UBS IT-Boss in Edel-Villa von Russen-Zulieferer

Stefan Arn nahm Einladung eines zentralen Lieferanten in dessen Italien-Privatsitz an – Ging’s um Job-Kahlschlag? Ethikcode Ok?

Stefan Arn ist einer der wichtigsten Manager der Grossbank UBS. Arn leitet die gesamte Informatik der UBS Divisionen Schweiz und globale Vermögensverwaltung.

Die muss auf Befehl Arns massiv sparen. Gleichzeitig reiste Arn vor 2 Wochen nach Italien. Auf Einladung eines der wichtigsten IT-Zulieferers und Millionärs in dessen Villa im Bel Paese.

Der Mann heisst Dmitry Loschinin. Er ist Chef der IT-Firma Luxoft, ein Unternehmen mit Sitz in Zug und starken Verbindungen aus historischen Gründen zur russischen IBS, ein Technologieriese.

Loschinins Luxoft wurde Anfang Jahr an den US-IT-Giganten DXC verkauft. Loschinin wurde dabei reich. Er hält ein grosses Aktienpaket. Zudem ist er mit der Banken-IT-Lieferantin Avaloq verbunden.

Einfluss-Reich: Loschinin (software-russia.com)

Für Loschinin ist nun wichtig, auch unter der neuen Besitzerin aus Amerika eine zentrale Position behalten zu können. Dafür muss er Aufträge an Land ziehen.

Zum Beispiel von der UBS. Loschinins Luxoft ist dort bekannt. Das Unternehmen testet die ganze IT der UBS Investmentbank.

In anderen Bereichen harzt es. Loschinin und seine Luxoft haben grosse Konkurrenz. Die besten IT-Zulieferer buhlen um die UBS und ihr Milliarden-Budget für Outsourcing.

Umso zentraler ist, wie die UBS-Führung mit den Chefs der grossen IT-Zulieferfirmen umgeht. Dafür gibt es einen Ethikcode, der vorschreibt, was erlaubt ist und was nicht.

Lets talk business: Arn (ETH)

Die Reise von IT-Spitzenmann Stefan Art fällt unter diese Frage. War sein Besuch in der Italien-Villa des grossen Russen-Zulieferers gemäss internen UBS-Richtlinien korrekt?

Die UBS-Pressestelle wollte sich nicht dazu äussern. Sie hielt auf Anfrage schriftlich fest:

„Wir kommentieren angebliche persönliche Kontakte unserer Mitarbeitenden nicht. Unter anderem durch die Auslagerung von Kaufprozessen und die strikte Anwendung interner Compliance-Prozesse schliessen wir Interessenskonflikte bei unserem Einkauf aus.“

Arn ist selbst ein grosser Unternehmer. Mit seiner eigenen Software-Firma Adnovum wurde er reich. Vor 12 Jahren wechselte er zur UBS und ist seither der starke Mann in der Informatik.

Nebenbei hat er eine Firma namens Piena Corsa Auto AG. Dort ist auch der vermögende Gratian Anda dabei. Anda besitzt die Zürcher Privatbank Ihag, ehemalige Bührle-Bank.

Hobby mit Italo-Cars: Arn, Anda (Pienacorsa.ch)

Die beiden Auto-Fans Arn und Anda haben auch noch eine zweite Auto-Firma, die Staga AG. Diese bezweckt den „Handel mit Automobilen sowie den Betrieb einer Autoreparaturwerkstatt mit Servicestation“.

UBS-Spitzenmann Arn besuchte Zulieferer Loschinin in der letzten Arbeitswoche von März. In der italienischen Villa des Russen dürfte es um Geschäftliches gegangen sein.

Im Vordergrund könnte der Kosten-Abbau in Arns vieltausendköpfiger UBS-Informatik um 15 Prozent gestanden haben. So viel will Arn einsparen.

Das geht nur durch einen happigen Stellenabbau. Auf dem Spiel stehen rasch Hunderte von Informatik-Jobs – oder noch mehr.

Für Loschinin und seine Luxoft respektive deren neue Mutter in den USA stellt die UBS ein grosser Fisch dar. Diesen gilt es ins eigene Netz zu holen.

Besuche mit Privat-Charakter können dabei helfen. Deshalb sind sie ein Thema in allen grossen Firmen mit riesigem Bestellvolumen.

Laut einem Insider ist für ein Treffen wie jenes von UBS-Arn und Luxoft-Loschinin grünes Licht der Compliance-Leute der Grossbank unerlässlich.

Diese müsste somit Reise ihres Spitzenmanns in die Privatvilla des Zulieferers abgesegnet haben. Wohl deshalb betonte die UBS in ihrer Stellungnahme, dass sie alle Compliance-Vorschriften einhalte.

Kommentare

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  1. Ich habe alle Beweise der Geldtransfer wie auch den Einfluss auf die SIX Stock Exchange. Loschinin hat einen Vertrag in England, mir seit langem bekannt.

  2. Rund 20 Kommentare, viele „so what Statements“, einige „Nachtreter“, alle Kommentare eher gelangweilt.

    Wahrlich, da hat Herr Hässig wieder mal einen Primeure gelandet. News, welche einmal mehr die Schweizer Medienlandschaft erschüttern werden.

    Chapeau!

  3. Nur damit ich das korrekt Verstehe:

    Der Kunde tanzt beim IT – Anbieter an um in Ruhe zu plaudern? Ich kann mich täuschen, aber hat die UBS keine Räumlichkeiten für delikate Gespräche #Ironie off – ich kann mir nicht helfen, aber für mich persönlich und aus meiner Erfahrung (+20 Jahre im Geschäft) stinkt die Story mit der Compliance gewaltig. Wie gesagt, persönliche Einschätzung.

  4. UBS-Spitzenmann Arn? Der vielseitig interessierte global Techniker und Informatiker hatte und hat, so scheint es zumindest auszusehen, seinen Laden nicht im Griff zu haben.

    Ein wichtiger Mann in der GL? Mitnichten. Die Bankenkrise ist nicht erst seit gestern. Es zeichnete sich schon seit längerer Zeit ab, dass die Bankprozesse und vor allem die Informatik stark redimensioniert werden muss.

    Das Outsourcing der Informatik oder sogar nur Teile davon ist sehr. sehr Risikoreich und garantiert teurer als den Laden inhouse zu betreiben. Ich meine auch die Entwicklung und VOR allem die Datenhaltung.

    Um dies zu gewährleisten, braucht es einen guten und kompetenten Chef und einen noch besseren Stab. Ein Chef, der nebenbei noch andere Jobs und Einnahmenquellen verfolgt, ist sehr fraglich.

    Outsourcing dient meistens dem Ziel, die IT-MA elegant loszuwerden und Verantwortung abzuschieben. Da hat man natürlich mehr Zeit für Nebeneinkünfte und Beziehungsaufbau für noch mehr eigenen Ertrag zu ‚generieren`.

    Übrigens: Mehrere Bankinstitute sind schon wieder am insourcen. Das weltweit!

  5. Geschenke bis sfr. 100.– von Kunden oder Lieferanten sind ok ( Betrag kann anders sein…), sonst die Vermutung auf Korruption und / oder Machenschaften ist gross und sollte von eine internationale Firma untersagt werden.
    Es gibt nur eine Ausnahme: wenn über Geschäft geredet ist, um bessere Diskrektion zu haben, dann ist erlaubt, sonst nicht. Ja, es ist ein interessanten Fall und Ubs sollte schon aufpassen was sie sagen…bei solche „fringe benefits“ sind schon grossere Menschen gestölpert wie zum Beispiel Sarkozy und anderen…
    Compliance ist im grundegenommen gesunde Menschenverstand, was viele verloren haben…
    Affaire a suivre….

  6. „selbst ein grosser Unternehmer…“
    „der starke Mann in der Informatik…“
    „UBS Spitzenmann…“
    Give me a break: weder gross, noch stark, noch spitze. Eher anbiedernder Emporkömmling und kriecherischer Günstling der unerträglichen Trogni. Totengräber der einst herausragenden UBS IT, Charakter geht anders.

  7. sehr schön.
    was mich aber mehr interessieren würde,
    jetzt wo auch liechtenstein gegen vincenz
    ermittelt:
    was ist eigentlich mit der ex chefjuristin
    geworden in den usa?
    danke.

  8. Was, bitte schön, hat G. Anda und die Tatsache, dass beide Autofans sind, mit der Thematik IT der UBS und dem Besuch bei einem möglichen Zulieferer zu tun? Bitte um Auflärung.

  9. Luxoft ist ein globaler „Sklavenhändler“ im Markt der externer IT-Dienstleistungen. Im Avaloq-Projekt bei Raiffeisen hat man auch die Finger im Spiel.

  10. Kurze Frage: was ist der Inhalt dieses Artikels ausser waghalsigen Vermutungen und Neid?

    War es evtl ein Termin unter Freunden?

    Warum wird Gratian Andra hier überhaupt erwähnt?

    Verstehe den Artikel leider von vorne bis hinten nicht, da er für mich keinen journalistischen Inhalt hat!

    Dazu heute der Artikel über Fernandez, Instagram und einer Blondine auf einem Rennwagen?

    Quo vadis IP?

    🤷🏻‍♂️

    • @Fragezeichen, herzlichen Dank das Sie mir den Kommentar vorweggenommen haben.

      Tragisch, bald derselbe Content wie Blick.ch

    • So beginnen die Geschichten ja immer.

      Und wenn man an dem roten Faden zieht, ist am Ende oft ein dicker Fisch dran. Die Erfahrung hat das oft genug bewiesen.

      Typischerweise versuchen Involvierte, das Ganze erstmal auf die lächerliche Schiene zu ziehen.

      Das funktioniert dann eben meist nicht.

    • @Fragezeichen@Inside Plauderplatz: doch wie Süchtige jeden Tag auf IP gehen und den Gossip aufsaugen. Habt Ihr UBSler schon wieder freien Zugang zu IP?

    • Ich kenne Stefan und auch Luxsoft aus meiner UBS Zeit gut.
      Sehr heikles Thema!
      Aus Sicht compliance ein absolutes no-go!!
      Solche Vorgehensweise muss Sanktionen zur Folge haben.
      Auch hat eine Firma wie Luxsoft nicht einen CIO einzuladen.
      Geschenke ab 50 Franken sind im UBS Gift Register einzutragen. Genau deswegen…

    • was heisst hier „wie bald derselbe Content wie der Blick“? Ich vesteh das Wort „bald“ in diesem Zusammenhange nicht