Absturz des Fintech-Gurus

Martin Saidler stellt 40 Programmierer auf Strasse – Bejubelte Milliarden-App vor Crash? Financier UBS-Ospel taucht ab.

Das erste Schweizer Tech-Einhorn sollte es geben. Das ist ein Milliarden-Unternehmen im Digitalbusiness.

Nun sieht’s anders aus. Weniger gut.

Martin Saidler ist mit seiner Centralway Numbrs, dem medial hochgejubelten Fintech-Startup, brutal in der Krise gelandet.

Der Aufschlag am Boden ist hart. Ungebremst. Saidler, der sich einst in die 300-Reichsten-Bilanz hineinmanövrierte, hat soeben 40 seiner besten Leute entlassen.

Alles Programmierer. Alles Highclass.

Und alle jetzt auf der Strasse.

Der CEO von Saidlers Finanzunternehmen, das Online-Banking neu erfinden wollte, bestätigt die Freistellungen.

„Wir haben uns entschieden für standardisierte IT-Dienstleistungen künftig stärker auf Remote Work zu setzen“, lässt sich ein Manager namens Oyvind Oanes zitieren.

„Damit verlegen wir circa 40 Arbeitsplätze.“ Die sollen aber nicht verloren sein, meint Saidlers Statthalter. „Diese Arbeitsplätze entstehen an anderen Standorten neu.“

Und Centralway Numbrs, das Kernstück von Saidlers Unternehmensgruppe und der grösste Hoffnungsträger für eine blühende Zukunft, sei am Hauptstandort weiterhin gross.

„Mit über 100 festangestellten Fachkräften bleibt Zürich weiterhin das Herz des Unternehmens.“ Hier fokussiere man auf die „strategischen und operativen Kernaufgaben“.

Ein Abbau von 40 der wichtigsten Leute, deren Jobs an anderen Orten neu aufgebaut würden: Wie soll das gehen?

Die neue Arbeitswelt mache es möglich, heisst es von Saidlers CEO.

„Das Ziel von Remote-Working Programmen ist es, Talente aus der ganzen Welt in interdisziplinären Teams zusammenzubringen. Die Standorte können also überall sein, je nachdem, wo sich der passende Kandidat befindet.“

Es ist Saidlers Versuch, den Anschein von Normalität zu wahren. Tatsache aber ist: Seine Centralway Numbrs hat soeben eine Massenentlassung vollzogen.

Alle Betroffenen mussten gehen – und zwar per sofort. Sie suchen nun verzweifelt einen neuen Job in Zürich und Umgebung.

Ein geordneter Übergang von Büro- zu Computer-Arbeit sieht anders aus. Da wird nicht einfach allen gekündigt.

Der Crash folgt auf den medialen Hype. Er kann nicht wirklich überraschen.

Die App von Saidler und seinem Fintech-Unternehmen verspricht etwas, das für Branchenkenner von Beginn weg keine grossen Chancen gehabt hatte.

Die Numbrs-App führt die Konten eines Benutzers digital zusammen, welche dieser bei verschiedenen Banken besitzt.

Numbrs verspricht dem Nutzer, erstmals einen Überblick über seine gesamthaften Bankenbeziehungen zu haben.

Doch erstens lassen das viele Banken gar nicht zu. Oder, wenn der Gesetzgeber sie zu entsprechenden Schnittstellen zwingt, dann bieten sie eigene Applikationen an.

Saidler, der mit seinem schwarzen Rollkragen-Outfit Assoziationen zu Apple-Guru Steve Jobs weckt, war die Problematik offenbar bewusst.

Jedenfalls erweiterte er sein Geschäftsmodell Richtung „Drückerkolonne“. Sein Team bildete Callcenter-Mitarbeiter von Bankenpartnern aus, um Kunden Kredite zu vermitteln.

Kleinkredite, Konsumkredite, Studentenkredite. Mit Numbrs statt zu Hightech-Ufern aufzubrechen, landete Saidler im wenig glamourösen Abzahlgeschäft.

Das Problem haben nun seine Geldgeber. Darunter findet sich als Mann und Frau der ersten Stunde das Ehepaar Ospel.

Marcel Ospel, Ex-Ikarus der Grossbank UBS, und seine Frau Adriana, geborene Bodmer aus dem gleichnamigen edlen Zürcher Geschlecht, setzten früh einen Teil ihres Vermögens auf Saidler.

Als dieser Anfang Jahr öffentlich auf die Pauke haute, geriet Adriana Ospel-Bodmer laut ins Schwärmen.

„Wir sind auf dem richtigen Weg zum grossen Ziel“, meinte Frau Ospel im Gespräch. Und verwies auf den Einstieg eines Araber-Staatsfonds.

„Die sind gross, die schauen sich das Ganze ja auch seriös an“, begründete Ospel, die mit ihrem Mann von der „Bilanz“ auf 150 Millionen geschätzt wird, damals ihre Zuversicht.

Gestern wollte sie nichts mehr sagen. Ospel-Bodmer ging auf Tauchstation.

Kommentare

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  1. Wer als Kunde auf einen Blender und Showman wie Martin Saidler herein fällt ist selber schuld. Das ist eben die typische Mischung aus Gier und Dummheit, quer durch alle Bevölkerungsschichten. Das gleiche sehen wir gerade bei Bitcoin und den anderen Krypto-„währungen“. Diejenigen die jetzt noch kurz vor dem Platzen der Blasen in dieses Spielgeld einsteigen halten sich für besonders clevere Insider. Das Erwachen wird sehr ernüchternd sein!

  2. Ganz bitter, erst einen auf Hipster, dann die harte Landung in der Realität.

    Ein Business Modell kann man schnell prüfen – bevor man mehrere Dutzend Programmierer x-Monate & Jahre beschäftigt. Von wegen „Lean Innovation“ und so…., problem : solution fit , solution : market fit ? wenn alles ok ein MVP und testen.

    Ein guter Angel oder Venture Capitalist hätte genau auch dieses Vorgehen sehen wollen. Die IT Branche ist meiner Meinung nach höchst kritisch für nicht IT Leute wie die Ospels /Bodmers & Co. Die können wahrscheinlich gar nicht beurteilen ob das, was da in Technology versprochen wird so marchbar ist. Zynisch dabei ist, dass dieselben Leute die IT Abteilungen in den Banken & Versicherungen führen. Gibt es ein digitaleres Geschäft als Banking ? Kaum – eine UBS müsste doch eine Verkaufsmaschine und IT Shop sein. Für diese Companies gibts nur eine schwierige Zukunft so lange die „IT“ pauschal irgendwo im Corporate Center / Backoffice angesiedelt ist und an irgendwelche COOs rapportiert.

    Zurück zu Centralway: der Fachkräftemangel wird die 40 Leute ja schon auffangen, oder ?

  3. Die XXX-tech Geschichte erinnert mich einfach schrecklich an die Internet-Tech-Blase von 1990. Viel bewegliches Kapital (Finanzsspritzengeld von post 2008 Krise), viele Ideen und kaum Transparenz. Soll jeder versuchen seine Goldader zu finden, wenn da Investoren Geld reinpumpen ohne zu wissen was es ist, ist es eine nette Beschäftigungstherapie. Manche werden übrig bleiben. Und denen mag ich es ja gönnen.

  4. Könnte es nicht einfach sein, dass diese Aggregierungs-App irgendwann einmal fertig gebaut ist ? Wozu dann noch soviele Programmierer beschäftigen ?

  5. Zur Einstimmung in die Realität:

    2012, als es mehr Informatiker gab, und die CS nicht auch noch eine Division massakrierte: „Auf Banker und Informatiker wartet zurzeit niemand.“
    http://www.tagesanzeiger.ch/wirtschaft/Sie-irren-Herr-Ermotti/story/15189038

    Keine IT-Jobs bei der UBS in der Schweiz, aber in Indien: http://www.finews.ch/news/banken/27103-ubs-india-mumbai-navi-business-solutions-center-axel-lehmanns

    Bei den Versicherungen gleich. Avaloq schrumpft auch.

    Dazu: auf forsche Informatiker, die Freiheit in einem Startup genossen haben, wartet niemand! Kadavergehorsam und aalglatte Konformität sind ein Muss.

    Ich wünsche den 40 Informatikern trotzdem viel Erfolg bei der Jobsuche.

  6. Der Druck der Investoren scheint zuzunehmen. Saidler laufen die Zeit und bald auch die Mitarbeiter davon, denn spätestens jetzt dürften diese Begriffen haben, dass auf den Patron kein Verlass ist. Wo bleibt eigentlich der angekündigte UK-Markteintritt? Ausser Spesen wohl nix gewesen…

  7. In der Schweiz gibt es zwar schon weltweit operierende Firmen, die Milliarden Gewinne schreiben, aber diese Firmen sind alle im 19 oder 20 Jahrhundert gegründet worden.

    Wer Einhörner fangen will, der muss nach Kalifornien.

  8. Drittklassigen Managament-Team, Arroganz und leere Versprechen sind eine Garantie für einen bitteren Absturz. Es war absehbar, oder? CEO Herr Oanes und Herrr Saidler werden bald größere Probleme mit dem Investor bekommen. Die Kundenzahlen sind im Keller, die Mitarbeiter demotiviert und das Geld ist weg.

    • Wären die effektiven Nutzer- (nicht Download-) Zahlen gut, würden diese transparent gemacht. De facto aber nutzen viel zu wenig deutsche Kunden die Centralway App. Das Ganze ist ein Flop. Die Marketingaufwendungen, die notwendig wären, um die User-Zahlen auf ein ansprechendes Niveau zu bringen, sind gigantisch. Das Geld ist nicht da. Da sind lediglich ein paar total überforderte Manager, die weder von Leadership etwas verstehen noch in der Lage sind, ein gesundes Arbeitsumfeld zu etablieren. Es herrscht ein Klima von Misstrauen, Überwachung und Repression. Kritische Geister werden umgehend entsorgt und durch ‚begeisterungsfähige‘ Anfänger ersetzt. Damit das alles nicht nach aussen dringt, werden die HR-Mitarbeiter angehalten, positive Bewertungen auf den ensprechenden Internet-Portalen zu platzieren. Einfach nur schlimm, was da abgeht.

  9. Derjenige, der behauptet Flügel zu hauben, soll als Erster in den Stein meiseln.

    Felix „Pin“ Pinfredo
    * 20. Mai 1898 † 16. März 1948

  10. Seit wann wird die Kleinkreditvermittlung im Fintech-Bereich angesiedelt? Reicht dafür jetzt schon eine aufgehübschte App und drei deutsche Banken-Partner, die aus dem letzten Loch pfeiffen? Ich kann mich nur wundern…

  11. Wer Geschäftsmodelle, Unternehmen und digitale Systeme vor allem auf irrige, grossartige, bunte und vergoldete Visionen und Träume aufbaut, sollte mal einen Psychologen oder noch besser einen Psychiater aufsuchen …

  12. War das nicht absehbar? Martin Saidler ist und bleibt ein begnadeter Schaumschläger, der sich mit einem absolut drittklassigen Managament-Team umgibt. Seine Entourage besteht in erster Linie aus Familienmitgliedern und/oder naiven Existenzen, die andernorts beruflich gescheitert sind und ihm deshalb notgedrungen aus der Hand fressen (müssen). Der Traum vom Unicorn hat sich ausgeträumt und als das erwiesen, was es immer war: eine fragwürdige und substanzlose Geldmaschine, um Investoren zu ködern und abzuzocken. Ich bin gespannt, welches Projekt der talentierte Mr. Saidler als nächstes aus dem Hut zaubert.

  13. Einst sagte der Falke zum goldenen Bruder, er sei nicht aus Eisen, sondern lediglich aus Gold.

    Albert „Contrello“ Saphiro
    * 15. Juli 1873 † 9. April 1934

    • Ja Herr Dokkktorrr ganz tolle Zitate aber sonst kommt nichts….
      Danke mich nervt das nur noch.. ah sorry vermuetli verstasch au kei schwizer dütsch

  14. Sorry, ich kann mir die Schadenfreude nicht verkneifen. Wo Fintech draufsteht, ist in der Schweiz Abzocke drin. Zuviele alte Hirnis mischen da mit.

    Und die jüngeren Möchtegerns nennen sich dann http://fintechrockers.com – ein lächerlicher Bozyklub mit Freimaurer-Ansatz, der sich gegenseitig den Klout Score über Twitter hoch pusht, welcher dann von Pseudo Rankliste https://einflussreich.ch publiziert wird. Mainstream Medien wie Bilanz, NZZ, … übernehmen diesen Mist – unreflektiert und naiv.

  15. Ich würde Hr. Saidler die Helvetia empfehlen. Die würden sicherlich noch ein paar Hundert Millionen hinblättern. 😉 Wie bei Monepark…und bei ihren Immobilienakquisitionen, die nach rund 54 Jahren den Break Even erreichen werden!

    • Baloise wäre auch noch eine Möglichkeit, die kaufen auch jeden Sch….

  16. Dort wo „Ospel“ drin ist, kann es nur sehr schlechte Ergebnisse geben, wie lange will diese Abzocker-Familie uns noch nerven ????

  17. Solange es Unternehmer gibt, die das vielbeschworene Human Capital mit einer trivialen Manövriermasse verwechseln, wird es Firmen geben, die abstürzen. Centralway ist insofern ein klassisches Lehrstück, wie man es nicht machen sollte. Der oder die Personalverantwortliche von Saidlers kleinem Königreich dürften in nächster Zeit viel zu tun haben, denn das ist wohl erst der Anfang vom Ende.

  18. Ich könnte im Nu und ohne Atem zu holen einige Personen aufzählen, die wirkliche „Gurus“ sind, weil die das, was sie machen, verstehen, schon mehr als nur einmal erfolgreich umgesetzt haben und die bisher noch niemanden entlassen haben, im Gegenteil.

    Das ewige Rumgehype von wegen „Guru“, Fintech-Spezi, usw. kotzt mich langsam an. Die ganzen sog. Fintech-Spezis auf dem Schweizer Platz sind nicht anderes als Pilze auf gut bewässerten Kuhweiden. Küren sich gegenseitig zu Stars, der eine den anderen, eine andere den einen, dann der andere die eine… und man klopft sich gegenseitig auf die Schulter: Man ist ja cool, und lässig, und verzockt die Kohle von Leuten, die vom Fach nicht die Ahnung haben und glauben, mit „Fintech“ wird man reich.

    Nein, wird man nicht. Aber wenn man’s richtig macht, kann man durchaus gut davon leben. Es wäre schön, wenn die versammelte Presse diesen Pseudo-Gurus und Möchtegern-Spezis keine Werbeplattform mehr kriegen in Form von Finanzblogs, etc.

  19. Früher hat Frau Bodmer/Ospel Wasserflaschengeräte für Büros verkauft. Dank ihrem Mann, damals noch UBS Chef, standen dann diese Geräte in Firmen, die Aufträge der Bank erhielten.

  20. Bin mal gespannt, wie lange sich der kürzlich installierte bzw. vorgeschobene Pseudo-CEO von Martin Saidler noch für dumm verkaufen lässt. Rette sich, wer kann, dürfte jetzt die Devise lauten. Das hört man auch aus dem (vorläufig) verbliebenen Mitarbeiterkreis.

  21. immer wenn ich lese wie Sie über Unicorns etc. schreiben Herr Hässig , fällt mir das https://www.youtube.com/watch?v=Ug83sF_3_Ec von Prof. Dr. Kruse ein.

    Ich befürchte Sie haben nicht viel Wissen round about Start Ups etc. Diese haben eine völlig andere Geschäfts-DNA

    Ausserdem: wenn es tatsächlich 40 herausragende Fachkräfte sind, werden diese ganz schnell einen neuen Job haben. Google , Facebook, ein paar andere Unternehmen hier in Zürich suchen wie verückt. Aber wie gesagt: herausragend ist ein dehnbarer Begriff

    Gehen Sie doch mal auf ein Fuck up Event 😉 das hilft vielleicht zu verstehen. https://zurich.impacthub.ch/de/event/fuckup-night/

    • ja ja, tolli Chappe händ’s dänn aa, und alli glaubed, das isch de neu Messias……
      Hunte Deine heads nur weiter …
      derweil verrichten andere die Arbeit

  22. Alles was Centralway vorzuweisen hat, ist eine Kreditvermittlungs-App, auf die niemand gewartet hat – und die niemand braucht. Viel aufgeblasenes Marketing-Geschwätz und vollmundige Ankündigungen, die Markenzeichen des Martin Saidler, vermochten nie darüber hinwegzutäuschen, dass hier ein umtriebiger Geschäftsmann Investorengelder im grossen Stil verbrennt.

  23. Damit dürfte sich Saidlers Luftnummer langsam aber sicher dem Ende zuneigen. Die betroffenen Mitarbeiter tun mir leid. Die geldgeilen Investoren, die dem windigen ‚Unternehmer‘ auf dem Leim gekrochen sind, weniger.

  24. Das ist eben der Unterschied zu den USA. Dort hat man eine Idee, risikiert sein eigenes Geld und vielleicht auch jenes von Supportern und arbeitet hart am Erfolg. Wenn er kommt, freut sich jeder, wenn man fällt, steht man wieder auf und kämpft weiter. Von allen bewundert. Man hat etwas versucht, etwas gelernt und die Chance es beim zweiten Mal besser zu machen. Und in der Schweiz ergiesst sich Spott und Häme über den gestrauchelten Unternehmer. Zweite Chance? Wohl kaum.

    • Nein, in der Schweiz hat jeder hat im vorherein schon gewusst, dass das nicht klappen kann.

    • Das ist im Grundsatz richtig, allerdings gilt im vorliegendrn Fall zu berücksichtigen, dass die Person Martin Saidler eben nicht den innovativen Unternehmer, sondern eher einen fragwürdigen Zeitgenossen verkörpert, der es versteht, Investoren und Mitarbeiter systematisch zu beeindrucken. Ich bin ziemlich sicher, dass der einzige, der sich am Projekt Centralway schadlos halten wird, Martin Saidler ist. Soviel zum Thema Goodwill für vielversprechende Firmengründer.

    • Die Schweiz ist erfolgsverwöhnt, aber das ist auch schon teilweise vorbei. Man müsste die Leute vor 100-150 Jahren über ihre Sicht fragen.

      Nur in den USA werden Millarden an fremdem Geld verschleudert! Musk (Tesla, SpaceX), Uber, Twitter, …

      Umgekehrt wären viele US-Giganten in der Schweiz nicht möglich. Google, Facebook, …

    • In der Schweiz gibt es keine Investoren, nur Leute die gerne ihr Geld vermehren wollen. Deshalb bekommen alle wirklich innovativen Untermehmer und Erfinder eine Absage, weil die nämlich gut schweizerisch zurückhaltend und ehrlich auftreten. Selbst erlebt. Diejenigen ohne auch nur einen Funken an Inhalt, die mit fremden Geld protzen und vor allem heisse (abgestandene) Luft verbreiten erhalten den grossen Zaster – weil Potential auf Unicorn, alpha bis zum Abwinken. Silicon Valley Cargo Cult hoch drei, bar jeder Substanz. Leider wahr.

  25. Habe kuerzlich einen Bericht gelesen von einem FinTech Investor. 95% aller Investments machen nie Gewinn, lediglich 5% machen seinen Erfolg aus. Wer nichts Riskiert gewinnt nichts! Die Schweiz braucht solche Investoren und Unternehmer um zukuenftig fit zu sein. Ist wohl traurig fuer die 40 Entlassenen doch genau dafuer haben wir in der Schweiz ein gut ausgebautes Sozialsystem. Bin sicher, die werden bald wieder einen Job finden.

    • jaja, die Schweiz braucht Unternehmer, aber richtige! Es ist ja so banaaaahl, man schreibt „numbrs“, und schon meinen alle Naiven, da ist Mehr-Wissen und Technolgy drin …

  26. Ja, der Fachkräftemangel …

    In Amsterdam bekommt ein Freelancer (800 €) höhere all-in-Raten pro Tag als in Bern, oder gar im implodierten Zürich! Soviel leistet man sich dort für IT-Fachkräfte, wo die Mieten noch 800 €/Monat sind.

    Es gibt 4 EU-Länder mit hohen Raten. Je nach Steuermodell bleibt einen, am Ende des Monats, z.B. in Deutschland schon mehr übrig als in Zürich!

    Die 40 entlassenen IT-Fachkräfte sollen den Kanton Zürich verlassen, denn nicht viele warten auf sie. Ausser sie stehen auf Bodyleasing mit Pendelitis.

  27. Misserfolge zu kommentieren ist ja das eine. Aber diese Schadenfreude ständig, irgendwie befremdlich. Oder gehört das zur Eigenart auf dem Finanzplatz?

    • Selten so gut gelacht.

      Made im Speck. Gleich nochmals gelacht. Saidler, der sich im Speck der naiven Investoren fett angefressen hat.

      Und seien Sie sich sicher, dass die Schadenfreue auch bei Saidler zu finden war, als er mal wieder Millionen sammelte und sich selbst fragte, wie naiv gewisse Leute doch sind.

    • Erklären Sie das doch bitte den betroffenen Centralway-Mitarbeitern. Die 40 IT-Kollegen dürften nur die Spitze des Eisberges sein. There is more to come. In der nächsten Runde trifft es die weniger gut qualifizierten Mitarbeiter. Das ‚Management‘ hingegen wird sich weiterhin fürstlich entlohnen und die Firma aussaugen. Der Letzte möge bitte das Licht löschen.

  28. Nur noch peinlich. Saidler betreibt seit Jahren spezielle Geschäfte. Wer da noch investiert, ist selber dumm. Oder kommt von sehr weit her…

  29. Vielen Dank für Ihre Berichterstattungen Herr Hässig, ich wollte dieses Kompliment einfach mal loswerden.

    • An all die historisch wohl eher unbeleckten Leser, welche hier in der Eile das vermeintliche Kompliment mit einem Like beehrt haben:

      Julius Streicher war ein Nazi der übelsten Sorte und der Gründer des Hetzblattes „Der Stürmer“. 1946 in Nürnberg wegen Verbrechen gegen die Menschlichkeit verurteilt und hingerichtet.

      Komplimente aus dieser Ecke hat Insideparadeplatz weiss Gott nicht verdient. Der anonyme Kommentator versucht damit, den mutigen Journalisten in den Schmutz zu ziehen und Parallelen zum dunkelsten Kapitel des vorigen Jahrhunderts zu ziehen. Dabei ist Lukas Hässig einer der ganz wenigen in der Schweiz, die es wagen, Missstände und unsaubere Machenschaften im Innern unserer Banken ans Licht zu bringen. Der Mainstream-Journalismus (inkl. NZZ) versagt hier auf der ganzen Linie. Vierte Gewalt? Das war einmal.

    • Sorry für meine Wortwahl, aber Du bist einfach nur ein Arschloch. Findest Du Dein Pseudonym witzig oder bist Du einfach nur geschmacklos?

      Danke, Sandra, für den Hinweis.

  30. Wenn die Mitarbeiter zukünftig (!) dauerhaft mehr Gewinn erwirtschaften, als sie Lohnkosten verursachen, würden sie bestimmt nicht entlassen!

    • Wenn Mitarbeiter wie Du hier weniger sinnfreie Kommentare posten würden, wäre Dein Arbeitgeber bestimmt auch nicht unglücklich.

  31. Hab die App gleich mal deinstalliert (eh nie genutzt). Jetzt werkeln bestimmt die guten & günstigen Inder daran, die werben ja oft mit Stundensätzen von 10$, da kann kein Schweizer mithalten.

  32. Wie immer im Neu-Speak : Alles im Butter, keine Panik. Für die 40 gefeuerten Programmierer einfach nur Horror.

    Saidler kam, ging und stolperte! Die hochgejubelte Fintech verwandelte sich in ein schwarzes Loch. Und die (klugen) Financiers schauen in die Röhre.

    Guiness-Book of Records : Schaumschläger Nummer (4) in 2017.