Don Pierin (3): Consigliere schickt Veloblitz

Star-Anwalt von Niederer Kraft & Frey deckt Journalist mit Klage ein – Gericht allzeit bereit – Bei Girl gerät Vincenz in Panik.

Das SMS erscheint um 10.08 Uhr, zwei Stunden nach Publikation der Story. „Nimmst du den Artikel freiwillig herunter oder muss es jetzt losgehen?“

Verfasser ist der externe Kommunikationsberater von Pierin Vincenz und Beat Stocker. Die beiden stehen unter Druck: Die Finma hat Vincenz‘ Ex-Firma, die Raiffeisen, an die Leine genommen. Anderthalb Jahre nach Hinweisen in den Medien geht die Finanzbehörde Verfehlungen in der Ära Vincenz nach.

Was der Berater meint, ist klar. Vincenz und Stocker klagen, wenn der jüngste Beitrag unter dem Titel „Schwarzer Aduno-Schatten fällt auf Pierin Vincenz“ aufgeschaltet bleibt.

Es ist der 31. August 2017, und nur Vincenz und sein Partner wissen wirklich, wieviel auf dem Spiel steht. Sie könnten alles verlieren: Ruf, Stellung, Geld. Jetzt heisse Aduno-Details in den Medien zu haben – das würde zu viel.

Plata o plomo, heisst es bei Drogenbaron Pablo Escobar in der Netflix-Erfolgsserie Narcos. Bei Vincenz und Stocker ist es Schweigen oder Blechen. Es gilt die Unschuldsvermutung.

Dafür haben die Topshots mit ihren dunklen Geheimnissen vorgesorgt. Seit ein Jahr zuvor ihre Strukturen mit Anwälten und versteckten Zahlungen ans Tageslicht kommen, haben sie eine Drohkulisse hochgezogen.

Jetzt wird der vorbereitete Blitzkrieg ausgelöst – mit Veloblitz-Offensiven gegen das Blog-Büro im Schiffbau. Im Halbstundentakt überreichen Männer mit struppigen Bärten und trainierten Waden in verschwitzen Dresses wattierte Couverts, von Anwälten, die 800 Franken kosten – in der Stunde.

Dünne Schreiben, dicke Post: „Abmahnung betreffend Persönlichkeitsverletzung und Kreditschädigung“, schreibt Peter Honegger von der Anwaltskanzlei Niederer Kraft & Frey am 31. August 2017. Der Autor würde „unwahre und ehrenrührige Behauptungen“ publizieren.

„Damit kompromittieren Sie unseren Klienten Dr. Pierin Vincenz in der Öffentlichkeit schwer. Mit Ihren Aussagen beeinträchtigen Sie das Vertrauen in die Integrität unseres Klienten und schädigen ihn in persönlicher und finanzieller Hinsicht.“

Weg mit der Story, und zwar „sofort, bis spätestens heute 12:00 Uhr“. Vincenz‘ Kollege Beat Stocker von Wenner & Uhlmann in Zürich mandatiert den erfahrenen Medienanwalt Christoph Born und dessen Kollege.

Für die ist Stocker ein Klient, der nicht ins typische Paradeplatzmilieu passt; lässig locker, mit Jeans, Pullover und einem Dreitagebart.

Der Titel ihres Schreibens lautet fast aufs Komma gleich, ebenso die Argumente: der Artikel sei „unwahr“ und würde den Klienten in „seiner Ehre“ verletzen. Copy-paste Juristerei aus dem Bilderbuch.

Am Nachmittag sind die Geschütze in Stellung und können abgefeuert werden. Superprovisorische Klagen am Handelsgericht Zürich dürfte das Ziel sein.

Dieses Gericht – es ist eines der letzten Spezialgerichte des Landes – gilt als bankenfreundlich und teuer. Gut für Vincenz und Stocker, schlecht für Medien.

Eine Freund und juristischer Berater bildet auf Seiten des Blogs seit Jahren die „First Line of Defense“. Er rät zu einem „Schutzbrief“, der einem vor einem vorschnellen Urteil ohne Anhörung verschonen soll.

Das Handelsgericht stimmt dem Antrag rasch zu. Kosten der Übung: 1’000 Franken – für geschätzte 500 Zeichen Text.

Wenigstens sicher, so die Hoffnung. Dann flattern dicke und beige statt dünne und edle Couverts ins Haus.

Superprovisorische Verfügungen des Handelsgerichts Zürich in Sachen Pierin Vincenz und von Beat Stocker gegen Blog und Autor. Zwei aufs Mal.

Der Aduno-Artikel müsse „nach Erhalt dieser Verfügung unverzüglich“ entfernt werden, ordnet der Richter an. Und: Es sei „mit sofortiger Wirkung einstweilen verboten, die Behauptungen“ weiter zu verbreiten, bei Busse „bis CHF 10’000“.

Streitwert: 100’000 Franken – pro Klage.

Das heisst: Tausende von Franken Gerichts- und Anwaltskosten – kein Pappenstiel für ein Mini-Medium. Bei dem ist damals noch eine CS-Klage pendent, wo der Handelsrichter den Streitwert von 100’000 Franken auf 500’000 Franken erhöht hat.

Der tausendfränkige Schutzbrief erweist sich als wertlos. „Der Beklagte hat unter dem 31. August 2017 eine Schutzschrift eingereicht. Da auch dort keine Belege zu finden sind, ändert sie nichts.“

Die Sache wächst einem über den Kopf. Am Wochenende vom 7./8. Oktober 2017 steigen der Berater von Vincenz und Stocker als Vertreter der Kläger und der Journalist in Deal-Gespräche ein. Mails, Files und SMS schiessen hin und her, unterbrochen von Handy-Fights.

Vincenz geht aufs Ganze. Der Bündner will sämtliche Artikel rund um seine Privat-Deals gelöscht haben. Und: Auch Stories, die seine Frau als Rechtschefin der Raiffeisen thematisieren, sollen für immer verschwinden.

7 Artikel verlangt Vincenz auszuradieren; bei Stocker sinds auch 7.

Letzterer will den Journalisten zusätzlich verpflichten, „künftig weitere Publikationen über (Beat Stocker) zu unterlassen, sowohl auf der Online Plattform Inside Paradeplatz als auch anderweitig“. Mundkorb total.

Vincenz rückt derweil seine Privatsphäre ins Zentrum. „Obwohl selbstverständlich, verpflichten sich (Blog und Journalist), keine die Privatsphäre von PV oder dessen Ehefrau betreffende Sachverhalte zu veröffentlichen, ob in der Vergangenheit liegend oder in der Zukunft.“

Absolution forever.

„Klappt es heute noch?“ Vincenz‘ Kommunikationsmann macht Druck per SMS. Am Samstag, 7. Oktober 2017, ist High noon.

Erster Schuss um 11 Uhr 11. Von Beat Stocker. „(Ich) möchte, dass wir den Vergleich auf alle mit mir im Zusammenhang stehenden IP Publikationen finden.“ Im Gegenzug verzichte er auf Klagen wegen der „von (Julius Bär) entwendeten Daten“.

Nur Bluff, Stocker weiss nichts übers Zustandekommen der Stories. Doch er hat Geld, den Willen und ein grosses Interesse, seine Liaison mit Vincenz unter Verschluss zu halten.

Stockers Forderung akzeptieren hiesse kapitulieren. Von da an könnten die beiden sagen, dass alle Geld-Zahlungen und Vorab-Investments von einem Sensations-Blog frei erfunden seien.

Crunsh time: Dann halt Strafanzeige gegen Vincenz und Stocker wegen ungetreuer Geschäftsbesorgung. Die Ankündigung wirkt Wunder. „Jetzt nicht die Nerven verlieren, wir schaffen das“, beruhigt der Vermittler.

Um 20.23 Uhr am Samstag Abend funkt Stocker ein letztes Mal dazwischen. „Jetzt dauert mir die Verhandlung zu lang. Kriegen wir die Kuh vom Eis oder nicht?“

Er biete die „Friedenspfeife“ an. „Sie haben die Wahl.“ Schliesslich einigt man sich darauf, die alten Stories ruhen zu lassen, bis die Finma oder andere Organisationen neue Fakten schaffen.

Der Deal steht. Am Sonntag, 8. Oktober 2017, empfängt Honegger den Journalisten in den edlen NKF-Büros an der Bahnhofstrasse, serviert Kaffee, Biskuit und erzählt von stählernen Waden dank Spezialtherapie.

Und hier noch unterschrieben, in einer Stunde sind Vincenz und Stocker an der Reihe.

Die beiden Lager sehen sich nicht. 3 Wochen später bricht der Damm.

„Die Finma führt ein Verfahren gegen Raiffeisen“, meldet die SonntagsZeitung. „Pierin Vincenz betont, dass das Verfahren sich nicht gegen ihn selber oder seine Frau richtet, sondern gegen die Bank.“

Der Abwehrwall hält nur kurz. Eine Woche später meldet Vincenz, die Finma habe nun auch ein Enforcement-Verfahren gegen ihn eröffnet. Er werde dagegen kämpfen. Die Helvetia stellt sich hinter ihn.

Die Headlines überschlagen sich. Dann ebbt das Interesse ab, und Vincenz kann hoffen, dass er oben bleibt; zumindest in seinem letzten wichtigen Amt.

Seine Anwälte lassen nichts anbrennen. Praktisch jede Story auf dem Blog über Vincenz und Stocker wird von ihnen abgemahnt.

Dann taucht Vincenz auf. Aus dem Nichts. Nach 2 Jahren mit Drohungen, Anwälten, Klagen und Dementis meldet er sich per Handy.

„Löschen Sie die Story über meinen Vater“, bittet er. Ein Bericht hat Gion Clau Vincenz beleuchtet, einst CVP-Spitzenpolitiker in Graubünden, wie er vor 40 Jahren über Steuern stolpert.

Aber die Fakten stimmen. „Schon, aber meine Familie soll nicht auch noch in den Strudel geraten.“ Der Machtmensch zeigt Gefühl. Der Beitrag landet im „Papierkorb“.

„Wenn Sie schon anrufen: Es gibt hier diese Frau und einen Brief auf Facebook. Jemand könnte Sie bedrängen. Das scheint wichtig.“ Vincenz reagiert wie ein aufgescheuchtes Reh. Er melde sich.

30 Minuten später schlägt Vincenz‘ Anwalt Peter Honegger Alarm. Der Journalist müsse sofort eine „Bestätigung/Abstandserklärung“ unterzeichnen.

Mit dieser müsse er sich verpflichten, die „angesprochene Angelegenheit über verleumderische Facebook-Einträge“ ruhen zu lassen und nicht „medial zu thematisieren“; sie auch nicht „Dritten zur Weiterverwendung“ geben.

Hinter der Aufregung steckt eine Frau. Ab Januar 2015 erhält sie vom Bündner in Tranchen über eine halbe Million Franken. Grund ist eine „familiäre“ Sache, bei der sich Vincenz von Strafverteidiger Lorenz Erni, die Frau von Valentin Landmann vertreten lässt.

Das Geld stammt von Kompagnon Stocker: von dessen Konto bei der Fürstenbank LGT in Vaduz. Kontoinhaberin ist eine I.C.H. Invest & Consulting Holding, bei der Stocker aufleuchtet.

Mit dem „Girl“ taucht auch ein Treuhänder auf, der nebenbei Chauffeurdienste erledigt. Der fährt die Frau zu Vincenz ins Appenzeller Heim.

Das Schreiben auf Facebook ist im Namen des Chauffeurs. Er fordert von Vincenz eine hohe fünfstellige Summe.

Aufgrund des schlechten Deutschs dürfte es sich um eine Fälschung handeln. Im Frühling 2017 stirbt der Mann. Die Obduktion ergibt einen natürlichen Tod.

Die Frau bestreitet, Geld von Vincenz zu erhalten. Sicher ist, dass Vincenz bei der Frage zum Thema aufschreckt und sein Anwalt eine Abstandserklärung verlangt.

Am 14. Dezember 2017 ist die Sache für Anwalt Honegger plötzlich nicht mehr pressant. Vier Tage später erklärt Vincenz seinen Rücktritt als Präsident der Helvetia.

Am 21. Dezember 2017 schliesslich stellt die Finma ihre Untersuchungen gegen Vincenz ein. Mit dessen freiwilligem Verzicht auf Jobs in der Finanzindustrie erübrigten sich weitere Ermittlungen.

Am 27. Februar 2018 klingelt am frühen Morgen ein Polizei-Trupp im Appenzell. Der gute Banker von Raiffeisen wird abgeführt.

Diesen Dienstag ist Vincenz frei gekommen. 15 Wochen eingesperrt auf 9 Quadratmetern wünsche er keinem. Dann setzt der Mann mit dem Selbstbewusstsein eines Steinbocks zum Gegenangriff an.

Die Haft sei „unnötig und in ihrer Länge völlig unverhältnismässig gewesen“, die Vorfälle lägen weit zurück und seien bestens dokumentiert. Gegen die Vorwürfe werde er sich „mit allen Mitteln“ wehren.

Vincenz, wie er leibt und lebt.

Die bisherigen Teile der Serie:

Don Pierin (1): Die Maske fällt

Pierin Vincenz, letzter grosser Banker, kommt nach 15 Wochen aus U-Haft. Sein Fall bewegt ganzes Land – und stürzt Raiffeisen in eine Krise. (Publiziert am 13. Juni 2018)

Don Pierin (2): Bär jagt Leck

Zürcher Privatbank lässt Vincenz trotz Verdachts in Ruhe – Dafür sucht Bär für Finma „Verräter – Anwälte Roesle Frick: Dirty Job. (Publiziert am 14. Juni 2018)

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39 Kommentare zu “Don Pierin (3): Consigliere schickt Veloblitz

  1. Was die ganze Geschichte auch zeigt:

    es ist keine aktive Verschwörung, aber die verschiedenen Abteilungen von Politik, Finanzmarktaufsicht, Steuerbehörden, Medien, Handelsgericht etc. arbeiten wunderbar gegen die Interessen der Bevölkerung zusammen.

    Dazu braucht es auch keine grosse Kommunikation denn alle Beteiligten wissen was man tut und wo man besser die Finger von lässt.
    Wer bei unwichtigen Dingen mitspielt kommt weiter und darf später grössere Dinge vorbeiwinken und wird dafür gut entlöhnt. Die kritischen Leute kommen nicht weiter und erhalten andere Jobs wo man nicht mit solchen Themen konfrontiert wird.

  2. Sehr geehrter Herr Hässig, so sehr ich Ihre Berichterstattung schätze halte ich Nennung des Namens von Pablo für unangebracht. Pablo war nicht nur ein Grosshändler (80% Marktanteil) im Drogenmarkt sondern auch einer der blutrünstigsten Terroristen und Förderer selbigen in Kolubmien im ausgehenden 20. Jahrhundert. Sprengte vollbesezte Passagierflugzeuge (Avianca 1803, 27.11.89). Setzte Kopfprämien auf Polizisten aus. Enführte Menschen, was meist tödlich ausging. Besetzte den Justizpalast (liess besetzen), der vom Miltär mit Panzern zurückerobert wurde. Der Apotheken und Lebensmittelgeschäfte sowie andere zivile Objekte mit Bomben sprengte und insgsamt 1000ende unschuldige zivile Opfer hinterliess. Die Opfer seiner hochrisiko Merchandise ausserhalb Kolumbiens nicht mitgezählt. Auch vor „Schurralisten“ wurde nicht halt gemacht, und so wurde das halbe Gebäude der Zeitung El Espectador 1989 mittels einer Bombe gesprengt, während ein Direktor des Blattes schon 1986 mit einer Grossration Plomo verabschiedet wurde. Selbiges wiederfuhr auch dem Präsidentschafskanditaten Bernardo Jaramillo Ossa, der eine härtere Gangart gegenüber den Narcos ankündigte, rsp. mit den Extraditionen an die USA ernst machen wollte. Uvm. . Leider ist Pablo nicht eine fiktive literarische Figur, die dem Geiste von Drehbuchautoren bei Netflix entsprungen ist, sondern war ein „Mensch“? aus Fleisch und Blut. Gemessen an Pablos „Plata o Plomo“ mutet die beschriebene „Maul halten oder zahlen Masche“ inkl. dem Verschicken von seidengefütterten Briefumschlägen mit (fast) CO2 neutralem Velokurier doch wie eine kuschelige Streicheleinheit an. Wenn es schon (versteckte) Werbung für Netflix sein muss, nehmen sie doch „Billions“ was dem Gesamtthema um Welten näher läge.

    • Netflix ist ihnen wohl zu Kopf gestiegen. Machen Sie sich nichts draus, wird schon wieder.

    • Spassbremse…
      Herr Hässig, bitte nicht irritieren lassen. Sie machen das genau richtig!

  3. Spannend wie ein Thriller – der „banker“, der aus den Bergen kam

    Eigentlich genug Material für einen Roman + Verfilmung nach der Suterschen Art – Titel: „Unter Genossen…“

    Andererseits lässt die massive Art des Vorgehens gegen IP Erinnerungen an Länder der GUS aufkommen. Und mittendrinn die FINMA mit ihrem Kuhhandel mit PV: Einstellung des Enforcementverfahrens gegen Verzicht auf Ämter in der Finanz.

    Mit dem FINMA Bericht zum VR der Raiffeisen kann sich diese auch nicht mehr reinwaschen. Jahrelange Versäumnisse der FINMA – vor allem hinsichtlich fit & proper des VR – ein Schweizer Filz….

    Jedenfalls muss die FINMA in ihrer jetzigen Form verschweinen (a la UK).

    • Machen wir uns doch nichts vor. Die Finma als Nachfolgerin der Eidg. Bankenkommission dient nicht der Aufsicht, sondern der Warnung vor Ungemach. Denken wir zurück, als der erste Crash publik wurde und der damalige Sprecher der Bankenkommission in einem Medieninterview nonchalant von einem leichten Blechschaden für die UBS sprach. Das grosse Versagen der Finma war abzusehen und ist lediglich die logische Konsequenz der längst bekanntgewordenen Komplizenschaft zwischen Behörden und Justiz mit den Grossbanken und der SNB. Bereits vor Jahrzehnten, als das Schweizervolk noch stolz auf SBV, SBG und andere Banken blickte, rieben sich Vertreter der amerikanischen Administration ungläubig die Augen, als sie Einsicht in Akten erhielten, welche aufzeigten, wie die involvierten Banken mit der Unterstützung der SNB und der Justiz sich nach schweizerischem Recht strafbare Handlungen (Arrestverstrickungsbruch und Pfändungsbetrug) zum Nachteil einer kleinen schweizerischen AG (Fall Panta AG) – die danach in Konkurs geriet – ungesühnt zuschulden kommen liessen. Sie lernten daraus, dass angeblich staatstragende Behörden sowie die Justiz in der Schweiz nicht unabhängig funktionieren, wie das Gesetz dies verlangt, sondern nach dem «Sali, sali»-Prinzip. Ist dies erst einmal bekannt und die Glaubwürdigkeit verloren, helfen Persilscheine nicht mehr.

  4. starten sie doch mal ein crowdfunding für ihre arbeit, herr hässig. das muss niemand für sie tun, ihre arbeit wird geschätzt. posten sie den link auf ip. sicher weniger arbeit als mit anwälten, und danach können sie sich auch nkf leisten

  5. Ist ja „geschnapptes“ Geld und damit lässt es sich viel einfacher sogenannte Staranwältli anheuern! Und genau einer dieser Gilte war ja der allegröste Versager in der SIKA Kausa!
    Loyalität kann man bei vielen Anwältli für bare Münze kaufen…..

  6. Lieber Herr Lukas Hässig,

    herzlichen Dank für Ihren Mut und Ihre Professionalität.

    Wenn die Meinungshoheit bei denen liegt, die über das meiste Kapital verfügen, dann wird deren Interesse an einem Rechtsstaat der den Namen nicht verdient und Aufsichtsorgane die ungenügend bestückt sind erneut mit Hilfe dieses Machtinstrumentes durchgesetzt. Diese enormen Verwerfungen, die dadurch entstehen, dass sich der gigantische Machtapparat der Massenmedien in den Händen des Kapitals befindet, ist besorgniserregend.

    Ich ermutige Sie, auch die Verflechtungen innerhalb der 2. Säule unter die Lupe zu nehmen. Die Korruption in der Schweiz ist endemisch. Die Tatsache, dass die Strukturen die solche Machenschaften nicht entschlossener Vorgehen dürfen ist politisch gewollt. Wie hofft, haben wir mit herablassenden Blick und Zeigefinger Mentalität auf Ländern wie Italien gezielt. Haben wir Strukturen wie die Finanzpolizei (Guardia di Finanza) oder Lebensmittelpolizei (NAS) oder Postpolizei (Polizia postale e delle comunicazioni). Nein natürlich nicht. Wir wollen doch kein „Büro“ zusätzlich eröffnen, oder? Woher kamen diese Nein’s? Von denselben Kreisen die verfassungswidrig eine halbe Milliarde AHV-Beiträge der AHV jedes Jahr entziehen. Die Kreise die das Volk wiederum hinters Licht führen wollen mit dem Kuhhandel zwischen Steuervorlage 17 und die AHV-Reform.

    Machen Sie weiter die nächsten Generationen werden uns allen nicht den Vorwurf machen können: „Ihr habt von dem alles nicht gewusst?“

    Mit freundlichen Grüssen

  7. Wann kommt die FINMA bzw. Mark Branson & Co. in die Bredouille?

    z.B. i. S. Behandlung folgender Fälle:
    – RCH wegen PV & NC u.ä.
    – Urs Rohner und Fall „Mosambik“ und/oder Barofsky-Bericht etc.
    – Prozessbetrug München (Vontobel und Uli Hoeness)
    – Machenschaften von BC und Bär (RCH etc.)
    – etc.

    Wie lange klammert sich Mark „Ruoff“ noch an seinen Sessel? Was muss noch alles auffliegen?

    PS: Wenigstens ging VR Bruno Frick mit „gutem Beispiel“ voran.

  8. Die erpresserische Nötigung gegenüber insideparadeplatz die Artikel zurückzuziehen, sind eindrücklich und man kann nur Bewunderung für den Mut von Hässig haben, der drohenden existenziellen Vernichtung getrotzt zu haben.

    Die Gerichte zeigen einmal mehr ein bedenkliche Neigung zur Begünstigung von Big Shots. Gut ist alles an den Tag gekommen!

    • Ja, haben sie recht…. und Helvetia muss stark, stark, stark aufpassen, dass sie nicht „Gresham’s law “ für Menschen ausnützen lässt….oder:

      „Abusus non tollit usum.“
      „Der Missbrauch (eines Rechtes) hebt den Gebrauch (dieses Rechtes) nicht auf.“

      und:
      „Abusus optimi pessimus.“
      „Der Missbruch des Besten ist der schlimmste.“
      Anonymous

  9. Wer kann diese Frage beantworten. Ist das eine Nötigung oder fehlt da noch das: ..“sonst …“ für eine Nötigung?

    …. Weg damit, und zwar „sofort, bis spätestens heute 12:00 Uhr“. Vincenz‘ Kollege Beat Stocker von Wenner & Uhlmann in Zürich mandatiert den erfahrenen Medienanwalt Christoph Born und dessen Kollege. …

    oder dürfen das nur Anwälte?

    StGB Art. 181
    Wer jemanden durch Gewalt oder Androhung ernstlicher Nachteile oder durch andere Beschränkung seiner Handlungsfreiheit nötigt, etwas zu tun, zu unterlassen oder zu dulden, wird mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder Geldstrafe bestraft.

  10. Klar scheint mir, wenn Leute wie Vincenz, Stocker & Cons. (so es die auch noch gibt), ganze „Heerscharen“ von „Promi“-Anwälten losschicken, dann haben sie, eben Vincenz und Consorten, etwas zu verstecken was ihrer „sauberen“ Weste gefährlich werden könnte. Wäre alles „lege artis“ verlaufen so hätten sich Vincenz, Stocker und die ganze übrige allenfalls involvierte „Bagage“ zurücklegen und Tee oder Campari trinken können, stattdessen rennen sie wie die aufgeschreckten Hühner herum (Il n’y a pas de fumée sans feu), das sagt schon einiges. Und wenn man/frau die gestrige Tagesschau von SRF 1 mit Angaben zum Finma -Bericht über die Raiffeisen gesehen hat kann man bezüglich Monsieur Vincenz schon mal sagen, Guet Nacht am Sächsi. Was sind das für aufgeblasene Leute dort zuoberst in der Raiffeisen oder sollte man vielleicht Raffeisen schreiben ?? Und der VR dieser famosen Bank scheint die Zeichen der Zeit noch nicht erkannt zu haben und schläft den Schlaf der „Erledigten“ ob soviel öffentlichem Ungemach, z.B. von seiten der wieder erwachten Finma.

    • „Iurare in verba magistri.“
      „Auf die Worte des Meisters schwören.“
      Horaz

  11. ****Vincenz, wie er leibt und lebt.****

    Die Propagandalüge

    Ich habe hunderttausend Züge,
    von denen jeder euch gefällt,
    ich bin die Propagandalüge,
    die wahre Herrin dieser Welt.

    Ich bin schon hunderttausend Jahre,
    viel älter als der Pentateuch,
    und von der Wiege bis zur Bahre,
    bin ich auf Schritt und Tritt um euch.

    Mir dient das Hirn von tausend Köpfen,
    mir dient der Forscher im Labor,
    und Dummheit kommt Millionen Tröpfen,
    wenn ich es will, wie Weisheit vor!

    Doch dauernd ändert sich sein Name,
    ob es nun Frieden oder Krieg,
    ich heisse als Plakat Reklame
    als Flugblatt heiss ich Politik.

    Ich streue Gift in tausend Brunnen,
    an einem Tage tausendmal,
    den Deutschen mach ich heut zum Hunnen,
    und morgen schon zum Parsival.

    Den Feigling mache ich zum Heros,
    den Helden aber feig und schlecht.
    Mir dient der Mensch, doch auch Gott Eros
    ist täglich tausendmal mein Knecht.

    Ich hetze jedes Volk zum Morden
    aufs Schlachtfeld, doch ich kann noch mehr:
    Ich mache aus vertierten Horden
    ein sittenstrenges Kreuzzugsheer.

    Ich bin die Propagandalüge,
    die jeder kaufen kann für Geld.
    Ich fälsche, lüge und betrüge
    seit Anbeginn die ganze Welt!

    • Darf dieser Text allenfalls bearbeitet und gebraucht werden um ein Liedchen daraus zu machen? Meine Bandkollegen hätte mit Sicherheit Freude daran….

    • @pasukarunosekai

      Ja. „Die Propagandalüge“ wurde bereits 1996 in einer Google Groups erstmals veröffentlicht.

  12. Zum Bericht über seinen Vater:
    „Der Machtmensch zeigt Gefühl“ – von wegen: Das ist reines Kalkül.
    Solche Typen, quasi selbsternannte „Doktoren“, gehen mir auf den Geist.
    Irgendwelche Arbeit geschrieben – nichts geleistet.
    Siehe ex-Aargauer KB-CEO.

  13. Spannung bis zum Schluss… nun die Delegiertenversammlung in Lugano.
    Ist da noch jemand hässig über Hässig?

    Ach Göttchen… früher war alles besser, so beschaulich nett und sie schmeckten so süss, die Kirschen aus Nachbars Garten. Heute kommt der Nachbar grad mit Klage, früher war’s die Mistgabel.

  14. Ein langer spannender krimi! Wer startet crowd funding für hässig? Er hätte es genauso verdient wie quadroni, welcher die bündner baumafia (teil-)aufgedeckt hat!

  15. Wir sollten PV danken. Dank ihm wissen wir dass das Handelsgericht Parteigericht ist, dass HSG Professoren und Professoren in Luzern Nieten sind, dass das landei Rita Fuhrer wie andere VR der RB nichts taugen, dass die HELVETIA ihre VRP nach braunen Teint auswählen und dass berühmte Anwaltskanzleien iin Zürich nur noch Botengänger von Tricksern sind!

    • ……und bei alldem das wichtigste nicht vergessen: pecunia non olet.
      QED, der NR & SR zu bern leben es vor.

    • An „Späher“
      Sehr, sehr weise kommentiert – speziell der Hinweis, mit welchem Sie bestimmte Anwaltskanzleien am Schluss Ihres Kommentars (dis-) qualifizieren. Solche Erfahrungen musste ich in meinem Berufsleben leider ebenfalls viele Male machen!
      Freundliche Grüsse

    • Ziemlich gut zusammengefasst! Das Handelsgericht ist ja wohl die grösste Lachnummer (schaut mal, wer da „Richter“ ist). Ich weiss jetzt auch, weshalb der Anwalt 800.- pro Stunde nimmt: Für irgendwelche Knorrlis den arroganten Kasper machen müssen und mit seinem Namen (und Face etc, was immer man jeweils fürs eine oder andere hält) dafür noch hinstehen müssen, ist hartes Brot.

  16. Ich frage mich da ob all den Aktivitäten von PV er überhaupt noch die Zeit hernahm um die Raiffeisen zu führen! Seine Privaten Investments und der streit mit IP ist ja schon ein 200% Job.