Zürcher Giga-Ponzi: $100 Millionen Schaden

Bismark Badilla, ein schillernder Finanzmann der Limmatstadt, sitzt seit bald 1 Jahr in U-Haft – 20 Strafanzeigen – Riesenfall.

Lexinta heisst eine Finanzboutique mit Sitz in Zug und Ableger in Zürich. Dahinter steht eine schillernde Figur mit historisch klingendem Namen: Bismark Badilla.

Der schreibt nun tatsächlich Geschichte. Keine gute. Badilla sitzt seit April in Untersuchungshaft. Er wird verdächtigt, mit seiner Lexinta ein Ponzi-Konstrukt im grossen Stil betrieben zu haben.

Da war er noch frei: Badilla (Quelle: Lexinta)

Das bestätigen die Zürcher Justizbehörden. Und sie sagen noch mehr; nämlich, dass es sich um einen der grössten Anlage-Skandale der jüngeren Zeit handeln könnte.

„Die Deliktssumme beläuft sich derzeit auf zwischen 50 Mio. und 100 Mio. USD“, schreibt der Sprecher der Justiz auf eine Anfrage per E-Mail. Immer mehr Betroffene würden sich melden. „Es sind mittlerweile über 20 Strafanzeigen bei der Staatsanwaltschaft eingegangen, es sind ca. 70 Personen geschädigt.“

Verbitterung im Netz (Quelle: Lexinta)

Und dann kommt der Satz: „Es handelt sich um ein Ponzi-System.“ Nimmt man 100 Millionen als mögliche Schadenssumme, dann ist man nicht mehr weit weg von den 170 Millionen Franken bei der ASE Investment. Diese zog die Basler Kantonalbank in den Sumpf, es kam zu langen Gefängnisstrafen, ein nächster Gerichtstermin steht bereits vor der Tür.

Von einem Insider werden Banken genannt, über die der Betrug gelaufen sei. Es handelt sich unter anderem um die UBS, die Julius Bär, die französische BNP Paribas und ein englisches Institut. Laut dem Sprecher der Zürcher Justiz seien aber die genannten Banken „nicht Teil der Untersuchung“.

Bismark Badilla ist am Ende einer langen Irrfahrt angelangt. Er sitzt in seiner Zelle und lässt niemanden an sich heran. Besuche würde er strikt ablehnen, sagt eine Auskunftsperson.

Die Schlinge um Badillas Hals zog sich im 2017 zu. Ein grosser Investor, bei dem es um viel Geld ging, schaltete Zürcher Anwälte ein. Diese versuchten zunächst, von Badilla ihr Investment zurückzuerhalten. Als dies nicht gelang, reichten sie Strafanzeige ein.

Darauf nahm die Zürcher Polizei ihre Jagd auf Badilla auf. Lange ohne Erfolg. Eine Razzia in seinen Büros und am Wohnsitz führte zwar zu viel Material. Aber nicht zu Badilla selbst. Der war im Ausland – auf der Flucht.

Schliesslich stellte er sich letzten April selbst. Sein persönlicher Krimi war vorbei, er hatte ausgespielt. Den Investoren half die Inhaftierung bisher wenig. Sie warten weiterhin auf ihr Geld.

Kommentare

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  1. Wieder mal so ein Riesen-Schaumschläger! Und die Leute fallen in ihrer grenzenlosen Gier auf ihn rein.. Viel gelernt? Wenig!

  2. Erstaunlich, daß solche Leute ihren Ritterschlag von etablierten Instituten erhalten, die eigentlich ganze Abteilungen mit hundertzwanzig Mitarbeitern zur Risikovorsorge betreiben.
    Da geht dann eine Folie-Anleihe aus Griechenland anstandslos durch, Stadtkämmerern aus Pforzheim werden Crédit Default Swaps angedreht und Rentnern aus Frankfurt am Main Derivate aus dem Hause Lehman.
    Krönung ist die Kreissparkasse Köln, die SKS-Papiere im Beratungszimmer der Filialen vertickerte, vornehmlich an 89-jährige Alzheimer-Patienten.

    Verurteilt wird hier nur immer der Emittent, der Vertrieb geht straffrei aus.

    Warum eigentlich ?

  3. So mal ganz nebenbei gefragt. Wie ist es denn für Herrn Hässig vertretbar wenn auf seinem Portal von doch sehr fragwürdigen (wenn nicht sogar luschen) Anbietern wie z.B. kredit-schweiz.ch , anleger-praemien.de Anzeigen geschaltet werden?

    • Offensichtlich hat Hässig den Überblick über seine anstehenden Schadenersatzprozesse mit Schweizer Großbanken verloren und nimmt nun wahllos Werbung herein, um Liquidität zu schaffen.
      Durch die Nähe zu dubiosen Firmen wächst der Informationsvorsprung, und wir lesen dann den folgenden IP-Bericht sozusagen „aus erster Hand“:

      „Strucki-Bude bot 6,5% Zins auf Schweizer Franken – jetzt pleite wegen Ponzi-System – IP Werbeeinnahmen futsch“

  4. Laut dem Sprecher der Zürcher Justiz seien aber die genannten Banken „nicht Teil der Untersuchung“.

    Die Banken auf dem Finanzplatz und deren Organe geniessen ‚Heimatschutz‘ in Sachen Beihilfe zu Geldwäscherei und anderen Delikten – parallel darf sich der ‚kleine Fisch‘ am Bankschalter bis auf die Unterwäsche ausziehen.

    • Vermutlich schon und gesponsert von Papi.
      Der schaut auch nicht aus, wieein Bismark.

    • ich vermute sie haben nicht an der hsg abgeschlossen.
      Tja, Pech für Sie.
      Herr Badilla auch nicht.
      Und das dürfte nicht die einzige Gemeinsamkeit zwischen Ihnen und dem Goldchetteliträger sein.

  5. das wichtige muss jetzt noch kommen: Kopien von bankbelegen der lexinta AG und deren an-& zugewandten kreise. irgendwelche graue backofficemäuse bei den entspr. banken haben doch sicher noch Kopien, weil diese wahrscheinlich dazumal schon vermuteten, dass da was „lusch“ sein könnte, geschweige allfälliger KYC Dokumentationen der dazumal bezahlenden banken. aber was weiss ich da schon als chrizbodechlapfhechi guschti.

  6. …es ist für mich jedesmal ein Rätsel, warum es immer wieder Menschen gibt, die auf so einen Betrüger reinfallen…
    Wenn dann auch noch Finanzinstitute und „gebildete“unter den „Opfern“ sind, frage ich mich, wie die eine Risikoanalyse betreiben.
    Gier frisst Hirn!

  7. (Übersetzt von Google, es gilt die Unschuldsvermutung) Das ist eine Gesellschaft von Dieben! Bismark Badilla ist ein großer Dieb und ein professioneller Lügner! Achtung! Das 1 Stern ist ein riesiges Kompliment ..

    (Original)
    This is a company of thieves! Bismark Badilla is a big thief and a professional liar! Be careful! The 1 star is a huge compliment..

  8. Das Verblüffende ist, daß derartige Betrügereien heute noch möglich sind, wo jeder Anlageinteressent vor einer persönlichen Beteiligung nach Negativem betreffend die Namen von Initiatoren und beteiligten Gesellschaften im Internet recherchieren kann.

  9. Wenn man nachmittags ins Park Hyatt geht, dann sitzen dort regelmässig „hundert Jahre Knast“ in den Sofas der Lounge. – Jedes zweite ausländische Finanzbudeli hier in der Schweiz ist doch irgendwo unsauber, konservativ gerechnet.

  10. Na ja nach dem alten Motto „Das Geld ist nicht weg oder verloren, es gehört nun einfach jemand anderem“.
    Es ist einfach kaum zu fassen wie selbst sehr vermögende Investoren solchen Rattenfängern auf den Leim gehen können.

    • Nachtrag: Vielleicht muss man sich auch fragen wie die Investoren zu ihren Millionen gekommen sind? Vielleicht allzu leicht („legal ergaunert“)?

  11. Es ist LH hoch anzurechnen, dass er die Kriminellen und die Abzocker unerbittlich an die Öffentlichkeit zerrt.
    Und die Verwicklungen von Teflon-Guy in den ASE-Fall sollten ENDLICH aufgearbeitet werden! Da leisten Justiz und Finma Arbeitsverweigerung!

    • @Danksagung: Absolut!

      Es tut zwar nichts direkt zum Thema, aber wir hätten NoBillag wirklich annehmen sollen.
      Fact ist doch, dass keine einzige Sendung unseres Staatsfernsehens über die investigative Power verfügt, die Lukas Hässig an den Tag legt. Und das mit über CHF 1mia im Jahr, für die wir dann so unsägliche Sendungen wie „1 gegen 100“, „Glanz & Gloria“ und andere Fremdschämformate kriegen. Und für die mainstream news gibt ja ARD, ZDF, ORF, CNBC, n-tv, BBC, etc. – da würde also keiner gar nix verpassen!

      Wahrscheinlich haben wir es echt nicht anders verdient!