Berater Ernst&Young: Macho-Frauen-Kultur?

Mit Vision 2020 will bekannte Firma gleiche Karrierechancen für Geschlechter – Im Alltag herrsche aber Macho-Gehabe.

Der Fall Harvey Weinstein erfasst die Corporate World. Die Beratungsunternehmen können sich die Hände reiben. In ihren Hochglanzbroschüren propagieren sie längst Diversity à gogo.

Nur: Ist das alles Show? Bei der bekannten Ernst&Young (EY) werden solche Stimmen laut. Frauen würden nach der hauseigenen Vision namens 2020 lediglich auf dem Papier gleich behandelt.

Im Alltag würde es hingegen zu- und hergehen wie zu Zeiten der uralt Geschäfts-Kulturen, wo Frauen sich rundum als Allzeit-Helferinnen bereithalten mussten.

Nur jene Mitarbeiterinnen, die sich dafür herzugeben bereit seien, hätten eine Chance auf einen Aufstieg in der internen Hierarchie, sagt eine Quelle.

Wer jedoch als Frau ausschliesslich mit echter Leistung überzeugen und so seinen Weg bis hinauf in die lukrative Partnerschaft schaffen wolle, stehe im Beratungsunternehmen vor einer unüberwindbaren Wand.

Das wäre ein scharfer Kontrast zum eigenen Anspruch. „Building a Better Working World at EY“, schreibt die Beraterin dazu auf ihrer Homepage.

Wie jede Beraterin kreierte auch EY einen Namen dafür. Vision 2020 nennt sie ihr Projekt.

„Our ambition is to be distinctive; to be recognised for having the best brand; to be the most-favoured employer on university campuses“, steht da unter anderem geschrieben.

Teil der EY-Vision ist es, dass Frauen und Männer innerhalb des weltweit agierenden Unternehmens ein Gleichgewicht bilden. Die Firma sieht grosse Chancen in heterogenen Teams.

Ihr Ziel sei es, in den jeweiligen Länder- und Branchenmärkten die Nummer 1 oder 2 unter den weltweiten Beratungsunternehmen zu sein.

Anvisiert würden 50 Milliarden Dollar Jahresumsatz. Das entspricht mehr als dem Doppelten einer Credit Suisse.

Nur Kulisse, meint nun aber die Auskunftsperson. EY Inside verhalte sich das Zusammenspiel der Geschlechter gänzlich anders.

Da herrsche eine Kultur, wie man sie längst überwunden geglaubt habe. „Männliche“ Chefs würden die Peitsche schwingen. Wer als Frau nicht kusche, der könne gehen.

Ein Sprecher von EY wollte keine Stellung auf entsprechende Fragen nehmen. „Wir bitten Sie um Verständnis, dass wir derartige Gerüchte und Behauptungen nicht kommentieren“, meinte er nur.

In der Schweiz hat die EY eine stolze Kundenbasis. Im Banking gehört sie zu den wenigen Revisionsfirmen, welche die Ressourcen haben, die beiden Grossbanken zu testieren.

EY hat seit Jahren das Mandat der UBS, während sich die CS von der KPMG überprüfen lässt. Bedrängt werden die beiden Firmen von der PwC, welche die Raiffeisen prüft und schon lange ein Grossbankenmandat anstrebt.

Bei der EY hatte letztes Jahr ein CEO-Wechsel stattgefunden. Der Chef des Versicherungsgeschäfts machte das Rennen. Seither platziert er seine Leute in der internen Hierarchie.

Marcel Stalder, so heisst der EY-CEO der Schweiz, zeigt sich gerne auf Glamour-Bühnen. Zu seinen Business-Freunden zählen „Show“-Chefs wie Ringier-CEO Marc Walder.

Zu reden gaben EY-Partner, die plötzlich das Ruder bei der Leonteq übernahmen. Gleich zwei hohe EY-Berater tauchten im VR der Derivatebude auf, einer übernahm den Job des Finanzchefs.

Er agiert derzeit gar als interimistischer CEO.

Kommentare

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  1. So ein Quatsch.
    Ganz im Gegenteil…der Chef im Non-financial Sektor für gesamten DACH Bereich ist eine Frau. Das „Gender-Topic“ wird so geprüfelt, dass keiner sich mehr nur annähernd einen zweideutigen Witz machen traut…völlig Gaga.
    Und …jeder ist Leibeigener und hat zu tun, was von Ihm verlangt wird…egal welcher Rang..
    Dem CEO Bild muß ich leider zustimmen.
    Wer glaubt „nur“ mit Leistung nach oben zu kommen, hat das Spiel noch nicht verstanden und schon gar nicht das der Big4

  2. Liebe Jungs & Männer
    Liest die Frau Eure Kommentare wird sofort klar, dass es für Euch eine Demütigung sein muss, mit einer Frau Sex zu haben, zumal Ihr ohne sie nicht mal einen Fuss auf die Erde bekommen hättet. Weder Euer Anzug, noch Euer Gehalt in der Chefetage, vermeintlich brilliante Intelligenz, Mukis oder andere Attribute, die Ihr zukauft, können Euer Unvermögen bzw. das Vermögen der Frau wettmachen. Ihr werdet immer nur den Beutel hinter der Frau hertragen und – wenn es Euch neuerdings beliebt – landet Euer Inhalt im Reagenzglas. Schöne Aussicht – oder? … denken können Frauen schon immer besser.

  3. Hm, ein typischer Fall von buhu würde ich sagen. Wer „ausschliesslich mit echter Leistung … seinen Weg bis hinauf“ schaffen will hat in der Schweiz ohnehin verloren, egal ob Männlein, Weiblein oder Zwischending.

  4. Um den Kreis zu schliessen: Wissen Sie, warum Webrepublic AG Zürich den EY Entrepreneur Switzerland 2017 Award erhalten hat?

    Webrepublic scheint die beste Business-Türöffnerin im Werbestall von Ringier und Google zu sein.

    Unter den Finalisten des EY Awards gab es keine einzige Frau. Toll, EY!!!! Das nennen wir konsequent. https://www.moneycab.com/2017/09/14/ey-finalisten-des-entrepreneur-of-the-year-wettbewerbs-2017-bestimmt/

    Halten wir fest: Männer haben Buddy-$$$-Sponsoren. Frauen kriegen abstossende Mentoren.

    Wann gehts mit #metoo in der Schweizer Wirtschaft los? Gar nicht, weil Schweigegeld bezahlt wird. Irgend jemand muss ja die Chanel Täschli finanzieren.

  5. Also daß es einen Kommentar von einem gewissen »SMS« finde ich schon amüsant. Schließlich könnte das auf einen gewissen Herrn andeuten der schon wegen sexueller Belästigung angeprangert wurde. Danke diesem angeblichen tollen HR, der ihn nie bedrängte – denn wenn man Partner ist, darf man Frauen offenbar ungestraft nahegehen. Auch danke dem CEO, der hinter diesem Mann steht. Ihn fördert und unterstützt. Passend zum narzisstischem Selbstbild.
    Eine Schande diese Führung und eine Schande dieses HR…

    • Zahlungen und Geheimhaltungsverpflichtungen. Aber vielleicht macht nun ENDLICH mal jemand das MAUL auf, bei allen Firmen.
      Es gibt immer einen Rahmen, der das deckt, unterstützt und vertuscht. Und ein Haufen Mitwisser, die nicht die Eier haben, einzugreifen und die Opfer zu schützen – aus Feigheit und Geldgier. Das sind auch Täter. Hätte ich irgendwelche Beweise gegen irgendeine. „Weinstein“ in irgendeiner Bank: ich wäre Morgen bei Herrn Hässig. Mit dem HR oder irgendwelchen anderen Stellen würde ich mich gar nicht abgeben, das bringt eh nichts.

    • So sieht die Gerüchteküche aus: angeblich einer bei Insurance der bereits mind. fünf Fälle von sexueller Belästigung seinerseits überlebt hat, da er fortwährend geschützt wird. Mutmasslich ein anderer der Angst hat gegen seine Chefs vorzugehen. EY at it’s best. Zum Glück habe ich den Absprung geschafft.

  6. Bei Berater Buden könnte es noch funktionieren. Frauen sind beim Geschwätz viel besser als Männer.
    Es geht bei einer solchen Firma sowieso nicht um die Produktivität…

  7. Völlig unwahr: Sogar GL-Mitglieder lieben und fördern weibliche Mitarbeiter. Unterstützt durch das HR in guten und schlechten Zeiten.

  8. Das ist der faktenloseste Artikel seit langem – einfach nur traurig.
    Eine Auskunftsperson bringt zum Ausdruck, dass „das Zusammenspiel der Geschlechter gänzlich anders“ sei. Als was? Als die Vision, „dass Frauen und Männer innerhalb des weltweit agierenden Unternehmens ein Gleichgewicht bilden.“? Dies wird heute wohl in den meisten Unternehmen der Fall sein (ausgenommen im Kosmetiksalon auf der anderen Strassenseite). Zum anderen ist es „nur“ eine Vision. Wo ist hier der grosse Skandal? Was Entsetzliches hat sich nun ereignet in den Hallen von EY?

    • Wenn ist richtig kombiniere, dann kann man den Sachverhalt zwischen den Zeilen lesen, glaube ich – vor allem wegen dem Wörtchen „Weinstein“.

  9. kann mir jemand sagen was 2020 passiert? hat uriella den weltuntergang prophezeit? jede firma die ich kenne arbeitet an einem 2020 projekt! hört mit dem scheiss auf… der wetterdienst kann auch nicht mehr wie 3 Tage voraussagen!

  10. Jeder der für einige Jahre in den Big4 gearbeitet hat weiss das hier viel Wirbel um nichts gemacht wird. Untenstehender Abschnitt lässt sich problemlos durch die männliche Form ersetzten.

    „Im Alltag würde es hingegen zu- und hergehen wie zu Zeiten der uralt Geschäfts-Kulturen, wo Frauen sich rundum als Allzeit-Helferinnen bereithalten mussten.

    Nur jene Mitarbeiterinnen, die sich dafür herzugeben bereit seien, hätten eine Chance auf einen Aufstieg in der internen Hierarchie, sagt eine Quelle.“

    Das Geschäftsmodel ist einfach und funktioniert wunderbar. Junge Leute ködern, auspressen wie eine Zitrone und mit imaginärem Geld weiter motivieren. Das eine sehr steile Pyramide nur durch viele Abgänge funkionieren kann ist den wenigsten bewusst. Nur wer bereit ist 60+ Stunden regelmässig zu arbeiten. Sprich bereit ist sich als Allzeithelfer(in) anzubieten schafft den Aufstieg. Soviel ist wahr und war es wohl schon immer in dieser Beraterkultur.

    Sorry, muss nun packen, heute Abend geht der Flieger nach New-York. Business versteht sich. Zwar verpasse ich den ersten Geburtstag meines Sohnes morgen, aber der Partner hat das vor zwei Stunden angeordnet und ich möchte meiner Karriere nicht schaden. /s

  11. Ach ne, und wieviele männliche Angestellte in unzähligen Firmen müssen sich täglich …. lassen in ihrem Job? Das ist doch Teil der heutigen Corporate Culture, wo zwar alle Mänätscher von „Führung“ faseln und auch tolle Seminärchen dazu belegen und belegen lassen, aber nur wenige tatsächlich echte Führungsqualitäten mitbringen und Führung vorleben.

  12. Eine gleich behandelte Frau, ist keine Frau.
    Einer von vielen Fakten, die erfolgreiche Männer inzwischen für sich behalten müssen. Wie bekannt ist, liebt keiner die Frauen mehr als Euer Onkel Du Pont. Ich bezweifle, dass viele Personen mehr Frauen hatten als ich. Dies hat nichts mit dem Fakt zu tun, dass bei meinen Banken mehrmals der Server Speicher erhöht werden musste, nachdem ich kleine Teile meines Vermögen dorthin überwiesen habe. Die Server wurden offenbar nach der Transaktion bis zu 6kg schwerer.
    Die Frau geilt nicht nach Geld, sondern in erster Linie nach Macht. Denn Geld kann sich jede Frau im heutigen Geschäftsumfeld mit hoher Zuverlässigkeit selber besorgen. Wenn eine Frau entschlossen und tüchtig ist, den Willen hat was zu erreichen, schafft es auch. Alles was es braucht ist ein wenig Geduld, eine Heirat und danach eine Scheidung. Darum sagt man ja, diese Frau hat viel erreicht. er-Reich-t.

    Doch Macht ist ein seltenes gut, das den Menschen Vorbehalten bleibt, die tatsächlich etwas drauf haben. Mit wenigen Ausnahmen sind das halt Männer. Das führt natürlich zu Frust. Und wenn der Frau halt die Gene fehlen um zu diesem Ziel zu kommen, dann reisst man wenigstens andere zu sich herunter, die das erreicht haben, was man selber gerne hätten. Kollege Weinstein ist ein top Beispiel. Ein älterer Spass Enthusiast, der sich von seinem Geld und seiner Macht nicht blenden liess, und immer noch für kleine kindische Spässe zu haben war. Hosenrunter „guck mal mein Helikopter“ haha, herrlich Harvey, herrlich!

    Doch dann marschiert die saure Depro Frauenarmee auf, benutzt den guten Humor und Willen von Harvey und schafft es ins Negative zu ziehen. Eine Schande eigentlich. Ernst&Young scheint insofern erkannt zu haben, dass hier kein tatsächliches Ungleichheitsproblem besteht. Sondern lediglich, von der Natur vorgegebene Unterschiedlichkeit. Eine Biodifferenz, wie ich es nenne. Und die Biodifferenz gehört sich zelebriert und nicht abgeschafft (was natürlich physisch gar nicht möglich ist). Auch in meinen Business Ventures wird je nachdem welche Inspektion erwartet wird für die Medien oder Kontrollpersonen Bioequivalenz vorgetäuscht. Zum Beispiel, lassen wir die Frauen an den Empfängen nach hinten transportieren und ersetzen sie mit Frauen, die mit ihrem Aussehen im dunkeln noch Seufzer auslösen. Eben, Gleichheit halt.

    Grosses Theater und zusätzlichen Aufwand ist auch das einzige was die Frauenbewegung als Errungenschaft vorweisen kann. Doch auch ich bin Fan von Spass und spiele natürlich gerne mit.

    Marcel Du Pont – Milliardär, Frauen Verteidiger, Frauen Abräumer.

    Chancengleichheit und Freiheit für alle auf:
    https://twitter.com/Marcel_Du_Pont
    https://www.facebook.com/marcel.dupont.9849

  13. Als Karrieresprungbrett sind die Big Four wohl immer noch in Maßen brauchbar, obwohl sich der technische Fortschritt auch dort mehr und mehr bemerkbar macht (ähnlich wie künstliche Intelligenz bei Rechtsanwälten).

    Die jahrzehntealte stillschweigende Annahme, sich mit den Qualen während des Studiums und zu Berufsbeginn eine zukünftige Karriere, gesicherte Position und hohes Einkommen zu erkaufen geht bereits heute schon nicht mehr auf:

    https://www.kununu.com/de/ernst-young

    https://www.glassdoor.de/Bewertungen/EY-Bewertungen-E2784.htm

    Die Branche ist extrem intrigant, von der Entlohnung und den Arbeitsbedingungen im Vergleich zur Industrie unterdurchschnittlich und nur für Masochisten mit dem Hang zur Selbstverleugnung (noch) geeignet. Es sind ja durchwegs hochintelligente Menschen, die dort ein eher karges Dasein fristen mit der (Selbst-)Erkenntnis, beruflich auf das falsche Pferd gesetzt zu haben.

    • Frauen sind in diesem Beruf schon deswegen besser aufgehoben, weil sie leidensfähiger und mit weniger Geld zufrieden sind.

  14. Die gläserne Decke ist kein Esoterik-Schlagwort sondern noch Realität. Bis diese kaputt ist braucht es ein Zwangsmittel, die Frauenquote.

    • @Milli Vanilli: Vergesst die Frauenquote. In meinem aktiven Berufsleben habe ich permanent versucht, Frauen zu fördern. Sie wollen nicht. Sie haben Angst. Sie sehen ja praktisch, dass Männer in Führungspositionen nicht auskommen mit einem 42-Stunden-Wochentag. Es liegt nicht an den Quoten, sondern an den Frauen selbst. Muss Dir das ganz einfach so sagen.

    • Feministische Propaganda selten so gelacht! Sie sagen das, weil Sie eine Frauen sind und wissen, dass es eigentlich ganz leicht ist eine Directorstelle oder Partnerschaft zu bekommen?

    • @Tobi
      Ganz im Gegenteil. Ein sehr wichtiger Artikel. Jeder Insider weiss, um welche Fälle es dabei geht.
      Ich hoffe auf mehr Artikel und mehr Details zu dem Thema.