Unsere AHV strotzt vor Gesundheit: Was also soll die Panikmache?

Nach der erstmaligen, grossen AHV-Prognose einer Expertengruppe des Bundes von 1995 (IDA-Fiso-Studie) wäre die AHV bereits vor 12 Jahren pleite gegangen. Nun prognostiziert (suggeriert) man, dass die AHV-Kasse 2030/2031 leer ist.

An was will man so eine Prognose festmachen, wenn es schon ganz am Anfang der Berechnungen keine einheitliche Handhabung des Altenquotienten sowie der Altersabgrenzungen (SECO, BSV, BFS, OECD – unsere Arbeitslosenzahlen lassen grüssen) gibt?

Wenn schon von Anfang an klar wird, dass es bezüglich unseren Vorsorgemodellen nicht um wissenschaftliche Genauigkeit geht, sondern einfach nur um die Konstruktion gewünschter Ergebnisse.

Wie so ein Märchen aus 1001 Nacht aussehen kann, verdeutlicht das Beispiel Finanzordnung 2017 aus dem Departement des Buchhalters Ueli Maurer. Die Steuererträge stiegen um fast 1,5 Milliarden Franken, bei tieferen Steuersätzen.

Wie hat man gerechnet? Tiefere Steuereinnahmen plus Einnahmen der Sozialversicherung (buchhalterisch total unseriös – das Eine gehört dem Staat, das Andere den Versicherten) plus Einnahmen aus den statistisch hochgerechneten kommenden Steuereinnahmen durch die durch Steuersenkungen angezogenen neuen Unternehmen in der Schweiz.

Das Bundesamt für Sozialversicherungen berechnete für 2017 einen Verlust von 101 Millionen Franken in der AHV-Kasse. Trotz weltweiter Krisen haben die Kapitalanlagen von AHV, IV und EO im Jahr 2017 viel Geld verdient. Die Nettorendite betrug 7,11 Prozent.

Das Bundesamt für Statistik rechnete für 2017 mit 1’700 zusätzlichen Sterbefällen, herausgekommen sind 2’000 zusätzliche Sterbefälle. Wieder hat man sich gewaltig und einseitig verrechnet.

Die Reserven im AHV-Topf betragen zurzeit über 45 Milliarden Franken. Das Umlageverfahren AHV ist damit schon perfekt auf die Rentenauszahlungen an die Babyboomer-Generation vorbereitet. Unsere AHV strotzt heute vor Gesundheit.

Nichts ist einfacher, als systematisch mit selbstkreierten Statistiken Sand in die Augen der Allgemeinheit zu streuen. Sehen wir die richtigen Zahlen zur AHV, dann ist es

a) aus mit der Panikmache, man hat b) einen offiziellen und damit Pensionskassen vernichtenden Vergleichswert mit der 2. Säule und c) nicht nur die auf die 1. Säule dringend angewiesenen Bauern denken wohl laut über eine Rentenerhöhung in der AHV nach.

Wie gut es der AHV tatsächlich geht, kann man auch an zwei einfachen Beispielen sehen. Seit 1999 leitet Bundesbern verfassungswidrig und entgegen dem Volkswillen bis heute fast 9 Milliarden Franken AHV-Geld regelmässig um. Das „Buäbätrickli“ des damaligen FDP-Bundesrats Villiger wurde von seiner Parteikollegin Christine Beerli als „bestechend“ bezeichnet.

2011 verschenkte die AHV dann 5 Milliarden an die IV. Und das soll ein Patient auf dem Sterbebett sein?

Fake-News 1: Die AHV ist finanziell angeschlagen. Gemäss Dauerbeschallung der UBS fehlen in der AHV langfristig 1’000 Milliarden Franken.

Tatsache ist: Der AHV geht es mit 45,8 Milliarden Franken Reserven, Stand Ende 2017, so gut wie noch nie.

Fake-News 2: Prognose zur Lebenserwartung. Sieht man sich die Statistiken des Bundes und der Realität gemäss AHV an, liegen bei Frauen und Männer seit Jahrzehnten immer jeweils +/- 24 Monate (sprich 2 Jahre) dazwischen.

Das heisst: Hier hantiert man mit gewaltigen Kosten, die gar nie auf die AHV zukommen werden.

Fake-News 3: Sterbetafeln. Bei der Sterbetafel BVG 2015 waren es gerade mal 15 von 2’000 Kassen, die zur Statistik herangezogen wurden. In diesem Vorsorgemodell fehlten alle Branchen, bei denen die Sterblichkeit statistisch eher tief liegen. Hinzu kommt noch das höchst diskutable Prognosemodell unserer Versicherungsmathematiker, wie eine Studie der CS belegt.

Fake-News 4: Die Lebenserwartung der Menschen steigt unaufhörlich weiter. Dazu existieren sogar komplett unseriöse Langzeitstudien, möglicherweise von denselben Leuten, die den Aktienkurs einer Firma in 10 Jahren voraussagen.

Gemäss Dauerbeschallung der Swiss Life „müssen wir uns bald auf 60 Jahre Arbeiten einstellen“. Denn „jeder zweite Mensch mit Jahrgang 1997 wird 100 Jahre alt.“

In keiner Vorsorgestudie des Bundes wird erwähnt, dass die Anzahl der Rentenjahre seit 7 Jahren stagniert. Mehrere Indizien sprechen sogar dafür, dass die 65-Jährigen bis 2035 mit keiner höheren Lebenserwartung rechnen können als heute:

Die gegenwärtigen Rentnerinnen und Rentner hatten in den Kriegs- und ersten Nachkriegsjahren zwar entbehrlicher, aber besonders gesund gelebt.

Ein Teil der Bevölkerung ernährt sich ungesünder als früher.

Der Anteil der stark Übergewichtigen und der Menschen, die sich zu wenig körperlich bewegen, hat deutlich zugenommen.

Ein erheblich grösserer Anteil an Menschen war und ist viel mehr Feinststaub, Lärm und Stress ausgesetzt als früher.

Der Mobilfunk als globaler Stressor und die Neigung der Menschen, ihren Wohnraum mit WLAN zu verstrahlen. Das sind die 2’000 zusätzlichen Sterbefälle, die gemäss Statistikamt 2017 dazugekommen sind. Dabei werden die Mobilfunk-Antennen und somit die Strahlung immer noch stärker. Smartphone Home, selbstfahrendn Autos und mehr sind noch gar nicht auf dem Radar der „Statistik-Ersteller“ aufgetaucht.

Dass die Lebenserwartung (auch) in der Schweiz schon am Sinken ist, dieser Knick in der Kurve, belegt eine Studie zweier US-Universitäten. Die Darstellung im Tages-Anzeiger vom März 2017 zur Bevölkerungsentwicklung in der Stadt Zürich liefert Schlussfolgerungen, die man in keiner Statistik zur AHV findet.

Ebenfalls totgeschwiegen wird die neue Babyboomer-Generation. Noch nie wurden so viele Schüler, künftige Rentenzahler, eingeschult wie in den letzten Jahren. Die Zahl der Geburten stieg in den letzten 15 Jahren um 18%. Eine Kurve nach unten ist nicht erkennbar, ganz im Gegenteil. Auch die Zahl der Beschäftigten (Rentenzahler) stieg in dieser Zeit um 22 Prozent an.

Dazu passt, dass der Bund allgemein die Alterung der Gesellschaft schätzt und nicht die tatsächlich ausschlaggebende Zeit, während der der Bund AHV-Rente ausbezahlen muss.

Eine weiterer entscheidender Faktor bezüglich Umlageverfahren AHV ist die Produktivität. Für eine Vollbeschäftigung viel zu hoch, ist sie für eine gesunde AHV ideal. Und ist sie nicht mehr ideal, haben wir eine Vollbeschäftigung. Was auch wieder ideal für eine gesunde AHV ist. Auf einen Rentner müssen heute dank Produktivität und Lohn nicht einmal zwei Erwerbstätige kommen, um die AHV zu finanzieren. Das sind rund 4 Mal weniger als 1950.

Ein künstlich angeheizter Generationenkonflikt wird als „Trumpf Buur“ ausgespielt. Die Jungen haben es an der Urne selber in der Hand, wie ihre Sozialvorsorge dereinst aussehen wird. Stichwort: flexibles Rentenalter – das möglicherweise bald kommen wird.

Vergleicht ein heute 60-jähriger Mensch seinen Vorsorgeausweiss mit dem vor 20 Jahren, wird er geschockt feststellen wie selten naiv und absolut dumm er an der Wahlurne doch war. In den letzten 10 Jahren war die AHV nur zwei Mal marginal im Minus und acht Mal im Plus. Seit dem Jahr 2000 hat die AHV im Schnitt mehr als 1 Milliarde Gewinn pro Jahr gemacht, zweimaliger Crash der Weltwirtschaft hin oder her.

In Zeiten von Überproduktion und Exportüberschuss ist unsere Wirtschaft geradezu auf die Kaufkraft der älteren Generation angewiesen. Von den 90’000 Menschen, die 2015 in Rente gingen, hatten rund 15 Prozent nur eine AHV-Rente als Vorsorge. Ausgerechnet die, die es am nötigsten haben, haben einzig diese Staatsversicherung als Hilfe. Was unser 3-Säulen-Prinzip als Absurdität demaskiert. Ein neidischer Blick nach Österreich tut ein Übriges.

Bezüglich 1. Säule sprechen alle nur von der AHV und der IV, aber niemand von der ALV. Vielleicht, weil man dann über das Ziel Vollbeschäftigung sprechen müsste statt über Sockelarbeitslosigkeit?

Die von der OECD berechneten Arbeitslosenzahlen für die Schweiz sind doppelt so hoch wie die von SECO, BSV, BFS. Die Darlehensschulden der ALV liegen bei circa 2,5 Milliarden Franken.

Hinter dieser manipulierten Panikmache steht ein unheiliges Dreigestirn aus Politik, Wirtschaft und Medien. Statt gegenseitiger Aufklärung herrscht latentes Versagen. Statt „für die Allgemeinheit“ hat man sich – Geld sei Dank g- efunden.

Das erste Ziel, sämtliche involvierten Personen bis hinauf zum Bundesrat gewaltig und permanent unter Druck zu setzen, bis der Staat vor den mächtigen Interessengruppen einbricht, hat man bereits geschafft.

Der Drahtzieher: Das Relikt des kalten Krieges, die FDP. Bereits bei der Einführung der AHV 1947 bekämpften die grossen Banken und die Privatassekuranz zusammen mit dem Zürcher Freisinn die staatliche Altersvorsorge. Nachdem ihr Versuch, die AHV-Schuldenbremse und damit Rentenalter 67 durch die Hintertür einzuführen, gescheitert ist, geht es jetzt vor allem darum, die billige und volkswirtschaftlich förderliche 1. Säule weiter zu schwächen.

Der Financier: Das gewaltige und unheilige System aus sagenhafter und nicht versiegender, purer wirtschaftlicher Potenz schmiert den Karren, knüpft Netzwerke, vereint Unternehmen, mobilisiert Lobbyisten, macht und zerstört wirtschaftliche oder politische Karrieren. Erliegt man der süssen Versuchung, hängt man am Tropf des Geldes. Der Financier und die AHV ist wie Reich gegen Arm, Wasser gegen Feuer, Männlein gegen Weiblein. Und immer ist der Sieger schon zum Voraus klar.

Die Meinungsmacher: Die Abhängigkeit(en) der um ihre nackte Existenz kämpfenden alteingesessenen Medienhäuser und ihrer Journalisten ermöglicht erst diese riesige Angstmacherei-Kampagne. Sehr leichtfertig und erschütternd unkritisch werden Gefälligkeitsgutachten einer von Geld um sich werfenden Lobby ungeprüft weiterverbreitet. Journalisten wie Vorsorgespezialisten, die bei diesen Fake-News nicht mitmachen wollten, sollen schon mal ihren Job und ihre Existenz verloren haben.

Die „Beförderung“ des einfachen Angestellten zum Manager Utopia(n) ist in Zeiten von Bologna ein allgemeiner Trend. Es hilft trotz goldenen AHV-Zeiten wie dieser, mit der aktuellen AHV-Revision dem einfachen Angestellten mehr AHV-Abgaben aus dem Portemonnaie zu ziehen und gleichzeitig die Unternehmenssteuern zu senken. Was die Firmen dann wiederum steueroptimiert in welcher Form auch immer ihren Aktionären zukommen lässt.

Wer beispielsweise bei Banken und Versicherungen fühlt sich heutzutage noch als Arbeiter und damit angesprochen? Niemand. Damit haben 80 bis 90 Prozent der Angestellten in diesen Bereichen etwas nicht verstanden.

Zur Vorsorgerevision 1. und 2. Säule kann es nur ein ernüchterndes Fazit geben. Bei den Rentendebatten geht es im Kern um Verteilungsgerechtigkeit, nicht um demografische Probleme. Welche Personengruppen sollen an der wirtschaftlichen Wertschöpfung und der Verteilung des Wohlstandes wie oder gar nicht beteiligt werden? Die riesige Umverteilungsmaschine von Arm zu Reich wird erst enden, wenn es keinen Mittelstand mehr gibt und die Sozialwerke ausgehöhlt und ausgebeutet sind.

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38 Kommentare zu “Unsere AHV strotzt vor Gesundheit: Was also soll die Panikmache?

  1. Mein Leben
    Durch Zwangsabgaben zwangsgespart und nicht zu knapp. Als CH-er Militärdienst geleistet, Familie ernährt und Steuern bezahlt. Als IV-Rentner gebeutelt und als AHV-Rentner, trotz lückenloser und vollständigen Einzahlungen, Steuern usw., sorry für den Ausdruck, beschissen gleich im doppelten Sinne! Hauptsache die Renditen und Boni stimmen. Ich kenne AHV-Rentner, die ein Leben lang gearbeitet haben und weniger zum Leben haben als diejenigen, die NIE gearbeitet haben. Was ist da sozial in diesem Staat, was? Frage an SP usw.!
    Liege ich da falsch mit dem Credo an die Plauderis und Gutmenschen, zuerst für unsere Schweizerinnen und unsere Schweizer sorgen und dann erst die ganze Welt selbstbeweihräuchernd retten! Wertschöpfer ja, Wertabschöpfer – NEIN!

    • Lieber CH-er,

      ich kann Ihren Frust und Ihre Anregungen gut verstehen – und wie!.

      1972 AHV-Vollrente abgelehnt!
      2016 AHVPlus abgelehnt!
      2016 BGE abgelehnt!

      Dem gegenüber stellt die OECD in ihren Studien regelmässig fest, dass in der Schweiz die staatliche Rückverteilung mittels Steuern und Sozialversicherungen im Vergleich zu anderen Ländern gering ist!!! Und ich lasse die Privaten Krankenkassen-Kopfprämie und das BVG zuzüglich überobligatorium und 3. Säule mit angeschlossenen Bürokratie die der Allgemeinheit XXXX Milliarden p.a. kosten weg.

      Sehen Sie wo der Hund begraben liegt? Wir leben in einem Land wo die Menschen, auch auf Grund unseres Schulsystems, lieber der NZZ, SRG oder SNB blind vertrauen. Die NZZ schrieb am Montag Zitat:

      „Die Forderungen der Gelbwesten sind teilweise berechtigt – aber ihre Lösungsvorschläge taugen nichts“

      Haben Sie z.B. jemals über die echten Schulden gehört? Ich meine echte Schulden unserer Generation, die durch radioaktiven Müll in ehemaligen Endlagern an nachfolgende Generationen übergeben werden…..wir sollten uns nicht gegenseitig ausspielen lassen, sondern wir sollten uns gemeinsam bemühen die Dinge zu verstehen.

      Das SGB hat eine Initiative lanciert für einen 13. Monatslohn. Bringen Sie sich ein und unterstützen die Initiative. Es wird Ihnen gut tun.

      https://www.sgb.ch/themen/gewerkschaftspolitik/artikel/details/sgb-initiativprojekt-es-braucht-eine-13-ahv-rente/

      Ich wünsche Ihnen weiterhin Mut!

  2. Um wirklich verstehen zu können, wie wir aus unserem Finanz- und Wirtschaftssystem, das faktisch eigentlich bereits gecrashed ist, mit dem kleinstmöglichen Schaden für alle herauskommen, ist es unabdingbar, die wirklichen Zusammenhänge, die uns grösstenteils systematisch verschwiegen werden, zu verstehen, um dann entsprechende Lösungsansätze ausarbeiten zu können. Das ganze Ausbeutungssystem wird eben nicht nur durch buchhalterische oder mathematische, sondern auch durch nicht zu unterschätzende juristische Strukturen geprägt. So hat etwa Hansrudolf März als Finanzminister einen Paragrafen in die UStR II eingebracht, mit dem vordergründig KMU entlastet werden sollten. Das es sich dabei um ein Steuerschlupfloch für multinationale Unternehmen in vierstelliger Milliardenhöhe handelte, haben die Parlamentarier und das Stimmvolk nicht bemerkt.

    • @AHV,
      unglaublich das wir noch so ruhig bleiben. Die PdA und andere Organisationen arbeiten derzeit intensiv auf einen Referendum der eine Volkspension vorsieht.

      https://www.vorsorgeforum.ch/bvg-aktuell/2017/9/28/plne-fr-volkspension-initiative-werden-konkret.html

      Diese Pläne konkretisieren sich immer wie mehr. Verfassungsrechtler, Aktuare, Wirtschaftswissenschaftler, Arbeitnehmer und Arbeitgeber und Sozialversicherungsexperten wurden/werden hinzugezogen. Auch entpuppt sich das „Märchen“ Umverteilung Jung vs. Alt als unhaltbare Milieu-These.

      Das ist ein erster Entwurf für eine AHV-Volkspension:

      https://pda.ch/2017/04/ahv-die-antwort-der-pdas/

      Es gilt die Bevölkerung tatsächlich aufzuklären und zu sensibilisieren. Sie erinnern sich vielleicht, wie im Vorfeld der Volksabstimmung zur PdA-Initiative 1972 sich ALLE anderen Parteien für den Gegenvorschlag einsetzten, der ein Obligatorium für die berufliche Vorsorge im Rahmen des Drei-Säulen-Systems vorsah.

      Und heute?

    • Das Wir (noch) so ruhig bleiben, hat meiner Meinung nach damit zu tun, weil es uns noch zu gut geht. Was mich vielmehr verwundert ist, dass Deutschland noch zuschaut was in Frankreich, mit Ausläufern nach Belgien und Holland passiert. Immerhin hat dort Gerhard Schröder (SPD – peinlich genug) mit der Agenda 2010 die unteren 80% der Deutschen einfach so in die Armut geschickt. Hat meiner Meinung nach mit den totalen Obrigkeitsdenken der Deutschen zu tun. Nun schauen die Lämmchen zu, wie die Franzosen, etc. sich das nicht gefallen lassen. Mal schauen wann die Deutschen (endlich) schnallen = genug haben von Hartz 4, 1 € Jobbern und working poor zu Gunsten der multinationalen Unternehmungen. Wann sie genug haben von der schwarzen Null zu Gunsten von sozialem Abstieg der unteren 80%, fehlender Infrastruktur. Stichwort: Miserablen Strassen, schlechte Bundesbahnen, fehlendem Internet, Berliner Flughafen, Stuttgart 21, totaler Inkompetenz bezüglich Gotthardt Bahnanschluss. Denn sie, im Gegensatz zu Italien, nicht irgendwann (…) mal hinkriegen. Ich mag mich noch daran erinnern, da wussten wir, wenn es jemand hinkriegt, dann die Deutschen. Und heute schaut der Motor der EU zu, wie sich anderen EU Länder wehren gegen die totale Verarschung der oberen 1 ½% und ihren 18 ½% Mitläufer. Ein Witz. Wenn in Deutschland erst einmal der berühmte Tropfen gefallen ist, der das Fass zum Überlaufen bringt, dann Gnade uns allen.

    • Exemplarisch ist in Deutschland zu beobachten, wie Kritiker von den Profiteuren des Meinungsmonopols mal in die rechte, linke oder antisemitische Ecke gestellt werden. Die Deutschen sind anscheinend immer wieder bereit, auf ihre Individualität zu verzichten und in der Masse aufzugehen. Diese Neigung zeigt sich auch heute, nämlich daran, wie die Deutschen sich zusammenschliessen, um ihre Opposition zu vernichten. Der deutsche Nationalcharakter ist m.E. die Wurzel, deshalb ist die Masse in Deutschland völlig abgerichtet worden eine zielgerichtete Bewegung wie „Aufstehen“ (Sarah Wagenknecht) wurde medial subtil verunglimpft um es dann verschwinden zu lassen. Die „Gelbwesten“ sind auch in Italien entstanden; aber um die Regierung vor den nationalen und internationalen Lobbys zu schützen.

      Wir leben in einem Land wo 2.5 Millionen Menschen nicht stimmberechtigt sind. Eine heterogene Gesellschaftsstruktur lässt sich sehr leicht manipulieren und dividieren.

      Was halten Sie über den Entwurf des Pda-Schweiz?

  3. Habe noch selten so einen Stuss gelesen, Herr Trump könnte vom Verfasser des Artikels noch viel lernen, soweit also Fake-News im Quadrat! Mit klassenkämpferischen Slogans erheischt man sich heute natürlich Aufmerksamkeit, weil es eine wachsende Zahl Verunsicherte gibt – siehe die heute publizierte Umfrage was die Schweizer/innen am meisten bewegt – ja es ist die Altersvorsorge. Es wäre folglich richtig, sach- und lösungsorientiert über dieses wichtige Thema zu schreiben – der Artikel ist leider das Gegenteil davon.

    • @Enigmabear; Jeder hat das Recht, dumm zu sterben. In Ihrem Fall leider auch noch faktenlos.

    • @AHV: Was ist Ihr Beitrag zum Elend des Tages? – richtig: Gar nichts ausser einer Beleidigung. Um Sie zu beruhigen: Ich habe rechtzeitig vorgesorgt, dies mit Einzahlungen in 2. und 3. Säule, in die AHV habe ich/meine Arbeitgeber ein x-faches einbezahlt was ich je erhalten werde. Meine Ausbildung habe ich selbst finanziert. Noch zum Schluss ein Lösungsansatz: Habe mich rechtzeitig sachkundig gemacht zum Thema Altersvorsorge und dann in Eigenverantwortung gehandelt um heute in der Lage zu sein, auch vorzeitig in den Ruhestand zu gehen. PS: Bin bei mehreren Arbeitgebern langjährig im Stiftungsrat der jeweiligen PK’s; dort wurde/bzw. wird meine Sachkenntnis jedenfalls geschätzt. Beste Grüsse an Sie AHV!

    • @Enigmabear,

      Gut, dass Sie am Schluss erwähnen, dass Sie für die Pensionskassen-Lobby arbeiten. Ihre Lobby kann noch nicht einmal zwischen der Lebenserwartung bei Geburt und der Lebenserwartung im Alter von 65 Jahren unterscheiden.

    • Tätä! Ich wusste das Sie ein Lobbyist sind. War man lange genug von denen umzingelt, erkennt man sie schon nach dem ersten Satz. In Ihrem Fall auch noch komplett ohne jegliche Argumentation. Sie hätten wenigstens die üblichen Schönredereien bringen können. In dem Fall gehören Sie, meiner Meinung nach, sogar zu den schlimmsten aller Lobbyisten. PK Spezialist/Verwalter sind doch die grössten Abzocker und das Volk Verarscher. Maden im Speck. Bezahlen muss die Allgemeinheit.

      Danke @2. Säule abschaffen! für Ihren Link. @Enigmabear, kann ich Ihnen nur empfehlen zu lesen. Wie Sie dort u.a. lesen können, ich habe fast 10 Jahre in der 2. Säule gearbeitet. Die meisten, damals noch nicht Bologna Absolventen, hatten mit der Zeit Gewissensbisse. Was in der 2. Säule abgeht … Kennen Sie natürlich alles nicht.

      https://insideparadeplatz.ch/2018/01/16/die-geldmaschine-namens-zweite-saeule-intransparent-betruegerisch-schaedlich/

      Hatten Sie noch zufälligerweise mit dem Projekt Säntis etwas zu tun? Sind sie verwandt mit D.A.?

    • Komisch ist nur, dass ich Sie bereits zweimal, hiermit dreimal, vergeblich darauf hingewiesen haben, dass Sie bitte Fakten auf den Tisch legen sollen. Kann doch wohl kein Problem sein, bei soviel Sachkenntnis wie Sie haben (wollen). Wenn Sie das nicht können, was bei einer Koryphäe schon peinlich genug ist, widerlegen Sie doch wenigstens einer der Zahlen. Hat ja genug hier. Oder was machen Sie sonst im Aufsichtsrat der ZKB, o.ä.?

      Mit reinem Egoismus der immer von den anderen finanziert wird, muss endlich aufgehört werden. Für das ist die Altersvorsorge nicht da. Auch deshalb muss die 2. (und 3.) Säule endlich verschwinden. Die Vorsorge muss allen dienen.

      Kann bezüglich Zahlen ja mal den Anfang machen. Gem. Bundesamt für Sozialversicherungen, die diese Zahlen nicht gross publiziert (warum wird schnell klar) betrugen die Vermögensverwaltungskosten in der 1. Säule 2016 160 CHF pro versichertem Kopf.* In der 2. Säule betrugen die VVK 1’200 CHF pro versichertem Kopf. K-Tipp 8/2017.

      *1, 1 Milliarden CHF, bei 2 Millionen Rentenbezügern und 5 Millionen Beitragszahlern.

    • @Enigmabear, Sie sprechen von Trump und können absolut keine Begründingen, geschweige denn Fakten bringen. Damit sind wohl eher Sie der Donald Trump als irgendjemand sonst. Kann es sein das Sie ein Egoist, Saboteur und Schmarotzer sind? Mitläufer und Profiteur eines längst gescheiterten Systems für das die Allgemeinheit die wirklich grosse Zeche bezahlt?

  4. Nach den OECD-geprüften Zahlen hat die Schweiz 4,9% Arbeitslose, nach Schweizer Zahlen sind es 2,9%.

    Wenn ich an die «fake news» denke, die unsere Behörden, unsere Konzerne und unsere Zeitungen über die 1. und 2. Säule nach dem Motto «stetes Tropfen höhlt den Stein» verbreiten und gleichzeitig genau diese Sozialwerke unaufhörlich «missbrauchen» (Stichwort: Geldumleitung, Sickerverluste, Anlageverluste im Ausland, Risikoanlagen die niemand durchschaut – Hedge-Fonds, komplett überteuerte Löhne und Lohnnebenleistungen für sog. BVG Experten bis hin zu Interessengruppen jeder Couleur, etc.), frage ich mich wie lange wir uns solche «fake news» noch erlauben können?

    Apropos Bauern, auch ehemals KMU Selbständigen und sonstige Teilzeit- und Kleinverdiener haben in zu vielen Fällen keine PK. Stichwort Koordinationsabzug.

    Mein Fazit ist klar. Am bedingungslosem Grundeinkommen und am Ausbau der AHV zur Vollrente werden wir früher oder später nicht vorbeikommen. Wenn wir nicht in Anarchie versinken wollen. Des nouvelles de la France?

    • @AHV,

      Bingo! Die Schweiz ist ein „statistisches Wunderland“. Solche Besonderheiten im Ausland zu erklären, ist nicht ganz einfach. Schauen Sie sich wie auch bei der Leerwohnungsziffer getrickst wird.

      https://www.blick.ch/news/wirtschaft/fast-doppelt-so-hoch-3-8-prozent-statt-1-6-die-leerwohnungsziffer-in-der-schweiz-ist-noch-viel-hoeher-id15014557.html

      Wenn diesen Berechnungen nur „ansatzweise“ zutreffen sollten, brauche ich Ihnen nicht zu erzählen was der Volkswirtschaft bevorsteht.

      Die AHV erfüllt ihren Auftrag nicht vollständig. Als erste Säule der Altersvorsorge müsste sie gemäss Verfassung die Existenz sichern. Heute kann aber selbst ein Einkommensmillionär nicht von der AHV alleine leben – er erhält höchstens die Maximalrente von 2350 Franken. Damit kommt wegen der gestiegenen Mieten und Krankenkassenprämien niemand aus. Pensionierte brauchen auch die Rente aus der zweiten Säule, die es ihnen eigentlich erlauben sollte, ihren Lebensstandard weiterzuführen. Bis jetzt ist das gut gegangen. Aber nun, da die Renten aus der zweiten Säule sinken, wird der Konstruktionsfehler offensichtlich.

  5. Die 2. Säule war und ist als Stütze der Finanz-„Industrie“ gedacht, nicht der Altersvorsorge. Eine sozialpolitisierte Zwangsabgabe.

    Vielleicht dämmert’s Herr und Frau Schweizer, wenn wir dereinst über die Senkung des Umwandlungssatzes von 0,3 auf 0,2 % streiten.

    Ich habe allerdings meine Zweifel.

  6. Der Bundesrat als Spielball der Mächtigen. Die Unterwanderung des Staates ist bereits vollzogen. So kommt es, dass zeitweise mehr Lobbyisten die Wandelhalle bevölkern als Parlamentarier – ein diabolisches Schattenkabinett von nicht gewählten Interessenvertretern und gewinnmaximierenden Unternehmungen. Ganz zu schweigen von den umtriebigen Gelegenheitslobbyisten, die ausserhalb des Regierungsgebäudes als Meinungsbeeinflusser auftreten. Auch das Parlament selber gleicht einer Ansammlung von Lobbyisten auf Lebzeiten. Geschätzt wird, dass die Politiker alleine für ihre Verwaltungsratsmandate zehn Millionen CHF kassieren. Das sind 40’000 CHF pro Parlamentarier und Jahr. Dabei nicht eingerechnet ist die gängigste Form der Entlöhnung für Gefälligkeitsdienste, nämlich saftige Wahlkampfspenden, Info-Abende für Parlamentarier mit 10’000 CHF Sitzungsgeld, etc. Der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt. Da kommen die äusserst begehrten Verwaltungsratsmandate, vor allem bei Banken und Versicherungen, schon fast bieder daher.

    Der Staat im Staate steht ausserhalb jeglicher Justiz, für diese grauen Eminenzen gibt es keine Gesetze und keine Ordnung. Die Verschwörungen gegen die 1. Säule und zu Gunsten der 2. Säule scheint ein ausgeklügeltes Wirtschafts-und Politkomplott zu sein. Dabei müsste es gerade umgekehrt sein, denn die AHV ist schon seit Jahrzehnten das Reserverad der PK, und wir es auch immer bleiben. Pakt ein Wissender aus, wird er als Verräter und Aussätziger von Wirtschaft und Politik gebrandmarkt, ausgestossen und auf Lebzeiten entlassen, ohne Change auf Begnadigung. Wer das System der Mächtigen brechen will, Dallas 1963 oder Stockholm 1986 scheinen überall zu sein. Ebenso deren Aufklärungsrate: Zero. Das neuste Beispiel für gezielte Faknews bezüglich unseren Vorsorgeeinrichtungen auf allerhöchster Ebene liefert das Bundesamt für Sozialversicherungen. Nachdem man die neusten Zahlen über die vor Gesundheit strotzende AHV nicht mehr leugnen kann, behaupten das BfS jetzt einfach, «dass das Vermögen des AHV-Fonds etwa Ende 2030 aufgebraucht sein dürfte». Dass die Zahlen des BfS und damit ihre Annahme schon lange widerlegt sind, kümmert keinen NZZ Leser.

  7. Auch der KTipp, das Konsumentenmagazin, hat vor einigen Monaten überzeugend dargelegt, dass die heutige offizielle AHV-Panik nicht angebracht ist. Danach wuchsen die AHV-Reserven während Jahrzehnten jedes Jahr auf heute weit über 40 Milliarden CHF. Auch die Annahmen zur Altersentwicklung durch die involvierten Bundesstellen erwiesen sich stets als zu pessimistisch. Wie oben gesagt: Die Leute werden nicht so alt wie offiziell angenommen. Somit: Die AHV ist gesund, kein Grund für Schwarzmalerei.

  8. Also wenn ich an die Worte von Serge Gaillard denke, dann ist dieser Artikel wohl doch nicht richtig. Er meinte zu mir: Das Geld wird vor 2030 ausgehen. Jahrgänge zw. 65 und 75 würden vemutlich nicht mehr genug erhalten, dass sie davon leben können. Sein Fazit: Dringend anfangen zu sparen.

    • Sie fragen einen Mann des Filzes (Interessensvertreter aus Politik & Wirtschaft) ob man den Filz trockenlegen soll?

  9. Na ja, wenn die Zukunft unserer Altersvorsorge auf EL und Sozialhilfe basiert, können wir uns damit trösten, dass diese mit Steuergeldern finanziert werden, wobei die besser und höchst Verdienenden dank Progression stärker zur Kasse gebeten werden. Dabei werden, im Gegensatz zu AHV-Prämien, auch die Einkommen aus Kapital (Zinsen, Dividenden) steuerlich beitragen. Das sollten sich die Kapitalisten mal auf der Zunge zergehen lassen!

  10. … kommt dazu, dass die explizit für die AHV erhobene zusätzliche Mehrwertsteuer nur zur Hälfte in die Vorsorge geflossen ist, der Rest aber in die allgemeine Bundeskasse:
    geschätzte 2 Milliarden…. Taschenspielerei

  11. Am 1.12.2018 schreibt Markus Städeli von der NZZ:

    https://nzzas.nzz.ch/wirtschaft/fuer-unsere-pensionskassen-sind-fetten-jahre-vorbei-ld.1441189?reduced=true

    Unsicherheit schüren, um in Ruhe zu regieren!

    In diesem Artikel wird ausführlich beschrieben, weshalb und warum die Anlagen der Pensionskassen einen ungenügenden Ertrag generieren. Diese Tatsache, ist weder Neu noch kann sie überraschen.

    In Wirklichkeit schreibt der Autor um den heissen Brei herum, dafür wird er auch bezahlt. Kern ist, dass es Unfug, gar betrügerisch war und ist, einen Vorsorgewerk (der grösste in der Schweiz) auf einem so unstabilem, volatailem Fundament, wie es der Finanzmarkt nun mal ist, aufzubauen und sich dieses noch sehr teuer entlohnen lassen mit Verwaltungskosten/Gebühren die skandalös sind. Das konnte gar nicht gut gehen, die 2.Säule ist eine Fehlkonstruktion, ein Flopp! Das ist es, was dieser Artikel unverholen zum Ausdruck bringt.

    Wenn dann einmal der Umwandlungssatz auf 4% oder noch weniger gesenkt wird, man also für seine Zwangsspareinlagen gerade mal noch 4% Pension erhält, nachdem die Einlagen dank Inflation geschmolzen sind und nach Pensionierung weiter schmelzen, muss man sich schon fragen, was daran gut sein soll. Das Beste was einer dann noch tun kann, ist das Kapital bar beziehen und in Wohneigentum investieren. So hat er dann wenigstens eine Rendite (Eigenmietwert), welche Teil seiner Rente wird und sich automatisch indexiert. Und für seine Erben bleibt dann auch noch etwas übrig.

    Konsequente Schlussfolgerung daraus ist:

    Fehlkonstruktion 2.Säule abschaffen und durch AHV-Vollrente ersetzen!

    • Der Eigenmietwert ist keine Rendite sondern ein fiktives Einkommen, ein Relikt aus längst vergangenen Tagen, dass die Steuerlast der doch grundsätzlich schon überproportional besteuerten Renten infolge fehlender Abzugsmöglichkeiten nur noch weiter in die Höhe oder in die Progression treibt.

      Eine Immobilienanlage ist grundsätzlich gut. Trotzdem müssten sie die übrigen Lebenserhaltungskosten noch finanziere können. Ein Kapitalbezug muss einfach gut überlegt und kalkuliert sein.

    • Guten Tag AHV-Rentner

      Dazu kommt eine etwas eher eigenwillige Berechnung der steigenden Lebenserwartung der verschiedenen (Versicherungs)modelle, die den Realitätstest wohl kaum überleben dürften.
      Dies aus verschiedenen Gründen, u.a. wie es die im angehängten Artikel erwähnten Erscheinungen aufzeigen:
      https://www.nzz.ch/articleE6MHD-1.38496

      Prinzipell finde ich aber das Dreisäulenmodell sehr gut, man sollte aber die geeignete Pensionskasse oder das Investitions- oder Portfoliomodell selbst auswählen können. Im heutigen System fehlt der Anreiz, Resultate kundenorientiert (Versicherte) zu generieren. Wie z.B. der Fall BVK Zürich zeigte, besteht vermutlich auch heute noch immer viel Potenzial für Missbrauch und die Berechnungsmodelle rechnen systematisch gegen die Interessen der Versicherten. Das ganze Rentensystem aber dem im Arbeitsprozess stehenden Teil der Bevölkerung aufzubürden, wäre eine wirtschaftlich äusserst ungünstige Lösung.

      Beste Grüsse

    • @Roman Günter

      Wer durch einen Jobwechsel von einer guten zu einer schlechten Pensionskasse kommt, verliert auf die Jahre hinweg sehr viel Geld, was oft nicht mal durch mehr Lohn kompensiert wird. Zudem sind die AHV-Renten sind indexiert die PK-Renten nicht.

      Die Pensionskassen haben die Freiheit, den UWS für den überobligatorischen Teil des PK-Guthabens frei, entsprechend der finanziellen Lage, ihren Bedürfnissen anzupassen. Das nutzen sie denn auch weidlich aus, viele haben diesen UWS bereits auf 5% und darunter gesenkt. Interessanterweise betrifft dies nun aber gerade die höheren Einkommen, jene über 84’000.- p.a. Somit schröpft das PK-System gerade die besser und höchst Verdienenden am meisten. Kein Wunder, setzen sie alles in Bewegung, um den obligatorischen Teil des UWS auch zu senken oder ihn ganz von gesetzlichen Vorschriften zu befreien. Mit dem Nein zur Gesamtrevision haben sie sich allerdings ins eigene Knie geschossen. Der Mindest-UWS wird nicht gesenkt, was die Pensionskasssen dazu zwingen wird, den überobligatorischen UWS weiter zu senken, um im finanziellen Gleichgewicht zu bleiben. Somit werden die gut verdienenden noch weiter geschröpft werden.

      Wahrlich – ein perfekt ausgedachtes Abzockesystem!

    • @Gonzo der Grosse

      wenn Sie den Text gelesen und auch verstanden hätten, könnten Sie auch zwischen den Zeilen lesen und den Sarkasmus herausleiten: „So hat er dann wenigstens eine Rendite (Eigenmietwert), welche Teil seiner Rente wird und sich automatisch indexiert.“

      Sinngemäss schreiben Sie: „Der Eigenmietwert ist keine Rendite sondern ein fiktives Einkommen, ein Relikt aus längst vergangenen Tagen, dass die Steuerlast der doch grundsätzlich schon überproportional besteuerten Renten infolge fehlender Abzugsmöglichkeiten nur noch weiter in die Höhe oder in die Progression treibt.“

  12. wie sagt das china sprichwort: lieber 1x sehen als 1000x hören. Deshalb zum Nachvollziehen: woher stammen all die Zahlen?

  13. Superbeitrag!

    das SGB hat eine Kampagne gestartet: „Es braucht eine 13. AHV-Rente“. Immerhin ein weiterer Versuch nach dem Scheitern von AHVPlus die Menschen zu sensibilisieren. Was nicht erwähnt wurde ist die massive Verschlechterung der Ergänzungsleistung unter dem Vorwand des Vorbezuges in der 2. Säule.

    https://www.sgb.ch/themen/gewerkschaftspolitik/artikel/details/sgb-initiativprojekt-es-braucht-eine-13-ahv-rente/

    Das Problem ist die 2. Säule die ein Kind der 3. Säule Doktrin ist. Man geht nicht nur irreführend mit der Lebenserwartung um, wie Sie zutreffend dargelegt haben, sondern propagiert immer wieder mit medialer Unterstützung man solle die Renten/UWS senken, damit die Umwerteilung JUNG vs. ALT beendet wird. Mir hat ein Versicherungsmathematiker letzte Woche erklärt, wie mit der „Demographie“ mit finsteren Absichten herumgespielt wird – den Demographie ist keine Wissenschaft und kann demographischen Veränderungen maximal auf ein Jahr in die Zukunft in etwa und nicht genau modellieren. Auch das die Menschen nicht mehr einfach so linear älter werden ist in der PK – Versicherungsbranche seit über 10 Jahren bekannt.

    Das ist ein Tabubruch:

    https://www.letemps.ch/economie/redistribution-profit-retraites-serait-un-mythe

    https://www.tio.ch/svizzera/economia/1338796/secondo-pilastro—nessuna-redistribuzione-a-scapito-dei-lavoratori-

  14. Bravo Insideparadeplatz!

    Herr Josef Hunkeler hat hier am 12. Juni 2018 / 16:08 folgender Beitrag geschrieben:

    „https://www.infosperber.ch/Artikel/Gesellschaft/2-Saule-Ruf-nach-tieferen-Renten-als-Panikmache-entlarvt

    Ich habe im Frühjahr 2017 ein Papier geschrieben, welches mit der aktuellen Argumentation voll kongruent ist. Es enthält einige Details aus der aktuellen Pensionskassenstatistik.“

    https://insideparadeplatz.ch/2018/01/16/die-geldmaschine-namens-zweite-saeule-intransparent-betruegerisch-schaedlich/

  15. Darf man erfahren, aus wessen Feder dieser Text stammt?
    Diese Info wäre einer transparenten und offenen Diskussion förderlich!

  16. Zuerst mal der Staat hat noch nie rechnen können. Einmal wird gesagt die Kassen sind halbleer und dann wie das Kaninchen aus dem Hut hat der Staat einen Überschuss von CHF 3 Mrd.

    Bis 70 arbeiten toll, dann erhöht sich unser Gesundheits- und damit das Sterberisiko und steigert die Chance der Versicherer nie das auszahlen zu müssen was angespart wurde. Und ist der versicherte Alleinstehend dann fällt der Rest der Pensionskasse zu. Toll.

    Man senkt die Umwandlungssätze wegen der sich erhöhenden Lebenserwartung der Versicherten und dängt so das Volk indirekt länger zu arbeiten um noch eine Rente zu bekommen die ein ordentliches Leben im Alter ermöglicht.

    Die Renten werden versus Erwerbseinkommen zudem überproportional besteuert. Die Gesundheits- und Pflegekosten steigen mit zunehmendem Alter und das
    Portemonnaie leert sich zusehends. In Bern staunt man,
    dass immer mehr Rentner Ergänzungsleistungen brauchen. Tiefere Steuern für Rentner würde auch zu tieferen EL Kosten führen. Eigentlich eine einfache
    haushälterische Rechnung wofür man kein Mathematik
    Studium braucht.

    Das Parlament, der Bundesrat muss hier einfach mal die Hausaufgaben richtig machen anstatt auf ihre Influencer
    In der Wandelhalle zu hören.

    • @Alles auf sehr wackligen Beinen…,

      Besten Dank für Ihren Beitrag.

      Mancher hat eben noch Schwierigkeiten der Wahrheit ins Auge zu sehen. Und der Kommentator Greenshoop auf Geolitico erwähnt noch eine weitere tickende Zeitbombe, nämlich: die der Immobilien. Er schreibt Zitat:
      „Interessant wird es noch werden, wenn die stolzen (schweizer) Immobilienbesitzer demnächst feststellen werden, dass das aktuelle Modell dazu führen muß, den Unterschied zwischen Besitz und Eigentum am eigenen Leibe festzustellen – fast keine Immobilie gehört dort wirklich der Bevölkerung.“
      Ende Zitat.

  17. …der AHV geht es so gut, weil die AHV Renten in der Schweiz weder fürs Leben noch fürs Sterben reichen. Ein Witz, die Altersrenten.

    Wie kann ein AHV Rentner eine normale Marktmiete plus Krankenkassenprämie bezahlen? Und um Ergänzungsleistungen zu beantragen muss man sozusagen bereits am Bettelstab hängen. Beschämendes, menschenverachtendes System.

    • @Energieberaterin,

      wieso nehmen wir ein solches System hin? Die Lobbys, die Politiker, die ex und aktuellen-Bundesräte sind bekannt. Verfolgen Sie was die Bürgerlichen im Bern alles auf dem Weg gebracht haben? Während die Sozialleistungen gestrichen werden sollen, bereitet der Bundesrat gleichzeitig massive Steuersenkungen für die Unternehmen im Rahmen der Steuerreform 17 vor. Und all dies bei einer massiven Herabsetzung der Umwandlungssätze in der PK=sehr starke Rentenkürzungen.

    • Damit nicht genug. Würde man noch einberechnen, wieviele Millionen und Milliarden der hiesigen Grossfirmen und Konzerne – ganz legal, notabene – in Steuerparadiese wandern, um keine Steuern hier im Lande entrichten zu müssen, dann erkennt man notgedrungenermassen die unglaubliche Ungerechtigkeit dieses Finanzsystems. Die Kleinen sollen dem Steueramt Heller und Pfennig deklarieren, während viele Firmen Steuererleichtungen haben und obendrein noch ihre Gewinne in Steuerparadiese verschieben können. Grundsätzlich sollten Gewinne immer in dem Land versteuert werden, wo sie generiert werden.

      Dazu kommt, dass Arbeitgeber immer wieder vermeiden, einer beträchtlichen Anzahl ihrer Arbeitnehmer ein jährliches Gehalt zu entrichten, das pensionskassenpflichtig macht – dies u.a. auch zur Sicherung künftiger ausreichender Alterseinkünfte des Arbeitnehmers. Die soziale Verantwortung wird geradeaus weg gedrückt. Für diese Defizite zahlt dann der Steuerzahler allgemein im Rahmen der Ergänzungsleistungen künftig einen Teil des Lebensunterhalts solcher Arbeitnehmer. Es ist gut, dass unser Sozialsystem Notfälle auffängt, aber unser Sozialsystem sollte nie für die beschriebenen Fälle missbraucht werden. Stattdessen sollten die Arbeitgeber ihre Gewinne, die sie hier im Lande machen, auch hier im Lande versteuern. Das würde mehr als genug Geld in die Sozialkassen spülen.

  18. Starker Artikel. Danke !

    Die Pensionskassen haben viel beigetragen, zur Misere der über 50 Jährigen in diesem Land. Dafür hat man die AHV zur Armenkasse degradiert.

    Nutzniesser? Die BVG Mafia. Politiker jeder Couleur inbegriffen. Arme Leute, reiches Land.