SNB-Studienzentrum Gerzensee – perfekt als Flüchtlingsheim

Volkswirtschaftlich betrachtet wäre es sinnvoll, die SNB würde im Rahmen einer Solidaritätsstiftung II ihr Studienzentrum Gerzensee in ein Flüchtlingszentrum umwandeln und zudem jedem Flüchtling ein substantielles Begrüssungsgeld auszahlen.

Dies wäre jedenfalls unendlich viel sinnvoller, als an den ausländischen Finanzmärkten einen dreistelligen Milliardenbetrag zu verspekulieren.

Mit ihren Verlusten der vergangenen Jahrzehnte hätte die SNB rund hunderttausend Flüchtlingen gegen eine Million Franken Begrüssungsgeld pro Flüchtling bezahlen können. Mit diesem Geld wäre unsere Wirtschaft an der untersten Basis hoch effizient angekurbelt worden.

Was bringt es dem Schweizer Tourismus, wenn die SNB in ferne US-Aktien investiert? Wird dadurch der Tourismus in die Schweiz angekurbelt?

Nehmen wir ein konkretes Beispiel: Die SNB kauft Aktien der US-Firma Newmont Mining. Newmont Mining fördert Gold und hat ihren Sitz in Colorado.

Mit noch grösseren Baggern noch umweltschädlicher wird versucht, das Gold noch profitabler zu schürfen. Resultat: Je mehr Gold zu günstigeren Produktionskosten hergestellt und angeboten wird, desto mehr fällt der Goldpreis.

Nun besitzt die SNB selber 1’040 Tonnen Gold. Je mehr Geld die SNB in Goldaktien investiert, desto leichter können sich die Goldfirmen mit Eigenkapital refinanzieren und desto grössere Bagger können sie sich leisten und desto mehr fällt der Goldpreis; sehen wir jetzt.

Letztlich schneidet sich die SNB also mit dem Kauf von Goldaktien ins eigene Fleisch – beziehungsweise ins Fleisch der Schweizer Steuerzahler. Zudem widerspricht der Kauf von Goldaktien durch die SNB ihrer eigenen Haltung bezüglich der Goldinitiative vor einem Jahr.

Die Frage lautet nun aber nach wie vor: Wie können die Käufe von Goldaktien den Tourismus in die Schweiz ankurbeln? Das will die SNB ja letztlich erreichen. Ich kann mir keine vernünftige Kausalkette zusammenreihen.

Das Direktorium der Nationalbank soll doch bitte einmal erklären, wie sich Käufe von Newmont-Aktien positiv auf den Schweizer Tourismus auswirken.

Ein anderes Beispiel: Die SNB kauft Aktien des kanadischen Finanzmultis „Manulife“ mit starker Präsenz in Asien, 29’000 Angestellten und 54’000 Agenten. Wie bitte soll der Kauf dieser Aktie den Tourismus in die Schweiz ankurbeln?

Meint die SNB etwa, die 29’000 Angestellten und 54’000 Agenten würden aus Dankbarkeit in die Schweiz in die Ferien kommen?

Ein drittes Beispiel: Die SNB kauft Aktien der US-Waffenhersteller Honeywell und Lockheed. Solche Investitionen locken allenfalls Terroristen an.

Aber wie bitte sollen diese Aktienkäufe den Tourismus in die Schweiz fördern? Das ist und bleibt eine offene Frage und das Geheimnis unserer Nationalbank.

Diese unbeantworteten Fragen betreffen nicht nur die Investitionen der SNB in US-Aktien. Sie betreffen genauso die Engagements der SNB beispielsweise in australische Aktien, asiatische Aktien oder in europäische Staatsobligationen.

Wie soll eine Investition der SNB beispielsweise in griechische oder portugiesische Staatsanleihen den Tourismus in die Schweiz fördern? Oder wie unsere Exportindustrie ankurbeln?

Im Gegenteil: Investitionen der SNB in europäische Staatsanleihen helfen bei der Zinssenkung in Europa. Dadurch können sich die ausländischen Unternehmen günstiger refinanzieren.

Resultat: Mit ihren Auslandinvestitionen unterstützt die SNB die direkte Konkurrenz der Schweizer Exportindustrie.

Völlig unverständlich ist auch, weshalb die SNB innert weniger Wochen ihre desaströsen Euro-Anlagen in grossem Stil in US-Anlagen umschichtete. Ähnlich einem Hobby-Spekulanten torkelt die SNB von einer Fehlinvestition zur nächsten – wirft gutes Geld schlechtem nach.

Die SNB ändert ihre Grundstrategie wie ein Fähnchen im Wind ihre Richtung.

In den 1990er Jahren begann ich damit, die SNB darauf hinzuweisen, dass sie mit ihren Auslandinvestitionen die ausländischen Volkswirtschaften ankurbelt und nicht die schweizerische. Letzteres wäre aber ihr Auftrag gemäss Bundesverfassung. Damals notierte der Dollar noch bei 1,80 Franken.

Und wo steht er heute?

Die SNB hat mit ihren Auslandinvestitionen nicht nur jahrzehntelang die ausländischen Volkswirtschaften angekurbelt auf Kosten der Schweiz – nein, sie hat zudem noch einen dreistelligen Milliardenbetrag zulasten der Schweizer Steuerzahler verspekuliert.

Der bisherige Höhepunkt dieser Geldvernichtung durch unser Geldinstitut war am 15. Januar 2015, als sie an einem einzigen Tag rund 50 Milliarden verbrannte. Und ihre hochriskanten Devisenpositionen sind immer noch offen.

„Nicht realisiert“ seien diese Verluste, beteuern die Nationalbank und ihre Befürworter und vergessen dabei, dass „nicht realisierte“ Verluste noch viel gefährlicher sind, als „realisierte“, da die Position immer noch offen ist und weitere Verluste drohen.

Zurück zum Anfang: Die Wurzel der SNB-Misswirtschaft liegt in ihrem Studienzentrum Gerzensee.

Dort sollten Studien erarbeitet werden. Aber anstatt Studien zu erstellen, stellt die SNB wilde und irre Behauptungen auf. Es werden Theorien verbreitet, die einem die Haare zu Berge stehen lassen.

Beispiele sind: Die SNB könne „Geld aus dem Nichts schaffen“ oder die „SNB habe keine Limiten, den Franken zu schwächen“ (Professor Ernst Baltensperger, jahrzehntelang Spiritus Rector auf dem Gerzensee, in der NZZ).

Oder die SNB schaffe ihre „Liquidität“ zum Kauf von Euros selber und so weiter und so fort.

Solche wirren Irrlehren schaden der Schweizer Volkswirtschaft. Sogar unser Bundesrat fällt auf sie herein.

Sollte es aber jemand wagen, den Behauptungen der SNB-Professorenschaft zu widersprechen, so wird er Gerzensee nie von innen sehen. Es wird höchste Zeit, dieses unfehlbare „Studienzentrum“ abzuschaffen und umzufunktionieren – es schadet nur.

Sinnvoll wäre die einleitend erwähnte Umnutzung in ein Flüchtlingsheim. Das würde neues Leben in dieses verstaubte, von sich selbst eingenommene und unantastbare Institut bringen. Würden die Flüchtlinge nicht auch gerne einmal Tennis spielen – wie die Professorenschaft?

Und anstatt hohe Milliardenbeträge an den internationalen Finanzmärkten zu verspielen wäre es eine weit sinnvollere Geldpolitik, die SNB würde jedem Flüchtling, der in die Schweiz kommt, ein Begrüssungsgeld auszahlen.

Nicht klägliche 100 D-Mark Begrüssungsgeld, wie das die Wessis mit den Ossis taten und so ein Wirtschaftswunder in Westdeutschland bewirkten.

Mit dem über hundert Milliarden Franken verspieltem Geld der Nationalbank in den vergangenen Jahren hätte die SNB über hunderttausend Flüchtlingen sogar je eine Million Franken schenken können. Und da die Verluste nicht realisiert sind, besteht die Gefahr, dass die SNB weiter Milliarden verspekuliert.

Warum eine Auszahlung an Flüchtlinge eine bessere Geldpolitik unserer Nationalbank wäre als horrende Devisen- und Kursverluste im Ausland zu erleiden, zeigt bereits das kleine Einmaleins der Geldpolitik.

Jeder Flüchtling mit einer Million würde eine enorme Kaufkraft an der Basis entfalten. Bäcker, Milchmänner, Lebensmittelhersteller (unter anderem Bauern), aber auch Computerverkäufer, Immobilienhändler, Autoverkäufer, Ärzte, Schulen – alle würden eine enorm grosse Nachfrage feststellen. Unsere Wirtschaft würde extrem boomen, ja explodieren.

Unsere Tourismusorte würden überflutet von einer zahlungsfähigen Kundschaft. Kein Hotelbett würde mehr frei bleiben. Überall wären Millionäre. Das wäre eine Ankurbelung der Wirtschaft ohnegleichen. Das strebt doch unsere Nationalbank an. Oder?

Das wäre sinnvolle und effiziente Geldpolitik – ungleich viel effizienter jedenfalls als die enormen Verluste der SNB im Ausland. Geldpolitik an der Schweizer Basis ist gefragt – nicht nebulöse Geldpolitik im fernen Ausland.

Vor rund 15 Jahren verkündete der Bundesrat die sogenannte Solidaritätsstiftung auf Vorschlag des damaligen SNB-Präsidenten Hans Meyer. Diese Solidaritätsstiftung verfehlte das Volksmehr nur knapp.

Die Solidaritätsstiftung I hätte einem Volumen von über 30 Prozent der damaligen Bilanzsumme der SNB entsprochen. Bei der heutigen Bilanzsumme der SNB würde eine Solidaritätsstiftung II einem Betrag von fast 200 Milliarden Franken entsprechen.

Zumindest ihr Studienzentrum (Wert circa 20 Millionen? Ein Zehntausendstel?) soll die SNB nun im Rahmen einer Solidaritätsstiftung II zugunsten des Flüchtlingselends „opfern“. Die SNB wollte ja schon lange eine Solidaritätsstiftung. Meinte sie es auch ernst damit? Sie soll es beweisen.

Es sollte ein Flüchtlingszentrum entstehen, welches sich des Flüchtlingswesens weltweit in seiner ganzen Problematik annimmt – von Unterkünften, Schulungszentren bis zu Forschungsseminaren, wie Flüchtlingsströme weltweit an der Wurzel verringert werden könnten.

Die SNB könnte weltweit ein leuchtendes Beispiel dafür werden, dass Geldpolitik an der Basis die effizienteste Geldpolitik ist. Hier kann sich der grösste Grenznutzen geldpolitischer Aktivität entfalten.

Als Volkswirtschaftler und Mensch muss man eine Geldpolitik an der Basis – also auch beispielsweise eine Auszahlung an Flüchtlinge – befürworten. Ganz klar. Eine solche Geldpolitik wäre um ein Vielfaches effizienter als die abgehobene, nicht nachvollziehbare Geldpolitik im fernen Ausland mit horrenden Devisen- und Kursverlusten.

Wann endlich begreift dies unsere Schweizerische Nationalbank?

Kommentare

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  1. @Leserinnen und Leser

    Sehr verehrte Leserinnen und Leser

    Ihnen bin ich noch eine Antwort schuldig bezüglich der Antwort des SNB-Bankrats. Ich hatte Sie ja darüber informiert, dass ich den Bankrat der SNB angefragt habe, wie er sich zu einen Flüchtlingsheim in den Räumlichkeiten seines Studienzentrums in Gerzensee stellt, und dass ich seine Antwort hier posten werde.

    Leider lehnt der Bankrat eine solche Idee kategorisch ab mit der Begründung, es handle sich um eine Stiftung, deren Zweck nicht verfälscht werden dürfe.

    Schade, dass der SNB-Bankrat so buchstabentreu ablehnt.

    Dazu folgende Bemerkungen:

    Die Nationalbank hat den Auftrag gemäss Bundesverfassung, im Gesamtinteresse des Volkes zu handeln.

    Das Studienzentrum Gerzensee ist eine Stiftung mit dem Auftrag, Zentralbankleute auszubilden.

    Das Resultat der Studien in Gerzensee ist, dass die SNB nicht einmal mehr 1 Prozent ihres Vermögens in der Schweiz anlegt und behauptet, das sei im Gesamtinteresse der Schweiz. Den Rest wird im Ausland angelegt auf Kosten der Schweiz.

    Ich habe hier zur Diskussion gestellt, dass Investitionen in der Schweiz die Schweizer Wirtschaft ungleich viel mehr ankurbeln als Kursverluste der SNB auf ihren Investitionen im Ausland.

    Die SNB setzt ihren Auftrag gemäss Bundesverfassung nicht um. Das Studienzentrum Gerzensee hat seinen Zweck bisher offenbar nicht erfüllt, und Studien geschaffen, welche dem Gesamtinteresse der Schweiz nicht dienlich sind, sondern extrem schaden (dreistelliger Milliardenverlust).

    Gerade jetzt könnte die SNB Feld-Studien in Gerzensee betreiben. Sie könnte erforschen, wie stark die Ankurbelung der Wirtschaft durch einen Franken an der untersten Basis die Schweizer Wirtschaft ankurbelt. Diese Resultate könnte sie dann vergleichen mit ihren Investitionen in ausländische Aktien.

    Ein Flüchtlingsheim in Gerzensee, verbunden mit Studien bezüglich des investierten Geldes in Flüchtlinge an der untersten Basis, widerspricht dem Zweck des Studienzentrums Gerzensee in keiner Weise.

    Im Gegenteil. Endlich könnte die SNB einmal Studien als Feldversuche durchführen anstatt irreführende Theorien zu verbreiten, welche dann zu dreistelligen Milliardenverlusten im Ausland führen.

    Die SNB verpasst eine Chance nach der anderen.

    Ich hoffe, es entsteht politischer Druck, dass die Idee eines Flüchtlingsheims im SNB-Studienzentrum Gerzensee auf fruchtbaren Boden fällt.

    Freundliche Grüsse

    Marc Meyer

    P.S. Nachfolgend tippe ich Ihnen den Brief der SNB hier noch ab:

    Generalsekretär des SNB-Bankrates

    Studienzentrum Gerzensee

    Sehr geehrter Herr Meyer

    Wir habe Ihr Schreiben vom 9. Oktober 2015 erhalten. Sie machen uns darin auf Ihren auf der Internet-Platform „Inside Pardeplatz“ veröffentlichten Vorschlag aufmerksam, das Studienzentrum Gerzensee in ein Flüchtlingsheim umzuwandeln.

    Sie möchten nun wissen, ob der Bankrat der Nationalbank diesen Vorschlag unterstützt und kündigen an, unsere Antwort auf „Inside Paradeplatz“ zu veröffentlichen.

    Wie Sie wissen, handelt es sich beim Studienzentrum Gerzensee um eine Stiftung. Laut Stiftungsurkunde besteht ihr Zweck darin, ein Zentrum zur Ausbildung von Zentralbank-, Bank- und Wirtschaftsfachleuten aus dem In- und Ausland zu schaffen und zu betreiben. Die Stiftungsurkunde verbietet darüber hinaus ausdrücklich „Änderungen, durch die eine dem ursprünglichen Stiftungszweck nicht entsprechende Verwendung des Stiftungskapitals ermöglicht würde.

    Freundliche Grüsse
    Schweizerische Nationalbank

    gez.
    Peter Schöpf

  2. @Thomas Haldimann

    Erstens:
    Ich bleibe dabei: Fremdkapital ist eine Schuld.

    Zweitens:
    Sichtguthaben der Banken bei der SNB sind per Definition Notenbankgeld.

    Drittens:
    Wenn eine Bank ihre Investition in Notenbankgeld der SNB abbauen will, so will sie keine Banknoten, sondern sie will etwas anderes als Notenbankgeld (also auch keine SNB-Banknoten, denn diese sind genauso Notenbankgeld).

    Giroguthaben der Banken bei der SNB sind Zahlungsmittel aus Sicht der Banken. Die SNB muss diese gesetzlichen Zahlungsmittel annehmen. Sie darf sie nicht verweigern, denn sie sind gesetzliche Zahlungsmittel (wohlverstanden Zahlungsmittel für die Banken – nicht aber für die SNB!)

    Die SNB kann ihre ausstehende Notenbankgeldmenge nur vermindern, wenn sie im Gegenzug Teile ihrer Aktiven veräussert – also Devisen oder Gold liefert (oder Aktien oder Immobilien).

    Viertens:

    Nochmals: Banknoten sind keine Zahlungsmittel für die SNB. Nur Vermögen kann Zahlungsmittel sein. Banknoten sind für Geschäftsbanken Zahlungsmittel – nicht aber für die SNB. Deshalb ist Ihr Vergleich SNB / Geschäftsbanken falsch.

    Fünftens:

    Ein Investor kann eine Obligation verkaufen und so sein Kapital zurückerhalten. Er kann die Obligation bei Fälligkeit aber auch an die Unternehmung zurückgeben, die ihm dann den Kapitalbetrag zurückzahlen muss.

    Giroguthaben sind jederzeit fällig. D.h. eine Bank mit einem Sichtguthaben bei der SNB darf ihr Investment jederzeit reduzieren. Es gibt kein Gesetz, das den Banken verbieten würde, überschüssige Reserven bei der SNB nicht mehr zu reduzieren.

    Die SNB kann ihre Schulden bei den Geschäftsbanken (deren Guthaben bei der SNB) nur reduzieren, wenn sie dagegen Vermögenswerte liefert.

    Sechstens:

    Sichtguthaben gehören zur Geldmenge M1 – unabhängig davon, wer deren Eigentümer sind (ob Banken oder Nicht-Banken).

    Siebtens:

    Nochmals: Sichtguthaben bei Geschäftsbanken gehören zur Geldmenge M1 – sind also per Definition Geld. Das behaupte ich nicht. Das ist Definition.

    Achtens:

    Es ist mir Neu, dass ich irgendwo irgendeinmal behauptet haben soll, wir lebten in einer Tauschwirtschaft. Sie behaupten das einfach. Und ein „Waren-Geld-Anhänger“ sei ich auch noch. (?)

    Was ich mit Nachdruck sage, ist, dass Geld nur auf der Passivseite des Geldemittenten verbucht werden kann, wenn auf der Aktivseite ein entsprechender Vermögenswert in die Bilanz des Geldemittenten aufgenommen wird.

    Neuntens:

    Unsere SNB gewährt seit Jahren Null Repos.

    Zehntens:

    Auf den Banknoten muss eine Geschäftsbank gar keine Zinsen bezahlen. Auch nicht den Leitzins. Das wäre ein Aktivzins. Banknoten sind aber SNB-Passiven.

    Elftens:

    Wenn die Notenbankgeldmenge verringert werden soll – ganz unabhängig, von wem die Initiative ausgeht – so muss die Zentralbank Devisen oder Gold oder sonst einen Vermögenswert liefern. Sie kann nicht Banknoten liefern, weil dadurch die Notenbankgeldmenge nicht verringert würde. Banknoten gehören selber zur Notenbankgeldmenge.

    Ist das so schwer zu begreifen?

    Besteht das Vermögen der Zentralbank aus Gold, Immobilien oder Aktien, so muss die Notenbank diese veräussern, wenn sie die ausstehende Notenbankgeldmenge verringern will.

    Schulden abbauen heisst: Die Bilanz wird verkürzt. Darum muss auch die Aktivseite verkürzt werden. D.h. die Zentralbank muss das verkaufen, was sie hat – und wenn das Gold, Immobilien oder Aktien sind.

    Zwölftens:

    Ihr Satz im Beispiel mit der Zahlung im Supermarkt mit einer Kreditkarte ist richtig.

    „Es wird nur ein Teil der ursprünglichen Verbindlichkeit mir gegenüber in eine Verbindlichkeit gegen den Supermarkt übertragen.“

    Eine Verbindlichkeit mir gegenüber ist eine Schuld mir gegenüber. Damit bestätigen Sie selber, dass Geld eine Schuld des Geldemittenten gegenüber dem Geldhalter ist.

    Verbindlichkeit – Schuld – Fremdkapital – das sind alles identische Begriffe.

    Eingangs aber behaupteten Sie, Fremdkapital sei keine Schuld. Sehen Sie Ihren Widerspruch?

    Nun, Herr Haldimann, wäre ich Ihnen sehr dankbar, wir könnten die Diskussion hier abbrechen. Ich bin 100 Prozent berufstätig und kann mich nicht stundenlang mit Ihren Kommentaren auseinandersetzen. Es gibt auch noch wichtigere Dinge im Leben.

    Ich hoffe, sie sind damit einverstanden.

    Ich danke Ihnen nochmals für Ihre Kommentare.

    Freundliche Grüsse

    Marc Meyer

    • @Marc Meyer, Dr.

      „Auf den Banknoten muss eine Geschäftsbank gar keine Zinsen bezahlen. Auch nicht den Leitzins. Das wäre ein Aktivzins. Banknoten sind aber SNB-Passiven.“

      @Marc Meyer, Dr. Sie rechnen offenbar damit, daß die Leser nicht wissen, wie die SNB Banknoten in Umlauf bringt, sonst könnten Sie hier nicht solch eine Behauptung in den Raum stellen.

      Für jene Leser hier, die auf diese Behauptung des Dr. Meyer hereingefallen sind, hier kurz die Erklärung:

      An Banknoten, die bisher nicht im Umlauf waren, kommen nur Banken heran, indem sie der SNB eine Sicherheit (meistens Staatsanleihen) verpfänden und von dieser im Gegenzug Banknoten geliefert bekommen. Für dieses Verleihen von Banknoten an die Bank muss die Bank Zinsen bezahlen, den sogenannten Leitzins.

      Man darf sich nicht durch den momentan historisch niedrigen Zins von 0,5 % oder weniger täuschen lassen, das ist nur wegen dem Ende des Zyklus dieses Systems so, das praktisch schon bankrott ist, aber der Crash durch Manipulation der Zentralbanken mittels dieses niedrigen Leitzinses noch hinausgezögert wird. Ich weiß noch von Zeiten, wo der Leitzins 6 % und mehr betragen hat.

      Außerdem ist der Leitzins beispielsweise in Russland knapp unter 30 Prozent gewesen, momentan wieder unter 20 Prozent.

      Dr. Meyer Sie wissen das natürlich. Sie wissen, daß die Bank, welche die Banknoten von der SNB ausleiht, darauf Zinsen zahlt.

      Jeder vernünftige Mensch, der dies auch weiß, fragt sich, weshalb Sie als Nationalökonom und Pubblizist diese Behauptungen in den Raum stellen.

      Und genau deswegen macht es im Wesentlichen nur Sinn, anhand konkreter:
      -Zahlen
      -Buchungssätze
      -Datails
      zu diskutieren.

      „Nun, Herr Haldimann, wäre ich Ihnen sehr dankbar, wir könnten die Diskussion hier abbrechen. Ich bin 100 Prozent berufstätig und kann mich nicht stundenlang mit Ihren Kommentaren auseinandersetzen. Es gibt auch noch wichtigere Dinge im Leben. Ich hoffe, sie sind damit einverstanden.“

      Ich bin mit Ihnen einverstanden, das es im Leben viel wichtigere Dinge gibt. Ich bin aber mit Ihrer Argumentation überhaupt nicht einverstanden. Sie ist weder stichhaltig, noch nachvollziehbar. Das ist doch nur ein Ausweichen, um sich nicht der Tatsache befassen zu müssen, dass Sie falsch liegen. Tatsache ist, dass die SNB das Bargeld jederzeit liefert, weil sie das Recht hat, es zu drucken.

      Eine Bank jedoch liefert nur dann Bargeld, wenn Sonnenschein ist, ansonsten kann sie nicht liefern, denn sie hat nur ein Bruchteil des Bargeldes, das sie der Kundschaft vorgaukelt.

      Wer also das SNB-Guthaben einer Bank mit dem gleichen Begriff benennt wie das Guthaben einer Nichtbank auf dessen Girokonto bei einer Geschäftsbank, hat das System nicht verstanden,- oder er will es nicht verstehen. Sie bringen, sodann auch das gesetzliche Zahlungsmittel mit Giralgeld durcheinander. Sie weichen den Kernpunkten aus. Bitte widerlegen Sie meine Beispiele die beweisen, dass Sie, @Marc Meyer, Dr. sich irren.

      Sie weichen der Tatsache aus, dass die Bank keinen Vermögenswert verpfändet oder verkauft, sondern einen Schuldschein. Ein Vermögenswert wäre eine Immobilie, Goldbarren oder sonstige Dinge.

      Für Sie ist es so als wäre eine Staatsanleihe ein Vermögenswert ?

      Wie kann das sein ?

      Eine Staatsanleihe ist eine Krediturkunde. Der Staat schmiert einen Zettel mit einer Zahl voll, sagen wir 1 Million Franken und schreibt auf diesen Zettel einen Zinssatz und einen Termin, an welchem er dem Käufer das geliehene Geld zurückzahlt.

      Der Zettel ist nichts wert, sein „Wert“ besteht darin, dass der Staat sich das Geld mit Waffengewalt beim Bürger holen kann, falls dieser die Steuern nicht freiwillig zahlt.

      Wie kann das ein „Vermögenswert“ sein ?

      Worin besteht die „Leistung“, welche die Bank angeblich vollbracht hat ?

      Wie kommt denn die Bank Ihrer Meinung an solch eine Staatsanleihe heran, welche sie als Pfand für den Kredit bei der SNB benötigt Entweder hat sie diese Anleihe selbst gekauft, dann hat sie dafür eventuell mit SNB-Geld bezahlt. Im Normalfall jedoch leiht sie sich dieses Schuldpapier.

      Wo ist da eine „Leistung“ der Bank die Ihrer Meinung nach, auf Grund der SNB Politik pleite gehen könnten ?

      Die Bank leiht sich dann das gesetzliche Zahlungsmittel bei der SNB oder kauft es. In beiden Fällen ist ein Termin vereinbart, an welchem die Banknoten zurück an die SNB und die hinterlegte Sicherheit zurück an die Bank geht.

      Ein Kredit bedeutet, dass die Leistung des Kreditnehmers erst in der Zukunft erbracht wird. Im Fall der Staatsanleihe arbeiten die Steuerzahler und werden vom Staat geschröpft, damit dieser die Zinsen und die Tilgung des Kredits bei Fälligkeit bezahlen kann.

      Die SNB hat über Jahre hinweg einfach Franken gedruckt und damit Euros gekauft. Man wollte verhindern, dass der Franken zu stark gegenüber dem Euro wurde. Dieser Vorgang widerspricht Ihrer These, dass zuerst ein Vermögenswert da ist, den eine Bank dann der SNB verkauft, um dafür SNB-Geld zu bekommen. Es ist andersherum. Da sind Vermögenswerte und eine Institution druckt einfach Geld und eignet sich die Vermögenswerte damit an.

      Es wundert mich sehr, dass Sie das nicht erkennen (wollen).

      Die SNB bestimmt, welche Schuldpapiere gut sind. Sie beurteilt also die Schuldner, die Bonität der Schuldner. Was macht die SNB mit einem Schuldpapier, das ihren hohen Anforderungen genügt ? Sie nimmt dieses Schuldpapier in ihren Tresor und händigt dafür Banknoten aus. Banknoten sind das gesetzliche Zahlungsmittel. Sie sind anonym, sie sind standardisiert ( 1, 5, 10, 20, 50, 100, 200 ). Damit kann jedermann bezahlen. Mit dem Schuldschein, der bei der SNB hinterlegt ist, könnte man nicht im Supermarkt bezahlen. Erkennen Sie diesen Unterschied?

      Banknoten sind also in einem Schuldgeldsystem gestückelte Schuldpapiere, die für Zahlungen benutzt werden können. Eine zentrale Instanz, die SNB, ist für die Auswahl der Schuldner zuständig, so daß nicht jeder Halunke Schuldpapiere drucken und als Zahlungsmittel in Umlauf bringen kann.

      Welches Schuldverhältnis die Banknote repräsentiert, ist ihr nicht anzusehen. Alles hängt davon ab, welche Pfänder die SNB erlaubt.
      Die aktuelle Liste der notenbankfähigen Sicherheiten wird tagesaktuell von der SNB veröffentlicht und kann von jedermann im Internet kostenlos heruntergeladen werden.

      Wenn Sie also eine Schuldanerkennung (Staatsanleihe) als „Vermögenswert“ bezeichnen und akzeptieren, dann erklären Sie doch bitte mal, weshalb die Bank vom Kreditnehmer noch ein Pfand fordert. Die Bank hat doch den Kreditvertrag, in welchem der Kreditnehmer sich verpflichtet, die nächsten Jahre für die Bank zu arbeiten. Das müsste dann auch reichen, wenn man Ihrer Logik folgen möchte.

      Werter @Marc Meyer, Dr. Ihre These ist unhaltbar. Auch auf diese Artikel werde ich detailliert eingehen und beweisen, dass Sie sich irren:

      https://insideparadeplatz.ch/2014/03/19/vollgeld-initiative-lachnummer-mit-emil/

      https://insideparadeplatz.ch/2013/09/25/die-snb-und-das-maerchen-von-der-geldschoepfung/

      Die Banken haben ein Girokonto bei der SNB. Das ist ein Privileg. Wir normalen Menschen haben keine Banklizenz. Wir werden am Schalter der SNB nicht akzeptiert. Wir bekommen kein Konto bei der SNB.

      Das Girokonto einer Bank bei der SNB ist uns irgendwie schon bekannt, denn vor der IBAN-Einführung mußte man bei Überweisungen immer die Kontonummer des Empfängers … und die Bankleitzahl … eintragen, damit es klappte. Diese Bankleitzahl ist nichts anderes als die Kontonummer der Bank bei der SNB.
      Ich nenne solch ein Girokonto, das eine Bank bei der SNB hat, künftig SNB-Konto.

      Was macht die Bank mit ihrem SNB-Konto bei der SNB ?
      Wozu braucht sie es ?

      Das SNB-Konto der Bank dient dazu, das Geld, das der Bank gehört, „aufzubewahren“.

      Sie erinnern sich: Geld = Banknoten und Münzen.
      Die Bank könnte das Geld, das ihr gehört, im eigenen Tresor lagern. Das tut sie aber nicht. Sie bringt ihr Geld selbst zu einer Bank, der SNB, damit diese es dort lagert.

      Bei der SNB ist das große Geld gelagert, dort muß man hin und den Tresor räumen. Da sind Milliarden drin und nicht bloß ein paar Millionen bei bei Großbanken. Hat schon mal jemand von einem Einbruch bei der SNB gehört ? Ich nicht.

      Also, was ist das SNB-Konto einer Bank ?
      Es zeigt das Sichtguthaben der Bank an = Wieviel Geld muss die SNB auf Anforderung der Bank liefern. Liefern = mit einem Geldtransporter liefern, denn Geld sind Banknoten und Münzen, alles andere ist kein Geld.

      An dieser Stelle wird deutlich, wie notwendig und praktisch eine Zentralbank ist. Für die Zahlungen zwischen den Banken macht die SNB die Geldtransporter überflüssig. Es wird einfach auf den Konten der Banken in der SNB umgebucht.

      Bank A überweist 2 Millionen Franken zu Bank B. Da fährt kein Geldtransporter, sondern die SNB belastet das SNB-Konto der Bank A mit 2 Millionen und schreibt diesen Betrag der Bank B gut.

      Der Unterschied zwischen dem Sichtguthaben von Nichtbanken bei Banken und dem Sichtguthaben von Banken bei der SNB ist grundlegend und nicht wie Sie, @Marc Meyer Dr. behaupten!

      Die SNB kommt nie in Verlegenheit, das Bargeld auf Anforderung auszuzahlen, denn sie, und nur sie, hat das Privileg, jederzeit Banknoten drucken zu dürfen.

      Die normale Bank jedoch darf kein Geld drucken. Sie muß sich Geld beschaffen. Entweder von anderen Banken leihen oder von Kunden leihen oder es von der SNB leihen. Und da kann es Probleme geben. Denn bei der SNB bekommt die Bank nur frisches Bargeld, wenn sie Wertpapiere hat, welche die SNB als Sicherheit akzeptiert.

      Also noch einmal:
      Das Sichtguthaben von uns Bürgern bei der Bank ist nicht sicher. Die Bank ist im Krisenfall nicht in der Lage, uns das Bargeld zu beschaffen, wenn wir es gerne hätten. Das Sichtguthaben ist eben nur eine Zahl, es ist kein Geld. Es ist eine Forderung an die Bank. Die Bank schuldet uns den Betrag in bar, aber sie hat gar nicht genügend Bargeld, wenn zuviele Kunden kommen und ihr Sichtguthaben in bar abheben wollen.

      Das Sichtguthaben der Bank bei der SNB ist zwar auch nur eine Zahl, welche eine Forderung der Bank auf Lieferung von Bargeld symbolisiert, aber die SNB kann immer liefern!!!. Sie braucht keine Wertpapiere, um sich Bargeld zu beschaffen, sie druckt es einfach, weil sie das Monopol dafür hat.

      Freundliche Grüsse und Vielen Dank für Ihre wertvolle Zeit
      Haldimann

  3. @Thomas Haldimann

    Geld – auf der Passivseite des Geldemittenten verbucht, kann nur entweder Eigenkapital oder Fremdkapital des Geldemittenten sein. Etwas anderes gibt es nicht.

    Die SNB und Sie betrachten Geld irrtümlich als Eigenkapital des Geldemittenten. Ich hingegen sage: Notenbankgeld ist Fremdkapital der SNB.

    Fremdkapital ist eine Schuld.

    Sie begehen m.E. leider denselben Fehler wie Herr Jordan und kommen wie er deshalb zum falschen Schluss, die SNB schulde niemandem etwas.

    Doch – die SNB hat Schulden gegenüber den Banken. Und weil die SNB ein Staatsbetrieb ist, sind die SNB-Schulden zugleich Staatsschulden.

    Leider sieht das Herr Jordan auch nicht ein. Sie sind also in guter Gesellschaft.

    Freundliche Grüsse

    Marc Meyer

    • @Marc Meyer, Dr.

      „Ich hingegen sage: Notenbankgeld ist Fremdkapital der SNB.
      Fremdkapital ist eine Schuld.“

      Das ist falsch. Ihre These ist aus wissenschaftlicher Sicht nicht haltbar.

      Sie verwischen den Unterschied zwischen einem Girokonto einer Nichtbank mit dem Girokonto, welches die Bank bei der Zentralbank hat. Auf beiden Girokonten stehen Zahlen. Diese Zahlen sind beim Girokonto der Nichtbanken (so nennen uns die Fachleute. Wenn Sie keine Banklizenz haben, Herr Marc Meyer, sind Sie eine „Nichtbank“) kein Geld, sondern symbolisieren einen Anspruch auf Geld.

      Bleibt die Frage, ob ein Sichtguthaben einer Bank auf deren SNB-Konto bereits Geld ist. Die Antwort hängt von der Sichtweise ab.Die Zahlen auf dem SNB-Konto der Bank sind keine Banknoten und keine Münzen, sie bedeuten lediglich, daß die SNB jederzeit auf Anforderung der Bank Banknoten und/oder Münzen liefern muss. Insofern kann man sagen, daß das Sichtguthaben auf dem SNB-Konto eine Forderung auf Geld darstellt. Dies könnte dazu führen, Äpfel mit Birnen zu verwechseln, indem man wie Sie, @Marc Meyer Dr., behauptet, es gäbe keinen Unterschied zwischen den Sichtguthaben von Nichtbanken bei den Banken und den Sichtguthaben der Banken auf deren ZB-Konten. Diesen Unterschied gibt es aber, weil die SNB niemals sagen muss: „Tut mir leid, ich habe nicht genügend Banknoten und kann sie Dir nicht liefern“. Bei den Banken ist das völlig anders. Sie können keine Banknoten drucken, sie dürfen es nicht. Sie müssen sich die Banknoten leihen und wenn sie nicht genügend Sicherheiten haben, bekommen sie die benötigten Banknoten nicht und müssen zum Kontoinhaber sagen: „Tut mir leid, ich kann Dir die Banknoten nicht liefern.“

      Insofern hat das Sichtguthaben der Bank auf ihrem SNB-Konto eine grundsätzlich andere Qualität als das Sichtguthaben einer Nichtbank bei der Bank.

      Es gibt noch einen zweiten wesentlichen Unterschied das Sie in Ihrer Theorie ausser Acht lassen:

      Mit der Umbuchung von SNB-Guthaben auf das SNB-Konto einer Empfängerbank ist eine schuldbefreiende Zahlung vollzogen.
      Dies ist beim Umbuchen auf Girokonten bei Banken nicht der Fall.
      Wenn Nichtbanken „Geld“ von ihrer Bank zu einer anderen Bank überweisen, geht das nicht mit einer Umbuchung wie bei den SNB-Konten, denn die Banken wissen sehr wohl, daß Sichtguthaben von Nichtbanken kein Geld sind. Bei einer Überweisung von „Geld“ zwischen 2 Banken müssen die Banken im Hintergrund mit SNB-Geld, also mit dem gesetzlichen Zahlungsmittel, bezahlen. Keine Bank nimmt Sichtguthaben als Zahlungsmittel, denn es ist kein Geld, auch wenn Sie dies fälschlich behaupten.

      @Marc Meyer, Dr.,Wir befinden uns nicht in einer Naturaltausch-Gesellschaft, sondern in einer Eigentumsgesellschaft, in der gewirtschaftet wird. Es werden Verträge geschlossen, insbesonders Kaufverträge. Das sind keine Tauschvorgänge, das sind Schuldverhältnisse, wo die Schuld durch die Bezahlung mit dem gesetzlichen Zahlungsmittel getilgt wird. Da wird gar nichts getauscht.

      Sie sind ein Waren-Geld Anhänger, deshalb ist Ihre These/Theorie falsch. An Banknoten, die bisher nicht im Umlauf waren, kommen nur Banken heran, indem sie der Zentralbank eine Sicherheit (meistens Staatsanleihen) verpfänden und von dieser im Gegenzug Banknoten geliefert bekommen (Repo) siehe weiter unten. Für dieses Verleihen von Banknoten an die Bank muss die Bank Zinsen bezahlen, den sogenannten „Leitzins“. Sie @Marc Meyer, Dr. Wissen, daß die Bank, welche die Banknoten von der Zentralbank ausleiht, darauf Zinsen zahlt. Das Sichtguthaben auf dem Girokonto der Bank bei der Zentralbank bedeutet, daß die Zentralbank auf Anforderung der Bank jederzeit Banknoten und Münzen liefern muß, nicht jedoch Goldbarren oder Immobilien oder Aktien.!

      Beispiel:

      Wenn Sie nicht in der Lage sind, zu abstrahieren und nur von außen auf einen Kunden im Supermarkt schauen, dann sehen sie, daß der Kunde Geldscheine gibt und im Gegenzug die Buttermilch und das Fleisch mitnimmt. Das sieht dann für Sie nach „tauschen“ aus, richtig ?
      Der Kunde hat seine Geldscheine gegen die Buttermilch und das Fleisch „getauscht“, richtig?

      Wenn irgendwo bei einer Veräußerung einer Sache Geld im Spiel ist, haben wir es mit einem Kauf und nicht mit einem Tausch zu tun.

      @Marc Meyer, Dr. Wenn ich heute im Supermarkt meine Lebensmittel besorge und an der Kasse dann mit der Bankomat-Karte zahle, so wird mir deutlich bewusst, dass ich dabei nichts tausche.

      Es wird allein von meinem Gehaltskonto bei meiner Bank der bezahlte Betrag abgebucht und dieser dem Konto des Supermarktes bei seiner Bank zugebucht. Dabei liegt auf meinem Konto keine bestimmte Summe Geldes in verschiedenen Banknoten. Ich habe lediglich eine Forderung in besagter Höhe gegen die Bank, festgehalten auf meinem Konto bei der Bank, der buchhalterisch eine gleich große Verbindlichkeit der Bank mir gegenüber gegenübersteht. Beim Bezahlen reduziert sich meine Forderung gegen die Bank, so auch deren Verbindlichkeit mir gegenüber, nicht aber die Gesamtverbindlichkeit der Bank bzw. des Bankensystems.

      Es wird nur ein Teil der ursprünglichen Verbindlichkeit mir gegenüber in eine Verbindlichkeit gegen den Supermarkt übertragen.

      Erklären Sie den Leserinnen und Leser mal, was exakt Sie beim Überweisen oder Bezahlen mit einer Kreditkarte oder Girokarte mit dem Supermarkt „tauschen“.

      Die falsche Vorstellung von Geld als „Tauschmittel“ kommt aus der Zeit, wo Goldgeld benutzt wurde, wo Geld mit einer Ware verwechselt wurde.

      Es bietet sich in der Tat an, alle Ihre Beiträge Stück für Stück unter die Lupe zu nehmen, soweit es Zusammenhänge mit diesem Artikel,
      um den es ja eigentlich geht, betrifft.

      Herzlichen Dank für den spannenden Austausch.
      Freundliche Grüsse
      Haldimann

  4. @Marc Meyer, Dr.

    „Ich bin mit Ihnen nicht einverstanden, wenn Sie argumentieren, eine Wertschöpfung sei nur mit einem Kredit möglich. Sie können in den Garten gehen und Gemüse anpflanzen ohne einen Kredit aufzunehmen. Das ist Wertschöpfung.“

    Ich respektiere Ihren Wunsch, bei der Thematik des Artikels bleiben zu wollen. Vielen Dank dass Sie sich Zeit genommen haben, deshalb auch für mich eine kurze-letzte Stellungnahme.

    Ich bin mit Ihnen nicht einverstanden, Geld ist ein Zahlungsmittel, es ist ein mentales Konstrukt von Menschen. Geld beruht auf einer Vereinbarung, einem Vertrag. Wenn jemand eine Leistung erbracht hat und dafür eine Quittung erhält und die Menschen haben sich darauf geeinigt, daß sie bei Vorlage solch einer Quittung ihre Produkte verkaufen, dann sind solche Quittungen das, was man „Geld“ nennt, ein Zahlungsmittel. Mit einem Zahlungsmittel bezahlt man eine Ware, man tauscht sie nicht.

    Nirgendwo steht in einem Gesetz geschrieben, daß die Banken die Aufgabe hätten, das gesetzliche Zahlungsmittel zu decken. Das gesetzliche Zahlungsmittel braucht keine Deckung, wir leben nicht mehr im Goldstandard.

    @Marc Meyer, Dr. Wenn jemand einen Pullover gegen eine Hose tauscht, benötigt er dafür kein Geld. Getauscht wird ohne Geld.
    Geld hat mit Tauschen nichts zu tun. Geld ist ein Zahlungsmittel, kein Tauschmittel. Was soll denn ein Tauschmittel sein ? Eine Pferdekutsche, mit welcher die Tauschwaren zum Tauschort transportiert werden ? Eine Waage, um den Weizen zu wiegen, der gegen Zigaretten getauscht werden soll ?

    Ihre geschlossene Argumentation ist in mehreren Punkten weder stichhaltig, noch nachvollziehbar.

    Schauen wir uns mal an, wie neue CHF-Scheine normalerweise in die Welt kommen. Eine Bank muß sich notenbankfähige Sicherheiten beschaffen. Das sind grob gesagt Schuldpapiere von Staaten.
    Die Eidgenossenschaft hat sich einer Bank gegenüber verschuldet. Die Eidgenossenschaft schuldet der Bank, welche ihr die Staatsanleihe in Höhe von 1 Million CHF abgekauft hat, dieses Geld.

    Diese Bank verleiht nun diese Staatsanleihe an jene Bank, welche aktuell Geldscheine von der Zentralbank braucht. Diese Bank hinterlegt diese Staatsanleihe bei der SNB und bekommt dafür neue CHF-Scheine geliefert.

    Was sind diese CHF-Scheine ?

    Es ist das gesetzliche Zahlungsmittel, das „Geld“ genannt wird.

    Wer schuldet nun wem etwas ?

    1. Der Staat schuldet demjenigen, der die Staatsanleihe besitzt, Zins und bei Fälligkeit den Nominalbetrag der Staatsanleihe.

    Frage an Sie, @Marc Meyer, Dr.: Die Staatsanleihe ist als Pfand für ein Repo-Geschäft bei der SNB hinterlegt. Nun werden gerade Zinsen des Staates auf diese Anleihe fällig. Wer steckt sich diese Zinszahlung in seine Tasche ?

    Die SNB ? Oder die Bank, welche das aktuelle Repo-Geschäft abgeschlossen hat ? Oder die Bank, welche dieser Bank die Staatsanleihe geliehen hat ?

    2. Die Bank, welche sich die Staatsanleihe von der anderen Bank geliehen hat, schuldet dieser Bank Zinsen und bei Fälligkeit die Rückgabe der geliehenen Staatsanleihe.

    Die Bank zahlt nun Zinsen für die erhaltenen CHF-Scheine.
    Ein Bankkunde läßt sich sein Giroguthaben in bar auszahlen und hat nun einen Teil der neuen CHF-Scheine in seiner Hand.

    Zahlt er dafür Zinsen an die Bank ?
    Nein.

    Sie, @Marc Meyer, Dr, sagen, dass diese CHF-Scheine in der Hand des Bankkunden, „eine Schuld der Bank“ sein sollen. Wie das ?
    Schuldet irgendeine Bank diesem Bargeldbesitzer etwas ?
    Nein.

    Der Bargeldbesitzer kauft sich nun ein Eis und zahlt bar dafür.
    Schuldet nun eine Bank dem Eisverkäufer etwas dafür, daß dieser eine 5-CHF Banknote in der Hand hält ?
    Nein.

    Weshalb soll dann Geld eine Schuld einer Bank sein ?

    Bitte erkären Sie, bei Ihren nächsten Artikeln, es den Menschen, @Marc Meyer, Dr.
    Danke und Freundliche Grüsse
    Haldimann

    • @Marc Meyer, Dr,

      Gestatten Sie mir einen Nachtrag zu diesem Artikel:

      „Beispiele sind: Die SNB könne „Geld aus dem Nichts schaffen“ oder die „SNB habe keine Limiten, den Franken zu schwächen“ (Professor Ernst Baltensperger, jahrzehntelang Spiritus Rector auf dem Gerzensee, in der NZZ). Oder die SNB schaffe ihre „Liquidität“ zum Kauf von Euros selber und so weiter und so fort. Solche wirren Irrlehren schaden der Schweizer Volkswirtschaft. Sogar unser Bundesrat fällt auf sie herein.“

      Im Gegensatz zu einer normalen Firma kann und darf die SNB neues Geld drucken, deshalb kann sie zwar in der Bilanz Verluste einfahren, bis das Eigenkapital negativ wird, aber sie kann nicht pleitegehen, weil sie eben das Monopol über die Produktion des gesetzlichen Zahlungsmittels hat, womit sie alle Rechnungen jederzeit bezahlen kann.

      Die SNB kann sagen: „Wir kaufen jetzt mal 20 Tonnen Gold“ und im Gegensatz zu jedem Privatmann braucht sie dafür keine Ersparnisse und auch keinen Kredit von einer Bank, sondern sie übt ihr Monopol aus! Da sind jetzt 20 Milliarden Franken, die es vorher nicht gab … und mit diesen 20 Milliarden Franken wird der Goldverkäufer bezahlt …
      und schon hat die SNB Goldbarren im Wert von 20 Milliarden Franken im Tresor liegen, welche selbstverständlich physisch geliefert werden.

      An dieser Stelle kommen Sie @Marc Meyer, Dr, und argumentieren ,dass diese 20 Milliarden Franken, welche die SNB neu gedruckt hat, als „Schuld der SNB“ betrachtet werden müssen.

      Es ist aber kein Schuld, sondern es ist das gesetzliche Zahlungsmittel und die SNB und nur sie, ist jederzeit in der Lage, die Banknoten zu liefern, falls die Bank es von ihr verlangen sollte. Sobald die Banknoten an die Bank geliefert sind, gibt es kein Schuld der SNB mehr.

      Mit Ihnen stimme ich überein, dass die Bilanz einer Zentralbank/SNB falsch ist.
      Freundliche Grüsse
      Haldimann

  5. @Marc Meyer, Dr,

    „P.S. in diesem Beitrag wollte ich nicht nur bilanztechnisch zeigen, dass die SNB-Geldpolitik auf Überlegungsfehlern basiert, sondern auch aus volkswirtschaftlicher Sicht (Auslandanlagen versus Inlandanlagen).“

    Solange sich aus den Artikeln sachliche Diskussionen zu den wirklichen Fragen ergeben, ist doch die Überschrift des Beitrages egal. Ein sinnvolles Ziel ist die Aufdeckung von Zusammenhängen, und da ist es doch toll, wenn andere Auffassungen serviert werden.

    „Bei negativem Eigenkapital der SNB ist das Vermögen der SNB kleiner als die Schulden der SNB. In diesem Fall kann die SNB ihre Schulden bei den Gläubigern nicht mehr vollständig zurückzahlen.“

    @Marc Meyer, Dr. was meinen Sie unter den „Schulden der SNB bei den Gläubigern“ ? Sie behaupten weiter, daß die Banken die SNB dazu zwingen könnten, ihnen Gold oder andere Vermögenswerte zu verkaufen, wenn die Banken keine Lust mehr hätten, das Sichtguthaben zu halten. Bitte können Sie diese Aussage präzisieren?

    Ich beschäftige mich schon einige Jahre mit dem Geldsystem, aber in diesen Jahren habe ich nirgendwo gelesen oder gehört, daß die Banken die Zentralbank dazu zwingen könnten oder würden, ihnen Gold oder Immobilien oder sonstwas zu verkaufen.

    Können Sie im Zusammenhang mit der Anbindung CHF/EUR die These bestätigen, dass jede Aufwertung des Frankens entwertet auch das Auslandsguthaben der Schweiz?

    Bin gespannt,
    Freundliche Grüsse
    Haldimann

    • @Thomas Haldimann

      Besten Dank für Ihren Kommentar.

      Ja – ich bin ganz Ihrer Ansicht und befürworte, wenn andere Ansichten „serviert“ werden. Nur: Diese sollten nicht das Verdrehen, was tatsächlich passiert ist.

      Zudem gehen Sie auf Argumente ein, welche ich in früheren Beiträgen behandelte. Und eigentlich möchte ich in diesem Beitrag wirklich lieber über den Titel (Flüchtlingsheim am Gerzensee) hier schreiben.

      Trotzdem gehe ich hier nochmals auf Ihre fachlichen Fragen ein:

      Die Zentralbanken bezeichnen sich als „lender of last resort“ – also als Kreditgeber der letzten Instanz. Die Zentralbanken würden demzufolge Aktivkredite gewähren. Emittiertes Geld müsste demzufolge auf der Aktivseite der Notenbankbilanzen verbucht sein.

      Nun wird dieses aber im Gegenteil auf der Passivseite der Zentralbanken verbucht. Das ist der unumstössliche Beweis dafür, dass Notenbankgeld (Banknoten und Giroguthaben der Banken bei der SNB) nicht Aktivkredite der SNB, sondern im Gegenteil Passivkredite der SNB darstellen.

      D.h. unsere Nationalbank ist gegenüber den Schweizer Banken nicht Gläubigerin, wie die SNB und das Schweizerfernsehen und die Wirtschaftsprofessoren immer wieder irreführend behaupten. Nein, die Schweizerbanken sind Gläubiger gegenüber der SNB bzw. die SNB ist Schuldnerin.

      Emittierte Banknoten sind „Mini-Obligationsscheine“ der SNB. Und bei den Girokonten der Banken bei der SNB handelt es sich um Fremdkapital, das die SNB bei den Banken aufgenommen hat.

      Diese sind vergleichbar mit einem überzogenen Konto, das Sie, Herr Haldimann, bei einer Bank haben. Die SNB hat ihr Konto bei den Banken überzogen – um mehr als 400 Milliarden (!) schon.

      Tatsache ist und bleibt: Die SNB hat ihre Euro-Käufe mit Fremdkapital finanziert – nicht mit selbst geschaffener Liquidität, wie Herr Jordan immer wieder irreführend behauptet.

      Die SNB hat als Schuldnerin keine bessere Stellung als irgendein Unternehmen in der Schweiz oder der Staat. Genauso wie der Staat seine Schulden gegenüber der Privatwirtschaft zurückzahlen muss, genauso muss die SNB ihre Schulden gegenüber den Banken zurückzahlen, wenn diese das fordern.

      Der grosse Fehler der SNB liegt darin, dass sie Notenbankgeld immer wieder als Eigenkapital der SNB interpretiert, das sie nicht zurückzahlen muss.

      Aber das ist falsch. Es handelt sich bei Notenbankgeld um Fremdkapital der SNB. Zudem handelt es sich um Giroguthaben. Diese sind auf Sicht fällig. In ihrem Geschäftsbericht benennt die SNB ihre Verbindlichkeiten denn auch selber als „Verbindlichkeiten auf Sicht“.

      Angenommen, die SNB nehme bei den Banken 120 Milliarden Franken in Form von Sichtverbindlichkeiten auf und kaufe damit 100 Milliarden Euro beim Kurs von 1.20.

      Nun falle der Kurs des Euro auf ein zu eins. Wollen nun die Banken ihre Franken-Guthaben bei der SNB in Euro umwandeln, so hat die SNB nur noch 100 Milliarden Euro. Es fehlen ihr 20 Milliarden. Die SNB ist Konkurs – zahlungsunfähig.

      Gemäss Nationalbankgesetz Artikel 18 darf die SNB nur 4 Prozent der kurzfristigen Verbindlichkeiten der Banken als Mindestreserve einfordern. Zurzeit besitzen die Banken den 26 fachen Betrag bei der SNB.

      Es gibt nun kein Gesetz, das den Banken verbieten würde, einmal bei der SNB angelegtes Vermögen zurückzufordern. Es handelt sich ja um ihr Kapital, das sie bei der SNB angelegt haben.

      Oder anders formuliert: Die Passivseite einer Bilanz zeigt an, woher das Kapital stammt zum Kauf des Vermögens auf der Aktivseite. Es kann sich dabei nur um Eigen- oder Fremdkapital handeln.

      Die SNB geht davon aus, dass sie den Banken als „lender of last resort“ Kapital gewähre, wobei sie Gläubigerin und die Banken Schuldner seien.

      Das ist genau falsch: Die SNB ist Schuldnerin und die Banken sind Gläubiger. Und weil die Banken Gläubiger sind, dürfen sie dieses Kapital von der SNB zurückfordern – sogar „auf Sicht“.

      Bei den Sichtguthaben handelt es sich also unumstösslich um Fremdkapital der SNB und nicht um Eigenkapital, wie die SNB meint. Und das bedeutet, dass die Kapitalgeber ihre Rechte gegenüber der SNB haben. Und dazu gehört auch die Rückzahlung – auf Sicht.

      Da die SNB ihre Frankenschulden alle dazu benutzt hat, um Devisen zu kaufen, kann sie ihre Schulden in Franken nur begleichen, indem sie Devisen abgibt. Nur so kann sie beide Seiten ihrer Bilanz verkürzen.

      Das geht auch aus der Offenmarktpolitik hervor.

      SNB-Chef Jordan begeht also zwei Kapitalfehler:

      Erstens:

      Er betrachtet Notenbankgeld irrtümlicherweise als Eigenkapital anstatt Fremdkapital der SNB. Deshalb kommt er zum falschen Schluss, die SNB müsse Ihre Sichtverbindlichkeiten nicht zurückzahlen (siehe sein Vortrag vor der Statistisch Volkswirtschaftlichen Gesellschaft Basel).

      Zweitens:

      Seine Behauptung, die SNB müsse keine Vermögenswerte abgeben bei der Reduzierung der ausstehenden Notenbankgeldmenge ist ebenfalls falsch (gleicher Vortrag). Gemäss Offenmarktpolitik kann die SNB die ausstehende Notenbankgeldmenge auf der Passivseite nur verringern, wenn sie im Gegenzug Vermögenswerte auf der Aktivseite abgibt. Nur so können beide Seiten der Bilanz der SNB reduziert werden.

      Herr Jordan weiss offenbar nicht, wie die Bilanz der SNB verkürzt wird. Das jedenfalls geht aus seinem Referat hervor. Und keine Kontrollinstanz bemerkt es. Niemand. Wozu gibt es einen Bankrat? Der versteht von der ganzen Sache offenbar auch nicht allzu viel.

      Der Jordan darf einfach behaupten, was er will. Man glaubt der SNB einfach alles – und wenn es hundert Milliarden kostet…

      Ich hoffe, dass ich Ihre Fragen beantworten konnte, auch wenn diese dem Titel meines Beitrages nur indirekt betreffen.

      Freundliche Grüsse

      Marc Meyer

    • @Marc Meyer, Dr.

      vielen Dank für Ihre Ausführungen und die in sich geschlossene Darstellung Ihrer Position und Ihrer Analyse der Lage. Sie haben recht, es würde vom Titel (Flüchtlingsheim am Grenseee) ablenken, deshalb werde ich zu einem späteren Zeitpunkt meine Überlegungen (sollte sich die Gelegenheit bieten) schreiben.

      Ich habe alle Ihre Beiträge gelesen. Hervorheben, möchte ich zum Schluss diesen Satz:

      „Schon x-mal habe ich auf diesen Seiten erklärt, dass Geld kein Kredit der Notenbank an die Wirtschaft darstellt, sondern umgekehrt eine Kreditaufnahme der SNB bei der Wirtschaft.“

      Die Bank schließt einen Kreditvertrag mit der Zentralbank, in dem sich die Bank dazu verpflichtet, ein Pfand zu stellen und das geliehene Geld zu einem fixen Termin plus Zinsen zurückzuzahlen.
      Was verleiht die Zentralbank an die Bank ? Antwort: Das gesetzliche Zahlungsmittel. Unbar ist es Guthaben der Bank auf ihrem ZB-Konto.
      Die Bank kann sich das Guthaben jederzeit in bar auszahlen lassen.

      Sie begründen diese These mit der Buchhaltung. Es fällt aber beim Durchlesen auf, daß Sie ständig Zentralbankguthaben mit dem Sichtguthaben bei den Banken in einen Topf werfen. Wieso ist das so? Es ist aber keine Schuld, sondern es ist das gesetzliche Zahlungsmittel und die SNB ist jederzeit in der Lage, die Banknoten zu liefern, falls die Bank es von ihr verlangen sollte. Sobald die Banknoten an die Bank geliefert sind, gibt es kein Schuld der Zentralbank mehr.
      Freundliche Grüsse
      Haldimann

    • @Thomas Haldimann

      Danke.

      Nein!

      Giroguthaben und Notenumlauf sind gesetzliches Zahlungsmittel für die Banken und das Publikum.

      Sie sind nicht – ich wiederhole – sie sind nicht Zahlungsmittel für die SNB selber.

      Nur Vermögen kann Zahlungsmittel sein.

      Notenbankgeld ist aber nicht Vermögen, sondern Schuld der SNB.

      Die SNB kann nicht Schulden vermindern, indem sie noch mehr Schulden aufnimmt.

      Sie begehen denselben Fehler wie Herr Jordan.

      Bitte überlegen Sie sich das einmal ganz genau.

      Freundliche Grüsse

      Marc Meyer

      P.S. Sind Sie derjenige Herr Haldimann, der für die SNB arbeitet im PR?

    • @Marc Meyer, Dr.

      Nein. Ich arbeite weder für die SNB, noch für eine andere Bank. Sie drehen den Vorgang um und setzen die Wertschöpfung an die erste Stelle. Das ist falsch, denn eine Wertschöpfung gibt es nur durch einen Kredit. Da brauchen Sie auch nicht Giralgeldschöpfung und Zentralbankgeldschöpfung trennen, schon Ihre Basis ist falsch herum.

      Lesen Sie mal die Liste der notenbankfähigen Sicherheiten der SNB und erklären Sie mir, wo Sie dort Vermögenswerte, welche in der Volkswirtschaft geschaffen und den Banken zur Verfügung gestellt wurden, sehen. Sie müssen Tausch von Kauf unterscheiden.

      Wenn die Bank sagt: „Liebe SNB, ich habe 2 Millionen Guthaben auf meinem SNB-Konto bei dir und ich brauche morgen früh 1 Million Franken in bar und zwar in 100er und 50er Scheinen zu je x und y usw., dann fährt ein Geldtransporter mit der gewünschten Sortierung von Banknoten von der SNB zur Bank und liefert das Bargeld aus.
      Gleichzeitig wird der Kontostand um 1 Million verringert.

      Das ist alles und nirgendwo und niemals wird die Bank zur SNB gehen und sagen: „Ich will jetzt Goldbarren im Wert von 1 Million Franken bei dir kaufen und du hast mir gefälligst das Gold zu liefern und die Million meinem Sichtkonto bei dir zu belasten.“

      Wenn die SNB Gold oder Immobilien oder Aktien verkaufen will, das sie irgendwann gekauft hat, dann geht die Initiative von ihr selbst aus, nicht von der Bank, die das von ihr fordert.

      Ich zitiere Sie nochmals @Marc Meyer, Dr.:

      „Die SNB hat es versäumt, eine glaubwürdige Erklärung abzugeben, weshalb sie innert weniger Monate für Hunderte Milliarden Franken Staatsschulden Euros und Dollars gekauft hat und droht, „unbeschränkt“ weitere Staatsschulden zu machen, um noch mehr Euros zu kaufen; notabene trotz vom Volk angeordneter Schuldenbremse.“

      Quelle: https://insideparadeplatz.ch/2014/10/29/support-fuer-goldinitiative-heisst-volk-misstraut-eurokurs-der-snb/

      Zuerst einmal: Wie kommen Sie auf die Idee, die SNB würde Staatsschulden machen, um Euros zu kaufen ? Diese Idee scheint mir „aus dem Nichts“ oder „an den Haaren herbeigezogen“ zu sein, denn die SNB druckt einfach neue Franken und kauft damit Euros … das hat überhaupt nichts mit Staatsschulden zu tun.

      Staatsschulden kommen bei der SNB nur dann ins Spiel, wenn Banken Zentralbankgeld brauchen und dafür als Sicherheit Staatsanleihen an die SNB verpfänden. Geld ist keine Schuld der Bank. Geld ist das gesetzliche Zahlungsmittel, das in der Schweiz als „Schweizerfranken“ bezeichnet wird. Geld ist eine CHF-Banknote oder eine CHF-Münze. Alles andere ist kein Geld.

      Banken dürfen und können kein Geld herstellen. Dieses Privileg hat per Gesetz nur die SNB. Deshalb kann Geld niemals eine Schuld einer Bank sein. Geld ist auch keine Schuld der Zentralbank.

      Freundliche Grüsse
      Haldimann

    • @Thomas Haldimann

      Danke für Ihren Kommentar.

      Wie gesagt: In diesem Diskussionsbeitrag möchte ich lieber auf die volkswirtschaftliche Analyse Auslandinvestitionen versus Inlandinvestitionen der SNB und deren Auswirkungen auf die Konjunktur in der Schweiz eingehen als auf bilanztheoretische Aspekte der Geldpolitik der SNB.

      Da sie nun aber einmal auf Argumente eingehen, die ich in schon weit zurückliegenden Beiträgen aufbrachte, möchte ich Ihnen hier kurz eine Antwort darauf geben:

      Erstens:

      Ich bin mit Ihnen nicht einverstanden, wenn Sie argumentieren, eine Wertschöpfung sei nur mit einem Kredit möglich. Sie können in den Garten gehen und Gemüse anpflanzen ohne einen Kredit aufzunehmen. Das ist Wertschöpfung.
      Mit dem Gemüse können Sie auf den Markt gehen und es dort gegen Obst eintauschen. Sie benutzen ihr Gemüse nun als Geld.

      Sie können auch ein Haus bauen oder zwei Häuser und diese eintauschen gegen eine grosse Villa. Sie benutzen dann die Häuser als Zahlungsmittel bzw. als Geld.

      Ein Zahlungsmittel ist in jedem Fall – ich wiederhole – in jedem Fall Vermögen desjenigen, der damit etwas bezahlen will. Dieses Zahlungsmittel kann illiquide sein, wie z.B. ein Haus oder eine Obligation mit hohem Nennwert.

      Was tut nun die SNB? Sie nimmt Vermögen in ihre Bilanz auf, das aus der Realwirtschaft stammt – von dieser erarbeitet wurde und gibt dagegen Schuldscheine heraus. D.h. die Nationalbank macht aus illiquidem Vermögen der Privatwirtschaft liquides Vermögen der Privatwirtschaft.

      Die SNB schafft nicht Vermögen von sich selbst aus (es sei denn, sie erziele Kursgewinne oder Renditen). Bei der Gelschöpfung selber schafft die SNB aber kein Vermögen. Sie macht lediglich aus illiquiden Vermögenswerten der Wirtschaft liquide Vermögenswerte wie Banknoten.
      Oder sie macht aus Devisen inländisches Geld bzw. sie macht aus Euros Schweizerfranken.

      Dasselbe geschieht, wenn eine Geschäftsbank Geld emittiert: Falls Sie ein Haus bauen, können Sie zu einer Geschäftsbank gehen und ihr Haus belehnen lassen. D.h. die Geschäftsbank gibt ihnen ein Guthaben wobei die Bank die Schuldnerin ist. Sie besitzen nun Giralgeld bei der Geschäftsbank und damit können Sie bezahlen.

      Das Haus selber ist illiquides Vermögen. Ihr Guthaben bei der Bank ist nun aber liquides Vermögen. Die Bank tauscht also nur illiquides Vermögen (Haus) in liquides Vermögen (Giralgeld) ein. Die Bank macht aus dem illiquiden Haus für dessen Besitzer liquides Geld.

      Als Gegenleistung schreiben Sie der Bank ein illiquides Guthaben in Form eines Hypothekarkredits gut. Sie haben nun eine Schuld bei der Bank (Hypothek) und die Bank hat eine Schuld bei Ihnen (Giralgeld).

      Oder anders formuliert: Sie haben ein Guthaben bei der Bank (Giralgeld) und die Bank hat ein Guthaben bei Ihnen (Hypothekarkredit).

      Dabei verhält es sich so, dass die Bank eine Zinsmarge verdient.

      Zweitens:

      Die Passivseite einer Bilanz zeigt, woher das Vermögen kommt zur Finanzierung der Aktiven. Dabei gibt es nur zwei Möglichkeiten: Entweder es stammt aus Eigenkapital, d.h. aus einbezahltem Kapital des Eigentümers oder aus erwirtschafteten Gewinnen oder es stammt von Dritten, also es handelt sich um Fremdkapital.

      Also entweder ist es Eigen- oder Fremdkapital.

      Wie hat nun die SNB ihre hunderte Milliarden Devisenanlagen finanziert? Wir sehen in der Bilanz der SNB, dass die Giroguthaben der Banken bei der SNB entsprechend angestiegen sind. Daraus folgt, dass die SNB ihre Euros mit Fremdkapital der Banken finanziert hat.

      Fremdkapital ist ein anderes Wort für Schulden. Die SNB hat ihre Euros mit Schulden finanziert. Und da die SNB ein Staatsbetrieb ist sind die Schulden der SNB gleichzeitig Staatsschulden.

      Drittens:

      Würde die SNB einfach Banknoten drucken und damit Euros kaufen, so müsste der Notenumlauf auf der Passivseite der SNB-Bilanz entsprechend zunehmen. Das ist aber nicht geschehen. Die Giroguthaben der Banken haben zugenommen. Ergo hat die SNB ihre Euros mit Schulden bei den Banken finanziert.

      Aber selbst Banknoten wären Schulden der SNB. Banknoten sind Obligationsscheine der SNB – Schulden in Form eines Inhaberpapiers.

      Viertens:

      Wenn eine Bank Bargeld wünscht anstatt Giroguthaben so ist das lediglich ein Passivtausch in der Bilanz der SNB. Die Notenbankgeldmenge bleibt unverändert. Anstatt Schulden in Form von Giroguthaben der Banken hat die SNB Schulden in Form von Banknoten.

      Fünftens:

      Es ist denkbar, dass die Banken ihre Guthaben bei der SNB reduzieren wollen. Das ist ihr gutes Recht, da sie die Kreditgeber sind. In diesem Fall muss die SNB einen Vermögenswert z.B. Euros verkaufen. Nur so kann die Bilanz der SNB beidseitig verkürzt werden.

      Dabei ist es vollkommen egal, von wem die Initiative ausgeht. Sobald das Eigenkapital der SNB negativ ist, kann sie ihren Verpflichtungen gegenüber den Banken nicht mehr nachkommen und ist Konkurs und nicht mehr handlungsfähig.

      Freundliche Grüsse

      Marc Meyer

  6. Ein Flüchtling mit einer Million überweist erst mal den Großteil seines Geldes in die Heimat (Auslandsinvestition).

    Zudem würde es dann zu einer regelrechten Flüchtlingswelle in die CH kommen. (Ich glaube sogar ich würde auswandern für 1 Mio Willkommensgeld)

    Angenommen Flüchtlinge dürften Arbeiten und mit dem Kapital des Staates Unternehmen gründen (Bäker, Maler, Kiosk, Restaurants).

    Diese Unternehmen wären dann in Konkurrenz zu allen Schweizern KMUs, die Preise würden sinken, Schweizer Kleinst-Unternehmen gehen Konkurs, denn sie könnten nicht mehr mit den planwirtschaftlich finanzierten Konkurrenten aus Syrien mithalten. Sind Sie ein Kommunist Herr Meyer? Ich möchte nicht wissen, was im Land los wäre, wenn Flüchtlinge dem CH Bäcker das Geschäft wegnehmen. Ich vermute, dass dann am 18.10. 60% SVP gewählt würden.

    Ihre Idee ist wohl etwas vom schlechtesten, was ich in der aktuellen Debatte über die SNB bzw. Flüchtlinge gelesen habe. Sie haben Recht, die SNB ist nicht über alle Zweifel erhaben.

    Trotzdem: Die SNB hat in erster Linie für Preisstabilität zu sorgen. Aus diesem Grund ist es nicht angezeigt, den CHF mit Wirtschaftssubventionen weiter zu stärken. Das Geld muss im Ausland angelegt werden, CHF gegen EUR/USD. Und dieses Geld muss diversifiziert in Aktien investiert werden! Wieso: Weil Aktien Realwerte sind, weil Aktien einem Anteil an einer realen Unternehmung darstellen. Eine Unternehmung, welche Wertschöpfung generiert.

    Egal ob es den EUR morgen noch gibt, eine Unternehmung im Euro Raum wird auch morgen noch Gewinne erwirtschaften, egal in welcher Währung (oder in welchen Rohstoffen). Wenn die SNB ihr Geld allerdings in Staatsschulden investiert, ist nicht sicher, ob hier jemals wieder etwas zurückkommt und welche Kaufkraft der Rückzahlungsbetrag noch hat.

    Also Herr Meyer, sagen Sie die Wahrheit:

    Sie möchten einen starken Franken, koste es was es wolle.

    Deflation ist ihnen Egal!

    Sie möchten, dass die Schweizer Nationalbank planwirtschaftlich in die Wirtschaft eingreift und Unternehmen direkt subventioniert!

    • @Thomas

      Danke für Ihr emotionales Votum.

      Zuerst einmal möchte ich Sie daran erinnern, dass ich 1996 vor der GV der SNB forderte, die SNB solle in Aktien investieren können. Damals war das noch tabu. Ich ging damals aber davon aus, dass die SNB erstens einmal mit Eigenkapital investiert und zweitens, dass diese Investitionen in erster Linie im Inland erfolgen, um die inländischen Unternehmen und damit die inländische Wirtschaft zu unterstützen.

      Was tut die SNB heute? Sie verschuldet sich im Inland und investiert das so aufgenommene Kapital im Ausland. Das war nie und nimmer im Sinne des Erfinders und ist schon gar nicht im Sinne unserer Bundesverfassung.

      Gemäss BV Art 99 muss die SNB Geldpolitik betreiben im Gesamtinteresse der Schweiz. Denken Sie, es ist im Sinne unserer Verfassung, dass die SNB nicht einmal mehr 1 Prozent in der Schweiz investiert und den Rest im Ausland (und ein kleiner Teil in Gold)?

      Wollen Sie mir weise machen, dass das im Sinne der Bundesverfassung ist? Wohl kaum!

      Was ich mit meinem Beitrag zeigen will, ist, dass die SNB im Inland investieren muss, will sie die Schweizer Wirtschaft ankurbeln – nicht im Ausland.

      Die SNB handelt wie ein Familienvater, der sich sagt: Meinen Kindern geht es schlecht. Ich weiss, was ich mache: Ich nehme einen Kredit auf und gebe das Geld Nachbars Kindern. Davon werden meine Kinder dann indirekt auch profitieren. Das ist Schildbürger Geldpolitik unserer Nationalbank.

      So einfältig ist die Anlagepolitik unserer Nationalbank!

      Die Antwort, wie Investitionen der SNB in US-Aktien den Tourismus in der Schweiz ankurbeln, haben Sie mir aber nicht gegeben. Auch die SNB hat sich diesbezüglich nicht verlauten lassen. Die hält schön still.

      Ich möchte aber gerne wissen, wie sich Investitionen der SNB in US-Goldaktien positiv auf den Schweizer Tourismus auswirken?

      Das ist die Frage hier. Wer hat die Antwort?

      Richtig. Die SNB hat für Preisstabilität zu sorgen. Aber das tut sie am besten, indem sie in produktive Betriebe in der Schweiz investiert. Die erhalten den Wert am ehesten. Das sage ich der SNB schon seit über 20 Jahren. Aber sie hört ja nicht.

      Das schlechteste, was die SNB tun kann, ist Geld zu verlieren – und das notabene im Ausland. Das ist die grösste Gefahr für die Preisstabilität. Die SNB tut das Dümmste von allen dummen Varianten.

      Nun mache ich die SNB darauf aufmerksam, dass es sogar klüger ist, in den Schweizer Konsum zu investieren, als im Ausland Geld zu verspekulieren. Geld, das die SNB in der Schweiz investiert, bleibt vor allem hierzulande kaufkräftig.

      Geld, das die SNB im Ausland verspekuliert ist weg – ein für alle mal. Es sei denn, der Euro steige erneut auf 1.45. Aber daran glauben wohl allein SNB-Chef Jordan und Bundesrat Schneider-Amman.

      Selbst wenn die SNB den Flüchtlingen ein Begrüssungsgeld auszahlt, ist das volkswirtschaftlich unendlich viel sinnvoller, als es im Ausland zu verspekulieren.

      Sie werfen mir vor, Deflation sei mir egal.

      Damit haben Sie Recht – vollkommen Recht. Deflation ist kein Problem. Wer freut sich nicht, wenn er tiefere Preise bezahlen kann?

      Das Problem ist nicht Deflation, sondern Depression. Das ist nicht dasselbe! Sie und die Nationalbank verwechseln Deflation mit Depression.

      Jawohl. Depression ist sehr schlimm. Weil es so schlimm ist habe ich bereits vor über 20 Jahren ein Buch darüber geschrieben, wie Arbeitslosigkeit zu bekämpfen ist vom wissenschaftlichen Standpunkt her (Arbeitslosigkeit – die grosse Verantwortung der Wirtschaftswissenschaft, 1993).

      Deflation heisst aber nicht gleich Depression. Ich habe diese Zusammenhänge aufgezeigt in meinen Beitrag „Die SNB und das Deflationsgespenst“ (Diskussion um die Phillips Kurve). Das Problem ist also, dass unsere Nationalbank Depression und Deflation einander gleichsetzt, was falsch ist. Das Problem liegt einmal mehr bei der SNB!

      Ich habe nicht gesagt, dass die SNB die Unternehmen direkt subventionieren soll.

      Tatsache ist aber, dass die SNB die EU und die Unternehmen in der EU und weltweit subventioniert.

      Und ich sage, es ist klüger, die SNB subventioniert den Schweizer Staat und die Schweizer Unternehmen als die ausländischen Staaten und die ausländischen Unternehmen.

      Ist doch einfach zu verstehen! Nicht wahr?

      Und zudem: Ein starker Schweizerfranken ist gut – viel besser als ein schwacher Schweizerfranken. Verkaufen Sie Ihr Haus lieber zu einem hohen Preis oder zu einem tiefen Preis?

      Genauso sollten wir froh sein, wenn wir den Franken teuer verkaufen können, weil er so stark nachgefragt ist. Eine grosse Nachfrage nach Schweizergütern führt zu einer hohen Nachfrage nach Schweizerfranken. Deshalb ist der Franken stark. Das ist logisch.

      Wollen Sie die Schweizer Wirtschaft abwürgen, damit sie schwach wird und mit ihr der Franken auch? Das ist eben Schildbürgerpolitik, die Sie das fordern.

      Obwohl der Franken gegen Dollar nicht einmal mehr einen Viertel seines ursprünglichen Wertes besitzt, haben wir noch nie so viel nach den USA exportiert. Das ist der lebendige Beweis dafür, dass eine starke Nachfrage nach Schweizergütern zu einem starken Franken führt.

      Sie irren also, wenn Sie wie die SNB meinen, ein schwacher Franken sei gut.

      Ich bleibe dabei: Die Auslandinvestitionen der SNB machen volkswirtschaftlich keinen Sinn. Sie kurbeln die ausländischen Volkswirtschaften auf Kosten der Schweiz. Sie beinhalten zudem ein hohes Währungsrisiko. Die Verluste auf dem SNB-Vermögen im Ausland gehen zulasten der Schweiz.

      Sollte das Eigenkapital der SNB negativ werden, so droht der Konkurs der kreditgebenden Banken. Wollen Sie das? Und dann die Arbeitslosen?

      Deshalb ist es klüger, das Geld den Flüchtlingen zu geben, weil dieses dann zumindest in der Schweiz grösstenteils nachfragewirksam wird. Viel klüger als Verluste im Ausland. Ganz abgesehen von der menschlichen Dimension.

      Das SNB-Studienzentrum Gerzensee hat bisher nur geschadet. Ausser wirren Behauptungen wie, die „SNB könne Geld aus dem Nichts erschaffen“ kommt nichts Gescheites aus diesem Studienzentrum. Es gehört abgeschafft.

      Die beste und sinnvollste Alternative ist ein Flüchtlingsheim für besonders gravierende Fälle.

      Mit freundlichen Grüssen

      Marc Meyer

  7. Dr. Marc Meyer spricht weise Worte und weiss alles. Sogar wie unser Schuldgeld entsteht. Bravo. Nur eine Fräge noch an den Allwissenden: richtige Theorien werden gewöhnlich von der Realität bestätigt und somit bewiesen. Weshalb nur wissen Sie immer alles besser als die Realität ?

    • @“Hammer“

      Der SNB habe ich immer dringend von den Eurokäufen abgeraten, da sie den MindestKurs nicht durchstehen wird.

      Hat mir der 15..Januar 2015 Recht gegeben oder nicht?

      Bleiben Sie bitte bei der Wahrheit.

      Danke

    • @Dr. Marc Meyer

      Kennen Sie denn die Wahrheit zum SNB Eurokursgewurstel oder vertreten Sie bloss eine Theorie ? Beim Mindestkurs Debakel lassen sich alle Theorien und gleichzeit ihre Gegentheorie bestens vertreten.

    • Das ist die Wahrheit

      @Ruedi Hammer

      Nur die SNB macht ein „Eurokursgewurstel“.

      Die Auswirkungen der SNB-Geldpolitik auf die Bilanz der SNB lassen sich genauso exakt nachvollziehen, wie die Ein- und Ausgänge auf Ihrem Lohnkonto. Das ist überhaupt kein „Gewurstel“.

      Das „Gewurstel“ der SNB entsteht dadurch, dass sie behauptet, sie würde den Kauf der Euros finanzieren mit „Liquidität“, die sie selber schaffe. Und daraus folgert sie, dass ihr die Luft nicht ausgehe beim Kauf von Euros (siehe SNB-home page „iconomix“). Sie habe deshalb „keine Limiten, den Franken zu schwächen“ (Baltensperger NZZ).

      Das Wort „Liquidität“ ist eine Kurzformulierung für den Ausdruck „Liquide Mittel“ oder „Liquides Vermögen“. Wenn man mit „liquiden Mitteln“ oder mit „Liquidität“ etwas kauft, so handelt es sich dabei um einen Aktivtausch. D.h. die Liquiden Mittel werden ausgetauscht gegen das gekaufte Gut bzw. im Falle der SNB gegen Euro. Die Bilanz wird dabei nicht verlängert.

      Die SNB behauptet also, sie könne aufgrund ihres Notenmonopols (Jordan, Vortrag vor Statistisch Volkswirtschaftlicher Gesellschaft Basel) „unbeschränkt“ Euros kaufen, da sie unbeschränkt liquides Vermögen („Liquidität“) schaffen könne, und damit Euros kaufe.

      Jordan behauptet also, er könne Euros kaufen mit Vermögen, das die SNB selber herstelle (drucke). Die SNB meint also, sie könne Euros mit eigenem Vermögen, also ohne zusätzliche Schulden („aus dem Nichts“ (Worte von Jordan) kaufen.

      Das ist falsch: Wenn die SNB Euros kauft, so bezahlt sie diese nicht mit eigenem Vermögen („Liquidität“), sondern sie finanziert diese, indem sie eine Schuld eingeht. D.h. durch die Eurokäufe verlängert sich die Bilanz der SNB.

      Das ist die Wahrheit – und die kenne ich und habe auch vorausgesagt, dass die SNB nicht „unbeschränkt“ Euros kaufen können mit Fremdkapital. Die „Theorie der SNB ist irreführend.

      Von wem stammt das Fremdkapital?

      Es stammt von den Banken, welche der SNB Kapital zur Verfügung stellen um damit Euros zu kaufen (so wie wenn Sie auf Ihrer Bank Euro kaufen und dabei ihr Konto in Franken überziehen).

      Warum können die Banken der SNB nicht endlos eine Überziehungslimite gewähren?

      Falls der Euro noch stärker fällt und das Eigenkapital der SNB negativ wird, so müssen die Banken ihre Kredite an die SNB entsprechend wertberichtigen. Genauso, wie wenn Sie ihr Bankkonto überziehen und zahlungsunfähig werden.

      In diesem Falle kann die SNB nicht einfach Geld drucken und damit ihre Schulden gegenüber den Banken bezahlen.

      Warum nicht?

      Weil Schulden (Passiven) nur bezahlt (abgetragen) werden können, indem man dafür ein Vermögen (Aktiven) herausgibt. Beide Seiten der Bilanz werden dadurch verringert.

      Wenn aber die SNB Geld druckt, so verkürzt sie dadurch ihre Bilanz nicht, sondern sie verlängert diese im Gegenteil. Die Giroguthaben der Banken bei der SNB oder der Notenumlauf werden noch grösser.

      Die SNB kann ihre Schulden nicht abbauen, indem sie noch mehr Schulden macht.

      Konklusion: Die Banken müssen im Falle von negativem Eigenkapital ihre Guthaben bei der SNB entsprechend wertberichtigen. D.h. das negative Eigenkapital der SNB überträgt sich eins zu eins auf die kreditgebenden Banken. Anstelle der SNB gehen nun diese Konkurs.

      Die Wahrheit ist nun, dass die SNB (Direktion und Bankrat) die Bilanz ihrer eigenen Bank nicht lesen können.

      Seit über 20 Jahren versuche ich, das der SNB klar zu machen – aber die SNB ist ja unfehlbar – will nicht hören. Lieber erleidet sie Verluste von über 100 Milliarden Franken zulasten der Schweiz, als ihren Fehler einzugestehen.

      Die Exporteure profitieren verantwortungslos vom Denkfehler der SNB und bluten die SNB zusätzlich aus.

      Am 14. Januar 2015 habe ich der SNB hier auf Inside Paradeplatz nochmals geschrieben, sie soll nun sämtliche Art von Mindestkursen aufgeben, weil sie nicht selber „Liquidität“ bzw. „Vermögen“ schaffen könne.

      Am Tag darauf hat sie den Mindestkurs aufgegeben. Offenbar hat die SNB langsam begriffen – gibt es aber nicht zu.

      Die Exporteure (Hayek, Pieper, Hess usw.) regen sich darüber sehr auf; weil sie zu Recht nicht verstehen. Die SNB hat ihnen ja einen Unsinn erzählt, den sie naiv glauben (wie der Bundesrat auch).

      Sie wollen nun über den Ständerat Bischoff (Solothurn) erwirken, dass das Direktorium der SNB auf 5 – 7 Mitglieder aufgestockt wird.

      Offenbar haben sie immer noch nicht begriffen, wo der Knoten liegt. Dieser kann nicht gelöst werden mit einer grösseren Anzahl von Direktoren. Er kann nur gelöst werden, wenn die SNB endlich einmal ihren Fehler einsieht – und eingesteht.

      Das ist die Wahrheit – und danach haben Sie mich ja gefragt.

      Mit freundlichen Grüssen

      Marc Meyer

      P.S. in diesem Beitrag wollte ich nicht nur bilanztechnisch zeigen, dass die SNB-Geldpolitik auf Überlegungsfehlern basiert, sondern auch aus volkswirtschaftlicher Sicht (Auslandanlagen versus Inlandanlagen).

  8. Brief an den SNB-Bankrat

    Sehr verehrte Leserinnen und Leser

    Soeben habe ich per „Einschreiben“ folgenden Brief an den Bankrat der SNB abgeschickt:

    Brief Anfang:

    SNB-Studienzentrum Gerzensee in Flüchtlingsheim umwandeln

    Sehr geehrte Damen und Herren

    Auf der Internet-Platform „Inside Paradeplatz“ habe ich vorgeschlagen, das Studienzentrum Gerzensee in ein Flüchtlingsheim umzuwandeln.

    Gerne möchte ich von Ihnen wissen, ob der Bankrat der SNB dafür oder dagegen ist.

    Ich werde mir erlauben, Ihre Antwort auf Inside Paradeplatz zu veröffentlichen.

    Mit freundlichen Grüsse

    Marc Meyer

    Brief Ende

    Ich hoffe, der SNB-Bankrat nimmt sich die Mühe, auf mein Schreiben zu antworten.

    Ich werde Sie hier informieren über die Antwort der SNB, sobald diese vorliegt.

    Freundliche Grüsse

    Marc Meyer

  9. Bei all diesen Diskussionen darf man den wichtigsten Punkt nicht ausser Acht lassen: am 18. Oktober gilt es, mit einer bürgerlichen Wende die Schweiz in eine neue erspriessliche Zukumpft zum führt.

    • @ Ernst Staub

      Sie sind den Bürgerlichen schön auf dem Leim gegangen…
      Falls Ihre Lieblingspartei gewinnt, vergessen Sie bitte nicht nachher zu kontrollieren, was aus der Wahlkampagne alles umgesetzt wurde. Nämlich so gut, wie NICHTS!
      Vielleicht erwachen Sie dann….

    • @Ernst Staub / Sträubli

      Sehr geehrte Herren

      Wissenschaft und Politik vertragen sich nicht. Als Wissenschaftler muss ich parteilos sein, weil wissenschaftliche Erkenntnisse letztlich der gesamten Bevölkerung zugute kommen müssen.

      Trotzdem hoffe ich natürlich, dass Parlamentarier gewählt werden, welche unbefangen sind und der Nationalbank inskünftig genauer „auf die Finger schauen“ und dieser nicht „blauäugig“ oder gar naiv vertrauen, wie es das heutige Parlament getan hat.

      Mit freundlichen Grüssen

      Marc Meyer

  10. Tja lieber Herr Meyer – wirklich eine super Geschichte. Wir Ökonomen sehen die Dinge volkswirtschaftlich wohl schon richtig. Nur die Politiker und die Gnomen bei der SNB haben echt nicht begriffen, wohin die RealWirtschaft läuft … – nicht nur in die Garten-Wirtschaft und an’s Oktoberfest, sondern in realen Konsum und Investition im direkten Umfeld.

    Danke für den (auch etwas visionären) Beitrag.
    lic. rer. pol. A. R.

    • @IT Oekonom

      Bitte. Gerne geschehen.

      Die Leute der „IT“ haben einen diesbezüglich „unbelasteten“ Approach und können verstehen.

      Bezüglich der „Oekonomen“ sollte man m.E. etwas differenzieren.

      Die Lehrbücher verbreiten allen den Irrtum von der „Geldschöpfung aus dem Nichts“ – die Zentralbanken seien „lender of last resort“ usw., auch wenn die SNB bei den Banken mit über 400 Milliarden in der Kreide steht (Girokonti der Banken bei der SNB) usw.

      Die Oekonomen haben viele das gleiche Problem: Sie sind „vorbelastet“. Sie haben diese Irrtümer in der Schule und an den Unis gelernt und müssen jetzt umdenken lernen. Das ist schwierig.

      Die Professoren der Oekonomie sind in gar ihrer Eitelkeit verletzt, weil sie Jahrzehnte lang haarsträubenden Unsinn den Studenten erzählt und diese verdorben haben mit ihren Ammenmärchen.

      Professor Jordan hat offenbar sein ganzes Leben lang schön brav auswendig gelernt und an den Prüfungen das gesagt, was die Professoren, insbesondere Herr Professor Baltensperger vom Gerzensee, hören wollten.

      Auch an der Harvard scheint er brav auswendig gelernt zu haben. Das ist offenbar das Niveau dort.

      Man sollte eben auch einmal den Mut haben, selber zu hinterfragen – und dann stösst man auf die unglaublichsten Irrtümer (die SNB schaffe sich ihre Liquidität zum Kauf der Euro selber und dergleichen Humbug).

      Herr Jordan sollte halt endlich den Mut aufbringen und einmal die von ihm vorgetragene Geldtheorie kritisch hinterfragen. Dann müsste ich auch nicht immer wieder hier auf die von ihm verbreiteten Irrtümer aufmerksam machen.

      Das wäre für ihn und für mich angenehmer. Ist mir jedesmal echt peinlich, wenn ich die „Gnomen der SNB“ immer wieder auf ihre Irrtümer aufmerksam machen muss. Sie sollten es nun endlich einmal begreifen.

      Aber ich denke, es gibt immer mehr und mehr Menschen und auch Oekonomen, die verstehen und begreifen, wie wichtig Volkswirtschaftslehre ist und nicht einfach Märchen „nachplappern“ (Entschuldigung).

      So oder so – es ist Zeit, das Studienzentrum Gerzensee nun endlich einmal vernünftig zu gebrauchen – warum nicht als Flüchtlingszentrum?

      Das ist keineswegs „visionär“ – die Zeit drängt!

      mfG

    • Warren Buffett sagte einmal:
      Oekonomen können genau voraussagen, wann die Weltwirtschaft zugrunden geht.
      Sie wissen nur nicht, dass dies ihretwegen geschehen wird.

  11. Sehr geehrter Herr Meyer

    Ich teile Ihre Meinung betreffend dem Einfluss der Baggergrössen
    auf den Goldpreis nicht. Hier sind Mechanismen wie nackte Leerverkäufe durch Nationalbanken (indirekt) am Werk.
    Ein tiefer Goldpreis hilft vor allem der global dominanten Hauptwährung. ($) Daher sind Untersuchungen betreffend Preismanipulationen wohl nicht sehr aussichtsreich. Es spielt da auch keine Rolle „wer“ untersucht..
    Auch die SNB zeigt in diesem Bereich kaum Transparenz.
    Das passt zu dem Bild das wir sehen: Die SNB scheint eine Filiale der Fed zu sein, zumindest verhält sie sich oft so.
    Der kollektive Traum vom gedruckten Reichtum war wirklich toll!
    Wir werden bald erwachen und dann hoffentlich ganz ruhig und gemütlich- einfach nochmals ganz von vorne anfangen…

    Edward

    • @Edward Teach

      Sehr geehrter Herr Teach

      Langfristig kann aber der Marktpreis die Produktionskosten nicht wesentlich übersteigen. Oder?

      Freundliche Grüsse

      Marc Meyer

    • Sehr geehrter Herr Meyer

      Sie fragen ob der Marktpreis die Produktionskosten langfristig übersteigen könnte?
      Bei Gold handelt es sich um Geld, daher ist der Vergleich mit industriellen Rohstoffen schwierig.
      Neben Geld (Gold) gibt es ja auch Währungen:
      Währungen (Auch in Form von Münzgeld) lassen sich fast beliebig verdünnen. Das war schon immer so. Das QE der Antike wurde über den Edelmetallanteil im Münzgeld gemacht. Den Verdünnungsrekord hielt der Denarius, oder war`s der Solidus? auf jeden Fall war am Ende
      nur noch 7% des Gewichts wirklich Edelmetall. Der Rest war „QE“
      oder Betrug!? Das Volk hat das bemerkt und alte Münzen mit eher höherem Feingehalt gesammelt. Irgendwann starben diese Währungen dann halt, weil das Vertrauen ebenfalls verdünnt wurde.
      Würde heute der Yen, der Dollar oder der Euro sterben, fände wohl eine starke Bewegung in Richtung Edelmetalle und so weiter statt.
      Die Preise würden dann wohl von einer unvorstellbaren Nachfrage
      profitieren.
      Bitte verstehen Sie mich nicht falsch, ich glaube nicht, dass Gold unsere Probleme lösen könnte. Es handelt sich nur um ein Metall, dessen Farbe gelb ist und das nicht Oxidiert.
      Bei uns im Westen hat man ein recht differenziertes Verhältnis dazu.
      Falls nun aber grössere Probleme für unsere Leitwährungen auftauchen, werden vor allem die Asiaten auf den Panikknopf drücken.
      (Indien, China…..) Es dürfte dann sinnlos sein, einigen Milliarden Asiaten in Ruhe erklären zu wollen, es handle sich bei Gold ja „nur“ um ein gelbes Metall…
      Machen Sie den Test und schenken Sie Ihrer Frau auf den 20sten Hochzeittag Schmuck aus Kupfer. Dabei werden Sie sehen, dass vielleicht nicht nur Asiaten die Farbe Gelb viel lieber haben als Orange..
      Der Goldpreis könnte in Zukunft also recht irrationale Dimensionen erreichen.

      Mit herzlichen Grüssen

      E. Teach

    • Sehr geehrter Herr „Teach“ (Künstlername?)

      Guten Morgen und vielen Dank für Ihren Kommentar.

      Mit Ihren Ausführungen bin ich aber keineswegs einverstanden.

      Auf dem „Höchst“ des Goldpreises fragte mich ein Kollege, ob er jetzt noch Gold kaufen soll. Ich riet im dringend ab mit folgender Begründung:

      Wenn der Goldpreis pro Kilogramm bei CHF 50‘000 liegt und die Produktionskosten bei CHF 20‘000, so muss der Goldpreis langfristig fallen.

      Warum?

      Bei solchen Gewinnmargen werden neue Minen erschlossen, in denen Gold mit bis zum CHF 50‘000 Produktionskosten geschürft werden kann. D.h. das Goldangebot wird massiv steigen. Der Preis wird deshalb unter Druck kommen.

      Sobald der Goldpreis wieder fällt, werden jene Minen, in denen die Produktion zu teuer ist, wieder geschlossen undsoweiter undsofort.

      Ich bin also ganz klar der Ansicht, dass der Goldpreis langfristig um seine Produktionskosten (plus Gewinne) oszilliert.

      Wenn Sie argumentieren, Gold sei die beste Gegenbuchung zu Geld, so muss ich Ihnen leider nochmals widersprechen.

      Kein Mensch (homo oeconomicus) legt sein ganzes Vermögen in Gold an.

      Warum?

      Das „Klumpenrisiko“ ist zu hoch. Ein gutes Portefeuille ist gut diversifiziert und rentabel. Gold hat keine Erträge.

      Hätte ein Bauer vor 50 Jahren seinen Hof verkauft, und sein ganzes Vermögen in Gold angelegt, so wäre er jetzt nicht reicher als wenn er den Hof behalten hätte. Der Landpreis ist ebenfalls gestiegen. Möglicherweise sogar noch mehr als das Gold.

      Er und seine Familie wären in der Zwischenzeit aber verhungert, weil Gold keinen Ertrag abwirft.

      Und eine Notenbank sollte langfristig investieren – wie ein Familienvater: Er sollte so investieren, dass „seine Kinder“ langfristig einen genügenden Ertrag und eine gute Wertsteigerung erzielen können.

      Geld, das gegengebucht ist mit Investitionen, welche eine gute Rendite haben und zudem eine Wertsteigerung, ist am besten geschützt gegen Inflation.

      Das muss unsere Nationalbank noch lernen.

      Mit freundlichen Grüssen

      Marc Meyer

  12. Lieba Doktor Meyer. Sie sind ein Genie. Damit lösend Sie das Flüchtlingsproblem. Sie sond an gscheiter Mann.

    LG Kunigunde

    • @Kunigunde

      Mit Ihrem Votum lösen Sie nicht wirklich Probleme.

      Kaiserin Kunigunde war eine weise Frau. Wenn Sie sich hier schon „Kunigunde“ nennen, so sollten Sie auch zumindest etwas von ihrer Geisteshaltung übernehmen und hier einbringen.

      mfG

    • Und Sie Hr. Meyer? Was für Probleme lösen Sie und womit? (Ausser Polemik). Und welche Probleme haben Sie mit Ihrem Wissen und Weitsicht bereits gelöst?

    • Liaba Doktor Meyer:
      I hab’s ja gsagt: Sie sond an gscheiter Mann. Sie verdienend den Nobelpreis.

    • @Kunigunde hoch zwei

      Haben Sie ein Problem?

      Was mich an Ihnen immer wieder am meisten erstaunt ist die Phantasie, mit der Sie ihre Pseudonyme von neuem wechseln.

      Gerne möchte ich Sie auf Folgendes aufmerksam machen:

      Volkswirtschaftslehre ist eine sehr wichtige Wissenschaft. Fehler in der Volkswirtschaftslehre haben schon Kriege begünstigt. Beispiel: Hyperinflation und Massenarbeitslosigkeit waren ein idealer Nährboden für die Machtergreifung durch Hitler.

      Oder denken Sie nur an die Spaltung der Welt zur Zeit des Kommunismus.

      Fehler in der Volkswirtschaftslehre sind brandgefährlich und wir als Volkswirtschaftler haben die Pflicht und Schuldigkeit, den Politikern Wege zu weisen, wie sie die Volkswirtschaften optimal führen können. D.h. wir müssen Wege zeigen, wie Inflation und Arbeitslosigkeit bekämpft werden können.

      Behauptungen wie „Geld aus dem Nichts“ sind ein Armutszeugnis für unsere Wissenschaft und irreführend.

      Ich empfinde es als meine Verantwortung, auf Fehler in der Volkswirtschaftslehre hinzuweisen. Das tue ich seit langem – schon über 20 Jahre.

      Wenn Sie fragen, was ich schon erreicht habe, so ist das wirklich dürftig, was ich erreicht habe: Ich versuche immer und immer wieder, der Schweizerischen Nationalbank zu erklären, dass ihre Geldpolitik auf einem Irrtum der Geldtheorie beruht.

      Obwohl ich der SNB schon über 20 Jahren versuche, beispielsweise klarzumachen, dass sie die Wirtschaft in der Schweiz nur ankurbeln kann, wenn sie auch hierzulande investiert (und nicht mit Auslandinvestitionen), schert sie sich überhaupt nicht drum, was ich sage.

      Sie tut genau das Gegenteil, von dem, was ich sage. Aber was ist das Resultat? Was ist der Preis?

      Das Mindestkurs-Debakel der SNB haben wir ja alle „life“ miterlebt; obwohl ich die SNB deutlich gewarnt hatte davor. Ich sagte ihr ihr Scheitern voraus.

      Zudem hat die SNB in den vergangenen 20 Jahren weit über 100 Milliarden verloren, welche sie nicht verloren hätte, hätte sie auf mich gehört. Das ist aber nicht meine Schuld.

      Und dieses Geld hätte die SNB viel gescheiter einsetzen können – das versuche ich auch mit diesem Beitrag wieder zu zeigen.

      Auch jetzt ignoriert die SNB mich – obwohl ich ihr ganz klar beweisen kann, dass ihre Geldtheorie vom „Geld aus dem Nichts“ fundamental falsch ist.

      Punkto SNB habe ich wirklich nicht viel erreicht – ausser man sieht davon ab, dass ich am 14. Januar 2015 hier auf IP schrieb, die SNB soll nun den Mindestkurs schleunigst aufgeben („Unseriöser Schenkkreis SNB“, 14. Januar 2015), was sie dann am darauffolgenden Tag auch tat.

      Dass ich bei der SNB aber sonst nicht viel erreiche liegt kaum an mir: Ich denke, ich habe die Irrtümer der SNB klar herausgearbeitet und ich weiss, dass ich in der Regel gut erklären kann.

      Wenn ich also bei der SNB nicht viel erreiche, so liegt das nicht an mir, sondern es liegt an der unglaublichen Arroganz unserer Nationalbank, welche leider von immer noch viel zu vielen Politikern „gedeckt“ wird. (Ist ja auch peinlich – die Fehler der Nationalbank einzugestehen).

      Einiges habe ich aber doch schon erreicht: Immer mehr und mehr Leute begreifen, was ich sage. £Und ich hoffe, das Parlamentarier gewählt werden, welche „zu Neuem“ fähig sind.

      Immer mehr Menschen verstehen, dass es kein „Geld aus dem Nichts“ gibt.

      Beispielsweise behauptet kein Bankenprofessor mehr, bei den Giroguthaben der Banken bei der SNB handle es sich um Aktivkredite der SNB an die Banken (wie das Bankenprofessoren wie z.B. Prof. Ammann, St. Gallen, immer wieder getan haben und das Schweizer Fernsehen unbedarft nachplapperte.)

      Also wenn Sie behaupten, ich hätte nichts erreicht, so gebe ich Ihnen nur teilweise Recht. Die grosse Schuld daran trage aber nicht ich, sondern unsere „unfehlbare“ Nationalbank mit den Herrn Hildebrand und Jordan.

      Diese wollen unbedingt Recht behaupten und opfern dafür hohe Milliardenbeträge.

      Weiter Schuld tragen die uneinsichtigen Wirtschaftsprofessoren, welche blind ihre Irrlehre verbreiten und Studenten verderben.

      Und wenn Sie behaupten, ich würde nur Polemik verbreiten, so sagen Sie nicht die Wahrheit.

      Ich versuche, fachlich korrekt die Fehler in der Geldtheorie aufzuzeigen. Leider gibt es auf diesem Forum aber immer wieder Kommentatorinnen und Kommentatoren, die – wohlverstanden anonym – mich persönlich immer wieder beleidigen. Reines „Spiel auf meine Person“.

      Sie gehören ja auch dazu. Oder etwa nicht?

      Ich stehe mit meinem Namen zu dem was ich schreibe und versuche, der Polemik aus dem Weg zu gehen.

      mfG

    • @Kunigunde

      Merken Sie nicht, dass Sie nicht nur sich selbst, sondern auch die Nationalbank hier zum Narren machen?

      mfG

    • Jesses … Herr Meyer…..Sie sond aber bescheida. Ein echta Gentleman wo au an andere denkt. I freua mich auf Ihren nächschten Artikel.

    • @Kunigunde

      Betrunken?

      Der SNB und ihren anonymen Freunden fällt offenbar nichts Gescheiteres mehr ein.

      Welch Blamage für unser nationales Noteninstitut.

      Zeit zum Abtreten!

      mfG

    • @ Dr. Meyer

      Lieber Herr Meyer, glauben Sie allen Ernstes, dass die SNB den Mindestkurs am 15. Januar wegen Ihrem Artikel vom 14. Januar aufgegeben hat? Ist das eher Naivität oder Überheblichkeit?
      Sie kämpfen und kämpfen, wie Don Quijote und merken nicht, dass Sie sich im Kreis drehen. Sollte man nicht, als ehemaliger Stratege, die Taktik wechseln?
      Da Sie aber nicht aus Verbissenheit, sondern aus Überzeugung für eine – aus Ihrer Sicht – gute Sachen kämpfen, wünsche ich Ihnen weiterhin viel Energie, Ausdauer und persönlich alles Gute!

    • @“Kunigunde hoch zwei“

      Und Dir und der Nationalbank (Du hast ja beste Beziehungen zum SNB-Bankrat) wünsche ich, endlich der Wahrheit in die Augen zu sehen.

      Mit Eurer Irrlehre seid Ihr gescheitert.

      Richte dem SNB-Bankrat aus, er solle nun endlich seine Verantwortung gegenüber dem Schweizervolk wahrnehmen und Konsequenzen ziehen.

      Zudem wünsche ich Dir den Mut, zu Deiner Identität zu stehen. Nicht einmal zu Deinem Pseudonym stehst Du. Muss sich der SNB-Bankrat über solch verschlungene, indirekte Wege hier äussern? Hat er das nötig?

      Wo bliebt die offizielle Stellungsnahme des SNB-Bankrates?

      Befürwortet er ein Flüchtlingsheim in Gerzensee. Oder geht in die ganze Sache nichts an? So verhält er sich. Hauptsache die Tantiemen fliessen.

      Ich kann nur nochmals wiederholen: Es ist eine Blamage für unsere Nationalbank, dass sie nur noch anonyme Polemiker als Freunde hat.

      Und bitte melde Dich nicht wieder bei mir unter einem neuen Pseudonym.

      mfG

    • @Dr. Meyer
      Unterlassen Sie bitte die persönliche Beleidigungen! Per Du sind wir miteinander auch nicht!
      Das ist ein öffentlicher Blog, wo jeder, unter welchem Namen auch immer, schreiben und kommentieren darf. Da haben Sie nichts zu entscheiden oder befehlen! Falls Sie damit ein Problem haben, steht Ihnen frei selber einen Blog zu gestalten, wo Sie walten können wie es beliebt. Und gegen cholerische Anfälle hilft Baldrian.

    • @“Kunigunde hoch zwei“ (welch intelligenter Name, passt zu Ihnen)

      Aha!

      einen wunden Punkt getroffen…

    • @Kunigunde hoch zwei

      Gut. Dann empfehle ich Ihnen dringend ein Baldrian.

      mfG

  13. Nur mit unkonventionellem Denken können neue Wege gefunden werden. Auch wenn Ihre Ausführungen etwas überzeichnet sind, haben Sie völlig Recht: Einige Lehren und hoffnungsvollen Aussagen der SNB gehören in die Mülltonne. Blindes Vertrauen auf akademisches Denken kann gefährlich sein.
    Es ist doch klar, dass die SNB für die finanzielle Stabilität des Landes zuständig ist und deshalb auch nicht alle berechtigten Sorgen mit der Bevölkerung öffentlich teilt, denn dann könnten die Anleger das Vertrauen in die Stabilität verlieren. Das System würde kolabieren. Das muss die SNB verhindern.

    • @Zukunftsforscher

      Danke.

      Ich denke nicht, dass meine Ausführungen überzeichnet sind:

      1. Die SNB hat nun mal seit Freigabe der Wechselkurs 1973 rund die Hälfte ihre Portefeuilles in Dollar angelegt und der ist von über 4.30 auf unter 1 Franken gefallen.

      2. Die erste Tranche Euros von rund 200 Milliarden kaufte die SNB bei rund 1.45 und die hat sie immer noch.

      3. Dann stockte sie ihre Euro-Bestände weiter auf und der Euro durchbrach die 1.20.

      4. Die SNB kann sich nicht herausschwatzen, sie hätte auf diese Anlagen auch Renditen erzielt. Das hätte sie auf Schweizer Investitionen auch. Es sind somit die Devisenkursverluste zu addieren.

      5. Zudem erfolgte die ganze Wertschöpfung dieser Investitionen im Ausland anstatt in der Schweiz, was ein noch viel grösserer Schaden verursacht.

      Die SNB hat also in den vergangenen Jahren einen hohen dreistelligen Milliardenbetrag zulasten der Schweiz erlitten.

      Dieses Geld hätte man weiss Gott sinnvoller investieren können – z.B. zugunsten von Flüchtlingen.

      Die SNB muss für die Stabilität der Schweiz sorgen. Richtig. Das tut sie aber bestimmt noch, indem sie hunderte Milliarden Franken Schulden macht zulasten der Schweizer Bevölkerung und das so finanzierte Volksvermögen ins Ausland exportiert.

      Und indem sie behauptet, sie könne einfach Geld drucken und so ihre Schulden bezahlen.

      Solche wirren Behauptungen sorgen nicht für Stabilität.

      mfG

      Marc Meyer

    • @Monika Svikla

      Guten Morgen.

      Danke.

      Man darf auch nicht Auslandinvestitionen mit Inlandinvestitionen verwechseln.

      Freundliche Grüsse

      Marc Meyer

    • @Monika Svilka

      noch etwas:

      Man darf Professoren und Flüchtlinge einander gleichsetzen – es sind beides „(nur) Menschen“.

      mfG