Musterschüler Schweiz im Dienste der Korrupten dieser Welt

Früher hatten wir das Bankgeheimnis. Es schützte die Bankkunden vor der Verletzung ihrer Privatsphäre durch die Bank. Das war auch nützlich für die Banken, vor allem im Geschäft mit ausländischen Kunden, denn diese nutzten das Bankgeheimnis auch zur Umgehung ihrer Steuerpflicht, gelegentlich mit Wissen der Bankangestellten.

Heute ist das Gegenteil der Fall: Die Banken und die schweizerische Politik sehen sich als verlängerter Arm aller ausländischen Steuerbehörden gegen ihre eigenen Kunden. Im Zusammenhang mit der Auseinandersetzung zwischen den amerikanischen Steuerbehörden und der UBS fiel 2009 der Mythos des Kundenschutzes in sich zusammen. Die Bank, die Finma und der Bundesrat setzten die Interessen der Bank und das angebliche öffentliche Interesse der Schweiz vor die Interessen der Kunden, denen man Schutz versprochen hatte.

Den nächsten Schritt machte die US-Regierung 2010 mit dem FATCA-Gesetz, einer unilateralen US-Regelung. FATCA verlangt von ausländischen Finanzinstituten, dass sie den US-Steuerbehörden Informationen über US-Kunden weitergeben. 2013 unterzog sich die Schweiz diesem Regime durch ein Abkommen, ohne dafür Gegenrecht zu verlangen.

Dann ging alles schnell. Die G20-Länder beauftragten 2013 die OECD, einen Standard für den automatischen Informationsaustausch in Steuersachen (AIA) zu entwerfen, den diese im Sommer 2014 veröffentlichte. Die zu übermittelnden, umfangreichen Informationen orientieren sich an FATCA und umfassen nicht nur Kontonummern sowie Namen, Adresse und Geburtsdatum von Steuerpflichtigen, sondern auch alle Einkommen sowie Salden von Konten und Depots.

Als Musterknabe unterzeichnete die Schweiz im Mai 2015 in Brüssel das AIA-Abkommen mit der EU, das für alle 28 EU-Mitgliedstaaten ab 2017 gilt. Kontodaten werden damit ab 2018 auch an Bulgarien geliefert, das sich auf der Korruptionsrangliste von Transparency International weit unten einordnet.

Das Parlament genehmigte den Vertrag 2015. Drei Monate später folgte ein AIA-Abkommen mit Australien, das bezüglich Korruption über jeden Zweifel erhaben ist. Aber den Kriterien für den Abschluss eines AIA-Abkommens wurde Australien trotzdem nicht gerecht.

Diese Kriterien sind:

Faire Möglichkeiten zur Regularisierung der Vergangenheit für bestehende Bankkunden nach Abschluss der Vereinbarung;

Gewährleistung der Gleichstellung der Schweiz mit anderen Ländern;

Bestehen eines substantiellen Marktpotentials für die schweizerische Wirtschaft und ein freier oder wenigstens verbesserter Marktzugang für Schweizer Finanzdienstleister bei Gleichstellung mit konkurrierenden Finanzplätzen;

Gewährleistung der Kriterien von Reziprozität, Datenschutz, Spezialitätenprinzip und Gleichbehandlung – diese bundesrätlichen Kriterien setzen einen funktionierenden und korruptionsfreien Rechtsstaat voraus;

Und Reziprozität: Die Schweiz soll den Vertragspartnern die Informationen nur liefern, wenn diese ihrerseits die gleichen Informationen liefern können und auch tatsächlich liefern.

Mehrere Kriterien waren und sind nicht erfüllt, doch der Musterschüler Schweiz hat den Vertrag trotzdem unterschrieben. Man wollte mit Australien „nett“ sein.

Die neuste Liste von über vierzig Abkommen, welche der Bundesrat zur Zeit in zwei Massensendungen pauschal über die Bühne bringen will, enthält eine ganz Reihe von Zumutungen. Die Behauptung des Bundesrates, es gehe dabei darum, die „Glaubwürdigkeit und Integrität des Schweizer Finanzplatzes zu stärken“, tönt wie ein schlechter Witz.

Dies sei dargelegt am Kriterium Nummer 4, „funktionierender und korruptionsfreier Rechtsstaat“. Viele Länder erfüllen dieses Kriterium ganz bestimmt nicht, da sie als hochgradig korrupt gelten. Dies sind Länder, die im Corruption Perceptions Index 2016 von Transparency International nicht mindestens den Wert von 50 Punkten erreichen (maximal 100, minimal 0).

Transparency International beschreibt solche Länder wie folgt: “Die niedriger rangierten Länder in unserem Index werden von unglaubwürdigen und schlecht funktionierenden öffentlichen Institutionen wie Polizei und Justiz geplagt.”

Wenn die Schweiz mit solchen Ländern AIA-Verträge abschliesst, dann ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass nicht die Länder Nutzen aus den Informationen ziehen, sondern deren korrupte Beamten – zum Schaden der Kunden, zum Schaden ihrer eigenen Bevölkerung und zum Schaden der Schweiz, die dann als Kumpel der korrupten Beamten und Politiker statt als Mustermädchen da steht.

Die korrupten Länder sind in alphabetischer Folge (in Klammern Index 2016, alle unter 50): Argentinien (36), Brasilien (40), China (40), Kolumbien (37), Indien (40), Indonesien (37), Malaysia (49), Mexiko (30), Russland (29), Saudiarabien (46), Südafrika (45).

Wenn beispielsweise ein korrupter mexikanischer Steuerbeamter oder Finanzminister aus der AIA-Meldung der Schweiz erfährt, dass ein mexikanischer Kunde bei einer Schweizer Bank 50 Millionen Dollar verwalten lässt, dann ist die Wahrscheinlichkeit doch eher gross, dass der Kunde dem Beamten aus dem Ertrag 100’000 Dollar bezahlt statt dem mexikanischen Staat 700’000 Dollar.

Auch das Kriterium Nummer 5, „Reziprozität“, dürfte von den wenigsten der über vierzig Länder erfüllt werden. Die Erstellung und die Konsolidierung der Informationen nach dem offiziellen AIA-Standard ist administrativ und EDV-technisch höchst anspruchsvoll.

Es ist nicht vorstellbar, dass die Mehrzahl der vorgeschlagenen Länder überhaupt in der Lage ist – selbst wenn sie dies wollten –, diese Informationen aufzubereiten und der Schweiz zu übergeben. Aus Gründen der Reziprozität dürfte die Schweiz mit solchen Ländern den Informationsaustausch nicht durchführen oder müsste ihn bei Nichteinhaltung durch die Gegenseite abbrechen.

Keiner glaubt wohl ernsthaft, dass sich das Mustermädchen Schweiz durch solche Bedenken vom Abschluss und der Durchführung der Abkommen abhalten lässt. Das Streben nach internationalem Applaus hat seinen Preis: Den Verlust von Glaubwürdigkeit und Integrität des Schweizer Finanzplatzes.

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20 Kommentare zu “Musterschüler Schweiz im Dienste der Korrupten dieser Welt

  1. Es is Zeit dass man die lieben Schweizer Politiker auswecheselt durch professionelle standfestige alte Banquiers die noch einigermassen wissen wie wirkliche Volks und Geld Politik betrieben wird. Vieleicht muestte man den Berner Tempel einschlieslich Lobbisten ausmisten um an einen Neuanfang zu gelangen (auf franzoeschisch degage !!!!

  2. Sehr guter Artikel!!
    Leider verkennen die CH-Politiker die gegenwärtige Situation völlig. Uns dann Massensendungen und pauschal…was für ein Irrsinn! Die CH-Politiker lesen wohl in den Zeitungen nur den Regionalteil und schauen sich auch im Fernseher keine internationel News an. Die Finma ist ein ebenso trauriges Kapitel. Diese Leute wissen viel zu oft nicht mehr was sie tun. In Brasilien ist es so, dass die Schweiz auf einen Informationsaustausch hinarbeitet. Dümmer kann man nicht sein: so z.B ist Brasilien
    1. heute kein funktionierender Rechtsstaat mehr
    2. eines der korruptesten Länder (aber eben Zeitung lesen
    ist ein Fremdwort)
    3. Datenschutz ist in keiner Art und Weise gewährleistet (das
    sollte soger der Dümmste wissen – es darf laut gelacht
    werden – man lese Zeitung, schaue Ferneseher

    Ja er es besteht ja nicht einmal ein Doppelbesteuerungs-
    abkommen.

    Liebe Politker, liebe Finma, liebe Banken. Beginnt endlich zu begreifen was in der Welt vorgeht. So schwierig kann es doch nicht sein. Oder sind alle zu dumm?
    Es gibt übigens genügend Abkommen/Verträge die gegenseitig bei Drogendelikten, Geldwäscherei etc angewandt werden können. Dazu braucht es den AIA wirklich nicht.

    • „man lese Zeitung, schaue Ferneseher“
      Ja genau – dann sind Sie ja bestens informiert!
      Ich lach mich schief – das sind die besten Quellen zur Des-Information und Verdummung!
      Danke auch für den Hinweis, guter Herr.

  3. Wider mal völliger Unsinn von einem Professor im Dienste einer Hinterwäldlerpartei (SVP) die die CH in die Steinzeit führen will. Anstatt seine profunden Sachkenntnisse als Wirtschaftsfachmann darzulegen beschränkt er sich darauf im Dienste seiner Partei Unsinn zu verzapfen.

    Nun im Dienste der SVP plädieren Sie ja auch umtriebig und rührig für das Steuerhinterziehungsgeheimnis, das dem naiven Bürger unter dem Titel „finanzielle Privatsphäre“ verkauft wird. Klar sind Sie im Dienste der SVP gegen AIA deshalb die Dummen Argumente.

    AIA umfasst nicht nur die EU-Länder sondern ist viel umfassender. Momentan per heute sind genau 100 Länder beteiligt! Weitere haben Zusagen zu Beitritt gemacht.
    Die Aussage diese seien Hinterwäldlerländer und seien nicht fähig die Daten auszutauschen ist völliger Quatsch.

    Länder mit Datenaustausch ab 2017 (52 Länder)
    Anguilla, Argentina, Barbados, Belgium, Bermuda, British Virgin Islands, Bulgaria, Cayman Islands,
    Colombia, Croatia, Cyprus, Czech Republic, Denmark, Estonia, Faroe Islands, Finland, France,
    Germany, Gibraltar, Greece, Greenland, Guernsey, Hungary, Iceland, India, Ireland, Isle of Man, Italy,
    Jersey, Korea, Latvia, Liechtenstein, Lithuania, Luxembourg, Malta, Mexico, Montserrat, Netherlands,
    Niue, Norway, Poland, Portugal, Romania, San Marino, Seychelles, Slovak Republic, Slovenia, South
    Africa, Spain, Sweden, Turks and Caicos Islands, United Kingdom

    Länder mit Datenaustausch ab 2018 (48 Länder)
    Andorra, Antigua and Barbuda, Aruba, Australia, Austria, The Bahamas, Bahrain, Belize, Brazil,
    Brunei Darussalam, Canada, Chile, China, Cook Islands, Costa Rica, Curaçao, Dominica, Ghana,
    Grenada, Hong Kong (China), Indonesia, Israel, Japan, Kuwait, Lebanon, Marshall Islands, Macao
    (China), Malaysia, Mauritius, Monaco, Nauru, New Zealand, Panama, Qatar, Russia, Saint Kitts and
    Nevis, Samoa, Saint Lucia, Saint Vincent and the Grenadines, Saudi Arabia, Singapore, Sint Maarten,
    Switzerland, Trinidad and Tobago, Turkey, United Arab Emirates, Uruguay, Vanuatu

    Die Schweiz hat mit folgenden Ländern Vereinbarungen getroffen (Datum ab wann):
    Andorra 01.01.2018
    Antigua und Barbuda 01.01.2018
    Argentinien 01.01.2018
    Aruba 01.01.2018
    Australien 01.01.2017
    Barbados 01.01.2018
    Belize 01.01.2018
    Bermuda-Inseln 01.01.2018
    Brasilien 01.01.2018
    Britische Jungferninseln 01.01.2018
    Cayman Inseln 01.01.2018
    Chile 01.01.2018
    China 01.01.2018
    Cookinseln 01.01.2018
    Costa Rica 01.01.2018
    Curaçao 01.01.2018
    EU 01.01.2017
    Färöer Inseln 01.01.2018
    Grenada 01.01.2018
    Grönland 01.01.2018
    Guernsey 01.01.2017
    Indien 01.01.2018
    Indonesien 01.01.2018
    Insel Man 01.01.2017
    Island 01.01.2017
    Israel 01.01.2018
    Japan 01.01.2017
    Jersey 01.01.2017
    Kanada 01.01.2017
    Kolumbien 01.01.2018
    Liechtenstein 01.01.2018
    Malaysia 01.01.2018
    Mauritius 01.01.2018
    Marshallinseln 01.01.2018
    Mexiko 01.01.2018
    Monaco 01.01.2018
    Montserrat 01.01.2018
    Neuseeland 01.01.2018
    Norwegen 01.01.2017
    Russland 01.01.2018
    San Marino 01.01.2018
    Saint Kitts und Nevis 01.01.2018
    Saint Lucia 01.01.2018
    Saint Vincent und die Grenadinen 01.01.2018
    Saudi-Arabien 01.01.2018
    Seychellen 01.01.2018
    Südafrika 01.01.2018
    Südkorea 01.01.2017
    Turks und Caicos Inseln 01.01.2018
    Uruguay 01.01.2018
    Vereinigte Arabische Emirate 01.01.2018

    Siehe auch http://www.oecd.org/tax/automatic-exchange/commitment-and-monitoring-process/AEOI-commitments.pdf

    • Wunderschön kopiert, Herr Kremsner.
      Halt wie es bei Linken Usus ist. Selber denken? Fehlanzeige.

      Aber wenn es hilft, um gegen den Autor und die SVP (warum nicht auch gegen Scientology oder Trump?) zu polemisieren, glaubt Herr Kremsner sicher auch an den „fire pool“ von Jacob Zuma. Oder daran, dass die USA natürlich in Wyoming, Kentucky und Nevada keinerlei unversteuerten Gelder annehmen würden, so man denn welches hinbrächte. Alles nur Hinterwäldlerpartei-Propaganda.

      Bringen Sie Argumente, anstatt eine nutzlose Aufzählung der AIA-Vertragsdaten aufzulisten. Ansonsten überlassen Sie das Forum gebildeten Leuten.

  4. Geiger. Sie sprechen in Ihrem Beitrag von „Bankgeheimnis“. Beachten Sie, dass dieser Ausdruck in keinem gültigen Rechtserlass in der Schweiz vorkommt. Die im BaG verwendete Bezeichnung ist „Berufsgeheimnis“, die insofern korrekter ist, da vom entsprechenden Artikel nicht nur Informationen über Kundenbeziehungen erfasst sind, sondern alle geschäftsrelevanten Vorgänge und Informationen einer Bank. Märssi denn, gell.

  5. Der Beitrag von H. Geiger ist einfach auf der ganzen Linie ein Witz. Mit dem Beispiel des mexikanischen Steuerbeamten argumentiert Geiger gegen den AIA, da dieser nur dem Beamten, nicht aber dem Staat Geld ins Portemonnaie spüle. Er übersieht dabei aber, dass der Staat ohne AIA sowieso keinen Rappen von diesem „Schwarzgeld“ sehen würde, weil es bis vor kurzem noch durch unser Bankgeheimnis geschützt war.

    Aus dieser Aussage von H. Geiger schliesse ich, dass er Schwarzgeldsünder und auch die Schweizer Banken die ihm dabei helfen unterstützt!! Als Schweizer Steuerzahler und rechtschaffener Bürger, stehen mir schlicht die Haare zu Berge bei den Aussagen von H. Geiger, vor allem wenn sie noch von einem emeritierten Professor am Institut für schweizerisches Bankwesen kommen. Von einem ehemaligen Prof. hätte ich eigentlich eine fundiertere Analyse der Thematik mit entsprechender Schlussfolgerung erwartet. Stattdessen singt H. Geiger eine Lobeshymne auf das Schweizerbankgeheimnis (und die goldenen Zeiten von Swiss Banking von früher) und „armen“ Schweizer Banken.

    Manchmal frage ich mich ernsthaft wo das alles noch hinführen soll, wenn selbst sogenannte Professoren nicht begreifen was in der Welt eigentlich vorgeht.

    • „Als Schweizer Steuerzahler und rechtschaffener Bürger“, wenn ich solche Eigenwerbung höre, stehen mir nicht nur schlicht die Haare zu Berge, sondern es fröstelt mich kalt über den Rücken…

    • Wieso? Geiger stellt ja nicht in erster Linie das de facto nicht mehr existierende Bankkundengeheimnis an den sprichwörtlichen Pranger, als vielmehr den Umstand, dass die hiesigen Banken ihre Sorgfaltspflichten mehr oder weniger gemacht haben (mussten), während dem im nahezu gesamten Rest der Welt weiter versteckt und geschmiert werden kann!

    • @ Ehrlicher Schweizer Steuerzahler. Und mir stehen die Haare ab deiner Naiviät zu Berge! Das sogenannte „Schwarzgeld“ war eine gute Sache! Und „schwarz“ war es sowieso in den meisten Fällen nicht. Denn wenn ich meinen Lohn erhalte, und versteuere, dann wird das Geld nicht „schwarz“ durch die Tatsache, dass ich es beim Fiskus nicht deklariere. Genau für solche Fälle wird ja eine Ertragssteuer abgeführt, die höher ist als die Steuerlast aus erzieltem Gewinn und Vermögenssteuer (die es in den meisten Ländern gar nicht gibt)! Also nix von wegen „schwarz“!

  6. „Musterschüler Schweiz im Dienste der Korrupten dieser Welt“.

    Genau so ist es, Herr Geiger. Trotzdem hilft hier die Umkehr der Werte für die Kommunikationsstrategie auch nicht mehr weiter.

    Und genau darum sind Sie folgerichtig für die Gutmensch- Selbstanzeige und wehren sich gegen jegliche Geldfluss- und Melde-Kontrolle.
    Keine Revisionsgesellschaft, die im Sold ihres Auftraggebers steht, wird je Anzeige erstatten. Und der umtriebige Kundenakquisiteur schon gar nicht, da sonst sein Bonus zunichte geht.

    Und deshalb finden sich im Kanton Zug und Schwyz so viele „liberale“ Finanzgesellschaften, wo quasi die unsichtbare Hand von Adam Smith zum Rechten schaut. Frei nach dem Motto: es geht niemanden etwas an wie ich meinen Geldsack fülle.
    Daher plädieren Sie ja auch so umtriebig und rührig für das Steuerhinterhiehungsgeheimnis, das Sie dem (naiven) Bürger unter dem Titel „finanzielle Privatsphäre“ verkaufen.

    Und auch deshalb ist z.Bsp. Ihr Parteigenosse Aeschi aus dem Kanton Zug gegen jegliche Kontrollen, da sonst die Steuern steigen und die Immobilienpreise sinken würden.
    Auch das ist freie Marktwirtschaft in Ihrem Sinne. In diesem Bereich sind Sie richtige Gutmenschen und Musterschüler. Bravo!

    Korruption hat in Ihrem Nutzen-Denkschema ausschliesslich mit Eigenverantwortung zu tun. Die gesellschaftlichen Auswirkungen interessieren Sie nicht.

    Nur hat dies nichts mehr mit Liberalismus – wenigstens im Sinne der Ordoliberalen – zu tun. Bestenfalls mit Neoliberalismus, den Ihre Milliardärselite dem Fussvolk so nett und schön vorlebt. „Me first“ – ist dort die Devise. Ist das Ihr Bild der Schweiz von 1848??

    Dies hat nichts mehr mit Liberalismus zu tun, sondern mit passiver Korruption durch Wegschauen.

    Sie sind ja auch für eine Verschärfung des Nachrichtendienstgesetzes und für Telefonabhörung. In diesem Bereich sind Sie Musterschüler. Genau wie Ihr Herr Aeschi.

    Anderseits wollen Sie den Unterschuchungsbehörden die Kontrolle über die illegalen Geldflüsse z.Bsp der Terrorfinanzierung verweigern und entziehen diesen damit die Mittel, damit diese ihre Funktion real überhaupt ausüben können.

    Schöne widersprüchliche Scheinwelt, in der Sie und Ihre Video-Botschafts-Anhänger leben!!

    Und schliesslich an alle jaulenden Wölfe denen die Felle davonschwimmen: Ich bin parteilos und liberal (ordo-liberal); also argumentieren Sie bitte nicht politisch, sondern fakten-bezogen und halten Sie sich an den gängigen Wortschatz Ihrer Gilde. Besten Dank.

  7. Mein erfundenes 100’000 $-Beispiel vom korrupten mexikanischen Steuerbeamten ist naiv. Eine realistische Geschichte steht in der NZZ vom 12. April 2017 (https://www.nzz.ch/schweiz/ungeklaerter-todesfall-der-tote-belastungszeuge-ld.1085770). Es geht um eine Steuerbeamtin und ihren Ehemann aus Russland. Die beiden haben innert kurzer Zeit 39 Millionen Dollar „verdient“, bei einem Jahreseinkommen von 38’000 $.
    In Sachen Informationsaustausch scheint die Schweiz eine besondere Rolle zu spielen. Russland hat einen Korruptions-Index von 29. Willkommen in der Welt der Realitäten. Wann macht die Schweiz einen AIA mit Nordkorea?

  8. So ist es. Aber bei uns sind leider ausnahmslos komplett weltunerfahrene Träumer im Bundesrat und auch weitestgehend im Bundesparlament.

    • Im Nationalrat hat es ein paar lustige SVP-Ohrenringeler. Dr. Röschti hat auch nie in der Privatwirtschaft geschafft, nur Agrarbürokratie und Berufspolitik. Herr Brunner wurde mit 21 Jahren Berufspolitiker und hat nie etwas richtiges geschafft.

    • Es hat sich in der Masse offenbar noch immer nicht rumgesprochen, dass unsere Politiker, Lobbyisten, Kartelle, Konzerne, etc. keine „weltunerfahrene Träumer“ sind. Die sind ja nicht alle dumm zur Welt gekommen und haben nichts dazugelernt!

      Sie müssen endlich irgend wann mal verstehen, dass sich diese Wirtschafts- und Politnutten ganz einfach an die vorgegebene Agenda halten! Und die Agenda hat nichts, aber rein gar nichts mit Interessen eines Landes oder einer Volkswirtschaft zu tun. Es geht rein darum, die Kartell-Interessen der globalen Multis durchzusetzen und zu supporten – nicht mehr und nicht weniger. Und alle, die auch ab und zu zum Trog dürfen, bspw. die Mainstream-Medien, müssen natürlich Tatsachen verdrehen und unterschlagen, damit die Masse nicht versteht, was eigentlich abgeht und der Gang zum Trog weiterhin gewährleistet ist. Eine Korruptionsliste ist somit ein weiterer Fake des Mainstreams, denn welches Land oder welcher Konzern und welches Kartell sind nicht korrupt? Hat wirklich jemand das Gefühl der Reichtum der Schweiz oder anderer Industriestaaten basiert auf jahrelanger ehrlicher Arbeit, Rechts- und Pflichtbewusstsein?

      Das sind halt Dinge die in keinem Lehrbuch stehen und deshalb bei vielen Akademikern nicht in die Birne will. Aber auch das hat nichts mit mangelnder Intelligenz, sondern mit durch unser Verbildungssystem vermittelten Prägungen zu tun. Man muss sich die Systemlinge ja heranzüchten, damit der Rubel auch künftig rollt…

    • @Visionär
      Zwischen „Gefühl“ und Fakten besteht eben ein himmelweiter Unterschied. Im Gegensatz zu Deinem Kommentar wartet Geiger zumindest mit einigen griffigen Kennzahlen auf.
      Da stell ich Naivling doch manchmal eher auf vergleichbare Zahlen ab, als auf verbale, kaum fundierte Rundschläge.

    • @Supermario:
      Die Resultate des ach so sozialen Geld- und Wirtschaftssystem kann jeder, der 2 Augen, 2 Ohren und ein Gehirn hat, direkt angucken und beurteilen:
      – ca. 50 Personen (!) teilen sich so viel Reichtum wie 1/2 der gesamten Weltbevölkerung! Die grossen Geldströme landen immer an den gleichen, ganz wenigen Orten. Findest Du das ok so?
      – fast alle Länder sind hochverschuldet (ja bei wem wohl?), die 3. Welt wird von den globalen Kartellen ausgebeutet, mit fatalen Folgen für die Menschen und die Umwelt. Wie viele Arbeiter verrecken elendig an Schädigungen, die die Sklavenarbeit in Mienen z.B. für Glencore (könnte aber auch Nestlé, Apple oder ein anderer Multi sein) mit sich bringt? Hauptsache die Aktionäre und die GL können die Korken knallen lassen, wenn die Aktie wieder aufwertet! Sind das Fakten genug? Die Liste liesse sich beliebig erweitern. Steht halt nicht Lehrstoff der Uni – und sind deshalb unfundierte Rundumschläge? Jede Ursache hat ihre Wirkung, und der Reichtum der einen basiert 1:1 auf der Armut von anderen. Das lässt sich auch Buchhalterisch, anhand des erbärmlichen Zinseszinssystems und anhand anderer Sachverhalte belegen. Solange man selber vom System profitiert, kann man ja bedenkenlos die Augen davor verschliessen…

    • @ Sandro Blotz
      Genau so ist es:

      Auch ex-NR Mörgeli hat nie richtig in der Privatwirtschaft gearbeitet:

      Er war und ist Dauer-Funktionär: zunächst während Jahren im Beamtenverhältnis zum Kanton Zürich (Kurator des med.hist. Museums mit Lehrauftrag), wo er neben seinem NR Mandat eine ruhige Kugel schob (bis zur Kündigung wegen ungenügender Leistungen);
      dann im Sold von SVP-Weltwoche für polternde Kolumnen mit wenig Recherche und schliesslich auch im Sold von SVP für das Jubiläumsbuch dieser einstigen Mittelstandspartei.

      Wann je hat dieser polternde und spottende Narzist sein Geld mit Effort in der Privatwirtschaft verdient??

    • @Visionär
      Kurz und bündig: Wo liegt denn der hauptsächliche Grund für diese Missstände (haben aber nur am Rande mit dem obigen Artikel zu tun :-)) begraben; m.E. in allererster Linie bei der flächendeckenden Korruption, welche ja von Geiger ziemlich zuvorderst angeprangert wird.