Luzerner KB tief enttäuscht von Avaloq

E-Banking erfülle „Qualitätsansprüche nicht“ – Miese Antwort-Zeiten, Chaos – Moodys Avaloq-Rating weit weg von „Prime“.

Einst war Avaloq das Nonplusultra von Swiss Banking Informatik. Nun ist es ein Sanierungsfall.

Zunächst für die Kunden. Die Luzerner Kantonalbank (LUKB) wollte letzten Herbst nur mal kurz ein neues E-Banking von Avaloq einführen.

Eine vermeintlich kleine Sache. Nun ist sie zum nicht enden wollenden Albtraum geworden. Das geht aus dem frischen Geschäftsbericht der LUKB für das letzte Jahr hervor.

„Leider erfüllt das E-Banking die hohen Qualitätsansprüche, vor allem bei den Antwortzeiten, der Übersichtlichkeit und der Benutzerführung noch nicht“, steht da.

Baldige Abhilfe ist nicht in Sicht. Man habe „im Spätherbst 2016 erste Optimierungen umgesetzt“ und würde nun „über das ganze Jahr 2017 weitere substanzielle Verbesserungen vornehmen“.

Vom Update zum Gau – und das mit Avaloq, dem offiziellen Leader der Szene.

Die LUKB bestätigt, dass die Bank ständig mit Anpassungen beschäftigt ist. „So haben wir haben am Wochenende vom 6./7. Mai 2017 umfangreiche Anpassungen vorgenommen“, hält sie fest.

Wie schon im Herbst, als nichts mehr ging, verbreiten die Verantwortlichen Optimismus. „Die Echos unserer Kunden sind insbesondere nach dem letzten Update positiv“, sagt ein LUKB-Sprecher auf Anfrage.

Kommt schon, nur Geduld. Ist halt alles nicht so einfach.

Gleich tönt es bei der Avaloq.

„Uns ist sehr wichtig, dass die Banken in der Avaloq Community und deren Kunden die Avaloq Technologie effizient und komfortabel nutzen können, und das gilt selbstverständlich auch für die LUKB“, sagt eine Sprecherin.

Der Fall LUKB-Ebanking und Avaloq wird zur Zangengeburt. Er wirft ein Schlaglicht auf eine scheinbar führende, einst ultramoderne Technologiefirma mit einem Star an der Spitze, die in die Jahre gekommen ist.

Und nun die Heuschrecken an Bord geholt hat, um die Probleme zu lösen. Avaloq-Gründer Francisco Fernandez übergab im März das Steuer den Angelsachsen von Warburg Pincus.

Die blätterten stolze 350 Millionen Franken auf den Tisch und erhielten dafür 35 Prozent an der IT-Firma mit Sitz in Zürich, 2’000 Mitarbeitern und einer Strategie, die high risk ist.

Avaloq will schon längst weg von der Softwareschmiede hin zu einem globalen Alles-Backoffice-Könner für die Bankenwelt.

Vom Tessin über Berlin und Luxemburg bis nach Asien sollen die Banken ihre Prozesse an die Avaloq und deren Fabriken auslagern.

Dort würde dann die ganze „Produktion“ voll integriert und wie am Schnürchen zu superattraktiven Kosten erledigt.

Die Avaloq-Fabriken sind „skalierbar“: weltweit ohne grosse Zusatzkosten ausbaubar. Das die Überlegung von Avaloq-Übervater Fernandez. Software, das ist Handwerk: teuer und begrenzt.

Die neuen Befehlshaber von Warburg Pincus liessen sich das Geld für den Avaloq-Kauf von den Banken vorstrecken. Sie bezogen einen Kredit über 410 Millionen Franken, unterteilt in zwei Tranchen von 350 und 60 Millionen Franken mit Laufzeiten bis 2024 respektive 2023.

Das geht aus einem Bericht von Moody’s hervor, eine US-Ratingesellschaft. Moody’s sieht für Avaloq nicht besonders rosig. Den Kredit bewertet die Agentur lediglich mit einem B2.

Etwas besser als Junk, aber weit weg von einem A-Rating. Und definitiv nicht „Prime“, was das Risiko der Avaloq betrifft, als Kreditnehmerin auszufallen.

Für den Moody’s-Analysten steht Avaloq vor grossen Herausforderungen. Ein rascher Schuldenabbau sei nicht wahrscheinlich.

Damit ist erstmals verbrieft, dass Avaloq-Fernandez riesige Kredite aufgenommen hat, um sein stürmisches Wachstum zu finanzieren.

Aber es geht noch weiter. Die 82 Millionen Gewinn der Avaloq für das zurückliegende Jahr seien ab 2019 in Gefahr, wenn Kundenaufträge auslaufen würden.

Problematisch sei vor allem, dass Avaloq trotz ihrer massiven Globalisierungsstrategie weiterhin ein Klumpenrisiko bei den Kunden habe.

75 Prozent würden von Banken aus der Schweiz stammen, weitere 10 Prozent aus dem übrigen Europa.

Und: Avaloq habe auch eine riskante „Konzentration“: einige wenige ganz Grosse, viele Kleine als Beigemüse.

„(Avaloq) serves over 150 entities but only 62 financial institutions and its top 10 customers represented just under half of revenue in 2016 but this number is 43% if adjusted for the very large customers which will stop contributing to revenue in the next 24 months“, schreibt Moody’s.

Hoppla. Von den Grossen, welche Avaloq reich gemacht haben, könnten bald ein paar abspringen.

Avaloq betont, dass Moody’s die hohe Liquidität hervorhebe.

Das stimmt. „Moody’s forecasts that Avaloq will record good free cash flow generation going forward, which could support debt repayments.“ Und weiter: „Moody’s views Avaloq’s liquidity profile as good.“

Doch ebenso klar geht aus dem Moody’s-Bericht hervor, dass die hochgesteckten Wachstumsziele der Avaloq unter neuer „Heuschrecken“-Herrschaft auf dem Erfolg der eigenen Produktionszentren basiere.

Diese nennt man BPO, Business Process Oursourcing. Dort erlitt Avaloq mehrfach Rückschläge. Ein Geheimbericht sprach von schwerem Versagen.

Für Avaloq kein Grund zu Sorge.

„Die Ratings sehen (…) enormes Wachstumspotential für unsere BPO-Centres, wobei die Centres ausserhalb der Schweiz erst seit etwas über einem Jahr live sind“, sagte gestern eine Avaloq-Sprecherin.

„Das heisst, sie sind mit den ersten Kunden in vollem Umfang operativ, während sie sich noch weiter am Markt etablieren.“

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37 Kommentare zu “Luzerner KB tief enttäuscht von Avaloq

  1. Das Problem in der IT, bei allen Anbietern: Es scheint so wenige fähige Leute zu geben dass man (a) entweder nach Indien auslagert oder (b) man alles anheuern muss was eine Tastatur besitzt. Auch die Frustrierten und die Wichtigtuer von der Resterampe.

  2. Dü Po! Was erlauben?! Haben geschriben wie Flasche leeer!

    Bin sicher abe geseen dich, gestern, verkaufn von Zeitung Sürpriis.

    Bitte geehe U S A, dort brauchn neue Präsident, bald.

  3. Avaloq hatte früher gute Leute die das Handwerk verstanden. Heute stossen nur noch Leute dazu die keine Ahnung von der Basis haben und meist von McKinsey und so kommen. Fernández macht es somit richtig und verkauft soviel er kann, dann besser was kriegen bevor es nichts mehr wert ist. Die Geschäftsleitung wurde mit solchen Berater-Fuzzis aufgebläht die keine Ahnung haben und in der Zwischenzwit sind die guten alten Leute meist weg. Der Misserfolg in Deutschland, Asian und Luxembourg zeit ja was dabei rausgekommen ist. Francesco, säubre doch einfach Deine (noch) Frima mit all den Ex-Beratern und bald wird es wieder aufwärts gehen.

  4. Das ganze mal Halt! Avaloq ist ein gutes Core-Banken Sytem. Aber nicht mehr. Das E-Banking steckt noch mehr als in den Kinderschuhen. Ich kenne diverse Banken die entwededer die Grealogix-Lösung verwenden oder etwas eigenes bauen. Avaloq sollte besser ihr Kernbankensystem weiter entwickeln und den Markt für Digital den anderen professionellen Playern überlassen

  5. Auch September 2016 fuhr das Schiff Avaloq bei der BHF-Bank in Offenbach gegen in die Kaimauer. Da schickte Avaloq Leute als Service-Manager ins Rennen, die von der ganzen Materie keine Ahnung hatten. Da kamen Berater aus Berlin und aus der Schweiz, die die Bank nur als Gegner sahen. Und so wurde immer wieder argumentiert. und wenn solche Berater teilweise selbst Leute unter Vertrag hatten und diese bei der Bank parkten, dann hat es einen gewaltigen Beigeschmack. Die BHF-Bank zog Gottseidank die Notbremse und beendete die Zusammenarbeit mit Avaloq – kurz vor dem CutOver.

    • herr salm, Sie haben doch im projekt gut verdient, nicht wahr? Ihr kommentar spricht ja auch nicht gerade für Sie. herzlichen gruss nach unterfranken!

    • Gut verdient? Es musste ein Anwalt eingeschaltet werden, sonst würde ich noch heute dem Geld hinterher laufen. Und noch etwas, was mich an Ihrer Einstellung ankotzt: Wir werden von den Kunden bezahlt, damit wir einen Mehrwert liefern, nicht die Kunden abzocken. Dies zeigt Ihre wahre Einstellung. Und dafür sollten Sie sich schämen. Aber so verhielten sich einige bei der BHF-Bank. Leider.

    • Herrn Salm kann ich nur beipflichten. Auch ich war im Avaloq-Projekt bei dieser Bank in Offenbach. Da fragte man sich schon, mit welcher Einstellung hier die sog. Projektleiter an die Arbeit gingen. So kann man Kunden nicht behandeln.

  6. there’s no silver bullet

    Die retail Banking Plattform die gleichzeitig noch ein wunderbares eBanking haben soll? Unglaubwürdig, verzettelt seitens des Anbieters?

    Wenn’s bei der UBS mehr Unternehmer hätte – eines der besten UBS Produkte ist meiner Meinung nach das eBanking System. Das könnte man durchaus als Produkt verkaufen, entkoppeln vom HostSystem, das durch das damalige SSP schon mehr oder weniger über klare API angesprochen wird.

    Crealogix hätte auch was im Angebot. Avaloq wird vielleicht erst wieder schrumpfen müssen, wieder Fokus setzen um dann die nächste Welle zu reiten. Vielleicht wär es auch angebracht über Allianzen zwischen Produktanbietern nachzudenken. Aber unter dem Strich scheitern solche Dinge – leider – i.d.R. an den Ego der Verhandlungspartner hüben wie drüben.

    • Die UBS sagt sich immer wieder: „Wir sind keine IT-Bude!“

      War Amazon auch nicht. Aber Amazon ist jetzt Web-Service-Gigant, und Bezos könnte die UBS kaufen.

      Seilschaften ziehen eben keine Kompetenz heran.

  7. Der engagierte und nicht minder couragierte Lukas Hässig hat sich beherzt diesem Thema angenommen, aber den Kern knapp verpasst. Und da ich weiss, dass der Durchschnitts-IP Leser wieder morgens da sitzt, sich seine Buttergipfel mit 2 Schokoriegeln in die eh schon lange resignierte Figur stopft und auf 2 Dinge wartet, muss ich kurz aushelfen.
    Eine der beiden Dinge ist natürlich eine Lebensweisheit in Form eines Kommentars von Onkel Du Pont. Je härter von den Worten und der Wahrheit getroffen, desto mehr steigt der Frust und desto mehr steigt das Verlangen den nun bösen Onkel Du Pont „zu schelten“. Also kommentiert man möglichst geschickt, dabei raus kommt natürlich nur ein Eigentor. Der Rest des Tages wartet man vergebens auf die Antwort des Idols.
    Die zweite Sache, ist ein IP Artikel, den man überliegen und danach in der Pause gross vor den anderen Kollegen Fetzen davon wiedergeben kann. „Habt Ihr gehört? Heute sei in Luzern eine Avaloq Fabrik detoniert! Ja wirklich, überall seine Ebankings rumgeflogen und die Luzerner KundenBank sei von mehreren getroffen worden und ist nun tief enttäuscht! Pffft, ich hätte dieses Problem schon lange gelöst! Ich würde einfach machen, dass das alles nicht passiert, und alles besser läuft!“

    Ja, Alfred Dornmüller, Du bist der Held der Abteilung. Aber setz Dich jetzt mal hin, Idol Du Pont bringt nun noch eine kleine Korrektur an und schiebt den Fokus wieder auf den Kern der Affäre.

    Hier was geschah (IP Kommentator gerecht runtergedummt):

    Die LUKB hat sich entschieden ein neues Schiff zu kaufen, um die Gewässer des (nicht wirklich) modernen elektronischen Retail Zahlungsverkehr besser navigieren zu können. Die Verantwortlichen der LUKB sind also auf eine Schiffsmesse gegangen und haben das getan, was man an einer Fachmesse Messe tut, die von ausgestellten Modellen, beratenden Spezialisten und Kistenweise Dokumentation mit technischen Daten bis zum Bersten gefüllt ist: Man füllt sich an sämtlichen Aperos der Hersteller die Lampe.
    Einige Spezialisten haben neuartig verarbeitetes Holz vorgestellt, das stabiler ist, aber dennoch die Geschwindigkeit des Schiffes erhöht. Andere haben neue Legierungen oder Kunststoffarten vorgestellt. Doch all das haben die LUKB Verantwortlichen mit ihren Thon verschmierten Gesichtern und Kaviar verkleckerten billig Anzügen (<2K CHF) nicht mitbekommen. Man ist dort abgehangen, wo es die besten Häppchen gab und der lausige Wein (wohl irgend eine Henri Jayer Pfütze) am schnellsten nachgekippt wurde. Und in diesem Falle war es Avaloq.

    Im Suff sagten sich die LUKBler: "Hmm… Avaloq sagt, sie benutzen Backsteine für ihre Boote. Eigentlich bauen sie ja hauptsächlich Häuser, doch sie bieten nun auch Boote an. Backstein hört sich nicht sooo gut an… "
    Und *PLOP* es taucht ein kleiner Wicht auf, braungebrannt, Ferrari Symbol vom Schlüsselbund drückt durch die zu engen Hose und der kleine Schnauz erinnert an diverse Filme von früher, in welchen Ingrid Steeger die Hauptrolle hatte:

    "Trari, Trara, ich erklärs euch ganz laut,
    natürlich ist Backstein gut für ein Boot!
    Damit haben wir ja schon ein Haus für Euch gebaut,
    vertraut mir blind, dann ist alles im Lot!"

    Und so schnell wie der Wicht aufgetaucht war, so schnell war er auch wieder weg. Und die LUKBler sagten sich: Hmm… stimmt! Die haben schon unser Haus gebaut, die werden wohl was von Booten verstehen. Wir geben den Zuschlag an Avaloq!

    FASTFORWARD TODAY:

    Die LUKB ist von Avaloq enttäuscht. Das Backstein Schiff hält nicht was es verspricht. Wie hätte man das bloss sehen können? Backstein ist schlecht! Boooo! Avaloq ist schuld!

    Die Moral der Geschicht: Wer so blöd ist von Avaloq eine Ebanking Lösung zu kaufen, sollte wieder die Selecta Maschinen auffüllen gehen, hauptberuflich.

    So, nun sollten es auch Ihr dreiradfahrenden Kaffeeraum CEOs verstanden haben. Und nein Lukas, ich verlange kein Honorar für meinen Dienst. Ich wünsche allen ein schönes Weekend. (Heute ist doch Dienstag oder?)

    Marcel Du Pont – Milliardär, Meisterpädagoge, Rechtschreibungsdenunziant

    MDP Fanclub und Selbsthilfegruppe für werdende oder vergangene Milliardäre auf:
    https://twitter.com/Marcel_Du_Pont
    https://www.facebook.com/marcel.dupont.9849

    • Einen solchen Lehrer hätte ich mir gewünscht. Alles glasklar und erst noch Tränen gelacht! Sie sollten ein Honorar verrechnen Dupont.

    • Wer kennt denn noch Ingrid Steeger, das erste Nackedei des Deutschen Fernsehens?

    • Sie sind der erste Milliardär wo Täglich Stunden mit Kommentar schreiben verbringt! Sie kennen das RAV ja sehr gut, gibt es dort keine Sekretärin wo Ihnen zwischendurch ein „Millionärswasser“ eingiesst, damit Sie ihren Reichtum etwas stillvoller geniessen können ?

    • @Trudi, an der Verwendung von „wo“ in Schriftdeutsch erkennt man sofort, dass Du nicht in der Schule warst 🙂

    • Lieber MdP, sind Sie ine einem Methadon-Programm oder nehmen Sie Tranquilizer? Unbedingt mit der Dosis zurückfahren, würde Ihren täglichen Stumpfsinn vermissen!

    • Marcel, wenn ein Milliardär wirklich Bachelor (abc) zu seinen Favoriten zählt, dann gebe ich jetzt sofort mein Ziel auf Milliardär zu werden und verprasse meine Millionen jetzt.

    • @Claudia
      Bitte nicht meinen Namen benutzen. Das ist schlechter Stil gegenüber mir und Trudi. Die Trudi weiss schon, wo der Bartli den Most holt…

    • @Marcel Baron von Münchhausen

      Vollkommen irrelevanter Stuss! Avoloq hin oder her, die sind einfach zu schnell gewachsen.Kann man aber reparieren. Man sollte nicht die handelsüblichem Problemchen von IT-Buden übermässig aufbauschen. Wieviel IT-Projekte haben Sie schon gesehen, die reibungslos eingeführt wurden? Ich schätze mal gar keines, weil Sie entweder ein kleiner Banken-Karl-May oder Dauerkunde beim RAV sind, oder tatsächlich noch nie was gearbeitet haben. Auf jeden Fall bewegen Sie sich fernab der realen Welt.

      Ich glaube ehrlich gesagt nicht, dass Milliardäre, die für den Erfolg selber gearbeitet haben, Zeit finden, sich mit kleinkarierten Anzugfragen oder grossgetupfter Selbstbeweihräucherung zu beschäftigen. Die meisten in der Liga, in der Sie sich wähnen, versuchen, einen Platz in der Ewigkeit zu finden, indem Sie den Menschen als Philantrop und karitativer Mensch in Erinnerung bleiben. Gut, drei Ligen unterhalb tut’s wohl auch der eigene Strassennamen. Fünf Ligen darunter versucht man üblicherweise ein Buch zu schreiben. Nochmals fünf Ligen drunter findet man dann die, die dem Rest der Menscheit erzählen wie toll sie sind.Ist auch notwendig, denn von alleine kommen die leidgeprüften Zeitgenossen nicht drauf.

  8. Ein Blick auf die Geschäftsleitung der Luzerner Kantonalbank sagt vieles. Schönwetter-Banker am Pilatus. „Tu mir nichts, so schau ich für dich“. Als Belohnung für die Versager aus Informatik und Digitalisierung gab es auf den 1. Januar 2017 reichlich Beförderungen.

    LUKB und Avaloq: ein roter Faden seit Beginn – bereits die Einführung (Cutover) hat sich verzögert.

    Kantonalbanken und Avaloq – ein unheilvolles Zusammenkommen.

  9. 1. Die IP-Page ist jetzt auch nicht gerade ein gutes Beispiel für Design-Kompetenz. Sie lädt sehr langsam….
    2. Avaloq: die LUKB hat Winkelried gespielt für das neue Ebanking der Avaloq. Es wurden sicher viele Fehler gemacht, aber aus anderen Banken, die das neue EBanking eingeführt haben oder am Einführen begriffen sind, hört man nichts. Scheinbar wurden elementare Fehler nicht wiederholt. Immerhin. Ich denke, die meisten heutigen Avaloq-Banken werden über die Zeit auf Avaloq EB wechseln. Integration ist zentral.
    3. LH bringt viele Dinge auf den Tisch, die Banken lieber sofort wieder von dort wegwischen würden. Gut so. Es war aber auch schon immer offensichtlich, dass auf IP viele herumhängen, die keine Ahnung von Banking haben. Und das gleiche gilt nun für IT. Man könnte meinen, es gäbe keinen Unterschied zwischen dem Windows 10 Rechner zu Hause und einem Banksystem, das hoch sicher, performant und extrem zuverlässig sein muss.

    • Also ich habe schon Banken- und andere Software gesehen, die langsamer und schlechter implementiert war als so manches Windows!

      Die meiste heutige Software sollte auch auf einem Smartphone oder Tablett als Server laufen können, wenigstens als Gag. Ressourcen haben wir genug, ausser die Daten passen nicht drauf.

    • @Schnäuzli:

      Ich habe zwar u. a. eine Informatikausbildung auf taktischer Ebene und somit ein wenig Erfahrung was Systeme können und leisten sollten. Aber ein Programmierer/Systementwickler/Datenbankspezialist bin ich nicht und werde es nie sein. Bei weitem nicht.

      Aber egal, ein System muss laufen. Schnell, zuverlässig und stabil. Das ist ein Fact. Tut es das nicht, ist es Schrott. Basta!

      Der User kann nicht nach jedem Klick gefühlte 15 Sekunden warten bis er weiter arbeiten kann….

      Daher ist es mir völlig egal, ob ein Unterschied zwischen W10 oder einer Bankensoftware besteht. Beide müssen einfach funktionieren….

  10. Eine tote Schwalbe auf der Kogge und ein Himmel so rot wie Blut, bedeuten ein schlechtes Omen.

    Joachim Seraphin
    * 7. Februar 1561 † 22. November 1638

  11. Meine damalig zusammengekratzten Informationen waren, dass bei der LUKB die Oberen weder für Stabilitäts- noch Performancetests interessierten. Die IT-Leute wiesen darauf hin.

    Die Avaloq hat Kohorten von Entwicklern. Trotzdem war ich erstaunt, dass dort Wissen über Datenbank-Performancetuning fehlte, oder man einen Kenner von Aussen haben musste. Das Gespräch fand im Haus drin. Die Nervosität hoch. War wohl vieles vergeigt worden.

    Irgendwo muss mächtig der Wurm drin sein, wenn die Avaloq-Leute weder ihre eigene Software, noch Oracles PL/SQL genug beherrschen, so dass alles beim Kunden langsam läuft.

    PL/SQL wird von allen Grossbanken in Zürich verwendet. Jedoch wird niemand die vielen Entwickler im Falle eines Avaloq-Untergangs absorbieren können, weil

    1) aktuell der falsche Zeitpunkt ist
    2) Dienstleister Kohorten ihrer eigenen Leute bei allen Grossbanken drin haben.

    Desweiteren glaube ich nicht, dass Google etwas mit PL/SQL anfangen kann, weil sie eh anders aufgestellt sind. Ausserdem sind dort nur 14% Schweizer, oder in der Schweiz ausgebildete. Es soll sich eh um Menschenhandel Richtung USA handeln.

    Der IT-Standord Zürich ist echt am Sinken.

    • PL/SQL wird von allen Grossbanken in Zürich verwendet???

      Blödsinn! Ist total verpönt bei den Grossbanken.

    • Fragen Sie mal bei der UBS nach, über den Teil, welcher der Warschauer Pakt (heute EPAM) betreut. Oder auch die anderen, welche explizit Skills in diesem Bereich verlangen. Alles der Performance zu liebe.

  12. Würde mich nicht wundern wenn bald die indische HCL die Entwicklung übernehmen würde. Sind günstiger, schneller und skalierbarer. So denken die Manager eben dass Softwareentwicklung wie Fließbandarbeit bei BMW ist. Die Schritte sind immer dieselben und der Kollege an Station X kann sofort durch einen anderen Kollegen ausgetauscht werden welcher ohne Einarbeitung umgehend weiter machen kann.

    • Allerdings flukturierten die Inder bisher häufig, weil sie anderswo bessere Löhne bekamen.

      Jetzt ist auch in Indien IT-Krisenzeit. Outsourcing läuft nicht mehr so, ausser bei Langsammerker-Kunden aus der Schweiz. Jedoch entlassen die indischen Firmen alle Erfahrenen.

      Man bekam somit immer die 2.- und 3.-klassigen Inder. Die erste Garde von denen wanderte aus, oder die Kunden aus der Schweiz wollten nicht die Knete für diese rausrücken.

      Wie ein Inder kommentierte: „You get what you pay for.“

  13. Wer hat den behauptet, dass die Ablösung eines E-Bankings eine vermeintlich kleine Sache ist? Das würde NIE jemand vom Fach behaupten… und ich bin sicher, dass auch die LUKB das nie so eingeschätzt hat….
    Evtl. ein Wunschtraum von LH…

    • Die Avaloq-Verkäufer haben dies immerhin den LUKB-Ahnungslosen (alias LUKB-Managern) aber erfolgreich aufgeschwatzt.

      Wenigstens hätte man das Ganze etwas mehr polieren können, statt sich vor der Schweiz (20min berichtere) zu blamieren.

  14. Da hat Warburg aber schlechte Due Diligence betrieben und hätte vorab mal ein paar Kunden befragen sollen.

    Aus Kundensicht ist Avaloq mit Systemantwortzeiten im Minutenbereich für bestimmte Geschäftsvorfälle keinesfalls für eine digitale Endkundenerfahrung tauglich. Hier bräuchte es signifikante Investitionen, um auf ein neues Level zu kommen.

    Die Qualität und das Selbstverständnis einer Kundenorientierung im Back-Office Outsourcing ist unterirdisch und nicht akzeptabel.

    Insgesamt grosse Versprechen im Verkauf und böses Erwachen im Tagesgeschäft.

    Der case für Warburg erschliesst sich mir da noch nicht. Eine mittelfristig erfolgreiche Wachstumsstory sieht anders aus. Bleibt nur auspressen, Kosten runter und mit besserem CIR weiter verkaufen. Ob das den Kunden hilft und langfristig zum Erfolg führt? Sehr fraglich.

    • Ich bin sicher, die Herren von Warburg haben noch was in der Hinterhand und dass eine DD gemacht wurde. Die Fremdfinanzierung von Warburg muss bezahlt sein und man will ja auch was verdienen. Also gehe ich davon aus, dass da noch was kommt, der Plan liegt sicher schon in einer oder mehreren schönen PP Präsentation bereit. Viele Diagramme, Analysen und Prognosen mit vielen tollen Farben unterlegt welche die aktuellen und zu erwartenden Kennzahlen unterlagen sollen, sorry werden, egal mit welchen Kennzahlen operiert wird. Also Franz, pass auf, dass die Jungs dich nicht über den Tisch ziehen und die nicht was mit deinem Baby anstellen, was du gar nicht willst. An alle Avaloq und FF Hater… würde vorschlagen, ein den Spiel zu schauen und mal darüber nachdenken, wieviel Arbeitsplätze habt ihr denn geschaffen. Gemütlich auf einer Payroll sitzen kann jeder! Und nein, ich habe noch nie für Avaloq gearbeitet, weder als Angestellter noch als Consultant, habe Avaloq vor Jahren als User kennengelernt. Wünsche allen ein schönes Wochenende.