UBS-Ermotti ohne Plan, Leute, Idee – nur Bonus

Chef hatte beste Ausgangslage, Nummer 1 des Landes zum Glänzen zu bringen – Statt dessen lanciert er Nachfolge-Theater.

Sergio Ermotti wird wütend, wenn man ihn kritisiert. Dann staucht er einen öffentlich zusammen, braust auf, haut auf den Putz.

Ticino-Temperament. Problematischer ist sein Leistungsausweis und die Zukunft. Beides wirkt schwach, düster, trostlos.

Aktie? Im Keller. Rechtsfälle? Gehen immer weiter. Gewinn? Unbefriedigend.

Jetzt kommt die nächste Baustelle zum Vorschein. Ermotti hat keinen Nachfolger aufgebaut. In 7 Jahren: keinen.

Deshalb tauchten am Freitag Gerüchte auf, dass der fast 10 Jahre jüngere Christian Meissner bei der Bank landen könnte, als möglicher Mann der Zukunft.

Da ist Ermotti so lange wie keiner zuvor am operativen Steuer. Und doch braucht der Chef nun jemanden von aussen, weil intern niemand das Zeug zum CEO hat.

Man reibt sich die Augen. Umgekehrt zu diesem Versagen stehen Ermottis Entschädigungen. In den letzten Jahren steckte der UBS-Boss per annum 14 Millionen ein.

Die Investoren sitzen auf dem Trockenen, Sergio reibt sich die Hände. Was läuft hier schief?

Niente, würde Ermotti sagen. Alle Banken-Aktien sind schwach, wir sind besser als andere.

Und zum Nachfolger dürfte er wohl meinen: Was kann ich denn dafür, wenn mein Buddy Orcel zur Santander springt?

Klingt gut. Nur wären solche Antworten typisch für den UBS-Chef. Statt sich dem Problem zu stellen, gibt er anderen die Schuld.

Und das Problem lautet: Ermotti hat aus der grössten, bekanntesten und globalsten Private Banking-Marke der Welt nichts gemacht.

Die Anderen sind noch schlechter (Chart: Swissquote)

Oder in seiner Sprache: He did not deliver.

In seinem Führungsteam sind Leute wie Martin Blessing, der die deutsche Commerzbank an den Abgrund gesteuert hatte, oder Axel Lehmann, der bei der Zurich nicht reüssierte.

Oder Sabine Keller-Busse, die Iron Lady ohne Front-Erfolge.

Gescheiterte statt Erfolgreiche.

Beim Gewinn bleibt die UBS im Niemandsland zwischen Spitzenergebnissen und Sanierungsfall stecken. Zu schlecht zum Durchstarten, zu gut für Not-Interventionen.

Bei den Altlasten zieht Ermotti gegen Frankreich in den Krieg um Schwarzgeld und lenkt damit die Scheinwerfer der Welt auf ein Thema, das die Schweiz meinte, gemeistert zu haben.

Das kann man ja alles noch irgendwie verstehen. Aber eines bleibt an Ermotti hängen wie ein klebriger Mantel: die Umsetzung einer Strategie.

Exekution, heisst das. Hier: den noch von seinem Vorgänger Oswald Grübel eingeleiteten und dann von ihm beschleunigten Fokus auf die weltweite Vermögensverwaltung zum Triumph zu machen.

Das hat Ermotti nicht geschafft. Dabei sollte es mit links gelingen, würde man meinen. Die UBS war vom Schweizer Steuerzahler gerettet worden: zwei Mal, bei Subprime und im US-Steuerkrieg.

Die Bank erhielt die Chance auf ein neues Leben, dank der eigenen Heimat respektive ihrer Politik, die sich nie getraute, den Bahnhofstrassen-Sheriffs den Marsch zu blasen.

Nun hätte Ermotti sich für das Geschenk bedanken und zeigen müssen, dass er ein fähiger UBS-Chef ist, der mehr kann, als sich mit Machtspielen an der Macht zu halten.

Umso mehr erstaunte die Öffentlichkeit, als sie sah, wie Ermotti laut über einen Abzug des Hauptsitzes aus der Eidgenossenschaft nachdachte und der Börsenorganisation Six, einem wichtigen Gemeinschaftswerk des Finanzplatzes, den Stecker zog.

Eine ernüchternde Bilanz, für das Land, die Bank mit ihren immer noch 20’000 Mitarbeitern in der Schweiz und 65’000 weltweit. Erfolgreich war Ermotti hingegen für sich und seine Kollegen in der obersten Führung. Sie kamen auf ihre Rechnung.

Nun steht die nächste Runde im Ermotti-Schauspiel an: die Kür möglicher Nachfolger. Der Auftakt in diesem Theater ist geglückt. Die Medien lancieren Geschichten über den nächsten UBS-Chef.

Dabei geht die Frage unter: Warum darf Ermotti einfach immer weiter am Drücker bleiben?

Kommentare

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  1. So eine dumme Unqualifizierte Aussage und Lügen Stories habe ich noch nie gelesen. Wahrscheinlich hat diese Reporter 2008 viel Geld verloren wegen der UBS, er ist böse auf sie. Fakt ist Die UBS macht einen guten Job. Sie ist auch nicht in den Krieg gezogen gegen Frankreich, sie wehrt sich Nur. Und das mit Recht. Den Frankreich beugt das recht es ist kein Rechtsstaat mehr. Und man wird das in den nächsten Jahren in den Kursen sehen.

    • Gut so…mal vertrösten auf die nächsten Jahre. Das haben andere vorher auch schon getan.

  2. Ich weiss warum ich keine Geschäftsbeziehung mit der UBS habe. Der Steuerzahler hilft unfähigen Leuten aus der Patsche und warum sind sie nicht sofort ohne Abfindung etc. Gefeuert worden und zahlen Ihre Millionengehälter für fähige Führungskräfte zurück!!

  3. Also, wenn ich die Wahl hätte zwischen Plan, Leute, Idee und Bonus, dann würde ich klar auch Bonus wählen!

    • Dieser Wanderpokal geistert auch immer wieder durch die Landschaft. Pure Geisterbahn!

  4. Jetzt wird schon Arbeitslosen, die sich selber ins Spiel für den CEO-Posten bringen, um ihre berufliche Chancen zu steigern, eine Plattform gegeben.
    Erstaunlich.

    • Habe ich mir auch gedacht. Weshalb sollte die UBS gerade diesen Ösi brauchen? ECHTEN (nicht herbeigefaselter) Leistungsausweis oder bloss Burgtheater?

  5. Ahaha…sie haben das Problem erkannt! Eine Firma, die gut funktioniert sollte immer in der Lage sein, irgend jemanden an die Stelle ein VRP oder CEO auch extern zu holen können…ihre Behauptung nach, haben Weberinotti nicht selber die Firma während 8 Jahren geführt? DIE waren auch total Fremd… Was für eine Behauptung….man wählt intern, normalerweise, wennn man mit Resultate zufrieden sind: eine Kursrutsch von über 80 auf 12, kann man nicht als solche behaupten. Und auch während diese Periode war der Kurs bfast bei 20….Ich glaube, intelligente Leute wie Sie sehen nicht die Realität…mindestens die Idioten verstehen das gut, sehr gut sogar.

  6. Wie aus dem Lehrbuch: der unfähige Chef umgibt sich mit noch grösseren Nieten. Merke: der Einäugige ist unter den Blinden König.

  7. Iron Lady hat nicht nur fehlende Front Erfolge, sondern kann auch sonst nicht mit besonderer Leistung bei UBS glänzen
    HR – ohne HR Fachkenntnisse, schwache Führung und keiner Empathie = ziemliche Fehlbesetzung
    COO = hier kann sie zwar weniger Schaden anrichten, da es nicht um Menschen geht, aber Fachkenntnisse fehlen auch hier.
    Was SK sehr gut kann, ist sich nach oben zu positionieren und heisse Luft verbreiten, das hat bei Mc Kinsey funktioniert, reicht aber hoffentlich nicht für eine noch höhere Position bei UBS

    • ich kenne SK seit der HSG Zeit. Sabine ist selten mit intellektuellem Scharfsinn aufgefallen, aber mit überaus grossem Fleiss, Verbissenheit und deutscher Disziplin. Charakterlich war sie zu Studentenzeiten absolut ok, hilfsbereit, offen und bescheiden.
      Mit ihrem grossen Fleiss und einer Portion Opportunismus hat sie eine beachtliche Karriere hingelegt, das muss man neidlos eingestehen. Charakterlich hat sie sich leider sehr verändert und ist kalt, hart und völlig abgehoben worden

    • @Späher: CEO, COO und CHRO noch mit CFO, CLO/CCO sowie CIO ergänzen, und UBS durch CS, Raiffblech, sonstige Banken, ZIG, Allianz Schweiz, Swiss Re, sonstige Versicherer etc. ersetzen, und der Text kann, nach leichter Anpassung, wohl wiederverwendet werden. Perfektes „Text-Recycling“ und schont erst noch die Umwelt der Unfähigen!

      Da hab ich noch etwas gefunden, was es wohl auf den Punkt bringen könnte. Auch im 2019 gilt wohl:

      Nieten halten alles zusammen,
      Nieten halten immer zusammen.
      (Ernst Heiter/1930, Schriftsteller u. Aphoristiker)

      In diesem Sinne, alles Gute fürs 2019!

  8. Peinlich die Aussage über das angebliche Ticino-Temperament … Landfogtennostalgie, Herr Hässig? Einfach nur traurig.

    • „Landfogtennostalgie?

      Hm, wie jetzt?
      Land – check!
      Fog? – Nebel? Check!
      Tenno? – Akihito? – Check!
      Stal? St. Algie? – error…

  9. Martin Blessing kann ja wohl nicht ernsthaft für die Ermotti-Nachfolge in Frage kommen. Der Mann ist schlicht und ergreifend talentfrei – sein Leistungsausweis spricht für sich.

  10. Es hat schon gute Kandidaten intern, leider sind AW und SE selber zu schwach, um diese zu erkennen. Und bitte keine der Selbstdarstelerinnen – Gender Equality gut und recht.
    Ein Aussenstehender kann im UBS Sumpf nicht bestehen. Viel Erfolg.

    • Ahaha…sie haben das Problem erkannt! Eine Firma, die gut funktioniert sollte immer in der Lage sein, irgend jemanden an die Stelle ein VRP oder CEO auch extern zu holen können…ihre Behauptung nach, haben Weberinotti nicht selber die Firma während 8 Jahren geführt? DIE waren auch total Fremd… Was für eine Behauptung….man wählt intern, normalerweise, wennn man mit Resultate zufrieden sind: eine Kursrutsch von über 80 auf 12, kann man nicht als solche behaupten. Und auch während diese Periode war der Kurs bfast bei 20….Ich glaube, intelligente Leute wie Sie sehen nicht die Realität…mindestens die Idioten verstehen das gut, sehr gut sogar.

    • Thiam hat bei der CS tonnenweise Leute entlassen, um schwarze Zahlen zu schreiben. Natürlich hat so etwas längerfristig seinen Preis.

      Das hätte auch Donald Duck machen können, falls er unterschriftsberechtigt wäre.

    • Kleines Detail; die 5.3 Mrd. sind der geschätzte Jahresgewinn für die ganzen 12 Monate. Ergäbe dann ein günstiges P/E von knapp 9. Die entscheidende Frage ist allerdings, warum das von der Börse nicht honoriert wird (Kurse deutlich unter Buchwert sprechen eine glasklare Sprache)? Es scheint wohl nicht abschätzbar, wieviele Jahresgewinne dann bei der nächsten „Aufräumaktion“ bei der gelegentlich anstehenden Stabsübergabe verbraten werden.

    • Herr Hauser, das ist ungefähr dasselbe wie die Aussage: „Die Erde ist ein grosser Planet“

      compared to what?

    • Gewinn muss immer in Relation zum eingesetzten Kapital angeschaut werden… sonst ist er nur eine Hausnummer. Eine weitere Betrachtung zur Einschätzung des Gewinns ist der Aktienkurs.

  11. Die Einzige, die den Banhofstrassen-Sheriffs den Marsch blies, war die Retterin der UBS, BR Eveline. Als sich Ospel, Häringer, Kurer an ihren Positionen festkrallen wollten, ersetzte sie die Herren durch Villiger und Grübel.

    • Evelin Widmer-Schlumpf war die beste Bundesrätin, viel zu gut für die SVP. Jetzt wird nur noch geklöppelt.

    • Genau, Nuschi.
      Und Merkel ist die beste Kanzlerin aller Zeiten! Ganz Deutschland ist ihr zutiefst dankbar!

  12. Besser als CS gewesen zu sein war doch nicht schwierig, oder?
    Gute Fragen… als Idiot habe keine Antwort, aber schon vor 10 Jahren, und war damals noch gewichtige Aktionäre, habe behauptet die Banken, vor allem GB brauchen eine andere Art von Cheffen…hingegen man beobachtet immer wieder das gleiche Muster, passen alle in diesen Munstern…auch bei der Industrie ist das gleiche…schau mal die Nestlé als „Perle“, jetzt ohne Lack…nur die NovArtis hat mut gehabt, etwas anderes zu wagen….man braucht neue Typus, Macher, Ideenreich und keine Statthalter…ich sehe aber keine. Deswegen überlassen wir diese sehr schwierige Aufgabe bei Intelligentere, Brillante Leute.
    Eure Idiot auch in 2019

  13. Wahrscheinlich so wie bei Merkel: Konkurrenz ausgeschaltet, nur von Ja-Sagern umgeben. Nur auf Machterhalt fokussiert.

    Ermotti bekommt jedoch Merkels Gehalt (ca. 310‘800 € pro Jahr) in Bruchteil der Zeit.

    (Die 7 Zwerge in Bern bekommen ca. 480‘000 pro Jahr inkl. Spesen.)

  14. Na ja, würde Axel nicht als gescheitert bezeichnen… für die Zürich wäre er wahrscheinlich besser gewesen als der jetzige CEO Greco der ja auch keine Ideen hat.

    • Doch, Greco hat Ideen. Personal abbauen! Da muss man zuerst mal draufkommen! Nicht so einfach. Bin mir sicher, dass man dazu mindestens einen MBA-Abschluss benötigt, um auf so eine glor- und erfolgreiche Idee zu kommen. Chapeau!

  15. …und dann noch der stinkendende Misthaufen ChainIQ mit vor allem einem sich scheckig lachenden Mistkäfer obendrauf mit Direktanschluss in die Dumpfbacken-Medienlandschaft.

  16. Eine Ergänzung: dem Tätigkeitsbericht von Ermotti sollte man unbedingt noch die ChainIQ-Geschichte erwähnen.
    Herr Weber, haben Sie diese Sache eigentlich mal untersuchen lassen. Oder fliegen Sie immer noch auf Kosten des gebeutelten Aktionärs gratis First Class um die Welt.

    • Weber ist eine fleischgewordene Witzfigur, die Loriot nicht hätte besser zeichnen können. – Schmeckt’s? Mahlzeit.

    • Korrekt, ohne Ausschreibung und zu ‚unkonventionellen‘ Konditionen vergeben, das UBS Verhandlungs-Duo kurz nach Vertragsunterzeichnung zu ChainIQ gewechselt. Alles auf Kosten shareholder und zum Benefit von ??
      Soviel zu Compliance and Segregation of Duties.
      Wo Rauch ist, ist Feuer.
      Herr Häsdig: unbedingt aufrollen!