Die Minenfelder in der Bilanz der CS

„Der Markt hat immer Recht“. Diese alte Börsenweisheit sollte man wieder vermehrt beherzigen – nicht nur am Bürkliplatz, sondern auch am Paradeplatz. Das gilt nicht nur für die „Kleinen“, sondern auch für jene, die meinen, „gross“ zu sein.

Trotz Quartalsgewinn (Q216) von 170 Millionen Franken leuchten bei der CS unverändert rote Warnlichter auf und ertönen schrille Alarmglocken. Der Wert der CS an der Börse beträgt immer noch rund die Hälfte des ausgewiesenen Eigenkapitals in der Bilanz. Wie ist sowas möglich?

Konkret bedeutet das: Die Börse – also der Markt – bewertet das Vermögen der CS wesentlich tiefer als die Unternehmungsleitung selber. Wer hat Recht? Der Markt oder die Teppich-Etage?

Natürlich: Die Bonus-Zocker in den Chefetagen der Grossbank behaupten, ihre Bewertung des CS-Vermögens sei korrekt, der Markt liege falsch. Wirklich?

Die Bonus-Zocker vom Paradeplatz haben vor allem eines im Sinn: nämlich ihren eigenen Bonus. Und da ihr Bonus abhängig ist vom Gewinn, ist es nur logisch, dass sie fast alles machen, um das Vermögen der CS besser aussehen zu lassen.

Gefordert wäre hier die Revisionsgesellschaft der CS, die KPMG. Aber ein anderes Sprichwort sagt: „Niemand beisst die Hand, die sie füttert“. Und so steckt KPMG mit der CS unter derselben Decke; sie hat kein Interesse daran, Überbewertungen richtigzustellen.

Und aus dieser Erkenntnis resultiert bereits die erste Schlussfolgerung: Externe Revisionen sollen nicht mehr von der Unternehmung selber bestellt und bezahlt werden, sondern vom Staat.

Das funktioniert so: Die Banken entrichten die Gebühr für die externe Revision an den Staat. Mit diesem Geld beauftragt der Staat seine ausgebildeten Leute, das Unternehmen zu prüfen und einen Revisionsbericht zu erstellen.

Diese staatlichen Revisoren haben in einem Rotationssystem jedes Jahr die überprüfte Unternehmung zu wechseln, um der Gefahr von persönlichen Gefälligkeitsgutachten zu begegnen; genauso, wie Zollbeamte auch immer wechseln.

Bank- und Finanzkrisen könnten auf diese Weise verhindert werden.

Nun zu den Minenfeldern in der Bilanz der CS. Da sind einmal diese sogenannten „Level-3-Vermögenswerte“. Was ist das? Es handelt sich dabei um Wertpapiere, welche offenbar nicht gehandelt werden können, da kein Markt besteht. Sie haben somit keinen beobachtbaren Marktpreis.

Gemäss Geschäftsbericht der CS werden deren Werte deshalb vom CS-Management geschätzt. Ich wiederhole: Das Management, dessen Bonus vom Gewinn der CS abhängt, legt den Wert eines grossen Teil des Vermögens der CS selber fest.

Das wäre in etwa vergleichbar mit einem Lehrer, der seine Schülerinnen und Schüler die schriftlichen Arbeiten selber schreiben und korrigieren lässt. Ihre Noten können dann die Schüler selber festlegen.

Jeder Leser mag sich an seine Schulzeit erinnern. Was wären die Folgen? Klar: Es gäbe nur noch Bestnoten, und die Schüler würden nichts oder nicht viel lernen.

Genau dasselbe Verhalten ist von den Bonus-Baronen zu erwarten. Diese sind kein bisschen reifer. Sind nun die Schüler dumm, wenn sie nichts lernen und Bestnoten haben? Oder ist der Lehrer der Dumme?

Genauso muss man sich fragen: Sind die Bonus-Zocker die Dummen? Oder sind nicht vielmehr wir alle, also die Steuerzahler, Kunden und die Allgemeinheit, die Dummen, weil wir die Bonus-Zocker gewähren lassen und zum Schluss deren Verluste mit unseren Steuern berappen?

Im Geschäftsbericht beteuert die CS zwar, die vom Management an der Front geschätzten Preise würden vom Backoffice überprüft. Aber das ist ja gelacht: Wie soll das Backoffice, welches den masslosen Bonus-Baronen ausgeliefert ist und tagtäglich um seine Stelle fürchtet, die Bonus-Könige in die Schranken weisen?

Die Level-3-Aktiven der CS erreichen immer noch rund 30 Milliarden Franken.

Die Ökonomie lehrt uns: Der letzte bezahlte Preis ist entscheidend. Beispiel: Wenn der letzte Dollarkurs zum Franken bei 99 Rappen liegt, so ist der Wert sämtlicher existierender Dollars zum Franken 99 Rappen.

Oder wenn das letzte Kilogramm Gold zu 40’000 Franken gehandelt wird, so beträgt der Preis sämtlichen Goldes ebenfalls 40’000 Franken pro Kilogramm.

Dieses Gesetz gilt auch für Wertschriften. Wenn bestimmte Wertschriften als unverkäuflich gelten, weil sie niemand will, so ist deren Preis gleich null. Wenn also die CS behauptet, es gäbe für die Level-3-Aktiven keine Preise, so muss sie diese konsequenterweise in ihrer Bilanz zu null bewerten.

Mit anderen Worten: Korrekterweise müsste das Vermögen in der Bilanz der CS um rund 30 Milliarden tiefer bewertet werden, da die Level-3-Aktiven „Nonvaleurs“ sind. Es passt ins Bild der CS-Manager, dass sie im Geschäftsbericht 2015 (Seite 69) zudem noch keck behaupten:

„Wir gehen davon aus, dass die gesamte Bewertungsunsicherheit sich nicht wesentlich auf unsere finanzielle Lage auswirken wird.“

Hier wäre es die Pflicht der KPMG, dafür zu sorgen, dass nicht dermassen krasse Überbewertungen erfolgen dürfen. Zudem sollten im Geschäftsbericht nicht so irreführende Behauptungen aufgestellt werden.

Eine weitere krasse Fehlbeurteilung ist der sogenannte „Goodwill“, der in der Bilanz der CS mit rund 4 Milliarden Franken veranschlagt wird. Wie kann ein Unternehmen, dessen Aktienkurs in den vergangenen 9 Jahren um rund 90 Prozent gefallen ist, einen „Goodwill“ in Anspruch nehmen?

Dieser „Goodwill“ ist „Willkür“. Die „Strategic Resolution Unit“ der CS, also deren „Bad Bank“ mit einem Quartalsverlust von über 2 Milliarden und Schrottpapieren von über 140 Milliarden Franken, sollte vielmehr mit einem „Badwill“ von 4 Milliarden Franken belegt werden.

In dieses Kapitel gehören auch die irreführenden risikogewichteten Eigenkapitalquoten, auf welche die CS immer wieder Bezug nimmt. Im Geschäftsbericht kommt der Ausdruck „Fair Value“ endlos vor – teilweise fast 40 Mal pro Seite.

Diese risikogewichteten Eigenkapitalquoten, bekannt auch unter dem Ausdruck „Basel III“, gehen auf die Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ) in Basel zurück. Sie stellen aber keineswegs eine „faire“ Bewertung der Bilanz dar.

Im Gegenteil: Es kann bonitätsmässig keinen Unterschied geben zwischen Vermögen und Eigenkapital derselben Bank. Das Eigenkapital ist ja der Überschuss des Vermögens über die Schulden. Das Eigenkapital besteht somit aus überschüssigem Vermögen und ist demzufolge mit diesem identisch – auch bonitätsmässig.

Der Ausdruck „Risikogewichtete Aktiven“ ist nur ein Anreiz für noch riskantere Geschäfte. Es wird behauptet, ein risikogewichtetes Aktivum sei bonitätsmässig höher einzustufen als das Eigenkapital. Deshalb könne die Anforderung an das Eigenkapital je nach Gewichtung gesenkt werden. Auf diese Weise wird die Eigenkapitalquote künstlich angehoben.

Es ist somit kein Wunder, dass die CS gerade unter den risikogewichteten Aktiven leidet und diese in ihre Bad Bank transferiert hat, wo sie sie schleunigst loswerden will.

Gemäss Analystenberichten muss die CS zudem möglicherweise noch höhere Rückstellungen bilden wegen Manipulation von Devisenkursen und Referenzzinsen.

Eine weitere grosse Gefahr geht von den emittierten Cocos (Contingent Convertible Bonds) aus. Das sind Obligationen, die bei nachgebendem Kapital gewandelt werden.

Aufgrund der Umwandlung von Fremdkapital in Eigenkapital bei unveränderter Bilanzlänge, werden zudem die Aktienkurse verwässert. Cocos in der Bilanz stellen somit eine Gefahr für die Anleger dar. Diese werden im Fachjargon sogar als „Todesspiralen“ bezeichnet.

Last but not least stehen in der Bilanz der CS über 120 Milliarden Guthaben bei Zentralbanken. Dabei dürfte es sich vornehmlich um Giroguthaben der CS bei der Schweizerischen Nationalbank (SNB) handeln.

Dieser Betrag hat sich in den vergangenen Jahren und Quartalen tendenziell vermindert. Dies belegt, dass die Banken ihre Guthaben bei der SNB sehr wohl abbauen können – auch wenn SNB-Präsident Thomas Jordan das Gegenteil behauptet („Notenbankgeld nur gegen Notenbankgeld eintauschbar“).

Auch diese Guthaben der CS bei der SNB tragen ein hohes Risiko, da die SNB ihrerseits zu über 90 Prozent in Devisen investiert ist. Sollte der Franken lediglich um rund 10 Prozent steigen, so könnte dies das Eigenkapital der SNB praktisch wegfressen.

Bei weiteren Devisen-Verlusten der SNB müssten dann die kreditgebenden Banken ihre Guthaben bei der SNB entsprechend wertberichtigen. Das gilt auch für die CS.

Ausgehend von rund 120 Milliarden Franken Giroguthaben bei der SNB dürfte die CS eine der grössten, wenn nicht die grösste Kapitalgeberin der SNB sein mit einem Anteil von rund 20 Prozent.

Der VR-Präsident der CS, Urs Rohner, war ja am entscheidenden „Franken-Rütli“ dabei und dürfte für diese Investition der CS in die SNB verantwortlich zeichnen.

Zusammenfassend kann folgendes festgehalten werden: Dass die CS-Aktie an der Börse praktisch nur halb so viel wert ist wie der in der Bilanz ausgewiesene Buchwert, ist keinesfalls eine „Laune“ der Anleger. Im Gegenteil: Der Diskont gegenüber dem Buchwert eskomptiert zu Recht einen Minderwert des CS-Vermögens.

Die Bonus-Zocker in der Teppichetage der CS scheinen das Vermögen der CS künstlich aufgebläht zu haben. Die Gefahren, welche von den Minenfeldern in der CS-Bilanz ausgehen, scheinen eher unter- als überschätzt zu werden.

Die Zukunft wird wohl zeigen: „Der Markt hat immer Recht.“

Kommentare

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  1. Grüezi Herr Dr. Meyer,

    http://www.aargauerzeitung.ch/wirtschaft/jordan-ueberschreitet-die-schwelle-die-nationalbank-bilanz-ist-jetzt-groesser-als-das-bip-130500719

    Sie haben in einem Artikel das Thema Deflation behandelt:

    https://insideparadeplatz.ch/2013/12/11/die-panikmache-der-snb-und-das-deflationsgespenst/

    Was sagt eine durchschnittlich niedrige Preisinflation bei den Gütern eines fiktiven Warenkorbs über die Geldwertstabilität aus, wenn gleichzeitig die Preise für Vermögenswerte wie zum Beispiel Aktien, Anleihen und Immobilien, die in dem Warenkorb nicht berücksichtigt werden, gefährliche Spekulationsblasen bilden?

    Herzliche Grüsse

    • @Arbeitgeber KMU, AHV-Rentner

      Es geht in diesem Beitrag und die Minenfelder in der Bilanz der CS. Ich möchte gerne die Themen nicht miteinander vermischen, auch wenn sie Berührungs- und Überschneidungspunkte haben.

      mfG

  2. Dass die Schweizer Geldpolitik von Geschäftsbanken finanziert wird ist wohl ein Faktum, das unsere Nationalräte und Medien interessieren sollte – bisher scheinen unsere Eliten aber diese Info verpasst zu haben!

  3. @Supermario,

    Worauf basiert Ihre Unterstellung? Sie argumentieren mit Lehmann Brothers und Globalisierung – und darauf hin, habe ich Ihnen eine einfache Frage gestellt die nicht beantwortet wurde!

    Der Autor schreibt:

    „Ausgehend von rund 120 Milliarden Franken Giroguthaben bei der SNB dürfte die CS eine der grössten, wenn nicht die grösste Kapitalgeberin der SNB sein mit einem Anteil von rund 20 Prozent.“

    Das ist die Stichfrage! Die Minenfelder in der Bilanz der CS haben als Hintergrund diese Problematik, bzw. Differenzierung was tatsächlich auch EK – FK sind, und darüber hinaus, was Geld im Sinne von gesetzliches Zahlungsmittel und Buchgeld ist.

    Mit Globaliserung hat das nichts tun, und M0 und M3 an sich in den Mülleimer der Theoriegeschichte gehören, wo der gnädige Mantel des Schweigens drüber ausgebreitet werden könnte.

    Herzliche Grüsse

  4. Falls der Markt tatsächlich Recht hat und das Eigenkapital der CS wäre im Grunde genommen um ca. 50% tiefer anzusetzen als ausgewiesen, wäre die Verschuldungsquote deutlich höher.

    Das buchhalterische Eigenkapital im Verhältnis zu den (nicht risikogewichteten) Aktiven beträgt zurzeit ca. 5.5%, d.h. der Verschuldungsgrad ist 94.5%. Falls sich das Eigenkapital um 50% reduziert, ist der Verschuldungsgrad bereits 97%.

    Positiv ist allerdings zu erwähnen, dass Banken insgesamt mit mehr Eigenkapital unterlegt sind und das System stabiler ist. Zudem können Börsen auch übertreiben.

    Als Kunde würde ich mir allerdings überlegen, ob CS noch eine genügend sichere Bank ist, da die Eigenkapitalunterlegung gering und ungenügend ist. Die ersten 100k Bargeld dürften aufgrund der Einlagesicherung sicher sein. Alles Bargeld, was darüber hinausgeht, ist dem Ausfallrisiko der Bank ausgesetzt. Ich persönlich ziehe daher andere Banken vor.

    • Die ersten 100’000 sicher?

      Wie gross ist denn der Einlagensicherungsfonds?

      Nur mikrige 6 Milliarden.
      Wenns die CS lupft (und die würde dann nicht die einzige bleiben), sind die 6 Milliarden im nu weg.

      Das reicht gerade mal für 100’000 Kunden mit einem jeweiligen Guthaben von 60k.
      Die CS hat doch etwas mehr Kunden in der Schweiz.

      Da gilt es das Giralguthaben vorher zu Bargeld zu machen…

  5. @Dr. Marc Meyer

    Es scheint mir als hätten Sie nicht verstanden was als Level 3 Assets & Liabilities klassifiziert wird.
    Z.B. betrifft dies komplexe Derivate oder auch spezielle Optionen, welche z.T. spezifisch auf Wunsch von einzelnen Kunden erstellt wurden. Level 3 Liabilities stellen deshalb die Kreditwürdigkeit der CS nicht in Frage und Level 3 Assets sind auch nicht automatisch auf null abzuschreiben.

  6. Das überaus korrupte Verhalten in den Finanz-Räumen ist erschreckend – die Schädigung der Bürger ist immens.

    Ein Aufwachen der Bürger wird verhindert – indem in diesen Räumen auch Aktivitäten der Medien, Politiker und Religionen bestimmt und finanziert werden.

  7. Interessanter Artikel! Vorschlag der Revision durch den Staat: Auch hier ist nicht per se Unabhängigkeit gegeben.
    Der noch bestehende Goodwill stammt hauptsächlich immer noch von der Übernahme von DLJ. Mühlemann wollte mit Ospel gleich ziehen,weil UBS Paine Webber übernommen hatte. Mir ist unverständlich dass Grübel diesen Goodwill nicht schon früher voll abgeschrieben hat.
    Es ist mir einfach unerklärlich, dass intern in der CS und im VR nicht mehr Widerstand gegen solche Exzesse bestehen. Es gibt doch dort so viele guten Fachleute!
    Zur Bewertung von L3 Papieren / Kontrakten: Es gibt hier natürlich sehr viele Manipulationsmöglichkeiten! ein „guter Kunde“ (Hedgefonds, Spezialgesellschaft etc.) kann solche Papiere zu einem „guten“ (sprich Phantasiepreis) übernehmen und schon verschwinden mögliche Verluste. Eventuell kann dann dieser gute Kunde die Papiere viel später dann schadlos wieder dem Verkäufer zurückgeben, falls der Preis sich nicht positiv entwickelt hat. Solche Deals selber schon gesehen.
    Trotzdem glaube ich, dass die Probleme der CS lösbar sind und mit einem Top VR an der Spitze das Vertrauen wieder aufgebaut werden kann. TT ist sicher nicht schuld an dieser Situation sondern die jahrelange Dominanz der Händler an der Spitze der CS ( und auch bei der UBS)!

  8. IN EIGENER SACHE

    Verehrte Leserinnen und Leser

    Bin auf Bären-, Wolf-, Luchs-, Hirsch-, Reh-, Wildschwein-Beobachtung.

    Auf Hochsitz hat es kein WIFI.

    Deshalb kann ich momentan keine Kommentare beantworten.

    Bitte um Verständnis.

    Freundliche Grüße

    Marc Meyer

  9. Die Ideenvielfalt um ihre Bilanz zu verschönern ist bei der CS enorm. Bei der Akquisition von Neugeld zahlt sie den Kunden zur Zeit bis 0.5% Zins p.a.. (Bis vor nicht allzulanger Zeit war der Zins noch 1%)
    Wenn die CS so Geld akquiriert, sieht das natürlich schön aus im Geschäftsbericht. Viele Kundenberater stehen bei der Neugeldakquisition auch gut da. Für die Bank ist es aber bei vielen Kunden ein Verlustgeschäft. Und so hat die CS halt noch einige Spielchen paratt, um einige Mitarbeiter für Bonusrelevante Zahlen schön aussehen zu lassen.

    • Natürlich ist es Schönfärberei, wenn die CS zu Werbezwecken für ein paar, wenige Monate einen Vorzugszins in Aussicht stellt. Ob das allerdings zu höheren Bonuszahlungen führt (wenn diese Gelder dann auch nach relativ kurzer Zeit wieder abgezogen werden), kann ich aus meiner bescheidenen Sicht kaum beurteilen. Eine nachhaltige Politik würde auch auf nachhaltige Assetentwicklungen fussen, hoffentlich.

    • Grüezi @Supermario und @Peter Keller,

      in diesem Artikel wird ein weiterer Zusammenhang sichtbar! Solange physisches Geld, genauer Geldscheine, Münzen verfügen ja über keine Seriennummern, für die Geschäfte verwendet wird, wäre die
      exakte Verfolgung des Geldflusses mittels Seriennummern in der Tat möglich und ihre Bewertung auch simple.

      Diese Buchungssätze und Ausführungen in Geschäftsberichten der Banken repräsentieren aber welchen Wert? Sie repräsentieren eben keinerlei Wert!

      Nochmals: hat eine Bilanz überhaupt eine wirtschaftliche Aussagekraft? Wenn durch die doppelte Buchhaltung und Gegenbuchung rein buchhalterisch die Illusion ensteht, Geld besässe einen realen Gegenwert, dann muss mit allem Nachdruck darauf hingewiesen werden, dass eine Zahl auf einem Kontenblatt und eine physische Goldmünze zwei grundverschiedene Dinge sind!

      In diesem Zusammenhang muss auch die Rolle des Gesetgebers und der Zentralbank sehr kritisch hinterfragt werden können! Die Diskussion rundum die Bonus Kartelle ist sehr wichtig und notwendig, dennoch ist diese m.E. lediglich ein Symptom

      Herzliche Grüsse

    • @Arbeitgeber (KMU) und AHV Rentner
      Sorry, kann das aus meiner Sicht so nicht nachvollziehen. Ansprüche (ob nun in Form von Bargeld gegenüber der SNB oder in buchmässiger Form gegenüber einer Geschäftsbank ist egal) haben immer einen Wert (sogar real!). Wie gross dieser ist, ist möglicherweise die andere, eventuell berechtigte Frage!
      Buchhalterisch besteht im übrigen (Sowohl Goldmünze UND Bankguthaben sind bilanzmässig Vermögen) kein Unterschied. Über allfällige Bewertungsgrundsätze kann gerne diskutiert werden; die Grundsätze über Vermögen und Schulden in Frage zu stellen, benötigt m.E. aber doch einiges an Phantasie.

    • Grüezi Herr Supermario,

      vermutlich habe ich mich nicht präzise ausgedruckt. Dieser Artikel hat m.E. den Verdienst auch andere Thematiken anzusprechen die über der CS hinausgehen.

      Beispiel:

      Wie man seit einigen Jahren sehen kann, sind Garantien nur dann etwas wert, wenn die Staaten sich hinter diese privaten Garantien stellen und damit die offenbar notwendigen Forderungsabschreibungen verhindern (Schweiz 80 Mrd. Fall UBS).

      Das betrifft mehr oder weniger alle Geldanlagen, welche Sparer aus vielen Ländern aus vielerlei Gründen gebildet haben. Denn ohne die vielfältigen Garantien, welche die Staaten an die Stelle der wertlos gewordenen Garantien privater Finanzinstitute gesetzt haben, wären schon etliche monetären Sicherheitsversprecher in die Lage gekommen zugeben zu müssen, dass ihre Versprechungen nicht das Papier wert sind, auf dem es mal in gutem Glauben geschrieben wurde (Verträge, Geschäftsberichte und Bilanzen).

      Was bedeutet das?

      Wir sind in einer Wirtschaftskultur gelandet, in der jeder, der über liquides Geldvermögen verfügt suggeriert bekommt, dass er einen Anspruch auf einen sicheren Ertrag hätte.

      Herzliche Grüsse

    • @Arbeitgeber (KMU) und AHV Rentner
      Sorry, jetzt habe ich aber wirklich ein kleines Verständnisproblem. Im ersten Kommentar wird ausschliesslich über den WERT eines Bankguthabens resp. von physischen Assets gesprochen. Im zweiten hingegen werden diese Werte mit ERTRÄGEN vermischt? Genau so können jegliche Argumente zerredet werden. Aus meiner Sicht blieb und bleibe es dabei: Sowohl physische Materialien (wie etwa Gold etc.) ALS AUCH Kontoguthaben haben einen WERT; wie hoch dieser jeweils ist, darüber kann jeder gern diskutieren. NB Auch ein Goldvreneli ist nur soviel wert, wie viel Gegenleistung marktmässig einzutauschen ist (heisst gemein Marktwert)!

    • @supermario,

      Sehen Sie, man muss unterscheiden zwischen dem, was einem die tägliche Erfahrung sagt und dem, was die theoretische Vorstellung ist, die deswegen gepflegt wird, weil diese von mehr oder weniger berufenen Wissenschaftlern vorgetragen wird. Es gibt für jeden Menschen eine Vorstellung über das, was er in seinem täglichen Erfahrungsbereich über Wirtschaft weiss. Und dann gibt es die Geschichte, die man sich vorstellt, wie dasjenige funktioniert, was aber aus dem eigenen Erfahrungsbereich nicht ableitbar ist. Denn auch wenn es schwerfällt: das was man meint sicher zu wissen, ist auch nur ein Aspekt irgendeiner Theorie, die manchmal funktioniert und manchmal nicht. Eine Geldeinheit hat immer die Eigenschaft eine Verbindlichkeit von einer Geldeinheit zu tilgen, da erübrigt sich die Definition eines realen Wertbegriffs. Sie glauben deshalb einen Widerspruch zu erblicken, weil die Menschen dem Geld (makroökonomisch gesehen) durch alle möglichen Konstruktionen irgendeinen „Wert“ andichten wollen! Wenn man diesen Unsinn beiseite lässt, lösen sich auch alle damit verbundenen Widersprüche in einem logischen Rauchwölkchen auf.

      Schönen Abend

    • @Arbeitgeber (KMU) und AHV Rentner
      Ich brauche keine 20 Zeilen um mein Verständnis auf den Punkt zu bringen. Per Definition ist Geld ein Zahlungs- UND ein Wertaufbewahrungsmittel. Damit ist bereits klar, dass es sich bei Geld (ob in bar oder buchmässig) weder um Unsinn noch Rauchwolken handelt 🙂 Dass der erzielbare Wert hingegen schwanken kann, sei auch von mir in keinster Weise bestritten!

    • @Supermario,

      „Per Definition ist Geld ein Zahlungs- UND ein Wertaufbewahrungsmittel. Damit ist bereits klar, dass es sich bei Geld (ob in bar oder buchmässig) weder um Unsinn noch Rauchwolken handelt“

      Tatsächlich? Die Diskussion darüber ist meistens weniger durch Sachlichkeit, sondern durch Rechthaberei geprägt. Erklären Sie mir mal den kleinen aber feinen Unterschied zwischen Buchgeld und Zentralbankgeld.

      Bin gespannt….

    • @Arbeitgeber (KMU) und AHV Rentner
      Kurz und bündig: M3 und M0, den Rest kann jeder selber nachlesen und zu verstehen versuchen!

    • @Supermario,

      kurz aber voll daneben! Ich ermutige Sie autark zu denken und nicht irgendwelchen Lehrbüchern nachzuplappern; dass ist nämlich gerade unser Problem!

      Herr Dr. Marc Meyer schreibt zu Recht:

      „Die Bonus-Zocker in der Teppichetage der CS scheinen das Vermögen der CS künstlich aufgebläht zu haben. Die Gefahren, welche von den Minenfeldern in der CS-Bilanz ausgehen, scheinen eher unter- als überschätzt zu werden.“

      Man muss schon alle Augen zudrücken um nicht zu sehen, dass das Liquiditätsmanagement bei Banken eines der wichtigsten Tätigkeitsfelder darstellt, weil bereits ein Tag Illiquidität für Banken ein existenzbedrohendes Ereignis darstellt. Wer meint, wie es offensichtlich Sie tun, Banken würden sich stets und ständig jeden beliebigen Forderungssaldo kreditieren, bastelt sich eher damit eine Scheinwelt zurecht. Aber unabhängig davon werden diese Behauptungen nur deswegen so vehement verfochten, weil sie die Voraussetzung dafür darstellen, behaupten zu können, dass Banken Geld schöpfen würden. Diesen intellektuellen Kurzschluss kann man nur dann rechtfertigen, wenn entweder behauptet wird, dass immer (angeschrieben) wird, oder die Behauptung aufgestellt wird, dass sich ja die Interbankensalden sowieso immer ausgleichen. In beiden Fällen zielt das Argument darauf, die Probleme und Fragen, die sich aus der Finanzierung von Salden ergeben, ignorieren zu können. Denn in einer Welt, in der Interbankensalden auch tatsächlich (mit Zentralbankgeld und nur mit Zentralbankgeld) bezahlt werden müssen!, platzt die ganze schöne Theorie in den Büchern, die Sie neben bei, bemerkt; ermutigen nachzulesen.

      Herzliche Grüsse

    • @Arbeitgeber (KMU) und AHV Rentner
      Bitte legen Sie mir keine falschen Aussagen in den Mund. Ich habe nie behauptet, dass es kein Liquiditätsmanagement bräuchte und dass eine Bank keine diesbezüglichen Risiken aufweisen könne (ich bin wirklich der Letzte, welcher von irgendwelchen ominösen Gelderschaffungsträumen schreibt). Illiquide werden (zumindest die seriös refinanzierten) Bankbilanzen, wenn vormals als sicher einzubringende Guthaben, eben nicht mehr verfügbar sind (so geschehen nach dem Lehman-Wochenende). Die zunehmende Verflechtung unserer globalen Akteure beunruhigt logischerweise auch mich, hat aber wenig mit der CS im Speziellen zu tun!

  10. Das zeigt leider wie wenig ernst man die Zahlen in der Buchhaltung noch nehmen kann.

    Die Markt-Bewertung selbst mag ja noch korrekt sein.
    Das Problem ist aber die Liquidität. Dafür gibt es Liquiditätsprovisionen.
    Sind diese bei der CS verbucht?

    Deswegen stimmt auch folgende Aussage nicht:
    „Oder wenn das letzte Kilogramm Gold zu 40’000 Franken gehandelt wird, so beträgt der Preis sämtlichen Goldes ebenfalls 40’000 Franken pro Kilogramm.“

    Wenn z.B. China all seine Goldreserverven innerhalb eines Monats verkaufen will, reduziert sich aufgrund des Volumens der Preis automatisch.
    Sprich, sie können nicht alles zum spot Preis verkaufen.

    • Doofe Frage:
      Was zum Teufel sollen Liquiditätsprovisionen sein? Natürlich kannst Du annehmen, dass die Chinesen sämtliches Gold verkaufen; dann ist eben der aktuelle, richtige Preis derjenigen, bei welchem das letzte Kilo der Chinesen verkauft WURDE. Solange sie das nicht tun, gilt eben der JETZIGE, AKTUELLE Preis. Alles andere sind Annahmen und kann nicht bewertet werden!

    • @Supermario

      Danke

      Richtig: Dann zählt eben der letzte Preis.der Chinesen.

      MfG

    • Für diejenigen welche nur wenig (in diesem Beispiel Gold) halten, gilt tatsächlich nur der aktuelle Spotpreis.

      Aber wenn man (z.B. als CS) grosse Positionen hält und der aktuelle Marktpreis durch ein mickriges Volumen zustande kommt, darf man dies nicht so bewerten!

      Bewertung ist letztlich zum möglichen Veräusserungspreis zu erfolgen. Und wenn man weiss, dass man seine riesige Positionen nicht zum Marktpreis verkaufen kann, muss man dafür Rückstellungen bilden.

  11. Ich dachte schon, dass Herr Hässig sehr salopp und für eine seriöse Seite eher bescheiden schreibt. Aber der obenstehende Artikel übertrifft das Mass an schriftlicher Geschmacklosigkeit und Unprofessionalität um längen. Ist es nicht mehr möglich, einen objektiven, kritischen Text auf professionelle Art und Weise zu schreiben?
    Ich für meine Verhältnisse finde das arg bedenklich…

  12. Grüezi Herr Dr. Meyer,

    erneut eine treffende Analyse!

    “Die Minenfelder in der Bilanz der CS” wirft eine entscheidende Frage auf die man vergeblich in den interessengeleitenden-Medien sucht, nämlich: die der wirtschaftlichen Aussagekraft einer Bilanz!

    Die Frage ist berechtigt, ob Bilanzen dazu manipuliert werden können, Richter, Eigentümer oder Manager vor rechtlichen Konsequenzen zu schützen……Wie soll und kann der Staat Garant sein für die korrekte Überprüfung, wenn er selbst – der Staat (Gesetzgeber und Departamente):

    A) seit Jahrzehnten von Lobbys unterwandert wird,

    B) wie kann ein Wahrheitsbegriff jemals inhaltlich überprüft werden, wenn seine Essenz darin besteht, dass man sich einfach an Regeln hält, die eine Interessensgruppe selbst erfunden hat?,

    C) Wenn der Gesetzgeber die legislatorische Sünde begangen, durch eine Hintertür für eine ganz spezifische Gruppe von Zahlungen ein weiteres gesetzliches Zahlungsmittel einzuführen, dann fragt man sich, ob dies alles Teil finanzieller Repressionen ist auf Kosten der arbeitenden Bevölkerung, zukünftigen Generationen und Rentner!?.

    Seit Mai 2000 ist in der Schweiz das Bundesgesetz über die Währung und die Zahlungsmittel in Kraft. Es erklärt die Sichtguthaben gegenüber der SNB zu einem gesetzlichen Zahlungsmittel (Währungsgeld, Art. 2 Bst. c WZG), das von jeder Person, die bei der SNB über ein Konto verfügt, unbeschränkt an Zahlung genommen werden muss (Art. 3 Abs. 3 WZG).

    Beispiel aus der Praxis:

    Nach den neu formulierten Art. 129 und 136 des Schuldbetreibungs- und Konkursgesetzes werden Barzahlungen auf CHF 100’000 limitiert. Wird mit anderen Worten das Haus eines insolventen Schuldners für CHF 400’000 zwangsversteigert, kann der Käufer seine Preisschuld nicht mehr durch Übergabe von 400 Tausendernoten, also nicht mehr dem üblichen gesetzlichen Zahlungsmittel begleichen.

    Er muss vielmehr einen Finanzintermediär (Bank) beiziehen, was nun regelmässig auf eine Giroüberweisung hinausläuft. Insofern wird das bislang nicht-gesetzliche Zahlungsmittel „Sichtguthaben gegenüber Geschäftsbank“ zu einem gemäss Art. 84 OR liberatorisch wirkenden gesetzlichen Zahlungsmittel!

    Was die Beweggründe betrifft, die in der Schweiz zur Deklaration der Zentralbankguthaben als „gesetzliche Zahlungsmittel“ geführt haben, finden sich Hinweise in der Botschaft zum WZG (S. 7270 f., https://www.admin.ch/opc/de/federal-gazette/1999/7258.pdf): Grossbeträge sollten künftig nicht mehr bar abgewickelt werden müssen.

    Leider werde ich den Gedanken nicht los, dass das Problem nicht ausschliesslich die „Zocker Barone“ sind, sondern viel tiefer geht und ihren Ursprung, in der schleichenden Zerstörung – durch Unterwanderung – unserer demokratischen Instutionen haben könnte. Die Indizien erhärten sich das es leider so ist…..weiter so Herr Dr. Meyer!

    Herzliche Grüsse

  13. Sehr gute und schlüssige Analyse. Leider habe ich nicht soviel CS-Aktien, sonst würde ich die „masslosen Bonus-Barone“ (treffende Bezeichnung) inkl. VRP, VR und CEO, mit einem Tritt auf den Paradeplatz „hinunter befördern“ !

  14. Diese Analyse scheint mir in höchstem Masse unseriös. Insb. die Aussagen zum Eigenkapital der SNB (bräuchte eigentliche kein Eigenkapital – sie wird in der Schweinz einfach als AG geführt) entlarven den ganzen Artikel als reines „bashing“ der CS-Führung. Ggf. hat der Autor hier noch eine Rechnung offen.

    Das Konzept vom Goodwill unter IFRS finde ich generell zwar ebenfalls problematisch. Trotzdem ist die Argumentation des Autors auch hier völlig falsch. Der Goodwill ist nahezu gänzlich in hoch profitablen Bereichen der CS und wurde bei Übernahmen als Mehrwert zum übernommenen Eigenkapital bezahlt.

    Die level 3 assets stammen grösstenteils aus dem „Investment Banking“ werden nicht vom Management „geschätzt“ sondern mittels Modellen und Bewertungsverfahren berechnet. Ob diese Modelle korrekt sind, sei dahingestellt. Das Risiko bei aktuell CHF 28.8 Mrd. level 3 assets (Ende Q2 2016) ist aber wohl kaum CHF 30 Mrd. ;-). Und übrigens gibt es auch level 3 liabilities (CHF 22 Mrd.) – somit müssten gem. Argumentation vom Autor auch Diese mit Null in den Büchern stehen?!

    • @Patrick

      Erstens
      Der Artikel handelt nicht von der SNB, wie Sie meinen, sondern von der CS.Bitte richtig lesen.

      Zweitens
      Sie stellen angeblich „hochprofitable“ Bereiche der CS in den Vordergrund, die „goodwilll“ verdienen und übersehen die Minenfelder, von denen ich schreibe.Nitte richtig lesen.

      Drittens
      Die CS selber schreibt, es handle sich um Schätzungen. Bitte richtig lesen.

      Sind Sie CS long?

      Sorry für Tippfehler auf Handy

      MfG

    • Eine Devisenbilanz einer Bank sollte immer ausgeglichen sein. Wenn die CS weniger Schulden in Schweizerfranken hat als Guthaben, spekuliert sie auf eine Höherbewertung des Schweizerfrankens, ob sie damit richtig fährt sei dahingestellt, vor allem wenn der Kurs des CHF gegenüber dem Euro volkswirtschaftlich überhaupt nicht gerechtfertigt ist.
      Das Goodwill der CS ist Jahrzehnten alt und besteht aus den verfehlten Käufen aus der Ära Mühlemann. Dies wurde auch unter Grübel nicht abgeschrieben und unter TT nur ein Teil. Unser OR verlangt aber über die Zeit die vollständige Abschreibung, bei der CS scheinen sie aber ewig zu sein. Beim Goodwill kommt noch dazu, ob die übernommen Firmen einen anständigen Gewinn abwerfen oder nicht. Ein Beispiel ist der Goodwill bei Novartis, der durch den überteuerten Kauf der ALCON herrührt oder der noch große Goodwill bei Nestle, der aber auf gewinnträchtige Übernahmen zurückzuführen ist und der optimierend zur Steuer für die Innenfinanzierung verwendet wird. Ein Goodwill von etwas gekauftem, wo nicht rentiert, ist eine Belastung und war und ist der Kauf von DLJ nicht eine Belastung?
      Was die 3Level Papiere betrifft, sind das alles Verträge mit Gegenparteien, deren Wert erst nach Ablauf der Verträge wirklich festgestellt werden kann. Natürlich kann man versuchen, solche Verträge während der Laufzeit an Dritte gegen Liquidität zu verkaufen. Ein sehenswertes Beispiel ist der Film Margin Call mit Kevin Spacey, aber die CS scheint den unruhigen Teil davon in diesem völlig in transparenten Markt nicht losgeworden zu sein. Wäre dies der Fall, würden sich weitere Kapitalerhöhungen erübrigen.
      Was die Coco Bonds betrifft gibt es den Verdacht, dass die Titelhalter sich diese Bonds mit niedrigeren Zinsen als sie erhalten durch die CS finanziert wurden. Vielleicht sollte die CS dies öffentlich dementieren.
      Trotzdem kann jeder Kunde bei der CS sicher sein, unsere SNB sorgt für die Liquidität der CS, auch wenn dies offiziell nicht bestätigt wird. Der große Vorteil der Schweiz ist eine Zentralbank, deren Geldschöpfung vom Publikum aus den Händen gerissen wird.

    • @Rolf Zach

      Sehr geehrtet Herr Zach

      Danke für den konstruktiven Beitrag.

      Punkto „Liquidität“, welche die SNB angeblich der CS zur Verfügung stellt bin ich aber nicht einverstanden.

      In diesem Fall müsste diese Liquidität auf der Aktivseite beim Vermögen der SNB ersichtlich sein.

      Dort gibt es aber keine Liquidität det SNB gegenüber den Schweizerbanken.

      Und genau hier liegt ja das Problem der SNB: Sie unterstützt mit ihrem Vermögen zu über 99 Prozent die ausländischen Volkswirtschaften – unterstützt die Konkurrenz der Schweizerbanken.

      Umgekehrt: Die CS stellt der SNB Liquidität zur Verfügung.

      Freundliche Grüsse

      Marc Meyer

    • … Die level 3 assets stammen grösstenteils aus dem „Investment Banking“ werden nicht vom Management „geschätzt“ sondern mittels Modellen und Bewertungsverfahren berechnet…

      Wer hat denn da wohl „geschummelt“:

      Eine nicht korrekte Anwendung des „Mark to market accounting“. Bei dieser Methode werden die bilanzierten Vermögenswerte mit dem „Fair Value“ – deutsch auch „Beizulegender Zeitwert“ genannt – angesetzt, der am Markt objektiv erzielt werden kann. Da jedoch an illiquiden Märkten keine transparenten Marktpreise als Bewertungsgrundlage zur Verfügung standen, musste für die Wertermittlung auf eine alternative „anerkannte Bewertungsmethode“ zurückgegriffen werden. Dies geschah zum Teil auf Kosten des Objektivierungsgrades der Bilanz, so dass es zu einer überhöhten Bewertung kam.

      Richtig: ENRON, die Folgen sind beaknnt!

    • @Patrick

      Addendum

      Mit Level 3 Schulden stellt die CS ja ihre eigene Bonität in Frage.

      MfG