Trump will eine starke Schweiz. Damit die EU schwach bleibt.

Mit dem Profil einer deutschen Dogge ausgestattet, hat Professor Klaus Schwab seinen Vorgipfel erreicht. „The Donald“ kommt zum World Economic Forum nach Davos. Dieser Triumph ist fast so viel wert wie der Hauptgipfel des Friedensnobelpreises, den Schwab seit langem ersehnt. In nie zuvor gesehener Zahl, total 3’000 Menschen, pilgert die Weltelite in eine der hässlichsten Alpendestinationen, um unweit des Wirkens Friedrich Nietzsches vor 120 Jahren, den Weltgeist zu erfahren.

Der Bundesrat, diese bald 50jährige Veranstaltung mit Armee und Polizei auf Kosten der nicht zugelassenen Steuerzahler schützend, rückt gleich mit fünf Mitgliedern an. Wie bedeutend unsere Politelite im Weltmassstab ist, zeigen die 20 Minuten Zeit, welche US-Präsident Donald Trump dem Schweizer Bundespräsidenten Alain Berset maximal zugestanden hat.

Sind „The Donald“, das WEF und die Schweiz tatsächlich jenes „trio infernal“, als welches die globalen Antikapitalisten diese Veranstaltung in den Schweizer Alpen darstellen? Mitnichten, denn das WEF ist für die Kapitalisten dieser Welt nichts anderes als das Internationale Rote Kreuz in Genf für die Armen, die den gleichen Globus bevölkern.

Es macht die Grösse der Schweiz aus, beide Institutionen in ihren Grenzen zu wissen; dies mit dem kleinen Unterschied, dass Genf den Steuerzahler jährlich hunderte von Millionen Franken kostet, Davos aber einige hundert Millionen einbringt.

Der Besuch von Donald Trump bedeutet einen Triumph für ein privates Unternehmen, das heute über 700 Mitarbeiter zählt und dessen Einfluss sich über den ganzen Globus erstreckt. Mit schwäbischer Beharrlichkeit hat Klaus Schwab für die A-Schweiz der Spitzenpolitiker und Konzerne aus Davos einen Leuchtturm gemacht, der nur einmal wankte, als 9/11 zu Beginn dieses Jahrhunderts das WEF nach New York City zügeln liess – eine Veranstaltung, die kein sonderlicher Erfolg war.

Bill Clinton wollte ein Konkurrenz-WEF in NYC aufziehen, scheiterte aber nach kurzem Anlauf ebenso wie einige andere in der Schweiz, so in Zürich und in Interlaken, wo heute die „Neue Zürcher Zeitung“ Gewinne zu machen sucht.

Nicht nur das WEF ist wichtig für den Ruf der Schweiz, die geheimen Entscheider und Schätze dieser Welt zu beherbergen. Noch mehr sind es die US-Amerikaner, deren neuer Botschafter in Bern, Edward T. McMullen, trotz grosser Leibesfülle keinerlei Biedersinn verströmt. Bei ihm laufen, mehr als bei seinen Vorgängern seit zwanzig Jahren, die Fäden zusammen, die über den globalen Erfolg der Schweiz bestimmen können. Er kann, als Freund von Donald Trump seit 22 Jahren, direkt beeinflussen, wo man die Schweizer Wirtschaft fördert oder sie abbremst.

Ob wir nach Russland oder den Iran liefern dürfen, entscheidet sich deshalb mehr in der US-Botschaft in Bern als andernorts. Kooperieren unsere Diplomaten mit den Amerikanern, kann die Schweiz in Europa für die USA werden, was Israel für sie im Nahen und Mittleren Osten bedeutet. Die amerikanische Verwaltung in Washington D.C. mag die EU so wenig wie den Iran. Die Schweiz zu stärken, heisst für sie, die Europäische Union zu schwächen.

Donald S. Trump hat seinen Respekt vor der Schweiz sogar schon einmal formuliert, was in den üblichen hiesigen Medien wenig Resonanz gefunden hat, weil man vom stilisierten Teufel nicht gerne gelobt werden möchte. Wir vergessen zu leicht, dass er der Enkel eines Südpfälzers ist, einer sonnigen Region, die nur 180 Kilometer von Basel entfernt ist, weshalb er vielleicht die gleichen romantischen Vorstellungen von der Schweiz bewahrt hat, wie dies bei Napoléon I. der Fall gewesen ist. Der schützte die Schweiz und modernisierte sie, weil er dieses kleine Bergvolk mit seinem korsischen Heimat verglich.

Donald Trump ist die brutalste Ausformung der globalen Kapitalisierung, die wir bisher kennen. Er ist aber kein Sonderfall, macht doch Emmanuel Macron, der Präsident Frankreichs, die gleiche Politik einer grandios selbstbezogenen Aussenpolitik bei gleichzeitiger Vernichtung des eigenen Mittelstands. In der Schweizer Diplomatie, die ohnehin nahezu führungslos ist, sind derlei Begriffe nicht sehr beliebt; gilt in Bern doch die „Politik der stillen Anpassung“ als die fortschrittlichste Lösung.

Für jeden Normalschweizer bedeutet dieser Auftritt in Davos: Wer „America first“ hört, muss daraus ein konsequentes „Me first“ machen. Wir müssen uns den Stärksten zuwenden. Ein wenig ist dies noch die EU, immer noch sehr wichtig die USA, aber im Horizont stehen die Chinesen. In Davos sind sie mit hundert Konzernen und fünfhundert kleineren Unternehmen vertreten.

Alain Berset und seine vier Bundesrats-Zwerge werden viele Hände schütteln müssen. Sie vertreten die A-Schweiz und deren globale Handelsinteressen, während die B-Schweiz lokaler Gewerbebetriebe absahnt, wo dies möglich ist, aber im Stillen die Faust macht gegen dieses globale Getue, das niemand versteht.

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33 Kommentare zu “Trump will eine starke Schweiz. Damit die EU schwach bleibt.

  1. @Klaus Stöhlker

    Guten Mrgen Herr Stöhlker

    Vielen Dank für Ihren Beitrag, ganz unzen, den ich leider erst heute Morgen gesehen habe.

    Bitte entschuldigen Sie deshalb meine späte Antwort.

    Sie sind doch ein Public Relation Spezialist.

    Wie ist es möglich, dass die Zentralbankchefs weltweit behaupten können, sie könnten die Schulden der Zentralbsnk abbauen mit zusätzlichen Schulden und sämtliche Medien, Politiker, Wirtschaftsprofessoren weltwrit wonken diesen Unsinn durch?

    Der Vortrag von SNB Chef Jordan vor der Volkswirtschaftlichen Gesellschaft Zürich war wieder ein Parade-Beispiel dafür.

    Niemand hatte den Mut, Jordan zu widersprechen, dabei geht es mittlerwrile um hunderte Millarden Schulden der Schweiz.

    Ich verlor vor 20 Jahren meine Stelle, als ich wagte, der SNB zu widersprechen. Insoweit kann ich die Angst der Bevölkerung vor der SNB verstehen.

    Es waren je viele „hohe Tiere“ im Saal der Volkswirtschaftlichen Gesellschaft Zürich. Doyen Rainer E. Gut, Martin Scholl ZKB, Axel Weber UBS, Urs Rohner CS usw.

    Klar, dass niemand von ZKB, UBS, CS den lieben Herr Jordan zu kritisieren wagt.

    Kommt hinzu, dass man es mit den „Schlägern“ der SNB in Form von anonymen beleidigenden Trollen hier auf IP zu tun bekommt, wenn man es wagt, den lieben Herrn Jordan zu hinterfragen.

    Diese kommen mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit aus dem direkten Umfeld der SNB und ihres Bankrates / Bakrätin.

    Mit manipulierten Thumbs up werden diese Trolle von der SNB hochgejubelt.

    Herr Stöhlker, dass kann es doch nicht sein:

    Die SNB weocht jeder Diskussion aus ( SNB GV, Vortrag Jordan) stattdessen prügeln die anonymen SNB Trolle die Irrlehre Jordans durch.

    Wo sind wir eigentlich?

    Gott sei dank gibt es noch die „unsichtbare Hand“ welche unserer SNB Widerstand leistet.

    Die Angst vor der SNB nimmt groteske Formen an.

    Was denken Sie Herr Stöhlker, als PR Spezialist davon?

    Freundliche Grüsse

    Marc Meyer

    • Lieber Herr Dr. Meyer,

      „fake news“ und „fake talk“ sind heute im „freien Westen“ an der Tagesordnung. Die staatliche und private Verschuldung wird ganz einfach von den Jüngeren nicht verstanden. Sie meinen, damit überleben zu können. Die Intelligenteren, die von Ihnen genannte Elite, die ich alle persönlich kenne, denken nur an ihre eigene Karriere. Wer 100 bis 500 Mio. Vermögen in wenigen Jahren für sich sammeln kann, was für viele Spitzenbanker zutrifft, stellt keine dummen Fragen. Die Rechnung zahlt jetzt schon der immer ärmer werdende Mittelstand. Weil auch dort grosse Teile von Blindheit geschlagen sind, wirkt bei ihnen die offizielle Propaganda: Es wird alles besser und schöner. Die Medien spielen eine traurige Rolle, da stimme ich zu. Für mich ist die „Financial Times“ ausschlaggebend, ein wenig auch der „Economist“, die immer wieder kritische Artikel publizieren, die den offiziellen Nebel heller machen. Vor einigen Jahren sagte mir einer der von Ihnen angeführten Zürcher Banker, als ich ihn danach fragte: „Natürlich wird das System eines Tages zusammen brechen, aber vorher müssen wir noch Geld verdienen.“ Mit diesem Zynismus wird man leben müssen.

    • @Stöhlker, Klaus J.

      Guten Morgen Herr Stöhlker

      Ja das sind ernüchternde Zeilen. Wo führt das hin?

      Muss es immer zuerst einen grossen Knall geben, bis die Menschheit sich zurückbesinnt.

      Hoffen wir das Beste.

      Freundliche Grüsse

      Marc Meyer

  2. trump aussagen hin oder her. fakt ist und bleibt: die usa sind auf schulden von 21 billiinen usd und einem chronischen haushaltsdefizit aufgebaut. und dies geht nur solange gut, solange der usd international als weltreserverwhrung number 1 gilt. aber genau das ist auf der kippe. der petrodollar-packt,das grundgebilde für den usd und als weltmacht der usa, ist am kippen. china steht bereit. trump ist ein weiteres zeichen der polit-schwächer der usa.

    • Meine Herren,
      Ihr habt doch soebenTrump in Davos erlebt. Bei seinem Dinner, das er ausgewählen europäischen Unternehmern gegeben hat, war kein Schweizer dabei, „nur“ die globalen Chefs von Nestlé, ABB und Novartis. Doris Leuthard gab CNN Money ein Interview in englischer Sprache (nicht einmal schlecht, gemessen am Durchschnitt unserer Bundesräte). Das WEF in Davos wird von einem Deutschen geführt. Das ist die A-Schweiz, der wir als Volk der Hoteldirektoren dienen dürfen.

  3. die usa sind auf schulden von 21 billiinen usd und einem chronischen haushaltsdefizit aufgebaut. und dies geht nur solange gut, solange der usd international als weltreserverwhrung number 1 gilt. aber genau das ist auf der kippe. der petrodollar-packt,das grundgebilde für den usd und als weltmacht der usa, ist am kippen. china steht bereit. trump ist ein weiteres zeichen der polit-schwächer der usa.

  4. Erstaunlich, bis heute hat Trump alles richtig gemacht:

    Kapital zurück ins Heimatland geholt (statt in Steuer“oasen“ zu belassen)

    10’000 von Arbeitsplätzen im Heimatland geschaffen

    Staatsquote gebremst (links-grünes Gutsprech: „kaputtsparen“)

    irrsinnige (Pseudo-)“Frei“handelsabkommen gekündigt oder gar nicht erst unterzeichnet

    der selbstgefälligen Klimamärchen-Sekte aus dem geschützten Werkstatt den (US-) Stecker gezogen

    Berufopfer (#metoo-Pussies, Transsexuelle u.s.w.) in die Schranken gewiesen

    ein unsoziales Gesundheitswesen ein wenig sozialer gemacht

    Kurzum der Traum aller, die sich gerne mit dem Adjektiv „liberal“ schmücken, von JUSO über Neo-JUSO (Operation „Libero“), den Grünen und Sozis/FDP/CVP etc.

    Ich bin gespannt, wie die Gut- und Bessermenschen dieses Landes mit jener kognitiven Dissonanz umgehen werden. Zu blöd aber auch, dass gerade mal wieder der Falsche die “richtigen” Ziele verfolgt.

    • Genau und ganz ganz korrekt. Trump ist ein Superman. Er hat wirklich alles gut gemacht.
      Zudem erhalten dank ihm und seiner Steuerrevision viele tausende Arbeitnehmer mehr Lohn oder einen Bonus.
      Zudem höchst erfreulich und für die CH nachahmenswert sind die Beitragskürzungen an die überbezahlten Wasserköpfe der Uno, der Umweltlügenorganisationen, an die Palästinenser etc.
      Auch bei der Flüchtlingspolitik ist er Vorbild für die CH und die EU-Diktatur.
      Schäbig nur, dass die CH und die EU-Diktatur derart populistisch Linksextrem sind, dass sie nicht mehr Gut von Böse unterscheiden können.
      Statt weitere 1,3 Milliarden an die EU-Diktatur zu schicken, wäre eine Kürzung zielführend, etc. etc.
      Von Kennern der USA weiss man, dass die echte Bevölkerung (Arm, Mittelstand und Reich) zu 100 % für Trump sind. Nur die von den populistischen linken Medien aufgestachelten und fehlgeleiteten bösen „Gutmenschen“ haben Zeit gegen Trump zu demonstrieren. Loosers eben.

  5. @Klaus Stöhlker

    Guten Tag Herr Stöhlker

    Bitte entschuldigen Sie, dass nun mein Kommentar hier ganz oben
    erscheint. Jemand hat ihn unter meinem Namen gepostet.

    Das Problem ist, dass die SNB mit allen Mitteln versucht, meine Argumentation zu unterdrücken.

    Offenbar gibt es Leserinnen und Leser, die das nicht mehr akzeptieren und meine Texte wieder oben posten.

    Insofern bitte ich um Ihr Verständnis.

    Freundliche Grüsse

    Marc Meyer

    • Im Kapitalismus, wie in der Schweiz, darf sich jeder vordrängen oder sonst in den Vordergrund schieben (lassen). Wer dann abfällt, ist selber daran schuld. Das ist der Markt à la Chicago. Trump wird uns in wenigen Tagen zeigt, wie die Welt des 21. Jahrhunderts funktioniert. Schreiben Sie weiter.

    • @Marc Meyer, Dr.: Ihr themenfremder Erguss mit Ihren zum x-ten Mal wiederholten ellenlangen Ich-verliebten Abhandlungen hat hier ganz grundsätzlich nichts zu suchen!
      Ihre kommende absurde Reaktion ist sowas von absehbar… hoffe das Pseudo gefällt Ihnen entsprechend!

    • Zitat :
      SNB Troll
      22. Januar 2018 / 11:57
      ————————————
      Sehr geehrter Herr SNB Troll, …..Sie sind ein Idiot.

    • @SNB Troll

      Gähn.

      Schulden mit Schulden bezahlen.

      Wer’s glaubt…

      Grüsse an Herrn Jordan.

      MfG

    • Jaja der Walterli, da rundum niemand, wirklich niemand mehr seinen unverständlichen Kauderwelsch und Sondermüll lesen oder publizieren mag, pöbelt der rechtsgeschädigte Appenzeller Hinterpfupfiker halt seit ein paar Monaten hier auf IP herum – na ja, wen interessiert’s?
      Dass der Meyer nicht einsieht, dass er hier unter diesem Artikel (und auch anderswo) thematisch nichts verloren hat und mit seiner defekten Schallplatte mittlerweile halb IP zumüllt, verwundert dann auch nicht weiter.
      Schönen Tag noch die Herren.

  6. @ an den „echten“ Dr. Marc Meyer:

    bitte geben Sie nicht auf. Ich danke Ihnen für Ihre ausführlichen Texte.

  7. „Eine der hässlichsten Alpendestinationen“, immerhin eingebettet in eine herrliche Landschaft. Hamburg nach G20 war auch nicht gerade das Gelbe vom Ei. Der umtriebige Autor und Alles-Kommentierer aus dem Land, in dem alle gut und gerne leben, ist auch nicht der ultimative Adonis. Woher kommt die Abneigung, musste er bei seinem letzten Besuch in Davos den Pflüger Riesling Dürkheimer Spielberg aus eigener Tasche bezahlen?

  8. @ Lukas Hässig in eigener Sache:
    Hier unten beansprucht der Kommentator Dr. Meyer ca. 7800 Zeichen (ohne Leerschläge) während sich Klaus Stöhlker in seinem „Leitartikel“ mit ca. 4800 Zeichen begnügt!!

    Damit solche unverhältnismässigen Schreib-Exzesse zukünftig in Schranken gehalten werden rege ich an, die Anzahl Zeichen für die Kommentare zukünftig grosszügig z.B. auf max. 1000 zu begrenzen.

    Damit soll verhindert werden, dass übereifrige Blogger mit einem ausgeprägten Sendungsbewusstsein gezwungen werden, ihre Message klar und knapp zu formulieren und so rasch auf den Punkt zu kommen. Im übrigen finden sich Beschränkungen auch in den meisten sozialen Medien. Ist also common practice.)

    • Beobachter……………………

      Grandios ihr Kommentar.
      Warum überlesen sie den Text von MM nicht einfach wenn er ihnen zu lang ist ?
      Sie werden ja nicht gezwungen ihn zu lesen, sie dürfen sich auch nur mit den kurzen Statements beschäftigen.

      Es gibt einfach Dinge die sind nicht kurz abzufassen.
      Aber es ist ja alles freiwillig hier.
      Ich mag Abhandlungen lieber wie gekürzte Zeichenklaubereien, verstümmelte Gedanken und zusammengestrichene Argumente.

    • ……. Walter Roth

      Danke für den grandiosen Typ der Leser solle einfach „überlesen“, wenn zu lang. 😄

    • @ Walter Roth

      Wirklich grandios Ihr Kommentar.

      Offenbar haben Sie den Artikel von Herrn Stöhlker gehörig überlesen, sonst hätten Sie sich nicht in einen themenfremden Kommentar verstiegen.

      Noch ein Tipp: anstatt themenfremd und ausholend die Kommentarspalte zu besetzen bitte gleich selbst einen Artikel zu diesem Thema hier in IP schreiben. Dann bleiben Sie bei Ihrem Leisten.

  9. Mir wäre jedenfalls wohler wenn wir uns mehr den USA, denn der EU zuwenden.
    Die USA sind oft sehr unsympathisch, denken wir mal an die „Nachrichtenlosen Vermögen“ und das „Judengold“, das Bankgeheimnis, Dinge die allerdings wie üblich während der Amtszeit eines Demokratischen US Präsidenten zur Affaire wurden.
    Und Dinge, bei denen man den Verfall der Schweizer Diplomatie schon vor 20 Jahren deutlich erkennen konnte.

    Die Reps waren bei solchen Sachen stets Schweizfreundlicher.
    Trump hat sicher gewisse Sympathien für unser Land, denn wir haben einen Freund von Trump zum Botschafter erhalten, während viele andere Länder bislang ohne eine Besetzung dieses Postens geblieben sind.

    Also warum das nicht nutzen ?

    Ja klar, unsere Bundespfeifen wollen das gar nicht nutzen, sie schämen sich, denn der Trump das ist ja ein „Mee-Too Kandidat“, ein „Irrer“ dessen Erfolge man lieber gar nicht erst erwähnt, bei dem man lieber ausblendet das er die US-Politik für die nächsten 30 Jahre schon stark beeinflusst hat.

    Tja, in der Tat, unsere Diplomatie ist verkümmert, was ohne kompetente Chefs ja auch nicht verwundert.
    Mittelmass befördert niemals „Übermass“ in wichtige Posten. Lieber hat man einen den man „führen“ kann, denn die sollen im schatten des Chefs stehen, nicht in der Sonne.
    Namen und Persönlichkeiten wir Walter Stucki sucht man vergebens, ja die würde man fürchten.

  10. Die SNB führte nicht dem Schweizer Bankensystem Liquidität zu, sondern dem Eurosystem – auf Kosten der Schweiz.

    Zürcher Volkswirtschaftliche Gesellschaft – mit kollektiver Blindheit geschlagen

    Rainer E. Gut, der „Doyen der Schweizer Wirtschaft“ sei anwesend, sagte ein Sprecher am Mikrophon ehrfürchtig. Es war am Vortrag von SNB-Präsident Prof. Dr. Thomas Jordan an der Fachhochschule Zürich. „Herzlich eingeladen“ hatte die Zürcher Volkswirtschaftliche Gesellschaft. Durch den Abend führte deren Präsident: Martin Scholl, ebenfalls Präsident der Zürcher Kantonalbank. Die Diskussion moderierte der Chefredaktor Wirtschaft der Neuen Zürcher Zeitung (NZZ): Herr Peter A. Fischer. Der Saal war zum Bersten voll und es hatte nicht genügend Platz für alle. Viele mussten draussen bleiben.

    Der Vorstand der Zürcher Volkswirtschaftlichen Gesellschaft entspricht dem „who‘s who“ der Schweizer Wirtschaft oder zumindest der Zürcher Wirtschaft: Urs Rohner, Präsident des Verwaltungsrates, Credit Suisse Group; Fabrice Zumbrunnen, Designierter Präsident der Generaldirektion Migros-Genossenschafts-Bund; Eric Gujer Leiter Publizistik / Chefredaktor Neue Zürcher Zeitung AG; Monika Ribar, Präsidentin des Verwaltungsrates SBB AG; Ernst Stocker Regierungsrat, Finanzdirektor des Kantons Zürich sowie SNB-Bankrat und “last but not least”: Prof. Dr. Thomas Jordan, Präsident des Direktoriums Schweizerische Nationalbank (SNB).

    SNB-Präsident Prof. Dr. Thomas Jordan hatte somit ein “Heimspiel”.

    Der Titel des Vortrags von SNB-Präsident Jordan lautete: „Wie Geld durch die Zentralbank und das Bankensystem geschaffen wird“. Mich interessierte vor allem, wie Jordan die Geldschöpfung durch das Bankensystem erklären werde.

    Jahrzehntelang wurde ja von den Zentralbanken behauptet, Geld entstünde, indem die Zentralbank den Banken „Liquidität“ zuführe, also einen Kredit gewähre („lender of last resort“). Die Banken könnten dann diesen Kredit weiter ausleihen, abzüglich des Mindestreservesatzes. Das führe dann zu einem sogenannten Geldmultiplikator.

    Wenn ein Kunde sein Geld auf die Bank bringe, so könne die Bank dieses Geld an einen weiteren Kunden ausleihen. Banken seien „Geld-Intermediäre“. So wird die Geldtheorie auch noch in den heutigen Lehrbüchern der Volkswirtschaftslehre gelehrt, so zum Beispiel in „Volkswirtschaftslehre“ von Prof. Dr. Aymo Brunetti, ehemaliger Berater von Frau Bundesrätin Eveline Widmer-Schlumpf.

    Jahrelang hatte ich versucht, der Schweizerischen Nationalbank (SNB) klar zu machen, dass das nicht möglich sei, da Geld kein Kredit der SNB an die Wirtschaft darstelle, sondern umgekehrt eine Schuld der SNB bei der Wirtschaft sei. Vergeblich. Bis vor kurzem kolportierte die SNB auf ihrer Home Page diese irrige Geldtheorie.

    Erst als die Bank of England meine Argumentation übernahm („money creation in a modern economy“), kam Bewegung in die Szene: Die Deutsche Bundesbank schloss sich an und zuletzt auch die Schweizerische Nationalbank. Diese machte es sich einfach: Sie nahm einfach die falsche Geldtheorie stillschweigend von ihrer Home Page und ersetzte sie durch die neue – kein Kommentar und keine Erklärung dazu – nichts.

    Es war also für mich interessant, zu erfahren, ob auch SNB-Chef Jordan diesen Wechsel in der Geldtheorie nachvollzogen hat. Und siehe da: Jordan hat auch begriffen. Er erklärte, wie Geld durch die Geschäftsbanken entstehe. Wörtlich gemäss Redetext:

    „Wenn eine Bank einen Kredit vergibt, schreibt sie dem Kreditnehmer den entsprechenden Betrag als Einlage auf seinem Konto gut. Dadurch nehmen auf der Aktivseite der Bankbilanz die Kredite und auf der Passivseite die Kundeneinlagen zu. In der Regel wird der Kreditnehmer seine neue Einlage umgehend dazu verwenden, die Güter zu erwerben, für deren Anschaffung er den Kredit beantragt und erhalten hat.“

    Das entspricht haargenau dem, was ich im September 2013 hier auf Inside Paradeplatz unter dem Titel „Die SNB und das Märchen von der Geldschöpfung“ inklusive Nachträgen mit Buchungssätzen aufgedeckt hatte. Damals wurde ich auch von Anonymen hier heftig kritisiert.

    Es war für mich irritierend, dass meine Argumentation von der SNB über viele Jahre hinweg vehement abgelehnt wurde und nun der SNB-Präsident höchst persönlich exakt meine Argumentation von damals selber vortrug. Dabei erwähnte er mit keinem einzigen Wort, dass die SNB die Geldtheorie auf ihrer Home Page völlig umgekrempelt und auf die neuen Erkenntnisse angepasst hat.

    Wissenschaftliche Fairness und Korrektheit sehen anders aus.

    Dass der SNB-Chef offenbar aber immer noch nicht vollumfänglich verstanden hat, wie die Geldschöpfung wirklich funktioniert, zeigen folgende Passagen aus seinem Vortrag und Redetext. Jordan behauptete:

    „Die Zentralbanken haben auf die Krise rasch reagiert und führten dem Bankensystem in grossen Mengen Liquidität zu.“

    Liquidität zuführen würde bedeuten, dass die Zentralbanken den Banken Kredite gewähren. Das tat die SNB aber nicht: Sie führte dem Schweizer Bankensystem keine Kredite zu, sondern nahm im Gegenteil von diesem hunderte Milliarden Kredite auf. Das beweist die SNB-Bilanz.

    Die SNB führte nicht dem Schweizer Bankensystem Liquidität zu, sondern dem Eurosystem – auf Kosten der Schweiz.

    Diese Passage aus Jordans Vortrag verdeutlicht, dass der Notenbankchef wieder in das alte Raster zurückgefallen ist, wonach von der SNB emittiertes Geld „Liquidität“ sprich Vermögen oder ein Aktivkredit der SNB an die Wirtschaft darstelle.

    Das ist falsch: Notenbankgeld ist umgekehrt ein Passivkredit der SNB – eine Schuld der SNB gegenüber den Banken. Und damit kommen wir zum Hauptfehler der heutigen Wirtschaftswissenschaft (Geldtheorie), welchen Jordan erneut ohne jegliche Einsicht kolportierte.

    „…die Zentralbanken (sind) tatsächlich in der Lage …, einfach «Geld zu drucken….“ Sie können ihren Verpflichtungen in eigener Währung damit immer und überall nachkommen.“

    Das ist der gravierendste Irrtum von SNB-Chef Jordan: „Den eigenen Verpflichtungen nachkommen“ bedeutet, die eigenen Verpflichtungen abbauen, reduzieren.

    Die eigenen Verpflichtungen können auch als Verbindlichkeiten oder Schulden bezeichnet werden und sind auf der Passivseite der SNB-Bilanz verbucht. Das Geld, das die SNB druckt ist ebenfalls auf der Passivseite verbucht.

    Wie will nun bitte die SNB ihre Schulden abbauen bzw. die rechte Seite ihrer Bilanz verkürzen, wenn sie „Geld druckt“ – also die rechte Seite verlängert?

    Das ist buchhalterisch unmöglich. Niemand kann die rechte Seite der Bilanz verkürzen, indem er sie verlängert. Auch die SNB nicht. Niemand im ganzen Saal bemerkte diesen Irrtum. Der Saal war wie mit kollektiver Blindheit geschlagen.

    Jordans Behauptung ist genau so absurd wie die Behauptungen: „Ein Kreis ist viereckig“ oder „Die Hitze ist eisig kalt“ oder „das schwarze Blatt ist weiss“. Zu behaupten, die SNB verkürze ihre Bilanz, indem sie diese verlängert, gehört in dieselbe Kategorie.

    Ich versuchte, Herrn Jordan auf seinen Irrtum aufmerksam zu machen und sagte, das sei mir sogar peinlich. Er aber meinte, die SNB könne selber bestimmen, wann sie Geld zurücknehme oder nicht.

    Damit ging er erstens nicht auf meinen Kritikpunkt ein und zweitens ist es gar nicht die entscheidende Frage: Wenn die SNB auf ihrer Aktivseite nicht über genügend Vermögen verfügt, kann die SNB ihre Schulden auf der Passivseite nicht zurückzahlen und ist Konkurs. So oder so.

    Da hilft auch nicht, wenn Jordan argumentiert, Notenbankgeld sei gesetzliches Zahlungsmittel. Sichtguthaben sind gesetzliches Zahlungsmittel. Aber die SNB hat keine Sichtguthaben – sie hat nur Sichtverbindlichkeiten. Diese sind aber nie und nimmer gesetzliches Zahlungsmittel.

    Ich machte das Publikum darauf aufmerksam, dass die SNB Konkurs sei bei negativem Eigenkapital der SNB und dass in diesem Fall ein grosses Problem auf uns zukäme.

    Keine Reaktion – nichts. Das Publikum wirke auf mich wie gelähmt. Es kam auch nie eine Diskussion auf.

    Zugegeben – ich hatte auch nur ganz wenig Zeit, diesen Irrtum von Jordan zu erklären, so dass ich den entscheidenden Punkt offenbar nicht gut „rüberbringen“ konnte – trotzdem: Das Problem ist einfach zu durchschauen. Und es ist mir unverständlich, dass beispielsweise ein „Doyen der Schweizer Wirtschaft“ solche Irrlehren einfach durchwinkt. Hat er überhaupt verstanden?

    Abgesegnet ist die Irrlehre von Jordan deshalb aber keineswegs – auch wenn es die Volkswirtschaftliche Gesellschaft Zürich immer noch nicht begriffen hat.

    Zu gross ist die Gefahr, dass die SNB dereinst Konkurs geht und wir uns deshalb im Euro-Raum oder gar in der EU wiederfinden, nur weil die SNB ihr Geschäft nicht versteht. Wollen wir in die EU, nur weil die SNB nicht begreift? Und der „Doyen der Schweizer Wirtschaft“ auch nicht? Ich nicht.

    Herr Jordan ist sympathisch rübergekommen – aber wir müssen auch die buchhalterischen und rechtlichen und volkswirtschaftlichen und politischen Konsequenzen seiner Geldpolitik betrachten – und da müssen wir exakt bleiben. Wir dürfen nicht die Unabhängigkeit der Schweiz grobfahrlässig aufs Spiel setzen.

    Die Volkswirtschaftliche Gesellschaft Zürich tut das.

    • Richtig………………….
      ———————————————
      ZItat :
      Die SNB führte nicht dem Schweizer Bankensystem Liquidität zu, sondern dem Eurosystem – auf Kosten der Schweiz.
      ——————————————–

      Wenn man das Herr und Frau Schweizer nur endlich mal ins Gehirn hämmern könnte, würde ich das tun.

      Hätte die SNB nur mal 100 Milliarden in die Schweiz investiert, ……………aber eben, das begreifen die nicht.
      Stattdessen stützen wir den Euro.
      Wenn der Euro mal kollabiert, haben wir nicht nur unser SNB Geld verloren, sondern die haben dann noch unsere Franken mit denen sie dann bei uns einkaufen wollen.

      Doppelt gemoppelt, nein …….Doppelt verloren.

      Denn sicher 600 von den 800 Milliarden welche die SNB in ihren Büchern führt, ist verlustgefährdetes Papier aus dem Euroraum.
      Japan hat mehr Schulden, schwindelerregende Schulden, aber sie haben sie im Inland bei Japanern, die Traditionell stark für ihr Land einstehen.
      Notfalls werden die auf ihr Geld verzichten damit Japan kann sich erholen kann.
      Und wir Schweizer, werden wir das auch können, mit unseren `multinationalen Konzernen die schon zu grossen Teilen von Ausländern geführt werden ?

      Ist das der Grund warum unsere SNB die „anderen“ stützt, uns faktisch in den Strudel der EU hineinführt ?

    • Rainer E. Gut, Doyen der Schweizer Wirtschaft und dazu noch die Bezeichnung ehrfürchtig. Du meine Güte, ist Gut Rainer E. nicht der der den „unseligen“ Mühlemann an die CS-Spitze geholt hat ? So von wegen Doyen und ehrfürchtig.

  11. Nun ja, wenn man sieht wer den Friedensnobelpreis so alles erhalten hat, kann man darauf nicht wirklich stolz sein.

    Ich finde es sehr verwunderlich, dass Sie die Politik von Macron und Trump gleichsetzen.

    Dabei stehen sie diametral entgegen.

    Macron vertritt die alte Macht der Globlisten und Sozialisten.
    Trump vertritt die neue Macht und ist kein Globalist und setzt sich für etwas freieren Handel und Wirtschaft ein.

    Wer denkt, dass wir im Kapitalismus leben muss schon viele Realitäten übersehen.
    Was wird haben ist ein stark geprägter Sozialismus. Weltweit. In der Gesellschaft als auch Wirtschaft.

    • Lieber Herr Dr. Meyer,
      eigentlich bin ich sehr stolz darauf, dass eine „unsichtbare Hand“ Ihren Bericht aus der „Zürcher Volkswirtschaftlichen“ hinter meinem Trump-Kommentar gesetzt hat. Sie fragen sich, warum die Schweizer Wirtschafts- und Politik-Prominenz auf Einwürfe von aussen, wie dem Ihrigen, nicht reagiert. In einem anderen Zusammenhang erklärte mit dies heute ein in der Schweiz viele Jahrzehnte tätiger und jetzt pensionierter deutscher CEO wie folgt: „Die reichen Schweizer lassen alles an sich abperlen. Sie leben im Wohlstand und haben nicht die geringste Lust, diesen durch Diskussionen infrage zu stellen.“ Er fragte mich dann, wie lange das noch gehen werde. Ich antwortete: „Im schlechtesten Fall noch 10-15 Jahre, im besten Fall eine Generation und etwas mehr.“ Die sogenannte Schweizer Wirtschaftselite wird laufend reicher und gibt dies an ihre Kinder weiter. Sofern diese etwas taugen, was in der Hälfte aller Fälle nicht gegeben ist, bleibt der Reichtum erhalten. Deshalb sind die reichsten „Schweizer“ zunehmend Ausländer, die noch kenen Biss haben, den die Schweizer Erben zu oft vermissen lassen. Die Nationalbank treibt daher ein Hochrisikospiel, das im Ernstfall vom Schweizer Volk bitter bezahlt werden muss.

    • schauen sie mal das grosse weltbild an, was sich da gerade tut: China will den Handel von Öl-Futures in der Landeswährung Yuan starten. China ist zum weltweit grössten Importeur aufgestiegen. lesen sie derkursstimmt auf .ch. Die neuen chinesischen Future-Kontrakte auf Öl sollen auch in physischem Gold bezahlt werden können. Dies hätte zur Folge, dass Ölkäufer nicht mehr darauf angewiesen wären, sich USD zu beschaffen, um damit Öl zu erwerben. Die chinesischen Öl-Kontrakte könnten auch zum neuen Öl-Benchmark werden und die in USD notierten Ölsorten WTI und Brent Crude unwichtiger werden lassen. Länder, die unter US-Sanktionen leiden, könnten ihr Öl in China verkaufen, was auch zu einem politischen Bedeutungsverlust der USA führen würde.