Vontobel knallt raus, Präsident macht Spesen

Nach St.Gallen müssen jetzt 3 Banker in Basel aufs Arbeitsamt – Vontobel-Chef Scheidt nutzt Catering der Bank für Privat-Fete.

The Chosen Few. Ausgerechnet bei der vermeintlichen We Are Family-Bank Vontobel kommt das Gebaren glasklar zum Vorschein.

Oben lässt Präsident Herbert Scheidt keine Gelegenheit aus, sich eigene Annehmlichkeiten von der Bank bezahlen zu lassen.

Unten müssen die Mitarbeiter froh sein, wenn es sie im laufenden Abbauprogramm nicht trifft. So wie soeben drei beim Ableger in Basel und zuvor 5 in St.Gallen.

Fertig lustig beim Vorzeige-Arbeitgeber Vontobel. Die Familie, die sich das Soziale auf die Fahnen geschrieben hat, schaut indigniert weg. Hauptsache, die Dividenden fliessen.

Die Passivität des Eigentümers gibt den Steuermännern auf der Brücke einen Freipass, sich gütlich zu stossen. Besondere Affinität dafür legt Kapitän Scheidt an den Tag.

Der Deutsche mit Schweizerpass, der fast nur noch für „seine“ Bankiervereinigung unterwegs ist, lässt sich Ausgaben für scheinbar Privates gerne von der Bank finanzieren.

Scheidt, Herbert: Sie wünschen? (SBVg)

An seinem noblen Wohnort am Zürichberg lädt Scheidt das Kader der Vontobel zu Speis und Trank ein. Bedienen lässt er die Geladenen vom Gastrobetrieb, der die Kantine der Bank schmeisst.

Ebenso nutzt Scheidt für seinen Galaanlass Vontobel-Angestellte vom Empfang.

Gut fürs eigene Budget. Die Kosten gehen auf Rechnung der Vontobel. Die zahlt ja sowieso für die Services des Caterers, und auch die Angestellten sind schon in Lohn.

Ein Vontobel-Sprecher dementiert.

„Kosten, die im Rahmen der Tätigkeit des Verwaltungsratspräsidenten von Vontobel entstehen, werden im Rahmen des Spesenreglements von Vontobel getragen. Die Aufwendungen von Herrn Scheidt im Rahmen seiner Tätigkeit als Verwaltungsratspräsidenten entsprechen der Üblichkeit.“

Zu erfahren ist aus der Bank, dass Scheidt „als Verwaltungsratspräsident von Vontobel zu keinen Kaderveranstaltungen in sein Privathaus eingeladen“ habe. Betonung auf „VR-Präsident“. Früher war Scheidt CEO.

Ebenso tönt es aus dem Innern des Hauses, dass Präsident Scheid die „Fazilitäten von Vontobel für die Ausübung der beruflichen Tätigkeit“ benutze – also nie für sich privat. Alles in bester Ordnung.

Als Präsident der Bankiervereinigung – es ist die wichtigste Bankenlobby im Land – muss Scheidt vor allem eines: kommunizieren. Dabei helfen ihm gerne die Leute von der Medienabteilung der eigenen Bank.

Auch das stimme nicht, sagt eine Quelle der Vontobel. Die Pressearbeit für Scheidts Mandat bei der Bankiervereinigung (SBVg) erledige ausschliesslich die Medienabteilung des Verbands in Basel.

„Spesen, die im Rahmen dieses Amtes anfallen, werden von der SBVg getragen“, nimmt dazu offiziell ein Sprecher der Bank Vontobel Stellung.

Scheidts Spesenfimmel ist legendär. Der Mann, der Jahr für Jahr 3 Millionen oder mehr verdient für ein Pensum, das spätestens seit dem Job bei der Lobby überschaubar ist, lässt sich laut einer Quelle regelmässig gegen Grippe impfen.

Kosten in einer Gruppenpraxis: vielleicht 40 Franken. Nimmt Scheidt die zwei Zwanziger aus dem Sack und legt sie auf den Tresen? Nicht doch. Die Rechnung zahlt auch hier die Firma. Gut investiert, dürfte die Meinung im Kommandoraum sein. Schliesslich kommt der Präsident grippefrei durch die rauhe Jahreszeit.

Kommentare

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  1. Ist wirklich schade, dass hier j e d e n Tag unbedingt, unter allen Umständen und zum Trotz, immer was negatives publiziert werden m u s s. (Inserenten)
    Wie anders ist es zu erklären diese „Riesenstory“?

    „Nobler Wohnort..“: Hallo, der Ort heisst Zürich! „Grippeimpfung“: OMG wie wichtig dies zu wissen, weltbewegend.. Wenn der Präsident ein Meeting mit Essen für’s oberste Kader (verm. 8-12 Personen) einlädt, bei sich zu Hause, ist doch logo dass die Bank, seine Bank dafür aufkommt. „Deutscher mit CH-Pass“, also ein Schweizer = PUNKT!

    Sorry, aber diesmal, der ganze Artikel wäre besser nicht erschienen. Fast schon peinlich, so kleinstbürgerlich. Bitte etwas grosszügiger, generöser, weltoffener.

    UND: A l l e Banken hier haben viel zu viele Angestellte. Bankenwelt hat sich seit Ende der 90er-Jahre radikal gewandelt, automatisiert. Rund 15-20T Stellen sind überflüssig in der Schweiz. Vontobel ist da keine Ausnahme. Ausserdem waren betreffende Banker vornehm entlöhnt. Bitte keine (bitteren) Tränen ..

  2. Dummschwätzer und Quatschbirnen im Quadrat:

    War mal an so einem „beschissenen“ Rotary International Vortrag in den frühen 90ziger Jahren mit etwas über 100 Nasen. Da ging es u.a. darum, die Berechtigung eines 13. Monatslohnes zu hinterfragen.

    Dies führte dazu, dass im selben Jahre über 20 teilnehmende Unternehmer bzw. Firmeninhaber den 13. Monatslohn doch tatsächlich nicht ausbezahlten.

  3. Immer wieder die gleiche Leier. Wann endlich kapieren die obersten der Banken, die solche Typen einstellen, dass viele dieser Jobhopper etwas verstecken. Wie wäre es mit „due diligence“ auch auf dieser Personalebene? Vertrauen ist eben dumm, Kontrolle wäre hier besser.

  4. Und, dafür stehen jetzt 3 Bankentussis mit einem Güpli rauchend auf Dachterasse nutzlos rumm!

  5. Xeno im Dilemma, denn er kann doch seinen nimmersatten 70jährigen Rentner (im Kollegium) nun keine Anstandsregeln mehr beibringen. Oben greift man alles ab, was man kann (Vorbildfunktion für den Toilettenpapier Sammler? )!

  6. Vontobel = Vorzeigebank?? ist das wahr? Gruss an Ulli H.

    3 Banker in Basel! „Banker“?? maximal Bankangestellte.

  7. Der alte Vontobel würde sich im Grab umdrehen, wenn er die arroganten Führungskräfte bei Vontobel heute sehen könnte. Sozial ist ein Fremdwort geworden. Sich selber aber für ein paar Franken bereichern – das passt zur heutigen Moral der Abzockerriege. Diese asozialen Banker geben unseren Sozialisten noch Munition für ihre Enteignungsfantasien !

    • Sorry, aber das war alles schon so, als Herr Vontobel noch lebte…. Nichts neues, leider….

    • Es sieht national und international, so aus als wurde das Endspiel der Bankster angepfiffen. Fragt sich nur ob es noch Gewinner geben wird.

      Viele glauben natürlich, dass sie an den “Finanzmärkten“ mittels “Long- und Short-Geschäften“ noch grosse Gewinne einfahren werden.
      Zumindest “Scheingewinne“ auf dem Papier sind noch immer möglich. Ja vielleicht sogar noch Riesengewinne, wenn sich die Scheinhüter des Falschgeldes plötzlich wieder veranlasst sehen, die Schleusen noch mehr zu öffnen.
      Es könnte sich aber letztlich noch die Frage stellen, ob man die Scheingewinne, welche auf den Bankauszügen aufleuchten, noch rechtzeitig aus dem Bankensystem herausbringt, bevor es zusammenkracht.

      Oder könnte es nicht doch besser sein, seine Konten gleich zu leeren, bevor es zu spät ist ??
      Der “Bankrun“ sollte jedenfalls noch vor dem “Bail-in“ stattfinden, um seine Guthaben abzusichern.

      Herzliche Grüsse an die Bank(st)er.

    • Genau! Arroganter Dummschwätzer und Papierli-Schweizer, der aber nichts kann….

    • Wahrscheinlich ist der andere Arrogante Dummschwätzer aus Zumikon sein Kumpane.
      Ihr wisst schon wenn ich meine; er versucht immer krampfhaft Schwizerdütsch zu sprechen, und das schon seit 50 Jahren 🙂

    • @Helmut Helmi
      Ihre dummen, pubertären Sprüche zeugen aber auch nicht grad für Können, Bildung und Charakter. Ausserdem kennen Sie Herbert Scheidt nicht mal.
      So saudumm Ihr arroganter Ausspruch.

    • Nach dem die Schweizerpolitiker die Freigabe und Ausverkauf der Schweizer-Nationalität bei jeder Gesetzesrevision nach unten korrigiert haben – sprich die CH-Nationalität ist für ein Butterbrot von Jedermann erhältlich – muss man sich nicht wundern über bald 3 Millionen „Papierlischwyzer“.
      Man versuche mal Zypriot, Monegasse, Andorrianer, Israeli zu werden – praktisch unmöglich.

  8. Scheidt, VR-Präsident der Vontobel, hat keine Angst vom dummen August LH, welcher ihn offenbar so sehr hasst, dass er „im roten Bereich“ dreht, sobald er etwas von ihm hört. Typischer Fall von Verfolgungswahn, welcher unheilbar ist und zunehmend zur Verblödung des Betroffenen führt. Vielleicht würde LH geholfen, wenn er die Adresse von Scheidts Coiffeur wüsste!!! Scheidt arbeitet emsig weiter, auch bei sich zuhause, und die Vontobel prosperiert unter seiner Führung und die Kunden danken es ihm. Was braucht es da primitive Möchtegernjournalisten der Regenbogenpresse mit dem äusserst passenden Namen: Hässig!

  9. Scheidt ist über 65. Da kommt die Grundversicherung der KK für die Grippeimpfung auf, wie bei allen anderen Versicherten auch.

  10. Der Typ lässt sich jetzt echt auf Kosten des Arbeitgebers impfen? Bei einem Lohn von mehreren Millionen?
    Da scheint der Beratungsbedarf sehr gross zu sein..

  11. Ich dachte alles unter 50 Franken muss bei Stufe Direktor selbst bezahlt werden (dafür kriegen sie ja monatlich fast 1000 Stutz steuerfreie Spesen)! Vermutlich glilt das nur für die tieferen und tiefsten Ränge, weil oben offenbar alles bezahlt wird (au ch der Staubsauger und Puff Besuch)-

  12. Wenn einer 1’500.– pro Stunde (bei einer Vollzeitstelle) erhält, macht es Sinn, sich in der Bank impfen zu lassen. Die Zeit zum Arzt und retour würde, falls der wirklich 2’000 Stunden pro Jahr arbeitet, mehr ausmachen.

  13. Dass Scheidt immer eine Extra-Wurst hast, ist klar. Wenn man weiss, dass er auch VT-Mitarbeiter hat, die für ihn alles um seine VR-Mandate etc. erledigen, dann verwundert mich das andere auch nicht. Unten wird gespart und verdichtet, aber seine Mitarbeiter haben Platz und können kommen und gehen, wie es ihnen passt…. Und bezahlten tut dies am Ende der Vontobel-Kunde. Selber schuld, wer noch da ist….

    • ….und wohin sollte Mann/Frau mit seinem Geld? Welche Bank ist noch integer und kundenorientiert?

  14. Alte Geschichten, die den langjährigen Vontobel-Kolleginnen und -Kollegen in bester Erinnerung sein dürften. Wäre die Angelegenheit nicht dermassen peinlich, könnte man darüber lachen.

  15. Herbert Scheidt ist eine intellektueller Aufschneider erster Güte. Habe selten einen derart dreisten Dummschwätzer und Selbstoptimierer kennengelernt. Sein unrühmliches Spesenverhalten bei Vontobel ist aber nicht das Problem – dieses wird ja offenbar von der Eignerfamilie akzeptiert. Schlimmer ist sein Wirken in der Bankiervereinigung. Besagte Branchenorganisation hat unter Scheidt noch einmal deutlich an Einfluss und an Gestaltungskraft verloren und vermag die Interessen des Bankenplatzes kaum mehr glaubwürdig zu vertreten. Höchste Zeit, den deutschen Napoleon in Rente, alternativ in die Wüste, zu schicken.

  16. „Quousque tandem abutere, Herbert, patientia nostra?“ (frei nach Cicero): „Wie lange, Herbert, gehst Du uns noch auf die Nerven?“

  17. Ach bitte, Vontobel ist schon seit vielen Jahren keine ‚Vorzeigearbeitgeber‘ mehr. Wir haben immer gesagt, das einzig Soziale an VT sind die Stiftungen und die gehören nicht zur Bank.

  18. Wir der Herr eventuell zum Wutbürger, falls die Spesen gekürzt werden? Hoffentlich zieht er Sie L.H. nicht vor Gericht. Keep on rockin

  19. „Fertig lustig beim Vorzeige-Arbeitgeber Vontobel“? Es sind mir zahlreiche Vontobel-Arbeitnehmer bekannt, welche in der Ära Scheidt bis zum Burnout getrieben wurden und in diesem Saftladen gekündigt haben – natürlich hat Bank denen nichts an die Heilungskosten des Burnout bezahlt.

    • Guguseli, dieses Burnout (sexy) Gedöns kann ich nicht mehr hören. Nennen wir das Kind doch beim Namen; Psychische Erschöpfungsdepression (gar nicht sexy), weil die Damen und Herren mehr wollen als sie liefern können. Wobei man sich immer fragen muss, was zuerst da war. Die verwendete Formulierung „getrieben“ impliziert auf gute helvetische Art und Weise, dass es wie immer ein anderer gewesen ist.

  20. Tja, Scheidt geht mir zwar auch auf den Zeiger, aber ich denke, dass man hier die Faktenlage doch ganz exakt und hieb- und stichfest geklärt haben müsste, bevor man in die Tasten greift.
    Der heutige Bonuspunkt für Scheidt: anscheinend Wohnsitz Zürich und nicht beispielsweise das triste Kaff Schindellegi, heisst auch: er zahlt anständig Steuern.
    Die drängendste Fragenkomplex zu Vontobel bleibt offen: Wer ist Zenos Figaro? Wieso nicht – wenn schon denn schon – eine gut gelegte oder toupierte Dauerwelle?

  21. Was für ein Skandal…drei Banker auf einen Schlag…ich hoffe da gibt es einen entsprechenden Sozialplan!!

    Please Mr. Hässig, können wir nicht mal wieder etwas spannendes lesen?