.

      Ohne den dreijährigen Mindestkurs würde der Euro heute wahrscheinlich ziemlich genau da notieren, wo er heute auch notiert. D.h. die Exportindustrie und der Tourismus hätten sich viel besser und gleichmässiger anpassen können als bei der von der SNB gebauten „Euro-Schanze“.

      Der Saldo der Handelsbilanz ist in den vergangenen Jahren kontinuierlich auf 24 Milliarden p.a. angestiegen. Ein gewaltiger Überschuss. Das nennt man „Jammern auf hohem Niveau“, was die Exportindustrie tut („Unser Haus steht in Flammen“ lamentierte damals SWISSMEM Chef Hans Hess).

      Die Aktie von The Swatch Group (Hayek war am Franken-Rütli dabei) hat sich seit Beginn der Stützungskäufe vervierfacht. Auch das ist Jammern auf hohem Niveau.

      Niemand spricht von den tiefen Zinsen, und den tiefen Importpreisen, von denen die ganze Volkswirtschaft aufgrund des starken Frankens profitiert (auch Tourismus und Exportindustrie profitieren).

      Viele Unternehmen nutzen die Gunst der Stunde und bauen jetzt Arbeitsplätze ab und schieben die Schuld der SNB in die Schuhe (wegen Aufgabe des Mindestkurses). Das ist billig und nicht ehrlich.

      Die Stützungskäufe für den Euro haben die SNB und damit die Schweiz in den vergangenen Jahren nun rund 70 Milliarden Franken gekostet. Hätte die SNB dieses Geld direkt den Exporteuren und der Tourismusbranche ausbezahlt, so wäre der Nutzen viel höher gewesen.

      Der Mindestkurs hat nur geschadet.

      Eine Notenbank ist zahlungsunfähig, wenn ihre Aktiven weniger wert sind als ihre Passiven.

      Wenn die SNB in diesem Fall Geld druckt, so kann sie damit ihre Aktivseite nicht einseitig verlängern – deshalb ist sie zahlungsunfähig.

      Freundliche Grüsse:

      Marc Meyer

  23. Früher gab es Robin Hood der Rächer der Enterbten – Wir brauchen in Bern Robin Hoods und keine Eierlegende Selbstgefällige Wollmilchsäue.

    • @Hawey

      Das Schlimmste ist, wenn jeder dem anderen „nachplappert“, ohne selber zu reflektieren. Was sind die Gründe für solches Verhalten?

      – Möglicherweise Angst, sich zu exponieren und sich ev. unbeliebt zu machen.
      – Die fachlichen Grundlagen fehlen, um das Gesagte zu überprüfen.
      – Man hat kein Selbstvertrauen in den eigenen gesunden Menschenverstand.

      mfG

      mfG

  24. Wie immer ein Kommentar, der die dumpfbackige, aber von weiten Medienkreisen unwidersprochen herumposaunte Staats- und Zentralbankpropaganda, ad absurdum führt. – Niemand nimmt sich heute mehr die Zeit, die Dinge durchzudenken, und wenige verfügen über echte Denkkompetenz und Erfahrung aus erster Hand. Die meisten sind bloss Nachplapperis von anderen Nach- und Dummplapperis und/oder Show-Figuren. Danke, Herr Meyer.

  25. Lieber Herr Meyer

    habe neulich einen VWL-Refresher besucht. Auf Fragen im Plenum hin und unter vier Augen wurden Ihre Aussagen, welche hier zum Teil als „abstrus“ angeprangert werden, vollumfänglich bestätigt. Nur eine Ausnahme gab es: die SNB könne nie illiquide werden…

    • Danke – ja das ist aber der entscheidende Punkt.

      Da Notenbankgeld (Banknoten und Giroguthaben der Banken bei der SNB) Passiven der SNB sind, stellen diese keine Liquidität aus Sicht der SNB dar. Deshalb kann die SNB illiquide werden.

      Freundliche Grüsse

      Marc Meyer

    • Dr. Meyer hat den Unterschied von kaufen und bezahlen m.E. in seinem Beitrag „Schurkenstaat Schweiz“ und den ergänzenden Bemerkungen vor allem praxisnah, klar und deutlich erklärt. Dieser und das „Märchen von der Geldschöpfung“ sind m.E. der Schlüssel für das Verständnis. Ich stelle ebenfalls fest, dass ein grosser Knopf darin liegt zu glauben, dass die Banken ja bereits bezahlt seien, wenn die SNB ihr Konto überzieht und den Banken CHF auf deren Girokonto gutschreibt. Immer wieder ist dann zu hören, dass die Giroguthaben ja gesetzliches Zahlungsmittel seien. Mit beiden Artikeln zusammen gelingt es besser, sofern man verstehen will.
      Vielen Dank Herr Meyer, freundliche Grüsse Rico Meier

    • @Rico Meier

      Danke. Vollkommen richtig.

      Was die SNB nicht begreift ist, dass Notenbankgeld nicht Zahlungsmittel der SNB, sondern Schuld der SNB ist.

      Notenbankgeld wäre nur dann ein Zahlungsmittel der SNB, wenn es ein SNB-Aktivum wäre. Das ist es aber nicht – es ist SNB-Passivum.

      Aber wie Sie schreiben: Man muss offen sein, dies zu verstehen.

      Das Problem der SNB ist, dass sie nicht verstehen will.

      Freundliche Grüsse

      Marc Meyer