The Shrinking Credit Suisse

29 Prozent weniger Einnahmen im 2016 – dagegen sanken Kosten nur gering – Grossbaustelle Trading: Devisen neu im Üetlihof.

Die CS-Kapitäne Urs Rohner und Tidjane Thiam frohlocken heute. Man baue eine „kräftige“ und „effiziente“ Bank, die „fit“ für die neue Welt sei.

Fit meint hier klein. Das Duo Credit Suisse schrumpft die Bank nach unten.

Das zeigen die aktuellen Zahlen. Sie zeigen in ihrem Ausmass ein ungeschminktes Bild der Lage.

Von Januar bis Ende Juni sanken die Einnahmen der ganzen CS-Gruppe um sage und schreibe 29 Prozent.

Von 13,6 Milliarden auf noch 9,7 Milliarden. Fast überall gab’s weniger, bei den Zinsen und den Gebühren, was sich auf die einzelnen geographischen Bereiche auswirkte; und im Trading namens „Global Markets“ sowieso.

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The Shrinking CS – das neue Motto unter Rohner und Thiam.

Weil das so ist, legen die Zwei ihren Fokus aufs Sparen. Denn wenn es über dem Strich kracht, dann muss man bei den Kosten nachziehen.

Nur: Dort kommen die CS-Chefs nur langsam vorwärts.

Die gesamten Kosten sanken nämlich überraschend wenig. In den ersten 6 Monaten des Jahres kamen sie lediglich von 10,4 auf 9,9 Milliarden zurück, ein Minus um gut 4 Prozent.

29 Prozent weniger Einnahmen, 4 Prozent weniger Ausgaben – der Tanker steht schief.

Das schlägt sich in der Gewinn- und Verlustrechnung nieder. Dort bleibt die CS unter dem Strich rot.

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285 Millionen hat die Gruppe im bisherigen Jahresverlauf vor Steuern verloren. Gewinne in der Schweiz, in Asien und im Rest der Welt wurden durch schwere Verluste mit nicht mehr erwünschten Trading-Positionen aufgefressen.

Um hier die Segel nachhaltig in Richtung Gewinnzone zu setzen, müssten einerseits die Kosten noch stärker sinken. Noch wichtiger wäre, was über dem Strich passiert.

Die CS benötigt Wachstumsinitiativen, um wieder gute Einnahmen zu erzielen.

Die Führung legt in ihrer heutigen Berichterstattung das Augenmerk verständlicherweise nicht auf das Halbjahr, sondern auf das Quartal.

Dort vermeldete sie einen Gewinn von 170 Millionen für die Aktionäre. Das Kalkül ging – nicht überraschend – auf. Die grossen Medien reagierten erfreut.

Von einem Coup ist die Rede. Die Financial Times schreibt von „surprise return to profit“.

Ende gut, alles gut? Kaum. Die CS macht in ihrem Kerngeschäft zwar Gewinn, auch bringen Kunden Milliarden von neuen Geldern zur Bank.

Damit kann die Spitze das Signal aussenden: Krise, welche Krise? Die Leute vertrauen uns doch.

Doch hinter der herausgeputzten Fassade bleibt harter Abbruch. Die Einheit Global Markets, wo die alte CS ihr riesiges Trading hatte, wird aufgelöst, zerlegt, viel Business auf andere Bereiche verteilt.

Der weltweite Devisenhandel beispielsweise landete vor kurzem im Zürcher Tradingzentrum Üetlihof. Die Bücher wurden dorthin verschoben, der Handel läuft nun von dort.

Viele weitere Positionen aus Global Markets sind seit kurzem an anderen Stellen im CS-Reich, vor allem in der Bad Bank, welche die Grossbank „Strategische Abwicklungseinheit“ nennt.

Dort warten die Investments dann auf bessere Zeiten, bis sie verkauft werden können.

Ob und wenn ja wann und zu welchem Preis das gelingt, steht in den Sternen.

Ein Hinweis, dass die CS weiterhin Mühe hat, sich aus ihrem grossen Tradinggeschäft zu verabschieden, zeigen die sogenannten Level 3 Positionen.

Für die gibt es keinerlei echte Preise, nur Annahmen und Vermutungen.

Die Level 3 Investments der CS sind im 1. Quartal zunächst von 33 auf 28 Milliarden gesunken. Doch nun, von April bis Juni, sind sie wieder in die andere Richtung gegangen.

Hoch auf 29 Milliarden.

Das heisst: Die CS bleibt mit viel „Schrott“ und Ungewissem belastet.

Grosse Bilanz mit viel Fragwürdigem drin: Das benötigt zur Stützung genügend eigene Mittel.

Die CS betont denn auch, dass sie ihr Kapital stärken konnte. Neu weist sie eine harte Kapitalquote nach zukünftigen Regeln von 11,8 Prozent aus, 0,4 Prozentpunkte mehr als per Ende März.

Das dürfte von den Investoren honoriert werden. Sie sagen sich: Es geht in die richtige Richtung.

Insgesamt war für die CS-Führung wichtig, ein positives Zeichen zu setzen. Mit dem kleinen Gewinn ist das – zumindest für das breite Publikum – gelungen.

Für heute. Die Altlasten wiegen weiter schwer. Und der Umbau ist in vollem Gang. Es wird abgeholzt und abgebaut. Das schafft zunächst Verunsicherung und vorerst wenig Zählbares.

Ein Beispiel sind die Löhne und Boni. Sie kamen zwar etwas zurück im ersten Halbjahr, um 12 Prozent.

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Doch auch da zeigt sich eine riesige Differenz zum Einbruch im Geschäft. 29 Prozent weniger Business sollte einen ebenso starken Rückgang bei der Entschädigung auslösen – zumindest im Teil, wo „Erfolgsorientierung“ gross geschrieben wird.

Erstaunlich ist, wie „klebrig“ der Personalbestand ist. Da kündigte CS-Chef Thiam wie viele seiner Banken-CEO-Kollegen einen scharfen Stellenabbau an.

Doch der Finanzmulti hatte per Ende Juni weiterhin über 47’000 Leute auf der Lohnliste. Das sind 500 mehr als vor Jahresfrist.

Sparen, so denkt man, geht anders.

Auch bei den übrigen Ausgaben kämpft die CS mit viel zu hohen Kosten. Diese sanken praktisch nicht.

Vor allem die Aufwände für die externen Dienstleister blieben extrem hoch. Im ersten Halbjahr stiegen sie gar weiter an, und zwar um fast 200 Millionen auf über 1,5 Milliarden.

Kommentare

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  1. Sorry, mein Englisch ist nicht so gut, aber müsste das nicht heissen „the sinking CS“? „The thinking CS“ kommt ja wohl nicht in Frage.

  2. Diese Firma kann man wohl abschreiben. Am wichtigsten dürfte das Management einer Firma sein. Hier fliessen die Gewinne einfach als Entschädigungen ans Management ab und stehen den Aktionären nicht zur Verfügung oder können nicht für den Kapitalaufbau verwendet werden. Anstatt Kosten zu sparen wie die UBS will die Bank noch weiter expandieren – kaum eine gute Strategie.

    Die Aktionäre wollen oder können die Geldverschleuderung bei miserablen Resultaten offenbar nicht verhindern. Ich frage mich warum.
    Werden hier die Entscheidungsträger bei den Grossaktionären und Pensionskassen bestochen oder sonst begünstigt? Bei den vielen Rechtsfällen, welche diese Firma hat, würde mich das überhaupt nicht erstaunen.

  3. @Master T 14:49h
    Nein, nein, der T3-Level von 29 Milliarden ist nicht völlig wertlos sondern lässt sich aktuell heute einfach sehr schwer bewerten. Ein Viertel muss vermutlich über die Jahre abgeschrieben werden, also rund 7M.
    Dazu kommen allerdings noch 4M Goodwill welcher ebenfalls abzuschreiben wäre, total also 11M.

    Das Kunststück besteht nun darin diese 9-11M ab zu schreiben. Bei einer erneuten Bankenkrise wäre die CS wohl gezwungen diese sofort aus den Büchern zu nehmen was wiederum deren AK-Kurs auf die ominösen 7 CHF bringen würde. Die CS schrammt momentan also sehr nah am Fels vorbei.

  4. Of Course Rohner should go and long, long ago, but it will only happen when the SNB is forced to step in, because CS has no real Board and Rohner has nowhere to go, except maybe to the film festival. Perhaps one day he will star in his own movie , „Selfishness“

  5. Schade, ich hatte nach der unsäglich schönfärberischen Dougan-Zeit auf einen ehrlichen Neuanfang gehofft, aber offenbar kann oder will man das nicht. Rohner sollte einfach mit Sonderbonus nach Hause gehen.

    • Hallo Financeman

      Nein, der Rohner kann doch nicht gehen, er muss ja schliesslich weiterhin Kohle verdienen, damit das Zürich Film Festival seiner Nadja weiterhin bestehen kann. Das er vom Banking kaum Ahnung hat wissen wir ja schon seit Beginn der Misere..

    • Ich hoffe auch, das Urs Rohner geht. Das hätte sicher auch einen positiven Einfluss auf den Aktienkurs und das Klima innerhalb der Bank.

      Der Abgang von BD kam auch viel zu spät. Die Bank krankt offenbar daran, dass sie viel zu lange an unfähigen Managern festhält.

    • Und vor allem am falschen Menschenbild! ES IST NICHT SCHADE WENN SO EINE FIRMA UNTERGEHT.
      IN LIEBE

  6. Was macht eigentlich die Finma, wenn 29 Mrd Junk Assets in den Büchern stehen, die man ehrlicherweise eigentlich auf 0 abschreiben müsste? Dann wäre die Bank wohl pleite, aber diese virtuellen 29 Mrd sind eigentlich ein Joke oder? Werden hier nur beide Augen zugedrückt damit die Bank nicht hopsgeht oder verstehe ich hier etwas grundlegend nicht?

    • Ja, Sie verstehen in der Tat etwas grundlegend nicht: es hat nie geheissen, dass die Papiere absolut wertlos sind. Aber natürlich will das der LH suggerieren…ve kauft sich eben noch ein wenig besser an all die kommentierenden Besserwisser und Idioten hier!

      Ach ja: ich bin CS Mitarbeiter. Und ja, es gefällt mir bei der CS, auch wenn ich nicht MDR bin.

  7. Die Meterologen wrten frühzeitig über das kommende Unwetter. Das ist erst das Wetterleuchten. Das Unwetter zieht erst auf. Die meisten bemerken im Moment nur, dass es unerträglich schwül ist.

    Was machen die Aktionäre? Fast alle sind schwer beschäftigt. Sie schminken wie verrückt die Schamröte aus dem Gesicht, weil sie für CS-Aktien viel Geld verbrannt haben.

    CS – Es wird mir übel

    https://insideparadeplatz.ch/2016/07/01/der-egozentriker/#comment-141841

    • Die Aktionäre wissen ganz genau was Sache ist!

      Ich meine das im Ernst. Es geht den Eliten nicht um Einzelschicksale von Firmen. Wenn gemäss der grossen Agenda etwas geopfert werden soll, dann geschieht dies auch.

      Und die ausführenden Manager werden u.a. genau für das abgegolten.

  8. Today’s CS Riddle:

    In 2011 CS reported CHF 1.2 Trillion of AuM
    As of Q2 2016 AuM stands at CHF 1.2 Trillion

    In the meantime CS has reported over CHF 200 Billion in Net New Assets.
    The CS asset mix is approximately 40% equity, 40% Bonds, 10% cash and 10% other.
    Since 2011 Global Equity indexes are up in aggregate at least 30% and the total return on bonds is at least as much.
    The currency mix is 40% CHF, 30% USD, 25% EUR and 5% other.
    Divestitures account for approximately CHF 200 Billion.
    Why is CS AuM flat? Can any of the accountants on this chain solve the puzzle? Shouldn’t AuM be at least 1.4 Trillion if reporting has been accurate? Does anyone have Henry Markopolos phone number?

  9. Erdenbürger, die Bilanzen richtig lesen und trotz vor lauter Sand in die Augen streuen der Minister TT und Rohner immer erkennen, wo der Hammer hängt, schicken die Aktie in den Keller!
    ….ein Fischer erkennt einen anderen Fischer schon von Weitem…..
    Ich bleib dabei: CHF 7.00 und keinen Cent mehr / Stand heutigem Wissen……
    Der Punkt ist; Würden die CHF 29 Mrd. richtig bewertet, so müsste die CS im Grunde genommen heute liquidiert werden- und das „Wissen“ besitzen auch die bestimmenden Grössen! Am langen Ende des Tages wird wohl wieder nochmals eine kräftige Kapitalerhöhung hinhalten müssen- die Frage bleibt geschuldet, zu welchem Preis? dieser müsste dann wohl unter CHF 7.00 ausgerufen werden. Eine Übernahme kommt gestützt auf die vielen deutlich zu hoch bewertetetn Asset’s und weiteren Goodwill Abschreibungen schwerlich in Frage….

    • Es wird schon einen Grund haben warum bei der CS der Bonus in Cash kommt. Die haben doch das schon gewusst als das so beschlossen wurde und gehen von weiterhin sinkenden Kursen des Titels aus. Für wie blöd halten die eigentlich das Aktionariat? Sowieso, dass es bei solchen Ergebnissen überhaupt ein Bonus gibt, spricht Bände.

    • Bin einverstanden. Mein Vorschlag für sämtliche Führungsleute ab MDR: 1/2 Lohn + Sonderzahlungen, Bonus, etc…, als 5J Option auszahlen, so hätten die Herren (und die wenigen Damen) auch ein tatsächliches Interesse eine langfristige Strategie aufzusetzen!

  10. Wie kann eine Bank Kunden in Anlagefragen beraten, die selber rund 30 Milliarden ! an Werten in den Büchern hält, die gar nicht bewertet werden können. Würden Sie einer solchen Bank eine Vermögensverwaltung ihres eigenen Vermögens anvertrauen. Ich würde es nicht tun ? Wenn die Bank ihr eigenes Geld nicht ordentlich verwalten kann, wie kann sie denn mein Geld verwalten ?

    • …weil sie einen Dummen brauchen, der ihnen den ganzen Ramsch gegen hohe Provisionen abkauft.

  11. @ Peter6 11:03
    Sie machen es sich doch etwas (zu) einfach.
    CEO Thiam wurde engagiert als der Riesenkahn CS schon längst, seit Jahren, in arger Schieflage, die Bilanz mit tausenden Millionen aufgeblasen war und sich die CreditSuisse öffentlich vor Gericht, sich selbst (!!) als eine „kriminelle Organisation“ bezeichnete.

    Eine solche (Eigenzitat CS) „kriminelle Organisation“ wieder auf einen glaubwürdigen, erfolgreichen Pfad zu führen braucht viele Jahre, kostet schätzungsweise 15T Arbeitsplätze und Milliarden für erneutem Umbau.

    CEO Thiam beschreitet den richtigen Weg, es könnte aber eventuell jetzt doch zu spät sein. Die CS wird ja seit Jahrzehnten dauernd um- aus- und weitergebaut mit Milliarden Verlusten. Sogar der grosse, eigene Hauptsitz, der Uetlihof, wurde verkauft; dies zeigt wie knapp inzwischen die Kapitaldecke doch geworden ist. Ein T3-Level von 29 Milliarden verspricht nicht all-zu-gutes, zudem sind viele Milliarden „Goodwill“ heisse Luft, dh. müssen/sollten abgeschrieben werden..

    Wünsche CEO Thiam aber trotzdem Glück-auf und in einigen Jahren gutes Gelingen.

    Die CreditSuisse war bereits bei Amtsantritt des VRP Rohner in arger Schieflage, nur wurde die Bilanz damals in publico künstlich aufgeblasen. Er hoffte wohl, (wie so viele andere auch) die Probleme würden sich bei nächster Wirtschafterholung von selbst lösen. Dies war der grosse Irrtum denn das Gegenteil trat ein; die Wirtschaft brach weltweit ein und die Baustellen der CS wurden zum Desaster maximus.

    • Hört sich an wie vom Pressesprecher der jetzigen Führung 😉 Sicher gibt es viele Altlasten, aber weisswaschen muss man die jetzige Führung nun wirklich nicht, ich kenne Thiam zu wenig für ein Urteil dafür Rohner, wer von dem viel erwartet hat der kennt oder kannte ihn nicht. Für mich seit Anbeginn eine Fehlbesetzung… und im übrigen wenn man wirklich einen Turnaround will dann kann man nicht langsam und gemütlich „etwas“ umbauen versuchen sondern dann zieht man sich mal zurück, macht ein klares Konzept und dann beginnt das grosse Aufräumen mit einer ersten grosssen Schockübung, die ja, da geben ich Ihnen Recht, viele 1000 Jobs kosten wird aber nötig sein wird. Man hätte längst handeln müssen denn ja, da haben sie vermutlich Recht, es könnte bereits zu spät sein jetzt.

    • Der Hauptsitz befindet sich erst am Uetliberg, wenn auch die Liegenschaft am Paradeplatz verscherbelt ist.

    • „Die CreditSuisse war bereits bei Amtsantritt des VRP Rohner in arger Schieflage.“

      Vergessen Sie’s.

  12. Würde man die CS heute liquidieren müsste man leider feststellen, dass diese Firma eigentlich pleite ist.

    29 Milliarden an Papieren in den Büchern, die man nicht bewerten kann, weil es keinen Markt gibt ist wie 29 Mrd auf eine Papierserviette zu schreiben und sie dann in der Bilanz zu verbuchen. Diese Konstrukte sind alle wertlos…

    • richtig, und gleichzeitig schreibt man in der Presse über Grössenordnungen von paar hundert Millionen.

      Die Leute werden so richtiggehend verhöhnt und sind immer noch weit davon entfernt es zu erkennen.

  13. If you believe these numbers I have another 6 Billion of CS stock I’d like to sell you…..

    Everything down and net new assets up…..hmmmmm

    Tick, tick, tick, tick, BOOM!!!!

  14. Die vielen Frustkommentare hier sind schon abenteuerlich. Banker schiessen gegen Hässig und gefeuerte ex-Mitarbeiter lassen ihren Frust am ehem. Arbeitgeber aus. Die Beiträge von LH sind toll, machmal richtiger, manchmal etwas weniger. Das dumme ist, dass das die Chefs der Firmen nicht interessiert. Habe das selber schon erlebt, wie die Chefs über die Beiträge gelacht haben und meinten: Ach, deshalb ändert sich doch gar nichts. Die ganz schwachen Chefs verfallen in eine kurzfristige Panik und machen ihren Mitarbeitern deshalb die Hölle heiss. So läufts in der Praxis.

  15. Dass das Management der CS die „Schrottpapiere“ besser bewertet, ist ja noch nachvollziehbar. Es gibt mehr Gewinn, mehr Gewinn rechtfertigt mehr Bonus am Jahresende.

    Nun frage ich mich, wieso der Revisor (oder auch der Regulator) diesen „Bewertungen“ einfach so zu sieht. Das wäre einmal eine Diskussion wert.

    • @Revisor: weil der Revisor sonst den Auftrag verliert und bei der CS ist der globale Ertrag nicht zu unterschätzen. Die Aktionäre könnten eine Sonderprüfung verlangen, wenn sie denn wollten. Bin ohnehin der Meinung, dass die letzten 15 Jahre aufgearbeitet werden sollten, und unsere Pensionskassen Verantwortlichkeitsklagen einreichen sollten. Und unser Gesetzgeber muss aktionärsfreundlicher werden.

  16. Wow, Vorbörse +3%, vor dem Mittag -2%. Wo stehen wir am Abend, -5%? Da haben einige Insider mit Hebel-Produkte mächtig Geld verdient! Für mich definitiv eine Short-Position

    • Es braucht dafür kein Insider zu sein, man muss nur die Zahlen lesen und nicht nur die Schlagzeilen dahinter.

    • ups, es werden wohl -7% oder -8 sein!

      Es ist definitiv an der Zeit dass UR seine Koffer packt, nur dann hat die CS eine Chance – und als Nachfolger beispielsweise PH einsetzen (bereits von den Medien mehrfach ins Spiel gebracht worden).

  17. Hallo, die Zahlen sind sicher Gefälscht !!!!! Die CS muesste schon lange Konkurs gegangen sein….. Wo verstecken sie den nicht versteuerten Ertrag ??? Deleware?
    oder bei einer Schweizer Versicherung im Ausland ?

    cheers

  18. Auch die Basler Kantonalbank tut heute ihre Zahlen bestens kaschieren. Betrachtet man einen Fünfjahresvergleich (2012-2016, per 30.06.), sieht es düster aus:

    Geschäftsertrag -20%, Geschäftsaufwand +5%

    Die BKB schreibt, „Als Gegenleistung für die Wahrnehmung des Leistungsauftrages verfügt die BKB über eine Staatsgarantie“.

    Nur, bezahlte Steuern -32%, Gewährsträgerabgeltung -72%

    Und dann noch die vielen Sparer und Pensionäre, die der Bank vertrauten und auf Empfehlung der BKB Partizipationsscheine kauften:

    BSKP Partizipationsschein -40%

    Zu Lasten der Basler Bevölkerung, zum Wohle des Managements.

  19. Ihr habt alle recht, aber ist es nicht besser, mit Bilanztricks 170 M Gewinn zu machen als mit denselben Tricks 170 M Verlust zu machen?

    • Nein. Ist es nicht. 1977 im KV wurde einem die sogenannte Buchhaltungswahrheit eingeteichtert. Die Buchhaltung ist das exakte Spiegelbild einer Firma, einfach in Zahlen. Wenn diese Zahlen nicht dem Bild entsprechen, so wage ich nun zu behaupten, läuft das auf Bilanzbetrug hinaus. Und das wäre dann eben Strafbar. Darum halte ich (auch wenn sie legal sind wie Panama Briefkästen) die sogenannten Tricks für nichts anderes als Kaschieren der Wahrheit, also Betrug. Betrug am Aktionär (sprich Eigentümer), dem Kunden (vorgelogene Sicherheit) und dem Mitarbeiter (Salär etc). Die Profiteure sind schnell gefunden: das sogenannte Mänätschmänt und deren Folienleger (McKinsey), die Insider an der Börse (siehe Kurs CS von heute) und aber auch der Aktionär, der mittels Dividenden (die ja bei ehrlicher Buchführung nicht vorhanden wäre) bei der Stange gehalten wird. Als Aktionär ist man sozusagen auf beiden Seiten betroffen. Darum sind getrickste Buchhaltungen über kurz oder lang der Tod jeder Firma.

    • @ Buchhalter: jede verdammte Buchhaltung ist getrickst. Wie werden Rückstellungen gebildet? Wie werden Delkredere gebildet, Wertberichtigungen (Abschreibungen) allgemein? Was ist mit Impairment-Tests? Die meisten ergeben dieses Bild, welches sich VR und GL wünschen (meistens werden nach Management-Wechseln grosse Abschreibungen getätigt, damit man in besseren Zeiten höher realisieren kann). In einer ER und einer Bilanz gibt’s keine effektiven Werte, weil es immer Positionen gibt, die auf Annahmen beruhen. Bei der CS ist schon seit Jahren der Aktionär der Gelackmeierte. Die Bankster kassieren noch heute zu viel, die Boni auf dem Return widersprechen jeglicher betriebswirtschaftlicher Logik. Ich frage mich jedoch, weshalb viele grosse Aktionäre der CS die Stange halten? Welche Benefits haben diese? Der Kursverlust spricht klare Worte, wenn ich eine Firma habe, und mein Management vernichtet Milliarden, was würde ich als Eigentümer tun?

    • genau Controller,

      trotzdem schwören Verfechter des alten Geldsystems auf die absolute Korrektheit der Buchhaltung.

    • @Buchhalter, soweit die Theorie. Wenn das auch Praxis wäre. wäre die Deutsche Bank pleite und bei der Allianz wäre die „never ending party“ auch vorbei. Um es mit Ihren Worten zu sagen, beide Firmen wären schon längst Tod.

      Doch heute macht „Mutti“ in Deutschland genau die Politik, die ihr diese beiden Firmen diktieren. Fragen Sie einmal Joe Ackermann. Lebendiger kann man nicht sein und mehr abzocken in der Teppichetage geht auch kaum. Auch dort sollten sich ihre Kunden einmal fragen, wer das alles bezahlt. Plus geld-technisch Fass ohne Boden Formel 1 (mit gratis sep. Superlogen) oder Bayern München (ebenfalls mit gigantischen gratis Logen) für die belle Etage.

  20. Selbstverständlich macht die Bank Gewinn, nachdem sie soviele Leute entlassen hat. Alles warme Luft. Die Tatsache dass sich die Bank auf Talfahrt befindet, kann nicht einfach wegtouchiert werden. Und alle Deppen der Presse frohlocken. Macht mal die Augen auf. Lug und Trug und die Menge klatscht.

    • Deppen? Die Medien können doch nicht über ihre eigene Kunden schlecht reden. Diese werden ja fürstlich von den Banken bezahl. Deppen sind eher die naiven Medien Konsumenten.

  21. Man kann es schon nicht mehr hören, diese Platitüden wie gut aufgestellt, solide finanziert, auf gutem Weg, bestens kapitalisiert, most admired usw.
    Werden diese Typen eigentlich für dieses leere Gelaber bezahlt oder was? Seit Jahren wiederholen sich die abgedroschenen Phrasen. Ich gehe jede Wette ein, das einzige was jetzt schrumpft ist die Bank, der Aktienkurs und Dividende sowie die Anzahl Mitarbeiter – aber ganz sicher nicht die Geldbezüge. Das Einzige, das sich von Jahr zu Jahr verbessert sind die Boni und Bezüge dieser Krawattenträger.

    • Wenn man sieht was für ein gigantische Chaos Thiam und seine Truppe anrichten, kann wohl niemand ernsthaft glauben, dass das in irgendeiner Form nachhaltig ist. Es braucht aber extrem viel um eine CS zu Fall zu bringen, das können auch jahrelanges Missmanagement, chaotische Strukturen und Prozesse und ein kaum brauchbarer VP resp. CEO nicht so einfach, mit ihren Assets verdient die CS offensichtlich immer noch genug um das alles finanzieren zu können. Zudem lassen diese auch viel Bewertungsspielraum, da liegt auch schon mal ein kleiner Gewinn drin.

    • it’s summertime: the mgmt is jumping and the shares are …………..down.

  22. Typisch CS mit UR und TT. Schönreden. Zahlenverschönerung. Das mittlere Volk sieht lediglich die besagten Gewinnzahlen. Bilanzlesen ist angesagt. Dann kommt die Ernüchterung.

  23. Früher nannte man Effizienzprogramme noch Operational excellence. Die wurden vom Staff selbst erdacht. Heute schmeisst TT seinen Kumpels bei MK Milliarden in den Rachen. Aber null Wirkung! Wahrlich eine formidable Leistung dieses Supermanagers!

  24. Ist doch geil. Da werden die Level 3 Schrottpapiere im Hause CS selber bewertet… und siehe da….. schon sind diese 1 Milliarde mehr wert und dies in nur 3 Monaten. Mann/Frau rechne… + 1 Milliarde und dann einen Mini-Gewinn von CHF 170 Millionen. Gut gemacht Jungs.

    • Jou – so isch es !!!
      Die Schweizer Top Shoot Banker sind ja so irre innovativ mit der Finanzakrobatik! Bis Ende Jahr sind’s noch sex Monate: Ich freu mich schon auf die weiteren Zaubereien in Sachen „Financial Innovation Processing“ bei der CS für’s Jahresresultat. Damit können dann alle Ziele erreicht werden und die GL steht mit den fetten Boni nach Weihnachten bei den Autohändlern Schlange.

    • Voll der Durchblick! So geht’s, und die Deppen von der Presse posaunen dann einen Gewinn heraus und reden von „Trendwende“. – Schwachköpfe!

    • das nennt sich window dressing – zusammen mit power point wohl das einzige, dass die MK Typen aus dem FF beherrschen.

  25. Wieso immer nur negativ? Nach Vontobel (Zwerg im PB) und
    Bank Bär (Hochseiltänzer Collardi) ist nun der Haupttitel
    mit CS = 29 % weniger Einnahmen. Herr Hässig, Sie haben
    den richtigen Namen!

  26. Auf Grund der steten negativen Schlagzeilen der letzten Wochen, konnte sich die CS keinen Verlust mehr erlauben. Also werden die Zahlen etwas frisiert, sprich die nötigen Abschreibungen gekürzt und/oder auf’s nächste Quartal verschoben. So funktioniert das mit den Banken. Die Investoren und Medien beruhigt dieses „tolle“ Ergebnis. Ziel erreicht. Gut gemacht meine Herren.

    • Sorry, das mit den Buchhaltungstricks geht heutzutage nicht mehr so einfach. Das Verschwindenlassen und Hochzaubern von Vermögenswerten aus den stillen Reserven war früher. Heute ist das im grossen Stil kaum mehr möglich.

    • Na ja die Buchhaltungstricks braucht es ja gar nicht. Man bewertet einfach Schrott Papiere mit 29 Mrd anstatt 28…
      ist mit solchen Papieren ziemlich einfach, da sie ja von angeblichen Spezialisten intern bewertet werden, da kriegt man doch gleich einen Lachkrampf

    • @Peter Nein, die Buchhaltungstricks sind heute im Gegenteil absurd einfacher geworden, in dem man Schrott-Assets, für welche es keinen Markt gibt, völlig willkürlich und selber anders bewerten kann. Realistischerweise sollte man diese gleich auf Null abschreiben müssen.

    • Nee, Buchhaltungstricks braucht man nicht ,sondern man sollte sein Gehirn einschalten. Das scheint aber bei einigen Leuten nicht der Fall zu sein, denn dann hätten sie schlichtweg gemerkt, das sich die Kursevon“Schrottpapieren“ an den Börsen in den letzten Monaten merklich verbessert haben. Da ist es wohl normal, das dies auch hier erfolgt.

    • … Schrott-Assets, für welche es keinen Markt gibt …
      … Kurse von“Schrottpapieren“ an den Börsen in den letzten Monaten merklich verbessert haben …

      Was stimmt den nun?

    • Beides stimmt. Es gibt halt Konstruktionen mit Underlyings für die es keinen geregelten Markt und damit auch Preis gibt. Andererseits gibt’s ähnlich gelagerte Underlyings, für die einen geregelten Markt gibt. Und wenn vorher die Abwertungen drastisch ausgefallen waren, lag dies auch an den negativen Veränderungen im geregelten Markt. Daher reicht ein Blick auf die Renditeverschiebungen in diesem Bereich, um feststellen zu können, das hier erhebliche Kursanstiege erfolgten. Das ist sicherlich nicht eins zu eins zu übernehmen, nur wer vorher darauf rumhackt, sollte der aktuellen Wahrheit auch Glauben schenken

    • @ Hans-Günter
      @ Sir Galahad

      Bei Schrottpapieren geht es keineswegs um handelbare Titel, deshalb sind sie ja schrott, die Dinger sind nicht handelbar, das heisst niemand will sie, dementsprechend sind sie eigentlich wertlos, ist wie 29Mrd auf eine Papierserviette zu schreiben. Es geht dabei um absurde Konstrukte wie CDO’s, Bespoke Tranche Opportunities usw.

  27. Besten Dank für diesen erläuternden Bericht. Auf dem Bau ist ja auch so: Fassade und Fenster sind am schönsten, wenn gerade die Bau-/Putzequipe ihren Rundgang beendet hat. Moosbeläge und Grünspan machen sich alsdann wieder breit, wenn man sie nicht längerfristig pflegt. Ich hoffe schwer, dass sich unsere MD’s diesem Prozess nun künftig annehmen werden. Pflegen heisst nicht, die heissen Kartoffeln dem andern auf den Tisch zu stellen.

    • Klar die MDs als geistige Hochflieger werden sich diesem Prozess mit Verve annehmen.

      … immer unmittelbar vor Quartalsabschluss und Ende Jahr kurz bevor der Bonus zugeteilt wird.

  28. Mein Gott, soviel Müll wie hier schon wieder abgeladen wird ist echt kaum zu ertragen. Alles ist schlecht, wird sicher noch schlimmer und überhaupt hat niemand der Verantwortlichen auch nur einen Funken Ahnung. Ganz ehrlich, gehts auch mal drunter? Ein bisschen weniger dramatisch? Mannomann…

    • Ach ne Mann, das ist doch alles Schlamperei, ist das Mann! Nee, da sollten Sie mal bei uns draussen sehn, da kommt sowas nicht vor, nee, da klappt alles wie am Schnürchen! Da klappt das mit den Wartezeiten, verstehnse, da sollten Sie mal unsere Banken sehen! Bei uns geht alles ruck zuck zack zack! Verstehnse!

    • Hee Hee Mr R. Zuck jetz klapp mol weder dini Ohre hendere, es chonnt kei Wind zum Sägle!