Die Geldmaschine namens Zweite Säule: intransparent, betrügerisch, schädlich

Der Markt der Schweizer Pensionskassen umfasst 800 Milliarden Franken. Es ist einer der grössten Vermögensklumpen des Landes. Und einer, über den praktisch nichts bekannt ist. Transparenz bei den PK-Vermögen? Fehlanzeige. Umgekehrt scheint sich jeder, der sich in der 2. Säule auskennt, dort zu bedienen.

2016 flossen rund 6 Milliarden als Kosten für die Verwaltung dieses Vermögensbergs ab. Ein wahres El Dorado für Anlageberater, Versicherungen und Hasardeure des schnellen Geldes. Spezialisten in der Gesetzgebung der beruflichen Vorsorge (BVG) haben überall ihre Finger drin, sind überall am Abkassieren – und zwar mit unserem Geld.

Wieso soll jemandem, der nicht weiss, was ein Kapitaldeckungsverfahren ist und noch nie etwas von Leistungsprimat oder Beitragsprimat gehört hat, klar sein, dass es sich für die Pensionskassen lohnt, das BVG permanent nach Schwachstellen und „Möglichkeiten“ durchforsten zu lassen? Doch so läuft das, genau gleich wie bei den Steuergesetzen.

Auf Empfehlung der traumhaft gut verdienenden, meist externen Berater (alles BVG-Spezialisten), zusammen mit gewissen Interessenvertreter, die sich unter der Bundeshauskuppel tummeln, kann man im BVG schon mal ein Komma hier einfügen oder dort entfernen, ein Wort hier ersetzen oder einen Satz da umdrehen. Was harmlos daherkommt, kann aufgrund des riesigen Vermögensstocks gigantische Auswirkungen haben.

Beginnen wir mit der Prognose zur Lebenserwartung.

Die Reserven der 2. Säule beliefen sich Ende 2015 auf fast 117 Milliarden Franken. Ein Grund für diese riesigen Reserven und Rückstellungen ist: Die „Hochrechnungen“ und Statistiken, welche die Vorsorgeeinrichtungen verwenden, orientieren sich nicht an den tatsächlichen Sterbefällen in der Schweiz.

Wie kann das sein?

Gemäss Bundesamt für Statistik ist die durchschnittliche Lebenserwartung für 65jährige Frauen seit 2010 stetig bei 22,2 Jahren (so lange beziehen sie eine PK-Rente). Bei Männern stieg die Lebenserwartung moderat von 18,9 auf 19,2 Jahre. (Gemeint ist auch hier die Dauer des durchschnittlichen PK-Rentenbezugs).

Und womit rechnen nun die Pensionskassen? Bei den Frauen mit 24,4 Jahren, bei den Männern mit 22,3 Jahren. Macht de facto eine Differenz von 2,2 Jahren bei den Frauen und 3,1 Jahren bei den Männern.

Was das bedeutet? Die „Hochrechnung“ der Vorsorgeeinrichtungen geht von gewaltigen zukünftigen Belastungen für die Pensionskassen aus – die de facto gar nie kommen werden.

Beide Statistiken haben zudem den „Kohorteneffekt“ (gleichzeitig geborene Menschen) nicht berücksichtigt. Bedenkt man, dass zurzeit so viele Schüler, sprich künftige Rentenzahler, wie nie zuvor in der Schweiz eingeschult werden, geht es den Pensionskassen in der Momentaufnahme sehr gut und in der mittleren Zukunft sogar noch einiges besser.

Die offiziellen Statistiken mit der Lebenserwartung, die Differenz zu den von den PKs verwendeten Grössen, dazu der „Kohorteneffekt“ – all das kennt jede Vorsorgeeinrichtung. Nur: Die Verantwortlichen lassen sie wohlweislich in ihren Schubladen verschwinden.

Das führt zum zweiten Punkt: den stillen Reserven und den Rückstellungen.

Die Anlagewerte in den Bilanzen der Lebensversicherer per Ende 2015 wiesen gemäss Bund aus: Bewertungsreserven, die dem Versicherten vorenthalten werden: 18,6 Milliarden. Die Gewinne müssen nur verbucht werden, wenn sie realisiert werden. Folglich sind die Reserven grösser als angegeben.

Die Pensionskassen haben ein Interesse, diese Zahlen so klein wie möglich zu halten. Also buchen sie einen Teil des Gewinns in den Überschussfond, der schon prall gefüllt ist. Von dort stammen auch die Willkommensgeschenke für die Top-Manager, Minder-Abzocker-Ja hin oder her.

Einlagen in ein- bis zweistelligen Millionenbeträgen in deren PKs sind bei den Top-Managern bei Banken und Versicherungen üblich. Die Leistungen zugunsten der Versicherten in den einfachen Vorsorgeverträgen können umgekehrt weiter zurückgefahren werden.

Solange die Bevölkerung die wahren Horrorszenarien glaubt, die ihr permanent, gezielt und überall aufgetischt werden, funktioniert alle das problemlos.

Damit sind wir bei den „Kaderverträgen“.

Die 2. Säule berücksichtigt das Einkommen. Es handelt sich um eine Zweiklassengesellschaft. Oder sogar eine Dreiklassengesellschaft, wenn man die Kleinverdiener mitrechnet, die Teilzeit arbeiten und nicht über den Koordinationsabzug hinauskommen. Falls die Pensionskasse den Koordinationsabzug überhaupt noch kennt.

Diese Klasseneinteilung scheint weder den Pensionskassen noch dem Gesetzgeber zu genügen. Wieso sonst sind zwei verschiedene Verträge in der beruflichen Vorsorge gesetzlich erlaubt? Wer muss für die viel zu guten Konditionen in den Kaderverträgen aufkommen?

Ins Bild passt, dass der Teil der Vorsorge, welcher das Kadermitglied zu bezahlen hätte, ebenfalls von der Firma (stillschweigend) berappt wird. Die prozentuale Verteilung kann man jedem Ahnungslosen und Interessierten in einfacher Power Point-Präsentation aufzeigen.

Nächster Punkt: die Auslagerung von Kaderverträgen. Mit dem Mandat an Blackrock setzte die Nestlé eine Spirale in Gang. Die Heuschrecke Blackrock setzt via Nestlé-PK Schweizer Unternehmungen noch stärker unter Druck (siehe Gewinnmaximierung). Die Kosten, welche die Nestlé der Blackrock für die Vermögensverwaltung zahlen muss, werden von den erzielten Erträgen subtrahiert.

Da kommt ein Prinzip ins Spiel: Netto statt Brutto schmälert den Gewinn.

Für eine zweite, nicht minder interessante Möglichkeit hat sich die Zürcher Kantonalbank (ZKB) mit ihrer Marienburg-Stiftung entschieden. Top-Rente und überdurchschnittliche Verzinsung für die 100 auserwählten Kader der ZKB.

Der Vorgang ist aus mehreren Gründen höchst bemerkenswert. Erstens ist die ZKB halbstaatlich, sprich der Steuerzahler zahlt die enorm lukrativen Konditionen, zudem kommt der Kunde mit Gebühren und Courtagen dafür auf.

Andere Anbieter der öffentlichen Hand wie die Zürcher Verkehrsbetriebe (VBZ) kennen keine solchen Kader PKs. Bei der ZKB ist der Ausdruck Kader-PK allerdings untertrieben. Es handelt sich um eine elitäre Zusatz-Pensionskasse.

Hinzu kommt, dass die ZKB selber einer der bekanntesten und grössten Player im Vorsorgebereich ist. Ihre eigene Vorsorge aber will sie nicht vollumfänglich bewirtschaften. Welcher Hans Dampf in allen Ecken (und Bankrat der ZKB sowie Stiftungsrat der Marienburg) hat ihr das möglicherweise nicht ganz uneigennützig geraten? Wie hat die Compliance der ZKB diesen möglichen Interessenkonflikt geprüft?

Über den Hans Dampf in allen Ecken kommen wir auch zur Siemens Pensionskasse, wo der einstige langjährige Nationalrat in beratender Funktion tätig war und wo ein Siemens Pensionskassenverwalter wichtig war. Konkret sprechen wir vom zweiten PK-Verwalter der Siemens PK. Der erste Verwalter hatte seine Frau sitzengelassen und ist nach Brasilien ausgewandert – wie man hört mit eigener Insel, eigener Villa, neuer Frau sowie Bodyguards.

Unterlagen zu seiner jahrelangen Arbeit als Siemens PK-Verwalter waren im Zuge der Kickbacks-Untersuchung seines Nachfolgers nicht mehr zu finden. Mit dem selben Projekt („Säntis“) kommen wir zum Rieter-Pensionskassenverwalter. Der „Blick“ wollte einst bezüglich des Rieter-PK-Verwalters eine Story machen mit der Kernfrage, wie jemand innerhalb von drei Jahren von einem Vermögen von Null auf 69 Millionen kommen kann? Was dem „Blick“ sehr bald gerichtlich untersagt wurde.

Musste der „Blick“ gestoppt werden, weil am Schluss vielleicht die 2. Säule im Schweizer Vorsorgesystem als Ganzes zum Thema geworden wäre? Würden die Versicherten die 2. Säule auch nur halbwegs verstehen und wüssten sie, um wie sagenhaft viel Geld es dort geht (gesamtes gespartes Kapital 1’020 Milliarden, davon Pensionskassen 800 Milliarden) und wie stark im ganzen PK-Bereich die freie Marktwirtschaft nicht spielt (respektive was dort für Eingeweihte alles möglich ist) – die 2. Säule würde wohl sofort abgeschafft. Zu recht. Denn reformierbar ist sie nicht.

Wieso die freie Marktwirtschaft ausgerechnet in diesem Bereich nicht spielen darf, ist genauso rätselhaft wie die Tatsache, dass man die Finanzierung auch in der neuen Rentenreform nicht an die Produktivität der Wirtschaft anpassen will. Ein Kenner des Systems ist Dominique Ammann, Mitbegründer der grössten Beratungs- und Asset-Management-Firma im Bereich PK, mit Doppelfunktion (!) als Experte in der BVG-Kommission. Er darf mit Termingeschäften riskante Geschäfte tätigen. Enorm teuer, enorm riskant und keine Aufsicht durch die Finma.

Das geht zu und her wie bei Hedgefonds: Pensionskassen, die viel zu hohe 10 Prozent des Bruttovermögens als Gewinn abschöpfen dürfen. Man sprach immer von 10 Prozent vom Nettovermögen oder vom Gewinn, bis sich in Bern plötzlich der Terminus Bruttovermögen im Gesetz festgesetzt hatte.

Der Bundesrat wollte im Rahmen der Altersreform 2020 diese mindestens 600 Millionen Franken Gewinnabschöpfung per annum vergeblich auf 8 Prozent senken. Und wer und wieso hat ein Interesse daran, dass dieses Vorsorgegeld nicht auch von der Stempelsteuer befreit wird?

Der Bundesrat scheint rund um das System der 2. Säule nur ein Spielball höherer Mächte zu sein.

Auch bezüglich Umwandlungssatz scheinen wir den Pensionskassen blauäugig und blind zu vertrauen. 6,8 Prozent sind im obligatorischen Teil gesetzlich vorgeschrieben. Die PKs unterwandern diese Vorgabe mit der Feststellung, dass man im überobligatorischen Teil theoretisch mit null Prozent rechnen darf.

Was sie verschweigen: Die Besserverdienenden im überobligatorischen Teil würden null Prozent nie akzeptieren, und die PKs dürfen vom Durchschnittseinkommen ausgehend rechnen. Wieso drückt der Gesetzgeber auch im Sinne der Transparenz nicht einfach die 6,8 Prozent im obligatorischen Teil durch? Das wäre sauber, gerecht und würde im obligatorischen und überobligatorischen Teil auch noch einen Vergleichswert ermöglichen.

Grundsätzlich lassen sich alle Fragen bezüglich der 2. Säule immer so beantworten: Die Verlierer verlieren weiter, die Gewinner gewinnen weiter. Kein Wunder, beziehen rund 60 Prozent aller Neurentner eine monatliche BVG-Rente unter 1’000 Franken.

Dass die Unternehmen und die Pensionskassen bezüglich Alters-Guillotine die gleichen Interessen haben, nämlich die Entlassung der 45- bis 55jährigen, zeigt eine weitere Schwachstelle der 2. Säule auf. Eine gesunde Pensionskasse hat möglichst viele Aktive (Einzahler) und möglichst wenige Rentner (Entnehmer). Also müssten die Unternehmen möglichst viele ältere Mitarbeiter möglichst lange im Betrieb behalten.

Doch sie haben andere Interessen. Nämlich: Sie wollen die vermeintlich unflexiblen, trägen Mitarbeitenden mit den langjährigen Gedächtnissen möglichst schnell loswerden. Die Ausnahmen sind Industrie und Handwerk. Wer ist heute noch so naiv und glaubt die Mär von den zu hohen PK-Beiträgen der 50jährigen und Älteren?

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49 Kommentare zu “Die Geldmaschine namens Zweite Säule: intransparent, betrügerisch, schädlich

  1. Lieber@Insideparadeplatz,

    soeben wurde folgende Mitteilung publiziert:

    https://www.nzz.ch/schweiz/anlagen-der-sozialversicherungen-erzielen-die-groesste-rendite-seit-jahren-ld.1355374

    https://www.watson.ch/Schweiz/Wirtschaft/441569859-AHV—Co–sind-2017-um-2-Milliarden-Franken-reicher-geworden

    Ich hoffe, dass diese Plattform weiterhin wachsam bleibt dieser Irreführung der Öffentlichkeit Fakten entgegenzuhalten. Es läuft der Versuch die AHV aushungern zu lassen, um von den tatsächlichen Problemen die von der 2. Säule ausgehen abzulenken.

    Mit den allerbesten Grüssen

  2. Wenn jährlich 5000 bis 6000 Wohnungen zu viel gebaut werden, wird es bereits bei einem moderaten Zinsanstieg, zu grossen Problemen kommen. Mich erinnert das ganze an den Immobiliencrash der 1990er Jahre, der die teuerste Bankenkrise nach sich gezogen hatte und viele Milliarden PK-Gelder vernichtet wurden. Die PK’s investieren auf Teufel komm raus, obwohl auf dem Sektor Büroflächen allein in den Städten Zürich, Genf, Bern, Lausanne, Basel inzwischen über 700’000 Quadratmeter leer stehen! Ich gehe in 4 Jahren in Ruhestand und muss hinnehmen, wie meine PK-Rente vor sich hin schmilzt. Voraussichtlich, werde ich nach 40 Jahren Arbeit gezwungen sein, EL zu beantragen. Gewinne werden privatisiert und Verluste sozialisiert.

    • Jetzt rächt sich, dass niemand dem Seco bei der Berechnung der Aufwertungstabelle zur AHV-Rente auf die Finger schaut! Um eine VOLLE AHV-Rente zu erlangen braucht es über 80’000.- Franken im Durchschnitt von 44 Jahren, abgeschwächt mit der ominösen Tabelle. Dazu muss man wissen, dass ich z.B. als Techniker 1968 16’000.- Franken JAHRES-Einkommen erhalten habe. Die Aufwertungstabelle ist bewusst so manipuliert, dass möglichst viel Geld in 2. + 3. Säule wandern, dank der Bankenlobby in den Räten zu Bern! Dabei sollte doch ein Jahreseinkommen mit etwa 70’000.- Fr. zu einer Vollrente genügen. In der heutigen 0% Zins-Gesellschaft funktionieren 2.+3. Säule nicht mehr!

  3. Der frühere Preisüberwacher und SP-Nationalrat Rudolf Strahm deckt auf, wie leichtfertig und unkritisch grosse Medien Gefälligkeitsgutachten einer Lobby weiterverbreiten. Nacheinander veröffentlichten seit Februar Bankiervereinigung, Swisscanto (Zürcher Kantonalbank), Credit Suisse und jüngst die UBS ihre interessenorientierten „Studien“ zu den Altersrenten. Ihr Tenor schürt generelle Verunsicherung. Was besonders auffällt:

    -Grosse Medien kolportierten diese Gefälligkeitsstudien, ohne Stellungnahmen und Gegendarstellungen, zum Beispiel beim Bundesamt für Sozialversicherungen BSV, einzuholen;
    -Grosse Medien verzichteten meist darauf, die Interessenlage der Urheber transparent zu machen.

    Wenn es um die Altersvorsorge geht, wiederholt sich die Geschichte. Bereits bei der Einführung der AHV 1947 hatten die grossen Banken und die Privatassekuranz vereint mit dem Zürcher Freisinn unsere AHV als staatliche Altersvorsorge bekämpft. Die damalige Kampforganisation gegen die AHV-Einführung war der „Elefantenclub“, daraus entstand später die staatsfeindliche Organisation „Trumpf Buur“.

    Die Banken strebten stets eine privatisierte Altersvorsorge an. Auch heute profiliert sich die Neue Zürcher Zeitung erneut als Kampfblatt gegen den Rentenkompromiss.

    AHV schlecht reden – so läuft die subtile Meinungsbeeinflussung. Nach der erstmaligen, grossen AHV-Prognose einer Expertengruppe des Bundes von 1995 (der sog. IDA-Fiso-Studie) wäre die AHV bereits vor zwölf Jahren pleite gegangen.

    Bezüglich 2. Säule sind die Zahlen von Rudolf Strahm sogar noch desaströser als die von Inside Paradeplatz. Jeder siebte Franken der Renten- und Kapitalleistungen der Zweiten Säule versickert in der Kostenfalle der Vermögensanlagen und der Kassenverwaltungen. Niemand schafft Transparenz. Das BSV und die OAK haben es bisher verpasst, diese jährlichen Gesamtkosten pro Versicherten oder in Prozent des Anlagekapitals für jede Kasse einzeln mit einer Kennziffer transparent aufzulisten und einen Kosten-Rendite-Vergleich der PK-Anlagen zu publizieren. Die Datensätze wären heute vorhanden. Das Preis- und Kostenbewusstsein ist auch in der Bundesbürokratie noch entwicklungsfähig!

    Beitrag von Rudolf Strahm wurde als Kolumne im Tages-Anzeiger, im Bund und auf TA-Online vom 13. Juni 2017 veröffentlicht.

    • @AHV,
      meine Recherchen innerhalb dieser Strukturen der 2. Säule (PK’s, Stiftungen, Versicherungen, Broker, Vermögensverwalter usw.) in Verbindung mit politischen Strukturen vgl. Link:

      https://lobbywatch.ch/de

      werfen die Frage auf, ob „faschistoide“ Züge ersichtlich sind???.

      Begründung:

      „Faschismus“ ist kein feststehender starrer Begriff,
      der sich anhand einer Schablone einfach so abchecken
      lässt. Vielmehr sind solche Definitionen immer nur eine annähernde
      Beschreibung gesellschaftlicher Systeme, Strukturen, Entwicklungen und Zustände, die auch immer im jeweils aktuellen Kontext ihrer Zeit zu betrachten sind. Faschismus im 21. Jahrhundert sieht natürlich anders aus als zu Beginn des 20. Jahrhunderts. Und doch sind die Grundmuster, die Akteure, die grundlegenden Mittel und die Ziele ähnlich oder gleich.

      Zitat:
      „Der Faschismus sollte Korporatismus heißen, weil er die perfekte Verschmelzung der Macht von Regierung und Konzernen ist.“

      Zitat Ende von Benito Mussolini.

      Heute sagt man dazu: „Public-private Partnership“

      Gehen wir einen Schritt weiter. Die Pensionskassen und Versicherungskonzerne und ihre Interessenvertreter in dem Parlament und Departamente, schaffen Gesetze und Regelwerke, das es unter anderem ermöglicht, Auszahlungen von Renten zu kürzen, falls die Vermögenslage (Unterdeckung) der betroffenen Pensionskassen dies erfordert. Festgelegt wurde ausserdem, dass die Pflicht der Arbeitgeber und Arbeitnehmer, die Beiträge in der bisherigen Höhe weiterhin zu bezahlen, von der Kürzung zukünftiger Rentenzahlungen (Senkung UWS) unberührt bleibt. Gegen die langfristigen Risiken resultierend aus der Fehlkonstruktion des Kapitaldeckungsverfahren der gesamten Branche kann auch keine Auffanggesellschaft etwas ausrichten, denn das erforderliche Kapital ist nicht ansatzweise vorhanden. Währenddessen werden weiterhin den Versicherten Milliarden entwendet. Bei der AHV mit ihrer genialen Finanzierungs-Formel gibt es für diese Strukturen nichts zu verdienen, deshalb wird mit dem Schreckensbild einer vergreisten Gesellschaft, in der faule und bequeme Rentner es sich auf Kosten überforderter junger Beitragszahler gut gehen lassen, der Generationenvertrag verteufelt und ein Generationenkonflikt geschürt. Wissenschaftler, welche auch als Werbeträger für Pensionskassen, Finanzdienstleister und Versicherungsgesellschaften auftreten, produzieren „wissenschaftliche Studien“, welche von Lobbyorganisationen wie der „Avenir Suisse – Economiesuisse“ und anderen in die zwangsfinanzierten Medien lanciert wer­den. Es wird das Diktat der leeren Kassen aufgebaut.

      Wie wissenschaftlich längst untermauert, beruht das von der Finanzindustrie inszenierte Krisenszenario/Drohkulisse auf falschen Prämissen.

      Immerhin finden sich bereits diskussionswürdige Ansätze.

      https://pda.ch/2017/11/5223/#more-5223

      Sie grüssend

    • @AHV,
      Nachtrag:

      In der Schweiz sind heute über 2,249 Millionen Quadratmeter Bürofläche zur Miete ausgeschrieben. Das ist circa eine Fläche von 22’249 4-Zimmerwohnungen = 100 Quadratmetern. 65`000 Wohnungen stehen leer – Tendenz stark steigend auf Grund der ungebremsten Bauaktivität. Eine Studie des Bundesamts für Statistik zeigt, dass jeder 13. Schweizer als arm gilt. Viele Leute können sich ihren Lebensunterhalt nicht mehr leisten. Die meisten müssen aus ihren Wohnungen ausziehen, weil die Mieten zu teuer sind. Wohnungen für Leute die finanziell schlecht dastehen, gibt es zu wenige. Kein Problem mit EL und Sozialhilfe wird der Steuerzahler das alles finanzieren.

      Merken Sie was in unserem Land im Gange ist?

  4. @AHV,
    Sie haben sachlich auf hohem Niveau argumentiert. Ich kann in Ihrer Argumentationskette weder Feindbilder, noch Ideologien feststellen. Ideologische Systeme finden immer neue Feindbilder, mit denen sie die Dummen hinter sich bringen.

    Was wir nun aber gemeinsam mit Sicherheit wissen, ist, dass die 2. Säule abgewickelt werden sollte. Hier auf diesem Blog schreibt an Herr Dr. Marc Meyer der die Misstände innerhalb und rundum die SNB als Einzelkämpfer versucht aufzuzeigen (von der Presse totgeschwiegen). Er verlor seine Arbeitsstelle bei der UBS. Er konnte nicht mehr seine Artikel publizieren. Ich kenne über einen dutzend „Dr. Marc Meyer’s“ in der Pensionskassenbranche. Kompetende (Kader) und integre Menschen die im Einklang mit ihren Werten leben und die lieber die Branche verlassen haben.

    6 Fälle sind mir bekannt, wo der „Insider/in“ nach dem er/sie „verdächtigte Praktiken“ aufgedeckt hatte: a) Die Arbeitsstelle verlor. b) Vor Gericht obsiegte und entschädigt wurde. c) Gegen die Institution und Verantwortlichen kein Verfahren eröffnet wurde. d) diesen Insidern wurde gesagt; „Du wirst niemals eine Arbeit finden in der Schweiz“. Tatsächlich, leben heute 4 davon im Ausland.

    Ich habe die „JURISTISCHEN“ Möglichkeiten ausloten lassen gegen das System vorzugehen. KEINE CHANCE! Kriminell ist wenn etwas juristisch geahndet wird – das Geschilderte im Artikel ist System und nicht kriminell!

    Die Pensionskassengelder sollen die Erträge zugunsten der Versicherten und nicht irgendwelcher finanzieller Intermediäre erbringen. Diese Erträge sollten auch nicht durch inkompetente PK-Manager verschleudert oder an „befreundete“ Manager ausgelagert werden.

    Pensionskassen täuschen die Öffentlichkeit mit dem Argument, Rentnerinnen und Rentner würden länger leben. Was glauben Sie, was es kostet den Menschen flächendeckend zu erklären, dass seit 5 Jahren eine Kehrtwende im Gange ist? Kapital und Medien basteln sich ihre Wahrheit. Willfährige Professoren und Journalisten werden angeheurt. Das entscheidende bei der 2. Säule sind die Fehler im System. Korruption, Misswirtschaft und horrende Verwaltungskosten sind nicht der Hauptgrund für diese Situation.

    Die Menschen werden in ein paar Jahren verstehen. a) mit AHV-Plus wurde eine einmalige Chance nicht genutzt. b) Bei der Rentendebatte geht es im Kern um Verteilungsgerechtigkeit, nicht um demografische Probleme. Welche Personengruppen sollen an der wirtschaftlichen Wertschöpfung und der Verteilung des Wohlstandes wie beteiligt werden? Doch statt sich dieser Frage zu stellen, schüren die etablierten Parteien mit breiter Unterstützung der Medien einen unverantwortlichen Generationenkonflikt.

    Die Immobilienblase wird in den nächsten 5 Jahren platzen und mit ihr viele „Schweizer Träumereien“ wie es den Menschen seit 20 Jahren nunmehr vorgekaukelt wird. Geistersiedlungen werden die Landschaft prägen. Gated Communities und isolierte verarmte Parallelgesellschaften werden sich herausbilden, Staatsbesitz wird privatisiert usw. usf. Wenn Sie glauben, ich würde eine düstere Zukunft skizzieren brauchen Sie nur die Verschuldung der Privaten-Haushalte und die Kinderarmut in der Schweiz unter die Lupe zu nehmen.

    @Aktuar,

    Zum Glück gibt es noch Menschen wie Sie in unserem Land.

    @Insideparadeplatz

    Nochmals herzlichen Dank! Bleiben Sie dran.

    Sie grüssend

    • Nachtrag:

      https://www.tagesanzeiger.ch/schweiz/standard/bald-sinken-die-mieten/story/16212607

      Halten wir fest: Tiefere Mieten sind ein Problem für die PK’s. Dazu schrieb Herr Lukas Hässig.

      https://insideparadeplatz.ch/2017/09/29/pensionskassen-rasen-mit-karacho-in-immo-hammer/

      Noch ein Detail:

      Mit einem Teil der Beiträge in die zweite Säule werden die Risiken einer Invalidität oder des Todesfalls vor Erreichen des Pensionsalters gedeckt. Zum Abdecken dieser Risiken kassierten die Lebensversicherungen Allianz Suisse, Axa, Basler, Generali, Helvetia, Mobiliar, Pax, Swiss Life und Zürich im Jahr 2015 insgesamt:

      2,6 Milliarden Franken.

      Davon haben sie jedoch lediglich 1,4 Milliarden Franken für die genannten Risiken ausgegeben. Die enorme Differenz von 1,2 Milliarden behielten die Lebensversicherungen für sich.

      Quelle: Finanzmarktaufsicht Finma, K-Tipp

    • @Arbeitgeber,

      Von Interesse sind übrigens auch die Überlebenszahlen, welche auf der Basis der Daten der AHV-Rentner errechnet werden können. Hier liegen die Werte sogar noch drei Jahre tiefer als in den BFS-Statistiken, also wenigstens 5 Jahre unter den Werten der von der OAK publizierten Generationensterbetafeln. All die vielen Penionskassen, die das Rad in der Vermögensverwaltung neu erfinden wollen, sind zu teuer und sie bringen keine guten Leistungen. Ausserdem ist mit dem System, dass jede Pensionskasse ihre eigene Anlagestrategie verfolgt, ein erhebliches Korruptionsrisiko verbunden. Wer wollte schon überprüfen, ob der Kauf irgend eines Anlageproduktes, den Vermögensverwalter X getätigt hat, wirklich nach bestem Wissen und Gewissen stattfand? Oder ob Herr X eventuell irgend einen in der Anlagebranche tätigen Herrn Y kennt, dem damit gedient wäre, wenn zur rechten Zeit das richtige Produkt gekauft würde?

  5. Ich hoffe, dass andere Artikel besser recherchiert sind als dieser. Herr Hässig sollte sich einmal mit einer Pensionskasse intensiv beschäftigen, dann könnte er feststellen, dass die Vermögensanlage streng reguliert ist und die Kosten ca. 0.5% betragen (viel weniger als wenn man privat anlegt). Zur Lebenserwartung: Die Pensionskassen richten eine lebenslängliche Rente aus, stirbt die versicherte Person (z.B. im Alter 82), so erhält die Lebenspartnerin eine Rente in der Höhe von 60% der Altersrente. Diese Lebenspartnerrente kann ohne weiteres auch noch 10 Jahre laufen, da die Frau in der Regel jünger ist als der Mann und länger lebt. Die von Herr Hässig so einfach dargestellte Berechnung zur Lebenserwartung ist schlichtweg falsch.

    • @Simon,

      stellen Sie Ihre Berechnung zur Lebenserwartung auf. Stellen Sie Ihre Ertrag/Kosten Berechnung auf. Bin gespannt…….

      Sie grüssend

    • Mit einem Teil der Beiträge in die zweite Säule werden die Risiken einer Invalidität oder des Todesfalls vor Erreichen des Pensionsalters gedeckt. Zum Abdecken dieser Risiken kassierten die Lebensversicherungen Allianz Suisse, Axa, Basler, Generali, Helvetia, Mobiliar, Pax, Swiss Life und Zürich im Jahr 2015 insgesamt 2,6 Milliarden Franken. Davon haben sie jedoch lediglich 1,4 Milliarden Franken für die genannten Risiken ausgegeben. Die enorme Differenz von 1,2 Milliarden behielten die Lebensversicherungen für sich.

    • @Insideparadeplatz
      @Arbeitgeber (AHV-Rentner),

      Die Lage ist schlimmer als dargestellt wird.

      Erstens:

      Bei den Angaben zur Lebenserwartung unterscheiden die Pensionskassen-Lobby und das BFS nicht zwischen der Lebenserwartung bei Geburt und der Lebenserwartung im Alter von 65 Jahren. Für die Pensionskassen ist nur letztere relevant – wie @Arbeitgeber hervorgehoben hat. Und diese ist in der Schweiz seit bereits sechs Jahren nicht mehr gestiegen.

      Zweitens:

      http://www.oak-bv.admin.ch/fileadmin/dateien/Startseite/Medienmitteilungen/2017/Mediendokumentation_09052017_Deutsch.pdf

      Was an dieser Medienmittelung vom (9.5.2017) erstaunt, ist der ausgewiesene Anlagenertrag. Der ist fünfmal höher als 2015 ausgefallen, dennoch bleibt die Ertragserwartung der Pensionskassen pessimistisch, und die Forderung nach weiteren Sicherheitspolstern wird weiterhin aufrechterhalten, ja sogar noch ausgebaut.

      https://www.bfs.admin.ch/bfs/de/home/statistiken/soziale-sicherheit/berufliche-vorsorge.assetdetail.1960426.html

      Seit 2014 enthält diese Statistik nur noch das Gesamtresultat sowie die Kosten der Vermögensverwaltung. Die Bewertungsänderung ist nur noch als ein einziger Wert für den Gesamtmarkt aus einer separat publizierten Graphik zu entnehmen. Die Kapitalerträge der beruflichen Vorsorge werden verschleiert. Oberaufsicht und BFS publizieren keine Details der Erträge mehr.

      Freundliche Grüsse

  6. Danke IP das sie dieses wichtige Thema aufgegriffen haben. Die Schreibknechtmedien werden alles daran setzen um dieses System zu erhalten. Bin der Meinung, dass ein saftiger Beitrag mit den Eckdaten und mit den versteckten Daten dieses verlotterten Systems folgen sollte. Danke

    • Grüezi@Ehemals Kader heute Rentner,

      Richtig. Ein UWS unter 6% ist keine Vorsorge mehr, nur noch Abzocke, es verschiebt die Finanzlast auf EL-ALV und Sozialhilfe. Die
      Lohnbeiträge für Pensionskassen sind trotz dramatisch sinkender Leistungen massiv angestiegen: 2014 lagen sie im Schnitt bei 18%. Trotz dieser schwierigen Situation verdienen sich Anlageberater von Banken und Versicherungen an der 2. Säule eine goldene Nase pro Jahr unglaubliche 6,4 Milliarden Franken! Die AHV dagegen ist dem Gemeinwohl verpflichtet und bietet Banken und Versicherungen keine Chance zur Bereicherung.

      UWS Senkung zwischen 2010 – 2016:

      SBB 2010 6,52% 2016 5,22% –20%
      Post 2010 6,47% 2016 5,35% –17%
      Bühler 2010 6,65% 2016 5,60% –16%
      Symova 2010 6,65% 2016 5,72% –14%
      Publica 2010 6,53% 2016 5,65% –13%
      Kanton AG 2010 6,80% 2016 5,90% –13%
      Implenia 2013 6,52% 2016 5,67% –13%
      RUAG 2010 6,80% 2016 5,92% –13%
      Oerlikon- 2010 6,50% 2016 5,70% –12%
      Novartis 2011 6,10% 2016 5,35% –12%

      Es wird manipuliert was das Zeug hält. Und wir schauen zu.

      Mit dem Altenquotienten zum Beispiel wird i.d.R. die Anzahl der Menschen, die älter als 65 sind, ins Verhältnis gesetzt zu den Menschen im Arbeitsalter von 20 bis 65 Jahren. Damit wird suggeriert, indem man prognostiziert, dass immer mehr Rentner auf Erwerbstätige zukommen. Es gibt in diesem Zusammenhang, keine einheitliche Handhabung des Altenquotienten (SECO, BSV, BFS, OECD) da in einigen Studien unterschiedliche Altersquotienten gewählt werden als in Andere. Es werden z.B. verschiedene Altersabgrenzungen gewählt, 15/65 – 20/65 und ähnliche. Es wird für diese dann ein Verhähltnis prognostiziert, dass es heute etwa drei zu eins auf 1,5 zu eins im Jahr 2030 sinken wird. Es ist somit klar, dass es nicht um wissenschaftliche Genauigkeit geht, sondern um Konstruktion gewünschter Ergebnisse.

      Sie grüssend

    • Luft nach oben scheint es überall noch zu haben. Die PK einer Gastronomiekette rechnet z. B. mit der Lebenserwartung von Beamten- und Grossunternehmungskassen. Im genauen Wissen, dass das Servicepersonal im Durchschnitt weniger lang lebt. Dass die Studie des Bundesamtes auf Prognosen (…) statt auf konkreten Zahlen basieren. Dass das Gremium von PK Experten überschaubar klein ist und niemand weiss wieso. Schlaraffenland einfach. Die Liste ist unendlich und gepflastert mit unendlich viel Geld. Noch herrscht das eiserne Gesetz des Schweigens bei diesen PK Experten. Doch wenn der Erste von denen auspackt, dürfte kein Auge mehr trocken bleiben und 8 Millionen Menschen werden sich die Augen reiben.

    • @AHV,

      in allen Gesellschaftskreisen wird weltweit gegen Recht verstossen, um bestimmte Ziele zu erreichen. Die Besonderheit der 2.Säule-Kapitaldeckungsverfahren mit Versicherungsschutz (Tod und Invalidität) besteht darin, dass es offensichtlich mit staatlicher Rückendeckung stattfindet. Machtstrukturen (Geld) unterwandern Politik, Medien und Institutionen. Es ähnelt an „Mafiöse Strukturen“, hinzu kommen die nachweislich vorhandenen Fehlkonstruktionen die nicht zu beheben sind. Ich habe nicht wenige Menschen (richtige Insider) kennenlernen dürfen, die entweder ausgestiegen sind, oder versucht haben dagegen etwas zu unternehmen. Letztere, haben einen beruflichen und wirtschaftlichen sehr hohen Preis zahlen müssen. Auch Journalisten werden immer wieder zurückgepfiffen. Wer glaubt, das sei eine polemische Diffamierung einer ganzen Branche, hat nicht verstanden was volkswirtschaftlich auf dem Spiel steht. Keine Feindbilder, sondern sachliche Kritik. Das Referendum für die Abschaffung der 2. Säule wird kommen. Bis dahin müssen die Menschen aufgeklärt werden.

      http://www.zeitpunkt.ch/fileadmin/download/ZP_93/93_8-11_Vontobel2Saeule.pdf

    • Arbeitgeber (AHV-Rentner), Feindbilder aufbauen ist grundsätzlich nicht zielführend. Sollte es bei mir so rübergekommen sein, habe ich über das Ziel geschossen. Würde mir leidtun. Es war nicht gewollt. Habe 10 Jahre in diesem Bereich gearbeitet und Leute kennen gelernt die Gewissenbisse bekamen und sich damit arrangieren mussten. Sich gegen „oben“ und in Schulungen begeisternd zeigen, für die Senkung des Umwandlungssatzes bei der Abstimmung weibeln, etc. Wohl wissen, dass die Statistik(en) von Anfang an nur dem(n) gewünschten Resultat(en) angepasst wurde sowie das es ein völlig marodes System ist. Der Jahresabschluss stand immer schon Anfang Jahr fest (10 Monate zu früh). Die Geschäftsleitung wollte schliesslich schon Anfang Jahr wissen, mit wieviel Bonus sie rechnen können. Es musste jedes Jahr mehr sein. Also liessen sie sich jedes Jahr etwas einfallen. Ich denke es ist dort heute noch so.

      Ich weiss auch nicht was genau Sie unter Insider verstehen. Ich weiss nur das Sie sehr viel verstehen. 😉 Ich meinte in meinem Bericht mit PK Experten die ca. 140, max. 150 Expats, die am BVG mitschreiben. Die eine geschlossene Gesellschaft bilden und Träume ermöglichen. Die sich den Kuchen Schweizweit aufteilen. Wenn so einer einmal auspackt, ist bisher noch nie geschehen, werden sich 8 Millionen Menschen die Augen reiben.

    • Nachtrag – wieso wehren sich die Journalisten und/oder Insider die Sie kennen „in Zeiten von Kevin Spacey und Harvey Weisnstein“ eigentlich nicht mehr in dem sie darüber schreiben? In Zeitungen, wenn sie einen Verlag finden in Bücher oder sonst auf Blogg’s wie IP? So ist Werner Vontobel der Rufer in der Wüste bezüglich „Mafiösen Strukturen“. Die richtigen Zahlen sind nicht geheim, kann man alle sogar im Internet finden oder direkt bei den staatlichen Stellen anfragen, so wie es Werner Vontobel macht. Sie wissen ja genauso wie ich, die Propaganda der „Mafiösen Strukturen“ funktioniert einwandfrei. 1. & 2. Säule geht es schlecht, wir müssen weiter abbauen. Alles ein Lug und ein Beschiss – und fast niemand der es weiss schreibt darüber.

  7. Die zweite Säule ist eine reine Geldvernichtungsmaschine. Die Verwaltungskosten sind viel zu hoch. Das System völlig intransparent, inneffizient und anfällig für Korruption und Geldwäsche. Als pensionierter wurde ich bei Stellenwechsel mehrmals beschissen, aber es war ja früher gesetzlich legal. Lösen wir doch diesen Zauber auf und führen die Gelder kotrolliert in einen Fonds über, ähnlich wie der norwegische Staatsfond. Kleine Verwaltung, Transparent und gute Performance und einheitliche Leistungsversprechen. Die minimalen Einzahlungssätze und Rentenzahlungen werden wie bisher gesetzlich vorgegeben. Wer mehr will soll das selber mit einer Privatversicherung lösen.

    • Die 2. Säule, das ist ein Kartell des Schweigens. Nur so kann es funktionieren. Seit dem COOP kenne ich diesen Beschiss beim Stellenwechsel mit meinem Vorsorgegeld auch. Als ich damals den COOP bat, meine volle Pensionskasse zu überweisen und nicht nur stillschweigend (..) einen Teil davon. Nach dem Motto; er merkt es ja sowieso nicht. War wohl in 999 von 1000 Fällen so. Selbst den Hinweis der „Aufsichtsbehörde BVG und Stiftungsaufsicht“ mit der Feststellung „moralisch verwerflich“ liessen Michael Dober, Kurt Troxler von der COOP PK sowie Hans-Ueli Loosli, Liliane Uchtenhagen und Irene Kaufmann nicht einlenken. Das Kartell des Schweigens spielte perfekt. Der Bund hat diese Gesetzeslücke, die die Migros, etc. nie ausnützen wollte, in der Zwischenzeit geschlossen. Ich denke, wenn der Gesetzgeber eine solche Türe schliesst, öffnet er gleichzeitig drei neue Türen.

  8. @Arbeitgeber,

    Ihre Schelte gegen die 2. Säule ist berechtigt. Der gesellschaftliche Friede schien in der Schweiz ein selbstverständliches Gut. Das ändert sich gerade rasant. Die gesellschaftlichen Spannungen werden grösser, die Menschen spüren das dieses System der „Privaten Vorsorge“ nicht funktioniert. Die FINMA hat schon mal die Vorgänge um die PK Prämien und Leistungen u.a. der IV untersucht und all das obszöne scheffeln für normales „Geschäften“ eingestuft. Da ging es um die Jahre 2003 – 2012 und Einnahmen von 23 Mrd. sowie Leistungen von 11 Mrd. also um Rendite von 55% über 9 Jahre und die PK und IV Leistungen für hunderte tausende Arbeiter.

    Erinnert mich im gleichen Zeitraum wie man die «Scheininvaliden» und «schmarotzenden Sozialhilfebezügern» durch das Land hetzte und wie sich eine willfährige Meute von Abstimmungsberechtigten ausgesprochen hat die oben erwähnten Volksschädlinge gerecht zu bestrafen und egal wie krank und behindert auf Arbeitssuche zu schicken. Von den Profiten der privaten PK und IV Versicherungen redete in dieser Zeit kaum jemand… doch dort finden sich die schwarzen Zahlen während man die Arbeiter auffordert noch ein paar Jahre länger zu arbeiten, die Jungen auf die Alten hetzt weil man das alles nicht mehr bezahlen kann und wir über unsere Verhältnisse gelebt haben…..Regeln eines Spiels die völlig einseitig während dem spielen abgeändert werden.

    • Grüezi@PK-Verwalter a.D.,

      Besten Dank für Ihre Worte.

      Sie grüssend

  9. Meine Kunden erhalten die Provisionen und Courtag diese werden Ihnen mitgeteilt. Ich erhalte ein Beratungshonorar.

    Es gilt zu unterscheiden in welchem Modell Sie versichert sind (vollvertrrag, teiautonom, autonom).

    Zudem sind die gesetzlichen Auflagen enorm, der Datenschützer, Gesetzgeber und die Steuerbehörden tun ihr Bestes um den gesamten Apperat zu verteuern. Zum Beispiel werden die technischen Zinsätze vortlaufend gesenkt, was die Rückstellung verteuert und den Ertrag bei den aktiven reduziert.

    Lösungen im Vollvertrag sind meines Erachtens ein Auslaufmodell. Teilautonome Kassen sind ideal. Die Verzinsung sollte momentan zwischen 3.5 bis 4.5 % betragen. Die Unterdeckung muss auch mit Reserven abgesichert werden. Ein korrekter Umwandlugssatz wäre so bei 5.5%. Es wäre ja auch möglich in guten Jahren den Altersrentner einen Bonus zu zahlen. Fakt ist dass die Leute heute älter werden und wesentlich eine Altersrente beziehen als 1985.

    Übrigens wird die AHV im Umlageverfahren finanziert. Also aktive zu passiven. Da es immer weniger junge gibt könnte das System der AHV als stand alone Lösung kollabieren.

    Die Polemiker hier sollen doch eine eigene Pensionskasse gründen und den bestehenden Pensionskassen zeigen wie es besser geht. Viel Spass

    • Die AHV, die nächste Mär. Der AHV Topf ist so voll wie noch nie. Das AHV Vermögen hat sich von 2001 bis 2016 fast verdoppelt. Von 23,26 bis 44,67 Milliarden CHF. In den letzten 10 Jahren war die AHV nur zweimal marginal im Minus und achtmal im Plus. Die Polemik (systematische Schwarzmalerei) bezüglich AHV kennen wir auch schon. Übrigens werden auch in diesem Jahr ca. 450 Millionen CHF vom Parlament in Bern der AHV vorenthalten. Das hat Bundesrat Villiger 1999 so genial aufgegleist. Über all die Jahre sind es bald mal 9 Milliarden CHF die der AHV entzogen wurde. Das Parlament verstösst somit jedes Jahr gegen die Verfassung. Jeder von uns könnte vor dem Verfassungsgericht dagegen klagen. Leider ist die Schweiz eines der wenigen Länder in Europa, die kein Verfassungsgericht kennt ….

      Zur eigenen Pensionskasse: Es gibt Kantone (z. B. Neuenburg), die eine kantonale PK kreieren wollen. Weil sie von den „faxen von den PK’s“ rund um die 2. Säule langsam dicke sind. Es ist gerade der Bund, der dies auf allen Ebenen bekämpft. Dazu ist der Vorschlag von Arbeitgeber (AHV-Rentner) das Erfolgsmodell von Österreich. Abschaffung der 2. Säule, Ausbau der 1. Säule. Dann hätten wir sehr viele Probleme nicht mehr und der einzelne Bürger bekäme schlussendlich jeden Monat einiges mehr an Rente. Es ist die mit Abstand beste Möglichkeit.

    • Guten Morgen@Berater,

      Ich habe volles Verständnis für die Menschen die innerhalb dieser Fehlkonstruktion 2. Säule tätig sind. Ihr Beitrag ist teils Rechtfertigung, teils Polemik, teils sachlich. Was ich hier gegen die 2. Säule vorbringe, ist sachliche Kritik und ein Plädoyer für die Abschaffung der Pensionskassen.

      Es gibt heute 1781 Pensionskassen/Stiftungen. Die Kantone sollen sie beaufsichtigen. Folglich wird ein Berg Steuergelder für eine letztlich unmögliche Aufgabe ausgegeben. Die Versicherten müssen den Kassen ihr Geld geben, haben aber kaum Einfluss- und Kontrollmöglichkeiten. Über das Geld verfügen Leute und Institutionen, die gerne selber mehr verdienen als weniger. Warum sich nicht aus den vor ihnen liegenden Millionen bedienen? Unterhalten Sie sich zum Thema mit Staatsanwälte für Wirtschaftsdelikte.

      Die erste Folge des Pensionskassenobligatoriums in der Schweiz war eine Spekulationsblase auf dem Grundstücksmarkt mit einer Explosion der Mieten. Eine zweite ist der Renditedruck der Geldverwalter auf die börsenkotierten Firmen. Ergo: Die Pensionskasse sorgt für höhere Mieten, tiefere Löhne und Entlassungen zwecks Börsenkurspflege. Die grössten Konstruktionsfehler der zweiten Säule sind also:

      – dass sie unnötigerweise die AHV kopiert, dabei aber viel komplizierter, teurer, aufwendiger und schädlich ist;

      – dass sie die Menschen per Gesetz zwingt, ihr Geld Managern anzuvertrauen, deren Tun faktisch nicht zu kontrollieren ist;

      – dass sie die ohnehin hohe Sparquote in der Schweiz weiter erhöht.

      Diese Fehler sind gleichzeitig die grundlegenden Eigenschaften der Pensionskassen. Sie bestehen folglich, solange es Pensionskassen gibt. Anders ausgedrückt: Diese Mängel zu beseitigen bedeutet, die Pensionskassen abzuschaffen. Und genau das sollten wir tun. Die 2. Säule ist nicht mehr haltbar; mathematisch, wirtschaftlich, politisch und ethisch.

      Sie grüssend

    • Grüezi@AHV,

      Richtig!

      Die IV rutschte Mitte der 90er-Jahre in die Schulden. FDP und SVP lehnten im Parlament die nötige Erhöhung der Lohnbeiträge für die IV oder eine solide Zusatzfinanzierung stets ab. Und dies war gewollt!. Es braucht ein konstruirtes Defizit, um den Sozialstaat auszuhöhlen. Bei der IV ist diese Taktik des Sozialabbaus aufgegangen. Nun versuchen sie das gleiche bei der AHV, indem sie diese gezielt in der Schuldenwirtschaft treiben wollen.

      Sie grüssend

    • @AHV,

      Nachtrag: die Einsparungen in der IV werden durch Erhöhung der mit Steuern finanzierten Sozialausgaben kompensiert. Wie blindwütig unsere unterwanderte politische Kaste ist; zeigt sich in dem Versuch die Zukunft unserer Altersvorsorge auf EL und Sozialhilfe zu basieren. Wir können uns damit trösten, dass diese mit Steuergeldern finanziert werden, wobei die Besser,- und Spitzenverdiener durch die Steuerprogression stärker zur Kasse gebeten werden. Dabei werden, im Gegensatz zu AHV-Prämien, auch die Einkommen aus Kapital (Zinsen, Dividenden) steuerlich beitragen. Das sollten sich diese vulgären Neurreichen im Parlament mal auf der Zunge zergehen lassen!

      Sie grüssend

      P.S. Haben Sie nähere Angaben zum Projekt/idee Neuenburg?

    • @Arbeitgeber (AHV-Rentner); Der Kanton Neuenburg hat die Rentenreform 2020 am 24. September angenommen und verloren. Als erstes wollte man deswegen über eine mögliche Kantonale PK nachdenken. Das hat der Bund bereits im Keime erstickt in dem er auf den Finanzausgleich verwies, auf den Neuenburg angewiesen ist. Damit was das Thema vom Tisch.

    • @AHV,
      das ist bereits institutionalisierte Erpressung. Umwandlungssätze unter 5% werden zunehmen. Das, Renteneinkommen wird bei immer weniger zukünftigen Rentner reichen, um den Lebensstandard
      angemessen halten zu können, wie es die Verfassung verlangt. Das Parlament hat zudem im Rahmen der hängigen ELG-Revision den Zugang zu den Ergänzungsleistungen drastisch erschwert. Eine heterogene Gesellschaft mit 2.5 Mio Mitbürger/in die nicht stimmberechtigt sind, lässt sich nach belieben manipulieren.

  10. Den dauernden Diskussionen über Ethik und Moral in der 2. Säule begegnete man in der Allianz-Suisse bereits ab ihrer Gründung und Neuausrichtung 2002 mit Hilfe von Fluktuationen, Verschiebungen, Kündigungen und vorzeitigen Pensionierungen, zu guten Konditionen. Sukzessive wechselte man u. a. das gesamte Kunden Team 2. Säule aus. Das „neue Kundendenken“ wurde innerhalb und ausserhalb, Stichwort Restaurant in der alten Börse, auch schon mal als knallharte Gewinnmaximierung in eigener Sache bezeichnet. Schlagartig war das Kundendenken das noch in der Elvia AG herrschte Geschichte. Zu dieser Neuausrichtung gehörte auch, dass man die Pflege des Kunden Durchlaufkonto 2. Säule einstellte. Dabei ist der regelmässige Saldoausgleich dieses nicht Bonus relevanten Durchlaufkontos der Garant, dass wirklich alle Kundeneinzahlungen bezüglich Pensionskasse abgewickelt worden sind. Dafür hat man in dieser Abteilung Bonus relevant Stellen gestrichen.

  11. Als kleiner Bürger habe ich mir folgende Rechnung gemacht. Mit meinem privaten Vermögen erziele ich nach Kosten eine Rendite von ca. 4 % pro Jahr (ist ein realer erzielter Wert). Meine aktuelle PK die AXA Winterthur schriebt mir auf dem Ueberobligatorium (ist der grosse PK Betrag bei mir) einen miserablen aktuellen Zins von 0.25 % pro Jahr gut. Somit fehlen mir pro Jahr rund 4 % Ertrag auf meinem PK Vermögen. Dieses Geld landet in den Reserven oder bei der AXA direkt. Fazit: Ich werde meine PK Gelder so schnell wie möglich beziehen, denn ich habe kein Interesse jedes Jahr um rund 4 % betrogen zu werden. Am Schluss geht es immerhin um sehr viel Geld für mich.

    • Grüezi@max,
      es ist eine weitverbreitete Ilusion zu glauben, man könne über das Alterskapital frei verfügen. Es ist von Anfang an bereits weitgehend enteignet. Der Bundesrat hat eine Botschaft ins Parlament geschickt, die die Möglichkeiten des Barbezugs weiter einschränken soll. Er wollte gar den Barbezug zur Finanzierung von Wohneigentum verbieten. Dagegen gab es Wiederstand der Immobilien-Lobby. Der Ständerat hat das Gesetz bereits verabschiedet, es steht nun im Nationalrat noch an.

      Vermutlich, sind sich nur wenige über den Ernst der Lage bewusst. Wenn man den überobligatorischen UWS auf Vorrat senkt, um die eigene Pfründe abzusichern, dann muss man sich fragen, ob sich der Bundesrat des sozialpolitischen Sprengstoff im Klaren ist. Es ist abstossend aus Sicht eines Arbeitnehmers und Beitragszahlers keine Chance zu haben, seinen Rentenstand abzusichern. Da sind Renteinbussen in der 2. Säule von über 15% und ein Ende ist nicht Sicht….Wenn der Staat nicht schnell und entschlossen handelt, wird er schon in wenigen Jahren mit einer Welle von Anfragen nach EL und Sozialhilfe konfrontiert werden – und die Klientel wird die hart arbeitende Bevölkerung sein.

      Der Versicherte ist der (Zwangs-)Sparer, während die PK gegenüber dem Versicherten der Schuldner ist. Denke! Die 2. Säule ist mit unkalkulierbaren Risiken verbunden. Sehr bald drohen erratische, d.h. nicht voraussehbare Rentenzahlungen.

      Sie grüssend

  12. Weitgehend faktenfreier Artikel auf Stammtischniveau. Und wo angeblich Fakten geliefert werden, stimmen sie nicht einmal: Gemäss BFS stieg die Lebenserwartung von 65-jährigen Frauen von 21.1 Jahren (2001) auf 22.2 Jahre (2011) und dann 22.6 Jahre (2016). Bei den Männern sind es 17.3 (2001), 19.2 (2011) und 19.8 (2016). Diese Zahlen kann man einfach nachschauen. Man kann sich etwa vorstellen, wie seriös der Rest des Artikels ist. Die durchaus ernsthaften Probleme bei der 2. Säule hätten eine etwas kompetentere Analyse verdient.

    • Grüezi@Moneymoney,

      https://www.beobachter.ch/gesellschaft/artikel/ueberraschende-wende_die-lebenserwartung-stagniert

      Noch vor zwei Jahren wollte das BfS keine Trendwende sehen. Heute sind sie gezwungen, langsam und mit wider Wille, diese Fakten in der Statistik einfliessen zu lassen.

      Wahrscheinlich erfüllt das Statistisches Bundesamt überwiegend Wünsche aus der Versicherungsbranche, Stiftungen, Pensionskassen und Politik an die öffentliche Darstellung (nicht die umfangreichen Berechnungen und ausführlichen Darstellungen der letzten 5 Jahren korrekt zu erfassen und wiederzugeben). Anders kann ich die im Mittelpunkt der Presseveröffentlichungen stehende Beibehaltung des Renteneintrittsalters bei Zukunftsberechnungen (früher: heute und 2050 60 Jahre, jetzt: heute und 2060 65 Jahre) nicht interpretieren.

      Anmerkung:
      Analog gehen die Versicherungskonzerne bei Krankheitsberechnungen vor. Im Mittelpunkt der Darstellungen (hier auch der Berechnungen) steht eine Beibehaltung des Eintrittsalters von Krankheiten (genauer der Wahrscheinlichkeit im Alter x diese Krankheit zu haben) trotz deutlich steigender Lebenserwartung oder eben nicht. Kein Wunder, dass daraus erheblich steigende Krankheitskosten errechnet werden. Beides nennt man Vermischung von statistischen (Krankheit nach Alter) mit dynamischen Modellen (wir werden älter) und ist auch ohne Absicht häufiger zu finden. Ja, mit Wissenschaft haben die von Ihnen zitierten Veröffentlichungen nichts zu tun, sondern dienen einzig und alleine Partikularinteressen durchzusetzen. Vielleicht ein positiver Aspekt der 2. Säule: Die zahlreichen Arbeitnehmer, welche im Zusammenhang mit der zweiten Säule ihr Brot verdienen, dürften die Arbeitslosenzahl der Schweiz verkleinert haben.

      Sie grüssend

    • Grüezi@Moneymoney_plus,

      Im Bericht steht Zitat: „Lebenserwartung ­praktisch stabil“ Zitat Ende.

      Nein. Die Lebenserwartung sinkt!

      https://www.saldo.ch/artikel/d/nachgefasst-schweiz-lebenserwartung-sinkt/

      Verwirrend und manipulierend wird immer gesprochen, es handele sich um die Lebenserwartung bei Geburt. Diese „Grösse“ ist für die Pensionskassenrenten irrelevant! Die falsche und irreführende Behauptung der Pensionskassen, Versicherer und verschiedener Parlamentarier, „“die Leute werden immer älter““, dient der Kürzung der Leistungen und berücksichtigt den Trend der letzten fünf Jahre nicht. Ein Skandal! Es geht um Milliardenbeträge.

      Die 2. Säule muss abgeschafft werden.

  13. Es dürfte hierzulande wohl kaum jemand ernsthaft bestreiten wollen, dass mit der Schaffung des BVG-Obligatoriums (1985) unseren Bundesberner Politikern, fraglos eingepeitscht durch eine übermächtige Banken-/Versichererlobby, damals mit den reichlich sprudelnden 2. Säule-Geldern ein Perpetuum Mobile von epochaler Bedeutung gelungen war. Die Interessen der Arbeitnehmer, v.a. der älteren, schienen dabei bis heute eher zweitrangig. Wirklich störend – angesichts der Ernsthaftigkeit des vorliegenden Themas – finde ich die Tatsache, dass sich weder Verfasser noch Kommentatoren, die sich zudem im Forum verschämt mit Pseudonymen tarnen, zu erkennen geben! Dies spricht nicht gerade für mehr Klasse als Masse.

    • Grüezi@Michael Höchli,
      ich stimme Ihnen vollkommen zu. Aus triftigen Gründen bevorzuge ich es, hier anonym zu kommentieren. Jemand, der anonym kommentiert, schreibt nicht automatisch minderwertigere Kommentare. Ich halte es zudem schlicht für ein grundlegendes Recht, seine Meinung auch anonym äussern zu dürfen. Solange die Kommentarregeln nicht verletzt werden, denn da liegt das eigentliche Problem.

      Sie grüssend

  14. „“Musste der „Blick“ gestoppt werden, weil am Schluss vielleicht die 2. Säule im Schweizer Vorsorgesystem als Ganzes zum Thema geworden wäre? Würden die Versicherten die 2. Säule auch nur halbwegs verstehen und wüssten sie, um wie sagenhaft viel Geld es dort geht (gesamtes gespartes Kapital 1’020 Milliarden, davon Pensionskassen 800 Milliarden) und wie stark im ganzen PK-Bereich die freie Marktwirtschaft nicht spielt (respektive was dort für Eingeweihte alles möglich ist) – die 2. Säule würde wohl sofort abgeschafft. Zu recht. Denn reformierbar ist sie nicht.““

    Auf dem Punkt gebracht!

    Ironie: Mit dem Nein zur Altersreform 2020 haben sich die „Gut- und Spitzenverdiener ins eigene Knie geschossen. Der obligatorische Teil (UWS) wird nicht gesenkt, was die Pensionskassen weiterhin veranlassen wird, aggressiv, den überobligatorischen Teil (UWS) zu senken. Somit, werden gerade die oben genannten, besonders geschröpft werden.

    Wahrlich – ein perfekt ausgedachtes Abzockesystem!

    Wenn das keine Enteignung ist?

  15. So viel unwissende Polemik! Linke Phrasendrescherei ohne Ende und dabei keinerlei konstruktive Verbesserungsvorschläge….
    Schade und unwürdig!

    • Gratuliere, wenigstens einer der sich dem (erneuten) BVG-Bashing nicht anschliessen kann.
      So viel Unsinn, Fehler und vor allem Widersprüchliches habe ich noch selten innerhalb eines Artikels gelesen. Da ist eigentlich jeder weitere Kommentar überflüssig.
      Aber es wird ja genug Leser geben, die dieses von LH
      angestossene Stammtischgerede gutheissen werden – wirklich schade…

    • Grüezi@Insider,

      Die Ideologen und Verfechter der freien Marktwirtschaft bestehen auf der Devise, dass verdientes Geld wieder zirkulieren, in Umlauf gebracht werden soll – konsumieren! Konsum ist der Motor der Binnenwirtschaft. Nun widerspricht aber das von denselben Kreisen ausgeheckte Konzept der 2. Säule diametral dieser Devise. Mit den PK-Beiträgen werden grosse Summen Geld vom Konsummarkt abgeschöpft und gehortet. Der Binnenmarkt wird gebremst und die Liegenschaftsspekulation befeuert. Kann man noch schizophrener sein? Offensichtlich müssen sich da einige saftige Pfründe versprochen haben.

      Im Gegensatz dazu entspricht die AHV genau dieser Devise. Das eingenommene Geld wird umgehend, ohne Kaufkraftverlust an die Rentner weitergegeben, welche dies für Konsum ausgeben. Der Konsummotor der Binnenwirtschft läuft. Der Seniorenmarkt ist ein nicht zu vernachlässigender Sektor der Binnenwirtschaft.

      Man mag nun einwenden, dass das Geld der Pensionskassen ja wieder von den Pensionierten ausgegeben wird. Ja, aber mit einer Verzögerung von durchschnittlich 30 bid 40 Jahren. Und was passiert in der Zwischenzeit? Richtig, das Geld hat wegen Inflation an Kaufkraft verloren. Die Kaufkraft des an der Quelle vom Lohn abgeschöpften Franken kauft für den Pensionierten nur noch einen Bruchteil dessen, was er ursprünglich hätte kaufen können. Eine monumentale Geldvernichtungs,- und Abzockermaschine!

      Sie grüssend

    • Insider@alias Spielverderber,

      Kein fachlicher Argument. Null! Man sollte etwas gründlicher und unvoreingenommener lesen.

      Sie grüssend

  16. Die ganze 2. Säule ist eine Schindluderei!
    Die grundlegenden Probleme sind systeminhärent.

    Sicher werden die Menschen älter und beziehen länger Leistungen, wie jedoch richtig erwähnt kommt es auf die Berechnungsart resp. -grundlagen an. Fake 1.
    Die Struktur dieses staatlich verordneten Systems ist eine Katastrophe. Ca. 2’000 Pensionskassen. Keine Konkurrenz da über Arbeitgeber gebunden. Die Gremien sind meist „politisch“ besetzt; zwar paritätisch, aber mit wenig Know-How. Die Rechtsform der Stiftung und die Governance ist meist schlicht traurig. Mangelnde Grösse und Wissen lassen die meist eher schludrig geführten PK’s zu idealen Selbstbedienungstöpfe für Berater, Regulatoren, Revisoren, Banken, usw. werden. Diese gesamte Struktur ist dringendst zu revidieren, professionalisieren und vor allem flexibilisieren.
    Wirtschaftlichkeit und Flexibilität entsteht, wenn der Mitarbeitende seine PK selber wählen kann. Diese Kosten offenlegen muss und sich am Markt mit anderen messen lassen muss. Sinnvolle Pläne nach Risikoneigungen mit den Banken erarbeiten muss. Die Anzahl der PK’s somit drastisch sinkt, damit sich die Selbstbediener und Inkompetenten nicht mehr ihre Schindluderei betreiben können und die wirtschaftlichen Gesamtkosten runter kommen. Diese eingesparten Kosten können dann eben für bessere Verzinsungen eingesetzt werden. Das Risiko geht dann auf den Arbeitnehmer über (Anlageentscheid von mündigen Menschen). Vorzeitige Entnahmen sind kritisch zu hinterfragen um gesellschaftliche Folgekosten (Scheidungen, Splittings, WEF) sowie spätere Verarmung mit Bezug Ergänzungsleistungen etc. zu verhindern.

    Das wäre mal ein Ansatz!

    Aber wer in diesem Land hat den Pfupf dieses Thema mal anzugehen? Richtig, niemand, da die Profiteure selber die Änderungen herbeiführen müssten: Staat, Politiker, Manager, Banken, ….

    Also, schön weiter wie bisher. Lass uns die Dummen melken.
    Ich für meinen Teil habe das System durchleuchtet und meine Massnahmen getroffen!