Falcon schnappt Maerki Baumann Anlagechef weg

Wettrüsten unter kleinen Zürcher Privatbanken – Lohnspirale steigt, Nutzen unklar – Maerki Baumann lässt Stelle unbesetzt.

Das Transferkarussell dreht auch unter den kleinen Banken immer schneller. Statt eigene Leute zu fördern, schnappen sich diese gegenseitig die vermeintlichen Stars weg.

Jüngstes Beispiel ist der Anlagechef der Maerki Baumann, eine kleine Zürcher Privatbank mit ein paar Milliarden Kundenvermögen und in Familienhand.

Der Mann heisst Daniel Egger und springt von der Maerki Baumann zur Falcon Private Bank. Diese ist von den verwalteten Kundenvermögen her nur unwesentlich grösser als die Maerki Baumann.

Für den Job-Hopper also kaum ein grossartiger Aufstieg. Doch geldmässig kann die Rechnung aufgehen. Der Chefökonom dürfte am neuen Ort sicher nicht weniger kassieren.

Der Seitenwechsel passt ins Bild von Transfers unter mehr oder weniger gleich grossen Kleininstituten.

Schon zuvor wurde der Wechsel von zwei Zürcher Rothschildbankern zur Bank am Bellevue bekannt. Letztere versucht nach turbulenten Jahren Tritt zu fassen.

Vom regen Transferhandel profitieren zunächst die Stelleninhaber. Sie können ihren Wert im Markt steigern – durch einen höheren Fixlohn und Aussicht auf mehr Bonus.

Der Wechsel findet oft vor dem Hintergrund personeller Verflechtungen statt. Im Fall des Maerki-Baumann-Anlageschefs springen diese ins Auge.

Der Banker war vor seiner Zeit bei der Zürcher Familienbank ein paar Jahre bei der Credit Suisse. Und CS-Chefs sind es nun, die bei der Falcon Bank, die sich neu erfinden will, das Sagen haben.

Hohe Transfersummen kennt man sonst vor allem aus dem Fussballgeschäft. Wie im Milliardenbusiness um das runde Leder können auch im Banking viele von den Wechseln profitieren.

Im Fussball sind es neben den Spielern und – im Fall von besonders jungen Fussballern – deren Familien vor allem die Spielervermittler. Eine besondere Spezies, die viel Geld für eine überschaubare Leistung kassiert.

Das Pendant zu den Fussball-Spielervermittlern sind im Banking die Headhunter. Sie sorgen mit ihren Deals nicht nur für mehr Geld ihrer Kandidaten, sondern bringen auch ihre eigen Kassen zum Klingen.

Dagegen wäre nichts zu sagen, wenn die Leute wirklichen Mehrwert schaffen würden. Das ist offenbar nicht immer der Fall.

Bei Maerki Baumann überlegt man sich jedenfalls, ob man die Stelle des Anlagechefs neu besetzen will.

Laut Hans Syz, Präsident der Bank und Vertreter der Besitzerfamilie, bleibt der Stuhl von Daniel Egger nach dessen Weggang möglicherweise leer.

Man nutze die „absolut freiwillige und überraschende Kündigung“ des Bankers, um zu schauen, ob es überhaupt einen Anlagechef brauche, meinte Syz letzte Woche am Telefon.

Mit anderen Worten: Ein Banker, der am alten Ort nicht vermisst wird, weil seine Funktion eh überflüssig war, findet ein neues hochbezahltes Plätzchen bei der Konkurrenz.

Vermittelt oft durch Vermittler, die beim Transfer mitkassieren.

Und im Mittelbau wird dann gekürzt, weil die Einnahmen die hohen Lohnkosten im Management nicht mehr rechtfertigen.

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23 Kommentare zu “Falcon schnappt Maerki Baumann Anlagechef weg

  1. Gute Leute sind im Markt vorhanden. MB ist einfach schlicht nicht bereit für gute Leute, welche die Bank weiterbringen können ein marktgerechtes Salär zu bezahlen.

    Wahrscheinlich hat die Geschäftsleitung auch zuviel Respekt vor guten Leuten, welche die Komfortzone der Bank ausdehnen möchten.

    Definitiv kein Wunscharbeitgeber! Vorallem sind 50% der AuM in Immobilienfonds investiert, welche eines Tages verschwinden werden….

  2. Gute Leute können wechseln und das ist auch gut so. Märki Baumann hat die kritische Grösse nicht und ist wenn man richtig rechnet defizitär. Märki Baumann wird es in zwei bis drei Jahren nicht mehr geben. Somit macht ein Wechsel zu Falcon Sinn. Man wird wohl auf dieser Seit nie über einen Wechsel des Sakko-Blenders der Zürcher Notenstein Filiale hören.

  3. Wo ist das Problem, wenn einer die Stelle wechselt? Die Quintessenz dieses Artikels ist mir bei bestem Willen nicht ersichtlich.

  4. Daniel Egger ist ein sehr guter CIO. Neben seinen fachlichen Kompetenzen ist er vor allem auch eine coole Persönlichkeit.

  5. De Dani isch en geile Siech. Der war ja eh mehr im Strozzi’s in den letzten 12 Monaten als am Arbeitsplatz, dem war doch einfach mega langweilig. Wer will schon bis als Lebensende ein paar wenigen Bünzlikunden Immobilienfonds und ZKB-Gold-ETFs empfehlen? Das war ja nur noch gruusig.

    • Richtig geht der so: und die Lücke die er hinterlässt,ersetzt ihn voll und ganz:-)

  6. Steht da am Ende der Verkauf bevor? Der Käufer hat wohl bereits einen CIO – da muss man nicht erst mühlselig noch einen suchen. Kaum ein Haus kommt lange ohne Spezialisten aus.

  7. Die Falcon ist für viele noch die letzte Station einer zu Ende gehenden Karriere. Ein Laden für Ausgediente und eher zweifelhafte Gestalten, denen die weit entfernten Araber solange noch was in den Trog werfen bis der kommende AIA und allfällige Ermittlungen der FINMA das „Geschäft“ (der wohl einzig wirkliche Zweck der Falcon war und ist es, das eigene Geld der Araber in der Welt rumzuschieben) unattraktiv machen. Die Funktion von Egger ist obsolet, niemand braucht heutzutage mehr einen überteuerten Schaumschläger und Blender, die Welt hat sich weiterentwickelt (google Anlageberatung gratis).

  8. Maerki Baumann, Daniel Egger, Falcon kennt kein Mensch Alles nur kleine und unbedeutende Lichter am Finanzhimmel Schweiz. Interessiert keine Sau.

    • @Berner
      Als Berner bist Du entschuldigt wenn Du Maerki Baumann Bank nicht kennst. Gute Privatbank Adresse.
      Die Falcon bin ich mit Dir einig… völlig unwichtig.

  9. Sommerflaute bei InsideParadeplatz? Daniel Egger ist ein hervorragender Anlagechef. Er kann sich auch ohne Headhunter oder „CS-Chefs“ neu positionieren.

  10. Der Grund für den Wechsel!!!????

    MB hat sich unter den Fittichen des jetzigen CEO kaum weiterentwickelt. Den Abgang kann ich voll und ganz nachvollziehen. Der Junge Ökonom sah keine Entwicklung mehr und verdient wahrscheinlich wesentlich besser bei Falcon.

    Zur Info; Bonuszahlungen und Fixlohn sind bei Märki für eine Privatbank sehr bescheiden. Aber ja, der CEO datet ja seine Sekretärin, upsss Verlobte jetzt schon und das kostet ja auch…. 🙂

    Grüsse

    Markus

    • Tönt ganz nach Markus B., dem vermeintlichen Vorgänger des jetzigen CEO’s. Wenn es so ist, hat er wohl seinen selbstverschuldeten Rausschmiss noch nicht verarbeitet! No style! Übrigens hat ihr Kommentar null und nichts mit dem Header zu tun, sondern es handelt sich nur um eine persönliche Abrechnung! What else?

    • @ Marco A.

      Finde dieses Statement nicht schlecht. Es geht nicht NUR um den Header, sondern um den Grund warum der CIO geht.

      Die Anmerkung zur Sekretärin wie auch immer ist ironisch gemein denk ich, jedoch auf dem Bankenplatz halt bekannt.

      Lange Rede kurzer Sinn, Marco A. bevor Sie ihr Statement geben überlegen Sie erstmal Ihre Naivität; als ob dieser Herr wirklich Markus heisst……….

      Grüsse aus ZH

  11. nachdem der IT Verantwortliche vor einigen Wochen bereits geflüchtet ist, wundert diese Personalie nicht weiter. Eine Bank ohne Anlagechef… stimmt, braucht es eigentlich nicht, wenn der Abbau andere Ziele verfolgt.