Bär holt erneut einen Sarasin-Mann mit Ballast

Christian Gmünder ist neuer Stabschef – Deal mit Deutschland in CumEx-Affäre – auch Buddy Burkhard Varnholt erhielt Plätzchen.

Julius Bär zeigt ein Herz für gefallene Spitzenleute der Basler Sarasin. Nach Anlage-Guru Burkhard Varnholt fand nun auch Christian Gmünder Unterschlupf bei der Zürcher Privatbank.

Gmünder ist seit wenigen Tagen Stabschef des Bereichs Schweiz. Geholt hat ihn der neue Leiter der Sparte, Barend Fruithof. Die beiden kennen sich aus gemeinsamen Raiffeisen-Tagen.

Gmünder sei für die Strategie von Julius Bär Schweiz zuständig, sagte ein Sprecher der Privatbank auf Anfrage. Diese würde nun weiterentwickelt.

Mit Gmünder hat die Bank Bär bereits den zweiten Topmann aus der früheren Sarasin-Teppichetage an Land gezogen, dem ein Ruf vorauseilt.

Beim ersten handelt es sich um Burkhard Varnholt, der die Anlagepolitik der Bär bestimmt. Kürzlich machte Varnholt von sich reden, als er den SMI bis 2020 auf 20’000 Punkten sah.

Beide Banker, Varnholt und Gmünder, verliessen das Sarasin-Schiff im Sturm.

Gmünder geriet mitten in die sogenannte CumEx-Affäre der Sarasin-Bank.

Macho-Unternehmer wie Carsten Maschmeyer verloren mit Produkten, die den Fiskus umgingen, Millionen. Sie erstatteten Anzeige gegen ihre Sarasin-Banker.

Auch gegen Gmünder, worauf dieser seinen neuen Job bei der Zürcher Vontobel nach nur 11 Wochen verlor. Vontobel-CEO Zeno Staub hatte nach kritischen Presseartikeln kalte Füsse gekriegt.

Gmünder hatte Staub reinen Wein eingeschenkt. Umso grösser muss seine Enttäuschung gewesen sein, als ihn der Vontobel-Chef allein wegen des Mediendrucks fallen liess.

Nun wählte der Ex-McKinsey-Mann und Vertraute von Sarasin-CEO Joachim Strähle die Flucht nach vorn. Er kooperierte mit Deutschland.

Das kam gut an. Gmünder wurde laut Tages-Anzeiger mit einer sogenannten „Geldauflage“ von 10’000 Euro von der Staatsanwaltschaft Köln laufengelassen, sein Strafverfahren eingestellt.

Gemäss dem Medienbericht beantwortete Gmünder zwei Tage lang Fragen seiner Häscher. Diese hatte umfangreiches Material beschlagnahmt.

Auch bei Gmünder selbst. Wie bei anderen Ex-Sarasin-Verantwortlichen fuhr auch bei ihm im Herbst 2014 die Polizei vor und führte eine Razzia durch.

Der Druck stieg. Da entschied sich Gmünder für den Gang nach Köln.

Es war sein Befreiungsschlag. Der Banker konnte dank seiner Kooperation rasch einen Schlussstrich unter sein Strafverfahren ziehen.

Noch schneller ging es danach mit seinem neuen Job. Innert Tagen wurde er als Stabschef bei der Bär-Bank unter Vertrag genommen.

Sein alter Bekannter Varnholt hält dort schon länger die Stellung. Dessen Abgang war nicht durch die deutschen CumEx-Ermittlungen ausgelöst worden, sondern durch die Sarasin-Käuferin Safra.

Die neuen Besitzer des Basler Geldhauses planten ohne Varnholt. Nachdem ein fliegender Wechsel zur Notenstein Privatbank gescheitert war, waren die Tage von Varnholt in Basel gezählt.

Die Lage wurde ungemütlich. Da rettete ihn die dargebotene Hand von Boris Collardi.

Der Bär-CEO offerierte Varnholt, den er aus gemeinsamen Zeiten bei der Credit Suisse kannte, einen Topjob bei seiner Privatbank.

Varnholt erhielt die Verantwortung für die Produkte und den Anlageprozess. Auch karriere- und geldmässig bedeutete die Anstellung einen Sprung. Varnholt wurde Mitglied der Bär-Geschäftsleitung.

Dass Varnholt im Unterschied zu Gmünder in der CumEx-Sache nicht unter Druck geraten war, ist im Rückblick erstaunlich.

Bei den Steuer-Konstrukten, die Sarasin für ihre deutschen reichen Kunden entwickelt hatte, ging es um Produkte.

Als Produktechef trug Varnholt dafür die oberste Verantwortung.

Kommentare

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  1. Alex und Peter, ich teile Eure Auffassung. Er ist ein ausgezeichneter Politiker, die gute Vernetzung mit seinem BEST BUDDY bei Sarasin hat geholfen … aber wenn die Scheinwerfer der Showbühne aus sind, zeigt er sein wahres Gesicht…

  2. Christian Gmünder habe ich bei Sarasin erlebt … abgesehen davon, dass er sich selbst unter dem Pseudonym „smart“ vermutlich selbst lobt … hat er viel warme Luft produziert und sich selbst selten exponiert .. dafür hatte er Lakaien, die er ohne lange zu zögern geopfert hat um von den eigenen Unzulänglichkeiten abzulenken … Arme Bär …

  3. Er beantwortete 2 Tage lang die Fragen seiner Häscher? Geschäftsgeheimnisse? Internas? Ist die Verletzung von Geschäftsgeheimnissen in der Schweiz kein Offizialdelikt? Wo bleiben da die Fragen der Schweizer Staatsanwaltschaft? Sicherlich Gut hat es auch bei Bär auch eine Probezeit…..

  4. Christian Gmünder habe ich bei Raifffeisen erlebt. Er ist smart, hat hohe Sozialkompetenz, ist Integer und er hat zusammen mit Fruithof die wichtigen Weichenstellung bei Raiffeisen gemacht und vor allem haben diesen beiden Herren einen Haufen von Sauereien aufgeräumt, wovon Raiffeisen noch heute profitiert. Ich kann den Bären zu diesem Duo nur gratulieren!

    • Bist Du es, Christian? Gratulation zu dem Posten! Hoffentlich hast Du da mehr Erfolg als bei Raiffeisen, Sarasin oder Vontobel.

  5. Es ist schon unglaublich, wie die grössten Strolche sich immer wieder gegenseitig die Jobs zuschanzen. In dieser Causa und was dieser Herr schon alles abgelassen hat, und am Ende sich mit 10’000 Fränkli rauskaufen kann – das ist eigentlich alleine bereits der Gipfel. Good Luck Jules Baer….

  6. Eine Genugtuung für Gmünder, nachdem Vontobel-CEO Staub ihn eiskalt und ohne Not abserviert hat. Ein Fehler, wie sich jetzt zeigt. Mit Gmünder auf der Vontobel-Brücke wäre es möglicherweise nicht zum peinlichen Mini-Finter-Deal gekommen.

  7. Christian Gmünder ist die Katze des Schweizer Bankings: 9 Leben und fällt immer auf die Beine, egal wie dusselig sie sich anstellt…

  8. Dass der mehrfache Familienvater Christian Gmünder, den ich nicht persönlich kenne, jetzt wieder einen Job hat, finde ich a priori nicht falsch. Immerhin hat ihn Vontobel nicht gerade auf die feine Art behandelt.

    Bei Burkhard Varnholt, den ich aus den Medien kenne, würde ich da eher ein Fragezeichen setzen!

  9. Fruithof und Gmünder haben schon bei Raiffeisen gut harmoniert und die trägen Ostschweizer aus ihrem Dauerschlaf geweckt. Leider war das Resultat wegen partikulär Interessen der alten Garde nicht nachhaltig.